Olsztyn

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Vorlage:Begriffsklärungshinweis Vorlage:Weiterleitungshinweis Vorlage:Infobox Ort in Polen Olsztyn [[[:Vorlage:IPA]]] (Vorlage:Audio), deutsch Allenstein, ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographie

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Die Stadt liegt am Fluss Łyna (Alle) im historischen Ermland, 125 Meter über dem Meeresspiegel<ref name="MeyersGaz" /> am Übergang vom Ermland zum Oberland. Olsztyn liegt etwa 80 Kilometer südöstlich von Elbląg (Elbing), 100 Kilometer südlich von Kaliningrad (Königsberg) und 140 Kilometer südöstlich von Danzig (Gdańsk).

Die umgebende hügelige Landschaft ist von der Masurischen Seenplatte und ausgedehnten Wäldern geprägt. Der Okullsee ist Teil der Stadt Allenstein.

Stadtgliederung

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Die Stadt Olsztyn gliedert sich in 23 Stadtteile, zu denen 17 Ortschaften gehören:

Stadtteile

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Datei:Olsztyn-dzelnice.svg
Stadtteilplan Olsztyn<ref>Auf dem Plan fehlt der Stadtteil Generałów (Westteil des Stadtteils Jaroty)</ref>

Vorlage:Mehrspaltige Liste

Ortschaften

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Vorlage:Mehrspaltige Liste

Außerdem: Zacisze, Tęczowy Las

Geschichte

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Vom 14. Jahrhundert bis 1945

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Datei:COA Allenstein (im alten Rathaus in Danzig).jpg
Wappen von Allenstein im Plenarsaal des altstädtischen Rathauses in Danzig
Datei:Burg Allenstein.jpg
Burg und St.-Jacobi-Kirche
Datei:Gewölbe Schloss Allenstein.jpg
Gewölbesaal im Schloss
Datei:Allenstein Reiseprospekt 1930er Jahre.png
Zeitgenössisches Reiseprospekt der Stadt mit dem Tannenberg-Nationaldenkmal, 1930er Jahre
Datei:Battle of Allenstein (Jonkowo).png
Schlacht bei Allenstein, 3. Februar 1807

Die Stadt wurde am 31. Oktober 1353 unter dem Namen Allensteyn am Fluss Alne/Alle (prußisch alna ‚fließen‘) im preußischen Ermland vom ermländischen Domkapitel auf dessen Gebiet gegründet. Zum ersten Schultheißen der Stadt wurde Johannes von Leysen bestellt. Die Stadtgründung erfolgte im Schutz einer bereits im Aufbau (erste Bauetappe 1346 bis 1353) befindlichen Burg des Domkapitels.<ref>Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verwaltungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 20.</ref><ref>Johannes Voigt: Geschichte Preußens von ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Band 5, Königsberg 1832, S. 106.</ref>

Die Allensteiner Burg war Sitz eines Verwalters des ermländischen Domkapitels und Hauptort eines der drei Kammerämter, die dem Kapitel unterstanden und zusammen mit den bischöflichen Kammerämtern das Hochstift Ermland bildeten, das als weltliches Herrschaftsgebiet dem Bischof und dem Kapitel bei der Gründung der vier preußischen Bistümer 1245 zugestanden wurde.

Im Jahr 1455 wurde Schloss Allenstein von dem Söldnerhauptmann Ritter Georg von Schlieben eingenommen.<ref>Scriptores rerum Warmienensisium (Peter Wolky und Johann Martin Saage, Hrsg.). Band 1, Braunsberg 1866, S. 138–207.</ref>

In den Jahren 1516 bis 1519 bekleidete das Amt des Administrators der Neffe und Pflegesohn des ermländischen Bischofs Lucas Watzenrode, der als Astronom bekanntgewordene ermländische Domherr Nikolaus Kopernikus. Kopernikus wohnte während dieser Zeit auf der Burg Allenstein. Als Zeugnis erhielt sich dort bis heute eine auf dem Putz des Kreuzgangs der Burg gemalte astronomische Tafel zur Berechnung des Aequinoctiums. Zur Zeit des Krieges zwischen Polen und dem letzten Deutschordenshochmeister in Preußen Albrecht von Hohenzollern ging er nach Frauenburg zurück, wurde aber im Herbst des Jahres 1520 wieder nach Allenstein berufen. Der Archdiakon Bernhard Sculteti unterstützte Kopernikus mit Geschützen und Proviant, damit Schloss Allenstein in voller Unabhängigkeit von Polen selbständig behauptet werden konnte.<ref>Stimmen aus Maria Laach, Verteidigung Schloß Allenstein unabhängig von Polen</ref> Es wurde auch nicht angegriffen und ein Waffenstillstand wurde am 7. April 1521 geschlossen. Aufgrund seiner erfolgreichen Verteidigung wurde Kopernikus zum Kommissar des Ermlands ernannt und mit dem Wiederaufbau beauftragt. Tiedemann Giese, der spätere Bischof von Ermland, war sein Assistent.

Im Rahmen der Ersten Polnischen Teilung von 1772 kam die Stadt als Teil des Ermlandes zum Königreich Preußen. Von 1818 bis 1910 gehörte sie dem Landkreis Allenstein an und wurde dann kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Allenstein. 1905 wurde sie Sitz des Regierungsbezirks Allenstein. Weitere Regierungsbezirke waren Königsberg und Gumbinnen. Allenstein wurde 1893 an das Bahnnetz angeschlossen.<ref>http://www.bahnstatistik.de/ nennt den 28. September 1893. Siehe auch Marienburg-Mlawkaer Eisenbahn.</ref>

1877 wurde eine Synagoge errichtet. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Allenstein eine evangelische Kirche, zwei katholische Kirchen, ein altes Schloss, ein Gymnasium, eine Realschule und verschiedene Produktions- und Fabrikationsbetriebe.<ref name="MKL" />

Der Friedensvertrag von Versailles bestimmte nach dem Ersten Weltkrieg die Durchführung einer Volksabstimmung im Abstimmungsgebiet Allenstein über den Verbleib bei Deutschland oder einen Anschluss an Polen. In der Stadt Allenstein entfielen auf Ostpreußen 16.740 Stimmen und auf Polen 340, womit die Stadt bei Deutschland blieb.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 67.</ref>

Die jüdische Gemeinde Allensteins wurde in der Zeit des Nationalsozialismus drangsaliert. Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 niedergebrannt. Die meisten, die nicht emigrieren konnten oder wollten, wurden ab 1942 in ein Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Das einzige erhaltene architektonische Zeugnis jüdischen Lebens in Allenstein ist das Taharahaus Bet Tahara.

1945 und danach

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Datei:Allenstein Marktplatz.JPG
Volksfest auf dem Marktplatz (2011)
Datei:Olsztyn-ratusz nowy.JPG
Rathaus

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt im Januar 1945 Kriegsschauplatz. Die Zivilbevölkerung wurde bis kurz vor Einmarsch der Roten Armee zum Durchhalten aufgefordert.<ref>„Schickt Schiffe“. In: Die Zeit, Nr. 3/2005</ref> Der Landrat Horst-Günter Benkmann rief aber eigenverantwortlich rechtzeitig zur Flucht auf und rettete so tausenden Ostpreußen das Leben.<ref>Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002</ref> Am 22. Januar 1945 eroberte die Rote Armee Allenstein. Dabei kam es zu Ausschreitungen sowjetischer Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung. Laut Augenzeugenberichten begingen Rotarmisten der 5. und 6. Division des 3. Kavallerie-Garde-Korps Gewaltexzesse und ermordeten in der zum Feldlazarett umfunktionierten Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Kortau alle Lazarett-Patienten und das Personal. Dort wurden bei Bauarbeiten in den 1950er Jahren mehrere kleinere und größere Massengräber entdeckt; eines von ihnen barg 227 Leichen.<ref>Quelle: Stanisław Piechocki, S. 69.</ref> Bis März 1945 wurden in Allenstein durch Brandstiftung 1040 Häuser zerstört.<ref>Jan Gancewski und Witold Gieszczynski: Gewalttaten, Zerstörungen und Verwüstungen von Hab und Gut durch die Rote Armee im ehemaligen Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 56 (2007) H. 1, S. 115–129, hier S. 117.</ref><ref>Das Vorgehen der Roten Armee in Ostpreußen am Ende des Krieges und die dabei geduldeten Ausschreitungen werden u. a. auch in Werken der russischen Schriftsteller Alexander Solschenizyn (Nobelpreisträger für Literatur) (vgl. sein Buch Ostpreußische Nächte) und Lew Kopelew (vgl. sein Buch „Aufbewahren für alle Zeit“) thematisiert, die damals selbst Soldaten und Zeitzeugen waren.</ref>

Ende März 1945 stellte die Rote Armee Allenstein zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter die Verwaltung der Volksrepublik Polen. Weil Polen nur zögernd einwanderten, ordnete der Regierungsbevollmächtigte Jakub Prawin im Juni 1945 die Verbringung der Stadtbevölkerung auf ländliche Güter an. Kurz darauf begann die „äußerst brutale[e] Aussiedlung“ der in der Stadt zu Aufräumungsarbeiten zurückgebliebenen Deutschen. Der polnische Ortsname Olsztyn wurde offiziell. Die deutschen Einwohner, von denen inzwischen viele zurückgekehrt waren, wurden ab Anfang 1946 in einer zentralen Aktion vertrieben.<ref>Zur Geschichte der Vertreibung im südlichen Ostpreußen siehe Claudia Kroft: Einleitung. In: Wlodzimierz Borodziej, Hans Lemberg (Hrsg.): „Unsere Heimat ist uns ein fremdes Land geworden …“ Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945–1950. Dokumente aus polnischen Archiven. Verlag Herder-Institut, Marburg 2000, ISBN 3-87969-283-1, 431–475, Zitat zu den Vorgängen in Allenstein S. 455.</ref>

Die letzten Einheiten der Sowjetarmee verließen die Stadt im Jahre 1956.

Mit der Regionalisierung Polens entstand 1999 die Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Regierungssitz in Olsztyn. Im gleichen Jahr wurde hier die Universität Ermland-Masuren gegründet. Die Stadt wurde Sitz des Erzbistums Ermland der polnischen katholischen Kirche sowie der Diözese Masuren der polnischen Evangelisch-Augsburgischen Kirche. Seit 2020 ist sie zudem Sitz der ukrainisch griechisch-katholischen Eparchie Olsztyn-Danzig. Mit rund 175.000 Einwohnern und ca. 270.000 in der Agglomeration ist die Stadt auch die größte der Woiwodschaft.

Im Zuge der Demokratisierung wurde 1991 die Allensteiner Gesellschaft der deutschen Minderheit als Vertretung der in der Stadt ansässigen Deutschen gegründet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Ihr gehörten im Juni 2007 3.280 Menschen an, jedoch bezeichneten sich in der polnischen Volkszählung 2002 in der Stadt Olsztyn nur 431 als Deutsche.<ref>Vgl. Vorlage:Webarchiv</ref>

Demographie

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Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 Vorlage:0> 2000 in 283 Haushaltungen einschließlich der Vorstädte, ohne die Garnison (drei Kompanien Infanterie)<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 23.</ref>
1802 Vorlage:02014 <ref name="AAM">Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 248–255, Ziffer 9.</ref>
1810 Vorlage:01601 <ref name="AAM" />
1816 Vorlage:02078 davon 250 Evangelische, 1783 Katholiken und 45 Juden<ref name="AAM" />
1821 Vorlage:02427 Kreisstadt, mit 307 Privatwohnhäusern sowie Garn- und Leinenhandel<ref name="AAM" />
1831 Vorlage:02808 teils Polen, teils Deutsche<ref name="AEP">August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 507, Nr. 98.</ref>
1840 Vorlage:0≈ 2900 <ref>Supplemente zum Universal-Lexikon oder Enzyklopädischen Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe. Herausgegeben von H. A. Pierer, bearbeitet von Franz Dornberger. Altenburg 1841, 1. Band, S. 180.</ref>
1871 Vorlage:05514 davon 500 Evangelische und 140 Juden (2180 Polen<ref>Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage. Band 2, Berlin 1874, S. 18–19, Ziffer 13.</ref>)
1880 Vorlage:07610 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1890 Vorlage:019.375 davon 11.852 Katholiken, 7103 Evangelische und 420 Juden<ref name="MR" />
1900 Vorlage:024.295 mit der Garnison (Infanterieregimenter Nr. 150 und 151, Dragonerregiment Nr. 10 und Feldartillerieregiment Nr. 73), überwiegend Katholiken<ref name="MKL">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1910 Vorlage:033.077 mit der Garnison (5108 Mann), davon 19.960 Katholiken, 12.551 Evangelische, 78 sonstige Christen, 483 Juden (29.344 mit deutscher, 2249 mit polnischer und 99 mit masurischer Muttersprache, 1334 Einwohner sprechen deutsch und in einer anderen Sprache);<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft 1: Regierungsbezirk Allenstein. Berlin 1912, S. 2–3, Ziffer I: Stadtkreis Allenstein.</ref><ref name="MR" /> 11 % Polen<ref name="MeyersGaz">Allenstein, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, und alter Landkarte der Umgebung von Allenstein).</ref>
1925 Vorlage:038.105 davon 23.497 Katholiken, 13.858 Evangelische, 62 sonstige Christen und 612 Juden<ref name="MR" />
1933 Vorlage:043.043 davon 27.048 Katholiken, 15.393 Evangelische, fünf sonstige Christen und 448 Juden<ref name="MR" />
1939 Vorlage:045.513 davon 29.455 Katholiken, 15.811 Evangelische, 132 sonstige Christen und 138 Juden<ref name="MR" />

Allenstein Reiseprospekt 1930er Jahre.png

Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg
Jahr Einwohner Anmerkungen
1964 Vorlage:0≈ 72.500 <ref>Der Große Knaur. Droemer, München 1966, Band 1, S. 68.</ref>
2012 Vorlage:0175.482
2017 Vorlage:0173.125 (31.12.2017)

Politik

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Bürgermeister und Stadtpräsidenten

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Vorlage:Mehrspaltige Liste

An der Spitze der Stadtverwaltung steht ein Stadtpräsident, der von der Bevölkerung direkt gewählt wird. Ab 2009 war dies Piotr Grzymowicz, der 2024 nicht erneut antrat. Seither ist Robert Szewczyk von der Platforma Obywatelska neuer Amtsinhaber.

Bei der Wahl 2024 trat Grzymowicz nicht mehr an. Die Abstimmung brachte daraufhin folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref>

In der daraufhin nötigen Stichwahl setzte sich Szewczyk mit 53,5 % der Stimmen knapp gegen den bis 2008 amtierenden Stadtpräsidenten Małkowski durch und wurde neuer Amtsinhaber.

Bei der Wahl 2018 trat Grzymowicz erneut mit seinem eigenen Wahlkomitee an, das auch von der PSL unterstützt wurde. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 31. Juli 2020.</ref>

In der daraufhin nötigen Stichwahl setzte sich der Amtsinhaber Grzymowicz mit 54,5 % der Stimmen knapp gegen seinen bis 2008 amtierenden Vorgänger Małkowski durch. Nachdem im November 2019 die regionale Staatsanwaltschaft Białystok Ermittlungen gegen Grzymowicz wegen Amtspflichtverletzungen im Zusammenhang mit Verträgen mit dem Europäischen Zentrum für soziale Entwicklung aufnahm,<ref>„Prezydent Olsztyna i czterech samorządowców z zarzutami niedopełnienia obowiązków“, auf tvn24.pl, abgerufen am 31. Juli 2020.</ref> reichte eine Initiative einen Antrag auf ein Abwahlreferendum ein, erreichte aber nicht die nötige Anzahl an Unterschriften.<ref>„Referendum w Olsztynie nie będzie“, auf olsztyn.gosc.pl, abgerufen am 31. Juli 2020.</ref>

Stadtrat

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Der Stadtrat besteht aus 25 Mitgliedern und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref>

  • Koalicja Obywatelska (KO) 34,2 % der Stimmen, 12 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 20,8 % der Stimmen, 8 Sitze
  • Wahlkomitee Czesław Jerzy Małkowski 10,1 % der Stimmen, 2 Sitze
  • Wahlkomitee „Marcin Moźdźonek – Besseres Olsztyn“ 9,7 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Wahlkomitee Piotr Grzymowicz 7,3 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Wahlkomitee „Gemeinsam für Olsztyn“ 7,3 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Trzecia Droga (TD) 5,6 % der Stimmen, kein Sitz
  • Lewica 5,1 % der Stimmen, kein Sitz

Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 31. Juli 2020.</ref>

  • Koalicja Obywatelska (KO) 26,8 % der Stimmen, 9 Sitze
  • Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 22,8 % der Stimmen, 7 Sitze
  • Wahlkomitee Piotr Grzymowicz 15,3 % der Stimmen, 4 Sitze
  • Wahlkomitee Czesław Jerzy Małkowski 14,6 % der Stimmen, 4 Sitze
  • Wahlkomitee „Gemeinsam für Olsztyn“ 8,3 % der Stimmen, 1 Sitz
  • Wahlkomitee „Wir lieben Olsztyn“ 4,9 % der Stimmen, kein Sitz
  • Kukiz’15 3,8 % der Stimmen, kein Sitz
  • Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) / Lewica Razem (Razem) 3,5 % der Stimmen, kein Sitz

Wappen

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Historisches Wappen

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Datei:Wappen Allenstein (Otto Hupp).png
Historisches Wappen

Blasonierung: „In Silber Sankt Jakobus in blauer Pilgertracht mit Stab und Muschelhut, stehend zwischen einem halben, schwarzen Ordenskreuz und einem roten Zinnenturm.“<ref>Erich Keyser: Deutsches Städtebuch – Handbuch städtischer Geschichte. Band I: Nordostdeutschland. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1939, S. 22/23.</ref>

Das älteste, wohl gleich nach Erteilung des Kulmer Rechtes, 1353, gefertigte SIGILLVM CIVITATIS ALLENSTEIN zeigt im gegitterten Felde allein den stehenden heiligen Jakob mit dem Pilgerstabe in der Rechten und einer Pilgermuschel in der linken Hand. Ähnlich das wenig spätere SECRETVM CIVITATIS ALLINSTEIN, dessen Bronzestempel noch erhalten ist. Ähnlich auch die Siegel des 16. Jahrhunderts, während erst im 18. Jahrhundert der Turm und das halbe Ordenskreuz dazu in den Schild genommen worden sind.<ref>Otto Hupp: Deutsche Ortswappen. Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft, Bremen 1925.</ref>

Städtepartnerschaften

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Die Stadt Gelsenkirchen übernahm 1952 eine Patenschaft für ehemalige Allensteiner (bis 1945), die nun in der Bundesrepublik Deutschland leben. 1992 ging hieraus eine Städtepartnerschaft hervor. Insgesamt nennt Olsztyn aktuell folgende elf Partnerstädte und Kooperationen:<ref name="Twins">Vorlage:Internetquelle</ref>

Stadt Land seit Typ
Calpe Datei:Escut de Calp.svg Vorlage:ESP 1989 Partnerschaft
Châteauroux Datei:Blason de la ville de Châteauroux (36).svg Vorlage:FRA 1991 Partnerschaft
Gelsenkirchen Datei:DEU Gelsenkirchen COA.svg Vorlage:DEU 1992 Partnerschaft
Halmstad Datei:Halmstad vapen.svg Vorlage:SWE 2003 Kooperation
Kaliningrad Datei:Coat of arms of Kaliningrad.svg Vorlage:RUS 1993 Partnerschaft
Luzk Datei:Herb Lutsk.svg Vorlage:UKR 1997 Partnerschaft
Offenburg Datei:DEU Offenburg COA.svg Vorlage:DEU 1999 Partnerschaft
Perugia Datei:Perugia-Stemma.png Vorlage:ITA 2004 Kooperation
Richmond Vorlage:USA 1995 Partnerschaft
Rovaniemi Datei:Rovaniemi.vaakuna.svg Vorlage:FIN 1976 Partnerschaft
Sønderborg Datei:Sonderborg Kommune coa.svg Vorlage:DAN 1994 Kooperation

Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaftlich bedeutend ist vor allem die zu Michelin gehörende Reifenfabrik (früher „Stomil“), die größte ihrer Art in Polen, sowie die holzverarbeitende Industrie. Zunehmend profitiert die Stadt aber auch vom Fremdenverkehr, der sich zu einem neuen Wirtschaftszweig entwickelte. Eine gute Anbindung z. B. nach Berlin und Krakau besteht über den Mitte Januar 2016 eröffneten Flughafen Olsztyn-Mazury – zwischen Olsztyn und Airport besteht S-Bahn-Anschluss in etwa 40 Minuten, aber auch durch die Express-Busverbindungen zwischen vielen großen Städten wie Warschau, Danzig, Berlin oder Kaliningrad. Olsztyn ist Sitz verschiedener kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen, wie des deutsch-polnischen Verbandes Borussia. In Olsztyn gibt es auch eine Lebensmittelproduktion wie von Honig oder gefrorenen Produkten von Chłodnia Olsztyńska. Die Stadt ist Sitz des Geflügelwarenherstellers Indykpol.

Verkehr

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Straßen

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In der Stadt kreuzen sich die – zum Teil schon als Schnellstraßen ausgebauten – Landesstraßen DK 16, DK 51 und DK 53 mit den Woiwodschaftsstraßen DW 527, DW 598 und DW 660.

Schienen

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Mit der 1873 erfolgten Anbindung an die Preußische Ostbahn wurde für Allenstein in der Folgezeit ein Anschluss an eine wichtige Fernverkehrszuglinie ermöglicht, welche von Berlin über Küstrin, Schneidemühl, Bromberg, Thorn, Allenstein, Korschen, Insterburg, Tilsit nach Memel führte.

Von der bis Korsze (Korschen) elektrifizierten, zweigleisigen Hauptstrecke Toruń–Tschernjachowsk (Thorn–Insterburg), einer 1873 errichteten Zweigstrecke der ehemaligen Preußischen Ostbahn, zweigen hier nach Südosten die Bahnstrecke Olsztyn–Ełk sowie nach Nordwesten die Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo ab, die Teile der Querverbindung Danzig–Marienburg–Allenstein–Lyck bilden. Nach Süden verläuft die Bahnstrecke Działdowo–Olsztyn. Die Stadt hat einen Hauptbahnhof (Olsztyn Główny) und einen weiteren Bahnhof Olsztyn Zachodni am Altstadtzentrum.

In der Stadt verkehrte von 1907 bis 1965 eine elektrische Straßenbahn, die von 1939 bis 1971 durch einen Obusbetrieb ergänzt wurde. 2011 wurde ein Bauvertrag für die Wiedereinführung der Straßenbahn unterschrieben. Es sollten drei Streckenäste mit einer Gesamtlänge von 11,5 km und 19 Haltestellen erstellt werden. Die Strecken verbinden den Bahnhof, die Altstadt und die Universität.<ref>NaNa Nahverkehrsnachrichten. Ausgabe 17/2011, 22. Juni 2011, Seite 10.</ref> 15 Tramino-Niederflurstraßenbahnen wurden bestellt, 2014 sollten die Strecken eröffnet werden. Die Eröffnung erfolgte am 19. Dezember 2015.

Der Flughafen Olsztyn-Mazury liegt rund 60 Kilometer südöstlich. Im Stadtteil Dajtki (Vorlage:DeS) besteht der Landeplatz Olsztyn-Dajtki.

Der ehemalige Flughafen Allenstein/Deuthen wurde zwischen 1. Juni 1926 und Oktober 1927 im Liniendienst von der Lufthansafluglinie Marienburg–Elbing–Allenstein bedient. Der Linienflug endete mit der Einstellung der Subventionen durch den Staat. Mit dem Flughafen war Alleinstein an das deutsche Flugpostnetz angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg diente der Flugplatz als Etappenflugplatz und zur Pilotenausbildung.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Seit 2018 bedient die ungarische Fluglinie WizzAir den Flughafen zwei Mal wöchentlich von Dortmund aus.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Daneben gibt es noch den ehemaligen Militärflugplatz Grieslienen, der 1945 zwei befestigte Start- und Landebahnen mit 1100 und 900 Metern besaß und ebenfalls für eine Reaktivierung im Gespräch ist.<ref>Flugplätze der Sowjetarmee in Deutschland (PDF; 157 kB)</ref>

Sehenswürdigkeiten

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Datei:Zamek, skrzydło zachodnie2..jpg
Burg Allenstein
Datei:Olsztyn, Wysoka Brama..jpg
Hohes Tor
Datei:Olsztyn Katedra.jpg
St.-Jakobus-Kirche
Datei:Kosciol ewangelicki olsztyn2.jpg
Evangelische Erlöserkirche
Datei:OLSZTYN, AB. 123.JPG
Herz-Jesu-Kirche

Persönlichkeiten

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Ehrenbürger

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Söhne und Töchter der Stadt

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Vorlage:Mehrspaltige Liste

Sonstige mit der Stadt in Verbindung stehende Persönlichkeiten

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Datei:Olsztyn Zamek Portret Mikołaja Kopernika 1156.JPG
Nikolaus Kopernikus, Porträt aus dem Stadtmuseum

Vorlage:Mehrspaltige Liste

Sport

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Datei:Olsztyn-urania.jpg
Hala Urania

In Olsztyn sind mehrere Sportvereine ansässig, einer der bekanntesten Vereine ist OKS Stomil Olsztyn. Der Klub spielte insgesamt acht Saisons in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Fußballliga, und sieben Saisons in der zweiten Liga. Im April 2025 spielte der Klub in der zweiten Liga. Daneben spielt in Olsztyn der fünffache polnische Volleyball-Meister und siebenfache Pokalsieger Indykpol AZS Olsztyn, der auch acht Vize-Meisterschaften und acht dritte Plätze vorweisen kann. Der Klub spielt regelmäßig um die polnische Volleyball-Meisterschaft mit und nimmt an internationalen Wettbewerben teil. Der Klub stellt mehrere polnische und internationale Volleyball-Nationalspieler und spielt wie der Handball-Erstligist Warmia Anders Group Społem Olsztyn in der Hala Urania. Dies ist eine Mehrzweckhalle, die ca. 2.500 Zuschauern Platz bietet. In Olsztyn findet jährlich das Hubert Wagner Memorial statt, ein internationales Volleyball-Turnier. Außerdem ist Olsztyn öfters Etappenort der Tour de Pologne (zuletzt 2008).

Siehe auch

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Literatur

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  • Anton Funk: Geschichte der Stadt Allenstein 1348–1943. Scientia-Verlag, 1979, ISBN 3-511-09071-7.
  • Stanisław Piechocki:
    • Czyściec zwany Kortau [Eine Hölle, genannt Kortau]. Książnica Polska, Olsztyn 1993, ISBN 83-85702-02-4, 154 Seiten. Das Buch enthält 59 Abbildungen und eine Zusammenfassung in deutscher Sprache. Deutsche Übersetzung: Das „Fegefeuer“ genannt Kortau. Stadtgemeinschaft Allenstein, 2008.
  • Magisches Allenstein. Olsztyn 2008, ISBN 83-87031-18-6.
  • W. E. Harich: Einwohnerbuch von Allenstein 1938, Allenstein 1938 (Digitalisat).

Historische Literatur

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  • Allenstein, Regierungsbezirk Allenstein, Ostpreußen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Allenstein (meyersgaz.org).
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 23, Nr. 7).
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 507, Nr. 98.
  • Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erster Band. Enke, Erlangen 1863, S. 20 (Volltext, Google).
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Einzelnachweise

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<references responsive />

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