Franziska van Almsick

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Vorlage:Infobox Schwimmer

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1989-0730-002, Jörg Hoffmann und Franziska van Almsick mit Medaillen.jpg
Van Almsick und Jörg Hoffmann (1989)

Franziska „Franzi“ van Almsick (* 5. April 1978 in Ost-Berlin) ist eine ehemalige deutsche Schwimmerin und mehrfache Welt- und Europameisterin. Seit 2010 ist sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe.<ref name="dsh_wechsel" /><ref name="dsh_aufsichtsrat" />

Karriere als Sportlerin

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Franziska van Almsick – von Fans und Medien auch „Franzi“ genannt – wurde in Ost-Berlin geboren und begann als Fünfjährige mit dem Schwimmen. Mit sieben Jahren wurde sie ins Ost-Berliner Schwimm-Trainingszentrum aufgenommen – das heutige Schul- und Leistungssportzentrum Berlin –, wo sie die Jüngste war. Sie kam bald darauf in eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS). Die Einrichtung war damals nach Werner Seelenbinder benannt. Bereits mit elf Jahren gewann sie bei der Kinder- und Jugendspartakiade neun Goldmedaillen. Nach Jugend-Wettkämpfen der DDR gewann sie auch bei Junioren-Europa- und Weltmeisterschaften. Seit 1996 trainierte van Almsick bei der SG Neukölln Berlin mit Cheftrainer Norbert Warnatzsch, davor beim SC Berlin mit Dieter Lindemann.

1992 gelang van Almsick der erste Weltcup-Sieg über 100 m Freistil und sie schwamm einen Kurzbahnweltrekord über 50 m Freistil. Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona gewann sie die Silbermedaille über 200 m Freistil, Silber mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel und Bronze über 100 m Freistil und mit der 4 × 100-m-Freistilstaffel. Nach Barcelona avancierte sie zum ersten gesamtdeutschen Sportstar nach der deutschen Wiedervereinigung, ihr Bekanntheitsgrad wurde vergleichbar mit dem eines Popstars.

In der Saison 1993 wurde van Almsick Weltcup-Gesamtsiegerin und stellte dabei drei Weltrekorde auf. Bei den Europameisterschaften in Sheffield gewann sie sechs Goldmedaillen. Sie wurde für ihre Leistungen zur Welt-Sportlerin des Jahres gewählt.

Dramatisch war van Almsicks Auftritt bei den Schwimmweltmeisterschaften 1994 in Rom. In ihrer Paradedisziplin 200 m Freistil konnte sie sich zunächst als Neunte im Halbfinale nicht für das Finale qualifizieren. Ihre Mannschaftskollegin Dagmar Hase – die sich qualifiziert hatte – trat daraufhin nicht im Finale an, so dass ihr Platz für van Almsick frei wurde. Das Finale erwies sich als Triumph für die Berlinerin: Sie wurde Weltmeisterin, wobei sie gleichzeitig einen neuen Weltrekord aufstellte.

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta ging van Almsick über 200 m Freistil als große Favoritin an den Start, gewann dann aber „nur“ die Silbermedaille. Dieses war der Beginn einer Jagd nach einem Olympiasieg, der ihr bis zum Karriereende 2004 nicht gelingen sollte. Zur sportlichen Enttäuschung wurden für sie die Olympischen Spiele 2000 in Sydney, von denen sie nach Deutschland zurückkehrte, ohne an einem Einzelfinale teilgenommen zu haben; mit der Staffel gewann sie eine Bronzemedaille. Wurde sie in den früheren Jahren von den deutschen Massenmedien noch in den Himmel gelobt, so fielen diese jetzt über sie her. Die Berliner Boulevardzeitung B.Z. schrieb auf der Titelseite „Franzi van Speck – als Molch holt man kein Gold“. Nach zahlreichen Beschwerden verlor Chefredakteur Franz-Josef Wagner seinen Posten.<ref>Helmut Schümann: Molch-Affäre: Folgen einer Überschrift, tagesspiegel.de, 21. September 2000</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Aufgrund einer Essstörung hatte van Almsick Übergewicht, was jedoch zu dieser Zeit nicht bekannt war.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Das Karriereende schien für sie nah.<ref>Artikel der Berliner Zeitung vom 21. September 2000: Nur aus Liebe - Die besondere Liaison zwischen dem Berliner Boulevard-Blatt „B.Z.“ und Franziska van Almsick, abgerufen am 11. Juni 2013</ref>

Bei den Schwimmeuropameisterschaften 2002 in van Almsicks Heimatstadt Berlin gewann sie fünf Goldmedaillen, unter anderem den Titel über 200 m Freistil, wobei sie ihren eigenen Weltrekord von 1994 nochmals verbesserte und zur Favoritin für die Olympischen Spiele 2004 avancierte. Für dieses Comeback wurde sie 2002 erneut zur Sportlerin des Jahres gewählt, mit mehreren Auszeichnungen für das Comeback des Jahres geehrt<ref name="comeback_bambi" /><ref name="comeback_henne" /> und auch wieder von der Presse gefeiert<ref>Artikel von n-tv vom 28. August 2002: Van Almsick erhält Auszeichnung - Von „Blei-Ente“ zur „Gold-Henne“, abgerufen am 11. Juni 2013</ref>. Ihr damaliger Weltrekord hielt bis zu den Schwimmweltmeisterschaften 2007, bei denen die Italienerin Federica Pellegrini diesen um 17 Hundertstelsekunden unterbot.<ref>News der ARD vom 27. März 2007: Vorlage:Webarchiv</ref><ref>News von Europolitan vom 27. März 2007: Vorlage:Webarchiv, aufgerufen am 9. Juni 2013</ref>

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann van Almsick zwei Bronzemedaillen mit der 4-mal-200-Meter-Freistilstaffel (mit neuem Europarekord) und der 4-mal-100-Meter-Lagenstaffel, außerdem erreichte sie Rang 5 über 200 m Freistil. Danach beendete sie ihre Karriere als aktive Sportlerin. Sie ist neben Heikki Savolainen, Alexei Nemow, Harri Kirvesniemi und Merlene Ottey eine von nur fünf Sportlern, die sechs olympische Bronzemedaillen gewinnen konnten (Stand: 2021).

Van Almsick erschwamm auf europäischer Ebene 18 Goldmedaillen und zwei Titel bei Weltmeisterschaften.

Nach der Sportkarriere

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Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2005 in Montreal, bei den Schwimmeuropameisterschaften 2006 in Budapest, bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 in Melbourne, den Olympischen Spielen 2008 in Peking und den Olympischen Spielen 2012 in London arbeitete van Almsick als Co-Kommentatorin für die ARD. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro war sie als „Expertin von Schwimm- und Sportereignissen“ zu sehen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 2006 kommentierte sie für kurze Zeit auf RTL die Formel 1.<ref>Artikel von motorsport-total.com vom 26. Februar 2006: Van Almsick startet mit 'RTL' in der Formel 1 durch, abgerufen am 11. Juni 3013</ref>

Ab 1. Dezember 2008 war van Almsick als Stellvertreterin des ebenfalls neu bestellten Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe, Werner E. Klatten, für den Bereich Sport zuständig.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe vom 23. Oktober 2008 Vorlage:Webarchiv, aufgerufen am 9. Juni 2013</ref> Mit der Installierung eines nunmehr hauptamtlichen Sporthilfe-Vorstands wechselte sie zum 1. April 2010 in den Aufsichtsrat.<ref name="dsh_wechsel" /><ref name="dsh_aufsichtsrat" /> Zudem engagiert sie sich seit einigen Jahren als Botschafterin für die Sky Stiftung.<ref>Vorlage:Webarchiv der Sky Stiftung, abgerufen am 12. April 2017.</ref>

Van Almsick wirkte in mehreren Filmen als Synchronsprecherin mit; so beispielsweise in Cars (2006) und Findet Dorie (2016). Zwischen 2015 und 2024 war sie insgesamt sieben Mal in der Quizsendung Wer weiß denn sowas? zu Gast.

Van Almsick belegte 2021 in der vierten Staffel der ProSieben-Show The Masked Singer als Einhorn den neunten von zehn Plätzen.

Privates

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Während ihrer Sportkarriere nahm van Almsick mehrfach an Fotoshootings teil. Unter anderem posierte sie zweimal für das Männermagazin Maxim in Badebekleidung und Unterwäsche. Van Almsick wurde bis 2001 von Werner Köster vermarktet,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> der ihr lukrative Werbeverträge verschaffte<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> und sie als Berliner Göre inszenierte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Laut Sport-Bild im September 1994 hatte van Almsick bereits mit 16 Jahren finanziell ausgesorgt, acht bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossene Werbeverträge brachten ihr eine Gesamtsumme von rund zehn Millionen D-Mark ein.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Von Mitte der 1990er Jahre bis März 2000 war van Almsick mit dem Schwimmkollegen Steffen Zesner liiert.<ref>Zesner im Sog von Freundin Franzi Die Welt vom 26. August 1995, abgerufen am 20. Dezember 2015</ref><ref>Einfach nur ich selbst sein Der Spiegel vom 21. April 1997, abgerufen am 20. Dezember 2015</ref><ref>Franziska van Almsick und Stefan Kretzschmar im Stern: Endlich auf der Straße lang laufen, ohne blöd angeglotzt zu werden Stern vom 26. August 1995, abgerufen am 20. Dezember 2015</ref> Als die Zeitschrift das neue schnell und aktuell 1996 über eine bevorstehende „Traumhochzeit“ berichtet hatte, wurde vor dem Bundesverfassungsgericht eine angemessen deutlich platzierte Gegendarstellung erstritten.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Von 2000 bis 2004 war van Almsick mit dem Handballspieler Stefan Kretzschmar liiert. Ihren jetzigen Lebenspartner, den Unternehmer Jürgen B. Harder, lernte sie 2005 kennen. Das Paar lebt in Heidelberg und hat zwei Söhne (* 2007<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> und * 2013<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>).

Unter dem Titel Aufgetaucht veröffentlichte van Almsick 2004 ihre Autobiografie. Als Kinderbuchautorin trat sie 2009 mit Paul Plantschnase am Meer, 2010 mit Paul Plantschnase im Schwimmkurs und 2017 mit Paul Plantschnase lernt schwimmen in Erscheinung.

Van Almsick ist Fan und Mitglied der TSG 1899 Hoffenheim.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Auszeichnungen

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Datei:Franziska van Almsick - 2019103002334 2019-04-12 Radio Regenbogen Award 2019 - Sven - 1D X MK II - 0833 - B70I7031.jpg
Van Almsick als Preisträgerin beim Radio Regenbogen Award 2019

Rekorde

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In ihrer aktiven Laufbahn stellte van Almsick u. a. die Kurzbahnweltrekorde über 50, 100 und 200 Meter Freistil sowie über 200 Meter Freistil auf der Langbahn auf. Darüber hinaus war sie Schwimmerin deutscher Weltrekordstaffeln über 4 × 50 und 4 × 100 Meter Freistil.

Literatur

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  • Jupp Suttner, Sammy Minkoff (Fotos): Franziska van Almsick. Superstars des Sports. Copress-Verlag, München 1994, 112 S., ISBN 3-7679-0434-9
  • Hans-Dieter Schütt (Bearbeitung): Franziska van Almsick: Superstar. Porträt. Sportverlag, Berlin 1993, 168 S., ISBN 3-328-00604-4
  • Vorlage:WWW-DDR
  • Franziska van Almsick: Aufgetaucht. Kiepenheuer, Köln 2004 (2. Auflage), ISBN 3-378-01072-X
  • Franziska van Almsick: Paul Plantschnase am Meer: Mit ersten Schwimmübungen. Kerle, Freiburg 2009 (1. Auflage), ISBN 3-451-70920-1
  • Franziska van Almsick: Paul Plantschnase im Schwimmkurs. Kerle, Freiburg 2010 (1. Auflage), ISBN 3-451-70621-0
  • Franziska van Almsick: Paul Plantschnase lernt schwimmen. Kerle, Freiburg 2017 (1. Auflage), ISBN 3-451-71412-4

Dokumentation

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Einzelnachweise

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<references responsive> <ref name="dsh_wechsel"> Pressemitteilung der Stiftung Deutsche Sporthilfe vom Vorlage:Webarchiv, aufgerufen am 9. Juni 2013 </ref> <ref name="dsh_aufsichtsrat">Vorlage:Webarchiv der Stiftung Deutsche Sporthilfe, aufgerufen am 9. Juni 2013</ref> <ref name="comeback_bambi"> News von n-tv vom 22. November 2002: Bambi 2002: Die Preisträger, abgerufen am 9. Juni 2013 </ref> <ref name="comeback_henne"> Rückblick 2002 auf goldenehenne.de: Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 11. Juni 2013 </ref> </references>

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Vorlage:Normdaten

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