Guderian

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Guderian ist ein deutscher Familienname.

Herkunft, Bedeutung, Aussprache

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Der Name Guderian (in älteren Quellen auch Guderjan, Guderjahn, Guderiahn, Gudrian) ist niederdeutscher Herkunft und bedeutet so viel wie „guter Johannes“ (nd. Jan). Ursprünglich wurde er mithin dreisilbig artikuliert und auf der ersten Silbe betont (also [ˈɡuːdəʀj⁠an] bzw. [ˈɡuːdəʀj⁠aːn]), und erst später in Anlehnung an lateinische oder griechische Namen wie Fabian(us) oder Damian (vgl. Grobian) mit Hiat statt mit offenem a und also viersilbig gesprochen, wobei sich der Wortakzent auf die zweite Silbe verschob.<ref>Josef K. Brechenmacher: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen. C. A. Starke Verlag, Glücksburg 1957–1963, S. 603.</ref>

Diese fremdtümelnde Affektation betrifft zumindest die preußische Militärfamilie Guderian und ihren bekanntesten Spross Heinz Guderian (1888–1954) und zeitigte die Folge, dass dieser ob seines merkwürdigen Namens in der Sowjetunion oft fälschlich armenischer Ahnen verdächtigt wurde.<ref>Anthony Beevor: The Second World War. Little, Brown & Co., New York und Boston 2012, S. 202.</ref> Diese Ente wird noch heutzutage häufiger kolportiert, nicht zuletzt in Armenien und der armenischen Diaspora<ref>Eine dahingehende Anekdote schildert z. B. Vartan Gregorian: The Road to Home: My Life and Times. Simon and Schuster 2008, S. 26.</ref>; in seiner Autobiographie behauptete der Ölmagnat Nubar Gulbenkian (1896–1972) gar, der Panzergeneral der Wehrmacht sei als Kind von Missionaren aus seiner armenischen Heimat nach Deutschland gebracht worden.<ref>Nubar S. Gulbenkian: Portrait in Oil: The Autobiography of Nubar Gulbenkian. Simon and Schuster, New York 1965, S. 317.</ref> Tatsächlich stammt die Familie Guderian aus der Gegend um Schneidemühl (polnisch Piła) und Schönlanke (polnisch Trzcianka) in der damals preußischen Provinz Posen, wo seit dem 17. Jahrhundert zahlreiche deutschsprachige Siedler dieses Namens nachgewiesen sind, und ursprünglich wohl aus der Neumark oder Hinterpommern, jedenfalls keineswegs aus dem Kaukasus.<ref>Vorlage:Internetquelle In: Deutsches Geschlechterbuch. Band 214. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2002, S. 3–7.</ref>

Namensträger

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Literatur

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  • Hans Guderian: Die Guderians: Geschichte einer Familie aus dem Osten. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1996, ISBN 978-3-7980-0530-3.
  • Hans Guderian: Guderian. In: Deutsches Geschlechterbuch. Band 214. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 2002, S. 3–7.
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  • guderian.org – von Hans Guderian betriebene Website zur Familiengeschichte.

Einzelnachweise

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<references />