Kornrade
Die Kornrade (Agrostemma githago) oder Korn-Rade<ref name="FloraWeb" /><ref name="Rothmaler1996" /><ref name="Rote-Liste-Zentrum" /> ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) gehört. Weitere deutsche Trivialnamen sind Ackerrade, Ackerkrone, Kornnelke und Kornrose; im Niederdeutschen wird sie Klockenblume und am Rhein Pisspöttken genannt. Die Gartenform wird auch einfach als Rade bezeichnet.<ref>Margot Schubert: Im Garten zu Hause. VLB, 1979, S. 190.</ref> 2003 war die Kornrade Blume des Jahres.
Die Kornrade ist wohl ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet.<ref name="Brun2009" /> Als Ackerwildkraut, das einerseits wegen seiner Giftigkeit, andererseits aufgrund der Saatgutreinigung im modernen Ackerbau in Mitteleuropa nur noch selten anzutreffen ist, gehört sie zu den „stark gefährdeten“ Pflanzenarten.<ref name="Rote-Liste-Zentrum" />
Beschreibung
[Bearbeiten]Erscheinungsbild und Blatt
[Bearbeiten]Die Kornrade ist eine einjährige, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 60 bis 90 (50 bis zu 100) Zentimetern. Die spindelförmige Pfahlwurzel kann bis zu 85 Zentimeter<ref name="Oberdorfer2001" /> lang werden. Die oberirdischen Pflanzenteile sind angedrückt bis zottig grau-filzig behaart. Der aufrechte Stängel besitzt kaum, wenn überhaupt, dann nur im oberen Bereich Verzweigungen, manchmal einige Seitentriebe.
Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache, sitzende, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 13 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 10 Millimetern schmal-eilanzettlich mit einer etwas verwachsenen Basis und einem spitzen oberen Ende sowie einem erhabenen Mittelnerv.
Generative Merkmale
[Bearbeiten]Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die endständigen Blüten erscheinen meist einzeln oder bis zu dritt. Die Blütenstiele sind sehr lang.
Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 3 bis 6 Zentimeter langen Kelchblätter sind zu einer 1,2 bis 1,5 Zentimeter langen, außen zottig behaarten, rippigen Kelchröhre verwachsen und die 2 bis 3, selten bis zu 4 Zentimeter langen, schmal-eilanzettlichen, spitzen Kelchzipfel sind länger als die Kronblätter. Die fünf 3 bis 3,6 Zentimeter langen, genagelten Kronblätter sind weiß, purpurviolett bis rosafarben, die verkehrt-eiförmigen Platten besitzen ein leicht ausgerandetes oberes Ende. Eine Nebenkrone ist nicht vorhanden. Die zehn Staubblätter überragen die Blütenkrone leicht. Der oberständige Fruchtknoten ist einkammerig. Die fünf freien, behaarten Griffel überragen die Blütenkrone leicht.
Die Früchte reifen zwischen Juli und September. Die Kapselfrucht ist mit einer Länge von 1,2 bis 1,8 Zentimetern nur wenig länger als der beständige Kelch. Die eiförmige, septizide bzw. scheidewandspaltige Kapselfrucht öffnet sich mit fünf Zähnen und enthält viele Samen. Die schwärzlichen Samen sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern ei- bis nierenförmig mit erhabenen, spitzen Warzen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 oder 4n = 48.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
[Bearbeiten]Die Kornrade ist ein winterannueller, überwinternd grüner, skleromorpher (austrocknungstoleranter), mesomorpher Therophyt. Als Ackerbeikraut im Getreide ist sie ideal an ihren Standort angepasst. Die laubigen Kelchblätter ragen mit den Blüten aus dem Getreide heraus und werden zur Photosynthese benutzt. Die Samen werden meist erst beim Dreschen frei. Die Art wurzelt bis zu 85 Zentimeter tief.<ref name="Oberdorfer2001" />
Blütenökologisch handelt es sich um „Stieltellerblumen“. Die Kornrade ist gynodiözisch, selten gynomonözisch; die Blüten sind meist zwittrig, aber auch rein weibliche Exemplare kommen vor. Bestäuber sind Tagfalter. Die Blüten sind oft protandrisch, also vormännlich.<ref name="Esser1910" /><ref name="Loew1894" />
Die Ausbreitung der Samen ist stark menschenabhängig, da sie durch den Wind oder Tiere nur wenig ausgebreitet werden. Die Kapselfrüchte öffnet sich erst wenn sie vollkommen trocken sind oder beim Dreschen zerstört werden. Vor Einführung moderner Methoden der Saatreinigung wurden die Samen kaum vom Getreide getrennt und wurden deshalb wieder ausgesät.<ref name="Bornemann1923">Felix Bornemann: Die wichtigsten landwirtschaftlichen Unkräuter. 3. Auflage. Parey, 1923, S. 121–125, Vorlage:Google Buch.</ref>
Giftigkeit
[Bearbeiten]Alle Pflanzenteile sind stark giftig.<ref name="Weise2020">Christoph Weise, Achim Schrot, Leonie T. D. Wuerger, Jacob Adolf, Roger Gilabert-Oriol, Simko Sama, Matthias F. Melzig, Alexander Weng: An unusual type I ribosome-inactivating protein from Agrostemma githago L. In: Nature Scientific Reports. Volume 10, 15377, 2020, doi:10.1038/s41598-020-72282-2.</ref> Vorlage:Belege fehlenVon den Samen gelten schon drei bis fünf Gramm als giftig. Wegen der giftigen Samen und der mangelhaften Reinigung des Getreides war die Kornrade lange Zeit ein „gefürchtetes Ackerunkraut“. Heute sind Vergiftungen sehr selten; außerdem ist die Kornrade durch moderne Saatgutaufbereitung als Ackerunkraut fast ausgerottet.
Hauptwirkstoffe sind Saponine wie Githagin und dessen Aglycon Githagenin, daneben Agrostemmasäure. Die giftige Wirkung beruht nicht auf den enthaltenen Saponinen allein, sondern kommt durch einen Synergismus aus Saponin und Ribosomen inhibierenden Proteinen zu Stande.<ref name="Mitdank2023">Vorlage:Literatur</ref>
Vorkommen, Gefährdung und Kulturform
[Bearbeiten]Die Kornrade gilt als ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet.<ref name="Brun2009" /> Sie ist nach anderen Autoren in Europa, in den gemäßigten Gebieten Asiens und in Nordafrika beheimatet.<ref name="GRIN" /> In Nord- und Südamerika, in Australien, auf den Kanaren und im südlichen Afrika ist die Kornrade ein Neophyt.<ref name="GRIN" /> Die Kornrade ist auf Ausbreitung mit Saatgut angewiesen. Durch moderne Saatgutreinigung (Trieur) ist die Ausbreitungskette unterbrochen worden. In Mitteleuropa wird die Kornrade als ungefährdet eingestuft.<ref name="FloraWeb" /> Die Kornrade wurde 1996 in Deutschland nach der Roten Liste gefährdeter Arten als vom „Aussterben bedroht“ bewertet; 2018 wurde sie noch als „stark gefährdet“ geführt.<ref name="Rote-Liste-Zentrum" />
Die Kornrade gedeiht am besten auf mäßig basen- und stickstoff-salzhaltigen, trockenen Böden. Sie gedeiht in Pflanzengesellschaften der Klasse Secalietea.<ref name="Oberdorfer2001" /> Vorlage:Belege fehlen Nachdem die Kornrade selbst in botanischen Schausammlungen als Unterrichtsmaterial für Studierende der Phytomedizin nicht mehr verfügbar war, hat man diese Art weltweit gesucht und wiedergefunden. Inzwischen ist sie sogar im Samenhandel erhältlich. Sie lässt sich leicht in einem breiten Spektrum ökophysiologischer Bedingungen kultivieren, auch im Ziergarten. Es existiert eine weiße Kulturform.
Taxonomie
[Bearbeiten]Die Erstbeschreibung von Agrostemma githago erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 435.<ref name="biodiversitylibrary" /> Ein Synonym für Agrostemma githago Vorlage:Person ist Lychnis githago Vorlage:Person<ref name="Tropicos" />
Vorgeschichtliche Funde
[Bearbeiten]Der erste Nachweis der Kornrade in Deutschland stammt aus dem trichterbecherzeitlichen (Walternienburg-Bernburger Kultur) Mauerkammergrab Kreienkopp bei Ditfurt am Harz.<ref name="Hellmund2008">Monika Hellmund: The Neolithic records of Onopordum acanthium, Agrostemma githago, Adonis cf. aestivalis and Claviceps purpurea in Sachsen-Anhalt, Germany. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 17, Supplement 1, 2008, S. 125. doi:10.1007/s00334-008-0180-8</ref> Im Frühneolithikum ist sie als Unkraut unbekannt, wohl, weil es sich um ein Wintersaatunkraut handelt.<ref>Monika Hellmund: The Neolithic records of Onopordum acanthium, Agrostemma githago, Adonis cf. aestivalis and Claviceps purpurea in Sachsen-Anhalt, Germany. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 17, Supplement 1, 2008, S. 126. doi:10.1007/s00334-008-0180-8</ref> In Großbritannien wurde sie erstmals in eisenzeitlichen Schichten nachgewiesen.<ref name="Preston2004">Christopher D. Preston, David A. Pearman, Allan R. Hall: Archaeophytes in Britain. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 145, 2004, S. 278.</ref> Drei Nachweise stammen aus der Einhegung von Longstones Field, Avebury (Wiltshire);<ref name="Young2008">R. Young: Archaeobotanical material. In: Mark Gillings, Josh Pollard, D. Wheatley, R. Peterson (Hrsg.): Landscapes of the megaliths: excavation and fieldwork on the Avebury monuments, 1997–2003. Oxbow Books, Oxford 2008, S. 44–45.</ref> da aber aus vorrömischer Zeit sonst wenig Nachweise bekannt sind, halten Ruth Pelling et al. eine Verunreinigung aus späteren Schichten für möglich.<ref name="Pelling2015">Ruth Pelling, Gill Campbell, Wendy Carruthers, Kath Hunter, Peter Marshall: Exploring contamination (intrusion and residuality) in the archaeobotanical record: case studies from central and southern England. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 24, 2015, S. 85.</ref> In Frankreich stammen bronzezeitliche Reste (Bronze IIa) aus der Baume Layrou (Trèves, Gard) im Tal der Trèvezel im Languedoc.<ref name="Bouby2005">Laurent Bouby, Gilbert Fages, Jean Michel Treffort: Food storage in two Late Bronze Age caves of Southern France: palaeoethnobotanical and social implications. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 14, 2005, S. 317.</ref>
Geschichte
[Bearbeiten]Die in den Kräuterbüchern der Antike, der Spätantike und des Mittelalters aufgeführten Pflanzennamen lassen sich nur sehr unsicher den uns bekannten Pflanzenarten zuordnen.<ref name="ZurGeschichte">Otto Brunfels: Contrafayt Kreüterbůch. Straßburg 1532, Vorwort, Kapitel 19 (Digitalisat) – Henry E. Sigerist: Studien und Texte zur frühmittelalterlichen Rezeptliteratur. Barth, Leipzig 1923, Vorwort, S. V. – Charles Singer: The herbal in antiquity. In: The journal of hellenistic studies. Band 47, 1927, S. 1–52. - Brigitte Hoppe: Das Kräuterbuch des Hieronymus Bock. Wissenschaftshistorische Untersuchung. Mit einem Verzeichnis sämtlicher Pflanzen des Werkes, der literarischen Quellen der Heilanzeigen und der Anwendungen der Pflanzen. Hiersemann, Stuttgart 1969 – Gundolf Keil: Phytotherapie und Medizingeschichte. In: Zeitschrift für Phytotherapie. Band 6, 1985, S. 172–178 u. a.</ref>
Antike
[Bearbeiten]Mittelalterliche und frühneuzeitliche Autoren glaubten die Kornrade in folgenden Heilpflanzen zu erkennen, die in antiken und spätantiken Quellen beschrieben wurden:
- Melanthion oder melaspermon oder git bei Pedanios Dioskurides, bei Plinius und bei Galen
- Lychnis agria bei Pedanios Dioskurides
- Lolium bei Galen<ref>Julius Berendes: Des Pedanios Dioskurides Arzneimittellehre in 5 Büchern. Enke, Stuttgart 1902, Band III, Cap. 83: melanthion (Digitalisat); Band III, Cap. 105: lychnis agria (Digitalisat).</ref><ref>Plinius der Ältere: Naturalis historia. Buch XX, § 182–184: melanthium (Kapitel LXXI) (Digitalisat Latein); Ausgabe Külb 1840–1864 (Digitalisat Deutsch).</ref><ref>Galen: De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus, lib. VII, Cap. XII/7 (Ausgabe Kühn, Band XII, S. 69): melanthium (Digitalisat); De alimentorum facultatibus, lib. I, Cap. 37 (Ausgabe Kühn, Band VI, S. 551): lolium (Digitalisat); De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus, lib. V, Cap. 10 (Ausgabe Kühn, Band XI, S. 816): Lolium (Digitalisat).</ref>
Arabisches Mittelalter
[Bearbeiten]In arabischen Quellen bzw. in deren lateinischen Übersetzungen wurde den Namen melanthion und git der Name nigella hinzugefügt. Avicenna beschrieb außerdem noch ein Getreide mit dem Namen zinzania, welches später als Kornrade gedeutet wurde.<ref>Avicenna: Kanon der Medizin. Ausgabe Andrea Alpago, Basel 1556, Buch II, S. 277, nigella (Digitalisat); Buch II, S. 322: zizania (Digitalisat).</ref><ref>Konstantin der Afrikaner in seiner lateinischen Übersetzung des Buches Liber de gradibus simplicium des Ibn Al Jazzar. Konstantin der Afrikaner. Opera. Druck-Ausgabe Basel 1536, S. 375: nigella (Digitalisat)</ref><ref>Circa instans. 12. Jh. Druck. Venedig 1497, Blatt 199v: git (Digitalisat); Blatt 204v: nigella (Digitalisat).</ref><ref>Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 207 (Nigella – raden, melanchion, git melanchium, caruon, stanix, rate).</ref><ref>Pseudo-Serapion. 13. Jh. Druck. Venedig 1497, Blatt 145r: nigella (Digitalisat).</ref>
Lateinisches Mittelalter und Neuzeit
[Bearbeiten]Im 11. Jahrhundert wurde die Kornrade unter den Namen lolium und nigella erstmals sicher nachweisbar. Im Macer floridus (11. Jh.) und inhaltlich gleichlautend im Älteren Deutschen Macer (13. Jh.) wurde ausschließlich die äußerliche Anwendung der Kornrade beschrieben: Vorlage:Zitat
Im 14. Jahrhundert beschrieb Konrad von Megenberg in seinem Buch der Natur die Giftwirkung der Kornrade: „...wer des krautes ſâmen izt, den macht er trunken vnd vnſinnich.“<ref>Hildegard von Bingen, 12. Jh., Physica, Buch I, Kapitel 12: Radte. Edition. Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810–1868): S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Migne, Paris 1855. Sp. 1133 (Digitalisat); Buch I, Kapitel 153: Gicht. Edition. Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810–1868): S. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Migne, Paris 1855. Sp. 1190 (Digitalisat).</ref><ref>Franz Pfeiffer. Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur. Aue, Stuttgart, 1861, V / 89: Zizania (Digitalisat).</ref>
Mittelalterliche Bezeichnungen der Kornrade waren auch Gith bzw. Git sowie draspe und rate, wobei damit teilweise auch andere (Acker-)Unkräuter wie Nigella und Lolium (insbesondere Taumel-Lolch) bzw. „Zizania“ benannt wurden.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 190, 199 und 207.</ref>
Unter den Namen Zyzania, Ratem und Prawn korn pluem bildete Vitus Auslasser 1479 die Kornrade ab. Im Kleinen Destillierbuch empfahl Hieronymus Brunschwig zur Herstellung eines Destillats aus der Kornrade die ganze, im Mai gesammelte Pflanze zu verwenden. Für dieses Destillat gab er folgende Indikationen an: A Lähmung („schwinden der glider“). B Migräne („nagel in den ougen“). C Fisteln<ref>Vitus Auslasser: Herbarius. 1479, BSB Clm 5905, Blatt 231: Zyzania, ratem, prawn kornpluem (Digitalisat).</ref><ref>Herbarius Moguntinus. Peter Schöffer, Mainz 1484, Teil I, Kapitel 97: Nigella rate (Digitalisat).</ref><ref>Gart der Gesundheit. Peter Schöffer, Mainz 1485, Kapitel 277: Nigella raden (Digitalisat).</ref><ref>Hortus sanitatis, Jacobus Meydenbach, Mainz 1491, Buch I, De herbis, Kapitel 310: Nigella (Digitalisat).</ref><ref>Hieronymus Brunschwig: Kleines Destillierbuch, Straßburg 1500, Blatt 96r–96v, Ratten krut wasser (Digitalisat).</ref>
Die Väter der Botanik (Otto Brunfels, Hieronymus Bock und Leonhard Fuchs) beschrieben die Pflanze nur kurz und waren sehr zurückhaltend in der Empfehlung von Anwendungen.<ref>Otto Brunfels: Contrafeyt Kreüterbuch. Straßburg 1532, S. 265, Raten (Digitalisat).</ref><ref>Hieronymus Bock: New Kreütter Buch. Straßburg 1539, Buch I, Cap. 40, Raden (Digitalisat).</ref><ref>Leonhart Fuchs: New Kreütterbuch. Straßburg 1543, Kapitel 44, Radten (Digitalisat).</ref> Im 19. Jh. wurde die Toxikologie der Pflanze erforscht.<ref>Heinrich Schulze (Cottbus): Über Agrostemmin. In: Archiv der Pharmacie. Hannover, (2) Band LVI (1848), S. 163–166 (Digitalisat).</ref><ref>J. B. Henkel (Übersetzer): A. W. M. van Hasselt: Handbuch der Giftlehre für Chemiker, Ärzte, Apotheker und Gerichtspersonen. Vieweg, Braunschweig 1862, Teil I Allgemeine Giftlehre und die Gifte des Pflanzenreichs. S. 469–470 (Digitalisat).</ref><ref>August Husemann, Theodor Husemann: Die Pflanzenstoffe in chemischer, physiologischer, pharmakologischer und toxikologischer Hinsicht. Für Aerzte, Apotheker, Chemiker und Pharmakologen. Springer, Berlin 1871, S. 100: Agrostemmin (Digitalisat), S. 750: Githagin (Digitalisat).</ref><ref>Louis Lewin: Lehrbuch der Toxikologie. Urban & Schwarzenberg, 2. Auflage, Wien 1897, S. 265–266 (Digitalisat).</ref><ref>Philipp Lorenz Geiger: Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte für Ärzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 1. Hälfte 1830, S. 884–886: Lychnis Githago (Digitalisat)</ref><ref>Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt am Main Band 5/1 (1974), S. 58: Agrostemma (Digitalisat)</ref>
Historische Abbildungen
[Bearbeiten]-
Wiener Dioskurides Melanthion 6. Jh.
-
Wiener Dioskurides Lychnis agria 6. Jh.
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Vitus Auslasser 1479
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Herbarius Moguntinus 1484
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Gart der Gesundheit 1485
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Hortus sanitatis 1491
-
Links: Hortus sanitatis Ausgabe Straßburg 1497 (Nigella). Rechts: Kleines Destillierbuch 1500 (Ratten Krut)
-
Otto Brunfels 1532
-
Leonhart Fuchs 1543
-
Hieronymus Bock. Raden 1546
Quellen
[Bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten]- Lu Dequan, Magnus Lidén, Bengt Oxelman: Agrostemma. Agrostemma githago. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001, ISBN 1-930723-05-9, S. 100.
- John W. Thieret: Agrostemma. Agrostemma githago. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2. Oxford University Press, New York / Oxford 2005, ISBN 0-19-522211-3.
- Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
- Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie, allergische und phototoxische Reaktionen. Mit Sonderteil über Gifttiere. 6., überarbeitete Auflage. Sonderausgabe. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.
- Alexander Willem Michiel van Hasselt: Allgemeine Giftlehre und die Gifte des Pflanzenreichs. Nach der 2. Auflage aus dem Holländischen frei bearbeitet und mit Zusätzen versehen von J. B. Henkel. Braunschweig 1862, S. 469–471.
- Louis Lewin: Gifte und Vergiftungen. 6. Auflage. Berlin 1928, S. 649–650. (Reprint: Haug, Heidelberg 1992)
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references> <ref name="FloraWeb"> Vorlage:FloraWeb </ref> <ref name="Tropicos"> Vorlage:Tropicos </ref> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Vorlage:BibISBN </ref> <ref name="Esser1910"> Peter Esser: Die Giftpflanzen Deutschlands. Springer, 1910, ISBN 978-3-663-19900-7 (Reprint), S. 46 f, Tafel 22. </ref> <ref name="Loew1894"> Ernst Loew: Blütenbiologische Floristik. Enke, 1894, S. 196. </ref> <ref name="Rothmaler1996"> M. Bäßler, E. J. Jäger, K. Werner (Hrsg.): Gefäßpflanzen: Grundband. In: Exkursionsflora von Deutschland, Band 2, 16., stark bearbeitete Aufl., 1996, Gustav Fischer Verlag Jena, Stuttgart, S. 173. </ref> <ref name="Rote-Liste-Zentrum"> Korn-Rade (Rote-Liste-Zentrum). </ref> <ref name="Brun2009"> Cécile Brun: Biodiversity changes in highly anthropogenic environments (cultivated and ruderal) since the Neolithic in eastern France. In: The Holocene. Band 19, Nr. 6, 2009, S. 867. </ref> </references>
Weblinks
[Bearbeiten]Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary
- Vorlage:BIB
- Vorlage:PFAF
- Vorlage:InfoFlora
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Infos zur Giftigkeit bei giftpflanzen.com.
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