Zeltweg

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Vorlage:Begriffsklärungshinweis Vorlage:Österreichbezogen Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich

Zeltweg ist eine österreichische Stadtgemeinde mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) im oberen Murtal in der Steiermark im Bezirk Murtal (Gerichtsbezirk Judenburg).

Geografie

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Geografische Lage

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Die Gemeinde Zeltweg befindet sich im Aichfeld auf Vorlage:Höhe Der größte Fluss ist die Mur.

Gemeindegliederung

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Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl), Gesamt: Vorlage:EWZ (Vorlage:EWD)Vorlage:EWR

Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden (Fläche Stand 2015<ref>Vorlage:Webarchiv (XLSX; 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015.</ref>):

  • Farrach (451,73 ha)
  • Zeltweg (418,63 ha)

Eingemeindungen

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1874 wurden die Katastralgemeinden Zeltweg und Farrach von der Gemeinde Fohnsdorf abgetrennt und zur neu geschaffenen Gemeinde Zeltweg vereinigt. Der erste Bürgermeister war Heinrich Dillinger.

Klima

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Vorlage:Klimatabelle

Geschichte

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Das früheste Schriftzeugnis ist von 1149 und lautet „Celcuic“. Der Name geht auf den slawischen Personennamen Sedlъkъ zurück.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Bereits im 13. Jahrhundert bestanden einige Bauernhöfe im heutigen Zeltweg. Im 15. Jahrhundert hatte man jedoch mit Hungersnöten, Missernten und unheilbaren Krankheiten zu kämpfen. Ab 1569 ließ Erzherzog Karl II. die Murflößerei betreiben, die eine sehr bedeutende Rolle in der Geschichte Zeltwegs spielte. In den folgenden Jahrzehnten wurde Zeltweg größer und die Zuwanderung setzte ein.

Im 18. Jahrhundert sank die Einwohnerzahl wegen des Ausbaus der Verkehrswege wieder stark ab. 1848 entschloss sich der aus Schlesien stammende Graf Hugo Henckel von Donnersmarck, in der Umgebung ein Hüttenwerk zu errichten. Diese industrielle Revolution brachte auch für Zeltweg großen Aufschwung. 1868 wurde in Zeltweg der Bahnhof im Zuge der Rudolfsbahn eröffnet. Der Bahnhof wurde 1870 mit der Eröffnung der Fohnsdorfer Bahn zum Eisenbahnknotenpunkt; 1900 kam als weitere Strecke die Lavanttalbahn dazu.

Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten viele Zwangsarbeiter aus Frankreich, Italien (IMIs), aus der Sowjetunion, Polen und anderen Nationen in den „Hermann Göring Werken“, wie die VAE (VOEST-Alpine Eisenbahntechnik) damals genannt wurde. Als Freizeitgestaltung gingen sie zum Baden an die Mur. Die Italiener wurden gleich schlecht wie die Russen behandelt. In den Jahren 1944 und 1945 wurde Zeltweg mehrmals von britischen und amerikanischen Bombenflugzeugen bombardiert, was wohl auf die kriegswichtige Industrie und auf den Eisenbahnknotenpunkt zurückzuführen war. Zu Kriegsende wurde Zeltweg zuerst von den Russen und dann von den Briten besetzt.

Auf dem Fliegerhorst Zeltweg-Hinterstoisser fand 1963 der erste Große Preis von Österreich statt, der jedoch keinen Weltmeisterschaftsstatus hatte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Nur 1964 zählte das Rennen in Zeltweg zur Automobil-Weltmeisterschaft.

Mit 1. Jänner 1966 erfolgte die Stadterhebung von Zeltweg. Der Landtagsabgeordnete Josef Schlager hat das Anliegen im Dezember 1965 im Landtag vorgetragen. Das Stadterhebungsfest erfolgte am 18. September 1966 mit Bundespräsident Franz Jonas und Landeshauptmann Josef Krainer senior.<ref>Zeltweg und die Stadterhebung, 1966–2016, 50-Jahr-Feier. In: zeltweg.at, abgerufen am 11. Mai 2023.</ref>

Am 4. November 2015 wurde der ehemalige Bürgermeister Kurt Haller (SPÖ) zu viereinhalb Jahren, ein ehemaliger Stadtamtsdirektor und ein Finanzstadtrat zu jeweils mehrmonatiger Haft verurteilt. Insgesamt sollen diese einen Schaden von mehr als 1,5 Mio. Euro verursacht haben, die Vorwürfe lauteten auf Untreue, Betrug und Amtsmissbrauch.<ref>Zeltweg-Prozess: 4,5 Jahre für Ex-Bürgermeister. In: orf.at, 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015.</ref> 2017 wurde der Fall gegen Kurt Haller erneut verhandelt; das Urteil reduzierte sich auf vier Jahre und zwei Monate Haft sowie auf 1,395 Millionen Euro Schadenersatz.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bevölkerungsentwicklung

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Vorlage:Zeitleiste Bevölkerungsentwicklung der Stadtgemeinde Zeltweg

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Bauwerke

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Datei:033 Schloss Farrach im Judenburger Kreis - J.F.Kaiser Lithografirte Ansichten der Steiermark 1825.jpg
Schloss Farrach um 1820, Lith. J.F. Kaiser

Vorlage:WeitereBDA

Sport

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Regelmäßige Veranstaltungen

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Alle drei Jahre findet auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser die „AirPower“ statt. Diese Flugschau zählt zu den größten ihrer Art in Europa und lockt mehr als 200.000 Besucher in zwei Tagen an.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Verkehr

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Datei:Zeltweg und Umgebung von Norden Panorama.jpg
Blick auf Zeltweg und Umgebung von Norden

Das Zentrum Zeltwegs war durch den LKW-Verkehr stark belastet, denn der Großteil des aus dem Raum Wolfsberg und Obdach kommenden Verkehrs (unter anderem Rundholz, Hackgut und Stückguttransporte) musste durch das Ortsgebiet geleitet werden. Aus diesem Grund wurde am 3. November 2004 eine Umfahrung eröffnet. Sie ist 4,5 km lang, hat 11 Mio. Euro gekostet und entlastet auch Judenburg und Fisching.

Der Bahnhof Zeltweg liegt an der Rudolfsbahn und ist Beginn der Fohnsdorfer Bahn und der Lavanttalbahn.

Ansässige Unternehmen

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Bedeutendster Wirtschaftszweig ist die Industrie (Maschinenbau, Verpackungsindustrie, Holzindustrie).

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit mehreren umliegenden Gemeinden den „Tourismusverband Murtal“. Dessen Sitz ist in Spielberg.<ref>Homepage des „Tourismusverbands Murtal“. In: murtal.at, abgerufen am 11. Mai 2023</ref><ref>Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 210. Jg., 52. Stück, Nr. 325, 30. Dezember 2014, Vorlage:ZDB, S. 631 (zum vormaligen Tourismusverband „Tourismus am Spielberg“).</ref>

Öffentliche Einrichtungen

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In Zeltweg liegt der größte Militärflugplatz Österreichs (Fliegerhorst Hinterstoisser), welcher 1937 erbaut wurde.

Bildung

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  • Volksschule
  • Mittelschule, zuvor Hauptschule (2002 aus den beiden bisherigen Hauptschulen zusammengelegt) bzw. Neue Mittelschule
  • Höhere Technische Lehranstalt (HTBLA) für Maschinenbau und Bauwesen

Politik

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Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Bürgermeister

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In Zeltweg wirkten folgende Bürgermeister:<ref>Die Geschichte Zeltwegs. In: zeltweg.at, abgerufen am 11. Mai 2023.</ref> Vorlage:Mehrspaltige Liste

Wappen

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Vorlage:Wappenbeschreibung

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Gemeinde

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  • Deni Alar (* 1990), Fußballspieler
  • Franz Böhme (1885–1947), General der Gebirgstruppe
  • Reinhard Gerer (1953–2023), Koch
  • Stefan Haider (* 1972), Theologe und Kabarettist
  • Bernd Jeschek (* 1949), Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker
  • Ludwig Krall (1888–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Margit Kraker (* 1960), Präsidentin des Österreichischen Rechnungshofs
  • Carmen Kreuzer (* 1973), Model; zur Ehrenbürgerin ernannt
  • Gisela Laferl, verheiratete Wozniczak (1884–1968), Politikerin, Hotelfachfrau, Gründungsobfrau des 1911 gegründeten „Verbundes der weiblichen und männlichen Hausangestellten Österreichs“ „Einigkeit“.
  • Thomas Mülner (* 1976), Musicaldarsteller
  • Helga Pohl (1921–1963), österreichische Philologin und Schriftstellerin; lebte hier mit ihrem Mann, dem damaligen Direktor der Alpine Stahl AG, und der gemeinsamen Tochter
  • Mario Schaden (* 1972), Eishockeyspieler und -trainer
  • Friedrich Stadler (* 1951), Wissenschaftshistoriker und Universitätsprofessor
  • Peter Umundum (* 1964), Informatiker und Vorstandsmitglied der Österreichischen Post AG
  • Thomas Maier (* 1991), Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag

Literatur

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  • Gernot Fournier: 125 Jahre Eisenbahnsysteme, 1866–1991. Voest-Alpine, [Wien] 1991, ISBN 3-9500067-0-2.
  • Gernot Fournier mit Alexandra Köck: Zeltweg. Stadtgemeinde Zeltweg, Zeltweg 1999 (Titelaufnahme im Österreichischen Bibliothekenverbund).
  • Reinhard Möstl: Cosimo Colucci – Ein italienischer Militärinternierter und Zivilarbeiter in den Hermann Göring Werken Zeltweg. Graz 1999 (Unveröffentlichte Seminararbeit der Universität Graz).<ref>Zit. n. Stefan Karner, Peter Ruggenthaler unter Mitarbeit von Harald Knoll [et al.]: Zwangsarbeit in der Land- und Forstwirtschaft auf dem Gebiet Osterreichs 1939–1945 (= Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission: Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich. Band 26; Zwangsarbeit auf dem Gebiet der Republik Österreich. 2. Teil). Oldenbourg, Wien/München 2004, ISBN 3-7029-0532-4, S. 592, s. a. S. 218 (Vorlage:Google Buch).</ref>
  • Rainer Puschnig: Zeltweg. 100 Jahre Gemeinde. Geschichte der Stadt. Stadtgemeinde Zeltweg, Graz 1974, Vorlage:DNB.
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Vorlage:Commonscat

Vorlage:StatistikAustria

Einzelnachweise

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<references />

Vorlage:NaviBlock

Vorlage:Normdaten