Odessa

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Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Ort in der Ukraine

Odessa (Vorlage:UkS-Cyrl, Vorlage:RuS, Vorlage:YiS oder Vorlage:Yi, englisch Odessa oder Odesa) ist eine Millionenstadt am Schwarzen Meer und das administrative Zentrum der Oblast Odessa in der Ukraine. Die Stadt mit knapp über einer Million Einwohnern (Stand 2022) ist die bedeutendste Hafenstadt des Landes. Das historische Zentrum von Odessa wurde 2023 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen (Status: gefährdet).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Datei:Будинок театру опери та балету, Одеса DJI 0023.jpg
Odessa in den Morgenstunden

Geographie

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Odessa liegt im Schwarzmeertiefland in der Südukraine, das sich als Teil der größeren Osteuropäischen Ebene in Richtung Süden immer mehr dem Meer neigt. Die Hafenstadt liegt an der nordwestlichen Küste des Schwarzen Meeres, am südwestlichen Ufer der großen Bucht von Odessa, etwa 40 km nördlich der Dnister-Mündung. Sie liegt 180 km nordwestlich der Halbinsel Krim und ca. 440 km südlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Staatsgrenze zwischen der Ukraine und der Republik Moldau verläuft nur etwa 40 km westlich der Stadt.

Die Stadt liegt auf einer mehrfach von tiefen Wasserrinnen (Balki) durchfurchten Hochfläche, die an der Küste im Bereich der Stadt und südlich von ihr etwa 30 Meter tief steil zum Meer hin abfällt. Von der Stadt aus kann der Hafen über Treppen erreicht werden.

Stadtgliederung

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Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Odessa (Одеська міська громада, Odeska miska hromada)<ref>Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 720-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Одеської області"</ref>, bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Odessa (Одеська міська рада/Odeska miska rada) und war direkt unter Oblastverwaltung gestellt.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Odessa und wurde gleichzeitig dessen Hauptstadt<ref>Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"</ref>.

Administrativ gliedert sich Odessa in folgende vier Stadtteile ("Stadtrajone"): Rajon Kyjiwskyj, Rajon Khadjibeyskyj, Rajon Prymorskyj, Rajon Peresypskyj.<ref>Картка постанови. In: w1.c1.rada.gov.ua. Офіційний портал Верховної Ради України, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref> Jeder Rajon hat seine eigene Verwaltung, die dem Odessaer Stadtrat untersteht. Im Rajon Kyjiwskyj befindet sich der 1805 von deutschen Siedlern gegründete Badeort Ljustdorf (Vorlage:Lang).

Die Bevölkerung verwendet jedoch auch informelle historische Namen, um die Orte in der Stadt zu beschreiben, wie z. B. Arkadia, Moldovanka, Slobidka, Velykyj Fontan, Peresyp usw.

Klima

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In Odessa herrscht ein humides mediterranes Klima (nach Köppen und Geiger Cfa). Die Wassertemperatur liegt im Jahresdurchschnitt zwischen 13 und 14 °C, zwischen Januar und März bei 6 °C und im August bei 24 °C.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:Klimatabelle

Geschichte

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Etymologie

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Der Ursprung des Namens Odessa ist nicht eindeutig geklärt. Eine populäre Legende besagt, er sei von der antiken griechischen Stadt Odessos (heute Warna) abgeleitet – möglicherweise aufgrund einer Verwechslung, da Warna zwar ebenfalls am Schwarzen Meer, allerdings in Bulgarien liegt. Einer anderen Erklärung zufolge stammt der Name von der türkischen Bezeichnung Jedisan für die Region ab, die „sieben Flaggen“ oder „sieben Titel“ bedeutet und auf die Jedisan-Sippe der Nogaier-Horde zurückgeht, die wiederum aus sieben Untergruppen bestand.

Vorgeschichte

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Datei:Greek colonies of the Northern Euxine Sea (Black Sea).svg
Pantikapeon und andere griechischen Kolonien an der Nordküste des Schwarzen Meeres

In der Antike lebten in dem Gebiet verschiedene Steppenvölker wie die Skythen und Sarmaten sowie der thrakische Stamm der Tyrageten. Griechische Siedler gründeten die antike Stadt Borysthenes. Im ersten Jahrhundert vor Christus gelangte es unter dakische Herrschaft. Im Frühmittelalter war das Gebiet von ostslawischen Stämmen (Tiwerzen und Duleben) bewohnt, die mit der Zeit von türkischen Nomadenvölkern wie den Petschenegen und Kumanen verdrängt wurden.

Hacıbey

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Datei:Die Gartenlaube (1854) b 183.jpg
Odessa (1854)

Die durch den Khan der Krim Hacı gegründete Siedlung Hacıbey (Hadschi Bej, Khadzhibei) wurde erstmals 1415 erwähnt, als der Hafen der Siedlung, aus dem Getreide exportiert wurde, bereits relativ groß war. Auf dem Siedlungsgelände lag eine große Burg, deren Überreste bis Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten blieben.<ref>Entstehung und Entwicklung der Stadt Odessa in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen im Jahr 2019 (ukrainisch).</ref> Khan Hacı trat das Gebiet an das Großfürstentum Litauen ab und 1562 ging es an das Osmanische Reich.

Um 1764 wurde nahe Hacıbey die Festung „Yeni Dünya“ („Jeni-Dünja“, zu deutsch „Neue Welt“), errichtet. Am 14. September 1789 wurde diese von russischen Truppen unter dem Befehl des katalanisch-neapolitanischen Generalmajors in kaiserlich russischen Diensten José de Ribas (1749–1800) im Russisch-Türkischen Krieg von 1787 bis 1792 in kurzer Zeit eingenommen.<ref>Vier Legenden zum Namen von Odessa</ref>

Als Teil des Russischen Reiches

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Datei:Odessa Harbour.jpg
Hafen von Odessa um 1850, links Potemkinsche Treppe
Datei:Map of Odessa from German edition of Baedeker's Russland, 1892.jpg
Odessa 1892

1792 ging das Gebiet östlich des Dnister mit dem Frieden von Jassy an das Russische Kaiserreich. Am 7. Juni (27. Mai) 1794 unterzeichnete die russische Kaiserin Katharina II. ein Reskript zur Errichtung eines Militärhafens und einer Handelsanlegestelle in Khadzhibei.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Zweck des neuen Hafens am Schwarzen Meer war der Ausbau der Handelsbeziehungen mit Europa. Das Projekt zur Entwicklung der Stadt wurde dem niederländischen Militäringenieur François de Wollant anvertraut. Der Bau der Hafenanlagen und der Hauptkathedrale begann am 2. September (22. August) 1794 unter der Leitung von José de Ribas. Dieser Tag wird in Odessa noch heute als Tag der Stadt gefeiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der neue Name von Khadzhibei, Odessa, erschien erstmals in einem Dokument vom 21. (10.) Januar 1795. Die neue Stadt wurde ein großer Erfolg. 1803 übernahm Herzog Armand du Plessis die Leitung der Stadt. Ihm verdankt die Stadt viel, die Anlagen und die Infrastruktur, auf ihn gehen die langen unterirdischen Gänge, die Katakomben, zurück.

Auch seinem Nachfolger, Graf Alexandre Andrault de Langeron verdankt Odessa viel, so gründete er 1817 das Lyceum Richelieu (später dann Kaiserliche Neurussland-Universität) und erklärte Odessa zu einem Freihafen.

Zwischen 1803 und 1818 bestand das Fürsorgekontor Neurussland als Kanzlei für die Neurussland-Siedler im Gebiet von Odessa. Sie war 1818 für etwa 15.500 nichtrussische Siedler zuständig. Dazu gehörten die nordwestlich gelegenen Siedlungen der Schwarzmeerdeutschen mit den vier Distrikten: Liebenthal, Beresan, Kutschurgan und Glücksthal und verschiedene einzelne deutsche Dörfer, sowie die bulgarischen und griechischen Distrikte: Ternowka, Bujalik und Parkani. Zusätzlich wurden vier schwedische, neun jüdische und das serbische Dorf Zetin verwaltet. Nach 1818 wurde die Kanzlei zu einer regionalen Niederlassung des Fürsorgekomitees für ausländische Siedler in Cherson. Sie wurde 1833 geschlossen.

Ihren Aufschwung als moderne Hafenstadt nahm Odessa nach 1823 unter dem Generalgouverneur von Neurussland und Bessarabien, Graf Michail Semjonowitsch Woronzow. Er machte die Stadt zu seinem Verwaltungssitz, engagierte westeuropäische Ingenieure und Ärzte und organisierte viele städtebauliche Projekte. Er gründete ein Theater, eine öffentliche Bibliothek, ein Lyzeum, ein Institut für orientalische Sprachen, verschiedene wissenschaftliche Gesellschaften und protegierte englische und französische Lokalzeitungen. Zwischen 1823 und 1849 verdoppelte sich die Bevölkerung Odessas.<ref>Einen zahlenorientierten zeitgenössischen Überblick über die Stadt zu dieser Zeit gibt A. A. Skalkowskji: Odessa im Jahre 1846. In: Archiv für wissenschaftliche Kunde von Russland. 6 (1848), S. 595–612.</ref>
1856 wurde die Stadt Hauptsitz der Russischen Gesellschaft für Dampfschifffahrt und Handel (russisch: Русское Oбщество Пароходства и Торговли), einer börsennotierten Schifffahrtsgesellschaft<ref>Das in der Straße der Revolution 42 belegene Odessaer Gebäude ist auf der Webseite Architekturportal der Krim (russ.) abgebildet.</ref>, deren Aktien an der St. Petersburger Börse gehandelt wurden.

Der russische Dichter Alexander Puschkin lobte in der Erzählung Eugen Onegin die Freiheit und Ungezwungenheit in der Stadt.

Von 1867 bis 1878 war Nikolai Alexandrowitsch Nowosselski Stadthaupt Odessas, der von einer konzessionierten britischen Gesellschaft die Wasserleitung und Kanalisation anlegen ließ. Von 1878 bis 1895 stand Grigori Marasli an der Spitze der Stadt. Er war der Sohn eines in Odessa zu Wohlstand gekommenen griechischen Getreidehändlers und Förderers des in Odessa 1814 gegründeten griechischen Geheimbundes Filiki Eteria. Marasli finanzierte mit Teilen seines ererbten Vermögens eine Vielzahl von öffentlichen Bauten in Odessa. Das Schulwesen wurde durch Maraslis Vertreter und Nachfolger Walerian Nikolajewitsch Ligin wesentlich verbessert.

Russische Revolution 1905

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Auf dem russischen Linienschiff Fürst Potjomkin von Tauris (rus. Knjas Potjomkin Tawritscheski) der Schwarzmeerflotte kam es am 27. Juni 1905 zur Meuterei. Das von den Meuterern übernommene Schiff lief in den Hafen von Odessa ein, aber die Matrosen unterstützten nicht einen zu dieser Zeit stattfindenden Generalstreik in der Stadt, der Teil der Russischen Revolution von 1905 war. Das Ereignis war Grundlage für den Film Panzerkreuzer Potemkin.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Ukrainische Volksrepublik

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Die Ukrainische Volksrepublik wurde im Verlauf des Russischen Bürgerkriegs gegründet. Odessa wurde von Januar bis März 1918 von der sowjetischen Rumtscherod regiert.

Durch den Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom 3. März 1918 wurde die Volksrepublik, einschließlich der Stadt Odessa, offiziell unabhängig. Truppen des Deutschen Kaiserreichs besetzten während der Operation Faustschlag Teile der Ukraine.

Russischer Bürgerkrieg 1918–1919

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Datei:Tyuremnaya square.jpg
Odessa Anfang des 20. Jahrhunderts

Von März bis Dezember 1918 hielten sich Truppen der Mittelmächte in der Ukrainischen Volksrepublik auf. Der südliche Teil des Landes und damit Odessa wurde von den Österreichern bis zum Ende von Österreich-Ungarn kontrolliert. Die Verantwortlichen waren erst Eduard von Böhm-Ermolli und danach Alfred Krauß. Gouverneur von Odessa war Eduard von Böltz.

Nach deren Rückzug (Deutschland hatte am 11. November 1918 einen Waffenstillstand mit Großbritannien und Frankreich geschlossen; Österreich-Ungarn war zerfallen) eroberte die Entente Odessa. Das Ziel war unter anderem die Unterstützung von Anton Iwanowitsch Denikin, General der Weißen Armee. Französische, griechische und einige wenige polnische, rumänische und freiwillige russische Truppen landeten in Odessa an und blieben dort vom 18. Dezember 1918 bis zum 8. April 1919. General Borius war Militärgouverneur von Odessa. Nach einer schweren Niederlage der Alliierten in Cherson zogen sich die Franzosen zurück.<ref>Mark Plant: Vorlage:Webarchiv (PDF; 100 kB; englisch).</ref> Grund war ein drohender Hungeraufstand in der Stadt. Im Frühling 1919 kam es auf den französischen Kriegsschiffen France und Jean Bart im Schwarzen Meer unter der Führung von André Marty zum Aufstand in der französischen Schwarzmeerflotte.

Danach übernahm Denikin die Stadt, und die griechische Bevölkerung Odessas wurde mit Schiffen evakuiert. General Lucjan Żeligowski führte seine polnische Division, die im Gebiet um den Fluss Kuban operierte, ebenfalls aus Russland via Odessa heraus.Vorlage:Absatz

Ukrainische SSR

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Ab 1920 war Odessa Teil der Ukrainischen SSR und ab 1922 der Sowjetunion.

Der Hungersnot von 1932/1934, dem Holodomor, fielen auch in Odessa viele Menschen zum Opfer. So sollen im ersten Halbjahr 1933 in der Oblast Odessa täglich nur 830 kcal<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> pro Person zur Verfügung gestanden haben, was etwa die Hälfte des als notwendig betrachteten Grundumsatzes ist.

Odessa lag 1941 bei Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges im Angriffsbereich der rumänischen 4. Armee, die gegen die verteidigende sowjetische 9. Armee rasch Erfolge erzielte. Als die Rumänen am 5. August 1941 die Stadt erreichten, begann die Schlacht um Odessa. Die sowjetische Führung erklärte Odessa zur Verteidigungszone, in der sich Reste der zurückflutenden Truppen mit den etwa 35.000 Verteidigern (Marine und Freiwillige) einigelten. Die „Unterstadt“ (höhlenartige Steinbrüche) wurde zur Deckung genutzt. Weiter über See verstärkt, konnte die Garnison alle rumänischen Angriffe bis zum Oktober abwehren. Da die Rumänen trotz starker Übermacht kaum vorankamen, wurde der Oberbefehlshaber der rumänischen Belagerer, Korpsgeneral Nicolae Ciupercă, am 9. September 1941 abgelöst und durch den bisherigen Kriegsminister General Iosif Iacobici ersetzt. Die Lage für die Verteidiger wurde wegen des deutschen Vormarschs Richtung Krim schließlich aussichtslos, so dass Odessa ab dem 1. Oktober geräumt wurde. Die sowjetische Schwarzmeerflotte brachte bis zum 16. Oktober 1941 70.000 Soldaten und 15.000 Zivilisten nach Sewastopol.

Daraufhin wurde Odessa von 1941 bis 1944 von rumänischen und deutschen Truppen besetzt. Die Stadt war ab Dezember 1941 Sitz des rumänischen Hauptquartiers von Transnistrien. Während der Besatzungszeit wurden etwa 60.000 Einwohner ermordet oder deportiert, die meisten waren Juden. Besonders das Massaker vom 23. bis zum 25. Oktober 1941 blieb in Erinnerung. Bei einer Explosion im rumänischen Hauptquartier in Odessa starben insgesamt 61 Personen, einschließlich des rumänischen Generals Glogojeanu. Ministerpräsident Ion Antonescu gab daraufhin den Befehl, als Vergeltung für jeden getöteten Offizier 200 und für jeden Soldaten 100 Juden oder Kommunisten zu töten. Daraus entwickelte sich ein Massaker, bei dem etwa 30.000 Juden getötet wurden. Der erste von mehreren Kriegsverbrecherprozessen gegen zunächst 38 Täter begann unmittelbar nach Kriegsende am 14. Mai 1945 in Bukarest, mit Haftstrafen bis zu 25 Jahren.<ref>Die erste Ausgabe der Berliner Zeitung vom 21. Mai 1945 berichtet detailliert über den Ablauf der Pogrome, spricht von „Bestialitäten“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, dass es vor allem Juden waren, die 1941 erschossen, verbrannt, gehenkt und mit Handgranaten getötet wurden.</ref>

Im März 1944 erhielt die 3. Ukrainische Front unter General Malinowski, die bereits am Südlichen Bug hielt, den Auftrag, zum Dnister vorzustoßen und Odessa einzunehmen. Ende März 1944 gingen aus mehreren Brückenköpfen am rechten Bug-Ufer drei sowjetische Armeen gegen die deutsche 6. Armee vor. Diese konnte sich unter General de Angelis nur hinhaltend verteidigen, zumal sie im Rücken von starker Partisanentätigkeit bedroht war. Am 10. April 1944 musste sie Odessa räumen und hinter den Dnister zurückgehen. Mit dem Verlust dieses Hafens zeichnete sich das Ende der deutschen Kriegführung im Schwarzen Meer ab.

Kriegsgefangenenlager 159

Auf Befehl des NKWD vom 3. Juli 1944 Nr. 00756 wurden in Odessa im Verlauf des Sommers und Herbstes 1944 unter der Lagerverwaltung 159 acht Lagerabteilungen für bis zu insgesamt 12.000 Kriegsgefangene eingerichtet. Die Zahl der Lagerabteilungen änderte sich in der Folgezeit nach Möglichkeiten und Bedürfnissen – vor allem denen des Arbeitseinsatzes. Bis Ende des Jahres 1946 waren 14 Lagerabteilungen mit einer Belegung von 10.800 Mann geplant. Tatsächlich befanden sich im Januar 1947 12.102 Kriegsgefangene im Lager 159, auf 16 Abteilungen verteilt und hauptsächlich beim Wiederaufbau des Kriegshafens Odessa, der Werften, des Landmaschinenbaus und anderer Industrien eingesetzt.

Ende 1948 wurde das bis dahin selbständige Kriegsgefangenenlager 126 Nikolajew als Lagerabteilung 7 verwaltungsmäßig dem Lager 159 Odessa angegliedert. Über die Todesrate im Lager liegen nur bruchstückhafte Angaben vor. So sind im Berichtsabschnitt des medizinischen Dienstes für das (vermutlich letzte) Quartal des Jahres 1944 654 Tote verzeichnet, die auf den physischen wie psychischen Erschöpfungszustand, auf ungeheizte Unterkünfte und schlechte Ernährung zurückgeführt wurden. Das ergäbe bei der andernorts erwähnten Belegung mit 11.687 Mann eine Todesrate von 5,6 % bzw. aufs Jahr hochgerechnet 22 %. Für das Jahr 1946 werden 66 Tote – an anderer Stelle 81 Tote – genannt, was 0,08 % der Lagerbelegung entsprechen soll.

Insgesamt durchliefen 68.256 Kriegsgefangene das Lager 159, darunter 26.331 deutsche, 2584 österreichische, 13.496 rumänische und 12.563 ungarische. Diese im Vergleich zum Bestand sehr viel höhere Zahl ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass in Odessa die Repatriierung konzentriert war.<ref>Abschlussbericht Odessa 31. Januar 1951 an das Ministerium für Innere Angelegenheiten der UdSSR – Hauptverwaltung für Angelegenheiten der Kriegsgefangenen und Internierten Lager 159, unterzeichnet von Oberst Jakowenko (Leiter MWV SSSR Oblast Odessa) und Oberst Kokschajew (Leiter MWD SSSR Lager 159).</ref>

Die Stadt als Teil der unabhängigen Ukraine

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Am 1. Dezember 1991 fand ein gesamtukrainisches Referendum über die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine statt. Nach den Ergebnissen des Referendums in der gesamten Region Odessa stimmten 1.205.755 (85,38 % von 1.412.228 Befragten) für die Unabhängigkeitserklärung, 163.831 (11,6 %) dagegen und 42.642 Stimmzettel wurden für ungültig erklärt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Seit ihrer Unabhängigkeitserklärung im Dezember 1991 gehört Odessa zur unabhängigen Ukraine.

Odessa ist eine der Städte, in die die OSZE am 21. März 2014 Beobachter entsandte.<ref>Krim-Krise: OSZE schickt 100 Beobachter in die Ukraine. In: Spiegel Online. 22. März 2014.</ref> In den Tagen und Wochen davor war es in Odessa zu prorussischen Protesten gekommen, bei denen Demonstranten ein Referendum nach dem Vorbild der Krim gefordert hatten.<ref>Krim stimmt für Russland-Beitritt. In: Stern. 16. März 2014, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref> Am 2. Mai 2014 kam es in der Stadt zu schweren Ausschreitungen mit 48 Todesopfern, davon mindestens 42 prorussische Aktivisten, und über 200 Verletzten. Vorlage:Hauptartikel Seit der Annexion der Krim und damit der Stadt Sewastopol durch Russland ist Odessa das Hauptquartier der Ukrainischen Seestreitkräfte.

Nach der Invasion der russischen Streitkräfte in der Ukraine 2022 blieb Odessa in den ersten Kriegswochen weitgehend verschont.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref> Die Stadt gilt als militärisch wichtig, da sie mit ihrem Seehafen einen wichtigen Brückenkopf bildet und etliche Bahnlinien in die ganze Ukraine dort zusammenlaufen.

Die russische Offensive kam vor Mykolajiw für lange Zeit zum Stehen. Dem größten Freiluftmarkt Europas, dem „7. Kilometer“ („Promrynke 7 km“), ging nach Monaten, in welchen kein Handelsschiff im Hafen anlegte, mehr und mehr die Ware aus.<ref>Im Krieg ist Europas größter Freiluftmarkt nur noch ein Schatten seiner selbst. NZZ, 28. Mai 2022.</ref> Bis Anfang August 2022 blieb Odessa zwar nicht ganz von russischen Raketenangriffen verschont, aber die Schäden waren niemals vergleichbar mit anderen Städten; der bis zu diesem Zeitpunkt blutigste Angriff kostete Anfang Juli 2022 20 Menschen das Leben.<ref>«Ich glaube nicht, dass sie Odessa zerstören werden. Aber nicht aus Skrupel, sondern weil hier viel russisches Geld steckt – immer noch»: Odessa ist mehr als nur eine Hafenstadt. NZZ, 5. August 2022.</ref> Erstmals nach Kriegsbeginn im Februar fuhr Anfang August 2022 ein Getreidefrachter aus dem Hafen von Odessa. Aufgrund der getroffenen Vereinbarung hoffte man zum Beginn drei Schiffe pro Tag beladen zu können.<ref>Drei weitere Schiffe unterwegs. Tagesschau.de, 5. August 2022.</ref>

Im Zusammenhang mit der Aufkündigung des Getreideabkommens durch Russland wurde insbesondere der Hafen von Odessa ab Mitte Juli 2023 häufiges Ziel von Luftangriffen. Beim bisher schwersten Angriff seit Kriegsbeginn wurden in der Nacht zum 23. Juli 2023 zahlreiche Gebäude in der historischen Innenstadt, darunter die orthodoxe Verklärungskathedrale, schwer beschädigt.<ref>Russische Rakete zerstört größte Kirche Odessas. T-online, 23. Juli 2023.</ref> Vorlage:Hauptartikel

Demographie

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Überblick

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Die Geschichte der Stadt ist traditionell von vielen Völkern und Konfessionen geprägt. Historisch gesehen bildeten Russen und Juden lange Zeit die größten Bevölkerungsgruppen in der Stadt. Im Jahr 1900 hatte Odessa 449.673 Einwohner, darunter ca. 133.000 Juden (29 %) und 7000 Deutsche; zahlreich vertreten waren auch Franzosen, Italiener, Griechen, Südslaven und Armenier.<ref name ="Meyers" /> Seit Mitte des 20. Jahrhunderts stellen die Ukrainer jedoch die größte Gruppe in Odessa dar.

Die Ukrainer stellten im Jahr 2001 mit 61,6 % die Mehrheit der Einwohner.<ref>Datenbank des staatlichen Statistikamts der Ukraine</ref> Zweitgrößte Bevölkerungsgruppe waren mit 29 % die Russen. Es gibt signifikante Minderheiten von Bulgaren (1,3 %), Juden (1,2 %), Rumänen (Moldauer) (0,7 %) und Belarussen (0,6 %). Daneben leben in der Stadt noch zahlreiche Griechen, Albaner, Deutsche, Armenier, Georgier, Tataren, Gagausen, Araber und Türken. Insgesamt sollen es mehr als 130 Nationalitäten sein.<ref>Berichte bei Stadtführungen, August 2010.</ref>

Jüdische Bevölkerung

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Datei:Odessa Jewish Massacre 1905 - New York Times Headline.jpg
„Jüdische Frauen und Kinder in Stücke gehackt“. Schlagzeile der New York Times vom 3. November 1905

Viele Juden verließen Polen nach den Teilungen von 1793 und 1795 in Richtung Odessa, so dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung zu etwa 30 % aus Juden bestand. 1821 kam es in Odessa bei der Beerdigung des Patriarchen von Konstantinopel Gregor V. zum ersten Judenpogrom, bei dem 14 Juden getötet wurden. Dem folgten weitere Pogrome 1859, 1871, 1881 und 1905.<ref>Vorlage:Webarchiv. In: bh.org.il, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref>

Berühmt war Anfang des 20. Jahrhunderts das Stadtviertel Moldawanka, damals ein Zentrum jüdischen Lebens, aber auch berüchtigt für seine Kriminalität. Ein literarisches Denkmal setzte Isaak Babel dem dortigen Leben mit seinen Geschichten aus Odessa.

Odessa war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ein Zentrum des jüdischen intellektuellen Lebens. Der jüdische Dichter Chaim Bialik, der Maler Yitzhak Frenkel, der erste Bürgermeister von Tel Aviv Meir Dizengoff und andere lebten oder arbeiteten in der Stadt.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:Hauptartikel

Sprache

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In Odessa wird Ukrainisch und Russisch gesprochen. Russisch war aufgrund der kulturellen und historischen Siedlungsgeschichte der Region bis zum russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 die weitestverbreitete Sprache der Stadt. Im offiziellen Zensus aus dem Jahr 2001 gaben 65 % der Einwohner Russisch als Muttersprache an.<ref>Vorlage:Webarchiv In: database.ukrcensus.gov.ua. База даних у вигляді списку, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref> Eine 2015 veröffentlichte Befragung des International Republican Institute ergab, dass in Odessa 93 % der Einwohner zuhause Russisch sprechen.<ref>Ukrainian Municipal Survey. March 2–20, 2015 (iri.org [PDF; 5,5 MB; abgerufen am 24. Oktober 2018]).</ref>

Russisch war infolge der im Russischen Kaiserreich und in der Sowjetunion betriebenen Russifizierung der Ukraine bis 1991 Amtssprache des gesamten Landes, verlor nach der Unabhängigkeit jedoch diese Stellung zu Gunsten des Ukrainischen. 2012 wurde Russisch in der Oblast Odessa (als erste von insgesamt neun Regionen des Landes mit einem Anteil von mindestens 10 Prozent russischer Muttersprachler) im Rahmen des Neuen Sprachgesetzes und zur Anpassung der ukrainischen Gesetzgebung an europäische Standards als regionale Amtssprache wieder eingeführt.<ref>RIA Novosti: Ukrainian regions move to officially recognize Russian. In: Kyiv Post. 16. August 2012, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Aufgrund des russischen Angriffs und der hierdurch ausgelösten Stärkung des ukrainischen Patriotismus auch unter russischstämmigen Odessiten hat das Russische seit Kriegsbeginn viel seiner bisherigen Popularität verloren, gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Ukrainisch-Sprachkursen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Das Jiddische spielte in der jüngeren Geschichte der Stadt eine große Rolle. Es wurde bis zum Holocaust von mehr als einem Drittel der Odessiten gesprochen<ref>Всесоюзная перепись населения 1926 года. Национальный состав населения по регионам республик СССР. In: demoscope.ru. Демоскоп Weekly – Приложение. Справочник статистических показателей, abgerufen am 24. Oktober 2018.</ref> und war damit in Odessa zeitweise weiter verbreitet als das Ukrainische. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb in der Stadt noch eine bedeutende jüdische Minderheit, die die Sprache am Leben erhielt. Durch Emigration nach 1991 ist das Jiddische in Odessa aber endgültig weitgehend verschwunden.

Das in Odessa gesprochene Russisch zeichnet sich durch einige spezifische Besonderheiten aus, unter anderem durch etliche Ukrainismen und speziell durch viele Lehnwörter aus dem Jiddischen. Das spezifische odessitische Russisch spielt eine wichtige Rolle in der Identität der Stadt. Es wurde besonders durch Isaak Babels Geschichten aus Odessa einem breiteren Publikum bekannt gemacht und fand seitdem Erwähnung in zahlreichen Filmen und Büchern. Die Verbreitung dieses Regiolekts ist, bedingt durch Emigration größerer Teile der historischen Stadtbevölkerung, inzwischen aber rückläufig.

Bevölkerungsentwicklung bis 1919
Jahr Einwohner Anmerkungen
1750 Vorlage:02.000
1799 Vorlage:04.147 in 506 steinernen Häusern und 233 Hütten (Zemljanki), sechs Jahre nach Stadtgründung<ref name="Hellwald">Ferdinand von Hellwald: Odessa. In: Slavische Blätter. Erster Jahrgang. Zweites Heft (Februar), Wien 1865, S. 140–143 (Google Books).</ref>
1800 Vorlage:06.000
1803 Vorlage:08.000 <ref name="Hellwald" />
1808 Vorlage:010.000 <ref name="Hellwald" />
1812 Vorlage:025.000 <ref name="Hellwald" />
1829 Vorlage:039.379 ein Neuntel Ausländer<ref name="Hellwald" />
1833 Vorlage:050.312 in 6494 Wohngebäuden verschiedener Größe<ref name="Hellwald" />
1849 Vorlage:086.729
1856 101.320 ein Achtel Ausländer<ref name="Hellwald" />
1860 nur 80.359 Einheimische<ref name="Hellwald" />
1865 130.000 3532 Privathäuser<ref name="Hellwald" />
1897 403.815 <ref name="mashke" />
1900 449.673 meist Russen; ca. 133.000 Juden (29 %); 7.000 Deutsche, außerdem zahlreiche Franzosen, Italiener, Griechen, Südslaven und Armenier<ref name ="Meyers" >Odessa, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 902–904 (Zeno.org).</ref>
1910 506.600
1912 500.000
Bevölkerungsentwicklung seit 1920<ref name="mashke" />
Jahr 1923 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2010 2019 2022
Einwohner 314.840 411.416 601.651 667.182 891.546 1.046.133 1.115.371 1.029.049 1.009.204 1.013.159 1.010.537

Gesundheit

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Odessa hatte 2007<ref>Andrea Diefenbach, Boris Mikhailov: Aids in Odessa. Hatje-Cantz-Verlag, 2008.</ref> und 2011<ref>Ann-Dorit Boy: Odessa gilt als Aids-Hauptstadt Europas, 15. September 2011.</ref> eine der höchsten HIV-Infektionsraten in Europa.

Die COVID-19-Pandemie in der Ukraine begann Anfang 2020. Stand 29. Mai 2022 wurden 112.459 COVID-Tote in der Ukraine registriert.

Religion

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Die Mehrheit der Bevölkerung ist christlich-orthodox. Odessa ist Bischofssitz der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine und seit 2002 Sitz eines römisch-katholischen Bischofs (Bistum Odessa-Simferopol). Daneben gibt es eine signifikante jüdische Gemeinde.

Wirtschaft, Messen, Bildung

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Überblick

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Über die Häfen in Odessa werden fast die Hälfte der Ex- und Importe der Ukraine abgewickelt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Schiffbau, Ölraffinerien, Chemie, Metallverarbeitende Betriebe, Nahrungsgüterproduktion, Fischfang und Tourismus sind die Grundlagen der Odessaer Wirtschaft.

Bekannt ist der Markt „Promrynke 7 km“, häufig nur als „7. km“ bezeichnet. Er wird auf derzeit 70 ha Fläche vor allem aus zahlreichen aneinander gereihten Containern gebildet und beherbergt so mehr als 15.000 Händler und Geschäfte. Seinen Namen hat er daher, dass er sich bei Straßenkilometer 7 an der Straße Odessa–Owidiopol befindet.<ref>Vorlage:Webarchiv. In: 7bazar.com.ua, abgerufen am 25. September 2011.</ref>

Verkehr

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Datei:Будівля залізничного вокзалу 01.jpg
Bahnhof Odessa-Holowna
Datei:Новый терминал аэропорта Одесса.jpg
Flughafen

Der Hafen Odessa ist, neben dem nahegelegenen Tschornomorsk sowie Mykolajiw, Cherson und Sewastopol, einer der wichtigsten Häfen der Ukraine. Im Containerterminal Odessa wurden 2012 mehr als 329.000 TEU ISO-Container umgeschlagen.<ref>Eckhard-Herbert Arndt: Ukraine: Häfen arbeiten normal. In: Täglicher Hafenbericht. 6. März 2014, Vorlage:ISSN, S. 3.</ref>

Von Odessa aus bestehen Straßen- und Eisenbahnverbindungen ins Hinterland, vor allem nach Galizien, Podolien und die Republik Moldau, sowie in die Hauptstadt Kiew.

Die wichtigsten internationalen Fernstraßen sind:

Die Geschichte der Odessaer Eisenbahnen ist mit Sergei Juljewitsch Witte verbunden, bereits 1865 wurde die erste Strecke der Odessaer Eisenbahn eröffnet, zentraler Ausgangspunkt war und ist der Hauptbahnhof Odessa (Odessa-Holowna). Folgende Eisenbahnstrecken existieren derzeit:

Der Flughafen der Stadt liegt im Südwesten und verfügt über nationale und internationale Flugverbindungen.

Der öffentliche Nahverkehr begann 1880 mit der als Pferdebahn eröffneten Straßenbahn Odessa. Der gesamte öffentliche Verkehr wird mittels Trolleybussen, Autobussen, Trams und Marschroutki-Taxi abgewickelt. Die Errichtung einer U-Bahn-Strecke ist wegen der Katakomben unterhalb weiter Teile des Stadtgebietes nicht möglich.

Erwähnenswert ist darüber hinaus eine Standseilbahn, die den Höhenunterschied zwischen dem Hafen und dem Stadtzentrum neben der Potemkinschen Treppe überwindet. Alle genannten Verkehrsmittel gehören zur Odesgorelektrotrans, dem städtischen Verkehrsunternehmen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Hochschulen und weitere Bildungseinrichtungen

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Datei:51-101-0551 Odesa Lanzheronivska DSC 0287.jpg
Archäologisches Museum Odessa

Die Kaiserliche Neurussland-Universität wurde am 13. Mai 1865 eröffnet, 1945 wurde sie nach dem russisch-ukrainischen Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin Ilja Metschnikow in Staatliche I.I. Metschnikow Universität Odessa umbenannt. Heute heißt sie Nationale Ilja-Iljitsch-Metschnikow-Universität Odessa. Unter anderem betreibt sie das Astronomische Observatorium Odessa.

Weitere Universitäten in Odessa sind die am 18. September 1918 gegründete Staatliche Polytechnische Universität Odessa, die Staatliche Marineuniversität Odessa, die um 1900 gegründete Nationale Medizinische Universität Odessa, die Südukrainische Staatliche Pädagogische K.-D.-Uschinski-Universität Odessa (nach dem russischen Pädagogen Konstantin Dmitrijewitsch Uschinski (1824–1871)) und die Nationale Wirtschaftsuniversität Odessa. Darüber hinaus gibt es das Konservatorium Odessa sowie einige weitere Akademien in Odessa wie beispielsweise die Militärakademie Odessa.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Ausstellungen, Festivals, Messen (Auswahl)

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Politik

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Allgemeines

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Im Juli 1994 wurde Eduard Hurwiz zum Bürgermeister gewählt. Im März 1998 erfolgte seine Wiederwahl, doch wurde stattdessen sein Konkurrent Rouslan Bodelan mit Hilfe der Justiz Bürgermeister und Hurwiz floh nach Israel. Bei der Wahl 2002 traten wieder beide an, und Bodelan gewann. 2005 erklärte ein Gericht die Wahl für ungültig und ernannte stattdessen Hurwiz zum Bürgermeister. Bodelan ging nach Russland. Bei der folgenden Wahl 2006 wurde Hurwiz zum Bürgermeister gewählt. Bei den Bürgermeisterwahlen 2010 trat Hurwiz für die „Front Smin“ von Arsenij Jazenjuk an, doch verlor er gegen den Kandidaten der Partei der Regionen, Oleksij Kostussew, der bis dato dem Antimonopolkomitee vorstand. Dieser trat von seinem Amt jedoch nach nur einer Legislaturperiode wieder ab. Amtierender Bürgermeister der Stadt ist seit dem 25. Mai 2014 Hennadij Truchanow, der wie sein Vorgänger für die Partei der Regionen zur Wahl stand.

Städtepartnerschaften

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Datei:Odessa.Städtepartnerschaften.wmt.jpg
Wegweiser zu den Bruder- oder Partnerstädten (am Rathaus)

Odessa unterhält mit rund 40 Städten aus zahlreichen Ländern Beziehungen, die nach eigener Darstellung in Bruderstädte<ref name="Sisters">Vorlage:Internetquelle</ref> und Partnerstädte<ref name="Twins">Vorlage:Internetquelle</ref> unterschieden werden.

Die Schilder mit den Städten der Russischen Föderation auf dem Denkmal Wegweiser zu den Bruder- oder Partnerstädten wurden 2022 auf Beschluss des Exekutivkomitees von Odessa wegen der Invasion Russlands in die Ukraine entfernt<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Aktuelle Liste 2023:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Herzförmiger Anker vor dem Rathaus von Marseille, Frankreich (Bruderschaft mit Odessa)
Herzförmiger Anker vor dem Rathaus von Marseille, Frankreich (Bruderschaft mit Odessa)
Stadt Land seit Typ
Alexandria Datei:Coat of Arms - Alexandria, Egypt.svg Vorlage:EGY 1968 Bruderstadt
Baltimore Datei:Seal of Baltimore, Maryland.svg Vorlage:USA 1975 Bruderstadt
Bremen Datei:Bremen Wappen(Mittel).svg Vorlage:DEU 2023<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Bruderstadt
Brest Datei:Coat of Arms of Brest, Belarus.svg Vorlage:BLR 2004 Partnerstadt
Chișinău Datei:Coat of arms of Chișinău 1991.svg Vorlage:MDA 1994 Bruderstadt
Constanța Datei:ROU CT Constanta CoA.gif Vorlage:ROU 1991 Bruderstadt
Danzig Datei:POL Gdańsk COA (grand).svg Vorlage:POL 1996 Partnerstadt
Genua Datei:Provincia di Genova-Stemma.svg Vorlage:ITA 1972 Bruderstadt
Haifa Datei:Coat of arms of Haifa.svg Vorlage:ISR 1992 Bruderstadt
Istanbul Datei:Ibb emblem.svg Vorlage:TUR 1997 Bruderstadt
Jerewan Datei:Erevan-logo.svg Vorlage:ARM 1995 Bruderstadt
Kalkutta Vorlage:IND 1986 Bruderstadt
Klaipėda Datei:Klaipeda City Arms.svg Vorlage:LTU 2004 Partnerstadt
Larnaka Vorlage:CYP 2004 Partnerstadt
Liverpool Datei:Coat of arms of Liverpool City Council.svg Vorlage:GBR 1957 Bruderstadt
Łódź Datei:POL Łódź COA.svg Vorlage:POL 1993 Bruderstadt
Marseille Datei:Blason Marseille.svg Vorlage:FRA 1973 Bruderstadt
Marrakesch Datei:Blason de la préfecture de Marrakech.svg Vorlage:MAR 2019 Partnerstadt
Miami Beach Vorlage:USA 2022 Partnerstadt
Minsk Datei:Coat of arms of Minsk.svg Vorlage:BLR 1996 Partnerstadt
Mombasa Vorlage:Kenia 2021 Partnerstadt
Nikosia Datei:Coat of arms of Nicosia.svg Vorlage:CYP 1996 Bruderstadt
Ningbo Vorlage:CHN 2008 Partnerstadt
Oulu Datei:Oulu.vaakuna.svg Vorlage:FIN 1957 Bruderstadt
Piräus Vorlage:GRC 1993 Bruderstadt
Qingdao Vorlage:CHN 1993 Bruderstadt
Regensburg Datei:Wappen Regensburg.svg Vorlage:DEU 1990 Bruderstadt
Split Datei:Coat of arms of Split.svg Vorlage:HRV 1964 Bruderstadt
Szeged Datei:HUN Szeged Címer.svg Vorlage:HUN 1961 Bruderstadt
Tallinn Datei:Tallinn wapen.svg Vorlage:EST 1997 Partnerstadt
Tiflis Datei:Seal of Tbilisi, Georgia.svg Vorlage:GEO 1996 Partnerstadt
Valparaíso Datei:Escudo de Valparaíso (Chile).svg Vorlage:CHL 2004 Partnerstadt
Vancouver Datei:Coa Vancouver.svg Vorlage:CAN 1944 Bruderstadt
Vorlage:IT-34-697 Vorlage:ITA 2022 Partnerstadt
Warna Datei:Герб на Варна, България.svg Vorlage:BGR 1992 Bruderstadt
Warschau Datei:POL Warszawa COA.svg Vorlage:POL 2010 Partnerstadt
Wien Datei:Wien 3 Wappen.svg Vorlage:AUT 2006 Partnerstadt
Yokohama Datei:Flag of Yokohama, Kanagawa.svg Vorlage:JPN 1965 Bruderstadt
Mainz Datei:Coat of arms of Mainz-2008 new.svg Vorlage:DEU 2024 Partnerstadt

Bauwerke, Parks und weiteres

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Datei:Odessa 1.jpg
Typischer Straßenzug
Datei:Odessa Treppe.JPG
Potemkinsche Treppe
Datei:Одеса, Преображенська вул. 34, Пасаж та готель «Пасаж».jpg
Passage
Datei:Будівля Пантелеймонівського подвір’яАфонського монастиря в Одесі.jpg
Panteleimon-Kloster

Gebäude

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Die historische Altstadt wurde am 25. Januar 2023 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.<ref>Andrea Zambelli: UCRAINA: Odessa nella lista Unesco dei patrimoni dell’umanità in pericolo, 2. März 2023, dortige Quelle: https://news.un.org/en/story/2023/01/1132807 (25. Januar 2023)</ref>

Datei:Operniy-5.jpg
Opernhaus
Datei:Arabskiy-kulturny-tzentr.jpg
Arabisches Kulturzentrum und Moschee

Denkmäler (Auswahl)

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Datei:Duque de Richelieu Odessa.jpg
Herzog von Richelieu

Kirchen und Klöster

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  • Verklärungskathedrale auf dem Kathedralen-Platz (Soborka)
  • Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche St. Paul
  • Uspenski-Kathedrale
  • Armenische Kirche auf dem Gagarinplateau
  • Griechisch-Orthodoxe Kirche
  • Kirche des heiligen Elias
  • Kirche des heiligen Panthelemon
  • Kirche der heiligen Muttergottes
  • Polnische Kirche / Kirche des heiligen Petrus
  • Frauenkloster Erzengel Michael
  • Uspenski-Mönchskloster
  • mehrere Synagogen

Museen und Kunstgalerien

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Parks, Plätze und Gärten

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Prospekte und Katakomben

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  • Die Flaniermeile Derybasiwska ist benannt nach dem Gründer der Stadt, Admiral José de Ribas.
  • Die Katakomben von Odessa bestehen aus einem Netz unterirdischer Gänge und Labyrinthe und sind für Besucher geöffnet. Hier versteckten sich Partisanen während des Zweiten Weltkriegs.<ref>Odessa Travel Guide: Sightseeings (englisch).</ref>

Sport (Auswahl)

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Außer einer Vielzahl von Sportvereinen sind insbesondere folgende zu nennen:

Persönlichkeiten

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Vorlage:Hauptartikel

Literatur

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  • Joachim Baumann, Uwe Moosburger: Odessa, Facetten einer Stadt im Wandel. Pustet, Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1848-7.
  • Anatole Bond: Deutsche Siedlung am Schwarzen Meer, Lustdorf bei Odessa (= Deutsche Dialektographie. Band 104). Elwert, Marburg/L. 1978, ISBN 3-7708-0576-3 (geschichtliche und sprachliche Studien).
  • Brigitte Schulze: Odessa – Aufstrebende Metropole am Schwarzen Meer. Verlag UKIN, Weilheim 2008, ISBN 978-3-9810467-2-4.
  • Walentin Petrowitsch Katajew: In den Katakomben von Odessa. Kultur und Fortschritt, Berlin 1955.
  • Petra Reski: Odessa – eine Stadt erwacht zu neuem Leben. In: Geo Saison. Heft 2, 2006, Vorlage:ISSN (geo.de).
  • Nadja Helling: Odessa. Ein Stadtführer. Kiew 2009, ISBN 966-8169-10-7.
  • Vorlage:Literatur
  • Steven Zipperstein: The Jews of Odessa: A Cultural History, 1794–1881. Stanford University Press, Stanford, Calif. 1985.
Digitalisierte ältere Publikationen
  • Odessa, Lexikoneintrag in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig/Wien 1908, S. 902–904 (Zeno.org).
  • Friedrich Bienemann: Geschichte der evangelisch-lutherischen Gemeinde zu Odessa. Druck von A. Schultze, Odessa 1890 (Google Books).
  • L. Pinsker: Die See- und Limanbäder von Odessa. Braumüller, Wien 1881 (Google Books).
  • Karl Koch: Die Krim und Odessa. Reiseerinnerungen. Neue Ausgabe, Leipzig 1867 (Google Books).
  • Ferdinand von Hellwald: Odessa. In: Slavische Blätter. Erster Jahrgang. Zweites Heft (Februar), Wien 1865, S. 140–143 (Google Books).
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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikisource Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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<references responsive> <ref name="mashke"> Vorlage:Internetquelle </ref> </references>

Vorlage:Navigationsleiste Orte in der Oblast Odessa

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