Tschuwaschien

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Vorlage:Infobox Föderationssubjekt Russlands Tschuwaschien (Vorlage:CvS / Vorlage:Lang oder Vorlage:Lang / Vorlage:Lang; Vorlage:RuS / Vorlage:Lang oder Vorlage:RuS / Vorlage:Lang) ist eine autonome Republik im europäischen Teil Russlands.

Geographie

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Datei:Volga verdlanco 1.jpg
Wolgaufer bei Mariinski Possad

Tschuwaschien liegt im Föderationskreis Wolga in Osteuropa. Die Republik liegt am Oberlauf der Wolga, etwa 600 Kilometer östlich von Moskau. Im Norden grenzt sie an Mari El, im Osten an Tatarstan, im Westen an die Oblast Nischni Nowgorod und im Südwesten an Mordwinien.

Mit Ausnahme kleinerer Gebiete am linken Ufer der Wolga liegt die Republik auf der Wolgaplatte am rechten Ufer des Flusses. Teilweise ist die Region eine Hügellandschaft und im Süden der Republik Tschuwaschien gibt es weite Waldgebiete. Nebst der Wolga wichtige Flüsse sind die Sura und der Ziwil. Das Republikgebiet wird nördlich der Hauptstadt Tscheboksary vom Tscheboksarsker Stausee getrennt.

Geschichte

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Zahlreiche Steppenvölker verschiedenster Herkunft siedelten für eine bestimmte Zeit auf dem Gebiet der heutigen Republik Tschuwaschien. Angehörige von finnougrischen Volksgruppen blieben im Gebiet. Nach 640 wanderte ein Teil der Protobulgaren in das Gebiet ein. Diese Wolgabulgaren vermischten sich mit der bereits dort lebenden finnougrischen Bevölkerung und kleinen Gruppen von Slawen und es entstand das Volk der Tschuwaschen. Die Tschuwaschen kamen 1242 unter die Herrschaft der Goldenen Horde. Die Goldene Horde teilte sich im 15. Jahrhundert auf und Tschuwaschien gehörte zum Khanat Kasan, ehe es Mitte des 16. Jahrhunderts an Russland fiel. Im Gegensatz zu anderen Turkvölkern wurden die Tschuwaschen zwischen 1650 und 1850 christianisiert.

Nach dem Ende der Zarenherrschaft traten die Tschuwaschen der Bewegung Idel-Ural bei und waren Teil der Republik Idel-Ural, die bis März 1918 existierte. Nach der Eroberung des Gebiets durch die Rote Armee entstand am 24. Juni 1920 die Autonome Oblast Tschuwaschien. Bereits am 21. April 1925 wurde diese Gebietseinheit zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR). 1991 wurde es Republik innerhalb Russlands.

Bevölkerung

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Datei:Этнический состав Республики Чувашия по городским и сельским поселениям.png
Verteilung der Volksgruppen: Tschuwaschen beige; Russen rot; Tataren grün; Mordwinen blau

Die kleine Republik zählt zu den dichtestbesiedelten Republiken Russlands. Die Tschuwaschen, ein Turkvolk, bilden die Bevölkerungsmehrheit. Bedeutende Minderheiten sind Russen, Tataren und Mordwinen; kleinere Minderheiten Ukrainer und Mari. Mordwinen leben meist im Südwesten, Russen im Westen und in den Städten und Tataren im Südosten von Tschuwaschien. In den meisten Gebieten der Republik Tschuwaschien stellt die Titularnation die Mehrheit der Einwohnerschaft.

Seit dem Ende der Sowjetunion haben die meisten Belarussen, Ukrainer und Juden der Republik den Rücken gekehrt. Auch die Anzahl der Mari und Deutschen sinkt. Zugenommen hat seit 1989 bzw. 1991 die Zahl von Zuwanderern aus Zentralasien (darunter Tadschiken) und aus dem Transkaukasus (darunter Armenier).

Amtssprachen sind die tschuwaschische und russische Sprache. Die Mehrheit der Bevölkerung (auch die Tschuwaschen) bekennt sich zur Russisch-Orthodoxen Kirche, eine Minderheit zum Islam.

Die Volksgruppen in Tschuwaschien in den Volkszählungen (VZ) seit 1921
Volksgruppe VZ 1926 VZ 1939 VZ 1959 VZ 1970 VZ 1979 VZ 1989 VZ 2002 VZ 20101 VZ 20212
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Tschuwaschen 667.695 74,65 % 777.202 72,18 % 770.351 70,17 % 856.246 69,97 % 887.738 68,36 % 906.922 67,78 % 889.268 67,87 % 814.750 67,70 % 684.930 63,73 %
Russen 178.890 20,00 % 241.386 22,42 % 263.692 24,02 % 299.241 24,45 % 338.150 26,04 % 357.120 26,69 % 348.515 26,60 % 323.274 26,86 % 329.991 30,70 %
Tataren 22.635 2,59 % 29.007 2,69 % 31.357 2,86 % 36.217 2,96 % 37.573 2,89 % 35.689 2,67 % 36.379 2,78 % 34.214 2,84 % 29.092 2,71 %
Mordwinen 23.958 2,68 % 22.512 2,09 % 23.863 2,17 % 21.041 1,72 % 20.276 1,56 % 18.686 1,40 % 15.993 1,22 % 13.014 1,08 % 7707 0,72 %
Mari 216 0,02 % 397 0,04 % 755 0,07 % 2079 0,17 % 3034 0,23 % 3799 0,28 % 3542 0,27 % 3648 0,30 % 2904 0,27 %
Ukrainer 149 0,02 % 3629 0,34 % 3837 0,35 % 4487 0,37 % 6122 0,47 % 7302 0,55 % 6422 0,49 % 4707 0,39 % 2178 0,20 %
Tadschiken k.Ang. ? % 9 0,00 % k.Ang. ? % 8 0,00 % 47 0,00 % 135 0,01 % 383 0,03 % 644 0,05 % 1274 0,12 %
Armenier k.Ang. ? % 108 0,01 % 142 0,01 % 69 0,01 % 183 0,01 % 318 0,02 % 1261 0,10 % 1290 0,11 % 1067 0,10 %
Weißrussen 92 0,01 % 648 0,06 % 1113 0,10 % 1334 0,11 % 1761 0,14 % 2198 0,16 % 1881 0,14 % 1417 0,12 % 601 0,06 %
Juden 270 0,03 % 545 0,05 % 1003 0,09 % 870 0,07 % 844 0,06 % 690 0,05 % 393 0,03 % 317 0,03 % 208 0,02 %
Deutsche 73 0,01 % 322 0,03 % 291 0,03 % 296 0,02 % 382 0,03 % 376 0,03 % 520 0,04 % 404 0,03 % 208 0,02 %
Andere 412 0,05 % 977 0,09 % 1439 0,13 % 1787 0,15 % 2495 0,19 % 4777 0,36 % 5743 0,44 % 5871 0,49 % 15.919 1,48 %
Völker gesamt 894.390 99,99 % 1.076.742 99,99 % 1.097.843 100,00 % 1.223.675 100,00 % 1.298.605 100,00 % 1.338.012 100,00 % 1.310.300 99,74 % 1.203.550 96,16 % 1.074.805 90,55 %
keine Angaben 89 0,01 % 68 0,01 % 16 0,00 % 0 0,00 % 6 0,00 % 11 0,00 % 3454 0,26 % 48.069 3,84 % 112.104 9,45 %
Einwohner 894.479 100 % 1.076.810 100 % 1.097.859 100 % 1.223.675 100 % 1.298.611 100 % 1.338.023 100 % 1.313.754 100 % 1.251.619 100 % 1.186.909 100 %
Ergebnisse der Volkszählungen. Anmerkung: Prozentanteile nach Anteilen der Bevölkerung mit Nationalitätenangaben<ref>Bevölkerung der russischen Gebietseinheiten nach Nationalität 2010 (russisch) Vorlage:Webarchiv</ref><ref>Vorlage:Internetquelle Rosstat</ref>

Politik

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Als Nachfolger von Nikolai Wassiljewitsch Fjodorow wurde am 28. Juli 2010 Michail Wassilijewitsch Ignatjew auf Vorschlag von Dmitri Medwedew vom Staatsrat Tschuwaschiens zum Präsidenten der autonomen Republik gewählt. Zuvor war Ignatjew stellvertretender Vorsitzender im Ministerkabinett und Landwirtschaftsminister von Tschuwaschien. Ab 1. Januar 2012 trug er den Titel des Oberhaupts der Republik. Auf eigenen Wunsch enthob Wladimir Putin Ignatjew am 9. Juni 2015 seines Amtes und ernannte ihn zum Interimsleiter der Republik Tschuwaschien.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Wirtschaft

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Datei:Chuvashia03.png

Tschuwaschien gilt als eine der reicheren Republiken Russlands. Maschinenbau, Leichtindustrie, Holz- und Lebensmittelindustrie zählen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen.

Verwaltungsgliederung und Städte

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Vorlage:Hauptartikel Die Republik Tschuwaschien gliedert sich in 21 Rajons und 5 Stadtkreise.

Hauptstadt ist Tscheboksary, die zweitgrößte Stadt ist deren Satellitenstadt Nowotscheboksarsk. Diese beiden sowie die nächstgrößten Städte Kanasch, Alatyr und Schumerlja bilden die fünf Stadtkreise. Insgesamt gibt es in der Republik neun Städte.

Vorlage:All Coordinates

Städte
Name Russisch Tschuwaschisch Rajon Einwohner
(Vorlage:EWD)<ref name="einwohner_aktuell"/>
Wappen Lage
Alatyr Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Vorlage:EWZT Datei:Coat of arms of Alatyr (Chuvashia).svg Vorlage:Coordinate
Jadrin Vorlage:Lang Vorlage:Lang Jadrinski rajon Vorlage:EWZT Datei:Yadrin COA (Kazan Governorate) (1781).png Vorlage:Coordinate
Kanasch Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Vorlage:EWZT Datei:Герб Канаша 2017.png Vorlage:Coordinate
Koslowka Vorlage:Lang Vorlage:Lang Koslowski rajon Vorlage:EWZT Datei:Kozlovka COA (2020).jpg Vorlage:Coordinate
Mariinski Possad Vorlage:Lang Vorlage:Lang Mariinsko-Possadski rajon Vorlage:EWZT Datei:Coat of Arms of Mariinsky Posad (Chuvashia).png Vorlage:Coordinate
Nowotscheboksarsk Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Vorlage:EWZT Datei:Coat of Arms of Novocheboksarsk (Chuvashia).svg Vorlage:Coordinate
Schumerlja Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Vorlage:EWZT Datei:Герб Шумерли c короной.gif Vorlage:Coordinate
Tscheboksary Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Vorlage:EWZT Datei:Chebgerb.svg Vorlage:Coordinate
Ziwilsk Vorlage:Lang Vorlage:Lang Ziwilski rajon Vorlage:EWZT Datei:Coat of Arms of Civilsk (Chuvashia).svg Vorlage:Coordinate

Die sieben früheren Siedlungen städtischen Typs der Republik wurden im Rahmen einer Verwaltungsreform ab 2006 zu (nach regionalen Angaben) ländlichen Siedlungen herabgestuft, jedoch laut OKATO noch bis nach der Volkszählung 2010 als Siedlungen städtischen Typs geführt:

Städtische Siedlungen (bis 2006)
Name Russisch Tschuwaschisch Verwaltungseinheit Einwohner
(Vorlage:EWD)<ref name="einwohner_aktuell"/>
Lage
Buinsk Vorlage:Lang Vorlage:Lang Ibressinski rajon Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Ibressi Vorlage:Lang Vorlage:Lang Ibressinski rajon Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Kugessi Vorlage:Lang Vorlage:Lang Tscheboksarski rajon Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Nowyje Lapsary Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Tscheboksary Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Sosnowka Vorlage:Lang Vorlage:Lang Stadtkreis Tscheboksary Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Urmary Vorlage:Lang Vorlage:Lang Urmarski rajon Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
Wurnary Vorlage:Lang Vorlage:Lang Wurnarski rajon Vorlage:EWZT Vorlage:Coordinate
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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage

Einzelnachweise

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<references />

Vorlage:Navigationsleiste Föderationssubjekte Russlands

Vorlage:Normdaten