Kardengewächse

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Die Kardengewächse (Dipsacoideae) sind eine Unterfamilie in der Pflanzenfamilie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales).<ref name="APGIII" /> Früher wurden die Dipsacoideae als eigene Familie der Dipsacaceae Juss. betrachtet.<ref name="APGIII" />

Beschreibung

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Datei:Illustration Knautia arvensis0.jpg
Illustration der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis)

Vegetative Merkmale

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Es handelt sich um ein- oder zweijährige bzw. ausdauernde krautige Pflanzen sowie seltener um Halbsträucher. Die stets gegenständigen Laubblätter sind meistens ungeteilt. Nebenblätter besitzen sie keine.

Generative Merkmale

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Ein besonders charakteristisches Merkmal der Kardengewächse ist der körbchenförmige Blütenstand, der sehr dem der Korbblütler ähnelt, und wie dieser von Hüllblättern umgeben ist (→ Pseudanthium).

Der Aufbau der Blüten unterscheidet sich jedoch erheblich: Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig, mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die vier- oder fünfzipfeligen, am Rand der Körbchen oft stark zygomorphen Blüten sind oft von einem Außenkelch umgeben. Der Außenkelch besteht aus zwei miteinander verwachsenen Vorblättern. Der Kelch und der Außenkelch sind fast stets trockenhäutig und borstig. Die Kronblätter sind miteinander verwachsen. Die zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die meist vier (selten zwei bis drei) Staubblätter sind nicht zu einer Röhre verwachsen.

Sie bilden einsamige Schließfrüchte, Achänen genannt.

Habitate

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Die Mehrzahl der Arten findet man in trockenen oder zumindest periodisch trockenen, offenen Gebieten wie Steppen oder Trockenrasen, oft auf höher gelegenen Flächen, einige auch an Waldrändern.<ref>Sara E. Carlson, H. Peter Linder, Michael J. Donoghue: The historical biogeography of Scabiosa (Dipsacaceae): implications for Old World plant disjunctions, In: Journal of Biogeography, Band 39, Nr. 6, 2012, S. 1086–1100 (PDF).</ref><ref>Filip Kolář, Milan Štech, Pavel Trávníček, Jana Rauchová, Tomáš Urfus, Petr Vít, Magdalena Kubešová, Jan Suda: Towards resolving the Knautia arvensis agg.(Dipsacaceae) puzzle: primary and secondary contact zones and ploidy segregation at landscape and microgeographic scales. In: Annals of Botany, Band 103, Nr. 6, April 2009, S. 963–974, Vorlage:Doi (PDF).</ref> Einige Arten wachsen auch in Wäldern (wie die Wald-Witwenblume).

Systematik und Verbreitung

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Datei:Dipsacus laciniatus sl 2.jpg
Schlitzblatt-Karde (Dipsacus laciniatus)
Datei:Scabiosa graminifolia (Dipsacaceae) plant.JPG
Grasblättrige Skabiose (Lomelosia graminifolia)
Datei:Pseudoscabiosa fiore.jpg
Pseudoscabiosa limonifolia
Datei:Pterocephalus depressus 3.jpg
Pterocephalus depressus
Datei:Teufelsabbiss Succisa pratensis b.jpg
Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis)

Die Unterfamilie Dipsacoideae wurde 1836 durch Amos Eaton in A Botanical Dictionary, 4. Auflage, Seite 36 unter der Bezeichnung „Dipsaceae“ aufgestellt. Typusgattung ist Dipsacus Vorlage:Person.<ref name="Tropicos" /> Ein Synonym für Dipsacoideae Vorlage:Person ist Dipsacaceae Vorlage:Person.

Die Arten der Unterfamilie Dipsacoideae sind von den gemäßigten bis subtropischen Gebieten Eurasiens und Afrikas sowie im tropischen und südlichen Afrika verbreitet. Verbreitungsschwerpunkt ist der Mittelmeerraum und Kleinasien.

Die Achänen von einigen wie der Wald-Witwenblume werden durch Ameisen verbreitet (Myrmekochorie).

In der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae Vorlage:Person) gab es früher 11,<ref name="Carlson2009" /> seit 2013 gibt es 14<ref name="Mayer2013" /> Gattungen mit etwa 290 Arten:

Quellen

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Einzelnachweise

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<references> <ref name="Tropicos"> Vorlage:Tropicos </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> Vorlage:BibISBN </ref> <ref name="Mayer2013"> Veronika Mayer, Friedrich Ehrendorfer: The phylogenetic position of Pterocephalidium and the new African genus Pterothamnus within an improved classification of Dipsacaceae. In: Taxon, Volume 62, Issue 1, 20. Februar 2013, S. 112–126. Volltext-PDF. </ref> <ref name="APGIII"> Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, doi:10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x. </ref> <ref name="Devesa1984"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Gonzalez1986"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Carlson2011"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Carlson2009"> Vorlage:Literatur Vorlage:Webarchiv </ref> <ref name="FoC"> Deyuan Hong, Liming Ma, Fred R. Barrie: S. 654: Dipsacaceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. </ref> <ref name="Euro+Med"> G. Domina (2017): Dipsacaceae.: Datenblatt Dipsacaceae, In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

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