Jackbohne
Die Jackbohne (Canavalia ensiformis),<ref name="GRIN" /> auch Madagaskarbohne<ref name="plantnames" /> oder Riesenbohne<ref name="Schuster1998" /> genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Sie ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte, insbesondere der Schwertbohne. Die Jackbohne ist eine von den Karibischen Inseln und aus Mittel- oder Südamerika stammende, in der Neuen Welt seit mehr als 2000 Jahren angebaute Nutzpflanze.
Beschreibung
[Bearbeiten]Erscheinungsbild und Blatt
[Bearbeiten]Die Jackbohne ist eine kurzlebig ausdauernde krautige Pflanze oder ein Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 0,60 bis 1,60 Meter. Sie wird meist als einjährige Pflanze kultiviert.<ref name="FAO-Datenblatt" /> Die niederliegenden, halbaufrechten, aufrechten oder kletternden Sprossachsen erreichen Längen von zwei bis zu drei Metern und verzweigen sich gut; ältere Sprossachsen können etwas verholzen. Das kräftige Wurzelsystem reicht relativ tief in den Boden und bildet eine lange Pfahlwurzel.<ref name="Schuster1998" /><ref name="USDA-PlantGuide" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind flaumig behaart oder verkahlen.<ref name="FoC" /> Die Keimung erfolgt epigäisch. Die ersten Laubblätter sind etwa eine Woche nach der Aussaat voll entfaltet.<ref name="PROTA4u" />
Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 10 bis 15 Zentimeter lang. Die Blattrhachis ist 3 bis 4,5 Zentimeter lang. Die Blattspreite ist dreizählig. Die ganzrandigen Fiederblättchen sind 4 bis 7 Millimeter lang gestielt. Die krautigen Blättchen sind bei einer Länge von 5 bis 20 Zentimeter sowie einer Breite von 3 bis 12 Zentimeter eiförmig bis verkehrt-eiförmig oder elliptisch mit gerundeter oder spitzer bis keilförmiger Basis und einem spitzen oder zugespitztem oberen Ende. Beide Seiten der Blättchen sind spärlich kurz flaumig behaart oder verkahlend. Die Nervatur besteht aus sechs bis sieben Paaren von Seitennerven und auch die Netznervatur ist erkennbar. Die kleinen Nebenblätter fallen früh ab.<ref name="Schuster1998" /><ref name="FAO-Datenblatt" /><ref name="FoC" /><ref name="PROTA4u" /><ref name="FoNic" /><ref name="FoPanama" />
Blütenstand und Blüte
[Bearbeiten]In China blüht die Schwertbohne zwischen Mai und Juli. Je nach Standort erscheinen die ersten Blüten 50 bis 110 Tage nach der Aussaat. In den Blattachseln steht ein zehn bis 35 Zentimeter langer Blütenstandsschaft. In einem bis zu 20 Zentimeter langen traubigen Blütenstand stehen an den verdickten Knoten (Nodien) der Blütenstandsachse jeweils ein bis fünf Blüten zusammen; insgesamt zehn bis 30 manchmal bis zu 50 Blüten in einem Blütenstand. Die Deckblätter sind 2 Millimeter lang und enden stumpf. Der Blütenstiel ist 2 bis 5 Millimeter lang.<ref name="Schuster1998" /><ref name="FoC" /><ref name="PROTA4u" />
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf spärlich flaumig behaarten Kelchblätter sind zu einem etwa 1,5 Zentimeter langen glockenförmigen, zweilippigen Kelch verwachsen. Die gestutzte Oberlippe des Kelches ist länger als die Kelchröhre und die Unterlippe besitzt drei dreieckigen Kelchzähne. Die etwa 2,7 Zentimeter lange Blütenkrone hat den typischen Aufbau eines Schmetterlingsblütlers. Die fünf Kronblätter sind manchmal weiß, meist hellviolett bis purpurfarben.<ref name="Schuster1998" /> Die Fahne ist bei einem Durchmesser von etwa 2,2 Zentimeter gerundet und besitzt zwei fast kreisförmige, zurückgekrümmte Öhrchen und einen etwa 5 Millimeter langen, flachen und relativ breiten Nagel. Die Flügel sind verkehrt-eiförmig-länglich. Das Schiffchen ist geöhrt und genagelt. Die zehn fertilen Staubblätter sind alle verwachsen. Das einzige kurz sowie dünn gestielte, oberständige Fruchtblatt enthält viele Samenanlagen. Der nach innen gebogene Griffel endet in einer kleinen Narbe.<ref name="FoC" /><ref name="PROTA4u" />
Frucht und Samen
[Bearbeiten]Die Hülsenfrüchte reifen in China im Oktober. Die etwas abgeflachten, etwas gebogenen, länglichen und relativ dicken, ledrigen Hülsenfrüchte sind bei einer Länge von 15 bis 35 Zentimeter sowie einer Breite von 2,5 bis 4 Zentimeter kurz bespitzt.<ref name="Schuster1998" /> Jede Fruchtklappe besitzt an der Bauchnaht eine erhabene Rippe und parallel, 4–5 Millimeter dazu eine extra Rippe. Die anfangs grünen und flaumig behaarten Hülsenfrüchte verkahlen später und sind bei Reife meist bräunlich. Jede Hülsenfrucht enthält acht bis 20 Samen.<ref name="FoC" /><ref name="PROTA4u" />
Die etwa 21 × 15 × 10 Millimeter großen Samen sind elliptisch bis länglich und seitlich abgeflacht. Die Samenschale ist elfenbeinfarben oder weiß. Das meist 6 bis 9, höchstens 15 Millimeter lange, ovale und graue Hilum ist braun umrandet und leicht eingezogen.<ref name="FAO-Datenblatt" /><ref name="FoC" /> Die Tausendkornmasse liegt zwischen 1300 und 1800 g.<ref name="Schuster1998" /><ref name="PROTA4u" />
Chromosomensatz
[Bearbeiten]Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie vor, also 2n = 22.<ref name="Schuster1998" /><ref name="PROTA4u" /><ref name="ICPN" />
Ökologie
[Bearbeiten]Wenn die entsprechenden Rhizobien-Stämme vorhanden sind, ist die Bildung von stickstofffixierenden Wurzelknöllchen sehr gut.<ref name="Schuster1998" />
Die Blüten sind hauptsächlich selbstfertil. Manchmal erfolgt Bestäubung durch Insekten. Nur die unteren Blüten eines Blütenstandes bilden Früchte aus.<ref name="Schuster1998" />
| Heu | unreife Hülsen | reife Hülsen | Samen | |
|---|---|---|---|---|
| Brennwert in kJ/100 g (kcal/100 g) | 1.475 (347) | |||
| Wasser in % Frischmasse | 0 | 78,5 | 0 | 10,7 – 15,5 |
| Rohprotein in % Trockenmasse | 13,8 – 16,1 | 6,9 | 4,5 | 23,8 – 27,6 |
| Rohfett in % Trockenmasse | 2,1 – 2,9 | 0,5 | 1,5 | 2,3 – 3,9 |
| Kohlenhydrate in % Trockenmasse | 26,5 – 35,7 | 13,3 | 42,1 | 45,2 – 59,0 |
| Rohfaser in % Trockenmasse | 41,2 – 43,5 | 3,3 | 48,1 | 4,9 – 8,0 |
| Asche in % Trockenmasse | 0,8 | 3,8 | 2,7 – 4,2 |
Inhaltsstoffe
[Bearbeiten]Die grünen Hülsenfrüchte und besonders die Samen enthalten viel Rohprotein.<ref name="Schuster1998" /> Als Futter und menschliche Nahrung ist die Jackbohne interessant durch ihre hohen Gehalte an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten.<ref name="UFRGS" /> Das Heu enthält sehr viel Rohprotein und besitzt eine halbwegs gute Verdaulichkeit von 56 bis 59 %<ref>für wen?</ref>. Der Lysingehalt ist 5,1 %.<ref name="Schuster1998" />
Es wurde folgende Aminosäurezusammensetzung in g je 16 g N (= % im Rohprotein) ermittelt: Alanin 3,7, Isoleucin (essentiell) 3,5, Prolin 3,6, Arginin 4,5, Leucin (essentiell) 3,5, Serin 4,3, Asparaginsäure 9,0, Lysin (essentiell) 5,1, Threonin (essentiell) 3,9, Glutaminsäure 9,1, Methionin (essentiell) 1,0, Tyrosin 3,1, Glycin 3,3, Phenylalanin (essentiell) 4,0, Valin (essentiell) 4,0, Histidin 2,4.<ref name="Schuster1998" />
Die Pflanze enthält Saponine, Cyanogene Glycoside, Terpenoide, Alkaloide und Tannine.<ref name="USDA-PlantGuide" /> Die Samen enthalten die thermolabilen Giftstoffe Concanavalin A und B; sie kommen in den trockenen Samen mit 2,5 bis 3,0 % vor.<ref name="Schuster1998" /> Das Lectin Concanavalin A ist ein Trypsin-Inhibitor. Canavanine sind für Bakterien, Insekten und andere Invertebraten giftig. Canavanine werden in Proteine eingebaut, die dann ihre Funktion verlieren. Canavanine sind nicht giftig für Vertebraten, die eine spezifischere Arginyl-T-RNA-Synthase besitzen und deshalb keine Canavanyl-Proteine bilden. Neben dem Concanavalin A sind die Ureasen in dem Gemisch an Giftstoffen besonders nachteilig. Durch diese Giftstoffe sind die Pflanzenteile sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.<ref name="PROTA4u" /><ref name="UFRGS" />
Nutzung
[Bearbeiten]Die Hülsenfrüchte und Samen werden gegessen. Canavalia ensiformis wird zur Gründüngung, als Bodendecker und als Viehfutter verwendet.<ref name="Schuster1998" /><ref name="FAO-Datenblatt" /><ref name="FoC" /><ref name="PROTA4u" /><ref name="UFRGS" /> Die Erträge an Grünmasse und Futter liegen zwischen 20 und 60 Tonnen je Hektar.<ref name="Schuster1998" /> Sie kann verfüttert werden, kann jedoch Giftstoffe enthalten.
Die Kornerträge können je nach Anbaubedingungen stark schwanken, die Angaben reichen von sieben bis zehn, 20 bis 25 oder sogar über 50 Doppelzentner je Hektar. Es ist eine sehr produktive Pflanzenart. In Indonesien werden Blüten und junge Blätter als Speisezutaten verwendet.<ref name="Schuster1998" /><ref name="PROTA4u" /> Junge Hülsenfrüchte und unreife Samen werden als Gemüse zubereitet.<ref name="Schuster1998" /> 80 bis 120 Tage nach der Aussaat können grüne Hülsenfrüchte geerntet werden, reife Samen erntet man nach 180 bis 300 Tagen.<ref name="PROTA4u" /> Die reifen Samen müssen durch Wässern, langes Erhitzen und Kochen von Giftstoffen (vorwiegend Concanavalin A) befreit werden, oft wird auch die Samenschale entfernt. Der gekochte Samen besitzt wenig Geschmack und eine grobe, mehlige Textur und wird daher meist nicht geschätzt. Auch bei der Verwendung von Samen als Viehfutter müssen diese erst entgiftet werden.<ref name="Schuster1998" />
In Indonesien werden geröstete Jackbohnen-Samen als Kaffee-Ersatz verwendet.<ref name="Schuster1998" /> Sie werden auch geröstet und gewürzt als Knabberei verwendet.
In Indonesien sowie China werden hitzebehandelte Samen und Hülsenfrüchte medizinisch genutzt.<ref name="PROTA4u" /> In Nigeria werden Jackbohnen-Samen als Antibiotikum und Antiseptikum eingesetzt.<ref name="USDA-PlantGuide" /> In der Schulmedizin wird die Jackbohne nicht eingesetzt.<ref name="Schuster1998" /> Die Trigonelline und Canavanine könnten gegen Krebs wirken.<ref name="USDA-PlantGuide" /> Canavalin A ist schon zur Trennung von Blutgruppensubstanzen (Immunglobuline und Glycoproteine) genutzt worden und kann eine Bedeutung in der medizinischen Analytik erhalten.<ref name="Schuster1998" /> Das Urease-Extrakt der Jackbohne wird in Analytischen Laboren eingesetzt.<ref name="PROTA4u" />
Die Jackbohnenpflanze ist ein guter Bodendecker und wird in Plantagen als Erosionsschutz verwendet.<ref name="Schuster1998" />
Pflanzenkrankheiten
[Bearbeiten]Die Jackbohne wird nur wenig von Pflanzenkrankheiten befallen.<ref name="FAO-Datenblatt" /><ref name="UFRGS" /> Eine Wurzelkrankheit und ein Stängelbohrer verursachen deutliche Ertragsausfälle. Der Blattkäfer (Chrysomelidae) (Platiprosopus acutangulus) kann durch fressen der Laubblätter bedeutenden Probleme an jungen Pflanzenbeständen verursachen. Die Samen werden kaum von Vorratsschädlingen oder -krankheiten befallen, nur Tricorinus tabaci bereitet manchmal Probleme.<ref name="PROTA4u" />
Herkunft und Verbreitung
[Bearbeiten]Die Wildform der Jackbohne ist Canavalia brasiliensis<ref>Jonathan Sauer: Revision of Canavalia. In: Brittonia. 16(2), 1964, 110, Vorlage:JSTOR.</ref>, die im feuchten Tiefland des tropischen Amerikas verbreitet ist<ref name="Sau">Jonathan Sauer, Lawrence Kaplan: Canavalia Beans in American Prehistory. In: American Antiquity. 34(4), 1969, 419, Vorlage:JSTOR.</ref>. Die ursprüngliche Heimat der Jackbohne liegt auf Karibischen Inseln und in Mittel- oder Südamerika.<ref name="FoC" /> Sie wurde von der indigenen Bevölkerung der Neuen Welt seit Jahrtausenden kultiviert. Es gibt Angaben über 2000 bis 3000 Jahre alte Kornfunde, die von Arizona über Mexiko bis ins südliche Brasilien sowie Peru gemacht wurden, und auch auf karibischen Inseln ist die Jackbohne schon lange in Kultur.
Archäologische Funde
[Bearbeiten]In Peru wurden domestizierte Jackbohnen in der akeramischen Siedlung von La Yerba III (4535–3943 BC cal) im Delta des Río Ica gefunden, zusammen mit Feuerbohnen, Flaschenkürbis, Guaven und domestizierten Meerschweinchen.<ref>David Beresford-Jones: Refining the maritime Foundations of Andean Civilization: How Plant Fiber Technology drove social Complexity during the Preceramic Period. In: Journal of Archaeological Method and Theory. 25, 2018, 396, DOI:10.1007/s10816-017-9341-3.</ref> In Mexiko stammen verkohlte Samen aus einem Abfallhaufen der späten Formativen Periode in Dzilbilchaltun in Yucatan. Sie lieferten ein Radiokarbondatum von 320 ± 81 (BC uncal.)<ref>Vorsila L. Bohrer, Hugh C. Cutler, Jonathan D. Sauer 1969. Carbonized Plant Remains from two Hohokam Sites, Arizona BB:13:41 and Arizona BB:13:50. Kiva 35/1, 5. Vorlage:JSTOR.</ref>. Heute noch werden Jackbohnen von den Maya in Yukatan angebaut.<ref name="Sau" /> Jackbohne wurden auch in Höhlen bei Tehuacán in Puebla in zwischen 5200 and 3400 B.C. entstandenen Schichten (Coxcatlan Phase) und Schichten der Abejas Phase (3400–2300 B.C.) gefunden, es scheint sich dabei aber um die Wildform Canavalia brasiliensis zu handeln.<ref name="Sau" />
Im Südwesten der USA wurden Jackbohnen in Hohokam Siedlungen gefunden, verkohlte Reste zum Beispiel in Hodges 793 (vor 1300 n. Chr.), zusammen mit Teparybohnen (Phaseolus acutifolius var. latifolius)<ref name="Hohokam">Vorsila L. Bohrer, Hugh C. Cutler, Jonathan D. Sauer: Carbonized Plant Remains from two Hohokam Sites, Arizona BB:13:41 and Arizona BB:13:50. In: Kiva. 35/1, 4, 1969, Vorlage:JSTOR.</ref> in der Siedlung Arizona BB: 13:50.<ref name="Hohokam" /> Weitere Funde stammen aus einer Ruine des 14. Jahrhunderts im Tonto National Monument in Arizona und einer Höhle in der Nähe von Flagstaff, deren Funde in die Pueblo III Anasazi Periode datieren.<ref name="Hohokam" /> In der Karibik wurden Jackbohnen über Stärkereste auf Steingeräten nachgewiesen<ref>Scott M. Fitzpatrick: The Pre-Columbian Caribbean: Colonization, Population Dispersal and Island Adaptations. In: PaleoAmerica. 1/4, 2015, 305-331, DOI:10.1179/2055557115Y.0000000010.</ref>, diese Ergebnisse sind aber nicht allgemein anerkannt.
Historische Berichte
[Bearbeiten]Hans Sloane berichtet über den Anbau der Jackbohne auf Jamaika. Er sah sie unter anderem in den Gärten von Santiago de la Vega.<ref>Hans Sloane 1696, Catalogus Plantarum quae in Insula Jamaica sponte proveniunt. Vol. 1, London D. Brown 68; ders. 1707, A Voyage to the Islands Madera, Barbados, Nieves, S. Christophers and Jamaica with the Natural History Vol. 1, London, British Museum, 177; zitiert nach Jonathan Sauer, Lawrence Kaplan: Canavalia Beans in American Prehistory. In: American Antiquity. 34(4), 1969, 422, Vorlage:JSTOR.</ref> Da es unwahrscheinlich ist, dass die Pflanzen von den Plantagenbesitzern eingeführt wurde, könnte dies auf vorhergehende einheimische Domestikation hinweisen.
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Jackbohne beispielsweise auch in Indonesien, Taiwan, Hawaii, Indien, Tansania, Äthiopien, Kenia sowie Australien angebaut.<ref name="Schuster1998" /> Später wurde sie auch in anderen Gebieten Asiens eingeführt. Sie wird im südlichen Arabien, Ostafrika, südlichen Afrika sowie Madagaskar und, weniger häufig, in Westafrika angebaut.<ref name="PROTA4u" /> Das heutige Anbaugebiet in der Neotropis reicht von den südlichen USA über Mittelamerika und die karibischen Inseln bis nach Südamerika.
Obwohl die Jackbohne in den Tropen und Subtropen verwildern kann, wird sie in den USA nicht als invasive Pflanze bewertet.<ref name="USDA-PlantGuide" />
Kulturbedingungen
[Bearbeiten]Die Jackbohne kommt mit unterschiedlichen Klimata zurecht. Sie gedeiht bei Temperaturen zwischen 14 und 28 °C. So kann sie in tropischen Gebieten bis in Höhenlagen von etwa 1800 Meter gut kultiviert werden. Haben die Pflanzen die Jugendphase überstanden, überdauern sie wochenlange Trockenheit mit Hilfe ihres tiefreichenden Wurzelsystems. Die Jackbohne soll mit Jahresniederschlägen von 650 bis 4300 mm zurechtkommen, das Optimum soll bei 900 bis 1200 mm Niederschlag während der Vegetationszeit liegen. Die Jackbohne kann auf sehr unterschiedlichen tropischen Böden kultiviert werden. Am besten gedeiht sie in leicht sauren Böden (pH 5 bis 6), aber sie toleriert Böden mit einem pH zwischen 4,5 und 8,0.<ref name="Schuster1998" />
Taxonomie
[Bearbeiten]Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Dolichos ensiformis durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 725–726.<ref name="Linné1753" /> Die Neukombination zu Canavalia ensiformis Vorlage:Person wurde 1825 durch DC. in Prodromus Systematis Naturalis Regni Vegetabilis, Band 2, S. 404.<ref name="DC1825" /> veröffentlicht.<ref name="tropicos" /> Weitere Synonyme für Canavalia ensiformis Vorlage:Person sind: Canavalia ensiformis var. albida Vorlage:Person, Canavalia ensiformis var. truncata Vorlage:Person, Canavalia gladiata Vorlage:Person, Canavalia gladiata f. leucocarpa Vorlage:Person, Canavalia gladiata var. leucosperma Vorlage:Person, Canavalia incurva Vorlage:Person, Canavalia loureiroi Vorlage:Person, Dolichos acinaciformis Vorlage:Person, Dolichos ensiformis Vorlage:Person, Dolichos gladiatus Vorlage:Person, Dolichos pugioniformis Vorlage:Person, Malocchia ensiformis Vorlage:Person.<ref name="GRIN" /><ref name="tropicos" /><ref name="FoC" />
Trivialnamen
[Bearbeiten]Trivialnamen in anderen Sprachen sind:<ref name="GRIN" /><ref name="plantnames" /><ref name="PROTA4u" />
- englisch: Jack bean, Sword bean, Giant stock-bean, Wonder bean, gotani-bean, horse-bean, jack-bean, seaside-bean, sword-bean, wonder-bean
- französisch: Haricot sabre, Pois sabre, Haricot sabre à grain blanc, Fève Jacques, Haricot de Madagascar, pois gogane
- spanisch: Frijol de bibijagua (Kuba), Frijol de sable, Frijol espada, Judía sable, Haba de burro, Haba criolla, Haba blanca (Mexiko), Haba de caballo (Mexiko),
- portugiesisch: Feijão espada, fava-branca (Brasilien), feijão-bravo (Brasilien), feijão-de-cobra (Brasilien), feijão-de-porco (Brasilien), feijão-de-quebranto (Brasilien), mangolô (Brasilien)
- schwedisch: jackböna
- dänisch: Jackbønne
- holländisch: Kara bendo, Zwaardboon
- arabisch: Fâsûlyâ seyfîyah
- chinesisch: Yang dao dou, Da dao dou (Name in der chinesischen Medizin), Dao dou, Bai dao dou, 直生刀豆 zhi sheng dao dou<ref name="FoC" />
- japanisch: Vorlage:Lang, Shiro nata mame, Tsurunachi nata mame
- indonesisch: kacang koro
- malaysisch: Kacang parang, kacang parang putih
- sundanesisch: kara bedog, kacang mekah
- vietnamesisch: (cây) dâu ra, dâu tây, dâu ngua
- laotisch: thwâx fak ph'aaz
- Thai: thua khaek
- Khmer: tiehs
- Hindi: Bara Sem, Jangli Sem, Sufed Kadsumbal
- Sinh: Awara, Bu-wal-awara, Wal-awara
- estnisch: Mõõkjas kanavaalia
- koreanisch: jagdukong
- Tagalog: habas
- Visaya: lagaylay
- Ilokano: badang-badang
- Afrikaans: swaardboontjie
- Kikongo: kijimanu, nsimanje ou nsimana. Kimbundu: kanza-ka-mulende, kasa-kambole
Kultur
[Bearbeiten]Auf Jamaika pflanzten schwarze Sklaven Jackbohnen (horse-bean oder overlook bean) als Schutz an den Rand ihrer Felder.<ref>J. Macfayden: The Flora of Jamaica. Band 1, London, Longmans, 1837, 291; zitiert nach Jonathan Sauer, Lawrence Kaplan: Canavalia Beans in American Prehistory. In: American Antiquity. 34(4), 1969, 422, Vorlage:JSTOR.</ref> Auch in Westafrika werden der Jackbohne magische Kräfte zugeschrieben.<ref name="PROTA4u" />
Siehe auch
[Bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten]- Ren Sa, Delin Wu, Dezhao Chen, Dianxiang Zhang, Hang Sun, Puhua Huang, Michael G. Gilbert, Mats Thulin, C. Melanie Wilmot-Dear & Hiroyoshi Ohashi: Phaseoleae. In: Delin Wu, Mats Thulin: Canavalia ensiformis. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, S. 198. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Nutzung).
- Walter H. Schuster, Joachim Alkämper, Richard Marquard, Adolf Stählin: Leguminosen zur Kornnutzung : Kornleguminosen der Welt. Justus-Liebig-Universität, Gießen 1998. Walter H. Schuster: Informationen zu Canavalia ensiformis (L.) DC. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung, Inhaltsstoffe und Nutzung).
- Datenblatt bei PROTA4u = Plant Resources of Tropical Africa.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references> <ref name="PROTA4u"> Datenblatt bei PROTA4u = Plant Resources of Tropical Africa.</ref> <ref name="plantnames">M. H. Porcher u. a.: Multilingual Multiscripted Plant Name Database = MMPND.</ref> <ref name="Schuster1998">Walter H. Schuster, Joachim Alkämper, Richard Marquard, Adolf Stählin: Leguminosen zur Kornnutzung : Kornleguminosen der Welt. Justus-Liebig-Universität, Gießen 1998. Walter H. Schuster: Informationen zu Canavalia ensiformis (L.) DC.</ref> <ref name="FoC">Delin Wu, Mats Thulin: Canavalia ensiformis. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-91-7, 198.</ref> <ref name="tropicos">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="ICPN">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="Linné1753">Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="DC1825">DC. 1825 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="GRIN">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="FoNic">Vorlage:GRIN</ref> <ref name="FoPanama">Vorlage:Tropicos</ref> <ref name="USDA-PlantGuide">USDA Plant Guide (PDF).</ref> <ref name="UFRGS"> Vorlage:Webarchiv</ref> <ref name="FAO-Datenblatt">Vorlage:Webarchiv.</ref> </references>
Weblinks
[Bearbeiten]- Canavalia ensiformis bei Usefult Tropical Plants.
- Vorlage:Tropicos (Illustration)
- James M. Stephens: Datenblatt bei EDIS des Institute of Food and Agricultural Sciences = IFAS der University of Florida.
- Canavalia Ensiformis Cultivation In Indonesia. Video von kacangkoropedang.wordpress.com auf YouTube.
- Marcelo Precoppe: Jack Bean / Wonder Bean - Canavalia ensiformis Vorlage:Webarchiv.
- Vorlage:AfricanPlants
Weiterführende Literatur
[Bearbeiten]- Carlos A. Martinez-Palacios, Reyna Galván Cruz, Miguel A. Olvera Novoa, Cristina Chávez-Martinez: The use of jack bean (Canavalia ensiformis Leguminosae) meal as a partial substitute for fish meal in diets for tilapia (Oreochromis mossambicus Cichlidae). In: Aquaculture. Volume 68, Issue 2, 1988, S. 165–175, doi:10.1016/0044-8486(88)90239-6.
- Andrea Medeiros Salgado, Lívia Maria Silva, Maria Alice Zarur Coelho: Development of Potentiometric Urea Biosensor based on Canavalia ensiformis Urease. Chapter 22. In: Pier Andrea Serra (Hrsg.): Biosensors - Emerging Materials and Applications. 2011, ISBN 978-953-307-328-6, doi:10.5772/20163.
- Kola Ajewole: Investigation into the lesser known Pulse - Canavalia ensiformis: Chemical composition and fatty acid profile. In: Journal of Food Technology in Africa. Volume 7, Issue 3, 2002, S. 82–85, doi:10.4314/jfta.v7i3.19237, Vorlage:HDL.