Adzukibohne

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Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vigna in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae). Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte wie der Mungbohne, aus der die sogenannten Sojasprossen hergestellt werden.<ref name="Alkämper1998" />

Beschreibung

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Datei:Five oriental species of beans (1914) (14588588259).jpg
Stängel mit wechselständigen Laubblättern sowie Blütenständen und Hülsenfrüchte
Datei:Vigna angularis var. nipponensis 6.JPG
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Vigna angularis var. nipponensis im Habitat in Korea
Datei:Vigna angularis var. nipponensis 4.JPG
Blütenstand mit Blüte im Detail von Vigna angularis var. nipponensis
Datei:Vigna angularis (Willd.) Ohwi & Ohashi - adzuki bean - VIAN7 - Tracey Slotta @ USDA-NRCS PLANTS Database.jpg
Samen (als Nahrungsmittel Bohne genannt) mit Hilum
Datei:W azuki2111.jpg
Samen
Datei:Naturalis Biodiversity Center - RMNH.ART.651 - Vigna angularis - Yūshi Ishizaki - Cock Blomhoff Collection - pencil drawing - water colour.jpg
Illustration

Die Beschreibungen in den Quellen unterscheiden sich teilweise etwas, das liegt auch daran, dass Autoren die Wildformen<ref name="FoC" /> oder die Kulturformen<ref name="Alkämper1998" /> beschreiben.

Erscheinungsbild und Wurzel

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Die Adzukibohne ist eine einjährige,<ref name="FoC" /><ref name="PROTA" /> selten zweijährige<ref name="Alkämper1998" /> krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von selten 20,<ref name="Alkämper1998" /> meist 30 bis 90 Zentimetern;<ref name="FoC" /> sie kann auch bis zu 3 Meter hochklettern.<ref name="Ecoport" /> Sie wächst aufrecht oder sich gegen den Uhrzeigersinn emporwindend;<ref name="FoC" /> es gibt auch kriechende Formen.<ref name="Alkämper1998" /> Die meist grünen, bei manchen Sorten auch purpurfarbigen,<ref name="Ecoport" /> kantigen Stängel sind fein behaart.<ref name="FoC" />

An den Knoten (Nodi) werden Wurzeln gebildet. Die Pfahlwurzeln sind 40 bis 50 Zentimeter lang.<ref name="PROTA" />

Blatt

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Die ersten Blätter des Sämlings sind gegenständig, lang gestielt, einfach und herzförmig.<ref name="PROTA" /><ref name="Ecoport" /> Die wechselständig am Stängel angeordneten, einfachen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang<ref name="PROTA" /> und leicht haarig. Die Blattspreite ist dreizählig.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="PROTA" /> Die meist ganzrandigen Fiederblättchen sind bei einer Länge von 5 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 5 bis 8 Zentimetern eiförmig bis rhombisch und meist spitz bis zugespitzt.<ref name="FoC" /> Die Blättchen sind ungleichseitig, meist einfach oder leicht zwei- bis dreilappig.<ref name="FoC" /><ref name="PROTA" /> Beide Seiten der Blättchen sind spärlich fein behaart.<ref name="FoC" /> Die zwei mit etwa 8 Millimetern<ref name="FoC" /> relativ kleinen Nebenblätter sind schildförmig, oft leicht zweispaltig mit Anhängseln an ihrer Basis, untereinander frei und nicht mit dem Blattstiel verwachsen. Die Nebenblättchen der Fiederblättchen sind lanzettlich.<ref name="PROTA" /> Die Laubblätter sind meist bis zur Fruchtreife haltbar.<ref name="Ecoport" />

Blütenstand und Blüte

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Die Blütezeit reicht in China von Juni bis Juli. In den Blattachseln stehen, auf im unteren Stängelbereich langen und im oberen relativ kurzen<ref name="Alkämper1998" /> Blütenstandsschäften,<ref name="PROTA" /> die traubigen Blütenstände mit je fünf bis sechs<ref name="FoC" /> bis zehn<ref name="Alkämper1998" /> (zwei bis zwanzig<ref name="PROTA" />) Blüten. Es sind Tragblätter vorhanden. Die Deckblätter sind länger als der Blütenkelch. Der relativ kurze Blütenstiel besitzt an seiner Basis ein extraflorales Nektarium.<ref name="PROTA" />

Die zwittrigen, kurz gestielten Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle.<ref name="PROTA" /> Die ungleichen, 3 bis 4 Millimeter großen Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen<ref name="FoC" /> mit zwei Kelchlippen und fünf relativ kurzen Kelchzähnen.<ref name="PROTA" /> Die obere Kelchlippe besteht aus zwei vollkommen oder teilweise verwachsenen Kelchzähnen; die untere Kelchlippe besteht aus drei Kelchlappen. Die Blütenkronblätter sind meist leuchtend gelb<ref name="PROTA" /> oder seltener lilafarben.<ref name="Alkämper1998" /> Die 15<ref name="FoC" /> bis 18 Millimeter langen Blütenkronen besitzen den typischen Aufbau der Schmetterlingsblüten. Die normal entwickelte Fahne ist kreisförmig<ref name="PROTA" /> mit ausgerandetem oberen Ende.<ref name="FoC" /> Die länglichen Flügel<ref name="PROTA" /> sind nicht gespornt, aber kurz genagelt und geöhrt.<ref name="FoC" /> Die Flügel sind breiter als das Schiffchen.<ref name="FoC" /> Das etwas nach rechts gebogene Schiffchen ist im vorderen Teil fast halbkreisförmig gebogen und besitzt einen hornförmigen Sporn an seiner linken Seite, es ist an der Basis genagelt.<ref name="PROTA" /><ref name="FoC" /> Die zehn fertilen Staubblätter sind nicht mit den Kronblättern verwachsen. Neun Staubfäden sind zu einer Röhre verwachsen.<ref name="PROTA" /> Es sind Nektardrüsen auf dem Diskus vorhanden. Das einzige längliche,<ref name="FoC" /> oberständige Fruchtblatt ist kurz behaart.<ref name="PROTA" /> Der gekrümmte,<ref name="FoC" /> Griffel<ref name="PROTA" /> ist behaart und oben an einer Seite bärtig, die etwas seitliche Narbe ist scheibenförmig.

Frucht und Samen

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An jedem Fruchtstand hängen zwei bis sechs Hülsenfrüchte und je Pflanzenexemplar sind es 5 bis 40.<ref name="Ecoport" /> Die hängende, fast kahle,<ref name="PROTA" /> relativ dünnwandige<ref name="Ecoport" /> Hülsenfrucht ist bei einer Länge von 5 bis 8, seltener bis zu 13 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 0,5 bis 0,6 Zentimetern schlank, zylindrisch<ref name="FoC" /> und zwischen den 2 bis 14<ref name="PROTA" /><ref name="Ecoport" /> (5 bis 12<ref name="FoC" />) Samen etwas eingeschnürt, also sind die Samen als deutliche Wölbungen sichtbar.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="PROTA" /> Die Hülsenfrucht ist bei Reife strohfarben<ref name="Alkämper1998" /> gelb, schwärzlich oder braun.<ref name="PROTA" /> Die Früchte reifen in China von September bis Oktober.<ref name="FoC" /> Bei Reife zerbrechen die Hülsenfrüchte.<ref name="Ecoport" />

Die mit einer Länge von 5 bis 7,5,<ref name="Alkämper1998" /> selten bis zu 9,1<ref name="Ecoport" /> Millimetern sowie einem Durchmesser von 4 bis 5,5,<ref name="Alkämper1998" /> seltener 6,3<ref name="Ecoport" /> Millimetern relativ kleinen, harten Samen sind länglich und rund,<ref name="Alkämper1998" /> selten abgeflacht, mehr oder weniger zylindrisch mit gerundeten oberen Enden.<ref name="Ecoport" /> Die glatten Samenschalen sind meist weinrot<ref name="PROTA" /> oder kastanienrot, manchmal strohgelb,<ref name="Alkämper1998" /> leder-, cremefarben bis schwarz oder gefleckt.<ref name="PROTA" /> Das weiße Hilum ist bei einer Länge von 2,4 bis 3,3 Millimetern sowie einer Breite von 0,6 bis 0,8 Millimetern lang und schmal. Die Samen wiegen jeweils 50 bis 250 mg.<ref name="Ecoport" /> Der Embryo ist fast weiß.<ref name="Ecoport" /> Die Tausendkornmasse beträgt 50 bis 200 g,<ref name="Alkämper1998" /> bei den meisten japanischen Sorten liegt es bei 130 bis 150 g und bei den Dainagon-Adzukibohnen bei 180 bis 200 g.<ref name="Ecoport" />

Chromosomensatz

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Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie vor mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22.<ref name="IPCN" /><ref name="Alkämper1998" /><ref name="Kang2015" /><ref name="NIASjp" />

Ökologie

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Bei der Adzukibohne handelt es sich um einen Therophyten.

Das Wurzelsystem, das von der Pfahlwurzel ausgeht, breitet sich auf einer Fläche mit einem Durchmesser von 40 bis 50 Zentimetern aus.<ref name="Ecoport" /> Der Luftstickstoff wird durch die Symbiose der Wurzelknöllchen der Adzukibohne mit den Knöllchenbakterien Bradyrhizobium bacteria genutzt (Stickstofffixierung).<ref name="PROTA" /> Die Wurzelknöllchen weisen einen Durchmesser von 4 bis 10 Millimetern auf und beginnen ihre Entwicklung, wenn die ersten Laubblätter sich entfalten.<ref name="Ecoport" />

Die Anthese beginnt meist morgens und kann bis zu 40 Tage dauern. Die Blüten beginnen im unteren Bereich des Stängels zu blühen und das Aufblühen setzt sich dann nach oben hin fort.<ref name="Ecoport" /> Es erfolgt meist Selbstbefruchtung oder manchmal Fremdbefruchtung.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="PROTA" /> Die Ausbreitungseinheit (Diaspore) ist der Same.

Die Keimung erfolgt hypogäisch.<ref name="PROTA" /><ref name="Lumpkin1993" />

Herkunft und Verbreitung

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Wildformen der Adzukibohne stammen aus Mittelchina, Taiwan, Korea und Japan.<ref name="Alkämper1998" /> Die Adzukibohne wird seit 2000 Jahren<ref name="Lumpkin1993" /> in China, Korea und Japan angebaut. Sie wächst am besten in den Subtropen.

Über die ursprüngliche Verbreitung der Wildform liegen sehr unterschiedliche Einschätzungen vor. Einig ist man sich nur bei Japan, Korea und der Mandschurei.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="ILDIS" /><ref name="FoC" /><ref name="GRIN" />

Systematik

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Die Erstveröffentlichung erfolgte 1802 unter dem Namen (Basionym) Dolichos angularis durch Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum. 4. Auflage, Band 3, 2, S. 1051.<ref name="Willdenow1802" /> Die Neukombination zu Vigna angularis Vorlage:Person wurde 1969 durch Jisaburō Ōi und Hiroyoshi Ōhashi als Azuki beans of Asia in Journal of Japanese Botany, Band 44, Nr. 1, S. 29 veröffentlicht.<ref name="ILDIS" /> Weitere Synonyme für Vigna angularis Vorlage:Person sind: Azukia angularis Vorlage:Person, Phaseolus angularis Vorlage:Person, Phaseolus nipponensis Vorlage:Person und je nach Autor auch Vigna angularis var. nipponensis Vorlage:Person.<ref name="Tropicos" /><ref name="GRIN" /><ref name="FoC" />

Vigna angularis gehört zur Untergattung Ceratotropis aus der Gattung Vigna.<ref name="GRIN" />

Manche Autoren unterscheiden zwei Varietäten. In der Flora of China 2010 gilt die Varietät Vigna angularis var. nipponensis Vorlage:Person als Synonym.<ref name="FoC" /> Kang et al. 2015 gehen davon aus, dass Vigna angularis var. nipponensis die Wildform darstellt und unter Vigna angularis var. Vorlage:Person angularis die Kulturformen zusammengefasst werden. Archäologische Befunde lassen vermuten, dass die Wildformen im nordöstlichen Asien an verschiedenen Orten in Kultur genommen wurden, Kulturformen als mehrmals unabhängig voneinander entstanden sind.<ref name="Kang2015" /> Früher vermutete man, dass das Gebiet der Entstehung der Kulturformen auf Teile Chinas (Mandschurei), Japan und Korea beschränkt ist, die archäologischen Befunde zeigen, dass auch im Himalaja (Tibet, Bhutan, Nepal) Kulturformen entstanden sind.<ref name="Lim2011" /><ref name="NIASjp" /><ref name="Mansfeld’s2001" /><ref name="Mansfeld’sDB" />

Nutzung

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Die Bohnen (Samen) und das daraus gewonnene Mehl sind bedeutende Handelsgüter in ostasiatischen Märkten.<ref name="PROTA" /> Die meisten Sorten dienen der Kornnutzung.<ref name="Alkämper1998" />

Anbau

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Die ältesten schriftlichen Belege für die Kultur der Adzukibohne in Japan stammen aus dem 8. Jahrhundert.<ref name="NIASjp" /> Auch im nördlichen Korea und China ist die Adzukibohne eine alte Kulturpflanze.<ref name="PROTA" /> Sie wird in Ostasien seit 2000 Jahren angebaut.<ref name="Lumpkin1993" />

In Japan, Korea, Taiwan und China existieren Samenbanken. Allein in Japan sind über 300 Sorten, Landrassen und Zuchtlinien registriert.<ref name="PROTA" />

Hauptsächlich durch die Anbauintensität bedingt liegen Erträge der Bohnen (Samen) im weiten Bereich von 4 bis 8 dt/ha; für Japan und China gibt es sogar Ertragsangaben von 20 und 30 dt/ha.<ref name="Alkämper1998" /> Das jährliche Anbaugebiet der Adzukibohne wurde 1997 in China, Japan, der Koreanischen Halbinsel sowie Taiwan auf 670.000, 120.000, 30.000 sowie 20.000 ha geschätzt.<ref name="Kang2015" /> Die Adzukibohne wird in über 30 Ländern angebaut, außerhalb Asiens gibt es Anbaugebiete in Südamerika, in den Südstaaten der USA, Neuseeland sowie in Afrika, beispielsweise im Kongo sowie in Angola.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="Mansfeld’s2001" /> Die Adzukibohne kann bis zu 48°N angebaut werden, aber die Hauptanbaugebiete liegen zwischen 40 und 45°N.<ref name="Ecoport" />

Datei:140111 Azuki Museum Himeji Hyogo pref Japan11bs.jpg
Sekihan: Reis mit Adzukibohnen
Datei:Red bean paste anko.JPG
Rote Bohnenpaste
Datei:Daifuku 1.jpg
Daifuku sind mit Roter Bohnenpaste gefüllt

Sie wird in tropischen, subtropischen<ref name="Kang2015" /><ref name="Yang2015" /> bis gemäßigten Gebieten angebaut;<ref name="PROTA" /> die Temperaturansprüche liegen nicht sehr hoch.<ref name="Alkämper1998" /> Die Jahresdurchschnittstemperaturen für optimales Wachstum liegen bei 15 bis 30 °C. Sie tolerieren hohe Temperaturen, sind aber frostempfindlich.<ref name="PROTA" /> In den Tropen sind größere Höhenlagen für den Anbau besser.<ref name="PROTA" /> Abhängig von der Temperatur und Bodenart sollten am besten Jahresniederschlagsmengen von 1000 bis 1500 mm zur Verfügung stehen;<ref name="Alkämper1998" /> bei Wassermangel im Anbaugebiet erfolgt manchmal eine Bewässerung,<ref name="Alkämper1998" /> die Anbaugrenzen liegen bei 500 bis 1750 mm.<ref name="PROTA" /> Für die Keimung im Frühjahr sowie die Jugendentwicklung sind mittlere und sich gut erwärmende Böden am besten geeignet.<ref name="Alkämper1998" /> Schlechte Kulturbedingungen ergeben sich besonders durch hohen Grundwasserstand.<ref name="Alkämper1998" /> Boden-pH-Werte von 5 bis 7,5 sind geeignet,<ref name="PROTA" /><ref name="Alkämper1998" /> das Optimum liegt bei 5,5 bis 6,5.<ref name="Ecoport" /> Der Anbau erfolgt fast nur in Reinkultur; die Adzukibohne ist allerdings auch konkurrenzstark genug im Mischanbau.<ref name="Alkämper1998" />

Die Samen bleiben mindestens fünf Jahre keimfähig, wenn sie bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 15 % gelagert werden.<ref name="PROTA" /> Zwischen 8 und 30 kg Saatgut pro Hektar sind erforderlich.<ref name="Alkämper1998" /> Meist beträgt der Reihenabstand 60 bis 90 Zentimeter bei einem Abstand von 30 Zentimeter in der Reihe.<ref name="Alkämper1998" /> Zur Keimung sind Bodentemperaturen oberhalb von 6 bis 10 °C erforderlich und die besten Keimtemperaturen liegen bei 30 bis 34 °C. Die Keimdauer beträgt 7 bis 20 Tage. Das Wachstum ist vergleichsweise langsam.<ref name="PROTA" /> Von der Aussaat bis zur Kornreife dauert es je nach Sorte und Klima meist 80 bis 120 (60 bis 190) Tage,<ref name="PROTA" /> nach Angaben aus dem Kongo kann es je nach Anbauzeit auch bis zu 9 Monate dauern.<ref name="Alkämper1998" /> Die Adzukibohne ist eine quantitative Kurztagspflanze,<ref name="Alkämper1998" /> aber es existieren tagneutrale Sorten.<ref name="PROTA" /> Eine Düngung erfolgt in Japan und Korea vergleichbar zu Sojabohnen.<ref name="Alkämper1998" /> Die Blütezeit dauert 30 bis 40 Tage, kann allerdings bis zu dreimal so lang dauern, bei sehr frühen Aussaaten.<ref name="PROTA" />

Verwendung in der Küche

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Man kann die frischen Hülsenfrüchte, die frischen Bohnen (Samen) oder die getrockneten Bohnen verwenden. Reife Samen und grüne Hülsenfrüchte werden als Gemüse und in Suppen oder in Salaten gegessen.<ref name="Ecocrop" /> Getrocknete Bohnen können gemahlen werden und aus diesem Mehl können Suppen, Gebäck oder süße Getränke hergestellt werden.<ref name="Alkämper1998" /> Der süße, nussige Geschmack der Adzukibohne führt dazu, dass sie in Asien zur Herstellung traditioneller Süßspeisen dient.<ref name="Kang2015" /><ref name="Yang2015" /> Beispielsweise werden Süßigkeiten und Eiscreme hergestellt.<ref name="PROTA" /> Aus Adzukibohnen wird Rote Bohnenpaste hergestellt. Ursprünglich aus Japan stammt die Erzeugung von Adzukibohnen-Sprossen, also einem Sprossengemüse.<ref name="Floridata" /><ref name="PROTA" /><ref name="Ecocrop" /> Die Bohnen werden gepoppt, wie Popcorn.<ref name="Ecocrop" /> Die Bohnen werden kandiert.<ref name="Ecocrop" /> Die Adzukibohne ist ein Kaffeesurrogat.<ref name="Ecocrop" />

In der japanischen Küche wird die Adzukibohne vielseitig verwendet. In Japan ist die Adzukibohne zusammen mit Reisbrei wichtiger Bestandteil von „azuki-gayu“, bei traditionalen Zeremonien und Feiern. Adzukibohnen werden gekocht in Japan zu „An“, einer Adzukibohnen-Marmelade, oder „Shiruko“, einer süßen Suppe mit Klebreiskuchen. Aus Adzukibohnenmehl wird in Japan beispielsweise Yōkan hergestellt.

Die Adzukibohne soll leichter verdaulich als viele andere „Bohnen“-Arten sein.<ref name="Floridata" />

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Verwendung als Heilpflanze

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Die Adzukibohne wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit der Tang-Dynastie als Heilpflanze verwendet.<ref name="FoC" /> Adzukibohnen haben dort Bedeutung in Bezug auf das Yin und Yang, da sie den Yang-Charakter stärken. Ihnen wird eine Wirkung bei Nierenproblemen, Abszessen, bestimmten Tumoren, in der Geburtshilfe und anderen Beschwerden sowie bei der Erhöhung des Milchflusses zugeschrieben. Die Yin der Laubblätter der Adzukibohne sollen fiebersenkend wirken. Bei der Behandlung nach Aborten werden Keimlinge angewendet.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="PROTA" />

Die postulierten gesundheitsfördernden Eigenschaften wurden in einzelnen Studien wissenschaftlich untersucht.<ref name="Gupta2011" /><ref name="PROTA" /><ref name="Ecocrop" /> In einer in vitro-Studie wurden antiproliferative Eigenschaften gefunden, die gegen verschiedene Krebszellen wirksam waren.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Eine Studie an Mäusen ergab eine Senkung der Serumwerte für Triglyceride, Cholesterin und LDL.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Bei Patienten mit Zuckerkrankheit ergab sich eine Senkung des Blutzuckerspiegels.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die bisherigen wissenschaftlichen Evidenzen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um der Adzukibohne eine gesicherte, über den bekannten Nährstoffgehalt hinausgehende positive medizinische Wirkung zuzuschreiben.

Sonstige Nutzung

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Adzukibohnenmehl wird auch zur Kosmetikherstellung verwendet.<ref name="PROTA" />

Die Samen werden auch als Viehfutter verwendet.<ref name="Alkämper1998" />

Besonders die spätreifenden Sorten dienen zur Erzeugung von Grünfutter und zur Gründüngung.<ref name="Alkämper1998" /><ref name="Ecoport" /> Damit wird beispielsweise die Bodenerosion verringert.<ref name="PROTA" /><ref name="Ecocrop" /> Es wurden Werte der Stickstofffixierung von bis zu 100 kg N/ha beobachtet, die Mengen sind von der Bodenfeuchtigkeit und dem Boden-pH-Wert abhängig.<ref name="PROTA" />

Inhaltsstoffe

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Die Adzukibohne hat einen niedrigen physiologischen Brennwert und einen geringen Gehalt an Fetten. Sie ist eine exzellente Quelle für Proteine, Faserstoffe, Vitamin B, Folsäure, Eisen sowie Kalium.<ref name="Floridata" /> Neben den Kohlenhydraten ist der Rohproteingehalt ziemlich hoch.<ref name="Alkämper1998" />

Bei den Adzukibohnen werden die Inhaltsstoffe der Samen mit 20 bis 21 % Rohprotein, 1,4 % Rohfett, 56 bis 64 % Kohlenhydraten, 7 bis 8 % Rohfasern und 2 bis 4 % Asche angegeben. Die Aminosäurezusammensetzung des Proteins der Adzukibohne beträgt je 16 g N: Alanin 4,0 g, Histidin 3,3 g, Prolin 4,7 g, Arginin 6,3 g, Isoleucin 3,9 g, Serin 4,2 g, Asparaginsäure 9,8 g, Leucin 7,2 g, Threonin 3,4 g, Cystin 0,9 g, Lysin 7,3 g, Tryptophan 1,7 g, Glutaminsäure 17,2 g, Methionin 1,3 g, Tyrosin 3,4 g, Glycin 3,4 g, Phenylalanin 5,4 g, Valin 4,4 g.<ref name="Alkämper1998" />

Trivialnamen

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Trivialnamen in anderen Sprachen sind beispielsweise:

  • Englische Sprache: Adzuki bean, azuki bean<ref name="PROTA" /><ref name="Mansfeld’sDB" /><ref name="MMPND" /><ref name="Ecocrop" />
  • Französische Sprache: Haricot adzuki<ref name="PROTA" /><ref name="Mansfeld’sDB" /> Haricot anguleux, Haricot à feuilles angulaires, Haricot du Japon, Haricots petits rouges, Soja rouge.<ref name="MMPND" />
  • Portugiesische Sprache: Feijão adzuki<ref name="PROTA" /> (in Angola, Brasilien)<ref name="MMPND" />
  • Chinesische Sprache: Vorlage:Lang,<ref name="FoC" /> 紅豆 Hung dou,<ref name="Mansfeld’sDB" /> Hong dou, Hung tou, 小豆 Xiao dou, 小紅豆 Xiao hong dou, Síu hùhng dáu (kantonesisch), 赤小豆 Chi xiao dou, Zhi xiao dou (medizinischer Name), 真紅豆 Jin hong dou, 真紅小豆 Jin hong xiao dou, 紅小豆 Hong xiao dou, 紅赤豆 Hong chi dou, Xiao hong lu dou, Mi dou, Ao ye chi dou, Zhu dou, Zhu dou, Mi chi dou, Shi mu dou, Du chi dou<ref name="MMPND" />
  • Japanische Sprache: azuki (Vorlage:Lang),<ref name="Mansfeld’sDB" /> Akamame, Ankomame, Shoumame, Omame, Gururimame, Konaremame, Anmame, Antoki, Irakuri, Narazu, Kannome.<ref name="MMPND" />
  • Koreanische Sprache: pat<ref name="Mansfeld’sDB" /><ref name="MMPND" />
  • Spanische Sprache: Judía adzuki<ref name="Mansfeld’sDB" /> (Mexiko), Frijol adzuki, Frijol diablito (Chile, Kuba), Poroto arroz (Argentinien)<ref name="MMPND" />
  • Vietnamesische Sprache: Đậu đỏ<ref name="Mansfeld’sDB" />
  • Dänische Sprache: Adzukibønne, Adsukibønne<ref name="MMPND" />
  • Niederländische Sprache: Azuki-boon<ref name="MMPND" />
  • Hindi: Guruns, Rains.<ref name="MMPND" />
  • Malaiische Sprache: Kacang merah kecil<ref name="MMPND" />
  • Italienische Sprache: Fagiolo adzuki<ref name="MMPND" />
  • Russische Sprache: Vorlage:Lang, Vorlage:Lang<ref name="MMPND" />

Quellen

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Einzelnachweise

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<references> <ref name="FoC">Delin Wu, Mats Thulin: Vigna. Vigna angularis (Willdenow) Ohwi & H. Ohashi. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 259.</ref> <ref name="Alkämper1998">Walter H. Schuster: Leguminosen zur Kornnutzung. 1998: Joachim Alkämper: Informationen zur Gattung Vigna: Adzukibohne (Vigna angularis (Willd.) Ohwi & H.Ohashi) – Datenblatt der Uni-Gießen.</ref> <ref name="GRIN">Vorlage:GRIN</ref> <ref name="Tropicos">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="IPCN">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="Willdenow1802">Willdenow 1802 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="ILDIS">Datenblatt bei ILDIS = World Database of Legumes, Version 10.38, 2010 des International Legume Database Information Service.</ref> <ref name="PROTA">P. C. M. Jansen, 2006: Vigna angularis (Willd.) Ohwi & H.Ohashi. In: M. Brink, G. Belay (Hrsg.): Plant Resources of Tropical Africa / Ressources végétales de l’Afrique tropicale = PROTA, Wageningen, Netherlands Datenblatt.</ref> <ref name="Kang2015">Yang Jae Kang, Dani Satyawan, Sangrea Shim et al.: Draft genome sequence of adzuki bean, Vigna angularis. In: Scientific Reports. 5, Article number 8069, 2015. doi:10.1038/srep08069.</ref> <ref name="Yang2015">Kai Yang, Zhixi Tian, Chunhai Chen et al.: Genome sequencing of adzuki bean (Vigna angularis) provides insight into high starch and low fat accumulation and domestication. In: PNAS. Volume 112, Issue 43, 2015, S. 13213–13218. Volltext-PDF. doi:10.1073/pnas.1420949112.</ref> <ref name="Lim2011">T. K. Lim: Vigna angularis. In: Edible Medicinal and Non-Medicinal Plants. 2011, S. 937–945.</ref> <ref name="USDA-NAdb">Vorlage:Internetquelle</ref> <ref name="NIASjp">Datenblatt des japanischen National Institute of Agrobiological Sciences = NIAS.</ref> <ref name="Floridata">Datenblatt bei Floridata Plant Encyclopedia.</ref> <ref name="Gupta2011">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Mansfeld’s2001">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Mansfeld’sDB">Datenblatt bei Mansfeld's World Database of Agricultural and Horticultural Crops</ref> <ref name="MMPND">Michel H. Porcher: Datenblatt mit Vigna-Names bei Multilingual Multiscript Plant Name Database = MMPND.</ref> <ref name="Ecocrop">Vorlage:Webarchiv In: ecocrop.fao.org (englisch)</ref> <ref name="Ecoport">Ecoport Datenblatt.</ref> <ref name="Lumpkin1993">T. A. Lumpkin, J. C. Konovsky, K. J. Larson, D. C. McClary: Potential new specialty crops from Asia: Azuki bean, edamame soybean, and astragalus. In: J. Janick, J. E. Simon (Hrsg.): New crops. Wiley, New York 1993, S. 45–51. (online.)</ref> </references>

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Vorlage:Commons

Vorlage:Gesundheitshinweis