Hartweizen

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Der Hartweizen (Triticum durum Vorlage:Person), auch Durum, Durumweizen oder Glasweizen genannt, ist nach Weichweizen (Triticum aestivum) die wirtschaftlich bedeutendste Weizen-Art. Der Anbau erfolgt in der Regel als Sommergetreide. Er wird heute meist als Unterart Triticum turgidum subsp. durum Vorlage:Person eingestuft.<ref name="Conert1997" /><ref name="Euro+Med" />

Beschreibung

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Datei:Pšenica tvrdá, Triricum durum.JPG
Ährige Blütenstände
Datei:Triticum-durum-ear.JPG
Unreife Fruchtstände
Datei:Triticum durum grains on porcelain plate.JPG
Hartweizenkörner

Vegetative Merkmale

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Hartweizen wächst als krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimetern. Der Halm ist dickwandig und im oberen Bereich mit Mark erfüllt. Die Knoten sind kahl.<ref name="Conert1997" /> Die Blattspreiten sind 8 bis 16 Millimeter breit und kahl oder die unteren sehr kurz behaart.<ref name="Conert1997" />

Generative Merkmale

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Der ährige Blütenstand misst ohne Grannen 4 bis 6 Zentimeter, bei einer Breite von 12 bis 18 Millimetern.<ref name="Conert1997" /> Er ist seitlich zusammengedrückt und im Querschnitt annähernd ein Quadrat. Die Ährenachse ist zur Reife nicht brüchig, der Hartweizen ist also ein Nacktweizen. An der Ansatzstelle der Ährchen sitzen Haarbüschel. Die Ährchen enthalten vier bis sieben Blüten, von denen zwei bis vier fertil sind. Das Ährchen ist 10 bis 15 Millimeter lang, dabei länger als breit. Die Hüllspelzen sind 9 bis 12 mm lang<ref name="Conert1997" /> und damit fast so lang wie das unterste Blütchen. Sie sind häutig und scharf bis flügelig gekielt. Der Kiel läuft in einen aufrechten Zahn aus. Der Nebenkiel läuft in einen seitlichen Zahn aus.<ref name="Conert1997" /> Die Deckspelzen haben neun bis 15 Nerven, sind höchstens 12 Millimeter lang und tragen eine bis zu 20 Zentimeter lange Granne.<ref name="Conert1997" />

Die Karyopse ist länglich-spitz. Sie ist von der Deck- und Vorspelze locker umhüllt und fällt zur Reife aus der Ähre aus. Das Endosperm ist glasig.

Der Chromosomensatz ist allopolyploid mit 2n = 28.

Charakteristisch für Hartweizen sind sein hoher Glutengehalt, die gelbe Färbung und eine hohe Kochfestigkeit. Er weist einen höheren Proteingehalt und gleichzeitig niedrigere Stärkegehalte auf als Winterweichweizen.<ref name="LebensmittelLexikon2005">Vorlage:Literatur</ref>

Durchschnittliche Zusammensetzung

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Die Zusammensetzung von Hartweizen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz).

Angaben je 100 g essbarem Anteil:<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Bestandteile
Wasser 10,9 g
Eiweiß 13,7 g
Fett 2,5 g
Kohlenhydrate 71,1 gVorlage:FN
Mineralstoffe
Natrium 2 mg
Kalium 431 mg
Magnesium 144 mg
Calcium 34 mg
Eisen 3,2 mg
Zink 4,2 mg
Phosphor 508 mg
Vitamine
Retinol (Vit. A1) 0 µg
Thiamin (Vit. B1) 0,419 mg
Vitamin B6 0,419 mg
Folsäure 43 µg
Vitamin C 0 mg

Vorlage:FNZ

1 mg = 1000 µg

Der physiologische Brennwert beträgt 1424 kJ (339 kcal) je 100 g essbarem Anteil.

Verbreitung

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Hartweizen ist nur als Kultur bekannt. Entstanden ist er vermutlich aus dem Emmer (Triticum dicoccon). Er ist wärmeliebend und benötigt weniger als 500 mm Jahresniederschlag. Wichtige Anbaugebiete sind der Mittelmeerraum und Vorderasien.<ref name="WFranke" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Hartweizen stellt etwa 10 % der Weltweizenmenge.<ref name="WFranke">Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen. 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, ISBN 3-13-530404-3, S. 82.</ref> Die wichtigsten Anbauländer in Europa für Hartweizen waren 2007 Italien (4 Mio. t), Frankreich (1,9 Mio. t), Spanien (1,2 Mio. t) und Griechenland (0,9 Mio. t). In Deutschland wurden im selben Jahr 38.000 t und in Österreich 53.000 t geerntet.<ref>Getreide-Jahrbuch 2008/2009, Hrsg. Verlag Moritz Schäfer, Detmold (Zahlen der ZMP und von nationalen Statistiken).</ref>

Die in Deutschland aktuell (2014) zugelassenen Hartweizensorten (6 Winter- und 10 Sommerhartweizensorten) werden in der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes aufgeführt.<ref>Beschreibende Sortenliste für Getreide, Seite 142 ff, abgerufen am 4. Oktober 2021</ref>

Taxonomie

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Der Hartweizen wurde 1798 durch René Louiche Desfontaines in Flora Atlantica: sive historia plantarum quae in Atlante, agro tunetano et algeriensi crescunt Band 1(1), S. 114 als Triticum durum erstbeschrieben. Die Art wurde 1899 von Husnot in Graminees. Descriptions, Figures et Usages ... France, Belgique, Isles Britanniques . . ., Band 4, S. 80 als Unterart Triticum turgidum subsp. durum zu Triticum turgidum gestellt. Synonyme von Triticum turgidum subsp. durum Vorlage:Person sind Triticum sativum subsp. durum Vorlage:Person, Triticum aestivum subsp. durum Vorlage:Person, Triticum siculum Vorlage:Person<ref name="Conert1997" /><ref name="Euro+Med" />

Nutzung

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Der Hartweizen ist besonders proteinreich (Durchschnittsgehalt etwa 16 %). Aus dem Grieß oder Dunst des Hartweizens lassen sich elastische Teige<ref name="WFranke" /> gewinnen, die sich besonders zur Herstellung von Teigwaren, insbesondere zur klassischen italienischen Pasta eignen. Auch Couscous und Bulgur werden aus Hartweizen hergestellt. Brot lässt sich aus Hartweizen herstellen, jedoch ist dafür Weichweizenmehl die kostengünstigere und leichter verfügbare Option.

Sonstiges

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In der Europäischen Union übersteigt der Verbrauch die Produktion. Um den Preis dennoch niedrig zu halten, besteht auf Hartweizen Ausfuhrzoll – derzeit (Stand Mai 2016) der einzige der EU.<ref>Bundeszollverwaltung: Grundsätzliches zu Zöllen und Steuern im Ausfuhrverfahren, Informationen, abgerufen am 16. März 2014.</ref>

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Vorlage:Commons Vorlage:Wiktionary

Belege

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  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise

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<references> <ref name="Conert1997">Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 838–839. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.</ref> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora</ref> <ref name="Euro+Med"> B.Valdés, H.Scholz; with contributions from Eckhard von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Triticum turgidum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Vorlage:Normdaten