Bärlauch

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Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitete und häufige, früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt. Für viele Tiere ist Bärlauch dagegen giftig (→ Zwiebelvergiftung). Bärlauch wird auch Bärenlauch,<ref name="Schmeil1951" /> Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch,<ref name="Löhr1817" /> Hundsknoblauch,<ref name="Löhr1817" /> Hexenzwiebel, Ramsen oder Waldherre genannt.

Beschreibung

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Datei:Allium ursinum — Flora Batava — Volume v11.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 11
Datei:Allium ursinum (Bärlauch) - Blüte.jpg
Blütenstand
Datei:Allium ursinum HC1.JPG
Detailansicht der radiärsymmetrischen, dreizähligen Blüten

Vegetative Merkmale

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Der Bärlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 30 Zentimetern erreicht. Die sehr schlanke, längliche Zwiebel wird aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang. Sie ist umgeben von durchsichtigen, weißlichen oder gelblichen Häuten, die sich später bis auf einige Borsten reduzieren. Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz. Der aufrechte, kompakte Blütenstandsstiel ist dreikantig bis annähernd rund und nur am Ansatz beblättert.<ref name="Hegi1939" />

Es sind meist zwei, selten ein oder drei grundständige, langgestielte<ref name="Garcke" /> Laubblätter vorhanden. Ausgehend vom Blattstiel verbreitern sie sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite<ref name="FloraWeb" /> flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite. Die Blattoberseite glänzt und ist von dunklerem Grün als die matte Unterseite. Der Geruch ist typisch lauchartig.<ref name="Hegi1939" /><ref name="FloraWeb" />

Generative Merkmale

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Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Der Blütenstand wird umschlossen von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzten eiförmig-länglichen Hülle, die ebenso lang oder länger ist als die Blütenstiele und bald abfällt. Die duftenden,<ref name="FloraWeb" /> wenigen bis mehr als zwanzig Blüten stehen in einer flachen Scheindolde, Brutzwiebeln fehlen stets. Die geraden Blütenstiele sind bis 2 Zentimeter lang.<ref name="FloraWeb" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig. Das reinweiße Perigon besteht aus sechs linealisch-lanzettlichen, 8 bis 10 Millimeter langen Blütenhüllblättern, die spitz oder abgestumpft sein können und aufrecht abstehen. Die pfriemlichen Staubblätter sind etwa halb so lang wie die Blütenhüllblätter und am Ansatz verwachsen. Der Griffel endet mit einer einfachen Narbe.<ref name="FloraWeb" /> Die Fruchtstiele sind direkt unter dem Perigon leicht geschwollen, der Fruchtknoten ist tief dreifach gefurcht.<ref name="Hegi1939" />

Die Kapselfrucht enthält wenige Samen.<ref name="Schmeil-FitschenCD" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Schmeil-FitschenCD" />

Verbreitung und Standorte

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Datei:Stara Planina-03.JPG
Bärlauchaspekt im April
Datei:Bärlauch blühend.JPG
Bärlauch zur Blütezeit
Datei:Bärlauch im Schnee.JPG
Früher Austrieb im März

Der Bärlauch ist in fast ganz Europa mit Ausnahme der immergrünen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis nach Westasien (Kleinasien, Kaukasusraum) verbreitet.<ref name="POWO" /><ref name="GRIN" /> Er gedeiht in Höhenlagen von Meereshöhe bis in 1900 Metern (Voralpen). In den Allgäuer Alpen steigt er im Inneren Höfats-Tobel in Bayern in Höhenlagen bis zu 1400 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" />

In Deutschland wächst der Bärlauch besonders im Süden, im Norden seltener.<ref name="Schmeil-FitschenCD" /> Er bevorzugt Beckenlagen und die Auenbereiche größerer Flüsse.<ref name="Stolz2013" /> In Brandenburg und Hamburg wird der Bärlauch in der Roten Liste in der Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt. In Bremen gilt er als extrem selten und in Schleswig-Holstein wird er als potenziell gefährdet (Kategorie 4) eingestuft.<ref>Online-Abfrage der Roten Liste für die BRD und aller Bundesländer.</ref> In Österreich ist er häufig bis zerstreut vorkommend, sehr stark im Leithagebirge, in Osttirol fehlt er, im westlichen und südlichen Alpengebiet Österreichs ist er gefährdet.<ref name="Fischer2008" /> In der Schweiz sind ebenfalls Vorkommen in tieferen und mittleren Lagen nachgewiesen.<ref>Vorlage:Webarchiv (PDF; 154 kB) in der Region Sarnen, OW.</ref>

Nicht an allen Standorten, an denen er in Form großer Bestände vorkommt, ist der Bärlauch auch einheimisch. Mancherorts hat er sich von künstlichen Anpflanzungen aus selbstständig ausgebreitet und ist daher eine Stinsenpflanze. Im Norden von Schleswig-Holstein und im Taunus konnte das anhand mehrerer Vorkommen nachgewiesen werden.<ref name="Stolz2013" />

Er findet sich teils in großen Beständen in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Auen, Schluchten, unter Sträuchern oder an Bächen.<ref name="Hegi1939" /> Der Bärlauch ist ein Nährstoffzeiger, schätzt tiefgründige und humose, lockere, anhaltend feuchte Böden. Zusammen mit dem Buschwindröschen, dem Gelbstern, der Frühlingsknotenblume und dem Lerchensporn gehört er zur Corydalis-Gruppe, die für mäßig feuchte bis feuchte, kalkreiche Böden kennzeichnend ist. Bevorzugte Waldgesellschaften sind Ahorn-, Eschen-, Eichen- oder Ulmen-Mischwälder, in denen er bei entsprechenden Bodenverhältnissen eine Differentialart kalk- und nährstoffreicher Böden ist. Besonders häufig tritt er in Bärlauch-Buchenwäldern (Kalkbuchenwäldern oder Braunmullbuchenwäldern) auf und ist in seiner natürlichen Verbreitung an ozeanische Klimate oder geschützte Standorte gebunden. In solchen geophytenreichen Waldgesellschaften bedecken die Blätter des Bärlauches im zeitigen Frühjahr den gesamten Waldboden. Der Bärlauch kommt in Mitteleuropa zwar nur zerstreut vor, bildet aber häufig Massenvorkommen.<ref name="Ellenberg1986" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w (sehr feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Ökologie

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Zwei bis drei Monate nach dem Austrieb vergilben die Blätter durch Erwärmung der oberen Bodenschicht und verströmen dabei den typischen Knoblauchgeruch. Innerhalb dieser Zeit müssen die Samen ausgebildet bzw. in den Zwiebeln wieder genügend Nährstoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr gespeichert sein.<ref name="Ellenberg1986" />

Ausbreitung

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Die Samen des Bärlauchs tragen zwar Elaiosomen, werden aber dennoch nicht von Ameisen verbreitet. Bärlauch breitet sich durch Anhaftungen von Lehmboden an Tierfüßen (Epizoochorie) aus. Das erklärt auch das häufig sehr fleckenweise Auftreten des Bärlauchs. In Ahorn-Eschenwäldern und Hartholz-Auwäldern kommt auch fließendes Wasser als Ausbreitungsmedium in Frage. Bärlauch bildet sehr viele Samen, ein Quadratmeter Bärlauchbestand kann 9000 Samen pro Jahr bilden.<ref name="Ellenberg1986" />

Er ist ein Kaltkeimer, die Samen müssen also eine Frostperiode durchlebt haben, bevor sie keimen. Trotz seiner langen Keimdauer von zwei Jahren vermehrt sich Bärlauch schnell über seine Zwiebeln und bildet so innerhalb weniger Jahre große Horste. Beim Anbau im Garten muss der Bestand daher gelegentlich eingedämmt werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Nahrungsbeziehungen

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Datei:Cheilosia fasciata fg01.jpg
Larve von Cheilosia fasciata im Blatt.

Unter den Insekten, die den Bärlauch als Wirts- und Nahrungspflanzen nutzen, sind die beiden Schwebfliegen Cheilosia fasciata und Portevinia maculata zu nennen. Die Larven der erstgenannten Art minieren in den Blättern des Bärlauchs, die der zweiten Art im Blattstiel.<ref>Kurt Kormann: Schwebfliegen aus der Umgebung von Karlsruhe (Diptera, Syrphidae) In: Entomofauna – Zeitschrift für Entomologie, Band 14, Heft 3, S. 46, 1993.</ref>

Krankheiten

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Bärlauch wird von den Rostpilzen Melampsora allii-fragilis, Melampsora allii-populina, Melampsora salicis-albae und Puccinia sessilis var. sessilis mit Spermogonien und Aecidien und Puccinia allii mit Uredien und Telien befallen.<ref>Peter Zwetko: [[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] Die Rostpilze Österreichs.] Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1, Uredinales. (PDF; 1,8 MB).</ref>

Systematik

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Der Artname Allium ursinum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus I, S. 300 erstveröffentlicht. Synonyme für Allium ursinum Vorlage:Person sind: Aglitheis ursina Vorlage:Person, Cepa ursina Vorlage:Person, Geboscon ursinum Vorlage:Person, Hylogeton ursinum Vorlage:Person, Ophioscorodon ursinum Vorlage:Person<ref>Vorlage:Tropicos</ref>

Das Artepitheton geht auf das lateinische Adjektiv ursinus, Bär-, Bären- zurück und wurde schon in vorlinnéischer Zeit für den Bärlauch verwendet. Plinius der Ältere bezeichnete den Bärlauch schon als allium ursinum, Johann Bauhin als allium ursinum bifolium vernum sylvaticum.<ref name="Genaust1996" /> Woher die Namensbeziehung zum Bären kommt, ist unbekannt.

Neben der Nominatform Allium ursinum subsp. ursinum mit rauen Blütenstielen findet sich im Osten des Verbreitungsgebietes die Unterart Allium ursinum subsp. ucrainicum Vorlage:Person (Syn.: Allium ursinum var. ucrainicum Vorlage:Person), die sich durch glatte Blütenstiele auszeichnet.<ref name="FloraWeb" />

Inhaltsstoffe

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Frische Blätter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund 0,07 %. Frischmaterial enthält rund 0,5 % Alliin und 0,07 % Methyl-L-cysteinsulfoxid. Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie blattspezifische Lectine vor.<ref name="Wichtl2002" />

Nutzung

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Datei:Bärlauch-Ernte.jpg
Frisch gepflückter Bärlauch

Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze.

Essbare Wildpflanze

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Der Grundgeschmack des Bärlauchs ist scharf, intensiv knoblauchartig und aromatisch.<ref name="Fleischhauer" />

Alle Pflanzenteile des Bärlauchs sind essbar.<ref name="Fleischhauer" /> Genutzt werden aber vorwiegend die Laubblätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz z. B. in Dip-Saucen, Kräuterbutter, Kräuterquark, Kräuterkäse, als Brotbelag, in Pesto oder ganz allgemein in Gemüsegerichten der Frühjahrsküche.<ref name="Fleischhauer" /> Erntezeit für die Blätter ist März bis April.<ref name="Fleischhauer" /> Durch Milchsäuregärung erzeugtes Bärlauch-Kimchi kann auch für viele Monate haltbar bleiben.

Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Daher wird er meist roh und kleingeschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Frühjahr kann Bärlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen. Eine Paste aus Wunder-Lauch hingegen ist markant schärfer und wenig schmackhaft. Nicht so bekannt ist die Verwendung der Knospen der Blütenstände zur Herstellung von Antipasti durch deren Einlegen in Öl, Essig oder Salzlake<ref name="Fleischhauer" /> bzw. von „Bärlauchkapern“.<ref>Von Bärlauchkapern, Wildpflanzen und einem Buch vom 17. April 2010, abgerufen am 1. April 2015.</ref>

Heilpflanze

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Im Mittelalter wurde Bärlauch als Herba Salutaris bezeichnet und als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt. Ihm wurden unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben.<ref name="Wichtl2002" /> Wegen der nützlichen Eigenschaften ist er in der Landgüterverordnung Capitulare de villis Karls des Großen unter den anzupflanzenden Nutzpflanzen und Heilkräutern aufgeführt. Auch im Werk De materia medica des Pedanios Dioskurides wird er, als eine der Arten der Zwiebeln, als entgiftend beschrieben.<ref name="Sobolewska2015" />

In der Volksmedizin wird der Bärlauch heute bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt, aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gegen Gärungsdyspepsien sowie als Karminativum. Weitere Einsatzbereiche sind als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum.<ref name="Wichtl2002" /> Ihm wird eine verdauungsfördernde, entgiftende, antimikrobielle und kreislauffördende Wirkung zugesprochen, die teilweise in pharmakologischen Tests auch bestätigt werden konnte. Alkoholische Extrakte zeigten eine hemmende Wirkung auf die Thrombozytenaggregation. Auch eine Wirksamkeit als ACE-Hemmer und antibakterielle Wirkung wurde nachgewiesen.<ref name="Sobolewska2015" />

Wesentliche Inhaltsstoffe des Bärlauch mit pharmakologischer Wirkung sind verschiedene schwefelhaltige Verbindungen wie Alliin und Methiin, die beim Abbau niedermolekulare organische Disulfide bilden, die für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind. Außerdem ist der hohe Gehalt an Phenolen und Saponinen erwähnenswert.<ref name="Sobolewska2015" />

Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen

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Datei:Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger.png
Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger
Datei:Allium ursinum, Arum maculatum.jpg
Bärlauch (links) und Gefleckter Aronstab (rechts) am gleichen Standort

Trotz der leichten Identifikation durch den knoblauchartigen Geruch, der beim Reiben der Blätter entsteht, wird Bärlauch von unerfahrenen Sammlern immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt.<ref name="kostbarenatur.net">Verwechslungsgefahr: Bärlauch von Maiglöckchen, Herbstzeitlose und anderen Pflanzen unterscheiden</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig und es kommt so immer wieder zu Vergiftungen, teils mit tödlichem Ausgang.<ref>Bundesinstitut für Risikobewertung warnt Sammler vor fatalen Folgen durch Verwechslung von Bärlauch mit giftigen Pflanzen in freier Natur</ref><ref>Vorlage:Webarchiv</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Außer dem Geruch ist die Blattunterseite eine weitere Möglichkeit zur Unterscheidung des Bärlauchs von den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen. Beim Bärlauch ist die Blattunterseite immer matt, bei Maiglöckchen und Herbstzeitlose glänzend.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Ein charakteristisches Merkmal zur Unterscheidung von Bärlauch und Geflecktem Aronstab ist die unterschiedliche Blattnervatur der Pflanzen. Bärlauchblätter sind parallelnervig, Blätter des Gefleckten Aronstabes netznervig.<ref name="kostbarenatur.net" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der ungiftige Wunder-Lauch mit bärlauchartigem Geruch stammt aus derselben Gattung Allium und wird gelegentlich als Berliner Bärlauch oder Seltsamer Lauch bezeichnet.

Rechtliches zur Sammlung von Wildpflanzen in Deutschland

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Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch ist das Sammeln innerhalb von Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern nur dann gestattet, wenn die entsprechende Schutzverordnung es zulässt.

Nach Vorlage:§ des Bundesnaturschutzgesetzes genießt der Bärlauch auch außerhalb von Schutzgebieten einen Mindestschutz, der es untersagt, „ohne vernünftigen Grund wildlebende Pflanzen von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten“ sowie deren „Lebensstätten zu beeinträchtigen oder zu zerstören“.<ref>Vorlage:§</ref> Die Pflanzenteile dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden; die gewerbliche Nutzung von Bärlauchbeständen hingegen bedarf der behördlichen Genehmigung und der des Flächeneigentümers.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Stadtgebiet von Leipzig gibt es Bärlauchdiebstahl in größerem Umfang. Von 2018 bis 2022 gab es 15 Fälle und von Januar bis März 2023 acht Diebstahlfälle. Ende Januar 2023 erwischte die Polizei Personen mit 140 Kilogramm Bärlauch. Im Februar 2023 kam es beim bis dahin größten Fall zum Fund von fast einer Tonne illegal ausgerissener Pflanzen in 40 Säcken verpackt.<ref>Leipzig, Zentrum der Bärlauchdelikte bei spiegelonline; in Der Spiegel, Peter Maxwill: auf Lauchdiebjagd. 14/2023:37</ref> Bei Kupferzell im Hohenlohekreis fasste die Polizei im April 2024 Diebe mit fast 2,5 Tonnen Bärlauch.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Trivialnamen

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Datei:Unterramsern-blazon.svg
Bärlauchblüte im Wappen von Unterramsern

Weitere zum Teil auch nur regional gebräuchliche Bezeichnungen für den Bärlauch sind oder waren: Bärenknufla (Göttingen), Germsel, Hollauch (mittelhochdeutsch), Hollouch (mittelhochdeutsch), großer Knoblauch (mittelhochdeutsch), Kremser (Aargau), Paules (mittelhochdeutsch), Rämsche (niederdeutsch), Rämsen (Göttingen), Rämtern (Entlebuch, Bern), Rame (althochdeutsch), Rames-adra (althochdeutsch), Rames-öre (althochdeutsch), Rampen, Rampsen, Ramsche (Göttingen), Ramsen (Allgäu), Rambs (Schlesien), Ramisch (Schlesien), Ramsel (Schlesien, Thüringen), Ramser (Schlesien, Bern, mittelhochdeutsch), Ramseren, Ransericht (Schlesien), Räpschala (St. Gallen bei Sargans), Ränze (Aargau), Räzschala (St. Gallen), Remese (mittelhochdeutsch), Remsa (St. Gallen, Oberrhein), Remschala (St. Gallen bei Sargans), Remsen (Göttingen) und Zigeunerknoblauch (St. Gallen bei Werdenberg).<ref name="Jessen1882" /> Bärlauchvorkommen gibt es auch in Schweden und Norwegen (hier nur in geschützten Standorten) unter dem Namen Ramslök bzw. Ramsløk/Ramslauk in Anlehnung an die mittelhochdeutsche Bezeichnung, die damals durch Carl von Linné übernommen wurde.

Weitere Illustrationen

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Literatur

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Vorlage:Commons Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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<references> <ref name="GRIN"> Vorlage:GRIN </ref> <ref name="InfoFlora"> Vorlage:InfoFlora </ref> <ref name="FloraWeb"> Vorlage:FloraWeb </ref> <ref name="Löhr1817"> Johann Andreas Christian Löhr: Gemeinnützige und vollständige Naturgeschichte für Liebhaber und Lehrer., 3. Band, Die Pflanzen, erste Abtheilung, mit 57 Abb., Verlag G. Fleischer, Leipzig, 1817, S. 332. </ref> <ref name="Jessen1882"> Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 20. eingescannt. </ref> <ref name="Hegi1939"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band II Teil 2, 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, München 1939, S. 286–288; Digitalisat der Version von 1907 </ref> <ref name="Schmeil1951"> Vorlage:Literatur </ref> <ref name="Ellenberg1986"> Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer Sicht. 4., verbesserte Auflage. Ulmer, Stuttgart 1986, ISBN 3-8001-3430-6, S. 125–129. </ref> <ref name="Genaust1996"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6 (Nachdruck ISBN 3-937872-16-7). </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6. </ref> <ref name="Schmeil-FitschenCD"> Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6 </ref> <ref name="Wichtl2002"> Max Wichtl (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 4. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2002. ISBN 3-8047-1854-X, S. 23f. </ref> <ref name="Fischer2008"> Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9. </ref> <ref name="Stolz2013"> Christian Stolz: Archäologische Zeigerpflanzen: Fallbeispiele aus dem Taunus und dem nördlichen Schleswig-Holstein. Plants as indicators for archaeological find sites: Case studies from the Taunus Mts. and from the northern part of Schleswig-Holstein (Germany). In: Schriften des Arbeitskreises Landes- und Volkskunde, Band 11, 2013, S. 1–30. </ref> <ref name="Sobolewska2015"> Danuta Sobolewska, Irma Podolak, Justyna Makowska-Wąs: Allium ursinum: botanical, phytochemical and pharmacological overview. In: Phytochemistry Reviews, Volume 14, 2015, S. 81–97. doi:10.1007/s11101-013-9334-0 </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Allium ursinum L. In: Plants of the World Online von Royal Botanic Gardens, Kew</ref> <ref name="Fleischhauer">S. G. Fleischhauer, J. Guthmann, R. Spiegelberg, Essbare Wildpflanzen, AT-Verlag, Baden und München, 8. Auflage, 2010, ISBN 978-3-03800-335-9, S. 73–74, 215</ref> <ref name="Garcke">August Garcke: Garcke, Illustrierte Flora, 23. Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin/Hamburg, 1972, S. 128.</ref> </references>

Vorlage:Gesundheitshinweis Vorlage:Normdaten