Lithiumiodid
Lithiumiodid, LiI, ist das Lithiumsalz der Iodwasserstoffsäure. Neben dem wasserfreien Lithiumiodid existieren noch verschiedene Hydrate, bekannt sind LiI·nH2O mit n= 0,5, 1, 2 und 3.<ref name=wiberg>Vorlage:Holleman-Wiberg</ref>
Gewinnung und Darstellung
[Bearbeiten]Die Herstellung von Lithiumiodid erfolgt durch Umsetzung wässriger Lithiumhydroxid- oder Lithiumcarbonatlösungen mit Iodwasserstoff und anschließender Aufkonzentrierung und Trocknung.<ref name=wiberg/>
- <chem>LiOH + HI -> LiI + H2O</chem>
- <chem>Li2CO3 + 2HI -> 2LiI + H2O + CO2 ^</chem>
Das wasserfreie Lithiumiodid kann auch durch Reaktion von Lithiumhydrid mit Iod in wasserfreiem Diethylether hergestellt werden.<ref>M. D.Taylor, L. R. Grant: New Preparations of Anhydrous Iodides of Groups I and II Metals, in: J. Am. Chem. Soc. 1955, 77, 1507–1508</ref>
- <chem>LiH + I2 -> LiI + HI</chem>
Eigenschaften
[Bearbeiten]Lithiumiodid bildet farblose, stark hygroskopische Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 446 °C, einem Siedepunkt von 1180 °C und einer Dichte von 3,49 g·cm−3. Die molare Masse des wasserfreien Lithiumiodids beträgt 133,85 g/mol. Durch die Oxidation von Iodid zu Iod durch Luftsauerstoff färben sich die Kristalle schnell gelblich bis bräunlich.<ref name=wiberg/>
Das Trihydrat weist einen Schmelzpunkt von 73 °C auf.<ref name="GESTIS" /> Beim Erhitzen verliert es bei 80 °C zwei Moleküle und bei 300 °C ein weiteres Molekül Kristallwasser.<ref>G. F. Hüttig, F. Pohle: Studien zur Chemie des Lithiums. II. Über die Hydrate des Lithiumjodids, in: Z. anorg. allg. Chem. 1924, 138, 1–12.</ref> Lithiumiodid ist gut in Wasser (1650 g/l Wasser bei 20 °C) und Ethanol löslich.
Die Standardbildungsenthalpie des kristallinen Lithiumiodids beträgt ΔfH0298 = −270,08 kJ/mol.<ref name="Herzberg">Oliver Herzberg: Untersuchung organischer Festkörperreaktionen am Beispiel von Substitutions- und Polykondensationsreaktionen, Dissertation, Universität Hamburg 2000. Vorlage:DNB</ref>
Verwendung
[Bearbeiten]Das wasserfreie Lithiumiodid wird für organische Synthesen verwendet<ref name=wiberg/>, in den Batterien von Herzschrittmachern (Lithium-Iod-Batterien) dient es als Elektrolyt.<ref>L. F. Trueb, P. Rüetschi: Batterien und Akkumulatoren - Mobile Energiequellen für heute und morgen. Springer, Berlin 1998 ISBN 3-540-62997-1.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Dotierte Kristalle dienen als Szintillationsdetektor für langsame Neutronen.<ref>K. P. Nicholson: Some lithium iodide phosphors for slow neutron detection, in: J. Appl. Phys. 1955, 6, 104–106.</ref>
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references/>
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