Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist ein Landkreis im Nordwesten des Landes Brandenburg.
Geografie
[Bearbeiten]Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin umfasst den Ostteil der Prignitz, den Hauptteil des Ruppiner Landes sowie das Ländchen Bellin des Havellandes. Naturräumlich wird er unter anderem eingenommen durch die Wittstock-Ruppiner Heide (einschließlich der Ruppiner Schweiz), das Neustrelitzer Kleinseenland (Bereich Rheinsberger Seengebiet), die Ruppiner Platte, das Rhinluch und die Rüthnicker Heide.
Nachbarkreise sind im Norden die mecklenburg-vorpommerischen Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte, im Osten der Landkreis Oberhavel, im Süden der Landkreis Havelland, im Südwesten der sachsen-anhaltische Landkreis Stendal und im Westen der Landkreis Prignitz.
Zum Landkreis gehören fünf der 100 flächengrößten Gemeinden Deutschlands (Wittstock/Dosse, Rheinsberg, Neuruppin, Fehrbellin, Heiligengrabe). Ostprignitz-Ruppin ist der flächenmäßig drittgrößte Landkreis Brandenburgs und steht deutschlandweit an neunter Stelle.
Gemeinden
[Bearbeiten]Nach der Gemeindegebietsreform 2003 umfasste der Landkreis 23 Gemeinden, darunter sechs Städte.
Die Gemeinden Herzsprung und Königsberg erreichten 2004 einen Beschluss des Landesverfassungsgerichts, dass ihre Zwangseingemeindung am 26. Oktober 2003 in die Stadt Wittstock/Dosse aus Formfehlern nichtig war. Sie wurden solange vom Amt Wittstock/Dosse verwaltet, bis sie sich entschieden, in welche Gemeinde sie eingemeindet werden sollen. Seit dem 1. Januar 2005 gehören sie als Ortsteile zur Gemeinde Heiligengrabe.
(Einwohner am {{#time: j. F Y |Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BB }})<ref>Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl DE-BB</ref>
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Ämter und zugehörige Gemeinden 1. Lindow (Mark) (Vorlage:EWZ)
2. Neustadt (Dosse) (Vorlage:EWZ)
3. Temnitz (Vorlage:EWZ) (Amtssitz: Walsleben) |
Geschichte
[Bearbeiten]Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin entstand am 6. Dezember 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der Landkreise Wittstock, Kyritz und Neuruppin. Bestrebungen, die Ostprignitz mit dem jetzigen Landkreis Prignitz in einem die ganze Prignitz umfassenden Landkreis zu vereinen, wurden von der Landesregierung abgelehnt.
Auf dem Gebiet der Städte Wittstock/Dosse, Rheinsberg und Neuruppin sowie der Gemeinde Temnitzquell liegt der ehemalige Truppenübungsplatz Wittstock (Bombodrom). Pläne der Bundesregierung, diesen zu einem Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr auszubauen, waren seit 1993 juristisch und politisch heftig umstritten. 2009 gab Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung den Verzicht auf das Gelände bekannt.
Bevölkerungsentwicklung
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Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen Jahres<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 8–9</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals)</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
[Bearbeiten]| Vorlage:Wahldiagramm | Vorlage:Sitzverteilung |
Kreistag
[Bearbeiten]Die nunmehr 50 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 9. Juni 2024 wie folgt auf Parteien, Wählergruppen und Einwahlvorschläge:<ref name=":0">Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 9. Juni 2024</ref>
| Partei/Gruppierung | Stimmen 2014 | Stimmen 2019<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> | Stimmen 2024 | Sitze 2014 | Sitze 2019 | Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AfD | — | 12,7 % | 26,1 % | — | 6 | 13 | |
| CDU | 22,4 % | 20,1 % | 22,2 % | 10 | 9 | 11 | |
| SPD | 24,5 % | 17,9 % | 14,5 % | 11 | 8 | 7 | |
| Die Linke | 19,9 % | 16,2 % | 8,5 % | 9 | 7 | 4 | |
| BVB/Freie Wähler | 4,2 % | 5,6 % | 8,2 % | 2 | 3 | 4 | |
| Wählergruppe des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin | 9,8 % | 9,5 % | 6,2 % | 5 | 4 | 3 | |
| Bündnis 90/Die Grünen | 7,3 % | 10,0 % | 6,2 % | 4 | 5 | 3 | |
| Pro Ruppin | 1,9 % | 2,7 % | 3,9 % | 1 | 1 | 2 | |
| Freie Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin | 2,6 % | 1,8 % | 2,0 % | 1 | 1 | 1 | |
| FDP | 4,3 % | 3,6 % | 1,4 % | 2 | 2 | 1 | |
| Einzelwahlbewerber König | — | — | 0,8 % | — | — | 1 | |
| Brandenburgische Gemeinde Ruppin | 2,7 % | — | — | 1 | — | — |
Landrat
[Bearbeiten]- 1994–2010: Christian Gilde (SPD)
- seit 2010: Ralf Reinhardt (SPD)
Reinhardt erreichte in der Landratsstichwahl am 6. Mai 2018 59,0 % der gültigen Stimmen<ref>Ergebnis der Landratsstichwahl am 6. Mai 2018</ref> Allerdings verfehlte er durch die geringe Wahlbeteiligung von 24,6 % das erforderliche Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag zu entscheiden. Er wählte Reinhardt am 6. September 2018 entsprechend § 72 (2) und 83 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes<ref>§ 72 (2) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes</ref> für eine weitere Amtszeit von acht Jahren zum Landrat.<ref>Losentscheid rettet SPD-Landrat in Ostprignitz-Ruppin. In: Märkische Allgemeine, 6. September 2018</ref>
Wappen, Dienstsiegel und Flagge
[Bearbeiten]Der Landkreis erhielt am 2. Mai 1993 die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen zu führen.
Blasonierung: „Gespalten durch eine silberne Deichsel; oben in Rot ein goldbewehrter silberner Adler; unten in Grün vorn eine rotgebundene goldene Lilie, hinten eine rotbelegte goldene Mitra.“<ref name="hauptsatzung">Vorlage:Webarchiv (PDF)</ref> Der Adler oben im Wappen stammt von den Grafen von Arnstein, die im 13. Jahrhundert Ruppin regierten. Links eine Lilie, die die Grafen von Plotho darstellt, eine wendische Familie, die Kyritz regierte, wo sie aus dem Magdeburger Raum ausgewandert waren und deutsche Familien wie die von Blumenthals mitbrachten. Die Mitra rechts symbolisiert Wittstock, als Bischof Heinrich I. Wittstock zur Hauptstadt des Fürstbistums Havelberg machte.
Das Dienstsiegel zeigt, vorbehaltlich anderer gesetzlicher Bestimmungen, das Kreiswappen mit der Umschrift „LANDKREIS OSTPRIGNITZ-RUPPIN – DER LANDRAT“.<ref name="hauptsatzung" />
Die Landkreisflagge ist Grün – Weiß – Rot (1:2:1) gestreift und mittig mit dem Kreiswappen belegt.<ref name="hauptsatzung" />
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Wappen
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Dienstsiegel
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Flagge
Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises zeigt die Liste der Wappen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.
Partnerschaft
[Bearbeiten]Seit Dezember 2018 besteht eine Partnerschaft mit dem Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen.<ref>Partner - jetzt auch per Vertrag. In: Märkische Allgemeine, 14. Dezember 2018</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten]Im Zukunftsatlas 2019 belegt der Landkreis Ostprignitz-Ruppin den Rang 373 von 401 kreisfreien Städten und Landkreisen in Deutschland.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Wirtschaft
[Bearbeiten]In der Region spielt der Erholungstourismus mit Camping-, Jagd- und Wassersportmöglichkeiten eine Rolle. Große Teile sind land- und forstwirtschaftlich geprägt.
Verkehr
[Bearbeiten]Durch den Landkreis verlaufen die Autobahnen A 19 und A 24.
Die Bundesstraßen 5, 102, 103, 112, 122, 167 und 189 verlaufen über das Kreisgebiet.
Wichtige Eisenbahnstrecken auf dem Gebiet des Kreises sind die Strecken Berlin–Hamburg, Wittenberge–Wittstock und Wittstock–Kremmen.
Schutzgebiete
[Bearbeiten]Im Landkreis befinden sich 18 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017). Vorlage:Hauptartikel Vorlage:Siehe auch
Kfz-Kennzeichen
[Bearbeiten]Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen OPR zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 18. März 2013 sind aufgrund der Kennzeichenliberalisierung zudem KY (Kyritz), NP (Neuruppin) und WK (Wittstock) erhältlich.
Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden
[Bearbeiten]In der Tabelle sind die Eingliederungen und Zusammenschlüsse von Gemeinden seit der Bildung des Landkreises am 5. Dezember 1993 erfasst<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 34–36.</ref>
Sonstiges
[Bearbeiten]Im Kreisgebiet wird gelegentlich noch ostniederdeutsches Platt gesprochen.
Siehe auch
[Bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten]- Ulrike Schwarz, Matthias Metzler: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Landkreis Ostprignitz-Ruppin 13.2 = Gemeinde Fehrbellin, Amt Lindow (Mark) und Stadt Rheinsberg. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2003. ISBN 978-3-88462-191-2
Weblinks
[Bearbeiten]- Offizielle Website des Landkreises Ostprignitz-Ruppin
Einzelnachweise
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Vorlage:Navigationsleiste Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg Vorlage:Normdaten