Magnolien

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Die Magnolien (Magnolia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Magnoliengewächse (Magnoliaceae). Sie enthält über 350 Arten,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> die alle aus Ostasien oder Amerika stammen. Die Gattung wurde nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol (1638–1715) benannt.

Einige Magnolien-Arten und ihre Sorten sind beliebte Ziergehölze, darunter die Tulpen-Magnolie, die in Deutschland nicht selten einfach als „Magnolie“ bezeichnet wird.

Beschreibung

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Datei:Le magnolia a dinan - panoramio.jpg
Magnolie in der Stadt Dinan, Frankreich
Datei:Sternmagnolie.jpg
Blüten der Stern-Magnolie (Magnolia stellata)
Datei:Magnolia stellata.ogg
Zeitrafferaufnahme einer aufblühenden Stern-Magnolie (Magnolia stellata)
Datei:Dsc 0326 1 Jpg (151471251).jpeg
Ast einer Tulpen-Magnolie

Vegetative Merkmale

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Magnolien-Arten sind Sträucher oder Bäume, die sommer- oder immergrün sind. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet, manchmal an den Enden der Zweige gehäuft. Die Blattspreite ist immer einfach und der Blattrand ist glatt. Nebenblätter sind vorhanden und fallen bald nach dem Entfalten des zugehörigen Blattes ab. Die Form der Nebenblätter ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der Magnolien.

Generative Merkmale

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Viele Magnolien sind proterogyn, also vorweiblich. Die Blüten sitzen meist einzeln, endständig an den Zweigen, seltener auch an Kurztrieben in den Blattachseln. Die Blüten werden bei einigen Arten schon in der vorhergehenden Vegetationsperiode angelegt und blühen im Frühling auf, bevor die ersten Blätter erscheinen, was die Pflanzen als Ziergehölze besonders attraktiv macht. Die zwittrigen, meist duftenden Blüten sind azyklisch aufgebaut, das heißt, sie sind nicht in Blütenblattkreise gegliedert, und die Blütenblätter stehen nicht in Wirteln zusammen, sondern alle Blütenteile stehen schraubig angeordnet an einer Blütenachse. Pro Blüte gibt es viele (6 bis über 15), oft gleichgestaltete Blütenhüllblätter, viele Staubblätter und viele oberständige, meist freie Fruchtblätter (in unbestimmter Anzahl).

Im Falle erfolgreicher Bestäubung entstehen an der verlängerten Blütenachse, schraubig angeordnet, viele balgförmige Früchtchen in einer Sammelbalgfrucht. Deren Samen, mit meist einer farbigen Sarkotesta, hängen meist an langen, zähen Fäden (Funiculus) aus der reifen „Frucht“ herunter.<ref>K. Kubitzki, Jens G. Rohwer, Volker Bittrich: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. II: Flowering Plants Dicotyledons. Springer Science+Business Media Verlag, 1993, ISBN 3-540-55509-9, S. 391–402.</ref>

All dies sind sehr ursprüngliche Merkmale.

Giftstoffe, Wirkung und Symptome

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Magnolien gelten als nur leicht giftig, das Alkaloid Magnoflorin findet sich hauptsächlich in der Rinde und im Holz. Vergiftungserscheinungen können Haut- und Schleimhautblasen sowie Krämpfe sein.

Bestäubung

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Magnolien-Arten werden durch Käfer bestäubt. Die Gattung reicht bis in die Kreidezeit (über 100 Mio. Jahre) zurück.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Gefährdung

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Die Bournemouth University teilte am 4. April 2007 mit, die Rote Liste der Magnoliengewächse führe 132 von insgesamt 245 Arten als gefährdet. Als Hauptursachen der Bedrohung werden die Zerstörung der natürlichen Lebensräume der Magnolien für die Landwirtschaft sowie deren übermäßige Ausbeutung angesehen.<ref name="CiCuzz">D. Cicuzza, A. Newton, S. Oldfield (2007): The Red List of Magnoliaceae. Fauna & Flora International, 56 S., ISBN 978-1-903703-23-6 Online, abgerufen am 8. September 2007 (PDF; 2,1 MB)</ref>

Nutzung

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Magnolien werden vor allem aufgrund ihrer großen, auffälligen Blüten als Ziergehölze sehr geschätzt. Einige Arten wie Magnolia officinalis werden arzneilich in der Traditionellen chinesischen Medizin verwendet oder dienen als Nahrungsmittel, so die Arten Magnolia cylindrica und Magnolia hedyosperma.<ref name="CiCuzz"/> Das Holz der Magnolia obovata wird in Japan für die traditionelle Herstellung von Schwertscheiden und -griffen verwendet.

In Mitteleuropa kultivierte Arten und Hybriden

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Datei:Magnolia grandiflora2.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Magnolia: Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora)
Datei:Magnolia grandiflora BW 1.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Magnolia: „Fruchtzapfen“ der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora)
Datei:Sweetbay Magnolia Magnolia virginiana Berries 1800px.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Magnolia: Sumpf-Magnolie (Magnolia virginiana)
Datei:Magnolia delavayi flower.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Gwillimia: Magnolia delavayi
Datei:Magnolia tripetala JPG1b.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Rhytidospermum: Schirm-Magnolie (Magnolia tripetala)
Datei:Magnolia fraseri1a.UME.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Auriculatae: Berg-Magnolie (Magnolia fraseri)
Datei:Magnolia macrophylla flower.jpg
Untergattung Magnolia Sektion Macrophyllae: Großblättrige Magnolie (Magnolia macrophylla)
Datei:Magnolia acuminata fruit.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata)
Datei:Magnolia kobus borealis1.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania:Kobushi-Magnolie (Magnolia kobus)
Datei:Magnolia liliiflora3.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora)
Datei:Magnolia-loebneri.JPG
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Blüte von Magnolia × loebneri
Datei:Magnolia liliiflora aufbluehend.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Aufblühende Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora)
Datei:Magnolia liliiflora Bluete Detailansicht.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora)
Datei:Magnolia stellata fleurs.jpg
Untergattung Yulania Sektion Yulania: Stern-Magnolie (Magnolia stellata)
Datei:Michelia Champaca Malaysia.jpg
Untergattung Yulania Sektion Michelia: Champaka (Magnolia champaca)
Datei:Magnolien Samen.jpg
Rote Samen in Balgfrucht einer Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana)
Datei:Blüte der Tulpemmagniolie.jpg
Die in Mitteleuropa am häufigsten gepflanzte Magnolie, die Tulpen-Magnolie (Magnolia × soulangeana)
Datei:Wiki Magnoliea.JPG
Magnolie hellrosa
Datei:20190619 MagnoliaObovata Destedt DSC08923 crop PtrQs.jpg
Frucht der Honoki-Magnolie
Datei:Bloemknop van een Magnolia, 05-03-2024. (actm.) 01.jpg
Blütenknospe

Es gibt zahlreiche Magnolien-Hybriden, die aus gärtnerischer Kultur hervorgegangen sind. Sie wurden nach wünschenswerten Merkmalen wie Habitus, Blütengröße und Blütenfarbe ausgelesen. Das Ergebnis sind rosa, weinrote und gelbe Blütenfarben, die sich in Größe und Form von Magnolia × soulangeana unterscheiden.

Systematik

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Die folgende Darstellung der Systematik der Gattung folgt Figlar & Nooteboom: Notes on Magnoliaceae IV. Blumea 49: 87–100, 2004. Dabei wurden die früheren Gattungen Magnolia Vorlage:Person, Manglietia Vorlage:Person, Michelia Vorlage:Person, Talauma Vorlage:Person, Aromadendron Vorlage:Person, Kmeria Vorlage:Person, Pachylarnax Vorlage:Person, Alcimandra Vorlage:Person zu einer Gattung zusammengefasst; das sind alle Gattungen des früheren Umfangs der Familie der Magnoliaceae, die der heutigen Unterfamilie der Magnolioideae entspricht; es bleibt also lediglich die zwei Arten umfassende Gattung Liriodendron, also die Unterfamilie Liriodendroideae, außen vor. Die Magnolia sind nun die einzige Gattung der Unterfamilie Magnolioideae. Die Gattung wird gegliedert in drei Untergattungen, zwölf Sektionen und einige Untersektionen:

Weitere Arten ohne Zuordnung zu einer Sektion (neu beschrieben seit 2016):

Symbolische Bedeutung

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Die Magnolie ist ein Nationalsymbol Nordkoreas,<ref>Vorlage:Webarchiv korea-dpr.com</ref> abgebildet meist in Form der Sommer-Magnolie.

Der amerikanische Bundesstaat Mississippi wird als „Magnolienstaat“ bezeichnet.

Die Jackson-Magnolie steht in Washington D.C.

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Vorlage:Commons Vorlage:Wiktionary

Quellen

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  • Yuhu Liu, Nianhe Xia, Liu Yuhu, Hans P. Nooteboom: Magnoliaceae: Magnolia, 61 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 – Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. (Abschnitt Beschreibung, aber noch nicht Systematik; diese ist von 2008 statt der hier dargestellten von 2004).
  • Frederick Gustav Meyer: Magnoliaceae: Magnolia - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 3 – Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York u. a. 1997, ISBN 0-19-511246-6.

Einzelnachweise

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<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> </references>

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