Ebolafieber

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Vorlage:Infobox ICD Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11

Ebolafieber (auch: Ebolakrankheit) ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren der Gattung Ebolavirus hervorgerufen wird. Die Bezeichnung geht auf den Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zurück, in dessen Nähe diese Viren 1976 den ersten allgemein bekannten großen Ausbruch verursacht hatten. Von 2014 bis 2016 gab es die weltweit bislang schwerste Ebolafieber-Epidemie in Westafrika.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Das Ebolafieber ist eine Zoonose und verläuft je nach Virusart in etwa 25 bis 90 % aller Fälle tödlich, wobei die durchschnittliche Fallsterblichkeitsrate bei 50 % liegt.<ref name="Weltgesundheitsorganisation" /> Als Therapie stehen bislang Maßnahmen zur Bekämpfung oder Linderung einzelner Krankheitssymptome zur Verfügung. Zur Prophylaxe werden Impfungen genutzt. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und in vielen anderen Ländern besteht eine Meldepflicht bei Verdacht auf Ebolafieber, bei direktem oder indirektem Erregernachweis, bei Ausbruch der Erkrankung, beim hämorrhagischen Krankheitsverlauf oder bei Tod durch die Ebola-Virus-Krankheit. Für die Erkrankung von Affen besteht in Deutschland Anzeigepflicht nach dem Tiergesundheitsgesetz (TierGesG).<ref>Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juli 2011 (Vorlage:BGBl), geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 3. Mai 2016 (Vorlage:BGBl) in Verbindung mit § 4 des Gesetzes zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz – TierGesG) vom 22. Mai 2013 (Vorlage:BGBl), zuletzt geändert durch Artikel 8 Absatz 12 des Gesetzes vom 3. Dezember 2015 (Vorlage:BGBl).</ref>

Ursache

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Vorlage:Hauptartikel

Vorlage:Mehrere Bilder Es werden fünf Arten in der Gattung Ebolavirus unterschieden: Zaire-Ebolavirus (EBOV), Sudan-Ebolavirus (SUDV), Reston-Ebolavirus (RESTV), Taï-Forest-Ebolavirus (TAFV, früher Elfenbeinküste- bzw. Côte-d’Ivoire-Ebolavirus) und Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV). Außer dem Reston-Ebolavirus lösen alle anderen vier Arten beim Menschen hohes Fieber über 38,5 °C in Verbindung mit Blutungen (hämorrhagisches Fieber) aus. Die Sterblichkeit (Letalität) der Erkrankten durch Ebolafieber liegt bei 50 bis 90 % im Falle von EBOV, bei 41 bis 65 % im Falle von SUDV sowie bei 25 und 36 % bei den beiden bekannten Ausbrüchen des BDBV. Im Falle des TAFV und RESTV ist kein Toter unter den wenigen nachgewiesenen Erkrankungsfällen.<ref name="medscape-evi-e" /> Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt eine case fatality rate (Letalitätsrate) von rund 50 % an, mit einer Spannweite von 25 bis 90 % bei den vergangenen Ausbrüchen.<ref name="Weltgesundheitsorganisation" /> Das Robert Koch-Institut nennt eine Letalität je nach Virusspezies von 30 bis 90 %.<ref name="rki_ebola" /> Aufgrund der hohen Letalität und Infektionsgefahr wird der Erreger in die höchste Risikogruppe 4 nach der Biostoffverordnung eingeordnet (lediglich die Virusspezies RESTV ist der Risikogruppe 2 zugeordnet).

Das natürliche Reservoir des Virus – der Reservoirwirt – ist bislang unbekannt.<ref name="cdc_ebola" /> Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass als Hauptwirt Nilflughunde in Frage kommen. In jüngster Zeit konnten Forscher aus dem Centre International de recherches Médicales de Franceville in Gabun entweder Virusbruchstücke oder Virusantikörper in sechs selbst nicht erkrankten Flughundearten nachweisen. Es handelte sich dabei um die Flughundearten Epomops franqueti, Hammerkopf (Hypsignathus monstrosus), Schmalkragen-Flughund (Myonycteris torquata), Micropteropus pusillus und Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) sowie die Fledermausart Angola-Bulldoggfledermaus Mops condylurus aus einer Gegend, in der zuvor Schimpansen und Gorillas an Ebolafieber verendet waren.<ref name="XavierPourrut" /> In Teilen West- und Zentralafrikas werden diese Tiere als „Buschfleisch“ verzehrt. Es wird hinsichtlich dieses rohen Fleisches daher vom ungeschützten Kontakt und Verzehr abgeraten.<ref name="Leroy" /><ref name="ecdceuropaeu" />

Der Subtyp Reston löst bei der Affengattung der Makaken die Krankheit aus. Eine Krankheitsauslösung beim Menschen wurde jedoch bislang nicht festgestellt.<ref name="YannikBoehmann" />

Krankheitsentstehung

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Übertragung

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Vorlage:Hauptartikel Der Erreger kann von erkrankten Menschen (durch Körperflüssigkeiten), von Tieren (einschließlich des regional üblichen „Buschfleischs“) und von kontaminierten Gegenständen auf den Menschen übertragen werden. Grundsätzlich lassen sich diese Infektionswege primär durch Desinfektion von Gegenständen und Verzicht auf „Buschfleisch“, sekundär durch Isolierung der Erkrankten und Schutzkleidung für pflegende Angehörige und medizinisches Personal zuverlässig ausschalten. Nicht in allen Gegenden sind allerdings hierfür die nötigen Voraussetzungen erfüllt.

Datei:EbolaCycle.png
Lebenszyklen des Ebolavirus. Text in englischer Sprache

Faktoren der Pathogenese

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Im Rahmen der Ebolafieber-Epidemie 2014 bis 2016 in Westafrika wurde auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass eine infizierte Person beispielsweise nach Europa einreist und erst dort erkrankt. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat wichtige Faktoren genannt, die bei der Pathogenese von Bedeutung sind. Das dazu verwendete Flussschema soll dem medizinischen Personal als Hilfestellung dienen, einen begründeten Verdacht auf einen importierten Ebolafieber-Fall schnell zu erkennen.<ref name="rki_ebola" /><ref name="rki_schema" /> Ähnliche Zusammenfassungen wurden ebenso von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) angewendet.<ref name="CDC_qa" />

Demnach handelt es sich um einen begründeten Verdachtsfall, wenn

  • der Patient Fieber über 38,5 °C hat oder eine erhöhte Temperatur aufweist mit Begleitsymptomen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Hämorrhagien (vergleiche Symptome)

und in den 21 Tagen vor dem Erkrankungsbeginn einer der folgenden drei Punkte zutrifft:

  • Kontakt mit einer Person, die an Ebolafieber erkrankt, krankheitsverdächtig oder an der Infektion verstorben war, wobei der Kontakt zu der Person ein unterschiedliches Expositionsrisiko aufweisen kann,
  • beruflich Kontakt mit Ebolaviren, erregerhaltigem Material oder infizierten Tieren hatte, der Kontakt kann im Inland oder Ausland erfolgt sein oder
  • Kontakt zu bestimmten Tieren, die Ebolaviren übertragen können (Flughunde, Fledermäuse, Primaten), oder Kontakt zu deren Ausscheidungen in einem von Ebolafieber-Ausbrüchen betroffenen Gebiet in Afrika oder Kontakt zu „Bushmeat“ aus diesen Gebieten hatte.
Datei:Ebola Pathenogensis path.svg
Immunreaktionen des Wirts auf das Ebola-Virus und den konkomitierenden Zellschäden aufgrund einer direkten Infektion von Monozyten und Makrophagen führen zur Freisetzung von Zytokinen, die mit Entzündungen und Fieber verbunden sind. Eine Infektion von Endothelzellen führt auch zu einer zytopathischen Wirkung und einer Schädigung der Endothelbarriere, die zusammen mit Zytokineffekten zum Verlust der Gefäßintegrität führt.

Inkubationszeit

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Hinsichtlich der Inkubationszeit wurden verschiedene Angaben veröffentlicht.<ref name="DaraiHandermann" /><ref name="Heizmann" /> Im Allgemeinen wird sie mit 2 bis 21 Tagen angegeben,<ref name="Weltgesundheitsorganisation" /><ref name="NinaFriederikeSeiler" /> am häufigsten beträgt sie 8 bis 10 Tage.<ref name="cdc_ebola" /> In 3 % aller Fälle sind es 22 bis 42 Tage, in 2 % der Fälle macht die WHO keine Aussagen.<ref name="Inkubationszeit_Ebola">Vorlage:Internetquelle</ref>

Klinische Erscheinungen

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Bei vielen Patienten lassen sich zwei klinische Phasen der Erkrankung unterscheiden,<ref name="Clark2012" /> zwischen denen die Symptome über 24 bis 48 Stunden abklingen (Remission). In der ersten Phase treten Symptome wie bei einer beginnenden Grippe auf, die zweite Phase ist durch hämorrhagisches Fieber gekennzeichnet.<ref name="PMID9988156" />

Nach Ablauf der Inkubationszeit treten zunächst grippeähnliche Symptome auf, mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, hinzu kommen Übelkeit und Erbrechen oder auch Durchfall.<ref name="Clark2012" /> Weitere Symptome, die während der Epidemie in Mosango (Demokratische Republik Kongo) 1995 dokumentiert wurden, sind Kraftlosigkeit, Schmerz im Unterleib, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerz, Rötung der Schleimhäute in der Mundhöhle, Schluckstörung und Bindehautentzündung.<ref name="PMID9988156" /> Darüber hinaus wurden bei der Epidemie 2014 im Kenema-Staatskrankenhaus (Sierra Leone) noch Schwindelanfälle, Halsschmerzen und Ödeme als Symptome dokumentiert.<ref name="PMID25353969" /> Ein Hautausschlag entwickelt sich bei rund einem Viertel bis der Hälfte der Patienten.<ref name="Clark2012" /> Nach wenigen Tagen der symptomatischen Erkrankung weisen einige Patienten Blutungen auf. Diese beschränken sich meist auf Hautblutungen wie Petechien, Ekchymosen, Konjunktivalblutungen (Blutungen in der Bindehaut des Auges) oder Blutungen nach Nadeleinstichen, wie bei Injektionen.<ref name="Clark2012" />

Die Dokumentation der Symptome von Ebolafieber-Patienten im Kenema-Staatskrankenhaus in Sierra Leone während der Epidemie 2014 ermöglicht Aussagen über die Häufigkeit der Symptome, dabei ist jedoch zu beachten, dass nur die Daten von 44 Patienten erfasst wurden. Hiernach weisen viele Erkrankte Fieber (89 % der Patienten), Kopfschmerz (80 %), Kraftlosigkeit (66 %), Schwindelanfälle (60 %) und Durchfall (51 %) auf. Weniger häufig auftretende Symptome sind Unterleibsschmerz (40 %), Halsschmerz (34 %), Erbrechen (34 %) und Konjunktivitis (31 %). Bei nur einem Patienten wurden Blutungen dokumentiert, so dass für die Epidemie 2014 hämorrhagische Symptome als selten angesehen werden. Allerdings können diese bei den verbleibenden 43 Patienten nicht ausgeschlossen werden, da eingeschränkt protokolliert wurde.<ref name="PMID25353969" />

Die zweite Phase der Erkrankung ist durch hämorrhagisches Fieber gekennzeichnet, hohes Fieber mit mehr als 38,5 °C in Verbindung mit Blutungen.<ref name="PMID9988156" /> Die Patienten weisen in diesem späteren und schwereren Krankheitsverlauf Schleimhautblutungen vor allem aus dem Magen-Darm-Trakt auf,<ref name="Clark2012" /> aber auch aus anderen Organen, z. B. der Niere,<ref name="PMID9988156" /> was sich durch blutigen Stuhl und Urin äußert. Bei den Patienten zeigen sich Schockzustände und Kreislaufzusammenbrüche.<ref name="Clark2012" /> Die Beeinträchtigung der Nieren führt zu Oligurie und schließlich zum Nierenversagen.<ref name="PMID9988156" /> Auch über neuropsychiatrische Auffälligkeiten wurde berichtet, bei dem Ausbruch von 1995 wurden Krämpfe (Konvulsionen) und Delirium diagnostiziert.<ref name="PMID9988156" /> Während der Epidemie 2014 wurde außerdem von Verwirrtheit und Hörverlust berichtet.<ref name="PMID25353969" /> Bei tödlichen Verläufen wird der Tod durch eine Form des septischen Schocks mit multiplem Organversagen hervorgerufen. Durch Obduktionen lassen sich Schädigungen (Nekrosen) an verschiedenen Organsystemen nachweisen, ohne dass sich im Regelfall eine einzelne pathologische Veränderung als Todesursache bestimmen lässt.<ref name="Clark2012" />

Untersuchungsmethoden

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Klinisch ist eine Ebolainfektion in ihrem Erscheinungsbild nicht eindeutig von einer Infektion mit dem Marburg-Virus oder anderen Viren, die hämorrhagisches Fieber auslösen, unterscheidbar.

Diagnose

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Das Virus kann nur durch Labordiagnostik im Blut, im Urin oder im Speichel zweifelsfrei nachgewiesen werden. Als Standardverfahren hat sich die Reverse Transkriptase-PCR etabliert, bei der bereits sehr wenige Viruskopien für einen sicheren Nachweis ausreichen. Auch ein Nachweis der speziellen Antikörper ist möglich, allerdings werden diese häufig erst im späteren Verlauf der Erkrankung gebildet, ihre Abwesenheit kann daher nicht als Ausschlusskriterium einer akuten Infektion gelten.<ref name="Weltgesundheitsorganisation" /><ref name="rki_ebola" /> Der Umgang mit Ebolaviren darf nur in Hochsicherheitslaboren der Schutzstufe 4 erfolgen.

Differenzialdiagnose

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In der Differenzialdiagnose sind andere Tropenkrankheiten auszuschließen, die sich auch durch Fieber äußern können. Dies trifft häufig auf Malaria zu. Weiterhin muss abgeklärt werden, ob es sich nicht um einen Fall von viral hervorgerufenem hämorrhagischen Fieber jenseits von Ebolafieber handelt. Dies ist beispielsweise Denguefieber (verursacht durch das Dengue-Virus), Gelbfieber (verursacht durch das Gelbfieber-Virus), Krim-Kongo-Fieber (verursacht durch das Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus), Lassafieber (verursacht durch das Lassa-Virus), Marburgfieber (verursacht durch das Marburg-Virus) oder Infektionskrankheiten verursacht durch Hantaviren oder das Hepatitis-A-Virus. Ebenso müssen bakterielle Erkrankungen ausgeschlossen werden, wie beispielsweise Typhus abdominalis, Pest, Rickettsiose, Meningokokken-Sepsis oder andere Sepsisformen, Leptospirose, Bakterienruhr oder hämorrhagische Formen des Rückfallfiebers.<ref name="rki_ebola" />

Behandlung

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Therapie

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Vorlage:Siehe auch

Datei:Ebola Virus (2).jpg
Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme des Ebola-Virus (in rot) auf der Oberfläche einer kultivierten Zelle

Zur Behandlung wird eine symptomatische Therapie durchgeführt. Im Frühstadium gibt es vereinzelt Erfolge mit Rekonvaleszentenserum. Ein wirksames Virostatikum ist bisher nicht bekannt, Ribavirin zeigt gegen Filoviren keine Wirkung. Die Isolierung der Patienten ist von großer Bedeutung, um eine Infektion des medizinischen Personals oder anderer Patienten zu verhindern. Die symptomatische Therapie beinhaltet eine intensivmedizinische Betreuung, bei der fiebersenkende Maßnahmen, Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes sowie Regulierung des Glucosehaushalts im Mittelpunkt stehen.<ref name="rki_ebola" />

Im Zuge der Ebolaepidemie 2014 erfolgte erstmals die Behandlung von zwei US-amerikanischen Infizierten mit einem experimentellen Antikörper. Der Name des nicht zugelassenen Medikaments der Firma Mapp Biopharmaceutical aus San Diego lautet ZMapp. Es wurde erfolgreich an einigen Affen getestet und zeigte bei den beiden US-Amerikanern deutliche Verbesserungen innerhalb weniger Stunden.<ref>Sanjay Gupta, Danielle Dellorto: Experimental drug likely saved Ebola patients. edition.cnn.com, 6. August 2014, abgerufen am 14. August 2014.</ref>

Neben den Impfungen werden bei der Behandlung während der Ebolafieber-Epidemie seit 2018 im Ostkongo gezielt und von klinischen Studien begleitet in der Behandlung des Ebolafiebers noch nicht etablierte Medikamente experimentell therapeutisch eingesetzt. Dabei kommen vier medikamentöse Therapien zum Einsatz. Bei zweien werden medikamentös Antikörper eingesetzt und bei den anderen beiden wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Im Juli 2019 war noch nicht abzuschätzen, wie gut diese neuen Therapien wirken, da noch keine belastbaren Zahlen vorlagen, wie viele Patienten behandelt wurden und wie das Outcome oder die Überlebensraten bei den entsprechend behandelten Patienten jeweils war.<ref name="dlf5719">Vorlage:Internetquelle</ref>

Mit Ebola-Virus infizierte Rhesusaffen und Makaken konnten noch bis zu 5 Tagen nach der Infektion durch den Einsatz stabiler gegen das L-Protein der RNA-Polymerase, das Virusprotein 24 und das Virusprotein 35 des Ebola-Virus gerichteter kurzer eingreifender Ribonukleinsäuremoleküle, sogenannter small interfering RNA (siRNA), gerettet werden. Von den mit siRNA behandelten 3 Rhesusaffen überlebten 2, von den 7 Makaken überlebten alle.<ref>Thomas W Geisbert, Amy CH Lee u. a.: Postexposure protection of non-human primates against a lethal Ebola virus challenge with RNA interference: a proof-of-concept study. In: The Lancet. 375, 2010, S. 1896–1905, doi:10.1016/S0140-6736(10)60357-1.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Behandlungseinrichtungen

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Datei:Ebola Betten Isolation.jpg
Isolationsgerät für Ebola-Infizierte 1976 in Zaire

An folgenden deutschen Kliniken werden Sonderisolierstationen für hochinfektiöse Patienten vorgehalten:<ref name="rkide2" />

In Österreich verfügt die Klinik Favoriten in Wien über eine Sonderisolierstation.<ref>Außenministerium rät von Reise in Ebola-Länder ab. Auf: derstandard.at, abgerufen am 6. August 2014.</ref>

Im Rahmen der Ebolafieber-Epidemie 2014 wurden Infizierte am UKE in Hamburg, am Universitätsklinikum in Frankfurt am Main und am Klinikum St. Georg in Leipzig behandelt. Nach Angaben des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf können dort bis zu sechs Patienten gleichzeitig auf der Sonderisolierstation behandelt werden. Für die Betreuung eines infizierten senegalesischen Labormitarbeiters wurden 50 Pflegekräfte und 30 Ärzte geschult.<ref name="ndr_ebola_174" /> Auch das Frankfurter Klinikum gab an, bis zu sechs Patienten gleichzeitig auf der Sonderisolierstation aufnehmen zu können.<ref name="hr_2014-10-03" />

Heilungsaussicht

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Prognose

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Ebolafieber verläuft oft tödlich. Die Todesrate variierte je nach Ausbruch und Virusvariante zwischen 25 und 90 %<ref name="Weltgesundheitsorganisation" /> (siehe Ursache). Ein laborchemischer Prädiktor ist die Menge der durch PCR im Blut nachgewiesenen Virus-RNA. Bei Patienten, welche schließlich an der Krankheit verstarben, war diese um den Faktor 100 (rund 2 Log-Stufen) höher.<ref name="PMID15047846" /><ref name="PMID25353969" /> An der Spezies Zaire-Ebolavirus konnte nachgewiesen werden, dass bei Überlebenden des Virus eine gut regulierte Immunantwort auf das Virus stattfindet, während bei Todesopfern eine defiziente Immunantwort mit einer Überaktivierung an Makrophagen und Monozyten vorherrscht. Als Marker für das Überleben wurden Interleukin-1β (IL-1β) und Interleukin-6 (IL-6) identifiziert. Als Marker für eine defiziente Immunantwort konnten Interleukin-10 (IL-10), IL1RA und Neopterin identifiziert werden.<ref name="PMID11982604" /> Bezüglich der klinischen Erscheinungen ist das Auftreten von Fieber und die Höhe der Körpertemperatur nicht für die Vorhersage des Krankheitsverlaufs geeignet.<ref name="PMID25353969" />

Zeitlicher Verlauf

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Während der Epidemie 2014 wurden am Kenema-Staatskrankenhaus in Sierra Leone Daten zum zeitlichen Verlauf der Krankheit aufgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine kleine Gruppe von Patienten, je nach Art des Aufzeichnungszeitpunktes zwischen 39 und 63 Patienten. Die Angaben erfolgen als Mittelwert plus bzw. minus Standardfehler. Demnach vergingen 5,7 ± 0,5 Tage vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Einweisung bzw. Aufnahme im Krankenhaus. Bei Patienten, bei denen die Ebola-Viruskrankheit tödlich verlief, lagen 9,8 ± 0,7 Tage zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod. Bei den Patienten, die die Krankheit überlebten, vergingen 21,3 ± 2,6 Tage zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Entlassung aus dem Krankenhaus.<ref name="PMID25353969" /><ref name="PMID25353969_supp" />

Folgeerkrankungen

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Wird die Erkrankung überlebt, können in der Rekonvaleszenz Komplikationen auftreten – beschrieben wurden Psychosen, Myelitis (Rückenmarksentzündung), Hepatitis (Leberentzündung) und Uveitis (Regenbogenhautentzündung).<ref>Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Seite 299 ff, ISBN 978-3-13-785804-1.</ref> Die Rückenmarksentzündung kann wiederum zu einer Querschnittlähmung führen.

Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen

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Präventionsmaßnahmen während der Behandlung

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Begleitend zur Behandlung infizierter Patienten sind auch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen anzuwenden, um die Übertragung durch kontaminierte Gegenstände und Oberflächen zu unterbinden. Dies dient dem Schutz des medizinischen Personals oder der Angehörigen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt für die Desinfektion von Oberflächen wie auch für die Händedesinfektion Mittel mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ bzw. „viruzid“.<ref name="rki_ebola" /> Listen mit geeigneten Desinfektionsmitteln sind beim RKI<ref name="rki_desinfektion" /> oder beim Verbund für Angewandte Hygiene (VAH)<ref name="vah_desinfektion" /> erhältlich. Für den Fall eines möglichen Kontakts mit dem Virus sind zur postexpositionellen Prophylaxe (PEP) Maßnahmen zur Haut- und Schleimhautdesinfektion nötig. Nach Angaben des RKI sollte analog der Deutsch-Österreichischen Leitlinien zur HIV-PEP vorgegangen werden.<ref name="rki_ebola" /><ref name="HIV_PEP" /> Ebenso muss das medizinische Personal über eine persönliche Schutzausrüstung verfügen (siehe Übertragung des Ebolavirus).<ref name="rki_ebola" />

Umgang mit Erkrankten und Krankheitsverdächtigen

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Bei Patienten, die möglicherweise an Ebolafieber erkrankt sind, ist umgehend zu prüfen, ob es sich um einen begründeten Verdachtsfall handelt (siehe Abschnitt Faktoren der Pathogenese). Das Robert Koch-Institut empfiehlt, den Patienten bis zur Entscheidung im derzeitigen Umfeld zu belassen, weitere Personen (medizinisches Personal oder Angehörige) sollen einen Mindestabstand von einem Meter einhalten oder Schutzkleidung tragen. Sobald klar ist, dass es sich um einen begründeten Verdachtsfall handelt, soll die Isolierung des Patienten in einem dafür eingerichteten Behandlungszentrum erfolgen. Die Infektion ist durch eine Labordiagnostik zu bestätigen. Falls der Zustand des Patienten eine sofortige Behandlung erfordert, darf er in ein Krankenhaus der Regelversorgung eingewiesen werden, unter Beachtung der Regeln des Barrier Nursing (übersetzt etwa „Krankenpflege mit Absperrung“).<ref name="rki_ebola" /> Das Prinzip des „Barrier Nursing“ ist die Beachtung von drei Zonen beim Umgang mit hoch kontagiösen Krankheitserregern. Im ersten Bereich erfolgt die Behandlung des Patienten, hier muss Schutzkleidung getragen werden. Das Zimmer oder die Station ist nur über einen Schleusenbereich zu betreten. In dieser zweiten Zone erfolgt die Dekontamination der Schutzkleidung nach Verlassen des Behandlungsraums, um Infektionen zu vermeiden. Im dritten Bereich findet die Unterstützung des medizinischen Personals statt.<ref name="barrier_nursing" /> Bei Transportfähigkeit ist die Verlegung in ein Kompetenz- und Behandlungszentrum anzustreben.<ref name="rki_ebola" />

Weiterhin müssen alle Kontaktpersonen gefunden werden, die direkten Kontakt mit dem Erkrankten hatten oder mit infektiösem Material des Erkrankten in Kontakt gekommen sind. Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und übernimmt eine Einschätzung ihres Expositionsrisiko.<ref name="rki_ebola" /> Nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) kann dabei unter anderem eine Beobachtung (Vorlage:§ IfSG) oder eine Quarantäne (Vorlage:§ IfSG) angeordnet werden. Durch diese Schutzmaßnahmen (Vorlage:§ IfSG) soll die Verbreitung übertragbarer Krankheiten verhindert werden, sie stellen einen zulässigen Eingriff in die im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland festgelegten Grundrechte (z. B. Freiheit der Person) dar. Nach den Empfehlungen des RKI soll bei Kontaktpersonen 21 Tage (Inkubationszeit) lang regelmäßig überwacht werden, ob klinische Erscheinungen (insbesondere Fieber) oder unspezifische Symptome auftreten. Wenn dies der Fall ist, gelten die für begründete Verdachtsfälle beschriebenen Maßnahmen.<ref name="rki_ebola" />

Maßnahmen im Umfeld

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Das Umfeld der Patienten ist bei Bestätigung eines Ebolafieberfalls zu desinfizieren, dies gilt beispielsweise für die Wohnung der Person oder Bereiche, in denen die Behandlung stattgefunden hat.<ref name="rki_ebola" /> Die Rechtsgrundlage in Deutschland für diese „besonderen Maßnahmen“ ist Vorlage:§ IfSG. Für den Umgang mit Haustieren von an Ebolafieber Erkrankten gibt es zurzeit keine Empfehlung des RKI. Für die USA wurden im Rahmen der Ebolafieber-Epidemie 2014 Empfehlungen durch die CDC veröffentlicht.<ref name="cdc_pets" /> Im Fall der in Spanien im Oktober 2014 infizierten Krankenschwester wurde ihr Hund vorsorglich getötet.<ref name="spiegel_996158" />

Das Robert Koch-Institut hat ein Merkblatt mit detaillierten Informationen über Desinfektionsmaßnahmen bei einem begründeten Ebolafieber-Verdachtsfall veröffentlicht. Darin wird unter anderem auch die Wäschedesinfektion beschrieben. Während der Behandlung der Patienten sollte Einmalwäsche verwendet werden. Diese, aber auch Kleidungsstücke und sonstige Wäsche des Erkrankten, die möglicherweise kontaminiert sind, müssen einer geeigneten Abfallentsorgung zugeführt werden.<ref name="rki_desinfektion2" />

Alle Abfälle, welche bei der Versorgung eines begründeten Ebolafieber-Verdachtsfalls anfallen, müssen durch eine fachgerechte Abfallentsorgung inaktiviert werden.<ref name="rki_desinfektion2" /> Neben dem Infektionsschutzgesetz sind auch die Vorgaben der Biostoffverordnung (BioStoffV) zu beachten, insbesondere die in Anhang II BioStoffV festgelegten Schutzmaßnahmen für die Schutzstufen 2, 3 und 4. Diese Schutzmaßnahmen sind für Einrichtungen des Gesundheitsdienstes zwar nicht direkt vorgeschrieben, der Arbeitgeber hat jedoch geeignete Maßnahmen daraus auszuwählen, um Beschäftigte und andere Personen zu schützen (Vorlage:§ BioStoffV). Üblicherweise sind kontaminierte feste und flüssige Abfälle vor der endgültigen Entsorgung durch physikalische oder chemische Verfahren zu inaktivieren (Vorlage:§§).

In amerikanischen Krankenhäusern fallen pro Patient und Tag typischerweise 8 Fässer mit je 250 Liter Fassungsvermögen an Sondermüll an, da sämtliche Materialien, die in die Nähe des Patienten gelangt sind, entsorgt werden müssen.<ref>Monte Morin: Another Ebola challenge: Disposing of medical waste. Auf: Los Angeles Times vom 19. Oktober 2014, abgerufen am 2. November 2014.</ref>

Maßnahmen bei Todesfällen

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Auch für den Fall, dass ein an Ebolafieber Erkrankter stirbt, existieren RKI-Empfehlungen. Wenn eine Obduktion erforderlich ist, soll sie nur unter Bedingungen der Schutzstufe 4 durch besonders qualifiziertes Personal erfolgen. Der Leichnam wird in eine flüssigkeitsdichte Plastikhülle überführt, die in einen verschließbaren und von außen desinfizierten Sarg gelegt wird. Dessen Aufbewahrung muss in einem gesicherten und entsprechend gekennzeichneten Bereich, vorzugsweise einem Kühlraum, erfolgen. Die Bestatter sind über das Infektionsrisiko bei ungeschütztem Kontakt mit dem Leichnam zu informieren. Eine Feuerbestattung (Kremation) wird empfohlen.<ref name="rki_ebola" />

Immunität

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Eine serologische Untersuchung von 4349 Menschen in Gabun zeigt eine hohe Prävalenz von Antikörpern gegen die Virusspezies Zaire-Ebolavirus (früher als ZEBOV, aktuell als EBOV abgekürzt). Mit Hilfe des ELISA-Verfahrens wurden Blutproben untersucht, und bei 15,3 % der Proben wurde ein gegen EBOV gerichtetes Immunglobulin G (IgG) nachgewiesen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass es sich um eine humorale und eine zelluläre Immunantwort handelt. Die untersuchten Personen leben sowohl in Gebieten, in denen es bereits Ausbrüche von Ebolafieber gab, wie auch in Gebieten, in denen bisher keine Erkrankungen registriert wurden. Eine Schlussfolgerung der Studie ist, dass sie durch Kontakt mit dem Virus eine Immunität erlangt haben, ohne dass bei ihnen die Infektionskrankheit Ebolafieber diagnostizierbar war. Der Kontakt zu Wildtieren als Wirt ist eine Möglichkeit für einen Kontakt mit dem Ebolavirus, erklärt jedoch nicht die hohe Prävalenz. Stattdessen wird angenommen, dass die Personen über Früchte, die mit dem Speichel der entsprechenden Tiere, wie z. B. Fledermäusen kontaminiert waren, mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Die Frage, ob ein Mensch durch eine überstandene Ebolafieber-Erkrankung zumindest gegen die infektionsauslösende Ebolavirus-Spezies immun ist, wird durch die Studie nicht geklärt.<ref name="PierreBecquart" />

Impfung

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Vorlage:Hauptartikel

Datei:Ebola Geimpfte Kongo.png
Anzahl der Impfungen mit dem Impfstoff rVSV-ZEBOV im Ostkongo ab Aug. 2018

Spätestens seit 2012 wird an der Entwicklung von Ebola-Impfstoffen gearbeitet; manche haben sich im Tierversuch sogar bei der Gabe zwei bis drei Tage nach der Infektion noch bewährt und zu einer Heilung geführt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Inzwischen wurde einer von ihnen, rVSV-ZEBOV (Ervebo), auch in Europa, den USA und einigen Ländern Afrikas zugelassen.<ref name=":0" />

Ab September 2014 wurde erstmals ein Impfstoff gegen das Ebolavirus von den National Institutes of Health der Vereinigten Staaten auf seine Verträglichkeit an zwanzig gesunden Probanden geprüft. Der Impfstoff besteht aus einem Schimpansen-Adenovirus, dem zusätzlich gentechnisch ein Ebola-Virusprotein eingepflanzt wurde, das eine Immunantwort auslöst. Das Schimpansen-Adenovirus wurde als Vehikel für das Ebola-Virusprotein ausgewählt, da es normalerweise keine Erkrankung beim Menschen auslöst. Der Impfstoff wurde von der schweizerisch-italienischen Biotechfirma Okairos entwickelt, die im Jahr 2013 vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline übernommen wurde.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

In Kanada wird ebenfalls an der Entwicklung eines Impfstoffs gearbeitet. Das experimentelle Präparat namens VSV-EBOV, ein Präparat aus dem vesikulären Stomatitis-Virus mit Ebola-Antigenen, wurde im staatlichen Canadian National Microbiology Laboratory entwickelt und bereits erfolgreich an Affen getestet.<ref name="Transkript">Philipp Graf: Die Anti-Ebola-Offensive. In: Transkript. Heft 9, 2014, S. 18–19.</ref> Im Oktober 2014 begannen Tests an Menschen, in der Versuchsphase wird das Mittel 40 gesunden, freiwilligen Probanden in den USA verabreicht. Außerdem stellte die kanadische Regierung den experimentellen Impfstoff der WHO zur Verfügung.<ref name="tagesschau_kanada_101">Vorlage:Internetquelle</ref>

Ende 2016 wurde berichtet, dass der Wirkstoff rVSV-ZEBOV der Firma Merck, Sharp & Dohme (MSD) laut WHO als erster Impfstoff wirksam und sicher abschließend klinisch getestet wurde.<ref>Ana Maria Henao-Restrepo et al.: Efficacy and effectiveness of an rVSV-vectored vaccine in preventing Ebola virus disease: final results from the Guinea ring vaccination, open-label, cluster-randomised trial (Ebola Ça Suffit!). In: The Lancet, Open-Access-Artikel, 22. Dezember 2016, doi:10.1016/S0140-6736(16)32621-6
WHO: Final trial results confirm Ebola vaccine provides high protection against disease. Auf: who.int vom 23. Dezember 2016
Final results are in: Merck’s Ebola vaccine was 100 % effective. sciencemag.org, 23. Dezember 2016</ref> Der Wirkstoff wurde erstmals in Guinea gegen Ende der 2014 ausgebrochenen Ebolafieber-Epidemie eingesetzt. Im Sommer 2018 kam es in der Demokratischen Republik Kongo zu erneuten Ausbrüchen des Ebolafiebers; daraufhin begann die Regierung eine Impfkampagne,<ref>Mit neuem Impfstoff kämpft Kongo-Kinshasa gegen den Ebola-Ausbruch. Neue Zürcher Zeitung, 3. Juni 2018.</ref> bei der bis zum November 2018 mehr als 28.000 Menschen der Wirkstoff rVSV-ZEBOV verabreicht wurde.<ref>Bereits mehr als 200 Tote durch Ebola im Kongo. Basler Zeitung, 11. November 2018.</ref> Die Effektivität soll bei etwa 97 % liegen.<ref name="dlf5719" /> Im Oktober 2019 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA eine Zulassungsempfehlung für den Impfstoff abgegeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die in Studien ermittelte Effektivität schwankte für den zehnten Tag nach Impfung zwischen 97,5 und 100 %.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref>

Der in Russland entwickelte Wirkstoff GamEvac-Combi wurde dort in Studien der Phase I/II an 83 gesunden Erwachsenen getestet.<ref>I. V. Dolzhikova, O. V. Zubkova, A. I. Tukhvatulin et al.: Safety and immunogenicity of GamEvac-Combi, a heterologous VSV- and Ad5-vectored Ebola vaccine: An open phase I/II trial in healthy adults in Russia. In: Human vaccines & immunotherapeutics. Band 13, Nummer 3, 03 2017, S. 613–620, doi:10.1080/21645515.2016.1238535, PMID 28152326, Vorlage:PMC.</ref> Seit August 2017 wird er in weiteren klinischen Studien an freiwillige Probanden in Guinea verabreicht; im April 2018<ref>Vorlage:Cite web</ref> waren es mehr als 1000 Probanden.

Forschung

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Wissenschaftlern des USAMRIID gelang es im Jahre 2003, Mäuse durch Injektion von virusähnlichen Partikeln zu immunisieren. Anfang 2005 zeigten Forscher um Steven Jones und Heinz Feldmann (University of Manitoba, Winnipeg, Kanada) eine erfolgreiche Impfung (aktive Immunisierung) bei Javaneraffen (Macaca fascicularis) mit einem abgeschwächten, lebenden, rekombinanten Vesiculären-Stomatitis-Virus (VSV), das auf seiner Oberfläche ein so genanntes Glycoprotein des Zaire-Ebolavirus-Stammes „Kikwit“ produziert. Nunmehr erhofft man sich eine baldige vorbeugende Impfmöglichkeit auch beim Menschen.

Forscher des US-Militärs haben 2010 ein Medikament, das die Virusreplikation hemmt, indem es sich an die RNA des Virus bindet, erfolgreich an Affen getestet. Dabei überlebten 60 % der Rhesusaffen und 100 % der vorher infizierten Makaken.<ref name="WarrenWarfield" />

2011 verkündeten Forscher des Scripps Research Institute Erfolge mit einem von ihnen entwickelten Antikörper. Vorlage:"<ref name="nationalgeographic" />

Die Estrogenrezeptormodulatoren Clomifen und Toremifen hemmen die Ebolaerkrankung in infizierten Mäusen.<ref name="Johansen_2013">Vorlage:Literatur</ref> Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 verhindert das Herzmittel Amiodaron das Eindringen von Ebolaviren in Zellen zumindest im Reagenzglas.<ref name="PMID24710028">G. Gehring, K. Rohrmann, N. Atenchong et al.: The clinically approved drugs amiodarone, dronedarone and verapamil inhibit filovirus cell entry. In: The Journal of antimicrobial chemotherapy, Band 69, Nummer 8, August 2014, S. 2123–2131, Vorlage:ISSN, doi:10.1093/jac/dku091, PMID 24710028.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Experimentelle Impfstoffe und Wirkstoffe sind z. B. ZMapp, cAd3-ZEBOV, TKM-Ebola, Favipiravir, Brincidofovir, JK-05, FGI-106 und BCX4430.

Ausbrüche

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Dokumentiertes Auftreten und Epidemien der Ebola-Viruskrankheit

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Jahr Land
(heutiger Name)
Virus-
Typ
Fälle Tote Letalität Bemerkungen
seit 1976
1976 Zaire (DR Kongo) EBOV 318 280 Vorlage:088 % Aufgetreten in Yambuku im Bezirk Mongala im Norden des Zaire. Der Ausbruch der Krankheit wurde durch engen persönlichen Kontakt und durch die Verwendung von kontaminierten Nadeln und Spritzen in Krankenhäusern und Kliniken hervorgerufen.<ref name="PMID307456">Ebola haemorrhagic fever in Zaire, 1976. In: Bulletin of the World Health Organization, Band 56, Nummer 2, 1978, S. 271–293, Vorlage:ISSN. PMID 307456. Vorlage:PMC.</ref>
1976 Sudan (Südsudan) SUDV 284 151 Vorlage:053 % Aufgetreten in Nzara und Maridi nahe Yambio. Die Krankheit wurde vor allem durch engen körperlichen Kontakt in den Krankenhäusern verbreitet. Zahlreiche Personen aus dem medizinischen Pflegepersonal wurden infiziert.<ref name="PMID307455">Ebola haemorrhagic fever in Sudan, 1976. Report of a WHO/International Study Team. In: Bulletin of the World Health Organization, Band 56, Nummer 2, 1978, S. 247–270, Vorlage:ISSN. PMID 307455. Vorlage:PMC.</ref>
1976 Vereinigtes Königreich SUDV Vorlage:01 Vorlage:00 Vorlage:00 % Labor-Infektion eines Angestellten in Birmingham durch eine Nadelstichverletzung.<ref name="PMID890413">R. T. Emond, B. Evans, E. T. Bowen, G. Lloyd: A case of Ebola virus infection. In: British medical journal, Band 2, Nummer 6086, August 1977, S. 541–544, Vorlage:ISSN. PMID 890413. Vorlage:PMC.</ref>
1977 Zaire (DR Kongo) EBOV Vorlage:01 Vorlage:01 100 % Berichtet wird über einen Ausbruch in Tandala in Süd-Ubangi.<ref name="PMID7441008">D. L. Heymann, J. S. Weisfeld, P. A. Webb, K. M. Johnson, T. Cairns, H. Berquist: Ebola hemorrhagic fever: Tandala, Zaire, 1977–1978. In: The Journal of infectious diseases, Band 142, Nummer 3, September 1980, S. 372–376, Vorlage:ISSN. PMID 7441008.</ref>
1979 Sudan (Südsudan) SUDV Vorlage:034 Vorlage:022 Vorlage:065 % Erneuter Ausbruch in Nzara und Maridi nahe Yambio wie im Jahr 1976.<ref name="PMID6370486">R. C. Baron, J. B. McCormick, O. A. Zubeir: Ebola virus disease in southern Sudan: hospital dissemination and intrafamilial spread. In: Bulletin of the World Health Organization, Band 61, Nummer 6, 1983, S. 997–1003, Vorlage:ISSN. PMID 6370486. Vorlage:PMC.</ref>
1989 USA RESTV Vorlage:00 Vorlage:00 Vorlage:0 Virus-Typ wurde bei importierten Affen von den Philippinen in den Quarantäneeinrichtungen in Virginia und Pennsylvania nachgewiesen.<ref name="PMID1968529">P. B. Jahrling, T. W. Geisbert, D. W. Dalgard, E. D. Johnson, T. G. Ksiazek, W. C. Hall, C. J. Peters: Preliminary report: isolation of Ebola virus from monkeys imported to USA. In: Lancet, Band 335, Nummer 8688, März 1990, S. 502–505, Vorlage:ISSN. PMID 1968529.</ref>
1990 USA RESTV Vorlage:04 (asymptomatisch) Vorlage:00 Vorlage:00 % Virus-Typ RESTV wurde erneut in Quarantäneeinrichtungen in Virginia und Texas festgestellt. Herkunft waren importierte Affen von den Philippinen. Vier Personen entwickelten Antikörper, aber erkrankten nicht.<ref name="PMID2107388">Update: filovirus infection in animal handlers. In: MMWR. Morbidity and mortality weekly report, Band 39, Nummer 13, April 1990, S. 221, Vorlage:ISSN. PMID 2107388.</ref>
1989/90 Philippinen RESTV Vorlage:03 (asymptomatisch) Vorlage:00 Vorlage:00 % Hohe Sterblichkeit bei Javaneraffen in einer Primaten-Anlage. Die Tiere waren für den Export in die USA vorgesehen. Drei Tierpfleger entwickelten Antikörper, aber erkrankten nicht.<ref name="PMID1671441">M. E. Miranda, M. E. White, M. M. Dayrit, C. G. Hayes, T. G. Ksiazek, J. P. Burans: Seroepidemiological study of filovirus related to Ebola in the Philippines. In: Lancet, Band 337, Nummer 8738, Februar 1991, S. 425–426, Vorlage:ISSN. PMID 1671441.</ref>
1992 Italien RESTV Vorlage:00 Vorlage:00 Vorlage:0 In der Quarantäneeinrichtung in Siena wurden bei importierten Affen von den Philippinen der Typ RESTV festgestellt.<ref name="PMID1581179">Viral haemorrhagic fever in imported monkeys. In: Relevé épidémiologique hebdomadaire / Section d’hygiène du Secrétariat de la Société des Nations = Weekly epidemiological record / Health Section of the Secretariat of the League of Nations, Band 67, Nummer 19, Mai 1992, S. 142–143, Vorlage:ISSN. PMID 1581179.</ref>
1994 Gabun EBOV Vorlage:052 Vorlage:031 Vorlage:060 % Aufgetreten in Mékouka und weiteren Camps von Goldarbeitern im Regenwald in der Provinz Ogooué-Ivindo. Ursprünglich als Gelbfieber angesehen wurde dieser 1995 als Ebola-Ausbruch identifiziert.<ref name="PMID9988167">A. J. Georges, E. M. Leroy, A. A. Renaut, C. T. Benissan, R. J. Nabias, M. T. Ngoc, P. I. Obiang, J. P. Lepage, E. J. Bertherat, D. D. Bénoni, E. J. Wickings, J. P. Amblard, J. M. Lansoud-Soukate, J. M. Milleliri, S. Baize, M. C. Georges-Courbot: Ebola hemorrhagic fever outbreaks in Gabon, 1994–1997: epidemiologic and health control issues. In: The Journal of infectious diseases, Band 179 Suppl 1, Februar 1999, S. S65–S75, Vorlage:ISSN. doi:10.1086/514290. PMID 9988167.</ref>
1994 Elfenbeinküste TAFV Vorlage:01 Vorlage:00 Vorlage:00 % Ein Wissenschaftler erkrankte nach einer Autopsie an einem wilden Schimpansen im Nationalpark Taï. Der Patient wurde in der Schweiz behandelt.<ref name="PMID7746057">B. Le Guenno, P. Formenty, P. Formentry, M. Wyers, P. Gounon, F. Walker, C. Boesch: Isolation and partial characterisation of a new strain of Ebola virus. In: Lancet, Band 345, Nummer 8960, Mai 1995, S. 1271–1274, Vorlage:ISSN. PMID 7746057.</ref>
1995 Vorlage:Anker DR Kongo EBOV 315 254 Vorlage:081 % Ausgebrochen in Kikwit und Umgebung in der Provinz Bandundu. Nach Recherchen erfolgte der Ausbruch bei Waldarbeitern und ein Ausbruch über die Angehörigen und in Krankenhäusern.<ref name="PMID9988168">A. S. Khan, F. K. Tshioko, D. L. Heymann, B. Le Guenno, P. Nabeth, B. Kerstiëns, Y. Fleerackers, P. H. Kilmarx, G. R. Rodier, O. Nkuku, P. E. Rollin, A. Sanchez, S. R. Zaki, R. Swanepoel, O. Tomori, S. T. Nichol, C. J. Peters, J. J. Muyembe-Tamfum, T. G. Ksiazek: The reemergence of Ebola hemorrhagic fever, Democratic Republic of the Congo, 1995. Commission de Lutte contre les Epidémies à Kikwit. In: The Journal of infectious diseases, Band 179 Suppl 1, Februar 1999, S. S76–S86, Vorlage:ISSN. doi:10.1086/514306. PMID 9988168.</ref>
Jan.–Apr. 1996 Gabun EBOV Vorlage:037 Vorlage:021 Vorlage:057 % Ausgebrochen in Mayibout im Minkébé National Park. Ein getöteter Schimpanse wurde im Wald von Menschen auf der Jagd nach Nahrung gegessen. Neunzehn Menschen, die daran direkt beteiligt waren, erkrankten. Zudem traten weitere Fälle bei Familienangehörigen auf.<ref name="PMID9988167" />
Juli 1996–Jan. 1997 Gabun EBOV Vorlage:060 Vorlage:045 Vorlage:075 % Ausgebrochen in Booué und Umgebung in der Provinz Ogooué-Ivindo und beim Patiententransport nach Libreville. Indexpatient war ein Jäger, der in einem Waldlager lebte. Die Krankheit wurde durch engen Kontakt mit infizierten Personen verbreitet.<ref name="PMID9988167" />
Nov. 1996 Südafrika EBOV Vorlage:02 Vorlage:01 Vorlage:050 % Ein Mediziner reiste von Gabun nach Johannesburg, Südafrika, nachdem er in Gabun einen Ebola-Virus-infizierten Patienten behandelt hatte und dabei mit dem Virus in Kontakt gekommen war. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wobei sich eine Krankenschwester infizierte und verstarb.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
1996 USA RESTV Vorlage:00 Vorlage:00 Vorlage:0 Virus-Typ wurde bei importierten Affen von den Philippinen in den Quarantäneeinrichtungen in Texas nachgewiesen.<ref>Pierre E. Rollin, R. Joel Williams, David S. Bressler et al.: Ebola (Subtype Reston) Virus among Quarantined Nonhuman Primates Recently Imported from the Philippines to the United States. In: The Journal of Infectious Diseases, Band 179, Nr. Supplement 1, S. S108–S114, doi:10.1086/514303.</ref>
1996 Philippinen RESTV Vorlage:00 Vorlage:00 Vorlage:0 Virus-Typ wurde bei Affen nachgewiesen, die für den Export in die USA vorgesehen waren.<ref name="PMID9988174">M. E. Miranda, T. G. Ksiazek, T. J. Retuya, A. S. Khan, A. Sanchez, C. F. Fulhorst, P. E. Rollin, A. B. Calaor, D. L. Manalo, M. C. Roces, M. M. Dayrit, C. J. Peters: Epidemiology of Ebola (subtype Reston) virus in the Philippines, 1996. In: The Journal of infectious diseases, Band 179 Suppl 1, Februar 1999, S. S115–S119, Vorlage:ISSN. doi:10.1086/514314. PMID 9988174.</ref>
1996 Russland EBOV Vorlage:01 Vorlage:01 100 % Ein Todesfall nach einer Kontamination im Labor.<ref>I. V. Borisevich, V. A. Markin, I. V. Firsova u. a.: Hemorrhagic (Marburg, Ebola, Lassa, and Bolivian) fevers: epidemiology, clinical pictures, and treatment. (russisch) In: Voprosy Virusologii – Problems of Virology (Moscow), Band 51, Nummer 5, 2006, S. 8–16.</ref>
seit 2000
2000–2001 Uganda SUDV 425 224 Vorlage:053 % Aufgetreten in Gulu, Masindi und Mbarara. Grund für die größere Verbreitung waren unzureichende Schutzmaßnahmen bei Begräbnissen von mit Ebola infizierten Patienten.<ref name="PMID12460399">S. I. Okware, F. G. Omaswa, S. Zaramba, A. Opio, J. J. Lutwama, J. Kamugisha, E. B. Rwaguma, P. Kagwa, M. Lamunu: An outbreak of Ebola in Uganda. In: Tropical medicine & international health: TM & IH, Band 7, Nummer 12, Dezember 2002, S. 1068–1075, Vorlage:ISSN. PMID 12460399.</ref>
Okt. 2001–März 2002 Gabun EBOV Vorlage:065 Vorlage:053 Vorlage:082 % Ausbruch an der Grenze zur DR Kongo.<ref name="PMID15571171">Outbreak(s) of Ebola haemorrhagic fever, Congo and Gabon, October 2001-July 2002. In: Relevé épidémiologique hebdomadaire / Section d’hygiène du Secrétariat de la Société des Nations = Weekly epidemiological record / Health Section of the Secretariat of the League of Nations, Band 78, Nummer 26, Juni 2003, S. 223–228, Vorlage:ISSN. PMID 15571171.</ref>
Okt. 2001–März 2002 DR Kongo EBOV Vorlage:057 Vorlage:043 Vorlage:075 % Ausbruch an der Grenze zu Gabun und erstmals in der Republik Kongo.<ref name="PMID15571171" />
Dez. 2002–Apr. 2003 DR Kongo EBOV 143 128 Vorlage:089 % Ausbruch in Mbomo und Kéllé im Département Cuvette-Ouest.<ref name="PMID14579469">P. Formenty, F. Libama, A. Epelboin, Y. Allarangar, E. Leroy, H. Moudzeo, P. Tarangonia, A. Molamou, M. Lenzi, K. Ait-Ikhlef, B. Hewlett, C. Roth, T. Grein: [Outbreak of Ebola hemorrhagic fever in the Republic of the Congo, 2003: a new strategy?]. In: Médecine tropicale: revue du Corps de santé colonial, Band 63, Nummer 3, 2003, S. 291–295, Vorlage:ISSN. PMID 14579469.</ref>
Nov.–Dez. 2003 DR Kongo EBOV Vorlage:035 Vorlage:029 Vorlage:083 % Ausbruch in Mbomo und im Dorf Mbandza im Département Cuvette-Ouest.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
2004 Sudan (Südsudan) SUDV Vorlage:017 Vorlage:07 Vorlage:041 % Ausbruch in Yambio.<ref name="PMID16285261">Outbreak of Ebola haemorrhagic fever in Yambio, south Sudan, April – June 2004. In: Relevé épidémiologique hebdomadaire / Section d’hygiène du Secrétariat de la Société des Nations = Weekly epidemiological record / Health Section of the Secretariat of the League of Nations, Band 80, Nummer 43, Oktober 2005, S. 370–375, Vorlage:ISSN. PMID 16285261.</ref>
2004 Russland EBOV Vorlage:01 Vorlage:01 100 % Ein Todesfall nach einer Kontamination im Labor.<ref>A case of Ebola hemorrhagic fever. (russisch) In: Infektsionnye Bolezni (Moscow), Band 3, Nummer 1, 2005, S. 85–88.</ref>
2005 DR Kongo EBOV Vorlage:081 Vorlage:011 Vorlage:013 % Laut WHO Ausbruch in Etoumbi und Mbomo.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Mai 2007 DR Kongo EBOV 384 Verdachtsfälle 167 Vorlage:043 % Laut WHO Ausbruch in Kampungu, DR Kongo.<ref name="newscientistcom" /><ref name="wwwcbcca" />
Okt. 2007 DR Kongo EBOV 264 187 Vorlage:071 % Ausbruch in der Provinz Kasai-Occidental.<ref name="PMID17918654">Outbreak news. Ebola virus haemorrhagic fever, Democratic Republic of the Congo–update. In: Relevé épidémiologique hebdomadaire / Section d’hygiène du Secrétariat de la Société des Nations = Weekly epidemiological record / Health Section of the Secretariat of the League of Nations, Band 82, Nummer 40, Oktober 2007, S. 345–346, Vorlage:ISSN. PMID 17918654.</ref>
Dez. 2007–Jan. 2008 Uganda BDBV 149 Vorlage:037 Vorlage:025 % Ausbruch im Distrikt Bundibugyo im Westen Ugandas.<ref name="PMID19023410">J. S. Towner, T. K. Sealy, M. L. Khristova, C. G. Albariño, S. Conlan, S. A. Reeder, P. L. Quan, W. I. Lipkin, R. Downing, J. W. Tappero, S. Okware, J. Lutwama, B. Bakamutumaho, J. Kayiwa, J. A. Comer, P. E. Rollin, T. G. Ksiazek, S. T. Nichol: Newly discovered ebola virus associated with hemorrhagic fever outbreak in Uganda. In: PLoS pathogens, Band 4, Nummer 11, November 2008, S. e1000212, Vorlage:ISSN. doi:10.1371/journal.ppat.1000212. PMID 19023410. Vorlage:PMC.</ref><ref name="WHO-PR20080220">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="UNN-ID24862">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="allafricacom" />
Nov. 2008 Philippinen RESTV Vorlage:06 (asymptomatisch) Vorlage:00 Vorlage:00 % Erstes bekanntes Vorkommen des Ebola-Typs RESTV bei Schweinen. Sechs Arbeiter einer Schweinefarm und zur Verarbeitung von Schlachtabfällen bildeten Antikörper, erkrankten aber nicht.<ref name="PMID19219963">Outbreak news. Ebola Reston in pigs and humans, Philippines. In: Relevé épidémiologique hebdomadaire / Section d’hygiène du Secrétariat de la Société des Nations = Weekly epidemiological record / Health Section of the Secretariat of the League of Nations, Band 84, Nummer 7, Februar 2009, S. 49–50, Vorlage:ISSN. PMID 19219963.</ref>
Dez. 2008–Feb. 2009 DR Kongo EBOV Vorlage:032 Vorlage:015 Vorlage:047 % Laut WHO Ausbruch in Mweka und Luebo in der Provinz Kasai-Occidental.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="wwwspiegelde" /><ref name="wwwwhoint" />
Mai 2011 Uganda SUDV Vorlage:01 Vorlage:01 100 % Ausbruch in Ziroobwe in Distrikt Luwero, Uganda.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Andere Quellen geben Bombo, Uganda (35 km nördl. v. Kampala) an, 33 Menschen wurden vorsorglich isoliert.<ref name="wwworfat" /><ref name="ntvde" />
Juni–Okt. 2012 Uganda SUDV Vorlage:011 Vorlage:04 Vorlage:036 % Ausbruch im Distrikt Kibaale, 11 Erkrankungsfälle und vier Todesfälle wurden laborbestätigt.<ref name="PMID22931687">T. Shoemaker, A. MacNeil u. a.: Reemerging Sudan Ebola virus disease in Uganda, 2011. In: Emerging infectious diseases, Band 18, Nummer 9, September 2012, S. 1480–1483, Vorlage:ISSN. doi:10.3201/eid1809.111536. PMID 22931687. Vorlage:PMC.</ref> Die WHO berichtete von 50 Verdachtsfällen.<ref>Seuche wütet in Uganda: Mindestens 19 Menschen sterben am Ebola-Virus. Auf: focus.de vom 3. August 2012; abgerufen am 3. August 2012.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Andere Quellen geben 59 Verdachtsfälle an, 24 Menschen wurden vorsorglich isoliert.<ref name="tagesschaude2" /><ref name="aerztezeitungde1" /><ref name="aerztezeitungde2" />
Juni–Nov. 2012 DR Kongo BDBV Vorlage:036 Vorlage:013 Vorlage:036 % Ausbruch im Distrikt Haut-Uele der Provinz Orientale, DR Kongo.<ref>Gefährliches Ebola-Fieber breitet sich aus. Auf: faz.net vom 18. September 2012; abgerufen am 24. März 2014.</ref> 36 Erkrankungsfälle und 13 Todesfälle wurden laborbestätigt.<ref name="PMID22931687" /> Die WHO berichtete von 46 Erkrankungsfällen (davon 14 laborbestätigt) und 19 Todesfällen (davon 6 laborbestätigt).<ref name="wwwwhoint2" />
Nov. 2012–Jan. 2013 Uganda SUDV Vorlage:06 Vorlage:03 Vorlage:050 % Ausbruch im Distrikt Luwero, sechs Erkrankungsfälle und drei Todesfälle wurden laborbestätigt.<ref name="PMID22931687" />
Feb. 2014–Jan. 2016 Vorlage:Nowrap Senegal Vorlage:Nowrap Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria Vorlage:Nowrap Mali Vorlage:Nowrap USA, Spanien EBOV<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 28.635 11.314<ref name="WHO_situation_report">Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:060 % ⁽*⁾ Ausbruch von hämorrhagischem Fieber seit dem 9. Februar 2014 in der Präfektur Macenta und Präfektur Guéckédou. Laut WHO, Gesundheitsministerium Guinea und Ärzte ohne Grenzen Vordringen bis zur Hauptstadt Conakry sowie nach Sierra Leone und Liberia.<ref name="WHO23-3-2014">Vorlage:Webarchiv WHO – Regional Office for Africa, 23. März 2014, abgerufen am 25. März 2014.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Ausbruch in Nigeria Ende Juli 2014 ließ sich auf einen aus Liberia eingereisten Mann zurückführen, 20 Erkrankungs- und 8 Todesfälle wurden aus Lagos und Port Harcourt gemeldet. Der Ausbruch wurde am 20. Oktober 2014 für beendet erklärt.<ref name="WHO_ebola_news_2014-10-20">Vorlage:Internetquelle</ref> Im Senegal wurde Ende August 2014 ein Fall bekannt, ein aus Guinea eingereister Mann. Da es keine weiteren Infektionen gab, wurde der Ausbruch am 17. Oktober 2014 für beendet erklärt.<ref name="WHO_ebola_news_2014-10-17">Vorlage:Internetquelle</ref> Ende September 2014 gab es den ersten Fall in den USA (eingereist aus Liberia, verstorben).<ref name="tagesschau_texas_103">Vorlage:Internetquelle</ref> Anfang Oktober 2014 wurde die erste Infektion in Spanien<ref name="Zeit_2014-10-06">Madrid – Erste Ebola-Ansteckung in Europa. Zeit Online, 6. Oktober 2014, abgerufen am 6. Oktober 2014.</ref> und Infektionen in den USA (Ansteckung bei der Behandlung von Patienten) bekannt.<ref name="CDC_USA_imported">Vorlage:Internetquelle</ref> In Spanien gab es keine weiteren Infektionen, der Ausbruch wurde am 2. Dezember 2014 für beendet erklärt. Ende Oktober 2014 wurden der erste Fall in Mali (eingereist aus Guinea, verstorben) gemeldet.<ref name="WHO_situation_report" />

⁽*⁾ Die angegebene Letalitätsrate bezieht sich auf Fälle aus Guinea, Liberia und Sierra Leone, bei denen aufgrund von Aufzeichnungen rückverfolgbar ist, ob die infizierte Person verstorben ist oder geheilt wurde; diese Angaben sind nicht für die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen bzw. Todesfälle verfügbar.<ref name="WHO_situation_report" />

Vorlage:Siehe auch

Aug.–Nov. 2014 sty DR Kongo EBOV, ähnlich dem in Kikwit 1995<ref name="WHO_DR_Kongo3Sept2014">Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:066<ref name="WHO_situation_report_2014-11-19">Vorlage:Internetquelle</ref> Vorlage:049<ref name="WHO_situation_report_2014-11-19" /> Vorlage:074 % Ausbruch in der Provinz Équateur.<ref name="WHO_ebola_news_2014-11-21">Vorlage:Internetquelle</ref> Von Westafrika unabhängiger Ausbruch der Krankheit laut Gesundheitsminister Felix Kabange Numbi<ref>Demokratische Republik Kongo meldet mehrere Fälle. Auf: Spiegel Online vom 24. August 2014, abgerufen am 25. August 2014.</ref> und WHO.<ref name="WHO_DR_Kongo3Sept2014" /> Durch rasch eingeführte Präventions- und Kontrollmaßnahmen konnte dieser Ausbruch eingedämmt und am 21. November 2014 für beendet erklärt werden.<ref name="WHO_ebola_news_2014-11-21" />

Vorlage:Siehe auch

Mai 2017 DR Kongo EBOV Vorlage:011 Vorlage:03 Vorlage:027 % Ausbruch in der Provinz Bas-Uele.<ref name="WHO_ WHO Regional Director for Africa, Dr Matshidiso Moeti travels to Kinshasa to discuss Ebola outbreak Response">Vorlage:Internetquelle</ref>
Mai–Juli 2018 DR Kongo EBOV Vorlage:054  Vorlage:033 Vorlage:061 % Zwei Ebola-Fälle in Bikoro in der Provinz Équateur im Nordwesten des Kongo wurden am 8. Mai 2018 bestätigt.<ref>Vorlage:Internetquelle,</ref> 33 Todesfälle bis zum 4. August.<ref>who.int, abgerufen am 7. August 2018.</ref>
(April?) Juli 2018 – Juni 2020<ref name="ministre">Vorlage:Internetquelle</ref> DR Kongo, Uganda EBOV 3.481 2.299 Vorlage:066 % Dokumentierte Erkrankungsfälle ab Juli 2018, wahrscheinlicher Ausbruch jedoch bereits im April 2018; bis Juni 2020 ausschließlich in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu der Demokratischen Republik Kongo<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>; im Juni 2019 trat das Ebolafieber im Rahmen der Epidemie erstmals im benachbarten Uganda auf<ref name="who11619">Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:Siehe auch

Juni–November 2020 DR Kongo EBOV 128 55 Vorlage:043 % Ausbruch in der Provinz Équateur<ref name="who">Vorlage:Internetquelle</ref>
Februar–Mai 2021 DR Kongo EBOV 12 6 Vorlage:050 % Ausbruch in der Provinz Nord-Kivu<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Februar–Juni 2021 Guinea EBOV 23 12 Vorlage:052 % Ausbruch in der Präfektur Nzérékoré<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Oktober-Dezember 2021 DR Kongo EBOV 11 9 Vorlage:082% Ausbruch in der Provinz Nord-Kivu<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
April 2022 DR Kongo EBOV 5 5 Vorlage:0100% Ausbruch in der Provinz Équateur<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
August-September 2022 DR Kongo EBOV 1 1 Vorlage:0100% Ausbruch in der Provinz Nord-Kivu<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Sep.2022-Jan. 2023 Uganda SUDV 164 77 Vorlage:047% Ausbruch in der Central Region, Western Region, Uganda<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Legende:

Siehe auch: aktualisierte Nomenklatur der Spezies in der Gattung Ebolavirus

Epidemie 2014 in Westafrika

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Vorlage:Hauptartikel

Die Ebola-Epidemie in Westafrika brach zunächst in Guinea in der Präfektur Macenta und der Präfektur Guéckédou aus. Laut WHO und dem Gesundheitsministerium in Guinea war auch die Hauptstadt Conakry betroffen; der Schwerpunkt der Neuerkrankungen verlagerte sich ab Juli 2014 mit 454 Infizierten zunehmend nach Sierra Leone. Eine Behandlungsstation in Telimélé im Westen von Guinea konnte bereits wieder geschlossen werden.

In Liberia wurden hingegen Erkrankungen in sieben Bezirken bestätigt, darunter in der Hauptstadt Monrovia, wo bis Ende Juli ein Ebola-Behandlungszentrum aus Zelten, ergänzend zu den bestehenden Krankenhäusern, aufgebaut wird. Ein Behandlungszentrum besteht bereits in Foya im Bezirk Lofa im abgelegenen Grenzgebiet zu Guinea, wo auch Ärzte ohne Grenzen in Voinjama seine Aktivität verstärkt.<ref name="aerzte-ohne-grenzen24juli" /> Liberia will angesichts des Ausbruchs alle Grenzen zu den Nachbarstaaten schließen. Ausgenommen seien zwei Flughäfen und drei andere Grenzpunkte.<ref name="Ärzte Zeitung online" />

Internationale Hilfemaßnahmen kamen aufgrund politischer und gesellschaftlicher Probleme nur schleppend in Gang. Ein großer Teil der Bevölkerung ist über die zunächst grippeähnlichen Symptome und den Infektionsweg des Virus schlecht oder gar nicht informiert, sodass Infizierte nicht früh genug isoliert werden und gegebenenfalls weitere Personen anstecken. Auch ist das Misstrauen gegenüber ausländischen Ärzteteams und den inländischen Behörden groß, denn es gab Gerüchte, dass Helfer das Virus eingeschleppt hätten.<ref name="spon03juli" /> So brach das Rote Kreuz eine Hilfsaktion ab, nachdem Mitarbeiter bedroht worden waren. Ein Krisentreffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Ghana am 2. und 3. Juli 2014 sollte die Teilnehmerstaaten dazu bringen, die Epidemie offiziell anzuerkennen, und die Ausbreitung über die Landesgrenzen hinaus verhindern.<ref name="wwwdwde" /> Inzwischen droht beispielsweise die Regierung von Sierra Leone mit Strafen, falls Kranke versteckt würden. Nötig seien laut WHO eine effektive Analyse und eine Rückverfolgung der Kontakte mit Erkrankten (englisch: contact tracking) sowie eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die WHO sprach aber keine generellen Reisebeschränkungen aus.<ref name="WHO-DON24juli2014" /> Liberia hingegen plante zunächst wohl nicht einmal eine Aufklärungskampagne.<ref name="TobiasZick" />

Eine hohe Überlebensrate von 63 % im Behandlungszentrum des Donka-Krankenhauses in Conakry, wo seit dem 25. März 59 bestätigte Ebolaerkrankte behandelt wurden, steht im Kontrast zur geringeren Überlebensrate auf dem Land: Gerade wenn erst spät medizinische Hilfe in Anspruch genommen wurde, wie zu Beginn der Epidemie in Guéckédou, habe es eine sehr geringe Überlebenschance gegeben. Behandlungseinrichtungen wurden daher vor allem im Grenzgebiet der drei Staaten abseits der großen Zentren aufgebaut, unter anderem in Kailahun, Koindu und Buedu im Bezirk Kailahun. Dort wurden 200 lokale Gesundheitshelfer ausgebildet.<ref name="aerzte-ohne-grenzen24juli" />

Zu den am 20. Juli im Labor bestätigten 786 Erkrankungen in Westafrika (1093 insgesamt) mit 660 Toten (davon 442 bestätigt) sind noch weitere inzwischen an Ebola Erkrankte sowie Todesfälle hinzuzuzählen. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet regelmäßig in englischer Sprache darüber (mit klarer Übersichtstabelle).<ref name="WHO-DON24juli2014" />

Zwei in Afrika arbeitende US-amerikanische Infizierte sollen laut Medienberichten mit einem experimentellen Serum behandelt worden sein, das bis dahin nur an Affen getestet wurde.<ref name="spiegel0508" />

Nachträgliche Untersuchungen von Blutproben aus Sierra Leone, die bereits zwischen 2006 und 2008 zwecks Lassafieber-Diagnostik gewonnen worden waren, ergaben serologische Hinweise darauf, dass Ebola-Infektionen bereits in diesen Jahren auftraten, aber nicht erkannt wurden.<ref name="RandalJSchoepp" /> Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) warnt inzwischen vor dem Verzehr von Fledermäusen, anderen Wildtieren und Kadavern, da diese Überträger des Virus sein können.<ref name="wwwfaoorg" />

Das Auswärtige Amt rät seit dem 1. August 2014 von Reisen in die Gebiete ab.<ref name="wwwspiegelde4" /> Seit dem 5. August 2014 gilt darüber hinaus auch eine förmliche Reisewarnung für die Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone.<ref>Vorlage:Webarchiv Auf: tagesschau.de Stand: 6. August 2014.</ref> In der ersten Augustwoche 2014 wurden erste Infektionsfälle in Nigeria bekannt, darunter ein Arzt. Zwei infizierte US-Amerikaner wurden in die Vereinigten Staaten ausgeflogen.<ref>Ebola breitet sich weiter aus. n-tv.de, 4. August 2014. Abruf am 14. August 2014.</ref> Die spanische Luftwaffe evakuierte ebenfalls einen Staatsbürger.<ref>Weltweites Eingreifen möglich. Auf: orf.at vom 8. August 2014; abgerufen am 14. August 2014.</ref><ref>Spanischer Ebola-Patient bekommt experimentelles Serum ZMapp. Auf: Zeit Online, zuletzt aktualisiert am 10. August 2014, abgerufen am 14. August 2014.</ref> In Deutschland wurden im Rahmen von internationalen Hilfsgesuchen drei kritisch kranke Patienten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem Universitätsklinikum Frankfurt sowie dem Klinikum St. Georg in Leipzig behandelt.<ref>Infizierter WHO-Mitarbeiter - Ebola-Patient wird in Hamburg behandelt. Auf: aerztezeitung.de vom 27. August 2014; zuletzt abgerufen am 1. Februar 2024.</ref><ref>Wie der Frankfurter Patient Ebola überlebte. Auf: aerzteblatt.de vom 21. Dezember 2014; zuletzt abgerufen am 1. Februar 2024.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zwei der Patienten konnten überleben.

Am 8. August 2014 erklärte die WHO die Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotfall.<ref>Epidemie: WHO erklärt Ebola zum internationalen Gesundheitsnotfall. Auf: spiegel.de – online, vom 8. August 2014; abgerufen am 14. August 2014.</ref> Am 14. August 2014 erklärte die WHO, es gebe Hinweise in den betroffenen Ländern, dass das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs weit größer sei, als die Zahl der Todesopfer und Erkrankungen erkennen lasse.<ref>Vorlage:Webarchiv Reuters (de.reuters.com), 15. August 2014, abgerufen am 24. August 2014.</ref><ref>Vorlage:Webarchiv AFP (afp.com), 15. August 2014, abgerufen am 24. August 2014.</ref>

Die WHO erklärte die Länder Liberia (Januar 2016), Sierra Leone und Guinea (Ende 2015) für ebolafrei.<ref>Ebola-Epidemie in Westafrika gestoppt. Tagesschau.de, 14. Januar 2016, abgerufen am 14. Januar 2016.</ref> Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Verlauf der Epidemie einschließlich der Verdachtsfälle 28.639 Menschen an Ebolafieber, von denen 11.316 starben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Finanzielle Hilfen

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Am 4. August 2014 gab die Weltbank bekannt, den betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone durch eine Nothilfe bis zu 200 Mio. US-Dollar (149 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls finanzielle Hilfen wurden von der Afrikanischen Entwicklungsbank (60 Mio. US-Dollar) und der WHO (100 Mio. US-Dollar) zugesagt.<ref name="spiegel0508">Epidemie in Westafrika: Weltbank gibt 200 Millionen Dollar für Kampf gegen Ebola. Auf: spiegel.de vom 5. August 2014 (abgerufen am 5. August 2014).</ref>

Durch Veruntreuung von mindestens fünf Millionen Euro an Ebola-Geldern entstanden erhebliche finanzielle Schäden. So sind laut einem Finanzprüfungsbericht fast zwei Millionen der Rot-Kreuz-Spenden durch Mitarbeiter der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung in Sierra Leone mit Hilfe von Bankangestellten hinterzogen worden. Durch überhöhte Preise für Hilfsgüter und maßlose Personalkosten gingen in Liberia etwa zwei Millionen Euro verloren. Für die Zollabfertigung in Guinea wurde eine Million Euro zu viel abgerechnet. Weitere Untersuchungen waren 2017 noch nicht abgeschlossen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Epidemie seit 2018 in Zentralafrika

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Vorlage:Hauptartikel

2018 kam es in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo zur bislang zweitschwersten Ebolafieberepidemie. Der erste gesicherte Fall der Epidemie war im Juli 2018 durch die WHO erfasst worden, wobei erste Erkrankungsfälle wahrscheinlich jedoch schon im April des Jahres im Ort Mabalako aufgetreten waren. Ursächlicher Erreger ist das Zaire-Ebolavirus (ZEBOV). 2018 am stärksten betroffen war das Gebiet um die Stadt Beni.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Mit Stand 1. Januar 2019 waren 608 Erkrankungsfälle und 368 Todesfälle dokumentiert,<ref name="ministre" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> am 24. März 2019 1009 Erkrankungsfälle (944 gesicherte, 65 wahrscheinliche) und 629 Todesfälle (564 gesicherte, 65 wahrscheinliche).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Anfang Mai wurden 1.545 Erkrankungsfälle und 1.019 Todesfälle gezählt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Unter den Erkrankten ist ein im Verhältnis auffällig hoher Prozentsatz an Frauen und an Kindern. Zu Mitte Mai, am 20. Mai 2019 waren bereits 1.847 Erkrankungsfälle und 1.223 Todesfälle gezählt, was einen Anstieg von über 300 Krankheitsfällen in 16 Tagen bedeutet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Stand 9. Juni 2019 wurden 2062 statistisch erhobene Erkrankungsfälle (1968 gesicherte, 94 wahrscheinliche) und 1390 Todesfälle (1296 gesicherte, 94 wahrscheinliche) gezählt. 569 Menschen überlebten die Erkrankung. Die Letalität (Anzahl Todesfälle / (Todesfälle + Gesundete) * 100%) lag deutlich über 70 %.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Juni 2019 wurde ein erster Krankheitsfall im benachbarten Uganda festgestellt.<ref name="who11619" />

Seit dem 8. August 2018 läuft im östlichen Kongo eine groß angelegte Impfkampagne, bei der (mit Stand vom 4. Mai 2019) mehr als 110.000 Menschen geimpft wurden. Es wird ausschließlich der Impfstoff rVSV-ZEBOV der Firma Merck verwendet.<ref name="ministre" /> Der Impfstoff erwies sich begleitenden Studien zufolge als hochwirksam.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Aufgrund der Epidemie wurden die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2018 in der Demokratischen Republik Kongo wiederholt verschoben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Finanzielle Hilfen

Die Weltbank bewilligte am 10. Dezember 2019 ein Projekt in Höhe von 250 Millionen Dollar zur Bekämpfung von Pandemien, darunter auch Ebola, mit dem die Africa Centres for Desease Control and Prevention den Aufbau von Laboren, ein System zur Erfassung von Gesundheitsdaten und Notfallmechanismen erstellen werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Meldepflicht

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In Deutschland ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung und der Tod an virusbedingte[m] hämorrhagisches Fieber namentlich meldepflichtig nach Vorlage:§ Infektionsschutzgesetz (IfSG).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Meldepflichtig sind die feststellenden Ärzte usw. (Vorlage:§ IfSG). Eine unverzügliche Isolierung bzw. Quarantäne ist im Gegensatz zu fast allen anderen Infektionen bei von Mensch zu Mensch übertragbaren hämorrhagischen Fiebern für den Erkrankten und der Erkrankung Verdächtigen zwingend vorgeschrieben (Vorlage:§ Abs. 1 Satz 1 IfSG [Absonderung], zusammen mit Lungenpest).

In Österreich ist virusbedingtes hämorrhagisches Fieber auch eine anzeigepflichtige Krankheit gemäß Vorlage:§ Abs. 1 Ziffer 1 Epidemiegesetz 1950. Die Anzeigepflicht bezieht sich auf Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle. Zur Anzeige verpflichtet sind unter anderem Ärzte und Labore (Vorlage:§ Epidemiegesetz 1950).

In der Schweiz besteht für bei klinischem Verdacht und Rücksprache mit Fachärztin oder Facharzt für Infektiologie und Veranlassung einer erregerspezifischen Labordiagnostik bezüglich des Ebola-Fiebers Meldepflicht und zwar nach dem Epidemiengesetz (EpG) in Verbindung mit der Epidemienverordnung und Vorlage:§§ der Verordnung des EDI über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen.

Literatur

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  • Xiangguo Qiu, Gary Wong u. a.: Reversion of advanced Ebola virus disease in nonhuman primates with ZMapp. In: Nature, Band 514, 2. Oktober 2014, S. 47–53, doi:10.1038/nature13777.
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Einzelnachweise

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November 2014. </ref> <ref name="cdc_ebola"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="cdc_pets"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="CDC_qa"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="Clark2012"> D. V. Clark, P. B. Jahrling, J. V. Lawler: Clinical management of filovirus-infected patients. In: Viruses, Band 4, Nr. 9, September 2012, S. 1668–1686, Vorlage:ISSN. doi:10.3390/v4091668. PMID 23170178. Vorlage:PMC. (Review). </ref> <ref name="DaraiHandermann"> G. Darai, M. Handermann, H. G. Sonntag, C. A. Tidona, L. Zaller (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen: Erreger, Symptome, Diagnose, Therapie und Prophylaxe. 3. Auflage. Springer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-39005-3, S. 308. </ref> <ref name="ecdceuropaeu"> European Centre for Disease Prevention and Control: Factsheet for health professionals. ecdc.europa.eu, 21. August 2012, abgerufen am 17. Juli 2014. </ref> <ref name="Heizmann"> Wolfgang R. 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Mai 2011. </ref> <ref name="PierreBecquart"> Pierre Becquart, Nadia Wauquier et al.: High prevalence of both humoral and cellular immunity to Zaire ebolavirus among rural populations in Gabon. In: PLoS ONE, Band 5, Nr. 2, 9. Februar 2010, e9126, doi:10.1371/journal.pone.0009126. </ref> <ref name="PMID9988156"> R. Ndambi, P. Akamituna u. a.: Epidemiologic and clinical aspects of the Ebola virus epidemic in Mosango, Democratic Republic of the Congo, 1995. In: The Journal of infectious diseases, Band 179 Suppl. 1, Februar 1999, S. S8–10, Vorlage:ISSN. doi:10.1086/514297. PMID 9988156. </ref> <ref name="PMID11982604"> S. Baize, E. M. Leroy u. a.: Inflammatory responses in Ebola virus-infected patients. In: Clinical and experimental immunology, Band 128, Nr. 1, April 2002, S. 163–168, Vorlage:ISSN. PMID 11982604. Vorlage:PMC. </ref> <ref name="PMID15047846"> J. S. Towner, P. E. 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Febr. 2020. </ref> <ref name="vah_desinfektion"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="WarrenWarfield"> T. K. Warren, K. L. Warfield et al.: Advanced antisense therapies for postexposure protection against lethal filovirus infections. In: Nature medicine, Band 16, 22. August 2010, S. 991–994, doi:10.1038/nm.2202, PMID 20729866. </ref> <ref name="Weltgesundheitsorganisation"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="WHO-DON24juli2014"> Weltgesundheitsorganisation: Ebola virus disease, West Africa – update. who.int, 24. Juli 2014. WHO-Disease Outbreak News (DONs) mit Übersichtstabelle: von 660 Toten am 20. Juli sind 442 im Labor bestätigt, davon 204 in Guinea, 56 in Liberia, 182 in Sierra Leone; abgerufen am 26. Juli 2014. </ref> <ref name="wwwcbcca"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="wwwdwde"> Ghana. Krisensitzung gegen Ebola-Epidemie. Deutsche Welle, 2. Juli 2014. </ref> <ref name="wwwfaoorg">Vorlage:Webarchiv fao.org, 21. Juli 2014, abgerufen am 22. 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In: BioMed Central (BMC) Infectious Diseases, 28. September 2009, Nr. 9, S. 159, doi:10.1186/1471-2334-9-159; Volltext (PDF; 1,2 MB). </ref> <ref name="YannikBoehmann"> Yannik Boehmann: Molekularbiologische Untersuchungen der Ebola-Viren Zaire und Reston mit Hilfe reverser Genetik. Dissertation, Philipps-Universität Marburg 2003, Abschnitt 6: Zusammenfassung, S. 119; Volltext (PDF; 4,3 MB). </ref> </references>

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