Landkreis Bernburg
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Vorlage:Wahldiagramm Der Landkreis Bernburg war ein Landkreis in der südlichen Mitte des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 ging er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt im neuen Salzlandkreis auf.
Geographie
[Bearbeiten]Das Gebiet des ehemaligen Landkreises, benannt nach seiner Kreisstadt Bernburg, lag am südlichen Rand der Magdeburger Börde an der Saale, ziemlich genau in der Mitte zwischen Halle (Saale) und Magdeburg. Er grenzte im Norden an den Landkreis Schönebeck, im Osten an den Landkreis Köthen, im Süden an den Saalkreis und im Westen an die Landkreise Mansfelder Land und Aschersleben-Staßfurt.
Geschichte
[Bearbeiten]Im Herzogtum Anhalt wurde 1863 aus dem Landesteil Anhalt-Bernburg der Kreis Bernburg gebildet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Nachdem 1918 aus dem Herzogtum Anhalt der Freistaat Anhalt geworden war, hieß der Kreis ab 1933 Landkreis Bernburg.<ref name="terri">Vorlage:Internetquelle</ref> Gleichzeitig wurde 1933 die Stadt Bernburg 1933 kreisfrei. Am 1. April 1942 wurde zur Grenzbegradigung zwischen Preußen und Anhalt die Gemeinde Unterwiederstedt aus dem Landkreis Bernburg in den Mansfelder Gebirgskreis umgegliedert.
Nach 1945 gehörte der Landkreis zunächst zur neugebildeten Provinz Sachsen-Anhalt, aus der 1947 das Land Sachsen-Anhalt wurde. Im Rahmen der ersten Kreisgebietsreform in der DDR im Jahre 1950 wurden die folgenden Städte und Gemeinden in den Landkreis Bernburg eingegliedert:
- die beiden kreisfreien Städte Aschersleben und Bernburg
- die Stadt Staßfurt und die Gemeinde Neugattersleben aus dem aufgelösten Landkreis Calbe
- die Stadt Alsleben sowie die Gemeinde Belleben und Friedeburgerhütte aus dem aufgelösten Mansfelder Seekreis
- die Gemeinde Westdorf aus dem Landkreis Quedlinburg
- die Stadt Könnern sowie die Gemeinden Beesenlaublingen, Edlau, Garsena, Golbitz, Kustrena, Lebendorf, Mukrena, Trebitz b. Könnern, Trebnitz und Unterpeißen aus dem Saalkreis
Gleichzeitig wechselten die Gemeinden Großmühlingen und Kleinmühlingen aus dem Landkreis Bernburg in den Landkreis Schönebeck.<ref name="genwiki">GenWiki: Landkreis Bernburg</ref>
1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder de facto aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. Der Umfang des Kreises wurde hierbei erneut verändert:<ref>Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaues und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Sachsen-Anhalt vom 25. Juli 1952. In: Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 28 vom 26. Juli 1952, Digitalisat (Wikimedia Commons)</ref>
- Die Stadt Aschersleben sowie die Gemeinden Drohndorf, Giersleben, Mehringen, Schackenthal, Schierstedt und Westdorf kamen zum neuen Kreis Aschersleben.
- Die Stadt Sandersleben und die Gemeinde Freckleben kamen zum neuen Kreis Hettstedt.
- Die Städte Amesdorf, Güsten, Hecklingen und Staßfurt sowie die Gemeinden Hohenerxleben, Neundorf und Rathmannsdorf kamen zum neuen Kreis Staßfurt.
- Das übrige Kreisgebiet bildete seitdem zusammen mit der Gemeinde Gnölbzig aus dem Landkreis Eisleben, der Gemeinde Gramsdorf aus dem Landkreis Schönebeck sowie den Gemeinden Biendorf, Cörmigk, Gerlebogk, Preußlitz, Wiendorf und Wohlsdorf aus dem Landkreis Köthen den Kreis Bernburg, der dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet wurde.
Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Kreis Bernburg 1990 im wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt zum Landkreis Bernburg. Mit der Kreisreform Sachsen-Anhalt 1994 wurde die Stadt Güsten aus dem Kreis Staßfurt dem Landkreis Bernburg angegliedert.
Bei der Kreisgebietsreform 2007 in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis Bernburg mit dem Landkreis Schönebeck und dem Landkreis Aschersleben-Staßfurt zum neuen Salzlandkreis fusioniert. Kreisstadt des neuen Landkreises wurde Bernburg. Als Landrat für den neuen Landkreis wurde in der Stichwahl am 6. Mai 2007 der Landrat des bisherigen Landkreises Bernburg, Ulrich Gerstner (SPD), mit knappem Vorsprung vor der Landrätin des bisherigen Landkreises Aschersleben-Staßfurt, Heike Brehmer (CDU), gewählt.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten]| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1871 | 53.940 | <ref>Volkszählung 1871</ref> |
| 1890 | 82.444 | <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1900 | 93.386 | <ref name="demand" /> |
| 1910 | 90.736 | <ref name="demand" /> |
| 1925 | 59.310 | <ref name="demand" /> |
| 1933 | 57.595 | <ref name="demand" /> |
| 1939 | 58.114 | <ref name="demand" /> |
| 1946 | 64.567 | <ref name="vz1946">Volkszählung 1946</ref> |
| 1955 | 99.700 | log13&physid=phys25#navi Statistisches Jahrbuch der DDR 1955]</ref> |
| 1961 | 93.526 | log16&physid=phys43#navi Statistisches Jahrbuch der DDR 1962]</ref> |
| 1971 | 91.002 | <ref>Statistisches Jahrbuch der DDR 1972</ref> |
| 1981 | 80.458 | log11&physid=phys24#navi Statistisches Jahrbuch der DDR 1982]</ref> |
| 1989 | 75.754 | log7&physid=phys22#navi Statistisches Jahrbuch der DDR 1990]</ref> |
| 2000 | 70.300 | LOG_0017&physid=PHYS_0052#navi Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland 2002]</ref> |
| 2007 | 63.936 | <ref name="stala">Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatsheft 11/2007</ref> |
Politik
[Bearbeiten]Wappen
[Bearbeiten]
- Kreiswappen von 1934
- Kreiswappen von 1936
Flagge
[Bearbeiten]Die Flagge war rot-grün-weiß gestreift. Das Wappen mittig auf die Flagge aufgelegt.
Wirtschaft
[Bearbeiten]Im Gebiet des Landkreises Bernburg wurden Zuckerrüben angebaut, in Könnern befand sich die Diamant-Zucker-Fabrik GmbH. Die Rübenanbaufläche betrug 40.000 Hektar, die Verarbeitungskapazität 1,5 Millionen Tonnen pro Kampagne. Pro Tag konnten 16.500 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet werden. Die Inbetriebnahme erfolgte 1993. Die Fabrik hatte 230 Beschäftigte, die Investitionssumme betrug rund 240 Millionen Euro.
Verkehr
[Bearbeiten]Durch das ehemalige Kreisgebiet verläuft die Bundesautobahn 14.
Städte und Gemeinden
[Bearbeiten](Einwohner am 31. Dezember 2006)
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Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden
| Sitz der Verwaltungsgemeinschaft * | ||
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Gebietsveränderungen
[Bearbeiten]Seit 1995 fanden im Landkreis Bernburg viele Gebietsveränderungen statt.
Von den ursprünglich 6 Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch 3 Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 33 auf 24.
Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften
[Bearbeiten]- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Könnern - Eingliederung der Mitgliedsgemeinden in die Stadt Könnern, die zur Einheitsgemeinde wurde (1. Januar 2003)
- Neubildung der Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper aus den Verwaltungsgemeinschaften Wipperaue und Alsleben (1. Januar 2005)
- Neubildung der Verwaltungsgemeinschaft Nienburg (Saale) aus den Verwaltungsgemeinschaften Bernburg-Land und Nienburg (Saale) (1. Januar 2005)
Änderungen auf Gemeindeebene
[Bearbeiten]- Auflösung der Gemeinde Gnölbzig - Eingliederung nach Alsleben (2. Januar 1993)
- Auflösung der Gemeinde Trebnitz - Eingliederung nach Könnern (1. Mai 1997)
- Auflösung der Gemeinde Aderstedt - Eingliederung nach Bernburg (1. Januar 2003)
- Auflösung der Gemeinden Beesenlaublingen, Belleben und Strenznaundorf - Eingliederung nach Könnern (1. Januar 2005)
Weitere ehemalige Gemeinden
[Bearbeiten]- Altenburg, 1961 zu Nienburg
- Borgesdorf, 1934 zu Pobzig
- Bründel, 1935 zu Plötzkau
- Dröbel, 1926 zu Bernburg
- Grimschleben, 1935 zu Latdorf
- Großpoley, 1934 zu Poley
- Großwirschleben, 1960 zu Plötzkau
- Kleinpoley, 1934 zu Poley
- Kleinwirschleben, 1950 zu Baalberge
- Leau, 1957 zu Preußlitz
- Leopoldshall, Stadt, 1946 zu Staßfurt
- Oberpeißen, 1950 zu Peißen
- Osmarsleben, 1950 zu Güsten
- Roschwitz, 1927 zu Bernburg
- Warmsdorf, 1950 zu Amesdorf
- Weddegast, 1935 zu Poley
- Wispitz, 1954 zu Wedlitz<ref name="genwiki" /><ref name="demand" />
Kfz-Kennzeichen
[Bearbeiten]Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen BBG. Es wurde bis zum 30. Juni 2007 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Salzlandkreis wieder erhältlich.
Weblinks
[Bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references />
Vorlage:Navigationsleiste Kreisfreie Städte und Landkreise in Sachsen-Anhalt (1994–2007)