Bezirk Lichtenberg

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Vorlage:Infobox Ortsgliederung

Lichtenberg ist der elfte Bezirk von Berlin.<ref name="Bezirksschlüssel">Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel</ref> Er entstand 2001 durch die Fusion der bis dahin eigenständigen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen.

Alle Ortsteile des heutigen Bezirks gehören seit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 zum Berliner Stadtgebiet, darunter der namensgebende Ortsteil Lichtenberg.

Geographie

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Natur (ausgewählte Beispiele)

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Die bedeutendste und flächenmäßig größte Naturanlage im Bezirk ist der Tierpark Berlin, der 1955 eröffnet wurde. Er entstand aus dem früheren Friedrichsfelder Schlosspark.

Der Landschaftspark Herzberge ist ein Landschaftsschutzgebiet im Ortsteil Lichtenberg. Es wird durch die Beweidung der Flächen mit Rauhwolligen Pommerschen Landschafen landwirtschaftlich genutzt.

Der Stadtpark Lichtenberg, Anfang des 19. Jahrhunderts von General Wichard von Möllendorff als Gutspark angelegt, gehörte seit 1907 der Stadt Lichtenberg. Hier gibt es einen Rodelhang, Sportplätze, ein Planschbecken und Liegewiesen.

Der Fennpfuhlpark, etwa 12,5 Hektar groß, wurde Anfang der 1970er Jahre zusammen mit dem Bau der umliegenden Großwohnsiedlung geplant und angelegt. Die beiden etwa 20.000 Jahre alten Pfühle sind Relikte aus der letzten Eiszeit und wurden bei einer Sanierung zwischen 1978 und 1981 durch einen Kanal verbunden.

Vorlage:Siehe auch

Gewässer

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Datei:Orankesee berlin 2018-04-28 - 4.jpg
Orankesee

Der Rummelsburger See ist eine Spreebucht mit einer Länge von 1,6 km. Am Ufer waren bis zur deutschen Wiedervereinigung zahlreiche Industrieunternehmen angesiedelt, wodurch der See noch immer (Stand: 2023) stark kontaminiert ist.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

An der Grenze zwischen den Ortsteilen Weißensee und Alt-Hohenschönhausen befinden sich der Faule See, der Orankesee und der Obersee mit sie umgebenden Parks. 1933 wurde der Faule See als Naturschutzgebiet gesichert. Durch die Bildung einer großen Faulschlammschicht verlandet der Faule See allmählich. Er ist Brut- und Raststätte für seltene Wasservogelarten, hier finden sich Röhrichte und typische Erlen- und Weidenbestände.<ref>Vorlage:Webarchiv umweltbüro-lichtenberg.de; abgerufen im März 2018.</ref>

Vorlage:Siehe auch

Ortsteile

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Der Bezirk besteht aus zehn Ortsteilen. Die Ortsteile Fennpfuhl, Friedrichsfelde, Karlshorst, Lichtenberg und Rummelsburg gehörten schon vor der Bezirksfusion 2001 zum alten Bezirk Lichtenberg. Die Ortsteile Alt-Hohenschönhausen, Falkenberg, Malchow, Neu-Hohenschönhausen und Wartenberg bildeten von 1985 bis 2001 den Bezirk Hohenschönhausen.

Innerhalb der amtlichen Ortsteile werden durch Tradition auch einzelne Gebiete unterschieden. Sie sind unter dem Ortsteilnamen gesondert angegeben.

Datei:Mies-van-der-Rohe-Haus Berlin, 1.jpg
Haus Lemke (Mies-van-der-Rohe-Haus) in Alt-Hohenschönhausen
Datei:Schloß Friedrichsfelde.jpg
Schloss Friedrichsfelde
Datei:Clp 20100406 Neu-Hohenschönhausen Zingster Straße Punkthochhäuser.jpg
Hochhäuser in Neu-Hohenschönhausen
Datei:Berlin Rummelsburg 9644w.jpg
Wohnsiedlung in Rummelsburg
Ortsteile
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Ein­wohner<ref>Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE</ref>
Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE
Ein­wohner
pro km²
Lage
1101 Friedrichsfelde 5,55 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/5,55 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1102 Karlshorst 6,55 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/6,55 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1103 Lichtenberg 7,22 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/7,22 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1104 Falkenberg 3,06 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/3,06 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1106 Malchow 1,54 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/1,54 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1107 Wartenberg 6,92 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/6,92 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1109 Neu-Hohenschönhausen 5,16 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/5,16 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1110 Alt-Hohenschönhausen 9,33 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/9,33 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1111 Fennpfuhl 2,12 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/2,12 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin
1112 Rummelsburg 4,52 Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/4,52 round 0}} Vorlage:Imagemap Berlin

Kieze (LOR)

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Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) bilden in Berlin die kleinräumige Gliederung der Stadt mit einer Abgrenzung nach fachlichen Kriterien. Sie werden für sozialräumliche Planungszwecke genutzt und haben das Raumbezugssystem der „Statistischen Gebiete / Verkehrzellen“ ersetzt.<ref>statistik-berlin-brandenburg.de Bedeutung der LOR und Adressverzeichnisse der Lebensweltlich orientierten Räume.</ref> Daten zu den Bevölkerungsstrukturen in diesen Planungsgebieten sind im Kiezatlas der Sozialraumdaten online zugänglich.<ref>Der Zugang zu den Daten der einzelnen Kiezen erfolgt durch Zusatz der Schlüsselnummern zur Webadresse. Die Daten von 2008 und 2009 sind als PDF, die späteren als HTML-Liste zugänglich.</ref> Die Schlüsselnummern der LOR setzen sich jeweils aus den zwei Ziffern des Bezirks (Lichtenberg = 11), dem Prognoseraum, der Bezirksregion (ungefähr an den Ortsteilen ausgerichtet) und den eigentlichen Planungsräumen zusammen.

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Lebensweltlich orientierte Räume des Bezirks – Kieze
LOR<ref>Nummer im LOR: Auf der unteren Detailebene ist das Stadtgebiet Berlins flächendeckend in 447 Planungsräume untergliedert, die keine Blöcke schneiden. Innerhalb der Bezirke sind die zweistelligen Nummern der Planungsräume charakteristisch.</ref> Schlüssel­nummer<ref>Die Nummern sind mit den Webadressen zu den Sozialraumdaten der Kieze (Planungsräume im LOR-System) verlinkt. Darunter finden sich auch die Kartenausschnitte der Kieze auf Basis „OpenStreetMap.org Kartenmaterial CC-BY-SA“.</ref> Name (Planungsraum) Bezirksregion
(≈ Ortsteil)
Anzahl Ein­wohner<ref>In den verlinkten Sozialraumdaten sind weitere Angaben zur Altersstruktur aufgenommen.</ref> Deut­sche<ref>Deutsche ohne Migrationshintergrund.</ref> Bürger mit MGH<ref>Deutsche mit Migrationshintergrund sind hier: (1) Deutsche mit ausländischem Geburtsland oder Einbürgerungskennzeichen oder Optionskennzeichen (im Inland geborene Kinder ausländischer Eltern erhalten seit dem 1. Januar 2000 unter den in § 4 Abs. 3 Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) genannten Voraussetzungen zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit (Optionsregelung)). (2) Deutsche unter 18 Jahren ohne eigene Migrationsmerkmale mit ausländischem Geburtsland oder Einbürgerungskennzeichen zumindest eines Elternteils, wenn die Person an der Adresse der Eltern/des Elternteils gemeldet ist.</ref> Aus­länder<ref>Ausländische Staatsangehörigkeit. In den verlinkten Sozialraumdaten ist die Staatsangehörigkeit nach Herkunftsgebiet weiter aufgeschlüsselt.</ref> Anteil Deutsche<ref>Deutsche ohne Migrationshintergrund. Der Berliner Durchschnitt liegt für den Anteil Deutscher ohne Migrationshintergrund bei 67.7 %, bei jenen mit Migrationshintergrund bei 12,4 % und ausländische Staatsbürger sind berlinweit mit 17,9 % nach Stand vom 31. Dezember 2016 angegeben.</ref>
01 11010101 Dorf Malchow Malchow / Wartenberg / Falkenberg Vorlage:0592 Vorlage:0535 Vorlage:024 Vorlage:033 90 %
02 11010102 Dorf Wartenberg Malchow / Wartenberg / Falkenberg Vorlage:02557 Vorlage:02440 Vorlage:072 Vorlage:045 95 %
03 11010103 Dorf Falkenberg Malchow / Wartenberg / Falkenberg Vorlage:01604 Vorlage:01198 Vorlage:078 Vorlage:0328 75 %
04 11010204 Falkenberg Ost Neu-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:08907 Vorlage:06567 Vorlage:01070 Vorlage:01270 74 %
05 11010205 Falkenberg West Neu-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:06713 Vorlage:05056 Vorlage:0847 Vorlage:0810 75 %
06 11010206 Wartenberg Süd Neu-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:05997 Vorlage:04882 Vorlage:0479 Vorlage:0636 81 %
07 11010207 Wartenberg Nord Neu-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:07113 Vorlage:05904 Vorlage:0531 Vorlage:0678 83 %
08 11010308 Zingster Straße Ost Neu-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:011771 Vorlage:08813 Vorlage:01363 Vorlage:01595 75 %
09 11010309 Zingster Straße West Neu-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:09670 Vorlage:07464 Vorlage:0912 Vorlage:01294 77 %
10 11010310 Mühlengrund Neu-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:05238 Vorlage:04705 Vorlage:0270 Vorlage:0263 90 %
11 11020411 Malchower Weg Alt-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:09242 Vorlage:07152 Vorlage:0579 Vorlage:01511 77 %
12 11020412 Hauptstraße Alt-Hohen­schönhausen Nord Vorlage:06410 Vorlage:05329 Vorlage:0456 Vorlage:0625 83 %
13 11020513 Orankesee Alt-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:04014 Vorlage:03250 Vorlage:0139 Vorlage:0625 81 %
14 11020514 Große-Leege-Straße Alt-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:09074 Vorlage:07454 Vorlage:0374 Vorlage:01246 82 %
15 11020515 Landsberger Allee Alt-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:014529 Vorlage:011409 Vorlage:01338 Vorlage:01782 79 %
16 11020516 Weiße Taube Alt-Hohen­schönhausen Süd Vorlage:03725 Vorlage:03363 Vorlage:0206 Vorlage:0156 90 %
17 11030617 Hohenschönhauser Straße Fennpfuhl Vorlage:06044 Vorlage:04319 Vorlage:0671 Vorlage:01054 71 %
18 11030618 Fennpfuhl West Fennpfuhl Vorlage:015954 Vorlage:012380 Vorlage:01514 Vorlage:02060 78 %
19 11030619 Fennpfuhl Ost Fennpfuhl Vorlage:010784 Vorlage:07859 Vorlage:01255 Vorlage:01670 73 %
20 11030720 Herzbergstraße Lichtenberg Vorlage:05858 Vorlage:02143 Vorlage:0288 Vorlage:03427 37 %
21 11030721 Rüdigerstraße Lichtenberg Vorlage:025327 Vorlage:018685 Vorlage:01654 Vorlage:04988 74 %
24 11030824 Frankfurter Allee Süd Frankfurter Allee Süd Vorlage:010019 Vorlage:06878 Vorlage:01284 Vorlage:01857 69 %
25 11040925 Victoriastadt Neu-Lichtenberg Vorlage:03817 Vorlage:03087 Vorlage:0261 Vorlage:0469 81 %
26 11040926 Weitlingstraße Neu-Lichtenberg Vorlage:028022 Vorlage:022977 Vorlage:01726 Vorlage:03319 82 %
22 11041022 Rosenfelder Ring Friedrichs­felde Nord Vorlage:05448 Vorlage:03796 Vorlage:0496 Vorlage:01156 70 %
23 11041023 Gensinger Straße Friedrichs­felde Nord Vorlage:05980 Vorlage:04262 Vorlage:0770 Vorlage:0948 71 %
27 11041027 Tierpark Friedrichs­felde Nord Vorlage:03033 Vorlage:02156 Vorlage:0246 Vorlage:0631 71 %
28 11041128 Sewanstraße Friedrichs­felde Süd Vorlage:025108 Vorlage:020186 Vorlage:01992 Vorlage:02930 80 %
29 11051229 Rummelsburg Rummelsburger Bucht Vorlage:03494 Vorlage:02996 Vorlage:0261 Vorlage:0237 86 %
30 11051330 Karlshorst West Karlshorst Vorlage:09336 Vorlage:07783 Vorlage:0443 Vorlage:01110 83 %
31 11051331 Karlshorst Nord Karlshorst Vorlage:011073 Vorlage:09122 Vorlage:0457 Vorlage:01494 82 %
32 11051332 Karlshorst Süd Karlshorst Vorlage:06668 Vorlage:05992 Vorlage:0368 Vorlage:0308 90 %

Vorlage:Klappleiste/Ende

Geschichte

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Früheste Besiedlung

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Die frühesten archäologischen Funde auf dem Gebiet des Bezirks datieren aus der mittleren Steinzeit, aber auch Funde aus der Bronzezeit, Eisenzeit und dem Frühmittelalter zeugen von einer wiederkehrenden Besiedelung vor der mittelalterlichen deutschen Landnahme.<ref>Joachim Krüger/Reena Perschke/Thomas Thiele: Faszination Archäologie. Funde aus Ur- und Frühgeschichte in Lichtenberg und Hohenschönhausen. In: MuseumsJournal Berlin, 26. Jg., Nr. 3, Juli–September 2012 (Berlin 2012) 62–63.</ref>

Der Verwaltungsbezirk Lichtenberg entstand im Jahr 1920 durch Zusammenlegung mehrerer Städte, Gemeinden und Gutsbezirke. Das eigentliche Lichtenberg, heute auch als Alt-Lichtenberg bezeichnet, ist eine dieser Siedlungen. Viele Ortsteile des Bezirks Lichtenberg tragen die Namen dieser ehemaligen Gemeinden.

Ortsteile

Datei:Berlin Malchow Dorfstr. 9 - Herrenhaus (09045404).JPG
Herrenhaus des Gutshofes Malchow, erbaut 1704
Falkenberg
Falkenberg wird in der Schreibung Valkenberg 1370 erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Otto V. genannt. Marie-Elisabeth von Humboldt, Mutter von Alexander und Wilhelm von Humboldt, erwarb 1791 das Rittergut Falkenberg. Nach ihrem Tod wurde sie in der Falkenberger Kirche beigesetzt.
Friedrichsfelde
Der erste historische Nachweis für das Dorf Rosenfelde (1699 in Friedrichsfelde umbenannt) stammt aus dem Jahr 1265.
Hohenschönhausen
Die Nennung von Henricus bilrebeke (Heinrich Billerbeck) als Pfarrer der Kirche von Hohenschönhausen im Jahr 1352 ist der erste direkte Nachweis des Ortes.
Karlshorst
Ab 1895 entstand nahe dem Vorwerk Carlshorst (seit 1901: Karlshorst) die gleichnamige Villenkolonie. Im Offizierskasino der Pionierschule I wurde in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa besiegelt. Zur Erinnerung an dieses Ereignis befindet sich hier das Museum Berlin-Karlshorst.
Lichtenberg
Das Dorf Lichtenberg entstand im Zuge der deutschen Kolonisation des Barnim um 1230. Es wurde allerdings erst am 24. Mai 1288 urkundlich in einem Grenzvertrag erwähnt.
Malchow
1344 wurde Malchow in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen von Brandenburg Ludwig des Älteren erstmals genannt. 1684 ließ der Gutsbesitzer Paul von Fuchs in Malchow ein zweigeschossiges Herrenhaus, das Schloss Malchow, sowie ein Brauhaus und weitere Gebäude errichten.
Wartenberg
Das Dorf Wartenberg wurde 1270 erstmals in einer brandenburgischen Urkunde genannt. Im Jahr 1783 erwarb der spätere preußische Staatsminister Otto von Voß Dorf und Gut Wartenberg. Er errichtete ein Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden, das seit den 1980er Jahren unter Denkmalschutz steht.<ref>Vorlage:LDLBerlin</ref>

Lichtenberg als Berliner Bezirk 1920–2000

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Bei der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde aus der Stadt Lichtenberg, den Landgemeinden Biesdorf und dem gleichnamigen Gutsbezirk, mit Friedrichsfelde, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn sowie dem Gutsbezirk Hellersdorf mit Wuhlgarten der 17. Berliner Verwaltungsbezirk gebildet, der den Namen Lichtenberg erhielt.

Datei:Haus 1, Stasi-Museum u Gedenkstätte 2015-11-01 ama fe.JPG
Ministerium für Staatssicherheit, von 1950 bis 1989

Friedrichsberg und der Westteil der ehemaligen Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg, die innerhalb des S-Bahn-Rings liegen, wurden 1938 aus dem Bezirk Lichtenberg ausgegliedert und dem Bezirk Friedrichshain zugeschlagen. Dadurch verminderte sich die Bevölkerungszahl des Bezirks, die im Oktober 1937 noch knapp 247.000 betragen hatte, auf rund 184.000 im Oktober 1938.<ref>Vorlage:Berliner Adressbuch</ref>

Im Jahr 1965 wies Lichtenberg 168.897 Einwohner auf, deren Zahl sich 1979 verringerte, weil die Ortsteile Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn ausgegliedert wurden. Aus ihnen entstand der neue Stadtbezirk Marzahn, der 1986 in die Stadtbezirke Marzahn und Hellersdorf geteilt und 2001 unter dem neuen Namen Marzahn-Hellersdorf wiederhergestellt wurde.

Zwischen der Normannenstraße und der Frankfurter Allee siedelte sich seit den 1950er Jahren das Ministerium für Staatssicherheit der DDR an, wozu vorhandene Gebäude genutzt, aber auch neue errichtet wurden. Hier befindet sich seit 1990 die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße.

Nach der Verwaltungsreform 2001

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Mit der zum 1. Januar 2001 vom Berliner Senat beschlossenen Bezirksreform wurde der Bezirk Lichtenberg mit dem Bezirk Hohenschönhausen zusammengelegt. Der so entstandene elfte Berliner Bezirk hieß zunächst Lichtenberg-Hohenschönhausen und erhielt am 1. Juni 2001 mit Lichtenberg seinen heutigen Namen<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Der Ortsteil Neu-Hohenschönhausen ist in Folge der Siedlungserweiterung „auf der grünen Wiese“ aus Teilen der Ortsteile Malchow, Wartenberg und Falkenberg neu geschaffen worden; der bisherige Ortsteil Hohenschönhausen erhielt zur Unterscheidung den Vorsatz Alt-.

Im Jahr 2008 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt. Lichtenberg wurde 2020 mit dem Titel Familiengerechte Kommune ausgezeichnet.<ref>Warum Lichtenberg Berlins kinderfreundlichster Bezirk ist, Berliner Morgenpost, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Bevölkerung

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Überblick

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Am Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE zählte der Bezirk Lichtenberg Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE Einwohner auf einer Fläche von 52,3 Quadratkilometern. Damit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei {{#expr:Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BE/52,29 round 0}} Einwohnern pro Quadratkilometer.

Aufgelistet sind in der ausklappbaren Tabelle die Einwohnerzahlen des Verwaltungsbezirks Lichtenberg seit seiner Gründung im Jahr 1920 sowie in einigen Jahren davor in den entsprechenden Gebietsgrenzen.<ref>Statistisches Landesamt Berlin: Statistisches Jahrbuch der Stadt Berlin. 27. Jg. (1900–1902); Statistisches Taschenbuch der Stadt Berlin. 1. Jg. 1924; Statistisches Jahrbuch der Stadt Berlin. 9. Jg. 1933 und 11. Jg. 1935; Berlin in Zahlen. 1942, 1946/1947 und 1948/1949; Statistisches Jahrbuch. des Statistischen Landesamtes Berlin 1988, 1995 und 1996; Statistisches Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik. 1988.</ref> Historisch weiter zurückreichende Einwohnerzahlen des Dorfes und der Stadt Lichtenberg vor ihrer Eingemeindung nach Berlin finden sich im Artikel über den Ortsteil Lichtenberg. Vorlage:Klappleiste/Anfang

Jahr Einwohner
Vorlage:01900Vorlage:FN Vorlage:058.030
Vorlage:01910Vorlage:FN 164.221
Vorlage:01919Vorlage:FN 183.706
1925 198.832
1933 241.186
1937 246.543
Vorlage:01939Vorlage:FN 196.811
1945 145.388
1946 157.721
1947 158.700
1949 162.500
1950 163.375
1955 165.500
1961 157.668
Jahr Einwohner
1965 168.897
1970 170.133
1975 203.240
1978 228.605
Vorlage:01979Vorlage:FN 177.423
1980 180.221
1981 186.605
1985 183.617
1990 167.362
1993 167.261
1994 168.135
1995 168.280
1997 163.200
2000 154.375
Jahr Einwohner
Vorlage:02001Vorlage:FN 254.691
2002 253.754
2003 252.267
2004 251.202
2005 252.401
2006 252.042
2007 250.811
2008 251.059
2009 251.626
2010 253.539
2011 256.280
2012 260.505
2013 264.858
2014 268.465
Jahr Einwohner
2015 275.142
2016 283.121
2017 286.246
2018 290.493
2019 294.201
2020 296.837
2021 299.686
2022 308.286
2023 311.881
2024 315.548

Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:FNZ Vorlage:Klappleiste/Ende

Die unten stehenden Einwohnerzahlen (Stand: jeweils am 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.<ref name="Bevölkerung 2024">Statistischer Bericht A I 5-hj 2/24. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2024. Bestand-Grunddaten. (PDF; 0,7 MB) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2025.</ref>

Bevölkerungsstruktur

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Die folgende Tabelle zeigt Details zur Struktur der Lichtenberger Bevölkerung am 31. Dezember 2024.<ref name="Bevölkerung 2024" />

Geschlecht Anzahl Anteil
in %
männlich 156.934 Vorlage:049,7
weiblich 158.614 Vorlage:050,3
insgesamt 315.548 100
 
 
Altersgruppen
unter 20 Vorlage:060.770 Vorlage:019,3
20 bis unter 40 Vorlage:099.424 Vorlage:031,5
40 bis unter 65 Vorlage:096.275 Vorlage:030,5
ab 65 Vorlage:059.079 Vorlage:018,7
insgesamt 315.548 100
Herkunft Anzahl Anteil
in %
Deutsche ohne Migrationshintergrund 199.937 Vorlage:063,3
Deutsche mit Migrationshintergrund Vorlage:035.909 Vorlage:011,4
Ausländer Vorlage:079.702 Vorlage:025,3
insgesamt 315.548 100
 
Wohnlagen
einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 122.576 Vorlage:038,9
mittlere Wohnlagen 176.233 Vorlage:055,8
gute Wohnlagen Vorlage:016.739 Vorlage:05,3
insgesamt 315.548 100
Religion Anzahl Anteil
in %
evangelisch Vorlage:017.894 Vorlage:05,7
römisch-katholisch Vorlage:011.988 Vorlage:03,8
sonstige bzw. keine 285.666 Vorlage:090,5
insgesamt 315.548 100

Das Durchschnittsalter im Bezirk lag am 31. Dezember 2024 bei 41,8 Jahren (Berliner Durchschnitt 42,8 Jahre).

Über 12.000 Lichtenberger Einwohner haben vietnamesische Wurzeln, die größte Anzahl aller Berliner Bezirke (Stand: 2023).<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Wirtschaft

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Datei:Clp 20100310 Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei 2.jpg
Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei
Datei:Herzberge Krankenhaus B-Lichtenberg 08-14.jpg
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Datei:DX-Kulturhaus 2024-03-19 ama fec (2) stitch.jpg
Dong Xuan Center

Die Wirtschaft des Bezirks Lichtenbergs ist geprägt durch Industrie- und Technologieunternehmen der Metallverarbeitung, des Fahrzeug-, Geräte- und Werkzeugbaus, der Elektro- und Bahntechnik, der Druck- und Lebensmittelindustrie sowie der Gesundheitswirtschaft.<ref name="Wirtschaftsbericht 2022">Vorlage:Internetquelle</ref> Auch eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen des Handels, Handwerks und Dienstleistungsbereichs befindet sich im Bezirk.

Am 31. Dezember 2022 waren im Bezirk Lichtenberg 22.529 Gewerbebetriebe angemeldet.<ref name="Wirtschaftsbericht 2022" /> Im Bezirk gibt es elf Gewerbegebiete.

In Würdigung des gesellschaftlichen und ökonomischen Engagements der Lichtenberger Unternehmerschaft für den Standort wird seit 2012 in jedem Jahr ein Lichtenberger Unternehmen des Jahres ausgezeichnet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Unternehmen und Arbeitgeber

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Gewerbegebiete

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Lichtenberg verfügt über elf Gewerbegebiete,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> darunter:

Wohnungswirtschaft

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Verkehr

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Öffentlicher Personennahverkehr

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Datei:Landsberger Arkaden an Tramstation (2009).jpg
Mehrfachhaltestelle der Stra­ßen­bahn an der Landsberger Allee mit dem Hotel Vienna House Andel’s Berlin

Im öffentlichen Personennahverkehr ist der Bezirk durch die S-Bahn-Linien S3, S41, S42, S5, S7, S75, S8 und S85 sowie die U-Bahn-Linie U5 erschlossen. Mehrere Straßenbahn- und Buslinien führen durch den Bezirk. In der Siegfriedstraße gibt es einen Betriebshof für Straßenbahnen und Omnibusse, der bis 1973 den einzigen Ost-Berliner Obus-Fuhrpark beherbergte.

Schienenverkehr

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Im Bezirk Lichtenberg liegen der S-, Fern- und Regionalbahnhof Lichtenberg sowie der S- und Regionalbahnhof Hohenschönhausen.

Individualverkehr

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Durch den Bezirk führt eine der längsten Straßen Berlins, die Landsberger Allee. Sie war bis zur Bezirksfusion 2001 die Grenze zwischen dem Bezirk Lichtenberg (südlich der Straße) und Hohenschönhausen (nördlich der Straße). Ein Abschnitt der Frankfurter Allee und die Straße Alt-Friedrichsfelde, die den Bezirk in West-Ost-Richtung durchqueren, sind Teil der – auf gemeinsamer Trasse geführten – Bundesstraßen B 1/B 5. Die Bundesstraße B 2 führt im Ortsteil Malchow (Dorfstraße) ebenfalls ein kurzes Stück durch den Bezirk Lichtenberg.

Die Fertigstellung der Tangentialen Verbindung Ost (TVO), deren dritter Bauabschnitt durch den Bezirk Lichtenberg verläuft, wurde 2011 beschlossen und befindet sich gegenwärtig (Stand: 2024) in der Planungsphase. Der Anschluss an das Autobahnnetz ist seit 2016 mit dem Bau des 17. Abschnitts der A 100 an der Frankfurter Allee im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen.

Politik

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Allgemeines

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Die Politik im Bezirk Lichtenberg wurde nach 1990 durch eine absolute Mehrheit der PDS in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bestimmt. Bei der Wahl zur BVV 2006 verlor die PDS (seit 2007: Die Linke) ihre absolute Mehrheit, blieb jedoch in den darauffolgenden Wahlen bis 2023 weiterhin stärkste Fraktion. Seitdem gehören die meisten Bezirksverordneten zur CDU.

Der Bundestagswahlkreis Berlin-Lichtenberg war einer der drei Wahlkreise in Deutschland, den Die Linke bei der Bundestagswahl 2021 mit einem Direktmandat gewinnen und damit den Verbleib im Bundestag sichern konnte. Bei den Zweitstimmen lag die SPD vorn. Bei der Bundestagswahl 2025 gewann die Partei den Wahlkreis sowohl bei den Erst- als auch den Zweitstimmen.

Bezirksverordnetenversammlung

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Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Lichtenberg am 12. Februar 2023 führte zu folgendem Ergebnis:

Vorlage:Wahldiagramm Vorlage:Sitzverteilung

Am 12. Februar 2024 traten drei Verordnete der Linken aus ihrer Fraktion aus und bildeten die Fraktion des BSW.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Ein Verordneter wechselte 2024 von den Linken zur SPD.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Fraktionsstärke der Linken verminderte sich dadurch von ursprünglich 14 auf 10 Bezirksverordnete.

Bezirksbürgermeister

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Datei:Rathaus-Berlin-Lichtenberg.jpg
Rathaus Lichtenberg, Sitz des Bezirks­bürger­meisters und des Bezirksamts

Die BVV wählt entsprechend den politischen Mehrheitsverhältnissen den Bezirksbürgermeister. Er hat seinen Sitz im Rathaus in der Möllendorffstraße. Der Bezirk Lichtenberg ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister vertreten.<ref>Rat der Bürgermeister, abgerufen am 18. Mai 2019</ref>

Zeitraum Name Partei
2001–2001 Wolfram Friedersdorff PDS
2001–2011 Christina Emmrich Die Linke
2011–2014 Andreas Geisel SPD
2015–2016 Birgit Monteiro SPD
2016–2023 Michael Grunst Die Linke
seit 2023 Martin Schaefer CDU

Vorlage:Siehe auch

Bezirksamt

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Mitglieder des Bezirksamts sind (Stand: 2025):<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Partei Funktion Geschäftsbereich
Martin Schaefer CDU Bezirksbürgermeister Personal, Finanzen, Wirtschaft, Kultur und Sozialraumplanung
Camilla Schuler Die Linke stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Bauen, Stadtentwicklung und Facility Management, Jugend (kommissarisch)
Sandy Mattes SPD Bezirksstadträtin Schule und Sport
Filiz Keküllüoğlu Grüne Bezirksstadträtin Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt und Naturschutz
Catrin Gocksch CDU Bezirksstadträtin Soziales, Gesundheit und Bürgerdienste
N. N. AfD kein Bezirksstadtrat bestätigt,
vorgeschlager Kandidat wurde von der BVV mehrfach nicht gewählt

Der 2020 gewählte Bezirksstadtrat für Bauen und Stadtentwicklung Kevin Hönicke (SPD) war seit dem Oktober 2023 wegen des Vorwurfs des Verrats von Dienstgeheimnissen vom Dienst freigestellt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Da das Verwaltungsgericht Berlin seinen Eilantrag gegen die Freistellung zurückwies,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> wurde im Dezember 2023 die Geschäftsverteilung des Bezirksamts bis zu einer endgültigen Regelung neu festgelegt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Aufgrund einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg wurde die Freistellung aufgehoben, und Hönicke nahm im März 2024 seine Dienstgeschäfte wieder auf, jedoch mit dem Geschäftsbereich Schule und Sport.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Bezirksverordnetenversammlung wählte Hönicke am 11. Juli 2024 ab und wählte Sandy Mattes (SPD) zu seiner Nachfolgerin.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Die verschiedenen Abteilungen des Bezirksamts haben ihren Sitz im Rathaus (Möllendorffstraße 6), in Alt-Friedrichsfelde 60, in der Alfred-Kowalke-Straße 24, in der Große-Leege-Straße 103 und in der Egon-Erwin-Kisch-Straße 106.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Wappen

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Vorlage:Hauptartikel

Datei:Coat of arms of borough Lichtenberg.svg
Bezirkswappen

Das Wappen des Bezirks Lichtenberg wurde nach der Fusion der ehemaligen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen neugestaltet. Während der Name für den Bezirk schnell feststand, zog sich der Prozess der Wappenfindung knapp über fünf Jahre hin. Es gab bereits 2004 einen Entwurf, der den heraldischen Anforderungen durch den Senatsbeauftragten nicht genügte und deshalb überarbeitet werden musste. Das seitdem gültige Wappen wurde am 28. Februar 2006 durch den Senat von Berlin verliehen.

Blasonierung: Das obere grüne Feld des geteilten Schildes zeigt einen silbernen Berg, der zu beiden Seiten jeweils mit einem kleinen silbernen Hügel verbunden ist. Hinter dem Berg zeigt sich eine wachsende goldene strahlende Sonne. Die Sonne wird von zwei silbernen Laubbäumen mit schwarzen Ästen und schwarz-silbernem Stamm begleitet, die auf den kleinen Hügeln stehen. Im unteren blauen Feld befinden sich nebeneinander drei schwebende goldene Ähren, die Mittlere etwas tiefer. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.<ref>Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen</ref>

Wappenbegründung: Das quergeteilte Schild zeigt im oberen Feld Elemente aus dem ehemaligen Bezirkswappen Lichtenbergs und im unteren Feld Elemente aus dem Bezirkswappen Hohenschönhausens. Das obere Feld mit der Sonne hinter dem Berg verweist auf die erhöht gelegene helle Lichtung, die dem Bezirk den Namen gab. Das untere Feld mit den drei Ähren symbolisiert die mit dem Bezirk Hohenschönhausen eingebrachten drei historischen Dörfer Malchow, Wartenberg und Falkenberg. Das Blau des unteren Feldes greift das blaue Wellenband des alten Lichtenberger Wappens auf und verweist damit auf die Lage am Rummelsburger See und dem Spreeufer. Das Grün und die Bäume im oberen Feld sind Ausdruck des Waldreichtums. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Städtepartnerschaften

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Der Bezirk Lichtenberg unterhält acht Partnerschaften mit Städten in sieben verschiedenen Ländern:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:MOZ, Stadtbezirk von Maputo in Mosambik, seit 1995<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Vorlage:POL, Stadtbezirk von Warschau in Polen, seit 2000
Vorlage:RUS Kaliningrad, Stadt in Russland, seit 2001, die Partnerschaft ruht seit 2022<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Vorlage:POL, Stadt in Polen, seit 2001
Vorlage:LTU, Stadt in Litauen, seit 2003
Vorlage:AUT, Stadtbezirk von Wien in Österreich, seit 2015
Vorlage:VNM, Stadtbezirk von Hanoi in Vietnam, seit 2015
Vorlage:UKR, Stadt in der Ukraine, Solidaritätspartnerschaft seit 2022

Bürgerbeteiligung, Titel und Auszeichnungen

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  • Das Bezirksamt verleiht seit 2003 jährlich die Ehrenurkunde des Bezirks Lichtenberg an Bürger, die sich um den Bezirk oder dessen Bewohner besonders verdient gemacht haben.<ref>Verleihung der Ehrenurkunde des Bezirks Lichtenberg. Website des Bezirksamtes Lichtenberg von Berlin, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
  • Seit 2005 gibt es einen Bürgerhaushalt, der erstmals für das Haushaltsjahr 2007 aufgestellt wurde und weitestgehend auf Vorschlägen der Bürger beruht.<ref>Berlin-Lichtenberg – Bürgerhaushalt</ref>
  • Im Jahr 2006 fand mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus der erste Bürgerentscheid Berlins auf Bezirksebene statt. Die Wahlberechtigten Lichtenbergs konnten über die Fusionspläne der drei Gymnasien im Süden des Bezirks abstimmen.
  • Um 2012 wurde auf Initiative der CDU Lichtenberg ein Preis für besondere Verdienste um den Bezirk ins Leben gerufen. Die Vorschläge mit einer Begründung für diesen Preis kommen direkt von den Einwohnern. Ausgereicht wird eine Urkunde, eine Medaille und ein Preisgeld, das einer Institution oder einem Verein, der ebenfalls mit vorzuschlagen ist, zugutekommt.<ref name="Garten">Bernd Wähner: Gemeinschaftsgarten ganz vorn. In: Berliner Woche, 30. Dezember 2023, S. 5.</ref>
  • Des Weiteren werden seit 2012 jährlich anlässlich des Lichtenberger Unternehmer-Abends Unternehmen des Jahres in zwei Kategorien ausgezeichnet: Innovationskraft und wirtschaftlicher Erfolg sowie ökologische oder soziale Verantwortung und Arbeitnehmerinnenfreundlichkeit. Die Gewinner erhalten einen mit 1000 Euro dotierten Preis.<ref>Bernd Wähner: Auszeichnungen für Engagement. Berliner Woche, 13. Juli 2024, S. 2.</ref>
  • Anlässlich des Frauentages wird seit 2017 jährlich die Auszeichnung Lichtenberger Frauenpreis an Projekte, Initiativen oder Einzelpersonen vergeben, die sich in herausragender Weise für die Emanzipation der Geschlechter eingesetzt haben.<ref>Lichtenberger Frauenpreis 2019: Vorschläge gesucht. Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Pressemitteilung, 21. Dezember 2018, abgerufen am 9. April 2019.</ref>
  • Im Jahr 2020 verlieh das Bezirksamt erstmals einen Umwelt- und Naturschutzpreis des Bezirks, dessen Sieger einen Betrag von 500 Euro erhält.<ref name="Garten"/>
  • Das Bezirksamt vergibt seit etwa 2021, im Zusammenhang mit dem Titel Europäische Freiwilligenhauptstadt 2021 für Berlin insgesamt, monatlich den Lichtenberger Bezirkstaler an in Lichtenberg lebende oder wirkende Personen, die jenseits etablierter Vereine und Organisationen besonderes Engagement gezeigt haben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Seit 2024 trägt der Bezirk den Titel Faire Trade Town.<ref>Manuael Frey: Fairer Handel im Fokus. Berliner Woche, 18. Januar 2025, S. 1.</ref>
  • Im Jahr 2025 unterzeichnete der Bezirk die Beitrittsurkunde zur Aufnahme in den Club der Agenda 2030 – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten. Die Agenda 2030 wurde von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet. Das bedeutet konkret, dass „genug Ressourcen für nachfolgende Generationen erhalten“ bleiben sollen und der kommunale Zusammenhalt, auch mit den Städtepartnern, gestärkt wird.<ref>Manuela Frey: Kommunale Nachhaltigkeit. Berliner Woche, 18. Januar 2025, S. 5.</ref>

Polizei und Feuerwehr

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Zuständig für die innere Sicherheit im Bezirk Lichtenberg ist die Direktion 3 der Berliner Landespolizei. Sie hat ihren Sitz im Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf in der Poelchaustraße 1.<ref>Homepage der Polizeidirektion 3, abgerufen am 3. Dezember 2020.</ref>

Im Bezirk Lichtenberg bestehen zwei Berufsfeuerwachen (Josef-Orlopp-Straße im Ortsteil Lichtenberg, Dönhoffstraße im Ortsteil Karlshorst), in denen es auch eine Freiwillige Feuerwehr gibt. Weitere Freiwillige Feuerwehren haben ihren Standort in Falkenberg, Hohenschönhausen und Wartenberg.<ref>Standorte der Feuerwehr im Bezirk Lichtenberg</ref> Alle fünf Freiwilligen Feuerwehren haben eine eigene Jugendfeuerwehr.

Bildung

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Datei:FHTW.jpg
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in Karlshorst

Aufgenommen sind hier nur die Schuleinrichtungen, für die es in Wikipedia bereits einen eigenen Artikel gibt.

Hochschulen

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Allgemeinbildende Schulen (Auswahl)

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Datei:FAS-Schule-Schulze-Boysen.JPG
Mildred-Harnack-Schule

Die allgemeinbildenden Schulen im Bezirk sind aus dem Berliner Schulverzeichnis ersichtlich.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Grundschulen

Integrierte Sekundarschulen

Sonstige Sekundarschulen

Gymnasien

In der Bernhard-Bästlein-Straße im Ortsteil Fennpfuhl soll bis 2027/28 eine Drehscheibenschule errichtet werden, in der die Schüler aus sieben zu sanierenden Schulbauten zeitweise unterrichtet werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Ein Bürgerbegehren gegen den Standort ist gescheitert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die BVV Lichtenberg beschloss nun am 15. Mai 2025 die Errichtung eines solchen Interimsbaus im Innenhof.<ref>Leonard Laurig: Die Drehscheibenschule kann kommen, Berliner Woche, 31. Mai 2025, Seite 3.</ref>

Weitere Schulen

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Vorlage:Siehe auch

Bibliotheken

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Die Stadtbibliothek Lichtenberg hat vier Filialen: die Bezirkszentralbibliothek Anna-Seghers-Bibliothek im Ortsteil Neu-Hohenschönhausen<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> sowie die Mittelpunktbibliotheken Anton-Saefkow-Bibliothek im Ortsteil Fennpfuhl, die Bodo-Uhse-Bibliothek im Ortsteil Friedrichsfelde und die Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek im Ortsteil Lichtenberg.

Gesundheitswesen

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Im Bezirk gibt es das Sana-Klinikum in der Fanningerstraße mit etwa 700 Betten und das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in der Herzbergstraße mit etwa 800 Betten.

Das St. Antonius-Krankenhaus in der Köpenicker Allee im Ortsteil Karlshorst (1930–1945) und das Kinderkrankenhaus Lindenhof in der Gotlindestraße im Ortsteil Lichtenberg (1947–2012) existieren nicht mehr.

Kultur

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Datei:Berlin Tierpark Friedrichsfelde 12-2015 img19 Indian lion.jpg
Löwen im Tierpark Friedrichsfelde
Datei:Parkaue 25.jpg
Theater an der Parkaue
Der Sisyphos Club an der Hauptstraße 15 im Berliner Ortsteil Rummelsburg.
Sisyphos Club

Einrichtungen (Auswahl)

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Vorlage:Siehe auch

Veranstaltungen und Feste (Auswahl)

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Im Jahr 19995 etablierten sich im Bezirk die jährlich stattfindenden Lichtenberger Sozialtage. Sie laufen unter jeweils aktuellen Themen, im Jahr 2023 beispielsweise Leben in Lichtenberg – sozial, tolerant und mittendrin. Die Veranstaltungsorte wechseln zwischen den einzelnen Ortsteilen.<ref>Broschüre Journal 55plus. Lichtenberg, 19. Jg. 2023/2024, Seite 1.</ref>

Seit 2007 findet jährlich die Lange Nacht der Bilder statt. An verschiedenen Standorten werden bei dieser Veranstaltung Ausstellungen präsentiert, offene Ateliers gezeigt sowie Konzerte, Lesungen und Gesprächsrunden organisiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Lichtenberg beteiligt sich auch an der Aktion Berlin leuchtet. – Chöre und Orchester sind beim Fête de la Musique aktiv.

In den Frühlings- und Sommermonaten finden im Rahmen der Senior*innenuniversität im Bezirk freie Gastveranstaltungen statt. Bildungseinrichtungen wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Bibliotheken, das Umweltbüro und andere bieten Vorträge, Diskussionsabende, Aktivitäten.<ref>Broschüre Journal 55plus. Lichtenberg, 19. Jg. 2023/2024, Seite 22.</ref>

Kunst

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Vorlage:Siehe auch Vorlage:Siehe auch Der Straßenkunst, insbesondere dem Graffiti, räumte die BVV im Frühjahr 2025 mit einem Beschluss die Legalisierung ein. Dazu wurden drei öffentliche Flächen ausgewiesen (Lärmschutzwand entlang der Landsberger Allee und dem Straßenbahngleiskörper, in der Straße Zu den Krugwiesen und die ehemalige Freeclimbing-Wand Am Berl), wo die Sprayer nun ihre Kunst ausüben dürfen. Sie werden aber zum verantwortungsvollen und umweltbewussten Handeln angehalten. Die erste Fläche konnte am 16. Mai in Betrieb genommen werden.<ref>Thomas Frey: Sprayen erlaubt, Berliner Woche, 31. Mai 2025, Seite 5.</ref>

Lichtenberg in den Medien

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Am Rummelsburger See wurden Szenen des 1973 uraufgeführten Films Die Legende von Paul und Paula gedreht. Das Tierheim Berlin in Falkenberg diente mehrmals als Film- und Fotokulisse, z. B. im Science-Fiction-Film Aeon Flux (2005).<ref>Aeon Flux Pictures: Vorlage:Webarchiv, abgerufen 2020, erneut am 26. Dezember 2023.</ref>

Sport

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Datei:Sportforum Hohenschönhausen.png
Sportforum Hohenschönhausen

Sportstätten

Sportvereine

Zu den größeren und überregional bekannten Sportvereinen im Bezirk gehören der mehrmalige deutsche Eishockey-Meister EHC Eisbären Berlin, der frühere DDR-Serienmeister im Fußball BFC Dynamo sowie der SC Berlin (Leichtathletik und Schwimmsport), die allesamt auf dem Gelände des Sportforums Hohenschönhausen beheimatet sind. Das Sportforum ist Teil des Olympiastützpunktes Berlin und war bzw. ist Trainingsstätte für zahlreiche bekannte deutsche Sportler (wie die ehemalige Eisschnelllauf-Weltmeisterin Claudia Pechstein oder die ehemalige Schwimm-Welt- und -Europameisterin Franziska van Almsick).

Weitere bekannte Vereine des Bezirks sind die Fußballvereine SV Lichtenberg 47, der seine Heimspiele im Hans-Zoschke-Stadion austrägt, SV Sparta Lichtenberg, der SV BVB 49 und der Wartenberger SV mit den Sportarten Fußball, Gymnastik, Volleyball und Laufen.<ref>Website Wartenberger Sportverein, abgerufen am 26. Februar 2019.</ref>

Siehe auch

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Literatur

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  • Jan Feustel: Spaziergänge in Lichtenberg. Haude und Spener, Berlin 1996, ISBN 3-7759-0409-3.
  • Bezirksamt Lichtenberg von Berlin (Hrsg.): Lichtenberger Wanderungen. 4. Auflage. Berlin Oktober 2017.
  • Bezirksamt Lichtenberg von Berlin (Hrsg.): Lust auf Lichtenberg, Berlin 2004.
  • Bezirksamt Lichtenberg von Berlin (Hrsg.): Rathaus Lichtenberg. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1994, ISBN 3-87584-532-3 (Geschichte Lichtenbergs und viel altes Kartenmaterial, Schwerpunkt auf dem Rathaus Lichtenberg).
  • Museum Lichtenberg im Stadthaus (Hrsg.): 725 Jahre Lichtenberg – Große Geschichten der kleinen Dörfer. Ausstellungskatalog. Berlin 2013.
  • Museum im Stadthaus (Hrsg.): Die moderne Stadt Berlin-Lichtenberg. Ein Architekturführer, Berlin Story Verlag, Berlin 2016.
  • Jürgen Hofmann: Lichtenberg – Kurze Geschichte eines Berliner Bezirks. Bezirksamt Lichtenberg von Berlin (Hrsg.). Berlin 2013, ISBN 978-3-00-043170-8.
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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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Vorlage:Normdaten