Gaia (Mythologie)

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Datei:Gaia (Kylix detail).jpg
Gaia. Detail aus der Gigantenschlacht. Darstellung 1886<ref>Vorlage:Roscher (dort Verweis auf Taf. 56, Fig. 1 in Alexander Conze: Heroen- und Götter-Gestalten der griechischen Kunst. 2 Lieferungen = 2 Abtheilungen. Waldheim, Wien 1874–1875).</ref> nach einer attisch-rotfigurigen Schale (410–400 v. Chr.).<ref group="D" name="Schale" />

Gaia oder Ge (Vorlage:GrcS oder Vorlage:Lang, dorisch Vorlage:Lang), deutsch auch Gäa, ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde und eine der ersten Gottheiten. Ihr Name ist indoeuropäischen Ursprungs und bedeutet möglicherweise die Gebärerin.<ref>Michael Meier-Brügger: Zu griechisch γῆ und γαῖα. In: Münchener Studien zur Sprachwissenschaft. 53, 1992, S. 113–116.</ref> Ihre Entsprechung in der römischen Mythologie ist Tellus.

Mythos

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Abstammung und Entmannung des Uranos

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In Hesiods Theogonie entsteht Gaia als eine der ersten Gottheiten folgend dem Chaos. Ihre Geschwister sind Tartaros, Eros, Erebos und Nyx.<ref group="Q">Hesiod, Theogonie 116–124.</ref> Für die Orphiker ist Hydros (Wasser) die Urgottheit, aus der nach ihrer Vorstellung Gaia als einzige Gottheit ohne Befruchtung hervorgegangen ist.<ref group="Q" name="orpheus">Orpheus, Fragmente 54 & 57 Kern.</ref> Der Mythograph Hyginus nennt als Eltern der Gaia Aither und Hemera.<ref group="Q" name="pra">Hyginus, Praefatio.</ref>

Bei Hesiod gebiert Gaia dem Uranos die Titanen, die einäugigen Kyklopen und schließlich die hundertarmigen Hekatoncheiren. Dem Vater sind seine Kinder verhasst, darum hält er sie in Gaia (in der Höhlung der Erde) versteckt und freut sich seiner Tat. Gaia sinnt auf eine List, sie bringt das unzerbrechliche graue Adamant hervor und macht daraus eine gezähnte Sichel. Dann fordert sie ihre Kinder auf, sich gegen den Vater aufzulehnen. Der Titan Kronos folgt ihr als einziger. Als Uranos sich voll Verlangen Gaia nähert, schneidet Kronos ihm mit der Sichel das Geschlechtsteil ab und wirft es fort. Das aus der Wunde des Uranos fließende Blut befruchtet Gaia und sie gebiert die Giganten, die Erinnyen und die melischen Nymphen.<ref group="Q" name="hesoid154">Hesiod, Theogonie 154–187.</ref>

In der Bibliotheke des Apollodor überredet Gaia aus Ärger darüber, dass Uranos die Hekatoncheiren und die Kyklopen in den Tartaros verbannt hat, die Titanen dazu, über ihren Vater herzufallen. Kronos gibt ihnen die Sichel, und alle Titanen außer Okeanos wenden sich gegen Uranos. Kronos entmannt ihn, und Gaia gebiert aus seinem Blut die Giganten und die Erinnyen. Die Titanen befreien ihre Geschwister aus dem Tartaros und ernennen Kronos zum höchsten Herrscher.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,1–5.</ref>

Titanomachie

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Vorlage:Hauptartikel In der Theogonie sagen Uranos und Gaia dem Kronos voraus, dass einer seiner Nachkommen ihn stürzen würde, so wie er seinen Vater entmachtet hat. Kronos verschlingt daraufhin jedes Kind, sobald es von seiner Gemahlin Rhea geboren worden ist. Als Rhea aber den Zeus erwartet, bittet sie Gaia, ihn vor Kronos zu verstecken. Anstatt des Kindes bringt Rhea diesem einen gewindelten Stein, den dieser verschlingt, und Gaia zieht Zeus heimlich in Kreta auf. Als Zeus herangewachsen ist, überredet er die Okeanide Metis, dem Kronos ein Brechmittel in seinen Trank zu geben, sodass er die Kinder mitsamt dem Stein erbricht. Diese geben Zeus zum Dank den Donner, den Zündkeil und den Blitz, die Gaia in sich verborgen hatte.<ref group="Q">Hesiod, Theogonie 453–506</ref> Zeus und seine Geschwister führen daraufhin zehn Jahre Krieg gegen die Titanen, bis Gaia ihnen den Ort zeigt, an dem die Kyklopen und Hekatoncheiren gefangen gehalten werden. Zeus befreit sie und gemeinsam besiegen sie die Titanen und verbannen sie in den Tartaros, wo sie von den Hekatoncheiren bewacht werden.<ref group="Q">Hesiod, Theogonie 617–735.</ref> Auf Gaias Rat wird Zeus von den anderen Göttern zu ihrem Obersten gemacht.<ref group="Q">Hesiod, Theogonie 881–884</ref> Auch laut der Bibliotheke kann Zeus mit Hilfe der aus dem Tartaros befreiten Hekatoncheiren und Kyklopen die Titanen besiegen.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,6.</ref>

Der Titan Prometheus beklagt sich in Der gefesselte Prometheus des Aischylos darüber, dass er vergeblich seine Geschwister gewarnt habe, diese hätten nicht auf die Prophezeiung von Uranos und Gaia hören wollen.<ref group="Q">Aischylos, Der gefesselte Prometheus 206 ff.</ref>

Gigantomachie

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Vorlage:Hauptartikel Die Gigantomachie wird erstmals in der Bibliotheke ausführlich beschrieben. Gaia zeugt mit Tartaros aus Ärger über die Gefangennahme ihrer Kinder, der Titanen, die Giganten, die von ihr aufgestachelt werden, den Olymp zu stürmen. Da die Giganten, wie die Olympier vom Orakel erfahren, nicht von der Hand eines Gottes getötet werden können, holen diese Zeus’ Sohn Herakles an ihre Seite. Doch Gaia macht sich auf die Suche nach einer Pflanze, die die Giganten dennoch unbesiegbar machen soll. Zeus aber bittet Eos, Selene und Helios darum, kein Licht mehr zu spenden, und findet in der Nacht selbst das Kraut. Die Götter besiegen mit Herakles’ Hilfe die Giganten und Gaia zeugt, erzürnt über die Niederlage, mit Tartaros den Typhoeos.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,34–39.</ref>

In der Dionysiaka des Nonnos bittet Hera sie darum, etwas gegen die Taten des Zeus und des Dionysos zu unternehmen, der das erdgeborene Volk der Inder in seinem Feldzug bekämpft hat. Gaia ist darüber so erzürnt, dass sie ihre Kinder, die Titanen und Giganten, aussendet um Dionysos zu bekämpfen und lebend oder tot zu ihr zu bringen.<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 48,6.</ref>

Nachkommen

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Datei:Birth Erikhthonios Staatliche Antikensammlungen 2413.jpg
Die Geburt des Erichthonios: Athena nimmt aus den Händen der Mutter Gaia den Knaben Erichthonios in Empfang. Auf der linken Seite Hephaistos. Attisch-rotfiguriger Stamnos, 470–460 v. Chr.<ref group="D" name="sta" />

In der Theogonie gebiert Gaia ohne Befruchtung Uranos, Ourea und Pontos.

Mit Uranos zeugt sie daraufhin die Titanen Okeanos, Koios, Kreios, Iapetos, Hyperion, Theia, Rhea, Mnemosyne, Themis, Phoibe, Tethys und Kronos, die Kyklopen Brontes, Steropes und Arges sowie die Hekatoncheiren Briareos, Gyges und Kottos.<ref group="Q">Hesiod: Theogonie 126–138.</ref>

Aus Uranos’ Blut, das nach seiner Entmannung auf Gaia fällt, wachsen die Giganten, die Erinnyen und die Meliaden, die alle nicht näher benannt werden.<ref group="Q" name="hesoid154" />

Von Pontos bekommt sie die Kinder Nereus, Keto, Phorkys, Thaumas und Eurybia.<ref group="Q">Hesiod, Theogonie 228–234.</ref> Als Zeus später den Kronos stürzt und mit den Titanen kämpft, zeugt Gaia mit Tartaros den Typhoeos und sendet diesen gegen die olympischen Götter aus. Sie muss sich aber fügen und die Oberherrschaft des Zeus anerkennen.

Nach anderen, Hesiod zugeschriebenen, Texten zeugt sie mit Poseidon den Laistrygon,<ref group="Q" name="katalog">Hesiod, Katalog der Frauen Fragment 40A.</ref> und bringt den Skorpios hervor<ref group="Q">Hesiod, Astronomie Fragment 4.</ref> Mit Epaphos ist sie zudem Erzeugerin zahlreicher menschlicher Völker, namentlich der Hemikunoi, Libyes, Aithiopes, Katoudaioi, Pygmaioi, Melanokhrotoi, Skythes, Laistrygones und Hyperboreoi.<ref group="Q" name="katalog" />

In Homers Odyssee bringt sie den Tityos<ref group="Q">Homer, Odyssee 11,580</ref> hervor und in der Ilias zeugt sie mit Hephaistos den Erichthonios.<ref group="Q">Homer, Ilias</ref> Der Epiker Eumelos nennt als Nachkommen der Gaia mit Uranos die Kyklopen und die Hekatoncheiren.<ref group="Q">Eumelos, Titanomachia Fragment 1</ref> In den Texten der Orphiker zeugt sie mit Hydros, aus dem sie selbst hervorging, den Kronos und die Ananke.<ref group="Q" name="orpheus" />

In der archaischen Lyrik werden ebenfalls Nachkommen der Gaia genannt. Bei Alkaios stammen die Phaiaken von ihr ab,<ref group="Q">Alkaios von Lesbos Fragment 441.</ref> bei Simonides der Ätna<ref group="Q">Simonides von Keos Fragment 52</ref> und bei Bakchylides wird Aristaios genannt.<ref group="Q">Bakchylides Fragment 45. In: David A. Campbell: Greek Lyric: Bacchylides, Corinna, and others. Band 4, Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1992.</ref> In einem anonymen Fragment werden die Kabiren, Dysaules, Pelasgos, Alalkomeneos und Iarbas genannt.<ref group="Q">Anonymes Fragment 985. In: David A. Campbell: Greek Lyric: Bacchylides, Corinna, and others. Band 5, Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1993.</ref>

Der Tragödiendichter Aischylos nennt als Nachkommen der Gaia in seinem Stück Der gefesselte Prometheus den Riesen Argos,<ref group="Q">Aischylos, Der gefesselte Prometheus 566.</ref> den Titanen Prometheus<ref group="Q">Aischylos, Der gefesselte Prometheus 211.</ref>, sowie die Titanen Okeanos, Kronos und Tethys<ref group="Q">Aischylos, Der gefesselte Prometheus 207.</ref> Zephyr wird in Agamemnon genannt<ref group="Q">Aischylos, Agamemnon 690.</ref> und Themis und Phoibe in den Eumeniden.<ref group="Q">Aischylos, Eumeniden 1.</ref> In dem Stück Die Schutzflehenden nennt er noch Palaichthon.<ref group="Q">Aischylos, Die Schutzflehenden 250.</ref>

Nach Apollonios gebiert Gaia den Drachen Cholkykos,<ref group="Q">Apollonios von Rhodos 2,1215.</ref> nach Kallimachos ist sie mit Hephaistos die Mutter des Erichthonios<ref group="Q">Kallimachos, Hekale Fragment 260</ref> und bei Strabon werden die Korybanten als Kinder genannt.<ref group="Q">Strabon 10,3,9.</ref> Nach Diodor zeugt sie mit Uranus die Titanen, deren Namen die aus der Theogonie sind, sowie die nicht namentlich genannten Kyklopen und Hekatoncheiren und sie gebiert die Korybanten.<ref group="Q">Diodor 5,65–66.</ref>

Stammbaum nach Hesiods Theogonie

Vorlage:Stammbaum/Start Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum/Ende

Vergil nennt in seinem Epos Aeneis Enkelados und Koios, sowie Pheme<ref group="Q">Vergil, Aeneis 4,174.</ref> und Tityos<ref group="Q">Vergil, Aeneis 6,595.</ref> als Nachkommen. Nach Ovids Metamorphosen gebiert sie den Python<ref group="Q">Ovid, Metamorphosen 1,438.</ref> und von einem Regenguss befruchtet die Korybanten.<ref group="Q">Ovid, Metamorphosen 4,282.</ref> Nach den Fasti gebiert sie den Ophiotauros<ref group="Q">Ovid, Fasti 3,793.</ref> und wird von einem Ochsenfell befruchtet, das mit dem Urin von Zeus, Poseidon und Hermes vollgesogen ist und bringt daraus den Orion hervor.<ref group="Q">Ovid, Fasti 5,493.</ref> Im Thebais von Statius ist Gaia die Mutter des Drachen Nemeios.<ref group="Q">Statius, Thebais 5,505.</ref>

In der Bibliotheke des Apollodor zeugt sie mit Uranos die Titanen, Kyklopen und Hekatoncheiren, die auch dieselben Namen tragen, wie bei Hesiod. Als weiterer Titan wird Dione genannt.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,2.</ref> Wie bei Hesiod wachsen aus ihr die Erinnyen und die Giganten aus dem Blut des Uranos hervor, erhalten hier jedoch Namen. Die Erinnyen heißen Tisiphone, Megaira und Alekto und die Giganten sind Alkyoneus, Porphyrion, Enkelados, Ephialtes, Eurytos, Klytios, Mimas, Pallas, Polybotes, Hippolytos, Agrios und Thoon.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,3; 1,34.</ref> Von Okeanos bekommt sie den Triptolemos, von Tartaros den Typhon<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,39.</ref> und die Echidna,<ref group="Q" name="biblio24">Bibliotheke des Apollodor 2,4</ref> von Poseidon den Antaios<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 2,115.</ref> und von Hephaistos bekommt sie den Erichthonios.<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 3,188.</ref> Aus sich selbst bringt sie den Orion<ref group="Q">Bibliotheke des Apollodor 1,25.</ref> und den Argos<ref group="Q" name="biblio24" /> hervor.

Nach HyginusPraefatio zeugt sie mit Aither den Pontos und den Tartaros sowie die Titanen und die Erinnyen. Die Erinnyen heißen bei ihm Briareos, Gyes und Steropes, von den Titanen nennt er Okeanos, Themis, Hyperion, Koios, Kronos, Rhea, Mnemosyne, Dione, Atlas und Polos. Mit Tartaros zeugt sie die Giganten Enkelados, Koios, Astraios, Peloros, Pallas, Emphytos, Rhoikos, Agrios, Ephialtes, Eurytos, Theomises, Theodamas, Otos, Typhon, Polybotes und Iapetos.<ref group="Q" name="pra" /> Als weitere Kinder Gaias mit Aither nennt er Dolor, Dolus, Ira, Luctus, Mendacium, Justiurandum, Ultio, Intermperantia, Altercatio, Oblivio, Socordia, Timor, Superbia, Incestum und Pugna.<ref group="Q" name="pra" /> Nach Hyginus’ Fabulae zeugt sie mit Poseidon den Antaios<ref group="Q">Hyginus, Fabulae 31.</ref> und gebiert den Kekrops.<ref group="Q">Hyginus, Fabulae 48.</ref> Zudem wird sie wie bei Ovid von einem Ochsenfell befruchtet und bringt den Orion zur Welt.<ref group="Q">Hyginus, Fabulae 140; Astronomica 2,34.</ref> Nach Hyginus Astronomica bringt Gaia den Skorpios zur Welt.<ref group="Q">Hyginus, Astronomica 2,26.</ref>

In Pausanias Reisen in Griechenland wird sie als Mutter des Anax und des Hyllos<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 1,35,6f.</ref> sowie des Areion<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 8,25,8–9.</ref> genannt. Bei Antoninus Liberalis ist sie die Mutter des Kekrops<ref group="Q">Antoninus Liberalis 6.</ref> und bei Flavius Philostratos mit Poseidon die des Antaios.<ref group="Q">Flavius Philostratos 2,21.</ref> Bei Athenaios ist sie Mutter des Sykeus.<ref group="Q">Athenaios 78a.</ref>

In der Dionysiaka des spätantiken Epikers Nonnos werden als Nachkommen Silenos,<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 29,243.</ref> Tityos<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 4,33.</ref> und Argos<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 20,35.</ref> sowie die Korybanten<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 13,135; 14,23.</ref> und die Daktylen<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 14,23.</ref> genannt. Als Mutter der Giganten erscheint sie im Zusammenhang mit den Giganten Alpus<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 45,174.</ref> und Damasen.<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 25,452.</ref> Mit Zeus zeugt sie die Zyprischen Kentauren.<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 14,193; 32,65.</ref> und den Orion, wie bei Ovid und Hyginus befruchtet von einem Ochsenfell.<ref group="Q">Nonnos, Dionysiaka 13,96.</ref>

Stammbaum nach Pseudo-Apollodors Bibliotheke

Vorlage:Stammbaum/Start Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum Vorlage:Stammbaum/Ende

Bedeutung

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Gaias Bedeutung in der Mythologie wie im Kult liegt hauptsächlich in der Vorstellung der Griechen über die Erde begründet. Aus dieser Vorstellung leitet sich sowohl Gaias Hauptbedeutung als Muttergottheit ab, die alles Lebende hervorbringt und ernährt, als auch die einer Todesgottheit, die den Menschen nach dessen Tod in ihren Schoß aufnimmt. Sie wurde aber auch als Rachegottheit und Orakelgottheit aufgefasst.<ref>Vorlage:Roscher</ref>

Als segenspendende Erdgöttin wird Gaia bereits in einer der Homerischen Hymnen besungen<ref group="Q">Homer, Hymne 30.</ref> und auch entsprechend kultisch verehrt. In den Mythen und ihren Darstellungen ist dieser Aspekt der bedeutendste. Gaia ist seit Hesiod die Urgöttin in der theogonischen Dichtung. Von ihr stammen die Beherrscher der Welt ab, die Titanen und aus denen die Olympischen Götter, sowie deren Herausforderer die Giganten und Typhon. Dazu ist sie die Mutter des personifizierten Himmels Uranos und des Meeres Pontos und damit die Ahnin eines großen Teils der griechischen Götterwelt.

Ihre bereits im Alten Orient angelegte Funktion als Muttergöttin behält sie im Grunde die ganze Antike über bei, wenn auch Abwandlungen stattfanden. So werden ihr und ihrer Göttergeneration in den Theogonien der Orphiker frühere Wesen vorgeschaltet oder seit dem Derveni-Papyrus Nyx stärker betont. Die Darstellung der Gaia ist bei Hesiod ausgeprägt anthropomorph, spätere Dichter stellen sie, besonders bei der Verbindung von ihr mit Uranos, als Naturallegorie dar.<ref name="DNP"> Vorlage:DNP</ref>

Als Todesgöttin ist sie in Attika nachweisbar. In Die Perser von Aischylos bittet der Chor die Königin Atossa, Spenden in die Erde zu gießen, während er die chthonischen Götter Gaia, Hermes und Hades anfleht, den Schatten des vorherigen Königs Dareios wieder hinaufzusenden.<ref group="Q">Aischylos, Die Perser 621 ff.</ref> Im Kult und in Darstellungen zeigt sich diese Bedeutung etwa in Fruchtopfern nach Begräbnissen, in Reliefs auf Sarkophagen oder Idolen in attischen Gräbern.<ref>Eduard Gerhard: Gesammelte akademische Abhandlungen und kleine Schriften. Reimer, Berlin 1866, S. 232 (Digitalisat).</ref>

Als rächende Gottheit erscheint sie, wenn Eide auf ihren Namen abgelegt werden, da dies nur bei Göttern geschah, von denen bei Eidbruch Rache zu erwarten war. In der Religion des antiken Griechenland werden die Schatten der Verstorbenen unter der Erde gerichtet, weshalb Eide besonders auf Gottheiten mit Bezug zur Erde geleistet wurden. In Aischylos’ Choephoren werden Hermes, alle chthonischen Götter und schließlich Gaia von Elektra angefleht, Rache an Aigisthos für den Tod ihres Vaters zu üben.<ref group="Q">Aischylos, Choephoren 118 ff.</ref> Nach Pausanias befand sich eine Gaia-Statue am Areopag, an der ihr die Freigesprochenen ein Opfer darbrachten.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 1,28,6.</ref>

Als wahrsagende Gottheit erscheint Gaia bereits in Hesiods Theogonie, als sie dem Kronos sein Schicksal voraussagt. Sie galt als ursprüngliche Inhaberin der meisten chthonischen Orakel, da davon ausgegangen wurde, dass aus der Erde aufsteigende Dämpfe die Priesterinnen erst zu ihren Orakelsprüchen befähigt haben.

Darstellung

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Die ältesten gesicherten Darstellungen der Gaia finden sich auf attisch-schwarzfigurigen Vasen aus der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Sie zeigen sie in voller Figur als flehende Mutter in Darstellungen der Gigantomachie und in Darstellungen des Kampfes zwischen Apollon und Tityos.

In Darstellungen der Gigantomachie wird sie nur abgebildet, wenn auch ein Großteil der Olympischen Götter gezeigt wird. Auf Fragmenten schwarzfiguriger Vasen sind Teildarstellungen von ihr erhalten, aus denen sich ihre Gesamtdarstellung erschließen lässt. Auf zwei Fragmenten sind ihre Füße zu sehen,<ref group="D">Attisch-schwarzfigurige Amphore (Fragmente). Athen, NM Akr. 2211. 560–550 v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Dinos (Fragmente). Lydos. Athen, NM Akr. 607. Um 540 v. Chr.</ref> auf einem ihre Arme und Hände<ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Kantharos (Fragmente). Athen, NM Akr. 2134. Um 550 v. Chr.</ref> und auf dem letzten das Gesicht.<ref group="D">Attisch-schwarzfigurige Kylix (Fragmente). Athen, NM Akr. 1632. Um 540 v. Chr.</ref> Sie trägt einen Peplos und befindet sich in einer zentralen Gruppe olympischer Götter um Zeus, der den Streitwagen besteigt. Die Gruppe bewegt sich nach rechts, Gaia steht links neben dem Wagen, beugt sich zu Zeus vor und berührt von unten dessen Bart.

In Darstellungen des Kampfes von Apollon und Tityos gilt sie in drei Fällen als gesichert abgebildet und in fünf weiteren Darstellungen ist ihre Zuschreibung unsicher. Einmal ist sie namentlich genannt, sie steht zwischen Apollon und Artemis auf der einen und Tityos auf der anderen Seite und greift durch Heben ihres Arms in den Kampf ein.<ref group="D">Attisch-schwarzfigurige Halsamphora. Paris, Louvre E 864. Um 560 v. Chr.</ref> In den beiden anderen als gesichert geltenden Abbildungen ist auf Tityos Seite noch Leto zu sehen, Gaia steht zwischen den Kontrahenten.<ref group="D">Attisch-schwarzfigurige Halsamphora. Tarquinia, NM RC 1043. Um 560 v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-schwarzfigurige Halsamphora. Rom, Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia. Um 540 v. Chr.</ref> Sie hält ihren Schleier Apollon zugewandt in der Weise, wie eine Braut ihrem Bräutigam gegenübertritt. Der mythologische Hintergrund der Szene ist unklar. Auf den beiden als unsicher geltenden Darstellungen aus dem 6. Jahrhundert<ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Teller (Fragment). Athen, NM Akr. 2406. 560–550 v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Kolonettenkrater (Fragmente). Lydos. Athen, NM Akr. 631. Um 550 v. Chr.</ref> kann es sich bei der neben Tityos stehenden Frauengestalt auch um Leto anstatt Gaia handeln. Gegen die Zuordnung Gaias zu den drei rotfigurigen Darstellungen<ref group="D">Attisch-rotfigurige Halsampora. Eucharides-Maler. London, BM E 278. Um 490 v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-rotfiguriger Kelchkrater. Aigisthos-Maler. Paris, Louvre G 164. 470–460 v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-rotfigurige Kylix. München, Antikensammlung 2689. 460–450 v. Chr.</ref> spricht in erster Linie die Darstellung als volle Figur, die nicht der Darstellungskonvention Gaias im 5. Jahrhundert entspricht, auch hier wird die Darstellung Letos vermutet.<ref name="LIMC1">Mary B. Moore: Ge. In: LIMC. S. 175–177.</ref>

Datei:Gaia Relief.JPG
Gaia steigt aus dem Boden auf und übergibt Erichthonios an Athena. Rechts davon Kekrops. Melisches Relief, um 460 v. Chr.<ref group="D" name="mel" />

Im 5. Jahrhundert wird Gaia nicht mehr als volle Figur abgebildet, sondern als Torso, der aus dem Boden aufsteigt. Die ersten bekannten derartigen Darstellungen zeigen sie im Zusammenhang mit der für die athenische Ätiologie bedeutenden Geburt des Erichthonios. Gaia steigt aus dem Boden, um Athena den Erichthonios zu übergeben, meist in Gegenwart Kekrops und weiteren Personen, manchmal in Gegenwart von Hephaistos. Auf der ältesten dieser Vasen ist sie ab der Taille abgebildet und reicht der auf sie zuschreitenden Athena das Kind, daneben stehen Kekrops und Hephaistos.<ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Lekythos. Palermo, Coll. Mormino. 490–480 v. Chr.</ref> Sechs der neun weiteren attischen Vasen sind rotfigurig, die Darstellung wird jeweils nur leicht variiert. Zwei Darstellungen variieren nur die Anwesenden,<ref group="D">Attisch-rotfigurige Hydria. London, BM E 182. 470–460 v. Chr.</ref><ref group="D" name="sta">Attisch-rotfiguriger Stamnos. München, Antikensammlungen 2413. Um 460 v. Chr.</ref> zwei zeigen sie schon weiter aufgestiegen ab den Knien<ref group="D">Attisch-rotfigurige Schale. Berlin, Antikensammlung, F2537. 440–430 v. Chr.</ref> beziehungsweise der Hüfte<ref group="D">Attisch-rotfiguriger Kelchkrater. Palermo, Mus. Reg. 2365. Um 400 v. Chr.</ref> und bei einer ist die Übergabe des Kindes bereits vollzogen.<ref group="D">Attisch-rotfigurige Pelike. Universität Leipzig, T 654. 470–460 v. Chr.</ref> Bis auf die letzte Darstellung ist sie immer frontal abgebildet. Von drei schwarzfigurigen Loutrophoroi sind Fragmente mit diesem Motiv erhalten.<ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Loutrophoros (Fragmente). Athen, NM Akr. 1191. 2. Hälfte des 5. Jh. v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Loutrophoros (Fragmente). Athen, NM Akr. 1188–1189. 2. Hälfte des 5. Jh. v. Chr.</ref><ref group="D">Attisch-schwarzfiguriger Loutrophoros (Fragmente). Athen, NM Akr. 1195. 2. Hälfte des 5. Jh. v. Chr.</ref> Die Darstellung auf diesen Kultgefäßen, die zu Hochzeiten und Begräbnissen genutzt wurden, steht wahrscheinlich in Bezug zu Gaias Heiligtum auf der Akropolis, bei dem ihr Voropfer dargebracht wurden.

Neben attischen Vasen findet sich das Motiv auf einem Kantharos aus dem Osten Griechenlands,<ref group="D">Kantharos. Kopenhagen NM 7603. Um 470 v. Chr.</ref> auf drei Steinreliefs<ref group="D">Steinrelief (Fragment). Fundort Ostia. Vatikan inv. 247. 1. Jh. v. Chr.</ref><ref group="D">Steinrelief (Fragment). Fundort Villa Adriana. Vatikan Inv. 1285. 2. Jh. n. Chr.</ref><ref group="D">Steinrelief (Fragment). Paris, Louvre MA 579. 2. Jh. n. Chr.</ref> und einem melischen Relief<ref group="D" name="mel">Melisches Relief. Berlin, Antikensammlung TC 6281. Um 460 v. Chr.</ref> sowie auf einem Stater von Kyzikos.<ref group="D">Stater von Kyzikos. Um 400–350 v. Chr.</ref> Die Steinreliefs stammen aus der römischen Epoche, es wird jedoch angenommen, dass es sich bei ihnen um Reproduktionen des um 420 v. Chr. errichteten Frieses am Fuß der Kultstatuen handelt, die sich im Hephaisteion befanden. Auf dem melischen Relief ist Gaia von den Schultern aufwärts zu sehen und zeigt die Szene gegenüber anderen Darstellungen spiegelverkehrt, woraus geschlossen wird, dass es mithilfe eines Abgusses angefertigt wurde. Gefunden wurde das Relief in einem athenischen Grab. Auf dem Stater ist sie mit Erichthonios von den Hüften an aufwärts zu sehen. Das Motiv der aus dem Boden aufsteigenden Gestalt wurde in der Klassik losgelöst von Gaia im Kontext der Geburten Aphrodites, Pandoras und Persephones verwendet.

Das Motiv wird in der Klassik auch zur Darstellungen Gaias in der Gigantomachie übernommen. Auf einer Schale ist sie am Rand einer Schlachtenszene mit leicht erhobenen Armen ab den Oberschenkeln zu sehen<ref group="D" name="Schale">Attisch-rotfigurige Schale. Aristophanes und Erginos. Berlin, Antikensammlung F 2531. 410–400 v. Chr.</ref> und auf einem Krater, auf dem wegen der ausführlichen Darstellung der Schlacht vermutlich die Bemalung des Parthenos-Schildes wiedergegeben ist, erscheint sie am Rand mit voll erhobenen Armen. Die Giganten befinden sich durchgängig auf einer niederen Ebene als die Götter, die vom Himmel herab kämpfen.<ref group="D">Attisch-rotfiguriger Kelchkrater. Neapel, NM 2045. 410–400 v. Chr.</ref><ref name="LIMC1" />

Datei:Pergamonmuseum - Antikensammlung - Pergamonaltar 13.jpg
Ostfries des Pergamonaltars: Gaia erscheint zwischen Athena und Nike, links der Gigant Alkyoneus

Im Hellenismus erscheint Gaia meist in groß angelegten Darstellungen der Gigantomachie. Auf dem Ostfries des Pergamonaltars ist sie als Torso dargestellt, der sich jedoch nicht am Rand des Kampfes befindet, sondern ähnlich wie in den frühesten Darstellungen inmitten einer Kampfszene. Das Gleiche ist für das Fries aus dem Athenaheiligtum in Priene festzustellen.<ref group="D">Fries aus dem Athenaheiligtum Priene (Fragment). London, BM 1175. 3. oder 2. Jh. v. Chr.</ref> Auf einer etruskischen Relief-Urne steht sie schützend hinter einem am Boden liegenden Giganten.<ref group="D">Urne. Fundort Villa Bordoni. Perugia, Museo Archeologico. 2. Jh. v. Chr.</ref> Da der Körper des Giganten ihren unteren Teil bedeckt, ist unklar ob sie als ganze Figur oder als aufsteigender Torso gedacht wurde.

In der römischen Kunst erscheint sie auf den oben genannten Reproduktionen des Hephaisteion-Frieses und in wenigen anderen Darstellungen, auf denen sie namentlich genannt wird. In weiteren Darstellungen des Gaia-Motives, bei denen die namentliche Zuordnung nicht möglich ist, wird die Darstellung von Tellus angenommen.<ref name="LIMC1" />

Eine kultische Verehrung der Gaia gab es in erster Linie in Athen, wo sie auch als Kurotrophos verehrt wurde. Ein ständiger Kult ist von Athen abgesehen in der Regel nur an entlegenen Orten oder an Orakelstätten zu finden. Verehrt wurde sie meist in ihrer segenspendenden Bedeutung als Muttergottheit, aber auch als Todesgottheit und als rächende Gottheit.

Datei:Athens MKL Bd. 1 1890 (133267908).jpg
Karte des antiken Athen

Der vermutlich älteste Kultort ist das Temenos der Ge Olympia in Athen. Es befand sich im Peribolos des Hieron des Zeus Olympios neben einem Tempel des Kronos und der Rhea. In dem Temenos befand sich ein Erdspalt, in den sich die Deukalionische Flut verlaufen haben soll und in diesen wurde jährlich ein Opferbrei aus Honig und Weizenmehl geworfen.<ref group="Q">Thukydides, Der Peloponnesische Krieg 2,15</ref><ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 1,18,7</ref> Als Kurotrophos hatte sie einen Altar im Pandroseion, dem Heiligtum des Pandrosos auf der Akropolis.<ref>Theodora Hadzisteliou Price: Kourotrophos. Cults and representations of the Greek nursing deities. Brill, Leiden 1978, S. 117.</ref> Mit Pandrosos und Athena Polias bildete Ge Kurotrophos dort eine Trias, der von den athenischen Amtsträgern geopfert wurde. Wahrscheinlich wurden für sie und Pandrosos dort an den Panathenäen je ein Stuhl aufgestellt, um sie an den Feierlichkeiten teilhaben zu lassen.<ref>Erika Simon: Festivals of Attica. An Archaeological Commentary. University of Wisconsin Press, 2002, ISBN 0-299-09184-8, S. 70.</ref> Einen Tempel hatte sie neben dem Tempel der Demeter Chloe unterhalb des Niketempels.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 1,22,3</ref>

Gaia Kurotrophos wurde in Athen als Ernährerin der Kinder verehrt, von denen sie deshalb durch Tänze gefeiert wurde. König Erichthonios soll eingeführt haben, dass ihr deshalb vor jedem Opfer ein Voropfer gebracht wird,<ref group="Q">Vorlage:Suda</ref> das vermutlich auch aus Getreide und Honig bestand.<ref>Erika Simon: Festivals of Attica. An Archaeological Commentary. University of Wisconsin Press, 2002, ISBN 0-299-09184-8, S. 69.</ref> Weitere Opfer wurden der mütterlichen Gaia zu Hochzeiten und Festen dargebracht. Der rächenden Göttin wurden von Freigesprochenen an ihrer Statue am Areopag geopfert und der Todesgöttin bei Begräbnissen, geopfert wurden ihr hierbei Früchte. Ebenfalls Früchte wurden ihr an dem chthonischen Fest Genesia geopfert<ref>August Mommsen: Heortologie. Antiquarische Untersuchungen über die städtischen Feste der Athener. Leipzig 1864, S. 210. (Digitalisat)</ref> und ein Getreideopfer wurde ihr zur Procharisteria dargebracht.<ref>August Mommsen: Heortologie. S. 8. (Digitalisat)</ref> Zu den Thesmophorien wurde sie als Kurotrophos angerufen.<ref group="Q">Aristophanes, Die Thesmophoriazusen 295 ff.</ref>

Datei:Santuario de Apolo Pitio.gif
Karte des Heiligtums von Delphi

In Delphi galt Gaia als erste Inhaberin des Orakels, bis sie es an Themis, der Inhaberin vor Apollon, abtreten musste.<ref group="Q">Aischylos, Eumeniden 2–4.</ref> Es wurde davon ausgegangen, dass die Pythia durch aus der Erde aufsteigende Dämpfe inspiriert sei, womit Gaia als erste Inhaberin zu erklären ist.<ref>Martin Persson Nilsson: The Mycenaean Origin of Greek Mythology. University of California Press, Berkeley 1932, S. 159.</ref> Einen Tempel hatte sie in der Nähe des Apollonheiligtums, wo sie den Beinamen Eurusternos trug.

Die Priesterin des noch in später Zeit besuchten Orakels bei Aigai soll, um Gaia um Rat zu fragen, Ochsenblut getrunken und in eine Höhle hinabgestiegen sein.<ref group="Q">Plinius der Ältere, Naturalis historia 28,41.</ref> Hier hatte sie einen Tempel, in dem ein altes Xoanon stand. Die Priesterin des Tempels durfte nur mit einem Mann verkehrt haben und musste danach zölibatär leben.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 7,25,13.</ref>

In Olympia befand sich ein Aschenaltar neben einem Altar der Themis, der nach Pausanias zuvor ein Orakel gewesen war.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 5,14,10.</ref> Sie soll auch neben Zeus im Orakel von Dodona verehrt worden sein<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 10,12,10.</ref> und möglicherweise ist ihr noch der frühere Besitz des Trophoniosorakels von Lebadeia zuzurechnen.<ref>Friedrich Gottlieb Welcker: Griechische Götterlehre. Band 1, Göttingen 1857, S. 325 (Digitalisat).</ref>

In der historischen Zeit ist Gaia als Orakelgottheit außer im Orakel von Aigai von Zeus und Apollon verdrängt worden.<ref>Vorlage:Roscher.</ref> Möglich ist auch, dass manche Orakelorte durch ihre Bezugnahme auf Gaia ihren Anspruch auf Alter und Authentizität ausdrücken wollen, ohne dass Gaia dort tatsächlich ein Orakel geweiht gewesen war.<ref name="DNP" />

Im attischen Demos Phlya, wo sie mit Beinamen Megale als Naturgottheit verehrt wurde,<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 1,31,4.</ref> hatte Gaia einen Altar. Auch wurden hier Orgien für sie gefeiert, die älter als die Mysterien von Eleusis gewesen sein sollen.<ref group="Q">Hippolyt, Refutatio omnium haeresium 5,20.</ref> In einem Heiligtum in Patrai wurde sie sitzend dargestellt, während die Fruchtbarkeitsgöttinnen Demeter und Kora neben ihr standen.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 7,21,11.</ref> Ein weiteres Heiligtum befand sich auf der Agora von Lakedaimon<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 3,12,8.</ref> und ein weiterer Altar in Tegea neben einem Tempel der Geburtsgöttin Eileithyia.<ref group="Q">Pausanias, Reisen in Griechenland 8,48,8.</ref>

Da sie vor allem in ihrer Bedeutung als Muttergöttin verehrt wurde, bestanden die ihr dargebrachten Opfer in der Regel aus Getreide, Früchten oder Honig und vereinzelt aus Tieropfern. Als Rachegöttin wird ihr allein in der Ilias vor dem Kampf zwischen Paris und Menelaos ein schwarzes Lamm geopfert.<ref group="Q">Homer, Ilias 3,103.</ref> In Attika wurde ihr zu Hochzeiten<ref group="Q">Proklos, Kommentar zum Timaios 293.</ref> und zu Begräbnissen geopfert und bei Trockenheit wurde sie nach einer Inschrift auf der Akropolis anstatt der Vegetationsgöttin Demeter als Gaia Karpophoros als Vermittlerin zu Zeus angerufen.<ref group="Q">Inscriptiones Graecae 3,1,166.</ref> Die Einführung des Opfers bei Begräbnissen wird von Cicero dem Kekrops zugeschrieben.<ref group="Q">Cicero, De legibus 2,25.</ref> In der attischen Tetrapolis wurden ihr im Monat Poseideon eine trächtige Kuh, im Gamelion ein Schaf und am 10. Elaphebolion ein schwarzer Bock geopfert.<ref>Vorlage:RE</ref> Aus Mykonos ist überliefert, dass dort jährlich am 12. des Monats Lenaion (Januar–Februar) Opfer an Dionysos Lenaios, Zeus Chthonios und Ge Chthonia gebracht wurden. Fremde durften an diesem Opfer nicht teilnehmen.<ref>Wilhelm Dittenberger: Sylloge inscriptionum Graecarum. Band 1, Leipzig 1883, S. 373 (Digitalisat).</ref>

Als Kultnamen der Gaia sind überliefert:

Rezeption

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Bis zur Moderne haben bildende Künstler sich mit Gaia beschäftigt und versucht, ihr eine Form zu geben.

In Anlehnung an die griechische Mythologie nannten die Wissenschaftler Lynn Margulis und James Lovelock ihren Denkansatz, die Erde mit einem Organismus gleichzusetzen, Gaia-Hypothese. Diese Wahl hat sicherlich zur großen Popularität der Hypothese beigetragen, führte jedoch auch zu esoterischen Auslegungen, von denen sich die Autoren distanziert haben.

Literatur

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Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

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Darstellungsnachweise

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Literaturnachweise

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<references />

Vorlage:Normdaten