Mehlbeeren
Die Mehlbeeren (Sorbus), auch Vogelbeeren, Ebereschen oder Elsbeeren genannt, sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Arten der Gattung Sorbus (allein in Europa je nach Autor eine oder über 170 Arten) sind in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet.<ref name="FoC" /> Viele Mehlbeeren-Arten tragen im Herbst auffällige Früchte. Einige Arten wie etwa die Japan- oder die Kaschmir-Eberesche werden wegen ihrer auffälligen Herbstfärbung in Gartenanlagen und Parks gepflanzt. Zur Gattung gehören auch die Vogelbeere, deren Früchte zu Schnaps und Marmelade verarbeitet werden, sowie der Speierling, der in der Apfelweinherstellung eine Rolle spielt.
Beschreibung
[Bearbeiten]Erscheinungsbild und Blätter
[Bearbeiten]Sorbus-Arten wachsen als meist sommergrüne Bäume und Sträucher.<ref name="FoC" /> Die Bäume sind gelegentlich mehrstämmig und haben häufig eine weit ausladende Krone. Einige Arten erreichen eine Wuchshöhe zwischen 25 und 30 Metern. Zu den groß werdenden Arten zählt beispielsweise Sorbus pohuashanensis, eine bis zu 20 Meter hoch werdende Art, die in den Bergregionen Nordchinas zu finden ist. Die meisten Arten bleiben deutlich niedriger. Die in Mitteleuropa heimische Zwerg-Mehlbeere erreicht eine Wuchshöhe von etwa 3 Metern. Die in Westchina beheimatete Sorbus reducta wird sogar nur 1,5 Meter hoch und bildet durch ihre zahlreichen Ausläufer dichte Gestrüppe.
Die meist relativ großen Winterknospen sind eiförmig, konisch oder spindelförmig und manchmal klebrig mit einigen sich dachziegelartig überdeckenden Knospenschuppen, die kahl oder flaumig behaart sind.<ref name="FoC" />
Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach oder gefiedert. Die Blattränder sind oft gesägt, selten fast ganzrandig. Die Blattflächen sind kahl oder flaumig behaart. Es liegt Fiedernervatur vor. Die Nebenblätter fallen meist früh ab.<ref name="FoC" />
Blütenstände und Blüten
[Bearbeiten]Die Blütezeit liegt je nach Art im Frühjahr bis Sommer. Die endständigen, meist zusammengesetzten, selten einfachen schirmtraubigen oder rispigen Blütenstände enthalten meist viele Blüten.<ref name="FoC" />
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist glockenförmig, selten verkehrt-konisch oder krugförmig. Die fünf meist grünen Kelchblätter sind eiförmig oder dreieckig und kahl bis flaumig oder wollig behaart; manchmal befinden sich Drüsenhaare entlang der Ränder. Die fünf freien gelblich-weißen bis weiß-rosafarbenen Kronblätter können genagelt sein und sind kahl bis flaumig behaart. Die meist 15 bis 25, selten bis 44 Staubblätter stehen in zwei oder drei Kreisen und sind ungleich lang. Die Staubbeutel sind eiförmig oder fast kugelig. Die zwei bis fünf unterständigen bis halbunterständigen Fruchtblätter sind teilweise oder vollständig mit dem Blütenbecher verwachsen. Jedes Fruchtblatt enthält zwei oder drei, selten vier aufrechte, anatrope Samenanlagen, von denen meist eine verkümmert. Es sind zwei bis fünf freie oder teilweise verwachsene Griffel, die kahl oder flaumig behaart sind, vorhanden.<ref name="FoC" />
Früchte und Samen
[Bearbeiten]Die Sammelbalgfrüchte der Mehlbeeren sind Apfelfrüchte und erinnern an kleine Äpfel, was aufgrund der botanischen Einordnung in die Kernobstgewächse (Pyrinae) nicht überrascht (Sprachliche Verwechslungen mit der Mehlbirne beruhen darauf<ref>Wolfgang Schiedermair: Die „Meelbyrn, Paliurus“ in Adam Lonitzers „Kreuterbuch“ (1679). Zur Kenntnis von X Sorbopyrus auricularis (Kroop.) Schneid. – Hagebuttenbirne. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 87–96, hier: S. 89–91.</ref>). Ähnlich wie beim Apfel sitzen oben an der Frucht die fünf Kelchblätter, die haltbar sind oder abfallen und eine ringförmige Narbe hinterlassen. Die Apfelfrüchte färben sich je nach Art bei Reife weiß, gelb, rosafarben, braun oder orange bis rot. Die meist relativ kleinen Apfelfrüchte sind eiförmig oder kugelförmig bis ellipsoid oder länglich. Die Fruchtschale ist kahl oder flaumig behaart und es können kleine Lentizellen vorhanden sein. Das pergamentartige Kerngehäuse besteht aus meist zwei bis fünf, selten bis zu sieben Kammern, die jeweils ein oder zwei Samen enthalten.<ref name="FoC" />
In den Samen umgibt ein dünnes Perisperm und Endosperm den Embryo mit seinen zwei zusammengepressten Keimblättern (Kotyledonen).<ref name="FoC" />
Ökologie
[Bearbeiten]Schädlinge
[Bearbeiten]Sämlinge und junge Bäume der Sorbus-Arten werden von Hirschen, Rehen, Hasen, Kaninchen, Wühlmäusen und Mäusen geschädigt. Mäuse und Wühlmäuse benagen unter anderem Rinde oder Wurzeln der Bäume und können dadurch junge Pflanzen zum Absterben bringen.<ref name="mca35">Hugh McAllister: The genus Sorbus – Mountain ash and other rowans. The Royal Botanic Gardens, Kew 2005, ISBN 1-84246-088-9, S. 35.</ref>
Die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers fressen die Rinden der Wurzeln und können im Extremfall eine Pflanze so schädigen, dass sie abstirbt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Pflanze von diesen Larven befallen wird, steigt mit dem Humusgehalt des Bodens. In normaler Erde ist der zu erwartende Schädlingsbefall gering.<ref name="mca35" />
Fruchtfressende Vogelarten
[Bearbeiten]Die auffälligen Früchte der Mehlbeeren werden von einer großen Anzahl von Vogelarten gefressen. Der Samen der Früchte passiert in der Regel unbeschädigt den Darmkanal der Vögel. Zu den fruchtfressenden Arten zählen Amseln, Drosseln wie etwa Rotdrossel, Rotkehlchen und Wacholderdrossel sowie Stare und Seidenschwänze.
Die Geschwindigkeit, mit der der Fruchtbehang eines Baumes von Vögeln geplündert wird, scheint abhängig vom umgebenden Bewuchs zu sein. In Vorstädten werden nach den Untersuchungen von McAllister reifende Sorbus-Bäume innerhalb von nur ein oder zwei Wochen ihrer Früchte beraubt. McAllister führt dies auf einen höheren Bestand an immergrünen Pflanzen zurück, die den Vögeln Deckung bieten. Sorbus-Bäume, die vereinzelt in einem Feld oder auf einer Rasenfläche stehen, behalten ihre Früchte dagegen über Monate.<ref name="McAllister36">Hugh McAllister: The genus Sorbus – Mountain ash and other rowans. The Royal Botanic Gardens, Kew 2005, ISBN 1-84246-088-9. S. 36</ref> Auch die Sorbus-Art hat einen Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der Vögel die Früchte fressen. Von Vögeln besonders geschätzt sind die Arten Sorbus decora, Sorbus cascadensis, Sorbus sitchensis und Sorbus matsumurana. Diese früh reifenden Arten werden von Vögeln bereits gefressen, bevor sie vollreif sind.
Verbreitung und Lebensraum
[Bearbeiten]Die Arten der Gattung Sorbus besitzen ein weites natürliches Verbreitungsgebiet auf der Nordhalbkugel und kommen hauptsächlich in Eurasien und im nördlichen Nordamerika vor. Einige wenige Arten kommen auch in Nordafrika sowie auf Madeira vor. In China kommen 67 Arten vor, 43 davon nur dort.<ref name="FoC" />
Typisch für die meisten Arten dieser Gattung ist ihre Anpassungsfähigkeit an extreme Standorte. Bäume und Sträucher dieser Gattung findet man beispielsweise in exponierten Felsenwänden, wo sie in nur wenig Erde führenden Spalten wurzeln. Gelegentlich sieht man junge Ebereschen, die in Dachrinnen heranwachsen. Die Ansprüche der Sorbus-Arten an den Boden sind gering und sie sind in der Lage, auf nährstoffarmen und sauren Böden zu gedeihen. Die meisten Arten reagieren auf nährstoffreiche und humose Böden mit erhöhtem Wachstum. Zu den kalkfliehenden Arten zählen Sorbus cracilis und Sorbus poteriifolia, die Chlorose entwickeln, wenn sie auf kalkhaltigen Böden stehen.<ref>McAllister, S. 33</ref>
Viele Sorbus-Arten reagieren empfindlich auf Trockenheit und werfen nach längeren Trockenperioden frühzeitig im Jahr ihre Blätter ab. Als besonders trockenheitsempfindlich gelten Arten, die im Himalaya beheimatet sind.<ref>McAllister, S. 32</ref> Trockene Standorte haben auch einen Einfluss auf das maximale Höhenwachstum eines Baumes. Speierlinge erreichen beispielsweise an optimalen Standorten in Bayern und Baden-Württemberg Wuchshöhen von über 30 Metern. An niederschlagsärmeren Standorten auf dem Balkan und Frankreich werden diese Bäume selten höher als 25 Meter.<ref>Schmeling, S. 38</ref> Im Gebirge kommen Sorbus-Arten regelmäßig bis zur Baumgrenze vor. Sorbus-Arten zählen auch zu den Baumarten, die in der Waldtundra gedeihen.
Reine Bestände mit Sorbus-Arten sind selten. Sorbus-Arten sind tendenziell lichthungrige Pionierpflanzen, die an Waldrändern und Lichtungen gedeihen, wo die Konkurrenzsituation mit anderen Baumarten geringer ist. Da der Samen von Sorbus-Arten regelmäßig durch Vögel verbreitet wird, findet man in Unterholz von Wäldern eine große Anzahl von Sorbus-Sämlingen. Fallen konkurrierende Bäume einem Feuer oder Sturm zu Opfer, werden die entstehenden Lücken schnell durch Sorbus-Arten geschlossen.
Die apomiktischen Mehlbeeren
[Bearbeiten]Es gibt eine Vielzahl von Bastarden zwischen den Arten innerhalb der Gattung Sorbus. Meistens entstehen aus diesen Hybridisierungsvorgängen nur kleinräumig verbreitete Arten, die sich apomiktisch vermehren, indem sie Samen auf ungeschlechtlichem Weg mittels Agamospermie bilden. Nachkommen aus diesen Samen sind genetisch identisch mit dem Pflanzenexemplar, von der der Samen abstammt.
Beispielsweise umfasst der Komplex der Bastard-Mehlbeeren (Sorbus latifolia agg.) apomiktische Arten, die aus einer Hybridisierung der Elsbeere (Sorbus torminalis) und Arten der Sorbus aria-Gruppe hervorgegangen sind. Ein weiterer Bastard-Komplex ist aus der Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und der Felsen-Mehlbeere (Sorbus rupicola) entstanden. Hierzu gehören einige Endemiten aus England wie die Art Sorbus leyana oder aus Deutschland mit Sorbus lonetalensis, die mit nur noch 11 bis 16 Exemplaren zu den seltensten Bäumen der Welt zählen.<ref name="Springer">Vorlage:Cite journal</ref>
Systematik
[Bearbeiten]Die Gattung Sorbus wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Synonyme für Sorbus Vorlage:Person sind: Aria Vorlage:Person, Ariosorbus Vorlage:Person, Chamaemespilus Vorlage:Person, Hahnia Vorlage:Person, Micromeles Vorlage:Person, Torminalis Vorlage:Person, Cormus Vorlage:Person.
Die Gattung Sorbus gehört zur Subtribus der Kernobstgewächse (Pyrinae) in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie Rosaceae.
Senikov & Kurto haben im Jahr 2017 die europäischen Mehlbeeren-Arten in mehrere verschiedene neue Gattungen aufgeteilt. Der Gattungsname Sorbus verbleibt danach nur noch bei der eigentlichen Vogelbeere (Sorbus aucuparia Vorlage:Person).
Nach Hugh McAllister 2005 wird die Gattung Sorbus in sieben Untergattungen und diese in Sektionen gegliedert:
- Untergattung Sorbus subg. Albocarmesinae Vorlage:Person: Sie wurde 2005 neu aufgestellt.
- Untergattung Sorbus subg. Aria Vorlage:Person: Die etwa 50 Arten sind in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet.
- Untergattung Sorbus subg. Chamaemespilus: Sie enthält nur eine Art:
- Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus Vorlage:Person): Sie kommt in Süd- und Osteuropa vor.
- Untergattung Sorbus subg. Cormus Vorlage:Person
- Speierling (Sorbus domestica L.): Er ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet
- Untergattung Sorbus subg. Micromeles Vorlage:Person: Sie enthält 12 bis 15 Arten in Ost- sowie Südostasien.
- Untergattung Sorbus subg. Sorbus: Die etwa 80 Arten sind auf der Nordhalbkugel weitverbreitet.
- Untergattung Sorbus subg. Torminaria Vorlage:Person: Sie enthält nur eine Art:
- Elsbeere (Sorbus torminalis Vorlage:Person): Sie ist hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet.
- Einige Arten sind noch nicht in eine Untergattung eingeordnet.
Zu den zahlreichen Arten der Gattung Sorbus zählen noch nach Hugh McAllister 2005 beispielsweise:
- Ades Mehlbeere (Sorbus adeana Vorlage:Person)
- Sorbus admonitor Vorlage:Person: Dieser Endemit kommt in Großbritannien nur in North Devon vor.<ref name="POWO" />
- Sorbus albopilosa Vorlage:Person: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 3300 bis 4100 Metern nur im südlichen Tibet.<ref name="FoC" />
- Sorbus albovii Vorlage:Person: Sie kommt von der Türkei bis zum Kaukasusraum vor.<ref name="POWO" />
- Allgäuer Zwerg-Mehlbeere (Sorbus algoviensis Vorlage:Person): Dieser Endemit kommt nur im deutschen und österreichischen Allgäu vor.<ref name="POWO" />
- Erlen-Mehlbeere (Sorbus alnifolia Vorlage:Person): Sie kommt in China, Korea, Taiwan, Japan und in fernöstlichen Russland vor.<ref name="FoC" />
- Filzige Zwerg-Mehlbeere (Sorbus ×ambigua Vorlage:Person = Sorbus chamaemespilus × Sorbus aria s. str.)
- Kanada-Eberesche (Sorbus americana Vorlage:Person): Sie kommt in Kanada und in den Vereinigten Staaten vor.<ref name="GRIN" />
- Sorbus andersonii Vorlage:Person: Sie kommt in Nordamerika vor.<ref name="POWO" />
- Sorbus anglica Vorlage:Person: Sie kommt im südwestlichen Irland und im westlichen und südwestlichen Großbritannien vor.<ref name="POWO" />
- Sorbus apiculata Vorlage:Person
- Sorbus arachnoidea Vorlage:Person: Zentraler und östlicher Himalaja.<ref name="POWO" />
- Echte Mehlbeere (Sorbus aria Vorlage:Person s. str.)
- Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia Vorlage:Person)
- Österreichische Mehlbeere (Sorbus austriaca Vorlage:Person)
- Badische Mehlbeere (Sorbus badensis Vorlage:Person)
- Kaschmir-Eberesche (Sorbus cashmiriana Vorlage:Person): dieser weit ausladender Baum stammt aus dem westlichen Himalaya.
- Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus Vorlage:Person), niedriger Strauch.
- Löffelblättrige Mehlbeere (Sorbus cochleariformis Vorlage:Person)
- Hügel-Mehlbeere (Sorbus collina M.Lepší, P.Lepší & N.Mey.)
- Japan-Eberesche (Sorbus commixta Vorlage:Person), ein aufrecht wachsender Baum aus Japan.
- Kordigast-Mehlbeere (Sorbus cordigastensis Vorlage:Person)
- Donau-Mehlbeere (Sorbus danubialis Vorlage:Person)
- Dörrs Zwerg-Mehlbeere (Sorbus doerriana Vorlage:Person)
- Speierling (Sorbus domestica Vorlage:Person) mit gefiederten Laubblättern. Bastardiert nicht mit den anderen Arten.
- Tauber-Mehlbeere (Sorbus dubronensis N.Mey., Feulner & T.C.G.Rich)
- Sorbus esserteauana Vorlage:Person: Sie gedeiht in Bergdickichten und an Felswänden in Höhenlagen von 1700 bis 3000 Metern nur im westlichen Sichuan.<ref name="FoC" />
- Eichstätter Mehlbeere (Sorbus eystettensis Vorlage:Person)
- Ries-Mehlbeere (Sorbus fischeri Vorlage:Person)
- Fränkische Mehlbeere (Sorbus franconica Vorlage:Person)
- Gaucklers Mehlbeere (Sorbus gauckleri Vorlage:Person)
- Griechische Mehlbeere (Sorbus graeca Vorlage:Person): Sie kommt in Nordafrika, in Ost- und Südosteuropa und von Westasien bis Zentralasien vor.<ref name="GRIN" />
- Thüngersheimer Mehlbeere (Sorbus haesitans Vorlage:Person)
- Harz' Mehlbeere (Sorbus harziana Vorlage:Person)
- Hohenesters Mehlbeere (Sorbus hohenesteri Vorlage:Person)<ref>Tiergarten will Baumart retten: Weltweit noch zehn Exemplare</ref>
- Hoppes Mehlbeere (Sorbus hoppeana Vorlage:Person)
- Echte Bastard-Eberesche (Sorbus ×hybrida Vorlage:Person): Sie kommt in Europa vor.<ref name="GRIN" />
- Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia Vorlage:Person)
- Breitblättrige Mehlbeere (Sorbus latifolia Vorlage:Person s. str.)
- Sorbus leyana Vorlage:Person: Dieser Endemit kommt nur in Wales vor.<ref name="POWO" />
- Lonetal-Mehlbeere (Sorbus lonetalensis Vorlage:Person)
- Meierotts Mehlbeere (Sorbus meierottii Vorlage:Person)
- Mergenthalers Mehlbeere (Sorbus mergenthaleriana Vorlage:Person)
- Meyers Mehlbeere (Sorbus meyeri Vorlage:Person)
- Vogesen-Mehlbeere (Sorbus mougeotii Vorlage:Person)
- Pannonische Mehlbeere (Sorbus pannonica Vorlage:Person)
- Langblättrige Mehlbeere (Sorbus perlonga Vorlage:Person)
- Bastard-Eberesche (Sorbus ×pinnatifida Vorlage:Person = Sorbus aria s. str. × Sorbus aucuparia)
- Hersbrucker Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca Vorlage:Person)
- Mädchen-Mehlbeere (Sorbus puellarum Vorlage:Person)
- Gößweinsteiner Mehlbeere (Sorbus pulchra Vorlage:Person): Dieser Endemit steht unter Naturschutz und kommt nur in Gößweinstein und seiner unmittelbaren Umgebung vor.
- Regensburger Mehlbeere (Sorbus ratisbonensis Vorlage:Person)
- Sorbus rehderiana Vorlage:Person: Die etwa drei Varietäten kommen in China und Myanmar vor.<ref name="FoC" />
- Sargents Eberesche (Sorbus sargentiana Vorlage:Person): Sie gedeiht in Mischwäldern, in Waldländern und an sonnigen Hängen in Höhenlagen von 2000 bis 3200 Metern nur im südwestlichen Sichuan sowie nordöstlichen Yunnan.<ref name="FoC" />
- Sorbus scalaris Vorlage:Person: Sie gedeiht in Mischwäldern an Berghängen in Höhenlagen von 1600 bis 3000 Metern im westlichen Sichuan und in Yunnan vor.<ref name="GRIN" />
- Schinz' Zwerg-Mehlbeere (Sorbus ×schinzii Vorlage:Person = Sorbus chamaemespilus × Sorbus mougeotii)
- Schnizleins Mehlbeere (Sorbus schnizleiniana Vorlage:Person)
- Schwarz' Mehlbeere (Sorbus schwarziana Vorlage:Person)
- Gredinger Mehlbeere (Sorbus schuwerkiorum Vorlage:Person)
- Seybold-Mehlbeere (Sorbus seyboldiana Vorlage:Person)
- Sudeten-Zwergmispel (Sorbus sudetica Vorlage:Person): Sie kommt in Spanien, Frankreich, Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, Tschechien, Polen und Ungarn vor.<ref name="GRIN" />
- Thüringer Mehlbeere (Sorbus ×thuringiaca Vorlage:Person)
- Elsbeere (Sorbus torminalis Vorlage:Person) mit gelappten, ahornähnlichen Blättern.
- Sorbus ulleungensis Vorlage:Person
- Bastard-Elsbeere (Sorbus ×vagensis Vorlage:Person = Sorbus aria s. str. × Sorbus torminalis)
- Himalaya-Mehlbeere (Sorbus vestita Vorlage:Person): Sie kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar und in Tibet vor.<ref name="GRIN" />
- Rosafrüchtige Eberesche (Sorbus vilmorinii Vorlage:Person): Sie gedeiht in Höhenlagen von 2800 bis 4400 Metern im südöstlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan.<ref name="FoC" />
Mehlbeeren und Mensch
[Bearbeiten]Früchte
[Bearbeiten]Mehlbeeren haben längst nicht die ökonomische Bedeutung wie andere Kernobstgewächse. Eine ökonomische Bedeutung haben vor allem die Eberesche und der Speierling.
Die Früchte der Eberesche werden sowohl in der Wildkräuterküche wie in der Pflanzenheilkunde verwendet. Die Früchte enthalten Sorbinsäure und zwischen 0,02 und 0,30 Prozent Parasorbinsäure.<ref name="Alberts+al2000">Andreas Alberts, Peter Mullen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08403-5, S. 198.</ref> Nach der Entbitterung werden sie meist zu Marmelade, Kompott oder Gelee gekocht. Ebenso werden aus ihnen Schnaps, Sirup und Tee hergestellt. Die Volksheilkunde setzt Vogelbeeren bei Rheuma, Verstopfung und bei Blutungen sowie Absude der Früchte als Gurgelmittel bei Heiserkeit ein.<ref name="Flütsch1988">Peter Flütsch: Unterhaltsames zur Flora von Davos. Buchdruckerei Davos AG, 1988 – keine ISBN, S. 19.</ref> Früher wurden die Früchte auch zur Sorbitgewinnung verwendet. Sorbit, auch Sorbitol genannt, ist ein Zuckeralkohol, der als Zuckerzusatz in Diabetikerpräparaten Verwendung findet.
Die Früchte des Speierlings werden aufgrund ihres Tanningehalts als klärender Zusatz zu Apfelwein verwendet.
Holz
[Bearbeiten]Das Holz der Elsbeere, teils auch das ähnliche Holz des Speierlings gilt als sehr wertvoll (Schweizer Birnbaum) und wird v. a. als Furnierholz und in der Möbelindustrie verwendet. Früher wurden aus dem formstabilen Holz auch Lineale und Rechenschieber gefertigt.
Feuerbrand
[Bearbeiten]Alle Mehlbeeren, insbesondere Speierling, Elsbeere, Vogelbeere/Eberesche, Echte Mehlbeere sind als Kernobstgewächse stark durch Befall mit Feuerbrand gefährdet und zählen mit zu den Hauptwirtsgruppen.
Baum des Jahres
[Bearbeiten]Im Jahr 1993 wurde in Deutschland der Speierling (Sorbus domestica) zum Baum des Jahres ernannt, 1997 die Eberesche (Sorbus aucuparia), 2011 die Elsbeere (Sorbus torminalis) und 2024 die Echte Mehlbeere (Sorbus aria).
Literatur
[Bearbeiten]- Hugh McAllister: The genus Sorbus – Mountain ash and other rowans. The Royal Botanic Gardens, Kew 2005, ISBN 1-84246-088-9.
- Lu Lingdi, Stephen A. Spongberg: Sorbus. In: Vorlage:BibISBN, textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung)
- Alexander Sennikov, Arto Kurtto: A phylogenetic checklist of Sorbus s.l. (Rosaceae) in Europe. In: Memoranda Soc. Fauna Flora Fennica 93, Helsinki 2017, Seiten 1–78. https://journal.fi/msff/article/view/64741
- Wang Guo-Xun, Zhang Ming-Li: A Molecular Phylogeny of Sorbus (Rosaceae) Based on ITS Sequence. In: Acta Horticulturae Sinica, 2011, Volume 38, Issue 12, S. 2387–2394.
Weblinks
[Bearbeiten]Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary
- Vorlage:PFAF
- Die in Bayern vorkommenden Arten mit Bestimmungsschlüssel
- Bestimmungsschlüssel der Gattung Sorbus in Bayern
- Michel H. Porcher et al. (1995–2020), Sorting Sorbus Names. Multilingual Multiscript Plant Name Database – A Work in Progress. Institute of Land & Food Resources. The University of Melbourne. Australia (2005).
- Datenblatt bei Tree Names.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="FoC"> Lu Lingdi, Stephen A. Spongberg: Sorbus. In: Vorlage:BibISBN, textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Sorbus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>