Lotosblumen

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Die Lotosblumen (Nelumbo), auch Lotos oder Lotus genannt, sind die einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Lotosgewächse (Nelumbonaceae). Von den nur zwei Arten ist die eine in der Neuen Welt und die andere in Asien sowie im nördlichen Australien beheimatet. Beide Arten und ihre Hybriden werden als Zierpflanzen genutzt und liefern Nahrungsmittel.

Datei:Lotus flower (978659).jpg
Blüte der Indischen Lotosblume
Datei:2020-08-16 16 52 39 American Lotus flower in Swartswood Lake within Stillwater Township, Sussex County, New Jersey.jpg
Blüte der Amerikanischen Lotosblume

Beschreibung

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Die zwei Lotos-Arten sind ausdauernde, krautige Wasserpflanzen mit Rhizomen. Die Rhizome sind am Ende knollig verdickt und haben große Hohlräume.<ref name="FNA"/> Es werden verschiedenartige Blätter ausgebildet (Heterophyllie). Die Laubblätter sind schildförmig (peltat) mit sehr langem Blattstiel. Die Blattstiele sind direkt am Rhizom angewachsen.<ref name="FNA"/> Die Blattspreite ist kreisförmig und ganzrandig und hat einen Durchmesser von 25 Zentimeter oder mehr.<ref name="FNA"/> Nebenblätter sind vorhanden. Die großen Blüten sind zwittrig mit 14 bis 30 weißen bis rosafarbenen oder gelben Blütenhüllblättern.<ref name="FNA"/> Jede Blüte besitzt 100 bis 200 Staubblätter.<ref name="FNA"/> Die Früchte sind kugelig, eiförmig oder verkehrt kegelförmig nach unten schmaler werdend.<ref name="FNA"/> Sie bestehen aus dem größer werdenden Blütenboden, in den die Samen eingesenkt sind.

Ökologie

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Das Besondere an den Blättern des Lotos ist, dass sie flüssigkeitsabweisend sind, sodass beispielsweise Wasser einfach abperlt. Dadurch bleiben die Blätter stets sauber, und es können sich keine Pilze oder andere Organismen auf ihnen ausbreiten, die der Pflanze schaden könnten, siehe (Lotoseffekt).

Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Käfer.

Systematik

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Die Gattung Nelumbo wurde 1763 durch Michel Adanson in Familles des Plantes, 2, S. 76, 582 aufgestellt. Nelumbo ist die einzige Gattung der Familie Nelumbonaceae. Als Erstveröffentlichung der Familie Nelumbonaceae gilt Achille Richard in Bory: Dictionnaire Classique d’Histoire Naturelle, par Messieurs Audouin, Isid. Bourdon, Ad. Brongniart, de Candolle … et Bory de Saint-Vincent, Band 11, 1827, S. 492.

Die Gattung Nelumbo enthält nur zwei Arten:

Verwechslungsmöglichkeiten

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Griechische Antike

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In der altgriechischen Literatur werden mehrere Pflanzen als Vorlage:GrcS bezeichnet, die aber wahrscheinlich nicht mit den Lotosblumen identisch sind. Zu nennen sind hier eine Rauschdroge, die laut Homers Odyssee die sagenhaften Lotophagen zu sich nehmen, und der unter anderem bei Herodot beschriebene nordafrikanische Lotosbaum.

Trivialnamen

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Der Tigerlotos oder Weiße Ägyptische Lotos ist ebenso wie die Blaue Lotosblume eine Art in der Gattung der Seerosen (Nymphaea) in der Familie der Seerosengewächse und ist mit dem echten Lotos nicht verwandt.

Symbolik

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Seine Fähigkeit, Schmutz von sich zu weisen, ließ den Lotos in weiten Teilen Asiens zum Sinnbild für Reinheit, Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung werden. Das Symbol findet sich sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus, wo die Erleuchteten (Buddhas), insbesondere Siddhartha Gautama, regelmäßig auf einer geöffneten Lotosblüte oder einem Lotosthron stehend oder sitzend dargestellt werden.

Besonders vielfältig ist seine Symbolik in China ausgeprägt: Aufgrund ihrer Lautgleichheit werden die Wörter Liebe und harmonische eheliche Verbundenheit mit dem Lotos in Verbindung gebracht; die Lotosblüte ist deshalb auch Sinnbild einer guten Ehe. Speziell die rote Lotosblüte gilt als Symbol für die Vagina. Im Buddhismus zählt der Lotos zu den acht Kostbarkeiten und ist Symbol für den Lauf der Zeiten (mit den Einzelphasen Frucht, Blüte und Stängel) und für die Wirkung der Lehre Buddhas (die Wurzeln sind im Schlamm, auf der Oberfläche erblüht jedoch der Lotos). Im Daoismus ist der Lotos Attribut der daoistischen Unsterblichen He Xiangu.

Datei:Lotus Temple in New Delhi 03-2016.jpg
Lotostempel in Neu-Delhi, Indien

Als Anthemion haben Lotosblüten auch eine Bedeutung in der Kunst.<ref name="Eberhard1983">Wolfram Eberhard: Lexikon chinesischer Symbole. Diederichs, Köln 1983, ISBN 3-424-00750-1.</ref> Die Kuppeln islamischer Mausoleen und Moscheen der Mogul-Architektur in Indien enden regelmäßig in umgedrehten marmornen Lotosblüten (z. B. Taj Mahal). Als Symbol der Reinheit wurde die Form der Lotosblüte auch von den Bahai aufgegriffen: Der erste Bahai-Tempel in Indien, ein Sakralbau für die Anhänger aller Religionen, ist der Form einer Lotosblüte nachempfunden.

Nutzung

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Die Wurzeln, Früchte, Samen und Stängel beider Arten werden gegessen. Isolierte Vorkommen des Amerikanischen Lotos in Tälern Connecticuts und Delawares könnten auf die Kultivierung durch indigene Stämme zurückzuführen sein.<ref name="Mansfelds_enzyklopaedie">Stichwort Nelumbonaceae. In: Reinhard Lieberei, Wolfgang Franke, Christoph Reisdorff: Mansfeld’s Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops: (Except Ornamentals). Springer, 2001, S. 141 (englisch).</ref>

Die Blätter dienen als Verpackung für Speisen, und Teile der Pflanze finden als Arznei Verwendung.<ref>John F. Mariani: Encyclopedia of American Food and Drink. Lebhar-Friedman Books, 1999. ISBN 0-86730-784-6, S. 291 (englisch).</ref> Die Samenkerne des Indischen Lotos werden bei Gebetsketten eingesetzt, und die getrocknete Lotosfrucht wird als Kalligraphie-Pinsel benutzt. Die Fasern der Stängel und Blätter können zu Lotusseide versponnen werden.<ref>Kazuaki Tanahashi: LOTOS. Sarasvati Edition, Berlin 2013, ISBN 978-3-9815371-3-0.</ref><ref name="Mansfelds_enzyklopaedie"/>

Wegen ihrer schmutzabweisenden Eigenschaften, dem sogenannten Lotoseffekt, sind die Blätter der Lotosblumen Forschungsobjekt für Oberflächenversiegelungen.

Sonstiges

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Die Universität Tokio hat ein Lotos-Forschungszentrum.<ref>Francois-Xavier Vives (Regie, Drehbuch): Geheimnisvolle Pflanzen. In: arte TV, Frankreich 2010.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bilder

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Siehe auch

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Literatur

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Einzelnachweise

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<references> <ref name="FNA">John. H. Wiersema: Nelumbo Adanson. In: Flora of North America, Vol. 3. (englisch).</ref> </references>