Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

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Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE; Vorlage:EnS, OSCE) ist eine verstetigte Staatenkonferenz zur Friedenssicherung. Am 1. Januar 1995 ging sie aus der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) hervor, welche am 1. August 1975 mit der Schlussakte von Helsinki gegründet worden war. Die OSZE besteht aus folgenden 57 Teilnehmerstaaten:<ref name="states">Vorlage:Internetquelle</ref>

Die OSZE funktioniert nach einem Konsensprinzip, grundlegende Entscheidungen müssen von allen Teilnehmerstaaten gemeinsam herbeigeführt werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Der Sitz des Generalsekretariats und der wichtigsten Gremien ist Wien mit der Hofburg sowie seit 2007 auch dem Palais Pálffy an der Wallnerstraße (Hauptsitz).

Ziele

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Die Ziele der OSZE sind die Sicherung des Friedens und der Wiederaufbau nach Konflikten. Sie sieht sich selbst als stabilisierenden Faktor in Europa. Als regionale Abmachung nach Kapitel VIII der Charta der Vereinten Nationen soll die OSZE nach dem Subsidiaritätsprinzip als erster internationaler Ansprechpartner bei Konflikten innerhalb ihres Wirkungsbereiches dienen. Sie wird als System kollektiver Sicherheit angesehen und steht damit durchaus in Konkurrenz zur NATO, die allerdings deutlich militärischer ausgerichtet ist. Nach dem Prinzip „OSZE zuerst“ arbeitet sie auch mit Internationalen Organisationen zusammen. Bedingt durch das ergebnislose Gipfeltreffen 2010 blieb die Frage einer künftigen Zielsetzung der OSZE offen.

Die Aktivitäten der OSZE gliedern sich in drei Themenbereiche („Dimensionen“), die auf die drei Körbe der Schlussakte von Helsinki zurückgehen. Diese sind (a) die Politisch-Militärische Dimension, (b) die Wirtschafts- und Umweltdimension und (c) die Humanitäre (Menschenrechts-)Dimension.

Gremien und Organe

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Datei:OSCE-Permanent Council.JPG
Tagung des ständigen Rates 2005 in Wien
Datei:Greek Army - IFOR - Bosnian elections.JPEG
Die OSZE unterstützte den IFOR-Einsatz in Bosnien und Herzegowina, z. B. durch Stützpunkte, wie in diesem Bild gezeigt
  • Amtierender Vorsitz (bildet gemeinsam mit vorherigem und folgendem Vorsitz die Troika), unterstützt durch den Generalsekretär
  • Gipfel der Staats- und Regierungschefs (beschlussfassend; Treffen unregelmäßig, zuletzt 2010)
  • Ministerrat (jährliches Treffen)
  • Ständiger Rat (Wien, mindestens eine wöchentliche Tagung) und Komitees der drei Dimensionen.
  • Parlamentarische Versammlung
  • Forum für Sicherheitskooperation (kann Beschlüsse im militärisch-politischen Bereich fassen, Treffen wöchentlich)
  • OSZE-Missionen und „Field Operations“
  • Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR, Office on Democratic Institutions and Human Rights)
  • Hoher Kommissar für nationale Minderheiten
  • Beauftragter für die Freiheit der Medien (RFOM, Representative on Freedom of the Media)

Generalsekretäre

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Die Generalsekretäre der OSZE:<ref>Eintrag zur OSCE. In: rulers.org. Abgerufen am 4. August 2016 (englisch).</ref>

Amtszeit Name Staat
1993–1996 Wilhelm Höynck Vorlage:Deutschland
1996–1999 Giancarlo Aragona Vorlage:Italien
1999–2005 Ján Kubiš Vorlage:Slowakei
2005–2011 Marc Perrin de Brichambaut Vorlage:Frankreich
2011–2017 Lamberto Zannier Vorlage:Italien
2017–2020 Thomas Greminger Vorlage:Schweiz
2021–2024 Helga Schmid Vorlage:Deutschland
2024– Feridun H. Sinirlioğlu Vorlage:Türkei

Der Generalsekretär der OSZE hat die folgenden Aufgaben:<ref name="osze">Thomas Grüninger. In: Website der OSZE (englisch).</ref>

Politisch
  • Handelt als Stellvertreter des Vorsitzenden und unterstützt ihn bei allen Aktivitäten, mit denen die Ziele der OSZE erreicht werden sollen
  • Nimmt an den Besprechungen der OSZE-Troika (vorheriger, aktueller und folgender Vorsitzender) teil
  • Unterstützt den Prozess des politischen Dialogs und der Verhandlungen zwischen den Teilnehmerstaaten
  • Unterhält enge Kontakte mit allen OSZE-Delegationen
  • Bildet, in Absprache mit dem Vorsitzenden, ein Frühwarnsystem für den Ständigen Rat im Falle von heraufziehenden Spannungen oder Konflikten im Bereich der OSZE und schlägt, nach Rücksprache mit den betroffenen Mitgliedstaaten, zeitgerechte und wirksame Maßnahmen zu deren Behebung vor
  • Kann den Entscheidgremien, in Absprache mit dem Vorsitzenden, jedes mit seinem Mandat zusammenhängende Thema vorlegen
  • Nimmt aktiv an den Debatten des Ständigen Rates und des Forums für Sicherheitskooperation teil
Administrativ
  • Ist der administrative Geschäftsführer der OSZE und Leiter des OSZE-Sekretariats
  • Sorgt für die Durchführung der Entscheide der OSZE
  • Legt dem Ständigen Rat das Tätigkeitsprogramm und das Gesamtbudget vor
  • Beaufsichtigt die Tätigkeiten der OSZE im Felde und koordiniert deren operationelle Arbeit
  • Gewährleistet die programmliche Koordination zwischen dem Sekretariat, den Institutionen und den Tätigkeiten im Felde als auch innerhalb dieser Tätigkeiten
  • Bildet die Schaltstelle für die Koordination und Beratung zwischen den OSZE-Institutionen und führt regelmäßig Koordinationsbesprechungen mit deren Leitern durch, um Synergien zu erreichen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden

Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte

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Das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR, mit der englischen Abkürzung ODIHR bezeichnet) in Warschau ist die „Hauptinstitution der Menschlichen Dimension“ (Korb III) der OSZE. Ursprünglich war das Büro für Freie Wahlen (eine Institution für internationale Wahlbeobachtung) die Komponente der Menschlichen Dimension im Institutionenpaket, über das auf dem Pariser Gipfel der KSZE 1990 verhandelt werden sollte.

Datei:Warszawa, Pałac Młodziejowskiego - fotopolska.eu (340481).jpg
Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte in Warschau

Seine erste Aufgabe bestand darin, die Wahlen in den ehemaligen Ostblock-Staaten Mittel- und Osteuropas sowie in den zentralasiatischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion zu beobachten. Mit dem Helsinki-Dokument von 1992 wird das ODIHR weiter gestärkt, Norwegen ließ den Begriff der Demokratisierung und Menschenrechte in den Institutionentitel aufnehmen.

In der Folge organisiert das ODIHR alle zwei Jahre ein Implementierungstreffen in Warschau, das die Einhaltung der OSZE-Verpflichtungen aus Korb III überwacht und an dem neben den OSZE-Teilnehmerstaaten auch andere zwischenstaatliche Organisationen und Nichtregierungsorganisationen teilnehmen. Darüber hinaus organisiert es Seminare, unterstützt die Missionen der OSZE und den Aufbau demokratischer Strukturen durch vielfältige andere Maßnahmen, sammelt Informationen und stellt sie zur Verfügung und publiziert Anleitungen. Weiterhin macht die Wahlbeobachtung einen großen Teil der Aktivitäten aus.<ref>Hans-Jörg Schmedes: Wählen im Blick Europas. Die Beobachtung der Bundestagswahlen 2009 durch die OSZE. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 1/2010, S. 77–91.</ref>

Direktoren
Amtszeit Name Staat
1991–1994 Luchino Cortese Vorlage:Italien
1994–1997 Audrey Glover Vorlage:Vereinigtes Königreich
1997–2002 Gerard Stoudmann Vorlage:Schweiz
2003–2008 Christian Strohal Vorlage:Österreich
2008–2014 Janez Lenarčič Vorlage:Slowenien
2014–2017 Michael Georg Link Vorlage:Deutschland
2017–2020 Ingibjörg Sólrún Gísladóttir Vorlage:Island
2021–2024 Matteo Mecacci Vorlage:Italien
2024– Maria Telalian Vorlage:Griechenland

Wirtschafts- und Umweltdimension

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Die Wirtschafts- und Umweltdimension geht auf den „zweiten Korb“ von Helsinki (Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Wissenschaft, Wirtschaft und Umwelt) zurück. In der Wirtschafts- und Umweltdimension kümmert sich die Organisation unter anderem um die Bekämpfung von Korruption, Geldwäsche, Finanzierung des Terrorismus, organisierter Kriminalität, sowie Internetkriminalität. Außerdem fördert die OSZE Zusammenarbeit im Umweltbereich, der Wasserverwaltung, Migrationsfragen und Energie.

Hoher Kommissar für nationale Minderheiten

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Der Posten des Hohen Kommissars für nationale Minderheiten (HKNM) wurde auf dem Gipfel 1992 in Helsinki geschaffen. Das Büro des HKNM befindet sich in Den Haag und beschäftigt etwa 10 Mitarbeiter.

Geprägt wurde dieses Amt der stillen Diplomatie seit 1992 durch den Niederländer Max van der Stoel, der 2001 von dem Schweden Rolf Ekéus abgelöst wurde. Von 2007 bis 2013 hatte der ehemalige norwegische Außenminister Knut Vollebaek das Amt des HKNM inne. Am 20. August 2013 hat die ehemalige Europaparlamentarierin und finnische Ministerin für Migration und europäische Angelegenheiten Astrid Thors ihre Amtsperiode als HKNM angetreten. Aktuell bekleidet der kasachische Diplomat Kairat Abdrakhmanov das Amt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Das Amt soll Spannungen, die den Frieden, die Stabilität oder die guten Beziehungen zwischen den OSZE-Teilnehmerstaaten gefährden könnten und sich aus ethnischen Spannungen entwickeln, erkennen und lösen. Sein Mandat erlaubt dem Hohen Kommissar (High Commissioner on National Minorities, HCNM) das frühe Eingreifen, also die Präventivdiplomatie.

Das Mandat des HKNM ist im Vergleich zu den bisherigen Instrumenten der Konfliktbekämpfung innovativ, da es die zwischenstaatliche Ebene verlässt und so ein direktes Ansetzen im betroffenen Staat ermöglicht. Der HKNM dient der Frühwarnung bei Spannungen in Bezug auf nationale Minderheiten, und er kann im Zuge seines Engagements zum Ergreifen von Frühmaßnahmen vom Hohen Rat ermächtigt werden.

Hochkommissare

Amtszeit Name Staat
1992–2001 Max van der Stoel Vorlage:Niederlande
2001–2007 Rolf Ekéus Vorlage:Schweden
2007–2013 Knut Vollebaek Vorlage:Norwegen
2013–2016 Astrid Thors Vorlage:Finnland
2017–2020 Lamberto Zannier Vorlage:Italien
2020–2024 Qairat Äbdirachmanow Vorlage:Kasachstan
2024– Christophe Kamp Vorlage:Niederlande

Beauftragter für die Freiheit der Medien

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Schließlich wird mit der Entscheidung 193 auf der Sitzung des Ständigen Rats am 5. November 1997 als jüngste dieser drei unabhängigen Institutionen das Amt des Beauftragten für Medienfreiheit (Representative on Freedom of the Media, RFOM) mit Sitz in Wien eingerichtet.

Die Schaffung der Institution des OSZE-Beauftragten für Medienfreiheit geht auf eine deutsche Initiative zurück. Sie beruht auf der Anerkennung der besonderen Bedeutung von OSZE-Verpflichtungen hinsichtlich der Freiheit der Meinungsäußerung und der Rolle freier und pluralistischer Medien. Der Auftrag für die Schaffung der neuen Institution erging durch den OSZE-Gipfel, der im Jahr 1996 in Lissabon stattfand. Das Mandat wurde durch den Ministerrat in Kopenhagen (Dezember 1997) verabschiedet, durch den auch die Ernennung von MdB a. D. Freimut Duve zum ersten OSZE-Beauftragten für Medienfreiheit erfolgte. Sein Nachfolger war von März 2004 bis März 2010 (ebenfalls für die zulässige Dauer von zwei Amtszeiten) der Ungar Miklós Haraszti.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Im Juni 2017 wurde Harlem Désir aus Frankreich zum OSZE-Medienbeauftragten ernannt.

Der Medienbeauftragte hat vergleichbar dem Hohen Kommissar für nationale Minderheiten der OSZE eine Frühwarnfunktion. Er wird tätig bei Einschränkungen der Medienfreiheit, die in der Regel Anzeichen einer konfliktträchtigen politischen Entwicklung sind. Bei Verdacht auf ernste Verstöße gegen OSZE-Prinzipien hat der Medienbeauftragte die Möglichkeit, direkte Kontakte mit dem Teilnehmerstaat und anderen Parteien aufzunehmen und den Sachverhalt zu beurteilen sowie dem Teilnehmerstaat Hilfestellung zu leisten und zur Lösung des Problems beizutragen.

Beauftragte für Medienfreiheit

Amtszeit Name Staat
1998–2004 Freimut Duve Vorlage:Deutschland
2004–2010 Miklós Haraszti Vorlage:Ungarn
2010–2017 Dunja Mijatović Vorlage:Bosnien und Herzegowina
2017–2020 Harlem Désir Vorlage:Frankreich
2020–2024 Teresa Ribeiro Vorlage:Portugal
2024– Jan Braathu Vorlage:Norwegen

Antisemitismusbeauftragter der OSZE

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Das Amt des Antisemitismusbeauftragten der OSZE, der Parliamentary Assembly Special Representative on Anti-Semitism, Racism, and Intolerance (Vorlage:EnS), nimmt seit 2015 der US-Senator Benjamin Cardin wahr. In seiner Funktion sensibilisiert er für das anhaltende Problem der Vorurteile und Diskriminierung in der OSZE-Region, mit den Schwerpunkten Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Migranten- und Flüchtlingsfeindlichkeit sowie Diskriminierung im Justizsystem. Zu seinen Aufgaben gehört die Beratung der PA der OSZE bei der Umsetzung ihrer vereinbarten Strategien und die Entwicklung neuer Strategien zur Stärkung und zum Schutz schutzbedürftiger Gemeinschaften. Er bemüht sich, Vorurteile und Diskriminierungen in den 57 OSZE-Teilnehmerstaaten abzubauen.<ref>Benjamin Cardin, USA, OSCE PA. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref><ref>Cardin reappointed OSCE. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref>

Weitere Gremien und Institutionen

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Nicht unmittelbar zur OSZE gehörig, jedoch an die Organisation in Wien angebunden, ist die OSCC, die für die Umsetzung des Vertrags über den Offenen Himmel (Open Skies) verantwortlich ist.

Geschichte

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Datei:Finlandia Wiki.jpg
Tagungsort der KSZE: Die Finlandia-Halle

Vorläufer

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Vorlage:Hauptartikel

Vorläufer der OSZE war die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die auf eine Initiative des Warschauer Paktes hin zustande kam. Ab den 1950er Jahren hatte die Sowjetunion eine derartige Konferenz gefordert, aber die Westmächte, allen voran Westdeutschland, hatten dies abgelehnt. Bonn befürchtete, aus solchen Gesprächen könne auch eine internationale Akzeptanz der deutschen Teilung entstehen. Erst die neue Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) Anfang der 1970er Jahre brachte den Gedanken einer KSZE im Westen auf die Tagesordnung. Unter Brandts Motto „Wandel durch Annäherung“ wurde die eisige Stimmung des Kalten Krieges aufgelockert und die KSZE ermöglicht.<ref>Bundeszentrale für politische Bildung: 35 Jahre Helsinki-Schlussakte (aufgerufen am 27. April 2014)</ref> Die erste dieser multinationalen Konferenzen fand von 1973 bis 1975 in Helsinki statt. Teilnehmer der blockübergreifenden Konferenz waren alle europäischen Staaten (mit Ausnahme von Albanien), sowie die USA und Kanada.

Die Konferenz war von einem Tauschgeschäft geprägt: Für den Warschauer Vertrag brachte sie die Anerkennung der Grenzen der Nachkriegsordnung und einen stärkeren wirtschaftlichen Austausch mit dem Westen. Im Gegenzug machte der Osten Zugeständnisse bei den Menschenrechten. In den Folgejahren entstanden in mehreren sozialistischen Ländern Bürgerrechtsbewegungen, die sich auf die Schlussakte von Helsinki beriefen und zum Zusammenbruch des Ostblocks beitrugen, so dass die KSZE entscheidend zum Ende des Ost-West-Konflikts beitrug.

Die ursprünglich als einmalige Veranstaltung geplante Konferenz wurde unter anderem mit den KSZE-Folgekonferenzen in Belgrad (1977–1978), Madrid (1980–1983), Wien (1986–1989) und wiederum Helsinki (1992) fortgeführt.

Am 21. November 1990 wurde in Paris als Schlussdokument der KSZE-Sondergipfelkonferenz von 32 europäischen Ländern sowie den USA und Kanada die Charta von Paris unterschrieben.

Beim KSZE-Gipfeltreffen am 5. und 6. Dezember 1994 in Budapest<ref>OSZE-Seite zum Budapester Gipfel (englisch) mit Links zu den Dokumenten, abgerufen am 28. April 2018</ref> wurde beschlossen, die KSZE zu institutionalisieren und mit Wirkung vom 1. Januar 1995 in Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) umzubenennen.

Gipfeltreffen

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In den 1990er Jahren fanden die folgenden Gipfeltreffen<ref>OSZE-Seite zu den Gipfeltreffen, abgerufen am 28. April 2018</ref> statt

Nach einer elfjährigen Pause fand das nächste OSZE-Gipfeltreffen vom 1. bis 2. Dezember 2010 in Astana statt.<ref>OSZE-Seite zum Gipfel in Astana (englisch) mit Links zu den Dokumenten, abgerufen am 28. April 2018</ref> Den Vorsitz der Konferenz führte der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew. Auffassungsunterschiede zwischen westlichen und östlichen Mitgliedsländern bezüglich einer künftigen inhaltlichen und strategischen Ausrichtung der OSZE führten zu einem weithin ergebnislosen Abschluss der Konferenz. Die Teilnehmer nahmen lediglich eine gemeinsame Erklärung („Erklärung von Astana“) an. Die geplante Verabschiedung eines Aktionsplanes zur Lösung internationaler Konflikte und zur Reform der OSZE scheiterte.<ref>Christian Neef: Gescheiterter OSZE-Gipfel: Staatschefs blamieren sich auf der Mammutshow. auf: Spiegel online. 3. Dezember 2010.</ref>

Treffen des OSZE-Ministerrates

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Zum Abschluss des Treffens am 5. Dezember 2014 in Basel gab es Deklarationen, aber keine Abschlusserklärung. Der Vorsitzende Didier Burkhalter erklärte, dass sich die Sicherheitslage in Europa im Jahr 2014 aufgrund des Russisch-Ukrainischen Krieges verschlechtert habe.<ref>Russland stellt sich taub, NZZ, 5. Dezember 2014; "Die Sichtweise, die der russische Aussenminister Lawrow propagierte, war insofern raffiniert, als sie zwar das Vokabular der OSZE-Prinzipien übernahm, ihnen jedoch einen völlig anderen Sinn verlieh."</ref><ref>Verantwortung zu übernehmen ist gut für die Schweiz, Der Landbote, 17. Dezember 2014; "International betrachtet ist das Fazit nicht positiv: Die Sicherheitslage in Europa ist schlechter als vor einem Jahr."</ref>

Am 3./4. Dezember 2015 tagte der OSZE-Ministerrat in Belgrad. In der Zeit vom 8. Dezember 2016 bis zum 9. Dezember 2016 tagte der OSZE-Ministerrat in Hamburg. Das Treffen fand auf dem Gelände der Hamburg Messe statt. Die Außenminister der Teilnehmerstaaten versammelten sich darüber hinaus am 8. Dezember im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses, zu einem gemeinsamen Arbeitsessen. Das Treffen fand in Hamburg statt, weil Deutschland am 1. Januar 2016, zum zweiten Mal nach 1991, den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa übernommen hatte.

Vorsitz und Treffen

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Der Vorsitz wechselt jährlich. Als Vorsitzender agiert jeweils ein Außenminister.

Jahr Staat Vorsitzender Treffen (Ort) Treffen (Datum) Bemerkungen
1991 Vorlage:DEU Hans-Dietrich Genscher (ab 19. Juni)
1992 Vorlage:CSK Jiří Dienstbier (bis 2. Juli); Jozef Moravčík (ab 3. Juli)
1993 Vorlage:SWE Margaretha af Ugglas
1994 Vorlage:ITA Beniamino Andreatta (bis 11. Mai); Antonio Martino (ab 12. Mai)
1995 Vorlage:HUN László Kovács
1996 Vorlage:CHE Flavio Cotti
1997 Vorlage:DNK Niels Helveg Petersen
1998 Vorlage:POL Bronisław Geremek
1999 Vorlage:NOR Knut Vollebæk
2000 Vorlage:AUT Wolfgang Schüssel (bis 4. Februar); Benita Ferrero-Waldner (ab 5. Februar)
2001 Vorlage:ROU Mircea Geoană
2002 Vorlage:PRT Jaime Gama (bis 6. April); Antonio Martins da Cruz (ab 7. April)
2003 Vorlage:NLD Jaap de Hoop Scheffer (bis 3. Dezember); Bernard Bot (ab 4. Dezember)
2004 Vorlage:BGR Solomon Passy
2005 Vorlage:SVN Dimitrij Rupel
2006 Vorlage:BEL Karel de Gucht
2007 Vorlage:ESP Miguel Ángel Moratinos
2008 Vorlage:FIN Ilkka Kanerva (bis 4. April); Alexander Stubb (ab 5. April)
2009 Vorlage:GRC Dora Bakoyannis (bis 5. Oktober); Georgios Papandreou junior (ab 6. Oktober)
2010 Vorlage:KAZ Qanat Saudabajew Astana 01.–02.12.2010 1. Gipfeltreffen nach elfjähriger Pause
2011 Vorlage:LTU Audronius Ažubalis
2012 Vorlage:IRL Eamon Gilmore
2013 Vorlage:UKR Leonid Koschara
2014 Vorlage:CHE Didier Burkhalter Basel 05.12.2014 Deklarationen, aber keine Abschlusserklärung
2015 Vorlage:SRB Ivica Dačić Belgrad 03.–04.12.2015
2016 Vorlage:DEU Frank-Walter Steinmeier<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Hamburg 08.–09.12.2016
2017 Vorlage:AUT Sebastian Kurz (bis 18. Dezember); Karin Kneissl (ab 18. Dezember) Wien 07.–08.12.2017
2018 Vorlage:ITA Enzo Moavero Milanesi Mailand 06.–07.12.2018
2019 Vorlage:SVK Miroslav Lajčák
2020 Vorlage:ALB Edi Rama
2021 Vorlage:SWE Ann Linde
2022 Vorlage:POL Zbigniew Rau
2023 Vorlage:MKD Bujar Osmani Skopje<ref name="MC2023">Vorlage:Internetquelle</ref> 30.11.–01.12.2023<ref name="MC2023" />
2024 Vorlage:MLT Ian Borg
2025 Vorlage:FIN
2026 Vorlage:SUI <ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Teilnehmerstaaten

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Datei:OSCE acts signatories.png
Vorlage:Farblegende Vorlage:Farblegende Vorlage:FarblegendeVorlage:Farblegende
Die 57 Teilnehmerstaaten und das Datum des Beitritts<ref name="states" />
Staat Beitritt Schlussakte von Helsinki unterzeichnet Pariser Charta unterzeichnet
Vorlage:ALB 19. Juni 1991 Vorlage:Nowrap 17. September 1991
Vorlage:AND 25. April 1996 10. November 1999 17. Februar 1998
Vorlage:ARM Vorlage:Nowrap 8. Juli 1992 17. April 1992
Vorlage:AZE 30. Januar 1992 8. Juli 1992 20. Dezember 1993
Vorlage:BLR 30. Januar 1992 26. Februar 1992 8. April 1993
Vorlage:BEL 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:Nowrap 30. April 1992 8. Juli 1992  
Vorlage:BGR 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:DNK 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:DEU 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:EST 10. September 1991 14. Oktober 1992 6. Dezember 1991
Vorlage:FIN 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:FRA 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:GEO 24. März 1992 8. Juli 1992 21. Januar 1994
Vorlage:GRC 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:Heiliger Stuhl 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:IRL 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:ISL 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:ITA 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:CAN 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:KAZ 30. Januar 1992 8. Juli 1992 Vorlage:Nowrap
Vorlage:KGZ 30. Januar 1992 8. Juli 1992 3. Juni 1994
Vorlage:HRV 24. März 1992 8. Juli 1992  
Vorlage:LVA 10. September 1991 14. Oktober 1991 6. Dezember 1991
Vorlage:LIE 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:LTU Vorlage:Nowrap 14. Oktober 1991 6. Dezember 1991
Vorlage:LUX 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:MLT 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:MDA 30. Januar 1992 26. Februar 1992 29. Januar 1993
Vorlage:MCO 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:MNG 21. November 2012    
Vorlage:MNE 22. Juni 2006 1. September 2006  
Vorlage:KNL 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:MKD 12. Oktober 1995    
Vorlage:NOR 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:AUT 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:POL 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:PRT 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:ROU 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:RUS ab 30. Januar 1992 als Rechtsnachfolger der Vorlage:SUN-1955 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:SMR 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:SWE 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:CHE 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:SRB seit 3. Juni 2006 als Rechtsnachfolger von Vorlage:YUG und Serbien und Montenegro (4. Februar 2003 bis 3. Juni 2006) 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:SVK 1. Januar 1993    
Vorlage:SVN 24. März 1992 8. Juli 1992 8. März 1993
Vorlage:ESP 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:TJK 30. Januar 1992 Vorlage:Nowrap  
Vorlage:CZE 1. Januar 1993    
Vorlage:TUR 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:TKM 30. Januar 1992 8. Juli 1992  
Vorlage:UKR 30. Januar 1992 26. Februar 1992 16. Juni 1992
Vorlage:HUN 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:UZB 30. Januar 1992 26. Februar 1992 27. Oktober 1993
Vorlage:Nowrap 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:USA 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
Vorlage:CYP 25. Juni 1973 1. August 1975 21. November 1990
11 Partnerstaaten<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Staat Kooperiert seit
Vorlage:AFG 2003
Vorlage:EGY 1975
Vorlage:DZA 1975
Vorlage:AUS 2009
Vorlage:ISR 1975
Vorlage:JPN 1992
Vorlage:JOR 1998
Vorlage:MAR 1975
Vorlage:KOR 1994
Vorlage:THA 2000
Vorlage:TUN 1975

Rechtlicher Status

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Trotz ihrer Bezeichnung ist es fraglich, ob die OSZE den Charakter einer internationalen Organisation hat, da Artikel 22 der Budapester Erklärung die Hinterlegung beim Generalsekretariat der Vereinten Nationen (gemäß Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen) explizit nicht vorsieht. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen hat daher wiederholt auf eine Klärung der Rechtsnatur der OSZE gedrängt. Eine internationale Expertenkommission hat die OSZE aufgrund ihrer Tätigkeiten als internationale Organisation eingestuft; die herrschende Lehrmeinung sowie auch die weit überwiegende Staatenpraxis behandelt die OSZE jedoch nicht als Internationale Organisation.<ref>Vgl. Herdegen: Völkerrecht. 6. Auflage. § 45; Ipsen: Völkerrecht. 5. Auflage. § 34, Rn 16.</ref>

Ehrungen und Auszeichnungen

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Kritik

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Die OSZE wird teilweise vor allem von russischer Seite dafür kritisiert, dass die russischen Vorschläge über die Entwicklung der OSZE zu "einer Art regionalen UNO" abgelehnt wurde und ihr Mandat auf die Überwachung von Wahlen und Menschenrechten und die Konfliktregelung auf die Staaten des ehemaligen "Ostblocks" verengt worden sei. Das politische Profil sei unausgewogen, funktional (Überbetonung der Menschenrechts- und Demokratiethemen) und geographisch (Ost-West).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

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  • Kurt P. Tudyka: Die OSZE – Besorgt um Europas Sicherheit. Kooperation statt Konfrontation. Hamburg 2007, ISBN 978-3-939519-03-4.
  • Kurt P. Tudyka: Das OSZE-Handbuch. 2. Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-322-92221-2.
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Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

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<references responsive />

Vorlage:Normdaten