Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist eine Gebietskörperschaft mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Vorlage:EWD) im Regierungsbezirk Kassel. Der Landkreis hat Flächenanteile in Nordhessen (Altkreis Rotenburg) und Osthessen (Altkreis Hersfeld).
Im touristischen Bereich wurde für den Landkreis der Name Waldhessen erdacht.
Geographie
[Bearbeiten]Lage
[Bearbeiten]Das Kreisgebiet umfasst im Wesentlichen das mittlere Fuldatal. Westlich davon steigen die Höhen des Knüllgebirges (gelegentlich Knüll genannt) mit dem Naturpark Knüll an, östlich die Höhen des Werra-Fulda-Berglandes mit dem Seulingswald. Höchste Erhebung des Kreises ist der Eisenberg (Vorlage:Höhe) im Hochknüll.
Im Süden liegen die Nordausläufer der Rhön. Der von der Werra tangierte Osten des Kreisgebietes um Heringen (Werra) gehört zum Werra-Kalirevier.
Nachbarkreise
[Bearbeiten]Der Landkreis grenzt, im Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn, an die Landkreise Werra-Meißner-Kreis (in Hessen), Wartburgkreis (in Thüringen), Fulda, Vogelsbergkreis und Schwalm-Eder-Kreis (alle drei in Hessen).
Flächenaufteilung
[Bearbeiten]<timeline> ImageSize = width:600 height:150 PlotArea = width:90% height:66% bottom:25% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:250 left:12% top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0
- The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)
Colors =
id:Gesa value:white legend:109.775_ha Gesamtfläche id:Wald value:teal legend:50.176_ha = 45,7_% Waldfläche id:Land value:yelloworange legend:43.940_ha = 40,0_% Landwirtschaftsfläche id:Wass value:brightblue legend:1.217_ha = 1,1_% Wasserfläche id:Geba value:red legend:6.763_ha = 6,2_% Gebäude-_und_Freifläche id:Verk value:tan1 legend:6.970_ha = 6,3_% Verkehrsfläche id:Sons value:purple legend:709_ha = 0,6_% Sonstige_Flächen
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from:0.0 till:45.7 color:Wald from:45.7 till:85.7 color:Land from:85.7 till:86.8 color:Wass from:86.8 till:93.0 color:Geba from:93.0 till:99.4 color:Verk from:99.4 till:100.0 color:Sons
</timeline> Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2023.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Geschichte
[Bearbeiten]Das heutige Kreisgebiet gehörte schon sehr früh zur Landgrafschaft Hessen, dem späteren Kurfürstentum Hessen. Die Region um Rotenburg gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu Hessen, und das geistliche Fürstentum Hersfeld folgte im Laufe des 16. Jahrhunderts. Hier wurden Anfang des 19. Jahrhunderts die beiden Ämter Hersfeld (innerhalb der Provinz Fulda) und Rotenburg (innerhalb der Provinz Niederhessen) gebildet. Aus den Ämtern wurden im Jahre 1821 Kreise gebildet.
Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen entstand am 1. August 1972 der neue Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Er wurde gebildet aus
- dem Landkreis Hersfeld
- dem Landkreis Rotenburg bis auf die Stadt Sontra, die zum Landkreis Eschwege kam, und die Gemeinde Rengshausen, die dem Landkreis Fritzlar-Homberg zugeordnet wurde
- den Gemeinden Bodes, Erdmannrode, Fischbach, Haunetal und Unterstoppel aus dem Landkreis Hünfeld
- der Gemeinde Heinebach aus dem Landkreis Melsungen und
- der Gemeinde Breitenbach am Herzberg aus dem Landkreis Ziegenhain.<ref>Vorlage:BibISBN</ref>
Gleichzeitig mit der Gründung des Landkreises wurde durch eine Reihe von Gemeindefusionen die bis heute bestehende Verwaltungsgliederung geschaffen.<ref name="lagis">Vorlage:LAGIS</ref><ref>Vorlage:HessAmtsBL</ref>
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten]| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1975 | 131.400 | <ref>Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1976</ref> |
| 1980 | 127.700 | <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1990 | 129.200 | <ref name="demand" /> |
| 2000 | 130.654 | <ref>Hessisches Statistisches Landesamt</ref> |
| 2010 | 122.449 | <ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| 2015 | 119.216 | <ref>Vorlage:Internetquelle</ref> |
| 2018 | 120.949 | <ref>Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2018, Hessisches Statistisches Landesamt (Vorlage:Webarchiv; im Webarchiv)</ref> |
Politik
[Bearbeiten]Kreistag
[Bearbeiten]Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,<ref>Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und 2011</ref> in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:<ref>Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2011 und 2006</ref><ref>Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001</ref><ref>Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997</ref>
| Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung | |
|---|---|
| Vorlage:Wahldiagramm | Vorlage:Sitzverteilung |
| Wahlvorschläge | % 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 36,9 | 22 | 42,9 | 26 | 48,1 | 29 | 50,7 | 31 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 30,0 | 18 | 34,1 | 21 | 37,2 | 23 | 35,4 | 21 |
| AfD | Alternative für Deutschland | 12,4 | Vorlage:08 | — | — | — | — | — | — |
| FWG Freie Wähler | Freie Wählergemeinschaft FREIE WÄHLER Hersfeld-Rotenburg e. V. |
Vorlage:06,9 | Vorlage:04 | Vorlage:05,8 | Vorlage:04 | Vorlage:04,5 | Vorlage:03 | Vorlage:04,4 | Vorlage:03 |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | Vorlage:05,9 | Vorlage:04 | 10,2 | Vorlage:06 | Vorlage:02,9 | Vorlage:02 | Vorlage:04,0 | Vorlage:02 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | Vorlage:05,1 | Vorlage:03 | Vorlage:03,6 | Vorlage:02 | Vorlage:03,0 | Vorlage:02 | Vorlage:02,8 | Vorlage:02 |
| Linke | Die Linke | Vorlage:02,8 | Vorlage:02 | Vorlage:02,5 | Vorlage:01 | Vorlage:01,9 | Vorlage:01 | — | — |
| FL | Freie Liste | — | — | Vorlage:00,9 | Vorlage:01 | — | — | — | — |
| Unabhängige | Unabhängige Wahlalternative Hersfeld-Rotenburg | — | — | — | — | Vorlage:01,4 | Vorlage:01 | — | — |
| REP | Die Republikaner | — | — | — | — | — | — | Vorlage:02,8 | Vorlage:02 |
| Gesamt | 100,0 | 61 | 100,0 | 61 | 100,0<ref>Die Gruppe Freier Deutscher errang 2006 keinen Sitz, aber 1,0 % der Stimmen.</ref> | 61 | 100,0 | 61 | |
| Wahlbeteiligung in Prozent | 53,9 | 52,0 | 54,2 | 61,1 | |||||
Bereits kurz nach der Wahl 2016 traten die beiden AfD-Abgeordneten Bernd Ebhardt und Axel von Baumbach von ihren Mandaten zurück. Von von Baumbach tauchten Informationen und Fotos auf, die zeigten, wie er von einem selbst erklärten Reichsbürger-Führer zum „Innenminister des Deutschen Reichs“ und damit zum Teil der „kommissarischen Reichsregierung“ ernannt wurde.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Bernd Eberhardt trat von seinem Mandat zurück, weil in seinem Facebook-Profil, das stark von „Verweisen auf rechtsextreme und antisemitische Internetveröffentlichungen“ und „braunen Verschwörungstheorien“ geprägt war, zur Erhängung von Angela Merkel aufgerufen hatte und sich mit einer verurteilten Holocaustleugnerin solidarisch erklärt hatte.<ref name=":0" /> Es rückten andere Kandidaten nach, sodass die AfD-Fraktion im Kreistag weiter aus acht Personen besteht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Landrat und Kreisausschuss
[Bearbeiten]Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Landrat für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Kreisausschusses, dem im Landkreis Hersfeld-Rotenburg neben dem Landrat der hauptamtliche Erste Kreisbeigeordnete sowie 13 weitere ehrenamtliche Kreisbeigeordnete angehören.<ref>§ 6 der Hauptsatzung: „Zusammensetzung des Kreisausschusses“ PDF-Datei 128 KB</ref> Landrat ist seit 1. September 2021 Torsten Warnecke (SPD), der sich am 14. März 2021 im ersten Wahlgang mit 61,9 Prozent der Stimmen gegen den Amtsinhaber Michael Koch (CDU) durchsetzte.<ref>Landkreis Hersfeld-Rotenburg, abgerufen am 1. Oktober 2021: Bekanntmachung des Wahltags und des Tags der Stichwahl und Aufforderung zur Einreichung von Wahlvorschlägen für die Direktwahl der Landrätin oder des Landrats</ref><ref>Landkreis Hersfeld-Rotenburg, abgerufen am 1. Oktober 2021: Direktwahl des Landrats</ref><ref>Vorlage:Webarchiv</ref>
- Liste der früheren Landräte<ref name="Landkreis Hersfeld-Rotenburg">Vorlage:Internetquelle</ref>
- 2015 bis 2021: Michael Koch
- 2003 bis 2015: Karl-Ernst Schmidt
- 1997 bis 2003: Roland Hühn
- 1991 bis 1997: Alfred Holzhauer
- 1976 bis 1991: Norbert Kern
- 1972 bis 1976: Otto Ulrich Bährens
- Liste der Ersten Kreisbeigeordneten<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
- 2022 bis 2027: Dirk Noll<ref>Osthessen News vom 28. September 2021: Deutliches Votum: Dirk Noll (SPD) wird neuer Vize-Landrat</ref>
- 2010 bis 2021: Elke Künholz
- 1997 bis 2009: Christa Bittner
- 1992 bis 1997: Roland Hühn, war anschließend Landrat
- 1983 bis 1991: Alfred Holzhauer, war anschließend Landrat
- 1976 bis 1983: Günter Simon
- 1974 bis 1976: Norbert Kern, war anschließend Landrat
Hoheitszeichen
[Bearbeiten]- Flaggen
-
Hissflagge
-
Bannerflagge
Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.
Wirtschaft und Verkehr
[Bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten]Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Hersfeld-Rotenburg Platz 211 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Eisenbahn
[Bearbeiten]Bad Hersfeld und Bebra sind Fernbahnhöfe, die vom Intercity sowie teilweise Intercity-Express bedient werden.
In Bebra schneiden sich Mitte-Deutschland-Verbindung Ruhrgebiet–Kassel–Erfurt–Chemnitz/Leipzig und die alte Nord-Süd-Strecke Hannover–Frankfurt/Würzburg.
Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg führt ohne Halt durch das Kreisgebiet. Anschlusskurven nach Bebra oder Bad Hersfeld als Verbindung Richtung Erfurt sind langfristig geplant.
Straße
[Bearbeiten]Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 7 (Würzburg–Kassel), 5 (Frankfurt–Hattenbacher Dreieck (Ende der A 5)) und 4 (Kirchheimer Dreieck–Erfurt). Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 27, die B 62 und die B 83.
Gemeinden
[Bearbeiten](Einwohnerzahlen vom Vorlage:EWD<ref>Vorlage:EWQ</ref>)
Patenschaft
[Bearbeiten]1954 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Landkreis Mährisch Schönberg übernommen.
Kfz-Kennzeichen
[Bearbeiten]Am 1. August 1972 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Hersfeld gültige Unterscheidungszeichen HEF zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.
Eine Zeitlang erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Rotenburg Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren PA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99, später auch 100 bis 999.
Seit dem 1. August 2013 ist aufgrund der Kennzeichenliberalisierung zudem das Unterscheidungszeichen ROF (Rotenburg an der Fulda) erhältlich.
Sport
[Bearbeiten]2021 bewarb sich der Landkreis als Beherbergungsstadt für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde er als Gastgeber für Special Olympics Kirgisistan ausgewählt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Damit wurde er Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Beherbergungsstädten.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Weblinks
[Bearbeiten]- Offizielle Webpräsenz des Landkreises Hersfeld-Rotenburg
- Vorlage:LAGIS
- Komm-in-die-mitte.de: Informative Webseite über alle Lebensbereiche im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Vorlage:Dmoz
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references responsive />
Vorlage:Navigationsleiste Landkreise und kreisfreie Städte in Hessen Vorlage:Normdaten