Wegeriche

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Die Wegeriche (Plantago) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Beschreibung

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Datei:Litorella lacustris Sturm58.jpg
Illustration des Strandling (Plantago uniflora) aus Sturm

Erscheinungsbild und Blätter

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Die Wegerich-Arten wachsen als einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder Zwergsträucher.

Die Laubblätter stehen in einer grundstehenden Rosette oder gegen- oder wechselständig am Stängel verteilt. Die Laubblätter sind sogenannte „Rhachis-Blätter“: Die Blattspreite besteht nur aus der Rhachis, daher sind auch die Blattadern parallel oder bogenförmig.

Blütenstände, Blüten und Früchte

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Datei:Plantago argentea leg P.Cikovac Borovi do Bijela gora 5-furchiger Schaft.jpg
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der schmalblättrigen Wegeriche ist die Form der Blütenstandsschäfte. Bei Plantago argentea und Plantago lanceolata ist dieser fünffurchig, bei Plantago atrata stielrund. Im Bild Plantago argentea

Auf mehr oder weniger langen stielrunden oder gefurchten Blütenstandsschäften stehen vielblütige, köpfchenförmige oder ährige Blütenstände. Die Blüten sind vierzählig. Die Kronzipfel stehen meist ab oder sind zurückgebogen. Die Staubfäden setzen in der Blütenkronröhre an. Der Fruchtknoten ist zwei- bis vierkammerig.

Die Kapselfrüchte enthalten mehrere Samen.

Datei:Plantago arenaria (habitus).jpg
Sand-Wegerich (Plantago arenaria)
Datei:Plantain Caréné.JPG
Kiel-Wegerich (Plantago holosteum)
Datei:Ribwort 600.jpg
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Datei:Plantago media001.JPG
Mittlerer Wegerich (Plantago media)
Datei:Azorella pedunculata.jpg
Habitus von Plantago rigida
Datei:Malta - Mgarr - Triq Ghajn Tuffieha - Plantago serraria 03 ies.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände des Sägeblatt-Wegerich (Plantago serraria)
Datei:Plantago subnuda.jpeg
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Plantago subnuda
Webbs Wegerich (Plantago webbii) auf La Palma
Webbs Wegerich (Plantago webbii)

Systematik

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Die Gattung Plantago wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 112 aufgestellt. Synonyme für Plantago Vorlage:Person sind: Psyllium Vorlage:Person, Littorella Vorlage:Person.<ref name="Euro+Med" />

Die Gattung Plantago gehört zur Tribus Plantagineae innerhalb der Plantaginaceae. Früher stellte man sie in die Familie Veronicaceae.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Plantago wird in mehrere Untergattungen und diese teilweise noch weiter in Sektionen gegliedert:<ref name="GRIN" />

Arten und ihre Verbreitung

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In der Gattung Plantago gibt es etwa 190 Arten. Hier eine Artenauswahl:<ref name="GRIN" />

Etymologie und Nutzungsgeschichte

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Die Bezeichnung „Wegerich“ (vermutlich in Analogie zu Personennamen wie Friedrich oder Dietrich gebildet) ist wohl nicht als „Wegbeherrscher“ zu interpretieren, sondern deutet auf den Standort an Wegen hin.<ref name="Mildenberger1997" /> Der Name Plantago leitet sich vom lateinischen „Planta“ für Fußsohle ab.<ref name="Mießner1966" />

Bereits in der Antike, aber auch in Shakespeares Romeo und Julia, wurden die Blätter des Wegerichs (hier vor allem Plantago major Vorlage:Person oder die früher auch Plantago minor<ref>Vgl. etwa Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 151.</ref> genannte Art Plantago lanceolata Vorlage:Person) auf Wunden und entzündete Stellen aufgelegt.<ref>Vagn Jørgensen Brøndegaard: Wegerich als Wundheilmittel in der Volks- und Schulmedizin. In: Sudhoffs Archiv. Band 47, 1963, S. 127–151; auch in: Volksmedizin: Probleme und Forschungsgeschichte. Hrsg. von Elfriede Grabner. Darmstadt 1967 (= Wege der Forschung. Band 63), S. 509–537.</ref> Seltener wurde auch die Wegerichwurzel (z. B. bei Menstruationsbeschwerden) angewandt. Die antiken Ärzte Galenos und Dioscurides zählen in ihren Schriften zahlreiche Anwendungsgebiete für den Wegerich auf, v. a. soll er bei allen bösartigen Geschwüren, Flüssen, Fäulnisprozessen, Ruhr, Blutungen angewendet werden. Nach Dioscurides hilft der Wegerich auch Epileptikern und Asthmatikern. Dioscurides unterschied in der Materia medica<ref>Vgl. etwa Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 162 f. (Dioskurides, Über Arzneistoffe, Buch II, Kap. 126).</ref> bereits einen kleinen (Plantago minor, wohl Spitzwegerich<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 151.</ref>) von einem großen Wegerich (Plantago major), dem Breitwegerich.<ref>Vgl. auch Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg (Druck: Bonitas-Bauer), Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 801: „Wegerich breit und spitzig“, in Oeconomia von 1579.</ref> Galenos klassifiziert den Wegerich im Sinne der Humoralpathologie als gemischt zusammengesetztes einfaches Arzneimittel mit den Qualitäten feucht und kalt sowie trocken und kalt, woraus er die verschiedenen Indikationen ableitet.<ref>Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. 1989, S. 164 (Galen: Über Mischung und Wirkung der einfachen Heilmittel, Buch VI, Kap. 60).</ref>

Quellen

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Literatur

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Einzelnachweise

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<references> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="Mildenberger1997"> Jörg Mildenberger: Anton Trutmanns 'Arzneibuch', Teil II: Wörterbuch. Band 5, W–Z. Anhänge. In: Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 56, Nr. 5, 1997, S. 2260f. </ref> <ref name="Mießner1966"> Eckart Mießner: Blumen in Wald und Flur. Urania-Verlag, Leipzig u. a. 1966. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Plantaginaceae: Datenblatt Plantago In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="PlantList"> Vorlage:Internetquelle </ref> </references>

Weiterführende Literatur

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  • Knud Rahn: A phylogenetic study of the Plantaginaceae. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 120, Nr. 2, 1996, S. 145–198, doi:10.1111/j.1095-8339.1996.tb00484.x.
  • Nina Rønsted, Mark W. Chase, Dirk C. Albach, Maria Angelica Bello: Phylogenetic relationships within Plantago (Plantaginaceae): evidence from nuclear ribosomal ITS and plastid TrnL-F sequence data. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 139, Nr. 4, 2002, S. 323–338, doi:10.1046/j.1095-8339.2002.00070.x.
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