Galapagosinseln

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Vorlage:Infobox Inselgruppe

Die Galapagosinseln (in anderer Schreibweise Galápagos-Inseln, Vorlage:EsS, IPA lokal: Vorlage:IPA; offiziell Vorlage:Lang) sind ein Archipel im östlichen Pazifischen Ozean. Sie liegen am Äquator ca. 1000 km westlich der ecuadorianischen Küste in Südamerika und gehören zu Ecuador. Sie bilden die gleichnamige Provinz Galápagos mit der Hauptstadt Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristóbal. Das Wort Vorlage:Lang (spanisch u. a. für ‚Wulstsattel‘) bezieht sich auf den Schildkrötenpanzer, der bei einigen Arten der Galapagos-Riesenschildkröten im Nackenbereich wie ein Sattel aufgewölbt ist.

Die außerordentliche und einmalige Flora und Fauna der Inselgruppe gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Sie werden durch den Nationalpark der Galapagosinseln geschützt. Etwa 97 % der Fläche der Inseln und 99 % der sie umgebenden Gewässer innerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone stehen dadurch unter strengem Naturschutz. Die landwirtschaftliche und fischereiliche Nutzung sowie das Betreten der Inseln und das Befahren der Gewässer sind streng reglementiert und werden durch die Nationalparkverwaltung mit Sitz in Puerto Ayora kontrolliert.

Im Januar 2022 wurde das Meeresschutzgebiet um das 60.000 km² große Hermandad auf 198.000 km² erweitert. Es gehört zu den größten Meeresschutzgebieten der Welt.

Inseln

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Vorlage:Siehe auch Die Inselgruppe besteht aus 13 Inseln mit einer Fläche von mehr als 10 km² und über 100 kleineren bis winzigen Inseln, darunter die weit nordwestlich liegenden Darwin und Wolf. Fünf Inseln sind besiedelt: Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela, Floreana und Baltra (keine Wohnbevölkerung, aber ein Militärstützpunkt mit Kasernen für ca. 400 Soldaten und Angehörige der Küstenwache).

Inseln mit einer Fläche von mehr als einem Quadratkilometer sind in der nachstehenden Tabelle aufgelistet:

Insel Engl.
Name
Unter-
gruppe
Kanton Erhebung Höhe
m
Fläche
km²<ref>Heidi M. Snell, Paul A. Stone, Howard L. Snell: A Summary of Geographical Characteristics of the Galapagos Islands. In: Journal of Biogeography. Band 23, Nummer 5, 1996, S. 619–624 (doi:10.1111/j.1365-2699.1996.tb00022.x).</ref>
Isabela Albemarle West Isabela Wolf 1707 {{#expr: 4.588,12 round 1}}
Santa Cruz Indefatigable Zentral Santa Cruz Cerro Crocker 864 {{#expr: 985,55 round 1}}
Fernandina Narborough West Isabela La Cumbre 1476 {{#expr: 642,48 round 1}}
San Salvador James Zentral Santa Cruz Cerro Pelado 907 {{#expr: 584,65 round 1}}
San Cristóbal Chatham Ost San Cristóbal Cerro San Joaquín 730 {{#expr: 558,086 round 1}}
Floreana Charles Ost San Cristóbal Cerro Pajas 640 {{#expr: 172,53 round 1}}
Marchena Bindloe Nord Santa Cruz   343 {{#expr: 129,96 round 1}}
Española Hood Ost San Cristóbal   206 {{#expr: 60,48 round 1}}
Pinta Abington Nord Santa Cruz   777 {{#expr: 59,4 round 1}}
Baltra South Seymour Zentral Santa Cruz   {{#expr: 26,196 round 1}}
Santa Fé Barrington Zentral San Cristóbal   {{#expr: 24,13 round 1}}
Pinzón Duncan Zentral Santa Cruz   458 {{#expr: 18,15 round 1}}
Genovesa Tower Nord San Cristóbal   64 {{#expr: 14,108 round 1}}
Rábida Jervis Zentral Santa Cruz   {{#expr: 4,99312 round 1}}
Seymour Norte North Seymour Zentral Santa Cruz   {{#expr: 1,83887 round 1}}
Wolf Wenman   Isabela   253 {{#expr: 1,344 round 1}}
Tortuga Brattle West Isabela   {{#expr: 1,29896 round 1}}
Bartolomé Bartholomew Zentral Santa Cruz   114 {{#expr: 1,2448 round 1}}
Darwin Culpepper   Isabela   165 {{#expr: 1,063 round 1}}

Unter den zahlreichen kleineren Inseln sind die Daphne-Inseln (vor allem Daphne Major), Plaza Sur, Isla Sin Nombre sowie der isolierte Roca Redonda, eine Vogelbrutstätte, erwähnenswert.

Geschichte

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Vorkolumbianische Ära

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Laut einer Studie von Thor Heyerdahl und Arne Skjølsvold aus dem Jahr 1952 deuten Scherben und andere Artefakte von mehreren Stätten auf den Inseln auf den Besuch südamerikanischer Völker in präkolumbianischer Zeit hin.<ref name="Heyerdahl">Vorlage:Literatur</ref> Die Gruppe fand eine Flöte und Scherben von mehr als 130 Keramikstücken, die später als prä-inkanisch identifiziert wurden. Es wurden jedoch nie Reste von Gräbern, Zeremonialgefäßen und Konstruktionen gefunden, was darauf hindeutet, dass vor der Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert keine dauerhafte Besiedlung stattgefunden hat.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Es ist nicht klar, wer die ersten Besucher der Inseln waren, aber sie waren wahrscheinlich unbeeindruckt von dem Mangel an Süßwasser auf den Inseln. Ob die Inkas es jemals hierher geschafft haben, ist umstritten; 1572 behauptete der spanische Chronist Pedro Sarmiento de Gamboa, dass Túpac Yupanqui, der zweite Sapa Inka des Inkareiches, den Archipel besucht habe, aber dafür gibt es kaum Beweise, und viele Experten halten es für eine weit hergeholte Legende, zumal die Inkas keine Seefahrer waren.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Europäische Reisen

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Die europäische Entdeckung der Galápagos-Inseln erfolgte, als der Spanier Tomás de Berlanga, der damalige Bischof von Panama, nach Peru segelte, um einen Streit zwischen Francisco Pizarro und seinen Leutnants beizulegen. De Berlangas Schiff kam vom Kurs ab, als der Wind nachließ, und seine Mannschaft erreichte die Inseln am 10. März 1535. Sie strandeten an einer der Vulkaninseln. Mehrere Tage verbrachten sie dort und suchten nach Trinkwasser. Zehn Pferde und zwei Spanier verdursteten. Die Restlichen tranken den Saft der Kakteen und erbeuteten Seelöwen und Riesenschildkröten. In einer Schlucht fanden sie schließlich ausreichend Trinkwasser für die Heimfahrt.

Datei:Gallapagos Islands 1684.jpg
Karte der Galapagosinseln wie von William Ambrose Cowley 1684 beschrieben

Die Inselgruppe wurde zunächst als Vorlage:Lang bezeichnet, da niemand so weit draußen im Ozean noch Inseln vermutet hätte und starke Strömungen zwischen den Inseln und um sie herum bei den Seefahrern leicht den Eindruck erwecken konnten, die Inseln selbst änderten immer wieder ihre Lage.

Der erste englische Kapitän, der die Galápagos-Inseln besuchte, war Richard Hawkins im Jahr 1593.

Im 17. Jahrhundert bis zum frühen 19. Jahrhundert waren die Inseln Versteck und Fluchtort für meist englische Seeräuber – darunter John Cook oder William Cowley – die meist Goldschiffe der Spanier aus Mexiko und Südamerika überfielen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Im 19. Jahrhundert wurden die Inseln nach den dort vorkommenden Riesenschildkröten in Islas Galápagos umbenannt.

Ecuadorianisches Galápagos

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Am 12. Februar 1832 nahm General José de Villamil die Inseln für Ecuador in Besitz. Er nannte die Inseln Archipiélago del Ecuador. Es begann die erste dauerhafte Besiedlung der Inseln. Zuvor waren die Inseln im Besitz der Spanier, die jedoch kein Interesse an ihnen zeigten. José de Villamil wurde erster Gouverneur der Galápagos-Inseln und brachte eine Gruppe von Sträflingen auf die Insel Floreana, und im Oktober 1832 schlossen sich ihnen einige Handwerker und Bauern an.

1835 besuchte Charles Darwin die Inseln. 1892 wurden die Galapagosinseln zu Ehren der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus in Archipiélago de Colón umbenannt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

In den 1920er Jahren lebten rund 400 Menschen auf den Inseln.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Viele, wie Floreana oder Isabela, waren von 1934 bis 1959 Strafkolonien.

1959 erklärte die ecuadorianische Regierung die Inseln zum Nationalpark Galápagos, mit rund 1000 Bewohnern.<ref>Vorlage:Literatur</ref> 1968 waren 97 Prozent der Landfläche unter Schutz des Nationalparks gestellt; Siedlungen und bisherige landwirtschaftliche Flächen erhielten Bestandsschutz. Seit 1978 stehen die Inseln auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes. 1996 kam es zur Ausrufung des Marine-Reservats Galápagos durch das Instituto Ecuatoriano Forestal de Areas Naturales y Vida Silvestre. 1998 wurde der Schutz des Marine-Reservats Galapágos durch den Nationalpark Galápagos gesetzlich verankert. 2001 wurde das Weltnaturerbegebiet um das Marine-Reservat erweitert. Von 2007 bis 2010 war das Naturerbe auf der Roten Liste der UNESCO geführt.

Geografie

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Die Galapagosinseln sind vulkanischen Ursprungs. Die tektonische Platte (Nasca-Platte), auf der die Inseln liegen, bewegt sich über einen Hot-Spot, der auch heute noch vulkanische Aktivität auf den Inseln Isabela und Fernandina bewirkt und bereits davor seine Spuren in der Karibik hinterließ. Die Inseln werden in Richtung Südosten älter, allerdings überlappen die Datierungen der Gesteine der einzelnen Inseln, da diese nicht durch singuläre vulkanische Ereignisse entstanden. Auf der Insel Fernandina brach der Vulkan Cumbre zuletzt im April 2009 aus, auf Isabela der Wolf am 7. Januar 2022.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Einige Gesteine der Inseln entstanden vor 89 Ma unter den heißesten Temperaturen des Phanerozoikums.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Bevölkerung

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Die Volkszählung von 2015 ergab eine Einwohnerzahl von 25.244.<ref name="Zensus 2015" /> Nur fünf der Inseln sind bewohnt: Baltra, Floreana, Isabela, San Cristóbal und Santa Cruz. Puerto Ayora auf Santa Cruz ist mit Abstand der größte Ort, gefolgt von Puerto Baquerizo Moreno, der Hauptstadt der Provinz Galápagos auf San Cristóbal und Puerto Villamil auf Isabela.

Biogeografie

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Aufgrund ihrer Entfernung von anderen Landmassen zeichnen sich die Galapagosinseln durch eine Vielzahl endemischer Tier- und Pflanzenarten aus. Die Einführung fremder Arten sowie die Jagd haben im 19. Jahrhundert viele einzigartige Tierarten fast zum Aussterben gebracht. Die Galapagos-Riesenschildkröten waren lange durch Anfang des 18. Jahrhunderts eingeführte Ziegen bedroht, die den Schildkröten ihre Nahrung wegfraßen; dieses Problem wurde durch gezielte Tötung der Ziegen, u. a. aus Helikoptern, im Jahr 2007 gelöst.<ref>Atlant Bieri: Auf Galápagos wachsen die Pflanzen wieder. In: Neue Zürcher Zeitung. 9. September 2007.</ref> Die Gelege von Vögeln und darüber hinaus das Überleben aller Tiere, die sich über Jahrmillionen an die spezifischen Lebensräume der Inseln angepasst haben, sind durch die mittlerweile (2009) etwa 25.000 Einwohner und ihre ursprünglich mitgebrachten, für das Ökosystem fremden Kleintiere (Hunde, Katzen und Ratten) bedroht. Durch Lebensmittellieferungen gelangen oft Parasiten, Krankheitskeime, Tiere und Pflanzen auf die Inseln. Über 200 neue Arten kamen in den letzten zehn Jahren (Stand 2009) auf die Inseln, darunter Parasiten, die das Blut von Finkenküken saugen, oder Malariaerreger, die Pinguine befallen.<ref name="DLF">Vorlage:Internetquelle</ref> Die eingeschleppte Fruchtfliege Ceratitis capitata ist eine gefährliche Plage, denn sie kann sehr viele verschiedene Kulturarten befallen und deren Früchte verfaulen lassen. Sie ist eine enorme Bedrohung für die Inseln.<ref name="DLF" />

Klima

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Obwohl die Inseln in Äquatornähe liegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboldtstrom und von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt. Das nährstoffreiche Tiefenwasser ist verantwortlich für den Artenreichtum rund um den Archipel.

Vorlage:Klimatabelle

El Niño
Datei:Chlorophyll concentration off the Galapagos archipelago during El Niño and La Niña.jpg
Diese Satellitenkarten zeigen die Chlorophyll-Konzentration (die mit der Abundanz des Phytoplanktons übereinstimmt) während El Niño. (oben) und La Niña (unten). Blau steht für niedrige Konzentrationen, gelb, orange und rot für hohe Konzentrationen. Strömungen, die normalerweise das Phytoplankton düngen, kehren sich während El Niño um, was zu unproduktiven Ozeanen führt. Dieselben Strömungen werden durch La Niña verstärkt, was zu einer Explosion des Meereslebens führt.
Datei:Sea surface temperature & chlorophyll concentrations off the Galapagos archipelago.jpg
Das untere Bild zeigt die Meeresoberflächentemperatur, kühles aufsteigendes Wasser ist violett gefärbt. Gedeihende Phytoplanktonpopulationen sind durch hohe Chlorophyllkonzentrationen (oberes Bild) gekennzeichnet, die grün und gelb gefärbt sind. Die Bilder wurden am 2. März 2009 aufgenommen.

In sogenannten El-Niño-Jahren verändern sich die Meeresströmungen und die Niederschlagsmengen. Das ausbleibende Tiefenwasser dezimiert auf das Meer angewiesene Arten, während sich aus den hohen Regenmengen ein überdurchschnittliches Pflanzenwachstum und daraus ein saisonbedingter Tierreichtum ergibt.

1999 verursachte ein heftiger El Niño ein schwerwiegendes Korallensterben sowie die Vernichtung von ca. 60 % der Pinguin-Population.

Niederschlag

Die Regenzeit dauert, mit einem Gipfel im April, von Januar bis Juni. Das übrige Jahr über fällt fast kein Niederschlag. Lediglich in den höheren Lagen gibt es, vor allem an der Südostseite der höheren Inseln, einen feinen Nieselregen („Garua“) und folglich auch ganzjährig grüne Vegetation.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Das Wetter ändert sich mit zunehmender Höhe auf den großen Inseln. Die Temperatur nimmt mit der Höhe allmählich ab, während die Niederschläge aufgrund der Kondensation von Feuchtigkeit in den Wolken an den Hängen zunehmen. Es gibt eine große Spanne an Niederschlägen von einem Ort zum anderen, nicht nur mit der Höhe, sondern auch in Abhängigkeit von der Lage der Inseln und auch mit den Jahreszeiten.

Die folgende Tabelle, die dem nassen Jahr 1969 entspricht, zeigt die Variation der Niederschläge an verschiedenen Orten der Insel Santa Cruz:

Standort Charles Darwin
Station
Devine Farm Media Luna
Höhe 6 m 320 m 620 m
Januar 23,0 mm 78,0 mm 172,6 mm
Februar 16,8 mm 155,2 mm 117,0 mm
März 249,0 mm 920,8 mm 666,7 mm
April 68,5 mm 79,5 mm 166,4 mm
Mai 31,4 mm 214,6 mm 309,8 mm
Juni 16,8 mm 147,3 mm 271,8 mm
Juli 12,0 mm 42,2 mm 135,6 mm
August 3,8 mm 13,7 mm 89,5 mm
September 18,5 mm 90,9 mm 282,6 mm
Oktober 3,2 mm 22,6 mm 96,5 mm
November 11,0 mm 52,8 mm 172,7 mm
Dezember 15,7 mm 84,1 mm 175,3 mm
Summe 469,7 mm 1901,7 mm 2656,4 mm

Der Niederschlag hängt auch von der geographischen Lage ab. Im März 1969 betrug der Niederschlag über der Charles-Darwin-Station an der Südküste von Santa Cruz 249,0 mm, während auf der Insel Baltra im selben Monat nur 137,6 mm Niederschlag fiel. Dies liegt daran, dass Baltra in Bezug auf die vorherrschenden Südwinde hinter Santa Cruz liegt, so dass der größte Teil der Feuchtigkeit im Hochland von Santa Cruz niedergeht.

Auch die Niederschläge ändern sich von einem Jahr zum anderen erheblich. An der Station Charles Darwin betrug der Niederschlag im März 1969 249,0 mm, im März 1970 jedoch nur 1,2 mm.

Auf den größeren Inseln wirkt sich das Muster von allgemein feuchtem Hochland und trockenerem Tiefland auf die Flora aus. Die Vegetation im Hochland ist tendenziell grün und üppig, teilweise mit tropischen Wäldern. Die Tieflandgebiete haben eine eher trockene und halbtrockene Vegetation, mit vielen dornigen Sträuchern und Kakteen, und anderswo fast kahles Vulkangestein.

Naturschutz

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Am 24. November 1959, dem 100. Jahrestag der Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk, Über die Entstehung der Arten, erklärte die ecuadorianische Regierung mit Ausnahme der bereits besiedelten Gebiete insgesamt 97,5 Prozent der Landfläche des Archipels zum Nationalpark.<ref>Tjerk Brühwiller in FAZ vom 20. November 2023, Seite 7, Darwins Schildkröten im Plastikzeitalter, Die Tiere auf den Galapagosinseln leiden – unter den Menschen.</ref> Nachfolgend kamen umfassende Meeresreservate hinzu. Im Mai 2023 einigten sich die ecuadorianische Regierung und die Credit Suisse auf den bisher größten „Debt-for-Nature-Swap“, einen Schuldentausch zugunsten des Umweltschutzes. Hierzu kaufte die Schweizer Großbank ecuadorianische Staatsanleihen im Nennwert von 1,6 Milliarden Dollar zurück. Die durch den Rückkauf freigesetzten Mittel investiert Ecuador in den Schutz des Inselarchipels.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Nach der Ausrufung des Nationalparks Galápagos und der Gründung der Charles-Darwin-Forschungsstation wurden die Galápagosinseln zunehmend von Tourismus und Fischereiwirtschaft geprägt. Ursprünglich ein Traumziel für Biologen, wurden sie zu einem boomenden Wirtschaftsraum, in dem ökonomische Interessen gegen ökologische abgewogen werden müssen.

Das Meeresgebiet rund um die Inseln bietet großen Fischreichtum. Besonders gefragt sind Haifischflossen und Seegurken. Der Fang von Seegurken ist unter Auflagen erlaubt, der Fang von Haifischen dagegen verboten. Allgemein ist der Fischfang im Meeresschutzgebiet Reserva Marina Galápagos nur unter Auflagen erlaubt, wobei für bestimmte Arten besondere Bestimmungen und Auflagen gelten.

Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen Naturschützern und Fischern, die sich durch die Auflagen behindert fühlen. Im März 2004 kam es wieder zu Unruhen; im Juni desselben Jahres wurden die Charles-Darwin-Forschungsstation und die Nationalparkverwaltung für zwei Wochen blockiert. Daraufhin wurde nicht, wie in Nachhaltigkeitsuntersuchungen gefordert, die Quote gesenkt. In der folgenden Fangsaison, Herbst 2004, wurde dann diese Quote bei weitem nicht ausgeschöpft.

Im April 2007 erklärte die Regierung Ecuadors die Inseln mit ihrer einzigartigen Fauna und Flora zu einem ökologischen Risikogebiet. Tourismus, Luftfahrt und Ansiedlung sollen künftig eingeschränkt werden. Ecuador wollte damit möglichen Maßnahmen der UNESCO zuvorkommen, die wiederholt damit gedroht hatte, der Inselgruppe im Pazifischen Ozean den vor drei Jahrzehnten verliehenen Status als Welterbe der Natur abzuerkennen. Im Juni 2007 setzte die UNESCO die Inseln auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes.<ref>Vorlage:Webarchiv. In: n-tv. 26. Juni 2007.</ref> Regulierungen des Tourismus, Siedlungsbeschränkungen und Bestrebungen zur Selbstversorgung mit Energie und Lebensmitteln führten im Juli 2010 zur Streichung von der Roten Liste.<ref>Weltkulturerbe: Galapagos von Roter Liste gestrichen. In: Die Presse. 29. Juli 2010.</ref> Noch immer gelten jedoch mehr als die Hälfte aller endemischen Tierarten und jede fünfte Pflanzenart als bedroht.<ref name="DLF" />

Seit Jahren gibt es strenge Zuzugsregeln für die einheimische Bevölkerung. Diese wurden in der Vergangenheit zunächst kaum durchgesetzt. Seit dem Inkrafttreten der Gesetze von 2007 hat sich der Zustrom von illegalen Zuwanderern vom Festland zwar spürbar verringert, trotzdem nimmt die Wohnbevölkerung insgesamt weiter zu.

Mitte Januar 2022 unterzeichnete Ecuadors Präsident Guillermo Lasso auf einem Forschungsschiff in der Bucht von Puerto Ayora im Beisein von Ex-US-Präsident Bill Clinton und Kolumbiens Staatschef Iván Duque ein entsprechendes Dekret, das das Meeresschutzgebiet auf insgesamt 198.000 km² erweitert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der neu hinzugekommene 60.000 km² große Teil namens „Hermandad“ soll die Galapagosinseln mit den Inseln Coiba (Panama), Malpelo (Kolumbien) und Kokos (Costa Rica) verbinden und die Wanderrouten bedrohter Tierarten schützen. Die Staatschefs der beteiligten Länder hatten den Plan auf der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow angekündigt.<ref>Meeresschutzgebiet um Galápagos wird größer. In: tagesschau.de, 15. Januar 2022 (abgerufen am 16. Januar 2022).</ref>

Eintragung als Weltnaturerbe

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Vorlage:Infobox Welterbe

Die Galapagosinseln wurden 1978 aufgrund eines Beschlusses der zweiten Sitzung des Welterbekomitees als Naturerbestätte in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen.<ref name="decision2127">Vorlage:Internetquelle</ref>

Nach der Erweiterung um das Meeresschutzgebiet 2001<ref name="decision2325">Vorlage:Internetquelle</ref> umfasst die Welterbestätte nun eine Fläche von 14.066.514 ha.<ref name="whc">Vorlage:Weblink Welterbe</ref>

In der Begründung für die Eintragung heißt es zusammenfassend:<ref name="whc" />

Vorlage:Zitat

Die Eintragung erfolgte aufgrund der Kriterien (vii), (viii), (ix) und (x).<ref name="whc" />

Vorlage:Zitat

Vorlage:Zitat

Vorlage:Zitat

Vorlage:Zitat

Flora

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Auf den Galapagosinseln kommen heute 697 erfasste Pflanzenarten vor. Von den 439 heimischen Arten (die bereits vor der Entdeckung auf Galapagos vorkamen) sind 167 Arten endemisch (auf Galapagos entstanden und nur dort vorkommend). Die restlichen 258 nichtheimischen Arten, die zum Teil große Probleme verursachen, wurden durch den Menschen eingeführt.<ref name=":0">Vorlage:Literatur</ref> Die Anzahl der nichtheimischen Pflanzenarten hat im Laufe der Jahre signifikant zugenommen und ist vermutlich inzwischen erheblich größer.

Die auf Galapagos heimischen nichtendemischen Pflanzenarten sind zum größten Teil auch im benachbarten Südamerika zu finden. Da nur wenige Arten eine Gründerpopulation auf den Inseln etablieren konnten, ist die Artenzusammensetzung auf den Inseln „disharmonisch“ im Gegensatz zur „harmonischen“ Flora des Festlandes.<ref name=":0" /> Es fehlen zum Beispiel die Palmen, Nadelbäume und die Bignoniaceae.<ref name=":5">Vorlage:Literatur</ref> Andererseits haben einzelne Pflanzengruppen eine adaptive Radiation, also eine Vermehrung der Arten durch Besetzung von freien ökologischen Nischen und Spezialisierung erfahren. Beispiele dafür sind in den Gattungen Scalesia, Opuntia und Chamaesyce zu finden.<ref name=":0" />

Datei:Opuntia echios 1.jpg
Opuntia echios, baumförmiger Feigenkaktus auf Santa Cruz, Galapagos

Auf den Galapagosinseln gibt es sieben unterschiedliche Vegetationszonen in Abhängigkeit von der Höhenlage<ref name=":1">Vorlage:Literatur</ref><ref>Vegetationszonen. Abgerufen am 5. November 2016.</ref>. Es bestehen jedoch erhebliche Unterschiede in der Ausprägung der Vegetationszonen zwischen den verschiedenen Inseln. Auf San Cristóbal gibt es z. B. nur vier dieser Zonen. Auf der Insel Española ist nur die trockene Küstenzone und die Übergangszone vorhanden. Auf Fernandina ist die Vegetation auf die von Lava verschonten „Vegetationsinseln“ beschränkt und man findet eine hochreichende Trockenzone sowie die Zone des Scalesia-Waldes. In der hier vorgestellten Art<ref name=":1" /> sind die Vegetationszonen insbesondere auf Santa Cruz ausgeprägt:

  1. Litoral- oder Küstenzone (vom Meeresspiegel bis etwa 10 m), mit salzwasserresistenten Pflanzen. An steinigen geschützten Küstenabschnitten vier Mangrovenarten, oft Mangrovenwälder (Avicennia germinans, Conocarpus erectus, Laguncularia racemosa, Rhozophora mangle). An sandigen Stränden sukkulente Kräuter und Sträucher, z. B. Ipomoea pes-caprae, Nolana galapagensis (endemisch), Heliotropium curassavicum, Cryptocarpus pyriformis. In dieser Zone sind nur relativ wenige endemische Arten.
  2. Datei:Bursera graveolens without leaves.jpg
    Bursera graveolens, häufiger Baum der Trockenzone, die meiste Zeit im Jahr ohne Blätter.
    Trockenzone (10 bis ca. 100 m), während der Regenzeit mit einer grünen Buschlandschaft, flächenmäßig die größte Vegetationszone mit der größten Anzahl an Endemiten; es gibt Wälder mit laubabwerfenden Bäumen und Sträuchern, die in der Trockenzeit kahl sind. Besonders auffällig sind die beiden Arten von Bursera (B. graveolens und B. malacophylla, von denen die zweite endemisch ist) mit ihren kahlen weißen Stämmen.<ref name=":2">Vorlage:Literatur</ref> Weitere häufige Bäume sind Croton scouleri, Prosopis juliflora und Parkinsonia aculeata. Häufige Büsche sind Cryptocarpus pyriformis, Castela galapageia (endemisch), Scutia pauciflora und Cordia lutea. Häufige Winden sind Galápagos-Passionsblume (Passiflora foetida var. galapagensis) und zwei Arten von Cuscuta (C. acuta, C. gymnocarpa, beide endemisch). Folgende Kakteen sind in dieser Zone zu finden: Der Galápagos-Säulenkaktus Jasminocereus thouarsii (endemische Gattung mit nur einer Art) und der ebenfalls endemische Lavakaktus Brachycereus nesioticus, sowie sechs endemische Arten von Opuntien mit mehreren Variationen. Die Opuntien können baumförmig sein, was eine Anpassung an den Fraß von Schildkröten und Landleguanen ist. Besonders große Opuntien können bis zu 12 m hoch werden.<ref name=":2" /> Die Art O. helleri kommt nur auf den nördlichen Inseln vor, auf denen weder Landleguane noch Schildkröten vorkommen. Diese Opuntie bildet nur niedrige Büsche und hat weiche Stacheln.<ref name=":2" />
  3. Übergangszone (100 bis ca. 200 oder 300 m) In dieser Zone nehmen Trockensträucher und Kakteen allmählich ab; es herrscht nebliges, feuchtes Klima. Man findet hier relativ viele Sträucher und Stauden, auch zunehmend mehr Epiphyten und Flechten. Häufige Arten sind Pisonia floribunda und Psidium galapageium (endemisch).
    Datei:Scalesia pedunculata.jpg
    Scalesia pedunculata auf der Insel Santa Cruz
  4. Scalesia-Zone (ca. 200 bis 400 m, teilweise bis 600 m) Hier wächst tropisch-feuchter Bergwald mit üppigem Pflanzenwachstum aufgrund außerordentlich fruchtbaren Bodens, durch häufige Niederschläge (vorwiegend als feiner Nieselregen, Garua genannt) und die hohe Luftfeuchtigkeit ist er das ganze Jahr über grün. Diese Vegetationszone ist vor allem durch Scalesia pedunculata gekennzeichnet (auf Santa Cruz, San Cristóbal und Santiago). Scalesia ist eine endemische Gattung mit mindestens 10 Arten, die vermutlich auf eine Art zurückgehen.<ref name=":4">Vorlage:Literatur</ref> Diese (mit der Sonnenblume verwandten) Korbblütler haben sich auf Galapagos zu Bäumen entwickelt, was innerhalb dieser Familie eher selten ist. In der Scalesia-Zone sind Laub- und Lebermoose häufig, aber auch Farne, Orchideen, Peperomia (4 Arten, drei davon endemisch<ref name=":4" />) und die einzige auf Galápagos vorkommende Bromelienart Racinaea insularis.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Auf Grund der Fruchtbarkeit der Böden und der Feuchtigkeit wurden große Teile dieser Zone in Kulturland umgewandelt.<ref name=":1" />
  5. Braune Zone (ca. 400–450 m). Es herrschen als Bäume und Büsche Psidium galapageium, Acnistus ellipticus (endemisch) und Zanthoxylum fagara sowie Tournefortia pubescens (endemisch) vor. Diese sind mit zahlreichen Epiphyten (Moose, Lebermoose, Farne) bewachsen, die in der Trockenzeit eine bräunliche Färbung verursachen. Bemerkenswert sind die epiphytischen Lebermoose der Gattung Frullania (z. T. endemisch).<ref>Vorlage:Literatur</ref> Diese Zone ist durch das Einwirken des Menschen mittlerweile fast vollständig verschwunden, einige Überreste dieser Zone findet man noch im Norden von Santa Cruz.
  6. Miconia-Gestrüppzone (ca. 550 bis 700 m). Vorherrschend sind Büsche der endemischen Art Miconia robinsoniana und Farne. Auffällig sind auch epiphytische Bärlappe der Gattung Lycopodium (z. B. L. passerinoides).<ref name=":0" /> Dieser Vegetationstyp kommt nur auf Santa Cruz und San Cristobal vor. Die Flächen sind größtenteils für landwirtschaftliche Nutzung gerodet.
  7. Pampa-Graszone. Im darüber liegenden Hochland (nur in den höchsten Insellagen) wachsen vor allem Kräuter, Gräser und Farne, aber keine Bäume mehr. Erwähnenswert ist aber der bis zu 6 m hohe, endemische Baumfarn Cyathea weatherbyana, der an geschützten Stellen, in Kratern und Rinnen wächst.<ref name=":5" />

In den höheren Lagen (Scalesia-, Miconia- und Pampazone) der Galapagos-Inseln haben die Poaceae mit 66 Arten (davon 10 endemische Arten) und die Cyperaceae mit 35 Arten ihren Verbreitungsschwerpunkt.<ref name=":0" />

Von den eingeschleppten Pflanzenarten sind folgende besonders problematisch: Psidium guajava (wegen ihrer Früchte schon 1858 eingeführt, verdrängt Scalesia und Miconia), der Chinarindenbaum, Cinchona succirubra (auf Santa Cruz eingeführt, weit verbreitet in der Miconia-Zone), Wandelröschen (Lantana camara, auf Floreana) und die Brombeere (Rubus niveus auf San Cristóbal).<ref name=":1" />

Fauna

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Auf den Galapagosinseln und um sie herum herrscht großer Artenreichtum. Viele Arten, die nur dort heimisch sind (rund 40 Prozent), wurden auch nach den Inseln benannt. Die meisten von ihnen kommen dort endemisch vor, das heißt nirgendwo anders auf der Erde. Einige der auf den Inseln lebenden Tiere sind:<ref>Hubert Lücker: Naturgeschichte der Galapagos. Books on Demand, ISBN 3-8334-7208-1.</ref>

Datei:Galápagos Inseln, Ecuador (13918667084).jpg
Galápagos-Seelöwe
Datei:Ecuador-192.jpg
Blaufußtölpel
Datei:Galapagos Geochelone nigra porteri.jpg
Galápagos-Riesenschildkröte
Datei:Conolophus subcristatus (North Seymour 5).jpg
Drusenkopf
Datei:Amblyrhynchus cristatus (3838137696).jpg
Meerechse
Datei:(Grapsus grapsus) Puerto Ayora Galápagos Islands pic. a4.JPG
Rote Klippenkrabbe
Datei:Galapagos Petrel (Pterodroma phaeopygia).jpg
Galapagos-Sturmvogel
Datei:Xylocopa darwini fem scalesia cdf GALAPAGOS090114 2rec.jpg
Xylocopa darwini, eine endemische Bienenart auf den Galapagos-Inseln

Tourismus

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Der Tourismus ist auf den Galapagosinseln inzwischen die größte Einnahmequelle, aber zugleich auch die größte Bedrohung für das sensible Ökosystem und die Tierwelt des Archipels.<ref name="DLF" /><ref name="SpON">Helge Bendl: Galápagos-Inseln: Kuriositäten-Show der Natur. In: Spiegel Online. 3. Juli 2012.</ref>

Die Touristen kommen in der Regel per Flugzeug auf den Inseln an (Flughafen Seymour (IATA-Code: GPS) und Flughafen San Cristóbal (IATA-Code: SCY)) und treten dann eine meist organisierte Gruppenreise an. Bei den Gruppenreisen handelt es sich um Kreuzfahrten oder um landbasierte Rundreisen, wobei sich die landbasierten Rundreisen mit Hotelübernachtungen inzwischen größerer Beliebtheit erfreuen. Die wichtigsten Städte mit Übernachtungsmöglichkeiten und bedeutendsten Häfen für die Kreuzfahrttouristen sind: Baltra (nur Hafen – keine Übernachtungsmöglichkeiten), Puerto Ayora (Insel Santa Cruz), Puerto Baquerizo Moreno (Insel San Cristóbal) und Puerto Villamil (Insel Isabela).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Aufgrund des Einschreitens der UNESCO<ref>Unesco: Galápagos-Inseln gefährdet. In: Handelsblatt. 26. Juni 2007.</ref> werden die Touristenströme inzwischen sehr stark kontrolliert und gelenkt. Seit 2009 wurde hierfür ein neues Kontrollsystem eingeführt: die sogenannte INGALA-Transit-Kontrollkarte (Spanisch: Vorlage:Lang). Hierbei handelt es sich um eine Art elektronisches Visum, das vor Abflug auf die Inseln erworben werden muss. Die Idee hinter diesem Visum ist, die illegale Einwanderung vor allem von Arbeitskräften, seien es Ausländer oder Einheimische, besser kontrollieren und verfolgen zu können.<ref>INGALA: Vorlage:Webarchiv. 26. Januar 2010.</ref>

Nationalparkregeln

Zur Erhaltung der Inselwelt sowie zum Schutz von Flora und Fauna wurden folgende Regeln festgelegt:

  • Alle Besucher müssen von zertifizierten Nationalparkführern begleitet werden. Besucher dürfen die Inseln nur auf markierten Pfaden betreten und müssen die Parkregeln befolgen.
  • Tiere dürfen nur ohne Blitz fotografiert werden.
  • Das Mitbringen von fremden Organismen (tierisch oder pflanzlich) ist strengstens verboten.
  • Die Zerstörung oder das Entwenden von Pflanzen, Tieren oder Teilen davon ist streng verboten.
  • Beim Beobachten von Tieren ist ein Mindestabstand von 2 Metern einzuhalten.
  • Das Berühren, Füttern oder Stören von Tieren ist verboten.
  • Zelten ist nur an bestimmten Stellen außerhalb des Nationalparks und mit Genehmigung gestattet.
  • Rauchen oder Lagerfeuer sind innerhalb des Nationalparks ausdrücklich verboten.
  • Das Hinterlassen von Abfall auf den Inseln oder im Meer ist verboten.
  • Es sollen keine Souvenire aus Teilen von Pflanzen oder Tieren gekauft werden.
  • Das Bemalen oder Beschreiben von Steinen oder Einritzen von Bäumen und Blättern ist nicht gestattet.
  • Fischen ist mit spezieller Fischerei-Genehmigung erlaubt.
  • Sportliche Aktivitäten wie Wasserski, Jetski, Gleitschirmfliegen, Drachenfliegen oder Hubschrauberfliegen sind verboten.

Die für den Tourismus bedeutendsten Inseln sind: die Insel Santa Cruz mit der Stadt Puerto Ayora (touristisches Zentrum des Archipels mit sehr guter touristischer Infrastruktur), die Insel San Cristóbal mit der Stadt Puerto Baquerizo Moreno (Verwaltungssitz und zweitwichtigster Flughafen), die Insel Isabela mit der Stadt Puerto Villamil (man findet hier ebenfalls einen kleinen Flughafen) sowie Floreana mit der Siedlung Puerto Velasco Ibarra. Die touristische Bedeutung der Insel Baltra bzw. South Seymour beschränkt sich auf den Besitz des wichtigsten Flug- und Kreuzfahrthafens.<ref>Galapagos-Nationalpark-Verwaltung: Vorlage:Webarchiv. 26. Januar 2010.</ref>

Statistik

Auf den Galapagosinseln gab es im Jahr 2008 insgesamt 77 Schiffe, die über ein gültiges Patent verfügten und Touristen befördern durften. Insgesamt gab es jedoch 86 Patente, mit denen pro Woche maximal 1.866 Touristen befördert werden durften.<ref>Galapagos-Nationalpark-Verwaltung: Vorlage:Webarchiv. 26. Februar 2014.</ref>

Die Inseln wurden im Jahr 1979 noch von nur insgesamt 11.765 Touristen besucht.<ref name="statistik2008" /> 2004 wurde die 100.000er-Grenze überschritten (mit 108.948 Touristen), 2013 mit 204.000 Ankünften die 200.000er-Marke. Auch in den folgenden Jahren blieben die Besucherzahlen in derselben Größenordnung. Dann kam es zu einem Anstieg auf ca. 241.000 im Jahr 2017 und auf über 270.000 Besucher (seit 2018).<ref name="statistik2019">Informe Anual de Visitantes a las Áreas Protegidas de Galápagos 2019. Abgerufen am 10. März 2020 (PDF; 2,7 MB).</ref>

Im Jahr 2019 war ein Drittel der Besucher ecuadorianischer Nationalität. Die größten Gruppen ausländischer Touristen stammten aus den USA (29 %), dem Vereinigten Königreich, Deutschland (je 5 %) und Kanada (4 %).<ref name="statistik2019" /> Im Jahr 2008 bereiste ein Großteil der Touristen (52 %) die Galapagosinseln noch per Schiff während einer der zahlreich angebotenen Kreuzfahrten,<ref name="statistik2008">Vorlage:Webarchiv. In: galapagospark.org (PDF; 77 kB).</ref> während es 2015 nur noch 32 % waren.<ref>Dirección del Parque Nacional Galápagos: Indicadores principales de 2016. S. 1. Abgerufen am 10. März 2020 (PDF; 1 MB).</ref> Die Ankünfte per Flugzeug verteilten 2019 sich auf die Flughäfen Baltra (72 %) und San Cristobal (28 %).<ref name="statistik2019" />

Siehe auch

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Literatur

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  • Jürgen Alex: Galapagos. Eine Arche Noah versinkt. In: mtv (Medical Tribune). 49/1978, Vorlage:ISSN
  • Georg Baur: Ein Besuch der Galápagos Inseln. Cotta, München 1892 (Digitalisat)
  • Wolfgang Bittmann, Brigitte Fugger: Galápagos Reiseführer Natur. BLV, München / Wien / Zürich 1991, ISBN 3-405-14066-8 (Galápagos. 5., komplett überarb. Auflage. Tecklenborg, Steinfurt 2007, ISBN 978-3-934427-77-8).
  • Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Galápagos. Die Arche Noah im Pazifik. Mit Inselführer. Aktualisierte Taschenbuchausgabe. Piper, München / Zürich 2001, ISBN 3-492-21232-8.
  • Bodo Müller, Matthias Stolt: Galapagos. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-909-2.
  • Carmen Rohrbach: Inseln aus Feuer und Meer. Galapagos – Archipel der zahmen Tiere. Frederking & Thaler, München 1989, ISBN 3-89405-027-6.
  • Margret Wittmer: Postlagernd Floreana. Ein außergewöhnliches Frauenleben am Ende der Welt. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1995, ISBN 3-404-61901-3.
  • G. Zizka & K. Klemmer: Pflanzen und Tierwelt der Galápagos-Inseln. Entstehung, Erforschung, Gefährdung und Schutz. Kleine Senckenbergreihe Nr. 20. 1994; 152 Seiten. ISBN 3-929907-14-3
  • Ira L. Wiggins & Duncan M. Porter: Flora of the Galapagos Islands. Stanford University Press, 998 Seiten; 1971. ISBN 0-8047-0732-4

Videos

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Einzelnachweise

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<references />

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