Jürgen Trittin
Jürgen Trittin (* 25. Juli 1954 in Bremen-Vegesack)<ref name=":0" /> ist ein ehemaliger deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 1998 bis 2024 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Von Juni 1990 bis Juni 1994 war Trittin niedersächsischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und von Oktober 1998 bis November 2005 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Von 2005 bis 2009 war er einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der Grünen; von 2009 bis 2013 war er neben Renate Künast deren Vorsitzender. Von 2014 bis 2023 war er Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Bei der Bundestagswahl 2013 war er zusammen mit Katrin Göring-Eckardt Spitzenkandidat seiner Partei.
Familie
[Bearbeiten]Jürgen Trittin wurde als Sohn des Prokuristen Klaus Trittin (1923–1998) und dessen Frau Helene Anna, geb. Schröder (1930–2024), in Bremen-Vegesack geboren und wuchs zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern in bürgerlichen Verhältnissen auf<ref>Klaus Trittin, dnb.de</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>; sein Großvater war Bankdirektor in Delmenhorst.<ref name=":0">Vorlage:Munzinger</ref> Trittins Vater war Mitglied der Waffen-SS<ref name="stern.de">Grünen-Spitzenkandidat Trittins Vater war bei Waffen-SS. stern.de, 14. Dezember 2012.</ref> und später Leiter des Rechnungswesens und Prokurist in der Bremer Tauwerk-Fabrik F. Tecklenborg und Co. in Bremen-Vegesack.<ref name="stern.de" /><ref name="welt-610352">Vorlage:Internetquelle</ref> Zudem war er bis 1991 Prokurist der Kleine Wolke Textilgesellschaft und der Classic Haushaltsgeräte GmbH.<ref>companyhouse.de</ref> Während des Zweiten Weltkriegs diente er ab 1941 als Freiwilliger in der Waffen-SS im Fronteinsatz,<ref name="langer Marsch">Jens König: Die Wandlung. Linksradikaler, Rüpel, Ökostalinist – das war gestern. Heute gibt der grüne Spitzenkandidat den Staatsmann. Der lange Marsch des Jürgen Trittin. In: Stern. 47/2012, S. 53–59.</ref> zuletzt als Zweiundzwanzigjähriger im Rang eines SS-Obersturmführers. Er kämpfte bis zur bedingungslosen Kapitulation im Osten auf der Halbinsel Hela in der Danziger Bucht, von der laufend Verwundeten- und Flüchtlingstransporte über die Ostsee nach Westen erfolgten. Bis 1950 war Klaus Trittin in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Seine Vergangenheit ließ ihn – nach Aussagen des Sohnes – nicht mehr los. Er redete, anders als viele seiner Zeitgenossen, offen darüber, auch gegenüber seinen Kindern. In einem Interview berichtete Jürgen Trittin von einem Besuch des KZ Bergen-Belsen, zu dem er als 15-Jähriger gemeinsam mit seinem Bruder vom Vater mitgenommen worden war. Dabei habe Klaus Trittin seinen Söhnen gesagt: „Guckt euch das an, das haben wir verbrochen. So etwas dürft ihr nie wieder zulassen.“<ref name="Waffen-SS">Trittins Vater war bei Waffen-SS. auf: stern.de, 14. November 2012.</ref>
Bildungsweg, Beruf
[Bearbeiten]Trittin wurde konfirmiert und war bei den Pfadfindern. Wegen des Schweigens der Kirche zum Massaker von My Lai trat er als Gymnasiast aus der Kirche aus.<ref name="langer Marsch" /> Trittin absolvierte 1973 das Abitur am Gerhard-Rohlfs-Gymnasium in Bremen-Vegesack und begann im April 1974 mit der Ableistung von sechs der fünfzehn Monate seines Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr in Bremen; seine Kriegsdienstverweigerung (KDV) war zunächst nicht anerkannt worden, weil sie politisch und nicht mit dem Gewissen begründet worden war.<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref> Nachdem er erfolgreich beim Verwaltungsgericht gegen diese Entscheidung geklagt hatte, leistete er ab Januar 1975 Zivildienst in einem Heim für schwer erziehbare Jungen bei Bremen.<ref>Christoph Schult: Zivildienst. Hat sich Joschka Fischer gedrückt? Spiegel Online, 17. April 2001.</ref>
Er absolvierte von 1973 bis 1981 ein Studium der Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen, das er als Diplom-Sozialwirt abschloss.<ref name=":1">Vorlage:Internetquelle</ref> Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen.
Privates
[Bearbeiten]Trittin hat eine Tochter, die er adoptiert hat, als er Mitte zwanzig war, und eine Enkeltochter.<ref>Christoph Hickmann: Ich und ich. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 96, 25. April 2013, S. 3.</ref> Trittin erlitt 2010 einen Herzinfarkt, der keine bleibenden gesundheitlichen Schäden hinterließ und den er einer genetischen Prädisposition zuschrieb.<ref>Grünen-Fraktionschef Trittin: Schockiert vom Herzinfarkt. Spiegel Online, 21. März 2010; abgerufen am 17. Juni 2013.</ref> Seit Dezember 2013 ist er verheiratet.<ref>Vorlage:Webarchiv, Hamburger Morgenpost vom 21. Dezember 2013</ref>
Politik
[Bearbeiten]Kommunistischer Bund und Gründung der Grünen
[Bearbeiten]Im Alter von fünfzehn Jahren nahm er an Demonstrationen in Bremen teil. Während seines Studiums (1977) war Trittin für die Sozialistische Bündnisliste (SBL), einen Zusammenschluss aus maoistischem Kommunistischem Bund (KB), Mitgliedern der trotzkistischen Gruppe Internationale Marxisten (GIM) und weiteren linksradikalen Studenten, Mitglied im Fachschaftsrat Sozialwissenschaften. Die SBL koalierte mit der Sponti-Gruppe Bewegung undogmatischer Frühling (BUF) und stellte 1977/78 den Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität Göttingen, der wiederum die Studentenzeitung Göttinger Nachrichten herausgab, die im April 1977 den Buback-Nachruf und damit eine Auseinandersetzung mit den Sympathien für den Mord am damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback veröffentlichte. Die Süddeutsche Zeitung (SZ), die tz und die Abendzeitung stellten 2001 klar, Trittin sei nie Mitglied der Redaktion gewesen. Auch der damalige AStA-Vorsitzende Jürgen Ahrens bestritt eine Beteiligung Trittins, wie es die Bildzeitung behauptet hatte. Trittin verteidigte in den 1970er Jahren den Nachruf, was er später als „schweren Fehler“ bezeichnete. 1978 kandidierte er zum ersten Mal auf der Liste demokratischer Kampf (LDK) des Kommunistischen Bundes für den AStA. Von 1979 bis 1980 war Trittin dann in einer Funktion im AStA, zuständig für das Außenreferat. Zeitgleich war er von 1979 bis 1980 Präsident des Studentenparlaments (StuPa). Dort lernte er auch den Sozialdemokraten Thomas Oppermann kennen. In dieser Funktion organisierte er Demonstrationen unter anderem gegen Rekrutengelöbnisse der Bundeswehr und war als Hausbesetzer in Göttingen aktiv. Trittin bewegte sich im breiten Umfeld der Göttinger K-Gruppen und war aktives Mitglied (bis 1980) des vom Verfassungsschutz beobachteten Kommunistischen Bundes.<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref> Nach Aussagen ehemaliger Kommilitonen wurde er jedoch nie militant oder gewalttätig aktiv. Trittin bezeichnete später einzelne Aktionen seines „links-maoistischen“ Aktivismus als „illegal“.
Trittin gehörte dann Anfang der 1980er Jahre – wie auch die Politiker Thomas Ebermann und Rainer Trampert – der Gruppe Z an, einer Abspaltung des Kommunistischen Bundes, die sich aus linksökologischer Sicht bei den Grünen engagieren wollte. Seine spätere Frau, Gründungsmitglied der grünen Partei in Göttingen, holte ihn 1980 zu den Grünen.<ref name="langer Marsch" /> Seit diesem Jahr ist Trittin offiziell Parteimitglied.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 1981 wurde er wissenschaftlicher Assistent der Stadtratsfraktion der linken Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) in Göttingen. Von 1982 bis 1984 war Trittin Geschäftsführer der AGIL-Stadtratsfraktion.<ref name=":1" /> 1984 wählte der Kreisverband der Grünen in Göttingen ihn in einer Kampfabstimmung gegen Sonja Schreiner als Kandidat für den Niedersächsischen Landtag auf die Landesliste.
Landtagsabgeordneter und Minister in Niedersachsen (1984–1994)
[Bearbeiten]Nachdem Trittin von 1984 bis 1985 Pressesprecher der Grünen-Landtagsfraktion Niedersachsen war, rückte er 1985 aufgrund des damals bei den Grünen praktizierten Rotationsprinzips in den Niedersächsischen Landtag nach und wurde noch im selben Jahr zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.<ref name=":2">Vorlage:Internetquelle</ref> Das Amt hatte er bis 1986 und erneut von 1988 bis 1990 inne.
Von Juni 1990 bis Juni 1994 war er im Kabinett Schröder I Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Niedersachsen.<ref name=":2" /> Wegen des bei den Grünen damals herrschenden Prinzips der Trennung von Amt und Mandat schied Trittin aus dem Landtag aus. Nach dem Ende der rot-grünen Koalition kehrte er 1994 in den Landtag zurück und wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Bundessprecher von Bündnis 90/Die Grünen (1994–1998)
[Bearbeiten]Im Dezember 1994 wurden Trittin und Krista Sager als Sprecher des Bundesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Trittin erhielt ohne Gegenkandidaten 499 von 584 gültigen Stimmen.<ref name="Richter 194">Saskia Richter: Führung ohne Macht? Die Sprecher und Vorsitzenden der Grünen. In: Daniela Forkmann, Michael Schlieben (Hrsg.): Die Parteivorsitzenden in der Bundesrepublik Deutschland 1949–2005. Wiesbaden 2005, S. 194 (ISBN 978-3-531-14516-7).</ref> Sein Landtagsmandat legte er deshalb erneut nieder.
Ab 1996 bildete er zusammen mit Gunda Röstel das Führungsduo an der Parteispitze. Mit dem Einzug in den Bundestag nach der Bundestagswahl 1998 gab er dieses Amt auf.
Bundesumweltminister (1998–2005)
[Bearbeiten]Nach der Bundestagswahl 1998 löste die erste rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder das bisherige schwarz-gelbe Kabinett Kohl V ab. Bündnis 90/Die Grünen besetzten drei Ressorts im Kabinett Schröder I. Joschka Fischer übernahm das Außen-, Andrea Fischer das Gesundheits- und Trittin das Umweltministerium. Am 27. Oktober 1998 wurde Trittin als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vereidigt; seine Amtsvorgängerin war Angela Merkel.
In der ersten Legislaturperiode der rot-grünen Regierung war Trittin das bevorzugte Angriffsziel der Opposition und der Wirtschaft.<ref name="Kuhn 361">Hans-Werner Kuhn: Trittin, Jürgen. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1998–2005. Wiesbaden 2008, S. 361.</ref> Konfliktthemen waren besonders der von Trittin ausgehandelte Atomausstieg und die Ökosteuer. Dabei geriet er wiederholt in Auseinandersetzungen mit dem Bundeskanzler; mehrfach wurde über einen Rücktritt Trittins spekuliert.<ref name="Kuhn 362" /> So wies Gerhard Schröder Trittin nach Intervention der deutschen Autohersteller unter Hinweis auf seine Richtlinienkompetenz an, die Altautorichtlinie der EU im Ministerrat abzulehnen.<ref name="Kuhn 361" /> Diese sah vor, dass Hersteller Altfahrzeuge zurücknehmen müssten. Trittin setzte im Ministerrat einen Kompromiss durch, der auch vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde.<ref name="Kuhn 361" /> Deutschland setzte die Richtlinie zum 1. Juli 2002 durch die Altfahrzeug-Verordnung um. Es gilt als wahrscheinlich, dass Gerhard Schröder seinen Umweltminister andernfalls aus dem Kabinett entlassen hätte.<ref name="Kuhn 361" /> Im Januar 2000 musste Trittin auf Druck der Energiewirtschaft und des Bundeskanzlers zudem den Stopp der Atommülltransporte zur Wiederaufarbeitung zurückziehen.<ref name="Kuhn 361" /><ref>spiegel.de: Chronologie („26. Januar [2000]: Nach eineinhalb Jahren Stillstand genehmigt das Bundesamt für Strahlenschutz erstmals wieder innerdeutsche Atomtransporte“)</ref> Ein Leitgedanke der rot-grünen Politik war die Energiewende. Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft, das als „Herzstück der rot-grünen Energie- und Klimapolitik“ galt.<ref name="Kuhn 363" /> Das Gesetz förderte die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien in Deutschland entscheidend. Am 14. Juni 2000 wurde der Atomkonsens durch einen Vertrag zwischen der Bundesrepublik und den Betreibergesellschaften eingeleitet, der den Atomausstieg innerhalb von 32 Jahren vorsah. Der Vertrag wurde 2002 durch die Novellierung des Atomgesetzes rechtlich abgesichert. Am 14. November 2003 ging als erstes das AKW Stade vom Netz. Der Atomausstieg war ein zentrales und identitätsstiftendes Ziel seit der Gründung der Grünen Partei. Deshalb galt der Atomausstieg einerseits als wichtigster Erfolg der rot-grünen Politik, andererseits wurde dieser gerade von der Parteibasis als viel zu zögerlich kritisiert.<ref name="Kuhn 362">Hans-Werner Kuhn: Trittin, Jürgen. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1998–2005. Wiesbaden 2008, S. 362.</ref> Trittin als verantwortlichem Bundesminister wurde die Schuld daran gegeben. Im Herbst 2001 wurde der Reaktor 2 des Kernkraftwerks Philippsburg, für dessen Betrieb die Landesregierung von Baden-Württemberg (Kabinett Teufel IV) zuständig war, auf Druck Trittins mehrere Wochen lang abgeschaltet.<ref name="Kuhn 362" />
In die erste Amtszeit Trittins als Umweltminister fiel auch das endgültige Aus der geplanten Magnetschnellbahn Berlin–Hamburg. Nachdem die Fraktion der Grünen im Deutschen Bundestag schon 1995 die Einstellung des Projekts und den Ausbau der bestehenden Bahnstrecke beantragt hatten und auch der BUND bis zum Schluss aufgrund des hohen Energieverbrauchs der Magnetschwebebahn<ref name="schiene-1997-02-16">Meldung Klimakiller Magnetbahn. In: Schiene, Heft 2/1997, Vorlage:ISSN, S. 16.</ref> und der Zerstörung mehrerer Naturschutzgebiete entlang der geplanten Trasse verschiedene Proteste bis hin zu einer Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht hatte,<ref>Vorlage:Literatur</ref> wurde das Scheitern des Projekts von Trittin nicht nur begrüßt, sondern auch als Erfolg grüner Regierungspolitik bewertet.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Weitere wichtige Projekte waren das Klimaschutzprogramm vom 18. Oktober 2000 und eine Novelle zum Bundesnaturschutzgesetz im Jahr 2001. Zu einem Machtkampf mit der Industrie kam es vor der Einführung des Einwegpfands.<ref name="Kuhn 363">Hans-Werner Kuhn: Trittin, Jürgen. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1998–2005. Wiesbaden 2008, S. 363.</ref>
In der zweiten Legislaturperiode der rot-grünen Bundesregierung nach der Bundestagswahl 2002 gab es deutlich weniger Konflikte und weniger Erfolge. Offene Spannungen traten jedoch zwischen dem Umweltministerium und dem von Wolfgang Clement geführten Wirtschaftsministerium auf. Während Trittin erneuerbare Energien unterstützte, setzte der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Clement auf die heimische Steinkohle.<ref>Hans-Werner Kuhn: Trittin, Jürgen. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1998–2005. Wiesbaden 2008, S. 364.</ref> 2003 wurde das Klimaschutzziel für 2005 aufgegeben, das bereits 1991 auf gesamtdeutsch minus 25 % gegenüber dem Bezugsjahr 1990 abgeschwächt worden war. Die Mineralölsteuer auf Benzin und Dieselkraftstoff stieg in den ersten Jahren seiner Amtszeit in fünf jährlichen Schritten um je 3,07 Cent/Liter, gefolgt von Stillstand seit dem 1. Januar 2003.
Nachdem die Landwirtschaftsministerin Renate Künast zur Vorsitzenden der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen gewählt worden war, nahm Trittin ab dem 4. Oktober 2005 kurzzeitig zusätzlich die Geschäfte des Bundesministers für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft wahr. Nach der Bundestagswahl 2005 und der Wahl von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin endete am 22. November 2005 die Amtszeit des Kabinetts Schröder II und damit auch Trittins Amtszeit.
Als Bundestagsabgeordneter (2005–2024)
[Bearbeiten]Nach der Bundestagswahl 2005 scheiterte er bei der Wahl zum Fraktionsvorsitzenden gegen Fritz Kuhn<ref name="Zweiter">Matthias Geis: Der Triumph des ewigen Zweiten. In: Die Zeit. 13. September 2007.</ref> und wurde stattdessen stellvertretender Vorsitzender sowie politischer Koordinator des Fraktionsarbeitskreises IV „Außenpolitik, auswärtige Kulturpolitik, Menschenrechte, Entwicklungspolitik, Verteidigung, Europa“. Als Direktkandidat im Wahlkreis Göttingen erreichte er bei der Bundestagswahl 2005 7,8 % der Erststimmen.
Im November 2008 wählte die Bundesdelegiertenversammlung der Grünen Renate Künast und Trittin zu ihren Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2009. Er führte, gemeinsam mit Brigitte Pothmer, erneut die niedersächsische Landesliste an und war zudem wieder Direktkandidat im Wahlkreis Göttingen, wo er 13,0 % der Erststimmen erhielt. Nach der Wahl wurde er am 6. Oktober 2009 zusammen mit Renate Künast Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Trittin war von 2014 bis 2023 Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union und im Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Er gehörte außerdem von 2000 bis 2013 dem Parteirat der Grünen an.
Im September 2010 wurde er Opfer eines Tortenwurfs in Hannover, als er an einer Podiumsdiskussion in einem der Republik Freies Wendland nachempfundenen Hüttendorf teilnahm.<ref>Trittin verzichtet auf Anzeige. In: Spiegel Online. 23. September 2010.</ref>
Im Oktober 2012 bestimmten die Mitglieder seiner Partei ihn und Katrin Göring-Eckardt in einer Urwahl zu den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013.<ref>Grünen-Basis macht Trittin und Göring-Eckardt zum Spitzenduo. In: Spiegel Online. 10. November 2012.</ref> Aufgrund des enttäuschenden Wahlergebnisses seiner Partei im Jahre 2013 gab er bekannt, nicht erneut als Fraktionsvorsitzender anzutreten.<ref>Grünes Wahldebakel: Trittin tritt als Fraktionschef ab. In: Spiegel Online. 24. September 2013.</ref>
Bei den Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition 2017 war er Verhandlungsführer der Grünen für die zentralen Themen der Haushalts- und Steuerpolitik.<ref>Ralph Bollmann: Der Steuer-Mann, in: F.A.S., 29. Oktober 2017, S. 30.</ref>
Trittin legte sein Bundestagsmandat zum 5. Januar 2024 nieder.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Für ihn rückte Ottmar von Holtz in den Bundestag nach.
Trittin zog stets über die Landesliste Niedersachsen in den Deutschen Bundestag ein.
Politische Positionen
[Bearbeiten]1989 war er Mitbegründer der antifaschistischen Zeitschrift Der Rechte Rand.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Trittin wurde im Jahr 1998 zum linken Flügel der Partei gerechnet.<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref> In den parteiinternen Flügelkämpfen der Grünen fiel ihm deshalb lange die Rolle eines linken Gegenpols zu dem „Realo“ Joschka Fischer zu.<ref>Matthias Geis: Nicht immer. Aber zu oft. In: Die Zeit, Nr. 13/2001.</ref> Zugleich gilt er als pragmatischer und nüchterner Taktierer.<ref name="Zweiter" /> Anders als die sogenannten Fundamentalisten („Fundis“) steht er für die Idee einer Durchsetzung sozialer und ökologischer Politikziele durch die Beteiligung der Grünen an Regierungskoalitionen.
Seit seinem Ausscheiden aus dem Amt des Umweltministers engagiert sich Trittin in seiner parlamentarischen Arbeit vor allem in der Außenpolitik und der Europapolitik. In der Energieaußenpolitik plädierte er für einen weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien und gegen die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Erdöl.
Vor der Bundestagswahl 1998 äußerte er, er wolle die NATO „nicht auf-, sondern ablösen“.<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref> Als Mitglied der Regierung Schröder warb er 2000 für die Abschaffung der Wehrpflicht, was z. B. der damalige Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping ablehnte.<ref>Trittin: Wehrpflicht schnell abschaffen. Spiegel Online, 23. April 2000.</ref>
Während der Abhöraffäre forderte Trittin im Juli 2013 eine Revision der Beziehungen zu den USA und forderte Asyl für den Whistleblower Edward Snowden.<ref>Trittin fordert Revision der Zusammenarbeit mit USA. Welt, 15. Juli 2013.</ref>
In der Eurokrisenpolitik stellte sich Trittin sowohl gegen Peer Steinbrücks als auch gegen Angela Merkels Positionen. So war er offen für einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland.<ref>Trittin offen für Schuldenschnitt in Griechenland, auf wsj.de, abgerufen am 26. Januar 2021</ref>
Trittin lehnte im Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2013 die Pkw-Maut ab und plädierte für eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Ausweichstrecken.<ref>Verkehr beschädigt Brücken. Trittin will Lkw-Maut auf Ausweichstrecken ausweiten. Focus, 9. November 2013.</ref>
Zur Flüchtlingsfrage (während des Kosovokriegs kamen zahlreiche Migranten nach Deutschland) äußerte Trittin 1993, CDU/CSU und Teile der SPD gäben auf sie „eine rassistische Antwort“. Deutschland sei ein „in allen Gesellschaftsschichten und Generationen rassistisch infiziertes Land“.<ref>Protokoll Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 36. Sitzung. Bonn, Freitag, den 23. April 1999 (PDF; 1,2 MB), S. 2916.</ref>
Bei dem Konflikt zwischen Deutschland und den USA über das Pipelineprojekt Nord Stream 2 trat Trittin anders als seine Parteikollegen, die eine gemeinsame Resolution des Bundestags dagegen ablehnten,<ref>Sanktionen wegen Nord Stream 2: USA erpressen Deutschland mit Iran-Methode 16. August 2020</ref> für Gegenwehr gegen die Sanktionsdrohungen aus den USA ein.<ref>Trumps erpresserische Wirtschaftspolitik: Europa, wehr dich! 18. August 2020.</ref>
Trittin fordert ein europäisches Lieferkettengesetz, um sicherzustellen, dass keine Waren aus Zwangsarbeit in die EU importiert werden dürfen. Die fortwährenden Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China widerlegten die Vorstellung von „Wandel durch Handel“.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Im November 2022 stimmte er als einer von neun Abgeordneten in der Grünen-Bundestagsfraktion gegen die Änderung des Atomgesetzes, das den Weiterbetrieb um vier Monate verlängerte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Im November 2023 erhob Trittin während des Krieges in Israel und Gaza die Forderung, „deutsche Medien sollten sich zur Unterstützung Israels verpflichten“; der Deutsche Journalisten-Verband verwahrte sich dagegen und erklärte, er „verbittet sich Belehrungen von Politikern darüber, wie Journalisten mit den Themen Judentum und Israel umgehen“.<ref>Journalistenverband will keine Belehrungen aus der Politik, wdr.de, 29. November 2023, abgerufen am 1. Dezember 2023.</ref>
Nebentätigkeiten, Einkünfte und Mitgliedschaften
[Bearbeiten]Trittin erzielte keine dem Bundestagspräsidenten anzeigepflichtigen Einkünfte.<ref name="Bundestag"> Vorlage:Webarchiv</ref> Honorare für Vorträge und Fernsehauftritte spendet er nach eigenen Angaben sozialen Projekten.<ref name="Einkünfte">Angabe auf www.trittin.deVorlage:Toter Link</ref>
Er ist Mitglied im Beirat der Akademie Waldschlösschen, Schirmherr von Borneo Orangutan Survival Deutschland und des deutsch-polnischen Projekts zur Waldökosystemforschung Inpine, Kuratoriumsmitglied des Weltfriedensdienstes, der Stiftung Initiative Mehrweg<ref name="Bundestag" /> und nach eigenen Angaben Mitglied bei fesa e. v. (Freiburg), der Gewerkschaft ver.di sowie der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.<ref name="Einkünfte" />
Von März bis August 2012 war Trittin Umweltbotschafter des SV Werder Bremen. Diesen Posten gab er ab, als der Klub einen Sponsorenvertrag mit Wiesenhof abschloss und hierfür kritisiert wurde.<ref>Vorlage:Internetquelle
Vorlage:Internetquelle</ref>
Eine kuriose Nebentätigkeit waren Auftritte Trittins als DJ Dosenpfand am Anfang der 2000er Jahre. Nach eigener Aussage hat er die hierfür erhaltenen Honorare gespendet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Öffentliche Wahrnehmung
[Bearbeiten]Trittin wurde während seiner Amtszeit als Bundesminister als „fleißig, machtbewusst, rhetorisch stark, ‚störrisch‘, links, fachlich kompetent, staatsmännisch, polarisierend, provokativ; kantig, kämpferisch, Mann mit eigener Meinung“ charakterisiert.<ref name="Kuhn 367">Hans-Werner Kuhn: Trittin, Jürgen. In: Udo Kempf, Hans-Georg Merz (Hrsg.): Kanzler und Minister 1998–2005. Wiesbaden 2008, S. 367.</ref> Als Parteisprecher galt er als geradlinig, zielstrebig und konfliktbereit, aber auch als arrogant, unnahbar und verbohrt.<ref name="Richter 194" /> Krista Sager beschrieb ihn als „innerlich wie gepanzert“.<ref name="Richter 194" /> Joschka Fischer formulierte positiver: „Er kann gut wegstecken.“<ref name="Kuhn 367" />
Er wird aufgrund seiner Auftritte (u. a. bei einer Kundgebung der linken Initiative Gelöbnix 1998) und seiner oft scharfen Polemik, etwa der Bezeichnung eines öffentlichen Gelöbnisses der Bundeswehr als „ein perverses Ritual“ oder der Aussage, das Treffen der NATO-Außenminister in Berlin diene der „Militarisierung der europäischen Außenpolitik“,<ref name="Bürgerschreck">Franz Walter: Grüner Spitzenkandidat Trittin. Der schüchterne Bürgerschreck. In: Spiegel online. 8. Mai 2009.</ref> von politischen Gegnern immer wieder heftig kritisiert. Beispielhaft dafür stehen Beschimpfungen Trittins als „Ökostalinist“ durch den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos<ref>„Öko-Stalinist“ gegen „Mitnahme-Mentalität“. Unwort des Jahres 2004. In: Spiegel online. 7. Dezember 2004.</ref> oder „Salonbolschewist“ durch den damaligen Generalsekretär der CSU, Markus Söder.<ref>Laut Trittin in einer Rede vom 20. November 2008Vorlage:Toter Link (PDF)</ref>
Trittin wurde 2001 von Michael Buback kritisiert, er habe sich nicht vom sogenannten Mescalero-Brief distanziert,<ref>Michael Buback: Meine Begegnung mit Jürgen Trittin. Über den „Mescalero“-Text, seine faschistoide Sprache und die folgenreiche Unterredung im Zug nach Berlin. In: Die Zeit. 06/2001.</ref> in dem 1977 unter anderem von „klammheimlicher Freude“ über den Tod des RAF-Opfers Siegfried Buback die Rede war.<ref>Mescalero-Nachruf: Gegenangriff</ref> Trittin machte sich den Inhalt des Briefes nach eigener Aussage hingegen explizit nicht zu eigen und verteidigte seine damaligen Anmerkungen als Fachschaftsvertreter an der Georg-August-Universität Göttingen als eine „trotzige Verteidigung der Meinungsfreiheit“.<ref>Jürgen Trittin: Der Fremde im Zug. In: Der Tagesspiegel. 23. Januar 2001.</ref>
Im 2004 erschienenen Film Agnes und seine Brüder von Oskar Roehler spielt Herbert Knaup einen grünen Staatssekretär, der für das Dosenpfand kämpft. Die Figur wurde als Anspielung auf Trittin gedeutet.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
2006 verlieh ihm das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft den Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik.<ref>Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik. Website des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft. Abgerufen am 7. Oktober 2019.</ref>
Von konservativen und rechten politischen Gegnern, wie den AfD-Politikern Alexander Gauland und Albrecht Glaser<ref>Trittin erwirkt einstweilige Verfügung gegen AfD-Politiker. Zeit Online, 5. November 2015.</ref> oder dem CSU-Ortsverband Landshut-Stadt Ost, wird Trittin häufig der Ausspruch „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig“ während der Plenarsitzung des Bundestags am 23. April 1999 unterstellt. Diesen Satz hat Trittin nachweislich nicht gesagt.<ref>Wenn Politiker verleumdet werden. In: FAZ, 18. Oktober 2015.</ref>
Im Sommer 2012 war er Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz im amerikanischen Chantilly (Virginia), eines Treffens von Personen aus Wirtschaft, Politik und anderen gesellschaftlichen Bereichen, was in seiner Partei gespaltene Reaktionen hervorrief.<ref>Trittin und sein Bilderberg-Problem. Spiegel Online.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Im September 2013 machten die vom Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen mit einer Untersuchung „pädophiler Forderungen in den Milieus der Neuen Sozialen Bewegungen sowie der Grünen“ beauftragten Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter und Stephan Klecha bekannt, dass Trittin im Jahr 1981 die presserechtliche Verantwortung für das Kommunalwahlprogramm der Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) in Göttingen innehatte,<ref>Vorlage:Literatur</ref> worin durch die Gruppe „Homosexuelle Aktion Göttingen“ neben einer umfassenden Gleichstellung Homosexueller auch gefordert wurde, die Paragraphen 174 (Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen) und 176 (sexueller Missbrauch von Kindern) des StGB so zu fassen, „daß nur Anwendung oder Androhung von Gewalt oder der Mißbrauch eines Abhängigkeitsverhältnisses unter Strafe stehen“.<ref>AGIL: Wahlprogramm, 1981, S. 33. (Photokopie auf Spiegel Online)</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Trittin räumte den Vorgang gegenüber der taz ein und kündigte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls an. Walter nahm Trittin gegen die von anderen Parteien geäußerte Kritik in Schutz; die „Hysterie“ um den Vorfall sei überzogen.<ref>Grünen-Spitzenkandidat – Forscher bringt Trittin mit Pädophilie-Programm in Verbindung. Spiegel, 16. September 2013.</ref><ref>Pädophilie-Debatte bei den Grünen – Politologe Franz Walter verteidigt Trittin gegen Rücktrittsforderungen. Tagesspiegel, 16. September 2013.</ref><ref>Pädophilie-Affäre und die Grünen: Die fatale Schweigespirale. taz, 16. September 2013.</ref><ref>Pädophilie-Debatte – CSU-General Dobrindt fordert Jürgen Trittin zum Rückzug auf. Focus, 19. November 2013.</ref>
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten]- Kriegsbeteiligung oder Friedenspolitik. Drei Interventionen. Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Pressereferat, Hannover [1991].
- Das Grundrecht auf Asyl ist eine mahnende Lehre aus dem Tagebuch der Anne Frank (= Schriftenreihe der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, Aktuelles zum Nachdenken. Folge 5). Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung, Hannover 1992.
- Gefahr aus der Mitte. Die deutsche Politik rutscht nach rechts. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 1993, ISBN 3-923478-88-7.
- From Rio to Johannesburg. Contributions to the globalization of sustainability (= Heinrich-Böll-Stiftung, World summit papers of the Heinrich Boell Foundation. Nr. 5). Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2001.
- Welt um Welt. Gerechtigkeit und Globalisierung. Aufbau-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-351-02542-4.
- Vorlage:Literatur
- Alles muss anders bleiben. Eine politische Autobiografie, Droemer, München 2024, ISBN 978-3-426-44913-4.
Literatur (Auswahl)
[Bearbeiten]- Jürgen Trittin. In: Eckart Spoo (Hrsg.): Wie weiter? Plädoyers für eine sozialistische Bundesrepublik. 2. Auflage. Verlag Am Galgenberg, Hamburg 1988, ISBN 3-925387-39-0, S. 146 ff.
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Weblinks
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Einzelnachweise
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- Bundestagsabgeordneter (Niedersachsen)
- Vorsitzender der Bündnis-90/Die-Grünen-Bundestagsfraktion
- Umweltminister (Bundesrepublik Deutschland)
- Landwirtschaftsminister (Bundesrepublik Deutschland)
- Fraktionsvorsitzender (Niedersachsen)
- Minister für Bundesangelegenheiten (Niedersachsen)
- Minister für Europaangelegenheiten (Niedersachsen)
- Bundesparteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen
- Mitglied des Auswärtigen Ausschusses (Deutscher Bundestag)
- KB-Mitglied
- AStA-Vorstandsmitglied
- Absolvent der Georg-August-Universität Göttingen
- Politiker (Göttingen)
- Person (Vegesack)
- Deutscher
- Geboren 1954
- Mann
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