Merseburger Zaubersprüche
Als Merseburger Zaubersprüche (MZ) werden zwei althochdeutsche Sprüche zur Befreiung Gefangener und gegen Fußverrenkung bezeichnet, die nach dem Ort ihrer Auffindung in der Bibliothek des Domkapitels zu Merseburg benannt sind. Dort wurden sie 1841 von dem Historiker Georg Waitz in einer theologischen Handschrift des 9./10. Jahrhunderts entdeckt und 1842 von Jacob Grimm erstmals herausgegeben und kommentiert. Die zwei Zauberformeln gehören neben dem Hildebrandslied zu den wenigen auf Althochdeutsch überlieferten Texten mit Bezug auf Themen und Figuren der vorchristlichen germanischen Mythologie.
Der Erste Merseburger Zauberspruch gilt gemeinhin als ein Lösezauber von Fesseln eines Gefangenen (Kriegers), der Zweite Merseburger Zauberspruch als Heilungszauber (vgl. Segen) eines verletzten beziehungsweise verrenkten Pferdefußes.
Im Jahr 2021 wurde von den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz zusammen mit dem Germanisten Wolfgang Beck ein Antrag ausgearbeitet, die Merseburger Zaubersprüche ins UNESCO-Weltdokumentenerbe eintragen zu lassen. Der von der Staatskanzlei und dem Ministerium für Kultur geförderte Antrag wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission befürwortet und dem Internationalen Welterbekomitee befürwortet<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Nach Entscheidung des Komitees könnte die Aufnahme voraussichtlich 2027Vorlage:Zukunft oder 2028Vorlage:Zukunft erfolgen.<ref>Vorlage:Internetquelle –
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Herkunft und Form
[Bearbeiten]Die Merseburger Zaubersprüche (MZ1+2) finden sich in einem Sakramentar des 9. Jahrhunderts, einer sechslagigen Sammelhandschrift mit doppelter Foliierung,<ref>Heutige Signatur der Handschrift: Merseburg, Domstiftsbibliothek, Codex I, 136., ehemals Hs. Nr. 58. Vgl. Beck (2010).</ref><ref>Zu den Merseburger Zaubersprüchen vgl. auch: Hans-Hugo Steinhoff: Merseburger Zaubersprüche. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon. Band 6. Berlin 1987.</ref> als nachträglicher Eintrag<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 228.</ref> auf einem ursprünglich frei gebliebenen Vorsatzblatt.<ref name="Steinhoff_410" /> In der Regel wird die ältere Foliierung fol. 85r in der wissenschaftlichen Literatur angeführt; sie findet sich in Tinte in der oberen rechten Ecke des Blattes (siehe Abbildung). Jedoch ist diese Zählung in der Handschrift nicht stimmig, da Auslassungen und Doppelungen bestehen. Schon Grimm hatte daher bei seiner Erstedition die am unteren rechten Rand stehende konsistente, in Bleistift geschriebene jüngere Foliierung (fol. 84r) angeführt.<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 217 f. mit Anm. 8.</ref> Neben den beiden Sprüchen sind in der Handschrift noch zwei weitere deutsche Texte enthalten, nämlich das sogenannte „Fränkische Taufgelöbnis“ (fol. 16r) und das „Merseburger Gebetsbruchstück“ (fol. 53r).<ref name="Steinhoff_410">Hans-Hugo Steinhoff: Merseburger Zaubersprüche. Sp. 410.</ref> Unterhalb der MZ befindet sich ein lateinisches Gebet.
Den paläographischen Forschungen Bernhard Bischoffs (1906–1991) zufolge wurden die MZ im ersten oder zweiten Drittel des 10. Jahrhunderts in die Handschrift eingetragen.<ref name="Bischoff_111">Bernhard Bischoff: Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit. S. 111.</ref> Als Ort der Niederschrift wird gemeinhin das Kloster Fulda angenommen, wo sich der Codex nachweislich bis zum Jahre 990 befand.<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 377.</ref> Bischoff konnte bei seiner paläographischen Expertise nachweisen, dass etwa die Niederschrift des „Fränkischen Taufgelöbnisses“ in Fulda erfolgte, da ihr Schriftbild dem Fuldaer Typus der karolingischen Minuskelschrift entspricht.<ref name="Bischoff_111" /> Schwierigkeiten für die Einordnung der MZ ergeben sich daraus, dass das Schriftbild der MZ vom Fuldaer Typus abweicht und das auf die MZ folgende lateinische Gebet von einer anderen Schreibhand stammt.<ref name="Steinhoff_411">Hans-Hugo Steinhoff: Merseburger Zaubersprüche. Sp. 411.</ref> Die Qualität der Aufzeichnung steht jedoch über der anderer volkssprachiger marginaler Einträge im sonstigen lateinischen Umfeld.<ref name="Steinhoff_411" /> Daher geht man bezüglich der MZ davon aus, dass sie in Fulda aus einer Vorlage abgeschrieben worden sind.<ref>Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 377.</ref>
Die Frage des Dialekts ist nicht abschließend geklärt. Frühere Annahmen, wie Thüringisch (Grimm), ließen sich nicht erhärten, da im althochdeutschen Textkorpus keine direkten Zeugnisse vorliegen. Die weitere Diskussion fand mit der Befürwortung für das Rheinfränkische oder für den ostfränkischen Dialekt statt. Für das Ostfränkische wird mit dem Bezug auf den Schreibort Fulda mehrheitlich tendiert. Diese Umstände bedingen ebenfalls textkritische Fragen zur Lexik, beziehungsweise zu den gegebenen Abweichungen unter Vergleich zum übrigen althochdeutschen Wortschatz (Hapax legomena, vermutete Schreib- oder Abschreibfehler). Beispielhaft sind aus dem MZ1 eiris als Verschreibung zu enis, einis, eres, erist für einstmals, und im MZ2 die auffälligen Graphien „ct“ bei birenki[ct], und „ht“ bei sin[ht]gunt.<ref name="Steinhoff_411" /> Diese auffälligen Schreibungen werden in der Regel still verbessert oder gegebenenfalls angezeigt.<ref>Vgl. Bibliotheka Augustana, Textausgaben von Wilhelm Braune (Althochdeutsches Lesebuch) und Horst-Dieter Schlosser (Althochdeutsche Literatur).</ref>
Die Sprüche sind zweigliedrig. Sie bestehen aus einem episch-erzählenden Einleitungsteil (Historiola), der ein früheres Ereignis schildert, und der eigentlichen Zauber- beziehungsweise Beschwörungsformel, als incantatio bezeichnet.<ref>Michael Lundgreen: Merseburger Zaubersprüche. S. 601.</ref><ref name="Steinhoff_411" />
| Spruch | Historiola | Incantatio |
|---|---|---|
| MZ1 | V. 1–3 | V. 4 |
| MZ2 | V. 1–5 | V. 6–9 |
Die Form der Verse ist die stichische Langzeile und zeigt teils Stabreime auf, mit der Tendenz<ref name="Steinhoff_411" /> zu Kurz-Vers-Paaren. Die Stabung ist nicht konsequent durchgeführt und weist die Neigung zum Endreim auf (MZ1 V.2, 4). Deshalb wird mit Einschränkungen angenommen, dass die MZ Zeugnisse des Übergangs von der Technik der Stabreimdichtung zur endreimenden Dichtung sind.<ref name="Lundgreen_603">Michael Lundgreen: Merseburger Zaubersprüche. S. 603.</ref><ref>Hans-Hugo Steinhoff: Merseburger Zaubersprüche. Sp. 416.</ref>
Die Datierung der Entstehungszeit der MZ ist in der Forschung ein wesentlicher Diskussionspunkt. Wolfgang Beck nennt als Faktoren dazu: Bezüge zur vorchristlichen paganen germanischen Religion, der Formenbestand, der Aufzeichnungsort, die Aufzeichnungszeit, der Entstehungsort, sowie die Anbindung an die mündliche Dichtung („Oral Poetry“). Die Schlüsse der Forschung aus diesen Faktoren sind uneinheitlich und weichen bei der zeitlichen Festsetzung erheblich voneinander ab.<ref>Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 229 f.</ref> Auffällig ist, dass sich die Diskussion hierbei hauptsächlich auf den MZ2 konzentriert.<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 332 ff.</ref><ref name="Lundgreen_603" /><ref name="Steinhoff_411" />
- Adalbert Kuhn (1812–1881) nahm im 19. Jahrhundert eine direkte Anknüpfung an eine indoeuropäische kontinuierliche Tradition an mit einer Entstehungszeit vor der historischen Nachweisbarkeit germanischer Dichtung.
- Gerhard Eis (1908–1982) nahm eine Datierung (MZ1) ins 3. bis 4. Jahrhundert an.
- Felix Genzmer (1878–1959) datierte den MZ1 ins 2. Jahrhundert, den MZ2 ins 5. Jahrhundert.
- Georg Baesecke (1876–1951) datierte ins frühe 9. Jahrhundert.
Heutige Annahmen gehen von einer Entstehungszeit der MZ nahe der Eintragungszeit aus, frühestens aus der Zeit der Mission des Bonifatius vor 750.<ref>Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 239.</ref><ref>Klaus Düwel: Anmerkungen zu W. Beck S. 347.</ref><ref name="Lundgreen_603" /><ref name="Steinhoff_411" />
Wesentlich sind die Fragen, warum diese Sprüche in dieser Handschrift erscheinen, warum eine spätere Hand einen Auszug aus einem lateinischen, kirchlichen Gebet hinzugefügt hat und warum außer diesen keine weiteren vorchristlich-paganen Texte überliefert sind. Die Interpretation der Texte wird durch die Abwesenheit von Vergleichsmaterial erheblich erschwert. Für den MZ1 werden abweichende Anwendungsbereiche angenommen: als Lösezauber (Fesseln) für Gefangene oder als Zauber in der Heilkunde beziehungsweise in der Geburtshilfe. Für den MZ2 wird einheitlich die Verwendung gegen die Verletzung, Verrenkung eines Pferdehufs beziehungsweise des Beines angenommen.
Transliteration
[Bearbeiten]Die Eintragung der MZ1+2 auf fol. 85r der Handschrift stellt sich zeilengenau wie folgt dar: <poem lang="goh" style="margin-left:2em;"> Eiris sazun idisi sazunheraduoder suma hapt heptidun sumaherilezidun sumaclu bodun umbicuonio uuidi insprinc hapt bandun inuar uigandun· H· Phol endeuuodan uuorun ziholza du uuart demobalderes uolon sinuuoz birenkict thubiguolen sinhtgunt · sunnaerasuister thubiguolen friia uolla erasuister thu biguolen uuodan sohe uuolaconda sosebenrenki sose bluotrenki soselidi renki ben zibenabluot zibluoda lid zigeliden sosegelimida sin. </poem>
Erster Merseburger Zauberspruch
[Bearbeiten]In normalisierter Orthographie mit Übersetzungen. Die zweite, alternative Übertragung folgt u. a. der These von G. Eis (s. u.): <poem lang="goh" style="margin-left:2em; float:left;"> Eiris sâzun idisi, sâzun hêra duoder. (A1 ; C2) suma haft heftidun, suma heri lêzidun, (C1 ; C2) suma clûbodun umbi cuniowidi: (C1 ; B1, o. C3) insprinc haftbandun, infar wîgandun. (aD1 ; aD1) </poem> <poem style="margin-left:2em; float:left;"> Einstmals setzten sich Idisen, setzten sich hierhin und dorthin. Einige heftetenVorlage:FN Hafte, andere hemmten das Heer, andere nesteltenVorlage:FN an festen Fesseln: Entspring den Banden, entweich den Feinden.Vorlage:FN </poem> <poem style="margin-left:2em; float:left;"> Einst saßen drei disen · die ehrbaren mütter setzten die feinde fest · hinderten das heer der freunde fesseln · ließen sie fallen entspringt den knebeln · entflieht den kriegern </poem>
Vorlage:FNBox (Modifiziertes Stabreimschema nach Eduard Sievers’ Fünftypen-Schema)<ref>Anna Helene Feulner: Zur Metrik der Merseburger Zaubersprüche. In: Heiner Eichner, Robert Nedoma: „insprinc haptbandun“. Teil 2, S. 104–152, hier S. 108.</ref>
Der MZ1 beschreibt, wie eine Anzahl Idisen auf dem Schlachtfeld gefangene Krieger von ihren Fesseln befreit.
- Unklar ist die Identifikation der Idisi des ersten Spruchs. Es lassen sich Parallelen zu anderen mythologischen Frauenvorstellungen, die zur Entstehungszeit der Zaubersprüche existierten, herstellen, namentlich dem Disen- und dem Matronenkult. Möglicherweise sind Idisen walkürenartige Frauen. Eventuell sind sie identisch mit den Disen, weiblichen Gottheiten aus der nordischen Mythologie. Daneben ist eine profane Deutung der „idisi“ (ahd. itis) als Edelfrauen (seltener auch einfache Frauen) nicht ausgeschlossen, da im althoch- und altniederdeutschen Literaturkontext betrachtet diese Bedeutung wohl wahrscheinlicher ist; so benutzt der Helianddichter sowie Otfrid dieses Wort im christlichen Umfeld. Weitere Interpretationen sind zauberkräftige Frauen oder gar das Gegenstück zu den Walküren.<ref>Vgl. A. Wallner: Eiris sazun idisi. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. Nr. 50 (1908), S. 214–218; daneben F. Ohrt: Merseburger Sprüche. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 6, Sp. 182–187.</ref> Wolfgang Beck problematisiert die Übertragung auf andere Vorstellungskreise aufgrund ihrer rein funktionellen Begründung, so sei auch eine Gleichsetzung der Idisen als Walküren abzuweisen, da die helfende, befreiende Funktion der idisi inkompatibel mit dem „dämonischen, den Tod auf dem Schlachtfeld bringenden“ Wesen der Walküren sei. Die Gleichung sei vorschnell aufgestellt worden und hätte sich „unglücklicherweise durch die Forschung weitergeschleppt.“<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). 2., korr. Auflage. Reichert, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-89500-300-4, S. 26 f.</ref>
- Ebenfalls als problematisch erweist sich das letzte Wort der ersten Langzeile, duoder, das man am häufigsten mit dort oder dorthin übersetzt findet. Jedoch weist Gerhard Eis in seiner Essaysammlung Altdeutsche Zaubersprüche darauf hin, dass „diese Bedeutung von duoder nirgends bezeugt oder auch nur als wahrscheinlich erwiesen wird“.<ref>Zitat: Gerhard Eis: Altdeutsche Zaubersprüche. De Gruyter, Berlin 1964, S. 58.</ref> Weiter argumentiert er, dass bei mittelalterlichen Kopisten häufig die – fehlerhafte – Vorwegnahme des Anlauts der zweiten Silbe in der ersten zu beobachten ist, und unter diesem Gesichtspunkt deutet er duoder in muoder, althochdeutsch für Mütter, um. Davon ausgehend, versteht er das vorausgegangene Wort hera auch nicht als hier(her). sondern als hehr beziehungsweise ehrwürdig. Von hehren Müttern wäre somit die Rede. Diese wiederum bringt er in Zusammenhang mit den im ersten Halbvers benannten Idisen, indem er auf den zur mutmaßlichen Entstehungszeit der Zauberformel (erste Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrtausends) unter den germanischen Stämmen weit verbreiteten Matronenkult verweist. Als hilfreiches Indiz hierfür benennt er unter anderem die für die stets gruppenweise auftretenden Matronen charakteristische Dreizahl, und tatsächlich sind die Idisen des Zauberspruchs in drei Gruppen aufgeteilt.<ref>Vgl. Gerhard Eis: Altdeutsche Zaubersprüche. De Gruyter, Berlin 1964, S. 58–66.</ref> Beck merkt an, dass dieses Argument nicht greifen muss, da die Idisen des ersten Zauberspruchs in Gruppen und nicht als einzeln agierende Personen auftreten.<ref>Vgl. Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). 2., korr. Auflage. Reichert, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-89500-300-4, S. 22 f.</ref>
Zweiter Merseburger Zauberspruch
[Bearbeiten]In normalisierter Orthographie mit Übersetzung: <poem lang="goh" style="margin-left:2em; float:left;"> Phôl ende Wuodan fuorun zi holza. (A1 ; A1) dû wart demo balderes folon sîn fuoz birenkit. (B2, o. B3 ; C2) thû biguol en Sinthgunt, Sunna era swister; (A3 ; A1) thû biguol en Frîja, Folla era swister; (A3 ; A1) thû biguol en Wuodan, sô hê wola conda: (A3 ; C2) sôse bênrenki, sôse bluotrenki, (C1 ; C1) sôse lidirenki: (C2) bên zi bêna, bluot zi bluoda, (A1 ; A1) lid zi geliden, sôse gelîmida sîn. (A1k ; B2) </poem> <poem style="margin-left:2em; float:left;"> Phol und Wotan ritten in das Gehölz. Da wurde dem Balders-Fohlen sein Fuß verrenkt. Da besprach ihn Sinthgunt, die Schwester von Sunna, da besprach ihn Frija, die Schwester von Folla, da besprach ihn Wotan, der es wohl verstand: Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung, so Gliederverrenkung: Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Gliedern, wie geleimt sollen sie sein!Vorlage:FN </poem>
Vorlage:FNBox (Modifiziertes Stabreimschema nach Sievers)<ref>Anna Helene Feulner: Zur Metrik der Merseburger Zaubersprüche. In: Heiner Eichner, Robert Nedoma: „insprinc haptbandun“. Teil 1, S. 104–152, hier, S. 112.</ref>
Der zweite Merseburger Zauberspruch behandelt die Heilung eines Pferdes durch Besprechung (zur besonderen Bedeutung der Pferdeheilkunde siehe auch Eis).<ref>Gerhard Eis: Altdeutsche Zaubersprüche. De Gruyter, Berlin 1964, S. 48 f.</ref> „Phol“ und Wodan reiten durch den Wald (holza), „Balders“ Pferd hat einen verletzten Huf, beziehungsweise Unterlauf. Darauf folgend der Spruch Wodans: „Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Glied, als ob sie geleimt seien“. Das Wort Bein ist dabei in seiner Bedeutung „Knochen“ zu lesen. Die anderen (Götter-)Namen konnten bislang nicht eindeutig identifiziert werden. Anerkannt ist die Identifikation von „Uuôdan“ (Wodan, Wotan, Odin) und „Frîia“ (Frija, die Frau von Odin). Bei den anderen Namen ist nicht einmal sicher, ob es sich wirklich um Namen von Göttern handelt, da für ihre Übersetzung verschiedene Interpretationen bestehen.
- Strittig ist gleichfalls, wie der Name „Phol“ im 2. Spruch zu lesen ist. In der Handschrift erscheint ein Großbuchstabe P, gefolgt von „ol“. Ein „h“ ist dem „o“ über der Zeile überschrieben. Die Forschung hat darin oft den Namen eines unbekannten Gottes „Phol“ gesehen. Gleichfalls scheint aber auch eine Schreibung für nhd. Fohlen möglich.<ref>Hellmut Rosenfeld: PHOL ENDE WUODAN VUORUN ZI HOLZA. Baldermythe oder Fohlenzauber? In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. 95 (1973), S. 1–12 (doi:10.1515/bgsl.1973.1973.95.1, abgerufen über De Gruyter online).</ref>
- Diskutiert wird, wie „Sinthgunt“ zu übersetzen sei, wobei die Handschrift „sinhtgunt“ trägt.
- Balder: Ist in der nordischen Mythologie der Gott des Lichtes. In den westgermanischen Sprachen ist dieses Wort als Name für eine Gottheit aber nicht bekannt.
Bildliche Überlieferungen
[Bearbeiten]Auf völkerwanderungszeitlichen Brakteaten von circa 450 n. Chr. bis nach Mitte des 6. Jahrhunderts finden sich teilweise auf den Exemplaren vom Typus B und C Abbildungen mit dem Thema der göttlichen Pferdeheilung.<ref>Vgl. Heinrich Beck, Michael Lundgreen: Merseburger Zaubersprüche.</ref> Beispielhaft sind unter anderen die Funde aus Deutschland von Sievern und von Obermöllern bei Merseburg. Diese ikonographischen Darstellungen zeigen nach den Forschungen von Karl Hauck Jahrhunderte vor der literarischen Fassung, Wodan/Odin beim Heilen eines Pferdes, dessen Unterläufe eindeutige Schädigungen abbilden.<ref>Alexandra Pesch: Die Goldbrakteaten der Völkerwanderungszeit. Thema und Variation. Ergänzungsband 36 zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. De Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-020110-9, S. 42.</ref> Hauck wertete insbesondere B- und C-Typen aus, die im Fundortkontext von Odinsheiligtümern gefunden wurden, und stellte nach den von ihm gedeuteten Chiffrenmuster die Bezüge zum MZ2 dar.<ref>Karl Hauck: Der religions- und sozialgeschichtliche Quellenwert der völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten. S. 230 f.: methodologische Voraussetzungen, S. 240 ff.: Auswertungen.</ref> Die Methodik Haucks und dessen hermeneutische Schlüsse in Bezug auf die literarische Darstellung des MZ2 sind in der Forschung allgemein anerkannt,<ref>Klaus Düwel, Wilhelm Heizmann: Einige neuere Publikationen zu den Merseburger Zaubersprüchen. S. 348.</ref> werden jedoch von einzelnen wie Wolfgang Beck<ref>Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X, S. 265 ff.</ref> oder Helmut Birkhan<ref>Helmut Birkhan: Magie im Mittelalter. C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60632-8, S. 124.</ref> und Robert Nedoma<ref>Heiner Eichner, Robert Nedoma: „insprinc haptbandun“. Teil 2, S. 62 f.</ref> kritisch hinterfragt beziehungsweise (von Beck) abgelehnt.<ref>Klaus Düwel, Wilhelm Heizmann: Einige neuere Publikationen zu den Merseburger Zaubersprüchen. S. 349.</ref>
Nach Hauck<ref>Karl Hauck: Der religions- und sozialgeschichtliche Quellenwert der völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten. S. 265.</ref> sind die Brakteatenfunde besonders aussagekräftig<ref>Heiner Eichner, Robert Nedoma: „insprinc haptbandun“. Teil 2, S. 62 f. (bildlich zu C-Brakteaten von Darum, Fünen, Køge).</ref> aus:
- B-Typ: Lellinge (IK<ref>IK = Karl Hauck u. a. (Hrsg.): Ikonographischer Katalog der völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten.</ref> 105), Obermöllern (IK 132), Schonen (IK 149,1).
- C-Typ: Darum V (IK 43), Fünen I (IK 58), Seeland II/Køge (IK 98), Lindkær (IK 110), Tulstrup (IK 191), Gudme (IK 392), Gemarkung Dannau (IK 571)
Die Muster der Chiffren stellt Heinrich Beck als ikonographisches Formular dar, das in unterschiedlichen Graden ausgearbeitet vorliegt:<ref>Heinrich Beck, Michael Lundgreen: Merseburger Zaubersprüche. S. 604.</ref>
- Sturz des Pferdes. Erkennbar an verrenkten Vorderläufen und der nach unten weisenden, einknickenden Körperhaltung des Pferdes.
- Zuwendung eines überdimensionalen Hauptes, das das Pferdeohr umgreift.
- Miteinbeziehung weiterer Details. Heilszeichen (Kreuz, Swastika), vogelgestaltige Wesen, Runeninschriften, Heilsworte (siehe Abbildung Brakteat von Køge).<ref>Die letzten vier Runen über dem gebogenen Hinterlauf – im Bild rechts oben – lauten transliteriert in der Leserichtung von rechts in Runennordisch auja („Glück“, „Schutz“). Vgl.: Klaus Düwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart 2001, S. 48 f.</ref>
Indogermanische Vergleiche
[Bearbeiten]Indien
[Bearbeiten]Neben weiteren europäischen Überlieferungsvarianten jüngeren Datums findet sich zum zweiten Merseburger Zauberspruch eine Parallele in der altindischen Überlieferung Atharvaveda (Text IV 12 in der Śaunakīya-Version, IV 15 in der Paippalāda-Version) wieder. Der auf Sanskrit verfasste Text besteht aus der Anrufung der in der Pflanze Arundhatî ruhenden Heilkräfte:<ref>Übersetzung der Śaunakīya-Version übernommen und leicht vereinfacht aus: Heiner Eichner: Kurze „indo“-„germanische“ Betrachtungen über die atharvavedische Parallele zum Zweiten Merseburger Zauberspruch (mit Neubehandlung von AVS. IV 12). In: Die Sprache. Nr. 42 (2000/2001), Heft 1/2, S. 214.</ref>
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Übereinstimmungen zwischen diesem Text und MZ2 bestehen sowohl in der Rahmenhandlung (ein Gott greift ein) als auch in der Formel nach dem Schema X zu Y, wobei überdies in beiden Texten Blut, Knochen und Glieder in dieser Formel gebraucht werden.
Ein entstehungsgeschichtlicher Zusammenhang zwischen dem zweiten Merseburger Zauberspruch und dem Sanskrit-Text ist bisher nicht geklärt, da viele altindische Überlieferungen erst nach und nach herausgegeben und damit der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht werden. Klaus Mylius sieht in den Gemeinsamkeiten lediglich zufällige Parallelentwicklungen.<ref>Vgl. Klaus Mylius (Hrsg.): Älteste indische Dichtung und Prosa. Vedische Hymnen, Legenden, Zauberlieder, philosophische und ritualistische Lehren. Leipzig 1981, S. 61 und 84.</ref> Heiner Eichner hält allenfalls die Verse MZ2, 8f. der Incantatio für eine „potentiell altüberkommene“ indogermanische Übereinstimmung. Er verweist auf einen möglichen genetischen Zusammenhang, der erst durch weiterführende Forschungen zu festigen oder zu widerlegen sei.<ref>Heiner Eichner, Robert Nedoma: „insprinc haptbandun“. Teil 2, S. 212 und 230.</ref>
Niederdeutsch
[Bearbeiten]Analoges gilt auch für die altsächsische Fassung des Wurmsegens, der als ältester deutscher Zauberspruch gilt, nachfolgend mit Übersetzung: <poem style="margin-left:2em;"> Gang ut, nesso, mid nigun nessiklinon, ut fana themo marge an that ben, fan themo bene an that flesg, ut fan themo flesge a thia hud, ut fan thera hud an thesa strala! Drohtin, vethe so!
Geh hinaus, Nesso, mit neun Nesslein, hinaus von dem Marke an den Knochen, von dem Knochen an das Fleisch, hinaus von dem Fleisch an die Haut, hinaus von der Haut, in diesen Pfeil!Vorlage:FN Herr es werde so!Vorlage:FN </poem> Vorlage:FNBox
Spätere Verarbeitungen
[Bearbeiten]Erzählung und Heilung ist der Titel eines der Denkbilder des Philosophen Walter Benjamin, in dem er die Kraft des Erzählens mit den heilenden Zaubersprüchen in Verbindung bringt. „… Die Heilung durch Erzählen kennen wir schon aus den Merseburger Zaubersprüchen. Es ist ja nicht nur, daß sie Odins Formel wiederholen; vielmehr erzählen sie den Sachverhalt, auf Grund von dem er sie zuerst benutzte. Auch weiß man ja, wie die Erzählung, die der Kranke am Beginn der Behandlung dem Arzte macht, zum Anfang eines Heilprozesses werden kann …“<ref>Vorlage:PGDW.</ref>
Der zweite Merseburger Zauberspruch wird in der SWF-Serie Die Leute vom Domplatz von der Großmutter nach der Beinverletzung eines Menschen angewendet.
Obwohl mit den Texten keine notierte Melodie beziehungsweise eine Neumierung überliefert ist und es daher als unsicher gilt, ob die MZ ursprünglich Sangverse waren, wurden sie mehrfach vertont. Dies geschah insbesondere, bedingt durch den „Mittelalterboom“ des späten 20. Jahrhunderts, durch Mittelalter-Rock-Bands wie Ougenweide (1974), In Extremo (1999) und Heilung (Lifa, 2017)<ref>Traust Heilung. Track 4 on Futha. In: genius.com, abgerufen am 21. Januar 2025.</ref>.
Einen Überblick über die Vertonungen sowie über die Rezeption der Merseburger Zaubersprüche in Literatur und Kunst gibt Wolfgang Beck.<ref>Wolfgang Beck unter Mitarbeit von Markus Cottin: Die Merseburger Zaubersprüche. Eine Einführung (= Kleine Schriften der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz. Band 8). Imhof, Petersberg 2010, ISBN 978-3-86568-640-4, S. 31–38.</ref> Eine Betrachtung der möglichen psychosomatischen, geburtshilflichen und neurobiologischen Aspekte für den ersten und des Verhaltenstrainings (Konditionierung) in der Hippiatrie für den zweiten MZ bietet der Neurologe Wolfgang Ernst.<ref>Wolfgang Ernst: Beschwörungen und Segen. Angewandte Psychotherapie im Mittelalter. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2011, ISBN 978-3-412-20752-6, S. 122–132 und 264–276.</ref>
Literatur
[Bearbeiten]Erstausgabe
- Jacob Grimm: Über zwei entdeckte gedichte aus der zeit des deutschen Heidentums. In: Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1842; abgedruckt in: Kleinere Schriften. II, 1865, S. 1–29 (Vorlage:Archive.org).
Ausgaben
- Althochdeutsches Lesebuch. 17. Auflage. Zsgest. und mit Wörterbuch vers. von Wilhelm Braune. Fortgef. von Karl Helm. Bearbeitet durch Ernst A. Ebbinghaus. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1994, ISBN 3-484-10707-3.
- Werner Höver, Eva Kiepe: Epochen der deutschen Lyrik. Band 1: Gedichte von den Anfängen bis 1300 nach den Handschriften in zeitlicher Folge (= dtv. Band 4015. Wissenschaftliche Reihe). Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1978, ISBN 3-423-04015-7.
- Heinz Mettke: Älteste deutsche Dichtung und Prosa (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 15. Belletristik). Verlag Philpp Reclam, Leipzig 1976, Vorlage:DNB, S. 84–86.
- Althochdeutsche Literatur. Mit Proben aus dem Altniederdeutschen. Ausgewählte Texte mit Übertragungen und Anmerkungen. Hrsg., übers. und mit Anm. vers. von Horst Dieter Schlosser. Orig.-Ausgabe, bearb. und erw. Neuausgabe. Fischer, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-26455-3.
- Die kleineren althochdeutschen Sprachdenkmäler. Hrsg. von Elias von Steinmeyer. Weidmann, Berlin 1916, Nr. LXII, S. 365–367, Vorlage:URN (Vorlage:Google Buch. Weidmann, Dublin/Zürich 1971, ISBN 3-615-20300-3).
Faksimile
- Rene L. M. Derolez: Götter und Mythen der Germanen. Englisch, Wiesbaden 1975. Faksimile, Bildtafel Nr. 13.
- Magda Enneccerus: Die ältesten deutschen Sprach-Denkmäler in Lichtdrucken. Enneccerus, 1897, S. 5.
- Hanns Fischer: Schrifttafeln zum Althochdeutschen Lesebuch. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1966, Taf. 16a.
Forschungsliteratur
- Heinrich Beck, Michael Lundgreen: Merseburger Zaubersprüche. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 19, de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-017163-5, S. 601–605.
- Wolfgang Beck: Die Merseburger Zaubersprüche (= Imagines Medii Aevi. Band 16). Reichert, Wiesbaden 2003, ISBN 3-89500-300-X; 2., korr. Auflage. Ebenda 2011, ISBN 978-3-89500-300-4 (Zugl.: Würzburg, Univ., Diss., 2002).
- Wolfgang Beck: Merseburger Zaubersprüche. In: Rolf Bergmann (Hrsg.): Althochdeutsche und altsächsische Literatur. de Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-11-024549-3, S. 258–263.
- Bernhard Bischoff: Paläographische Fragen deutscher Denkmäler der Karolingerzeit. In: Frühmittelalterliche Studien. Band 5, De Gruyter, Berlin/New York 1971, Vorlage:ISSN, S. 101–134.
- Klaus Düwel, Wilhelm Heizmann: Einige neuere Publikationen zu den Merseburger Zaubersprüchen: Wolfgang Beck und andere. Besprechungsaufsatz. In: Indogermanische Forschungen. Band 114. De Gruyter, Berlin/New York 2009, ISBN 978-3-11-020899-3.
- Heiner Eichner, Robert Nedoma (Hrsg.): „insprinc haptbandun“. Referate des Kolloquiums zu den Merseburger Zaubersprüchen auf der XI. Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft in Halle/Saale (17.–23. September 2000). Teil 1. In: Die Sprache. Zeitschrift für Sprachwissenschaft. Band 41, Heft 2, Harrassowitz, Wiesbaden 1999, Vorlage:ISSN. Darin:
- Wolfgang Beck: birenkit – Zu einem Pferdefuß des Zweiten Merseburger Zauberspruchs. S. 89–103.
- Anna Helene Feulner: Zur Metrik der Merseburger Zaubersprüche im altgermanischen Kontext. S. 104–152.
- Stefan Schaffner: Die Götternamen des Zweiten Merseburger Zauberspruchs. S. 153–205.
- Roland Schuhmann: Wie ‚deutsch‘ ist der erste Merseburger Zauberspruch? Zur Provenienz des ersten Merseburger Zauberspruchs. S. 206–217.
- Heiner Eichner, Robert Nedoma (Hrsg.): „insprinc haptbandun“. Referate des Kolloquiums zu den Merseburger Zaubersprüchen auf der XI. Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft in Halle/Saale (17.–23. September 2000). Teil 2. In: Die Sprache. Zeitschrift für Sprachwissenschaft. Band 42 (2000/2001), Heft 1/2, Harrassowitz, Wiesbaden 2001, Vorlage:ISSN. Darin:
- Heiner Eichner, Robert Nedoma: Die Merseburger Zaubersprüche: Philologische und sprachwissenschaftliche Probleme aus heutiger Sicht. S. 1–195 (Vorlage:Webarchiv; Academia.edu [PDF; 4,1 MB])
- Heiner Eichner: Kurze „indo“-„germanische“ Betrachtungen über die atharvavedische Parallele zum Zweiten Merseburger Zauberspruch (mit Neubehandlung von AVŚ. IV 12). S. 211–233.
- Karl Hauck: Der religions- und sozialgeschichtliche Quellenwert der völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten. In: Heinrich Beck, Detlev Elmers, Kurt Schier (Hrsg.): Germanische Religionsgeschichte. Quellen und Quellenprobleme. Ergänzungsband 5 zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. De Gruyter, Berlin/New York 1992, ISBN 3-11-012872-1, S. 229 ff.
- Meinolf Schumacher: Geschichtenerzählzauber. Die „Merseburger Zaubersprüche“ und die Funktion der „historiola“ im magischen Ritual. In: Rüdiger Zymner (Hrsg.): Erzählte Welt – Welt des Erzählens. Festschrift für Dietrich Weber, Köln 2000, ISBN 3-934977-01-4, S. 201–215 (uni-bielefeld.de [PDF; 1,3 MB]).
- Hans-Hugo Steinhoff: Merseburger Zaubersprüche. In: Burghart Wachinger, Gundolf Keil, Kurt Ruh, Werner Schröder, Franz Josef Worstbrock (Hrsg.): Verfasserlexikon – Die deutsche Literatur des Mittelalters. 2. Auflage. Band 6. De Gruyter, Berlin/New York 1987, ISBN 3-11-010754-6, Sp. 410–418.
Weblinks
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- Handschriftenbeschreibung 6099. Merseburg, Domstiftsbibliothek, Cod. 136. In: Handschriftencensus. Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters. Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Philipps-Universität Marburg (Aufbewahrungsort, Inhalt, Kodikologie, Forschungsliteratur; – Text integriert aus: Paderborner Repertorium der deutschsprachigen Textüberlieferung des 8. bis 12. Jahrhunderts)
- Vorlage:Webarchiv Universität Wien, 25. Oktober 2006 (Abriss, diplomatischer und überlieferungskritischer Text und Übersetzung)
- Emendierter Grundtext und Abbildung des Faksimiles. In: Bibliotheca Augustana
Anmerkungen
[Bearbeiten]Im Literaturverzeichnis angegebene Literatur wird abgekürzt aufgeführt, alle anderen Darstellungen werden vollständig zitiert. <references />