Dümmster anzunehmender User
Der Begriff Dümmster anzunehmender User (von Vorlage:EnS ‚Benutzer‘; kurz DAU) ist ein Ausdruck für Computerbenutzer ohne Grundlagenwissen und Sachverständnis, denen grobe Denk- und Anwendungsfehler im Umgang mit Computern und deren Zubehör unterlaufen. Der Begriff spielt besonders in der Erstellung benutzertauglicher Hard- und Software (Usability) eine Rolle: Programme, die durch einen „dümmsten“ anzunehmenden Benutzer zum Absturz gebracht werden können, sind schlecht geschrieben (Ausnahmebehandlung/Exception-Handling versagt).
Herkunft
[Bearbeiten]Der Begriff entstand in Anlehnung an das Wort GAU (Größter anzunehmender Unfall)<ref>Martin Haase, Michael Huber, Alexander Krumeich, Georg Rehm: Internetkommunikation und Sprachwandel. In: Rüdiger Weingarten (Hrsg.): Sprachwandel durch Computer. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 3-531-12940-6, S. 51–85 (online (S. 17); PDF; 356 kB)</ref> und wurde dann unter anderem im Bereich des Projektmanagements der Informationstechnik übernommen. Wenn etwa einem Programm die Eigenschaft, DAU-tauglich zu sein, zugeschrieben wird, bedeutet dies, dass das Programm auch ohne Hintergrundwissen der zukünftigen Anwender benutzbar und von ihnen intuitiv anwendbar ist (Stichworte Usability-Test und Benutzerfreundlichkeit) und dass auch mögliche Fehlbedienungen eingeplant sind.
Synonyme
[Bearbeiten]Für den Begriff, der oft als Beleidigung aufgefasst wird, gibt es weitere mehr oder weniger gleichwertige Bezeichnungen. Beispiele hierfür sind:
- BDU
- Brain Dead User<ref name=":0">Vorlage:Literatur</ref>
- Deutsch: Hirntoter Benutzer
- UTS
- User Too Stupid
- Deutsch: Benutzer zu Dumm
- EIFOK (Akronym)
- error in front of keyboard<ref name=":1">Vorlage:Internetquelle</ref>
- Deutsch: Fehler befindet sich vor der Tastatur
- ERROR-40
- Fehler 40 (Der Fehler sitzt 40 cm vor dem Monitor)<ref name=":0" />
- FSVG
- Fehler sitzt vorm Gerät<ref name=":0" />
- ID10T
- Schreibweise von „Idiot“, wobei die „1“ ein „i“ und die „0“ ein „O“ darstellt.<ref name=":1" /> (siehe Leetspeak)
- Vorlage:AnkerLuser
- Der Luser ist ein im englischen Sprachraum gebräuchlicher Ausdruck, der sich aus den Wörtern Loser (Verlierer) und User (Benutzer) zusammensetzt. Er entstand um 1975 am MIT. Das dortige Computersystem zeigte vor dem Einloggen eine Statusmeldung, die unter anderem die Anzahl der eingeloggten Benutzer enthielt, zum Beispiel „10 users“. Einer der Anwender bearbeitete das System, so dass es „losers“ statt „users“ anzeigte. Dadurch fühlten sich einige Benutzer angegriffen. In der Folgezeit wechselte der angezeigte Text ständig zwischen den beiden Begriffen, bis irgendjemand als Kompromiss „lusers“ eintrug. Dabei blieb es dann.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Es wird auch angegeben, der Ausdruck sei aus local user entstanden; möglicherweise ist dies aber ein Backronym.
- OSI Layer 8 bzw. Error in Layer 8
- Das OSI-Modell besitzt 7 Layer (Schichten), wobei Layer 7 die dem Benutzer am nächsten liegende Anwendungsschicht ist. Der im Modell nicht eigens beschriebene „Layer 8“ ist damit der Benutzer selbst.
- PEBKAC (Akronym)
- problem exists between keyboard and chair<ref name=":1" />
- Deutsch: Problem befindet sich zwischen Tastatur und Stuhl (auch: ZBuS-Problem, Problem befindet sich zwischen Bildschirm und Stuhl<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>)
- PICNIC (Akronym)
- problem in chair not in computer<ref name=":1" />
- Deutsch: Problem befindet sich auf dem Stuhl, nicht im Computer
Siehe auch
[Bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten]- Peter Winkler: PC Lexikon 2005. Pearson Education Deutschland 2004, ISBN 3-8272-6783-8, S. 276 (eingeschränkte Online-Version (Google Books)).
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references />