Drachenviereck

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Datei:Drachenviereck mit Seiten.svg
Konvexes Drachenviereck
Datei:Pfeilviereck mit Seiten.svg
Konkaves Drachenviereck

Ein Drachenviereck (auch gerader Drachen oder Deltoid,<ref>Lehrpläne - Vorbereitungslehrgänge für Arbeitslehrerinnen</ref> in Österreich wird ausschließlich Deltoid verwendet) ist ein ebenes Viereck,

oder

  • dessen vier Seiten sich in zwei Paare benachbarter gleich langer Seiten gruppieren lassen.

Beide Definitionen sind äquivalent.

Oft wird nur die konvexe Form des Deltoids als Drachenviereck bezeichnet und die konkave Form als Pfeilviereck oder Windvogelviereck. Die Bezeichnung Drachenviereck verweist auf die Form vieler Flugdrachen.

Ein spezielles Drachenviereck ist die Raute (Rhombus). Sie ist ein gleichseitiges Deltoid.

Eigenschaften

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Für jedes Drachenviereck gilt (siehe Abbildung):

Für jedes konvexe Drachenviereck gilt:

Ein Tangentenviereck ist genau dann ein Drachenviereck, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:<ref>Martin Josefsson: When is a Tangential Quadrilateral a Kite?, Forum Geometricorum, Archivlink abgerufen am 4. März 2025</ref>

Formeln

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Datei:Deltoid.svg
Konvexes und konkaves Drachenviereck mit Inkreis und Pseudoinkreis. Für beide Drachenvierecke gilt die in der Tabelle angegebene Formel für den Inkreis.
Mathematische Formeln zum Drachenviereck
Flächeninhalt <math>A = a \cdot b \cdot \sin(\beta)</math> Datei:Drachenviereck mit Seiten.svg



Datei:Pfeilviereck mit Seiten.svg

<math>A = \frac{e \cdot f}{2}</math>
Umfang <math>U = 2 \cdot a + 2 \cdot b = 2 \cdot (a + b)</math>
Seitenlängen <math>a = d, \quad b = c</math>
Länge der Diagonalen

(siehe Kosinussatz,
Satz des Heron)

<math>e = \sqrt{a^2 + b^2 - 2 \cdot a \cdot b \cdot \cos(\beta)}</math>
<math>f = \frac{4 \cdot \sqrt{s \cdot (s - a) \cdot (s - b) \cdot (s - e)}}{e}</math>
mit <math>s = \frac{a + b + e}{2}</math>
<math>f = 2 \cdot a \cdot \sin\left(\frac{\alpha}{2}\right) = 2 \cdot b \cdot \sin\left(\frac{\gamma}{2}\right)</math>
Inkreisradius <math>r = \frac{2 \cdot A}{U} = \frac{e \cdot f}{2 \cdot (a + b)}</math>
Innenwinkel

(siehe Kosinussatz)

<math>\alpha = \arccos\left(\frac{2 \cdot a^2 - f^2}{2 \cdot a^2}\right)</math>
<math>\gamma = \arccos\left(\frac{2 \cdot b^2 - f^2}{2 \cdot b^2}\right)</math>
<math>\beta = \delta = \arccos\left(\frac{a^2 + b^2 - e^2}{2 \cdot a \cdot b}\right)</math>

<math>\alpha, \beta, \gamma, \delta</math> sind die Größen der Innenwinkel. Die erste Formel für den Inkreisradius <math>r</math> erhält man dadurch, dass man die Ecken A, B, C und D mit dem Mittelpunkt des Inkreises verbindet. Dadurch wird das Drachenviereck in vier Teildreiecke zerlegt, die jeweils eine Vierecksseite als Grundseite und die zugehörige Höhe <math>r</math> haben. Es gilt daher wie bei jedem Tangentenviereck <math>A = \frac{1}{2} \cdot U \cdot r</math>.

Verallgemeinerungen

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Ein schräges Drachenviereck (kurz Drachen) ist ein ebenes Viereck, in dem eine der Diagonalen durch die andere halbiert wird.<ref>Vorlage:Webarchiv, Mathematik, TU Freiberg</ref> Ein solches Viereck wird manchmal auch schief genannt.<ref>Jürgen Köller: Hierarchie der Vierecke, Mathematische Basteleien</ref> Bei einem schrägen Drachenviereck stehen die Diagonalen also nicht zwangsläufig orthogonal zueinander. Das Drachenviereck ist in diesem Sinne ein gerader Drachen. Für das schräge Drachenviereck gilt eine über das Kreuzprodukt verallgemeinerte Formel für den Flächeninhalt.

Ein Viereck ist genau dann ein schiefes Drachenviereck, wenn es sich von einem inneren Punkt aus mit geraden Verbindungen zu den vier Ecken in vier flächengleiche Dreiecke zerlegen lässt.<ref>Hans Walser: Viereck-Viertelung</ref>

Parkettierungen mit Drachenvierecken

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Einige besondere Parkettierungen enthalten Drachenvierecke. Bekannt ist vor allem die Penrose-Parkettierung.

Polyeder mit Drachenvierecken

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Einige Polyeder haben Drachenvierecke als Seitenflächen. Die Oberfläche von Deltoidalikositetraeder und Deltoidalhexakontaeder, zweier catalanischer Körper, besteht aus kongruenten Drachenvierecken.

Die Rhomboeder, das Rhombendodekaeder und das Rhombentriakontaeder haben sogar Rauten als Seitenflächen. Die genannten Polyeder sind drehsymmetrisch, d. h. sie können durch Drehung um bestimmte Rotationsachsen auf sich selbst abgebildet werden.

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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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<references />