Sellerie

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Sellerie (Apium)<ref name="Zander2008" /><ref name="Kluge1967" /> ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die 17 bis 30 Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet. Insbesondere der Echte Sellerie (Apium graveolens), meist einfach Sellerie (früher und regional auch Eppich) genannt, findet als Nutz- und Heilpflanze Verwendung.

Beschreibung

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Vegetative Merkmale

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Die Sellerie-Arten wachsen als ein- oder zweijährige, krautige Pflanzen. Die Sprossachse ist kahl, aufrecht, gezahnt und gerillt. Das Wurzelsystem besteht aus einer häufig verdickten Pfahlwurzel und dünnen Nebenwurzeln. Einige Arten bilden auch horizontal verlaufende Rhizome aus, aus denen dünne Wurzeln austreiben.

Die einfach gefiederten, wechselständigen Laubblätter sind gestielt mit häutchenartigen Blattscheiden.

Generative Merkmale

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Die doppeldoldigen Blütenstände sind locker bis annähernd kompakt, wenigstrahlig, und die Döldchen enthalten wenige Blüten. Es sind gewöhnlich kurze Blütenstiele vorhanden.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Kelchzähne fehlen. Die weißen oder grünlich-gelben Kronblätter sind eiförmig bis fast rund, mit verjüngtem, eingeschnittenem oberen Ende. Die Griffel sind kurz und unten konisch verdickt.

Die Spaltfrüchte sind kugelig oder ellipsoid und an beiden Enden abgerundet sowie seitlich eingedrückt. Sie sind deutlich fünfrippig. Die Samen sind flach.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt meist Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22 vor.<ref name="IPCN" />

Etymologie

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Der Name Sellerie ist aus dem lombardischen selleri, dem Plural zu sellero entlehnt. Dort stammt es über das spätlateinisch selīnum von griechisch sélinon, σέλινον (Sellerie, Eppich, Silge, Selge) ab.<ref name="Kluge2002" /><ref name="Genaust1976" /> Österreichisch und bairisch „Zeller(er)“ sind aus norditalienisch seler entlehnt.<ref name="Kluge1967" />

Datei:Sellerieknolle.jpg
Sellerieknolle

Systematik und Verbreitung

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Die Gattung Apium wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, Seite 264 aufgestellt. Typusart ist Apium graveolens Vorlage:Person<ref name="Tropicos" /> Je nach Autor sind Synonyme für Apium Vorlage:Person nom. cons.: Celeri Vorlage:Person, Critamus Vorlage:Person, Helodium Vorlage:Person, Helosciadium Vorlage:Person, Laoberdes Vorlage:Person, Lavera Vorlage:Person, Mauchartia Vorlage:Person, Panulia Vorlage:Person, Selinon Vorlage:Person<ref name="POWO" />

Die Gattung Apium gehört zur Tribus Apieae in der Unterfamilie Apioideae innerhalb der Familie der Apiaceae. Molekulargenetische Untersuchungen aus dem Jahr 2000 ergaben jedoch, dass die Gattung wahrscheinlich nicht monophyletisch ist, sondern mit den eng verwandten Gattungen Berula und Naufraga zusammengefasst werden müsste.<ref name="Downie2000" />

Die Gattung Apium ist auf beiden Hemisphären in den gemäßigten Gebieten verbreitet, hauptsächlich aber auf der Nordhalbkugel. In den Tropen wurden nur im Gebirge kleine Vorkommen gefunden.

Zur Gattung Apium gehören je nach Autor 15 bis 30 Arten:

Naturhybriden sind: Apium ×longipedunculatum Vorlage:Person: Sie kommt in Westeuropa vor.<ref name="POWO" /> Apium ×moorei Vorlage:Person: Sie kommt in Großbritannien und in Irland vor.<ref name="POWO" />

Je nach Autor nicht zur Gattung Apium gehören:

Nicht zur Gattung Apium gehören die seit 2020 sechs Arten der 2010 reaktivierten Gattung Helosciadium Vorlage:Person:<ref name="Ronse2010Helosciadium" /><ref name="Euro+Med_Helosciadium" />

Nutzung

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Als Gemüse und Heilpflanze wird vor allem Echter Sellerie verwendet. Sellerie diente bereits im antiken Griechenland als Nahrungsmittel.<ref name="Andrews1949" /> Im Mittelalter wurde Sellerie meist Eppich oder lateinisch Apium genannt. Damit waren neben dem Echten Sellerie („Apium commune“) gelegentlich auch Großer Wasserfenchel („Apium ranarum vel reninum“) und andere Wasserfenchelarten („Apium risus“ oder „Apium silvestre“,) sowie Scharbockskraut („Apium emorroidarum“, der sogenannte Feigblatteppich), möglicherweise auch weitere Arten gemeint. Für Apium silvestre (auch Apium risus und „Wilder Eppich“ genannt) kommen im Mittelalter Ranunculus-Arten wie (ursprünglich im Süden) Ranunculus asiaticus und (im Norden) Ranunculus sceleratus, Ranunculus flammula und Ranunculus aquatilis in Betracht.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 157 (zu Apium „eppich, Selvium, kaspar, karfi“; und Apium commune „das ist der gemeyne merch“) und 158 (zu Apium silvestris).</ref>

Der Sellerie wird aufgrund des starken Geschmacks nicht nur in der zentraleuropäischen Küche gerne sehr breit zum Würzen von Soßen und Suppen auch in Form von Gewürzsalz verwendet. Da die Proteine dieser Pflanze sehr hitzeresistent sind und so beim Kochen nicht zerfallen, aber auch ein hohes Allergiepotential besitzen, gehört die Pflanze zu den häufigsten Verursachern von Lebensmittelallergien. Kreuzreaktionen mit Birke, Ambrosia und Beifuß sind aufgrund der biologischen Ähnlichkeit der drei bekannten allergieauslösenden Proteine API g1, g4 und g5 häufig.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

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  • E. Nasir: Band 20: Vorlage:Tropicos
  • She Menglan (佘孟兰), Mark F. Watson: Apium, S. 76 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Band 14 – Apiaceae through Ericaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2005, ISBN 1-930723-41-5.
  • A. C. Ronse, Z. A. Popper, J. C. Preston, M. F. Watson: Taxonomic revision of European Apium L. s.l.: Helosciadium W.D.J.Koch restored. In: Plant Systematics and Evolution, Band 287, Nr. 1–2, 2010, S. 1–17. Vorlage:DOI

Einzelnachweise

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<references> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="Tropicos"> Vorlage:Tropicos </ref> <ref name="IPCN"> Vorlage:Tropicos </ref> <ref name="Kluge2002"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Kluge1967"> Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 702. </ref> <ref name="Genaust1976"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, ISBN 3-7643-0755-2, S. 286. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="Downie2000"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Andrews1949"> Alfred C. Andrews 1949: Celery and Parsley as Foods in the Greco-Roman Period. In: Classical Philology, Band 44, Nr. 2, S. 91–99. Vorlage:JSTOR </ref> <ref name="Ronse2010Helosciadium"> A. C. Ronse, Z. A. Popper, J. C. Preston, M. F. Watson: Taxonomic revision of European Apium L. s.l.: Helosciadium W.D.J.Koch restored. In: Plant Systematics and Evolution, Band 287, Nr. 1–2, 2010, S. 1–17. Vorlage:DOI </ref> <ref name="Euro+Med_Helosciadium"> Ralf Hand (2011): Apiaceae.: Datenblatt Helosciadium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Stinca2015Helosciadium"> Adriano Stinca, Riccardo Motti: A new combination in Helosciadium (Apiaceae) for the flora of North Africa. In: Phytotaxa, Volume 217, Issue 1, 2015, S. 100. Vorlage:DOI </ref> <ref name="Cires2020Helosciadium"> Eduardo Cires, Carla Pinto-Cruz, Herminio Nava, José Antonio Fernández Prieto: A new species from the temporary ponds of southwest Portugal: Helosciadium milfontinum. In: Phytotaxa, Volume 456, Issue 1, August 2020, S. 49–62. Vorlage:DOI </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Apium bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>

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Vorlage:Wiktionary Vorlage:Commonscat

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