Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft

Aus Demo Wiki
Zur Navigation springenZur Suche springen

Vorlage:Infobox Zwischenstaatliche Organisation

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Vorlage:FrS, CEDEAO; Vorlage:EnS, ECOWAS; Vorlage:PtS, CEDEAO) ist eine Internationale Organisation, der 12 Staaten in Westafrika angehören.

Geschichte

[Bearbeiten]

Vorläufer der Vereinigung nach der Auflösung der französischen Kolonie Französisch-Westafrika war die am 9. Juni 1959 gegründete Westafrikanische Zollunion (Union Douanière de l’Afrique de l’Ouest; UDAO). Am 14. März 1966 wurde die UDAO in eine umfassende Organisation mit Namen Zollunion westafrikanischer Staaten (Union Douanière des États de l’Afrique de l’Ouest; UDEAO) umgeformt. Auf dem Gipfeltreffen der UDEAO am 21. Mai 1970 in Bamako wurde diese formell aufgelöst und erneut 1973 die Gründung einer Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Communauté Economique de l'Afrique de l'Ouest; CEAO) mit Sitz in Ouagadougou beschlossen.<ref>Rolf Langhammer: Die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) – ein neuer Integrationsversuch. Europa-Archiv, 5/1976, Seite 163.</ref><ref>Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Neue Folge, Band 26 – herausgegeben von Gerhard Leibholz, Mohr Siebeck Verlag 1977, Seite 663, ISBN 3-16-640382-5</ref> Die CEAO wurde auf dem Gipfeltreffen in Abidjan im April 1974 mit den Mitgliedsstaaten Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Mali, Mauretanien, Niger und Senegal als Nachfolgeorganisation ins Leben gerufen. Neben der Mano River Union (MRU) mit der Elfenbeinküste, Guinea, Liberia und Sierra Leone mit Sitz in Freetown war die CEAO eine eigenständige Organisation in Westafrika, die bis 1994 parallel zu der Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft bestand (die CEAO ging 1994 in die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA für Union économique et monétaire Ouest africaine) über, die eine gemeinsame Währungszone schaffen sollte).<ref>UIA Yearbook Profile | Union of International Associations: Communauté économique de l'Afrique de l'Ouest , Datenbank internationaler Organisationen, abgerufen am 29. Januar 2024</ref>

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft wurde am 28. Mai 1975 mit der Unterzeichnung des Vertrags von Lagos gegründet und trat am 20. Juni 1975<ref>Mit der Ratifikation des 7. Staates Obervolta [1].</ref> in Kraft, es war somit eine von 8 Regionalen Wirtschaftsgemeinschaften in Afrika.<ref>Vorlage:Literatur</ref> 1978 folgte ein Nichtangriffsprotokoll und am 29. Mai 1981 ein Abkommen über gemeinsame Verteidigung durch die ECOWAS Monitoring Group (ECOMOG).

Der am 24. Juli 1993 in Cotonou (Benin) geschlossene Revised Treaty ersetzte den Vertrag von Lagos formell und stellte die ECOWAS auf eine neue rechtliche Grundlage. Ziel des Zusammenschlusses ist der Ausbau der wirtschaftlichen Integration. Dazu kamen im Laufe der Zeit weitere Ziele, u. a. eine graduelle politische Integration, die Ausdruck in der Einrichtung eines gemeinsamen westafrikanischen Gerichtshofes fand sowie in einem gemeinsamen westafrikanischen Parlament im Jahre 2001. Darüber hinaus ist mit der militärischen Intervention der ECOMOG in Liberia während des Bürgerkrieges Anfang der 90er Jahre eine wichtige sicherheitspolitische Rolle hinzugekommen, die den sich verändernden Rahmenbedingungen nach Ende des Kalten Krieges Rechnung tragen solle.

Ziel zum Zeitpunkt der Gründung war es, „kollektive Selbstversorgung“ für die Mitgliedsstaaten zu erreichen, möglich durch die Errichtung eines gemeinsamen Binnenmarktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion. Die zuletzt beschlossene Einführung des Eco als westafrikanische Währung wurde nach 2004 auf das Jahr 2009 verschoben, da aufgrund der politischen und ökonomischen Probleme die vereinbarten Konvergenzkriterien nicht von allen Beteiligten erfüllt werden konnten. Eine Einführung war für 2020 geplant,<ref>Vorlage:Webarchiv 14. Januar 2013 in The Nigeria Guardian (Abgerufen am 15. Januar 2013)</ref> danach sollte die einheitliche Währung bis 2027 eingeführt werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Mauretanien, eines der Gründungsmitglieder, verließ 2001 die Gemeinschaft, um sich politisch mehr im arabisch-afrikanischen Raum zu orientieren (Arabische Liga, Union des Arabischen Maghreb). Innergemeinschaftlich ist die Struktur durch eine starke Vormachtstellung Nigerias gekennzeichnet. Auch das Sekretariat hat seinen Sitz im nigerianischen Abuja. Das Land stellt mehr als die Hälfte der Bevölkerung und Wirtschaftskraft der Gemeinschaft. Innerhalb der ECOWAS gab es mit der CEAO noch eine eigene frankophone Gemeinschaft ähnlicher Struktur, die zumindest zeitweise als Konkurrenz zur größeren Organisation angesehen werden konnte.

Nach einem Militärputsch in Guinea wurde das Land im September 2021 suspendiert. 2022 wurden zudem Sanktionen verhängt, die aber im Februar 2024 wieder aufgehoben wurden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Durch einen Militärputsch in Niger 2023 wurde die demokratisch gewählte Regierung Nigers unter Präsident Mohammed Bazoum gestürzt. Die ECOWAS forderte den Rücktritt der neuen Regierung und bereitete militärische Schritte zu einer Intervention vor, nachdem diese eine Frist zur Wiedereinsetzung der alten Regierung hatte verstreichen lassen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Am 28. Januar 2024 gaben die durch Militärputsche an die Macht gekommenen Regierungen von Burkina Faso, Mali und Niger einseitig den sofortigen Austritt aus der ECOWAS bekannt. Gemäß den Statuten ist jedoch eine einjährige Übergangsfrist für Austrittsverhandlungen vorgesehen. Die ECOWAS-Kommission wies in einem Kommuniqué am selben Tag ferner darauf hin, dass bis dato noch kein formelles Austrittsgesuch eingegangen sei und dass die drei Staaten „bedeutende Mitglieder der Gemeinschaft“ blieben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Mali, Niger und Burkina Faso treten aus ECOWAS aus, Spiegel Online, 28. Januar 2024.</ref><ref>siehe auch tagesschau.de 27. Februar 2024: Wie die Wirtschaftsgemeinschaft einknickte</ref> Nachdem Sanktionen gegen sie verhängt worden waren, bildeten die drei Staaten im Juli 2024 eine Konföderation.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die drei Staaten gaben im Januar 2025 ihren Austritt aus der ECOWAS an.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Organe und Institutionen

[Bearbeiten]

Parlament

[Bearbeiten]

Das ECOWAS-Parlament hatte bis zum Austritt Burkina Fasos, Malis und Nigers am 28. Januar 2024 eine Zahl von 115 Abgeordneten. Die Anzahl der Sitze je Mitgliedsstaat orientiert sich an der Einwohnerzahl. Nach dem Austritt der 3 Staaten hat Nigeria 35 Sitze, gefolgt von Ghana mit 8 Sitzen und der Elfenbeinküste mit 7 Sitzen. Guinea und Senegal entsenden jeweils 6, alle anderen Staaten 5 Abgeordnete.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Mitgliedsstaaten und Kennzahlen

[Bearbeiten]

Quelle sofern nicht anders genannt: World Fact Book, abgerufen am 29. Mai 2020

Staat Hauptstadt Bevöl­kerung Fläche (km²) BIP
(Mio. US$)
Amts­sprache
Vorlage:BEN1 Porto-Novo 12.864.634 112.622 9.246 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:CIV1,3 Yamoussoukro 27.481.086 322.463 40.470 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:GMB2 Banjul 2.173.999 11.300 1.482 Vorlage:Gestiegen Englisch
Vorlage:GHA2 Accra 29.340.248 238.533 47.020 Vorlage:Gestiegen Englisch
Vorlage:GIN2,3 Conakry 12.527.440 245.857 10.250 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:GNB1 Bissau 1.927.104 36.125 1.350 Vorlage:Gestiegen Portugiesisch
Vorlage:CPV Praia 583.225 4.033 1.776 Vorlage:Gestiegen Portugiesisch
Vorlage:LBR2,3 Monrovia 5.073.296 111.369 3.285 Vorlage:Gestiegen Englisch
Vorlage:NGA2 Abuja 214.028.302 923.768 376.400 Vorlage:Gefallen Englisch
Vorlage:SEN1 Dakar 15.736.368 196.722 21.110 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:SLE2,3 Freetown 6.624.933 71.740 3.612 Vorlage:Gefallen Englisch
Vorlage:TGO1 Lomé 8.608.444 56.785 4.767 Vorlage:Gestiegen Französisch

Ehemalige Mitglieder

[Bearbeiten]

Burkina Faso, Mali und Niger kündigten am 28. Januar 2024 ihren Austritt an.<ref>Mali, Niger und Burkina Faso treten aus Ecowas aus, Spiegel Online, 28. Januar 2024.</ref> Dieser erfolgte genau ein Jahr später, nämlich am 29. Januar 2025.

Staat Hauptstadt Bevöl­kerung Fläche (km²) BIP
(Mio. US$)
Amts­sprache
Vorlage:BFA1 Ouagadougou 20.835.401 274.200 12.570 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:MLI1 Bamako 19.553.397 1.240.192 15.370 Vorlage:Gestiegen Französisch
Vorlage:NER1 Niamey 22.772.361 1.266.700 8.224 Vorlage:Gestiegen Französisch

1 Diese Länder bilden zudem die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA).
2 Diese Länder bilden zudem die Westafrikanische Währungszone (WAMZ).
3 Diese Länder bilden zudem die Mano River Union (MRU).

Marokko bekundete 2017 erstmals sein Interesse der Wirtschaftsgemeinschaft beizutreten. Das Land hat seitdem zahlreiche bilaterale Verträge mit Mitgliedsstaaten geschlossen. Dennoch spricht sich vor allem Nigeria gegen eine Mitgliedschaft aus.<ref>Morocco’s Ecowas bid sparks African fear and suspicion. Financial Times, 24. Januar 2019.</ref>

Führungspersonen

[Bearbeiten]

Präsidenten

[Bearbeiten]

Die Präsidenten der ECOWAS-Kommission seit 2007:

Amtszeit Präsident/in Mitgliedstaat
1. Januar 2007 bis 18. Februar 2010 Mohamed Ibn Chambas Vorlage:GHA
18. Februar 2010 bis 1. März 2012 James Victor Gbeho Vorlage:GHA
1. März 2012 bis 4. Juni 2016 Kadré Désiré Ouédraogo Vorlage:BFA
4. Juni 2016 bis 27. Juli 2018 Marcel Alain de Souza Vorlage:BEN
27. Juli 2018 bis 3. Juli 2022 Jean-Claude Kassi Brou Vorlage:CIV
seit 3. Juli 2022 Omar Touray Vorlage:GMB

Geschäftsführende Sekretäre

[Bearbeiten]

Die geschäftsführenden Sekretäre des Exekutivrates von 1977 bis 2006:

Amtszeit Sekretär/in Mitgliedstaat
Januar 1977–1985 Aboubakar Diaby Ouattara Vorlage:CIV
1985–1989 Momodu Munu Vorlage:SLE
1989–1993 Abass Bundu Vorlage:SLE
1993–1997 Edouard Benjamin Vorlage:GIN
September 1997 bis 31. Januar 2002 Lansana Kouyaté Vorlage:GIN
1. Februar 2002 bis 31. Dezember 2006 Mohamed Ibn Chambas Vorlage:GHA

Vorsitzende

[Bearbeiten]
Datei:Bola Tinubu portrait.jpg
Bola Tinubu, Vorsitzender der ECOWAS
Amtszeit Vorsitzende/r Mitgliedstaat
1977–1978 Gnassingbé Eyadéma Vorlage:TGO
1978–1979 Olusegun Obasanjo Vorlage:NGA
1979–1980 Léopold Sédar Senghor Vorlage:SEN
1980–1981 Gnassingbé Eyadéma Vorlage:TGO
1981–1982 Siaka Stevens Vorlage:SLE
1982–1983 Mathieu Kérékou Vorlage:BEN
1983–1984 Ahmed Sékou Touré Vorlage:GIN
1984–1985 Lansana Conté Vorlage:GIN
1985 – 27. August 1985 Muhammadu Buhari Vorlage:NGA
27. August 1985–1989 Ibrahim Babangida Vorlage:NGA
1989–1990 Dawda Jawara Vorlage:GMB
1990–1991 Blaise Compaoré Vorlage:BFA
1991–1992 Dawda Jawara Vorlage:GMB
1992–1993 Abdou Diouf Vorlage:SEN
1993–1994 Nicéphore Dieudonné Soglo Vorlage:BEN
1994 – 27. Juli 1996 Jerry Rawlings Vorlage:GHA
27. Juli 1996 bis 8. Juni 1998 Sani Abacha Vorlage:NGA
9. Juni 1998–1999 Abdulsalami Abubakar Vorlage:NGA
1999 Gnassingbé Eyadéma Vorlage:TGO
1999 – 21. Dezember 2001 Alpha Oumar Konaré Vorlage:MLI
21. Dezember 2001 bis 31. Januar 2003 Abdoulaye Wade Vorlage:SEN
31. Januar 2003 bis 19. Januar 2005 John Agyekum Kufuor Vorlage:GHA
19. Januar 2005 bis 19. Januar 2007 Mamadou Tandja Vorlage:NER
19. Januar 2007 bis 19. Dezember 2008 Blaise Compaoré Vorlage:BFA
19. Dezember 2008 bis 18. Februar 2010 Umaru Yar’Adua Vorlage:NGA
18. Februar 2010 bis 16. Februar 2012 Goodluck Jonathan Vorlage:NGA
17. Februar 2012 bis 28. März 2014 Alassane Ouattara Vorlage:CIV
28. März 2014 bis 19. Mai 2015 John Dramani Mahama Vorlage:GHA
19. Mai 2015 bis 4. Juni 2016 Macky Sall Vorlage:SEN
4. Juni 2016 bis 4. Juni 2017 Ellen Johnson Sirleaf Vorlage:LBR
4. Juni 2017 bis 1. August 2018 Faure Gnassingbé Vorlage:TGO
1. August 2018 bis 29. Juni 2019 Muhammadu Buhari Vorlage:NGA
29. Juni 2019 bis 2. Juni 2020 Mahamadou Issoufou Vorlage:NER
2. Juni 2020 bis 3. Juli 2022 Nana Akufo-Addo Vorlage:GHA
3. Juli 2022 bis 9. Juli 2023 Umaro Sissoco Embaló Vorlage:GNB
seit 9. Juli 2023 Bola Tinubu Vorlage:NGA
[Bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Normdaten