Apostroph
Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Interpunktionszeichen
Der Apostroph (von Vorlage:GrcS;<ref>Vorlage:Literatur</ref> über spätlateinisch Vorlage:Lang ins Deutsche im 17. Jahrhundert, seit dem 18. Jahrhundert ohne lateinische Endung<ref name="Kluge">Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage</ref><ref name="duden-sprachwissen-apostroph">Vorlage:Internetquelle</ref> – Vorlage:IPA2, Vorlage:Audio – als das Auslassungszeichen [auch das Hochkomma oder der Oberstrich,<ref>Zu früheren und heutigen Bezeichnungen des Apostrophs vgl. auch Joachim Grzega: Von Klammeraffen und Gänsefüßchen: Kultur und Kognition im Spiegel der Satz- und Sonderzeichen. (PDF; 272 kB). Onomasiology Online 8, 2007, S. 1–16.</ref> Mehrzahl: -e]) ist ein Wortzeichen und ein Satzzeichen, das in der deutschen Sprache bestimmte Auslassungen in einem Wort kennzeichnet oder zwingend den Genitiv von Eigennamen verdeutlicht, die im Nominativ bereits auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ß, -z, -x, -ce) enden, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.
Geschichte
[Bearbeiten]Die Verwendung des Apostrophs, auch als Hinterstrich, Nachstrich, Oberstrich, Oberhäklein, Hochkomma, Auslassungszeichen bezeichnet, geht wahrscheinlich bis ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück.<ref name="Mann2009">Vorlage:Internetquelle</ref> Verwendet wurde der Apostroph in seiner Geschichte überwiegend als Auslassungszeichen und zur Markierung des Wortstamms, wie bei Zusammenziehungen oder einem angehängten Genitiv-s.
Mit Johann Christoph Adelung, der den Sprachgebrauch des Deutschen beschrieb und dadurch normativ wirkte, setzte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts der erste deutsche Grammatiker für die Verwendung des Apostrophs bei der Deklination von Eigennamen ein. Auch für einige Fälle von Plural-Apostroph-Verwendungen gab es Beispiele: „die Papa’s, die Uhu’s, die Kadi’s, die Motto’s“.<ref name="Mann2009" /> Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Genitiv-Apostroph-Verwendung nicht unüblich und wurde auch in Lehrbüchern zur deutschen Sprache abgebildet,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> so in Johann Christian August Heyses Lehrbuch der deutschen Sprache (1849):
In dieser Zeit gegründete und traditionsreiche Handelsmarken mit Genitiv-Apostroph sind unter anderem Hoffmann’s Stärkefabriken (gegründet 1850), Beck’s Bier (gegründet 1873) oder Kaiser’s Kaffee Geschäft (gegründet 1880).
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, auch mit dem Wandel des Wissenschaftsparadigmas der Sprachforschung von deskriptiver Linguistik zu einer mehr präskriptiven oder normativen Linguistik, setzte sich eine apostrophkritische Position allmählich durch; beispielsweise sprachen sich Jacob Grimm und Konrad Duden gegen den Genitiv-Apostroph aus.<ref name="Samuel2005">Vorlage:Internetquelle</ref> So wurde 1893 in der 25. durch Otto Lyon überarbeiteten Auflage des Heyse’schen Lehrbuchs der deutschen Sprache die Verwendung des Genitiv-Apostrophs bei Eigennamen nicht mehr gefordert und nur noch für Namen, die auf „s“ enden, gutgeheißen.
Der Duden missbilligte diese Verwendung des Apostrophs zunächst nur: Bei Genitiven sei es „nicht erforderlich“, einen Apostroph zu setzen. In der Ausgabe von 1880 wird der Genitivapostroph nur für Wörter, die auf einen /s/-Laut oder „sch“ enden, empfohlen; daneben wird die Genitivendung auf „-ens“ (wie in Fritzens, Maxens, Franzens) erwähnt.<ref>Konrad Duden: Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 1880.</ref><ref>Konrad Duden: Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache. dritte Auflage 1888.</ref> Doch erst in der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 wurde diese Verwendungsweise eindeutig für regelwidrig erklärt. Fälle des nunmehr fehlerhaften Apostrophgebrauchs sind aber auch noch aus dem 20. Jahrhundert belegt. Wer vor 1901 schreiben gelernt hatte, verwendete häufig weiterhin den Apostroph. So setzte auch Thomas Mann bei Substantiven, die auf Vokal auslauten, regelmäßig den Genitiv-Apostroph: Baron Harry’s,<ref>„Aber der Avantageur schwamm und schwebte, wenn es erlaubt ist, Baron Harry’s Redewendung in übertragener Bedeutung zu gebrauchen.“ In: Thomas Mann: Ein Glück. 1904.</ref> Johnny’s, Erika’s. Auch in den Nietzsche’schen Werken lässt sich eine umfangreiche Nutzung von Genitiv-Apostrophen finden.<ref name="nietzsche">Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Nietzsche’s Werke, I, 024 aus Nietzsche’s Werke, Band I: Die Geburt der Tragödie. Unzeitgemässe Betrachtungen. 1905, S. 9.</ref> Noch am 24. Januar 1945 setzten die Aachener Nachrichten in der ersten nach der Befreiung durch die Alliierten erschienenen Ausgabe einer deutschen Zeitung in der Titelschlagzeile „Alliierte Flugzeuge zerschlagen Rundstedt’s Rückzugskolonnen“ einen Genitiv-Apostroph.
Mit der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 gilt der Apostroph bei Personennamen auch dann wieder als richtig, wenn man mit ihm keine Auslassung kennzeichnet, sondern die Grundform von der Genitivendung -s (oder auch dem Adjektivsuffix -sch) abtrennt und damit verdeutlicht. Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung, die wörtlich den „gelegentlichen Gebrauch“ für diesen Zweck gutheißt, führt dazu die Beispiele Carlo’s Taverne und Einstein’sche Relativitätstheorie auf (§ 97 E).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Duden nennt seit seiner 21. Auflage (1996) Grimm’sche Märchen und Andrea’s Blumenecke als Beispiele.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Seit seiner 22. Auflage (2000) nennt er zusätzlich Ohm’scher Widerstand und Willi’s Würstchenbude und fügt hinter Andrea’s Blumenecke den Vermerk „zur Unterscheidung vom männlichen Vornamen Andreas“ in Klammern an.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Eine solche Unterscheidung wurde vor der Rechtschreibreform nur über den Stammformapostroph vorgenommen: Andreas Blumenecke (die Blumenecke von Andrea) oder Andreas’ Blumenecke (die von Andreas); auch nach reformierter Schreibung ist dies weiterhin eine Möglichkeit zur eindeutigen Unterscheidung.
Verwendung im Deutschen
[Bearbeiten]Das Amtliche Regelwerk in den Fassungen von 1996 bis 2018 regelt in § 96 den obligatorischen Gebrauch des Apostrophs, in § 97 den optionalen als Auslassungszeichen und (§ 97 E) zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens. Den Apostrophgebrauch bei adjektivischen Ableitungen von Eigennamen regelt § 62, die Wirkung von Apostrophen am Satzanfang auf Groß- und Kleinschreibung § 54 (6).
In der insbesondere im Abschnitt „Zeichensetzung“ neu bearbeiteten Fassung des Amtlichen Regelwerks von 2024 finden sich die Regelungen zum Gebrauch des Apostrophs in § 80. Dort wird klargestellt, dass die Verwendung des Apostrophs vor einem Genitiv-s bei Eigennamen nur dann möglich ist, „wenn die Gesamtkonstruktion ein Eigenname ist“, also etwa bei Firmennamen. Beispiele sind „Evaʼs Blumenladen“ (neben „Evas Blumenladen“), aber nur „Evas Mutter“. Den Apostrophgebrauch bei adjektivischen Ableitungen von Eigennamen regelt weiterhin § 62, die Wirkung von Apostrophen am Satzanfang auf Groß- und Kleinschreibung § 54.<ref>Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis. Herausgegeben von der Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung. Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Mannheim 2024.</ref>
In der 29. Auflage des Rechtschreibdudens (2024) finden sich die entsprechenden Regelungen in den Randnummern D 13 bis D 16.<ref>Duden. Die deutsche Rechtschreibung. 29., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Dudenverlag, Berlin 2024.</ref>
Eisenberg-Wahrig 2013 regelt den Apostrophgebrauch in R61 und mit einer Ausnahmeregelung zu R55. Die Zusammenfassung am Ende des Buches auf Seite 94 besagt:
Auslassungszeichen
[Bearbeiten]Ausgelassene Buchstaben
[Bearbeiten]Eine Funktion des Apostrophs ist die Kennzeichnung ausgelassener Buchstaben (Elision); vorwiegend in der Verschriftlichung gesprochener Sprache, vor allem bei Wörtern, die sonst schwer lesbar oder missverständlich wären:
- Heute ist’s kalt. – Heute ist es kalt.
- Hast du noch ’nen Euro? auch: Hast du noch nen Euro? – Hast Du noch einen Euro?
- Das ist so’ne Sache. auch: Das ist sone Sache. – Das ist so eine Sache.
- Was für ’n Blödsinn! Kommen S’ nur herein! – Was für ein Blödsinn. Kommen Sie nur herein.
Bei Auslassungen im Wortinnern in geschriebener Sprache:
- D’dorf für Düsseldorf
- Lu’hafen für Ludwigshafen
- M’gladbach für Mönchengladbach
- K’lautern für Kaiserslautern
- Ku’damm für Kurfürstendamm (auch so gesprochen)
Gelegentlich wird der Apostroph regelwidrig auch bei der Zusammensetzung Präposition + bestimmter Artikel benutzt, beispielsweise in’s, an’s, um’s, zu’r. Nach den gültigen Regeln wird ein Apostroph aber nur empfohlen, wenn die Zusammensetzung ohne Apostroph „undurchsichtig“ wäre (beispielsweise mit’m Fahrrad).<ref>§ 97 der Amtlichen Regelung, Vorlage:Webarchiv</ref> Ebenfalls regelwidrig ist der Apostroph beim vers- und satzrhythmischen Wegfall des e der Endung -en in der 1. und 3. Person Plural Indikativ des Präsens Aktiv sowie des Konjunktivs I.
Auslassungszeichen in der medizinischen Fachsprache
[Bearbeiten]In medizinischen Wörterbüchern war die Verwendung des Apostrophs als Auslassungszeichen bei Adjektiven aus Personennamen üblich. „Ein Apostroph hinter Eigennamen ... bedeutet scher, sche oder sches.“<ref>Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. 21. und 22. Auflage. Verlag von Walter de Gruyter, Berlin/Leipzig 1934, Vorwort, S. IX.</ref> Willibald Pschyrembel verwendete diese Abkürzung von 1934 bis zur 253. Auflage 1977. „Ein Apostroph hinter einem ausgeschriebenen Eigennamen ... bedeutet, daß die Silben -scher, -sche oder -sches zu ergänzen sind.“<ref>Herbert Volkmann (Hrsg.): Guttmanns Medizinische Terminologie. 30. Auflage. Verlag Urban & Schwarzenberg, Berlin/Wien 1941, Vorwort, S. VI. Noch nicht dagegen in der ersten Auflage 1902.</ref><ref>„Ein Auslassungszeichen (') hinter einem ausgeschrieben oder abgekürzten (Initial) Autorennamen bedeutet, daß z. B. s, scher, sche, sches zu ergänzen sind.“ Quelle: Fachwörterbuch der Medizin, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching 1984, ISBN 3-88199-163-8, Vorwort, S. VIII. Wörtlich auch in Das große Wörterbuch der Medizin, Vehling Verlag, Köln / Luzern / Wien ohne Jahr.</ref> „Die flektierten Endungen -scher, -sche, -sches bei Begriffen mit Eigennamen werden durch ein Apostroph ersetzt.“<ref>Maxim Zetkin, Herbert Schaldach (Hrsg.): Wörterbuch der Medizin. 2. Auflage. Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1964, Vorwort, S. XIV. Analog von der 2. nur bis zur 11. Auflage 1980; nicht dagegen in der 1. Auflage 1956 sowie in den Auflagen 12 bis 16.</ref> Mitunter wird statt des Apostrophs auch ein Asterisk verwendet.<ref>„Personennamen (‚Eponym-Begriffe‘) sind durch ein Sternchen (*) gekennzeichnet, das für -s, -sche, -scher, -sches steht und gleichzeitig die Autorenschaft anzeigt.“ Quelle: Lexikon Medizin. 4. Auflage. Elsevier, München ohne Jahr [2005], ISBN 3-625-10768-6, Vorwort, S. IV. In derselben Verlagsgruppe erschien das Roche Lexikon Medizin. In der 5. Auflage, Verlag Urban & Fischer, München/Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, Vorwort, S. X, steht in analoger Wortwahl, dass Personennamen (nicht mehr durch ein Sternchen, sondern) „im Text in KAPITÄLCHEN (Großbuchstaben) gesetzt“ sind. Noch in den ersten vier Auflagen (1. Auflage ohne Jahr [1984], ISBN 3-541-11211-5; 4. Auflage. München / Wien / Baltimore 1998, ISBN 3-541-17134-0) war der Wortlaut wie in der 4. Auflage vom Lexikon Medizin. – Günter Thiele ersetzt in seinem vierbändigen Handlexikon der Medizin (Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr [1980], Band I (A–E), Vorwort, S. IX) bei Eponymen die adjektivische Endung durch einen „nachgesetzten Index-Stern“.</ref> Diese Verwendung des Apostrophs ist außerhalb der medizinischen Fachsprache nicht verbreitet und rechtschreiblich nicht anerkannt.<ref>Duden: Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke. 1. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim 1968, S. XXXII: Diese „Formen sind rechtschreiblich nicht vertretbar und können darum von der Dudenredaktion nicht registriert werden.“ Analog auch in den Folgeauflagen, zum Beispiel in der 7. Auflage, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2003, ISBN 978-3-411-04617-1, S. 39.</ref>
Verdeutlichung der Grundform eines Eigennamens
[Bearbeiten]Es handelt sich hier um den Stammformapostroph. Die Anwendung ist hier optional.
Adjektive von Eigennamen
[Bearbeiten]Nicht als Auslassungszeichen, sondern zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens wird der Apostroph gelegentlich vor der Adjektivendung -sche (-scher, -sches, -schen) gebraucht:<ref>Regeln und Wörterverzeichnis entsprechend den Empfehlungen des Rats für Deutsche Rechtschreibung (PDF) § 97 E, 2010.</ref>
- „die Grimm’schen Märchen“ statt „die grimmschen Märchen“,
- „der Ohm’sche Widerstand“ statt „der ohmsche Widerstand“,
- „die Strauß’schen Walzer“ statt „die straußschen Walzer“.
Genitivbildung
[Bearbeiten]Bei Eigennamen, die auf einen s-Laut enden, wird die Genitivform durch Anfügen eines Apostrophs gebildet, wenn diese Wörter nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben.<ref name="ids2006">Regel § 96(1) (PDF; 740 kB) Rat für Deutsche Rechtschreibung; abgerufen am 29. Januar 2011.</ref> Dies gilt auch, wenn -s, -x, -z in der Grundform stumm sind,<ref name="ids2006" /> und ebenso für aus anderen Sprachen stammende Eigennamen;<ref>Newsletter vom 7. September 2007. Duden; abgerufen am 22. September 2014.</ref> alternativ kann auf die veraltete Genitivbildung mit -ens zurückgegriffen werden: „Klausens Freund Thomas“. Möglich ist in diesem Fall auch die Umschreibung mit „von“ (analytische Formbildung):
- Klaus’ Hut oder Klausens Hut oder der Hut von Klaus
- Ringelnatz’ Gedichte oder Ringelnatzens Gedichte oder die Gedichte von Ringelnatz
- Bordeaux’ Hafenanlagen oder die Hafenanlagen von Bordeaux
- Joyce’ Einfluss oder Joycens Einfluss oder der Einfluss von Joyce
In einigen Fällen (wie im ersten Beispiel) gilt die Umschreibung mit „von“ als umgangssprachlich.<ref>von. Duden online</ref>
Eine häufige Verwendung des Apostrophs ist die als Trennzeichen vor dem Genitiv-s wie bei John’s Warehouse. Nach den unreformierten Rechtschreibregeln war diese Schreibweise im Deutschen generell falsch. Beispiele:
- Petra’s Nagelstudio (früher falsch, heute zulässig) – immer richtig dagegen: Petras Nagelstudio
- Opa’s Lederhose (falsch) – richtig dagegen: Opas Lederhose
Nach der reformierten Schreibung darf der Apostroph beim Genitiv verwendet werden, um die Grundform eines Personennamens zu verdeutlichen. Im Normalfall muss jedoch kein Apostroph beim Genitiv-s verwendet werden.<ref name="duden-sprachwissen-apostroph" /> Beispiele:
- Andrea’s Friseursalon (richtig) – zur Abgrenzung vom Männernamen „Andreas“
- Willi’s Würstchenbude (richtig) – zur Abgrenzung vom englischen Männernamen „Willis“<ref>Duden (24. Auflage, K 16, 2b)</ref>
Allerdings ist die Verwendung beim Genitiv von Eigennamen nach der Rechtschreibreform immer zulässig, auch wenn keine spezifische Abgrenzung zu einem gleich geschriebenen Wort ohne Apostroph intendiert ist. Dies wurde im Juni 2024 durch eine Neuformulierung der Regel nochmals klargestellt: Die Verwendung des Apostrophs zur Abgrenzung des Genitiv-s bei Eigennamen ist möglich, wenn die Gesamtkonstruktion ein Eigenname ist.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
- Bärbel’s Büdchen (richtig) – wurde häufig als Fehler angeprangert, war aber seit der Rechtschreibreform richtig.<ref name="Hierse">Vorlage:Literatur</ref>
Im Gegensatz zu Eigennamen stehen sonstige Wörter, die auf einen s-Laut oder stummes s, x oder z enden, im Genitiv allgemein nicht allein, sondern haben stets einen Artikel, ein Possessivpronomen, Demonstrativpronomen oder Ähnliches bei sich. Daher wird wie im entsprechenden Fall für Eigennamen kein Apostroph verwendet, also:
- die Größe dieses Korpus
- der Name des Pontifex
- der Gewinn des Grand Prix.
In solchen Fällen ist das Voranstellen des Genitivattributs (d. h. die Bildung von Ausdrücken der Form dieses Korpus Größe oder des Grand Prix Gewinn) unüblich.
Sonderschreibung von Eigennamen
[Bearbeiten]- D’horn (Ortsteil von Langerwehe in Nordrhein-Westfalen)
Vorlage:AnkerMundartliche Begriffe
[Bearbeiten]Die in bairischen Dialekten häufigen Phoneme /l̩/ und /n̩/ (silbische Konsonanten) werden in Dialekttexten zumeist ohne weitere Kennzeichnung als „l“ bzw. „n“ geschrieben. Bei der Übernahme solcher Wörter in standarddeutsche Texte ähneln sie in Einzelfällen Formen, in denen standarddeutsch-umgangssprachlich ebenfalls [l̥] bzw. [n̥], in bühnendeutscher Aussprache jedoch [əl] bzw. [ən] gesprochen und deshalb „el“ bzw. „en“ geschrieben wird. Für einen standarddeutsch geprägten Schreiber kann daher fälschlicherweise naheliegen, dass in der Schreibweise ein „e“ ausgefallen und deshalb ein Apostroph zu setzen sei.<ref>Sebastian Beck: Sperrige Mundart. In: Süddeutsche Zeitung. Ausgabe vom 7. Mai 2002, S. 47.</ref>
Ein Beispiel ist die Bezeichnung Wiesn im Bairischen für das dortige Oktoberfest. Diese ist keine Verkürzung des standarddeutschen Plurals Wiesen, sondern die Dialektform des Singulars Wiese. Auf den häufig gesetzten Apostroph Wies’n wird dabei nach der gültigen Rechtschreibung verzichtet.<ref name="duden-sprachwissen-apostroph" />
Diskussion über fehlerhafte Verwendung
[Bearbeiten]Die Verwendung des Apostrophs im Deutschen hat sich im Lauf der Geschichte mehrfach geändert, Auseinandersetzungen über den korrekten Gebrauch sind kein neues Phänomen.<ref name="Mann2009" /><ref name="Samuel2005" />
Bewertungen wie „falsch“ und „richtig“ hängen vom jeweils zugrunde gelegten Regelsystem ab. Im Beispiel Andrea’s Taxi’s gelten nach den älteren Rechtschreibregeln vor der Reform von 1996 beide Apostrophe als falsch. Nach den aktuellen Regeln ist der erste – beim Personennamen – zwar optional zugelassen,<ref name="duden-sprachwissen-apostroph" /> aber jedenfalls nicht nötig und auch nicht empfohlen, denn nach beiden Regelwerken lautet die gängige Form Andreas Taxis. Die deutschen Rechtschreibregeln fordern nur in wenigen Fällen einen Apostroph,<ref name="grammis6212"/> daher ist seine Verwendung oft falsch:
- Bei Auslassungen von „… das“ steht in sehr gebräuchlichen Fällen kein Apostroph:
- falsch: an’s, auf’s, in’s, über’s, unter’s, für’s
- korrekt: ans, aufs, ins, übers, unters, fürs
- Das Fugen-s bei Komposita wird ohne Apostroph abgetrennt:
- falsch: Bahnhof’s-Grill
- korrekt: Bahnhofsgrill
- Beim Plural (auch von Lehnwörtern und Abkürzungen) werden keine Apostrophe gesetzt:
- falsch: Auto’s, Snack’s, CD’s, LKW’s
- korrekt: Autos, Snacks, CDs,<ref name="dwds-CD"/> LKWs<ref name="dwds-LKW"/>
- Ebenfalls regelwidrig ist der Apostroph beim Imperativ der zweiten Person, da der Schwund der Imperativendung -e als regelgemäß akzeptiert ist.
- falsch: Geh’ mit mir!
- korrekt: Geh mit mir!
- Vereinzelt treten auch willkürliche Apostrophe in anderen Fällen auf; meistens werden dabei Wortendungen aus Konsonant und s getrennt:
- falsch: nicht’s, abend’s, recht’s, mittwoch’s
- korrekt: nichts, abends, rechts, mittwochs
- Weitere Beispiele sind
- falsch: Nudel’n, Prenz’lberg
- korrekt: Nudeln, jedoch Prenzl’berg (oder einfach Prenzlberg), B’hofen
Die übermäßig häufige Verwendung wird von einigen Sprachkritikern und Sprachpflegern sehr in Frage gestellt – möglicherweise sowohl als Teil eines prinzipiellen Diskurses um die Rechtschreibreform als auch motiviert von prinzipiellen Sprachpflegebemühungen gegen den Einfluss der englischen Sprache (vgl. Anglizismus).
Ein Teil der Öffentlichkeit und der öffentlichen Medien monierte insbesondere während des Reformprozesses unter polemischen Begrifflichkeiten wie Apostrophitis,<ref>Joachim Grzega: Eigentümlich zeitgenössische Schreibgebräuche: Zur Verwendung von Apostrophen und inneren Großbuchstaben. In: Joachim Grzega: Sprachwissenschaft ohne Fachchinesisch: 7 aktuelle Studien für alle Sprachinteressierten. Shaker, Aachen 2001, S. 71–80. Grzega zeigt auf, dass viele fehlerhafte Verwendungen des Apostrophs zum einen auf Generalisierung des Apostrophs vor jedem End-S zurückgehen, zum anderen als neue Form zur Markierung des Endes eines Wortstamms dienen.</ref> Apostrophenwahn oder Deppenapostroph<ref>Vorlage:Literatur</ref> eine als um sich greifend wahrgenommene exzessive Verwendung des Apostrophs jenseits der Regeln der üblichen deutschen Rechtschreibung. Die Neuregelung der Rechtschreibung von 1996, die wieder eine weitergehende Verwendung des Apostrophs für einige Fälle als Genitivapostroph zuließ, um die Stammform anzuzeigen, stieß in der Presse auf Kritik, entfachte Diskussionen<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> und wurde beispielsweise als „Sieg des Deppenapostrophs“ kritisch kommentiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Mitunter wird falsche Apostroph-Setzung als sich ausbreitendes „Virus“ beschrieben.<ref>Vorlage:Der Spiegel</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Einige Kritiker des zusätzlichen Apostrophs sind der Meinung, dass er die Lesegeschwindigkeit verringere und dass er das Überfliegen von Texten erschwere, da die Aufmerksamkeit von den sinntragenden Wörtern weg zu sinnarmen Syntaxzeichen hingelenkt werde. Zudem führe das Herausragen aus den Buchstabenzeilen und der zusätzliche Leerraum zwischen den Buchstaben zu einem unruhigeren, zerrissenen Schriftbild. Insbesondere auf Schildern im öffentlichen Raum wurden normwidrige Apostrophe negativ wahrgenommen und kritisiert. Viele Kritiker unterstellten den Verwendern eine Überanpassung. Kritiker der Kritiker sehen in der übereifrigen Jagd auf sogenannte Deppenapostrophe einen als Rechtschreibfetischismus beschreibbaren spießbürgerlichen Reflex und kritisieren, dass vielfach auch die zulässige Verwendung des Apostrophs zur Abtrennung von Endungen bei Eigennamen stigmatisiert und angeprangert wird.<ref name="Hierse" />
Im Diskurs äußerten sich auch Linguisten, die einen Nutzen im Genitivapostroph sehen und diesen als „netten Apostroph“ titulieren: „Die Abtrennung des s erleichtert dem Leser das schnellere Verständnis.“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Der Linguist Anatol Stefanowitsch hebt den Nutzen einer weitergehenden Apostrophverwendung zur Markierung der Wortstamm-Grenzen hervor, „wo sonst Verwirrung bezüglich dieser Grenze entstehen könnte“.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Verwendung in anderen Sprachen
[Bearbeiten]Im Englischen
[Bearbeiten]Im Englischen wird der Apostroph zum Anzeigen von Buchstabenauslassung (don’t), Besitzverhältnissen (the cat’s whiskers) sowie teilweise von Pluralformen nicht im Englischen etablierter Wörter (P’s), (late 1950’s) verwendet. Der englische Genitiv Singular wird durch das Anhängen eines durch Apostroph vom Wortstamm getrennten s gebildet, und der englische Genitiv Plural wird durch einen Apostroph nach dem Plural-s gebildet (young male drivers’ attitudes). Ein englischer Unternehmensname besteht gelegentlich aus einem bloßen Genitiv, wie beispielsweise McDonald’s. Dies ist eine im Englischen übliche Ellipse, eine Verkürzung des längeren McDonald’s restaurant oder McDonald’s corporation. So heißt es auch üblicherweise im Englischen: Vorlage:" (wörtlich: „Ich gehe zu des Fleischers“), das eigentliche Substantiv, der „Laden“, wird lediglich mitgedacht. Die Nichtunterscheidung der geschriebenen Genitiv- und Pluralformen wird im englischen Sprachraum wie auch im Deutschen als falsch angesehen und gelegentlich als „greengrocer’s apostrophe“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> (engl.: „Gemüsehändler-Apostroph“) bezeichnet.
Im Englischen wird das irische Namenspräfix Ó mit O’ wiedergegeben (z. B. O’Hara).
Vor dem 19. Jahrhundert war es im Englischen wie auch im Deutschen<ref name="Mann2009" /> noch üblich, den Plural von Substantiven mit fremdem Wortklang (banana’s, pasta’s, ouzo’s) mit einem Apostroph zu bilden, um die Aussprache zu verdeutlichen; dies wird heute in der englischen formalen Schriftsprache nicht mehr als korrekt angesehen.<ref>Lynne Truss: Eats, Shoots & Leaves. S. 63–65.</ref>
In weiteren Sprachen
[Bearbeiten]Ein Pluralapostroph (vergleichbar dem des Englischen des 19. Jahrhunderts) existiert jedoch z. B. noch in der modernen niederländischen Sprache, zusammen mit dem Genitiv-Apostroph für einige Vokalenden.<ref>Alexandra Kleijn: Zoff um den Apostroph. 13. Mai 2013.</ref>
In einigen Sprachen wird der Apostroph zur Vermeidung eines Hiatus (lat. Vokalzusammenstoß) mittels Elision (lat.: ēlīdere ~ herausschlagen, herausstoßen) verwendet. Während im Deutschen ein Vokalzusammenstoß nur im Wortinneren, zumeist mit einem Hiattrenner, umgangen wird (österreichisch, aber amerika-n-isch), werden beispielsweise in der französischen und italienischen Sprache auch beim Zusammentreffen zweier Vokale am Wortende und -anfang die des ersten Wortes (meist eines Artikels) durch einen Apostroph ersetzt. Zwei Beispiele:
- Fr.: „la apostrophe“ wird zu „l’apostrophe“. Anm.: auf den Apostroph folgt kein Leerzeichen.
- It.: „una amica“, eine Freundin, wird zu „un’amica“. Man schreibt aber: „un amico“, denn nach „un“ (als Apokope von „uno“, d. h. bei männlichen Substantiven) darf kein Apostroph verwendet werden.
Im Tschechischen und Slowakischen sieht das Hatschek (ˇ) bei Kleinbuchstaben mit Oberlängen wie ein nachgestellter Apostroph aus, so dass der Apostroph als Ersatz für das Hatschek gebraucht wird, wenn das Originalzeichen nicht vorhanden ist. Beispiel: d’ statt ď.
Im Somali ist er das Zeichen für den Glottisschlag.
Häufigkeit
[Bearbeiten]Die Häufigkeit von Apostrophen in verschiedenen Sprachen wurde anhand von Übersetzungen umfangreicher Texte (das Evangelium und der Entwurf der Europäischen Verfassung, Anzahl der Apostrophe in 9000 Sätzen – also bezogen auf Schlusspunkte)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> verglichen. Daraus ergab sich:
| Französisch | Italienisch | Englisch | Deutsch | Spanisch |
|---|---|---|---|---|
| ≈ 1.100 | ≈ 660 | ≈ 55 | einige | einige |
Verwendung in Umschriften anderer Schriftsysteme
[Bearbeiten]In der lateinischen Umschrift des Chinesischen (Pinyin) und des Japanischen (Hepburn-System) fungiert der Apostroph als Silbentrennungszeichen.
Veraltet wird das Hochkomma für Aleph/Alif und Ajin/ʿAin in der lateinischen Umschrift des Hebräischen und Arabischen genutzt; gemäß den mit Stand 2021 aktuellen Fassungen der DIN 31636 und DIN 31635 ist hierfür jedoch der schließende ʾ bzw. der öffnende Hochhalbkreis ʿ vorgesehen. Bei Aleph/Alif im Anlaut eines Wortes können sowohl Hochkomma als auch schließender Hochhalbkreis fehlen, da in der deutschen Hochsprache bei jedem Wort, das mit einem Vokal beginnt, ein dem Aleph/Alif entsprechender Konsonant, der Kehlknacklaut, gesprochen wird.
Verwendung in Programmiersprachen
[Bearbeiten]Der Hochstrich (gerader Apostroph, Unicode U+0027) wird in zahlreichen Programmiersprachen paarweise als Anführungszeichen verwendet, um Zeichen als Datenobjekte (so z. B. in C und C++) oder Strings (so z. B. in Pascal und Delphi) einzuschließen. In einigen frühen Varianten von Algol 60 wurden so Schlüsselwörter eingeschlossen.
Als Einzelzeichen – also tatsächlich äußerlich ähnlich einem Apostroph – wird er in Ada verwendet. In C++ wurde er mit der Version C++14 als Zeichen zur Zifferngruppierung eingeführt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Andere Verwendungen
[Bearbeiten]In der Schweiz wird häufig der gerade Apostroph ' in Schreibweisen wie 34'034 als Tausendertrennzeichen verwendet, wobei diese Schreibweise von der schweizerischen Bundeskanzlei als veraltet eingestuft wird.<ref name="schweiz">Vorlage:Literatur Zur Schreibung von Dezimalzahlen siehe Seite 79, Abschnitt 5.1.2, §512.</ref>
Korrekte Verwendung ähnlicher Zeichen
[Bearbeiten]Speziell bei Eigennamen werden auch dem Apostroph zwar ähnliche, aber im Details abweichend aussehende Zeichen verwendet; die Verwendung eines Apostrophs (Hochkommas oder eines geraden Hochstrichs) ist in solchen Fällen ein Rechtschreibfehler.
Im Hawaiischen und Tongaischen ist das ʻOkina (tonganisch: fakauʻa) ein eigenständiger Buchstabe, der einem kopfstehenden Hochkomma ähnelt. Dieses Zeichen findet sich auch in Namen von Himmelskörpern, speziell solchen, die am Mauna-Kea-Observatorium in Hawaii entdeckt und von den dortigen Entdeckern benannt wurden. Ein prominentes Beispiel ist ʻOumuamua, das erste als interstellar klassifizierte Objekt im Sonnensystem.
In der wissenschaftlichen Transliteration wird beispielsweise gemäß ISO 9 und der darauf basierenden DIN 1460 für die Umschrift des kyrillischen ь für das Russische und andere Sprachen der Umschrift-Aufwärtsstrich (Unicode: U+02B9 Vorlage:Kapitälchen) verwendet, ein gerader rechtsgeneigter Hochstrich, der also einem Minutenzeichen ähnelt. Dieses Zeichen wird auch gemäß DIN 31636 zur Umschrift des hebräischen Geresch verwendet.
In der Transliteration des Arabischen werden gemäß DIN 31635 für die Buchstaben ʿAin und Hamza der öffnende bzw. schließende Hochhalbkreis verwendet (Unicode: U+02BF Vorlage:Kapitälchen bzw. U+02BE Vorlage:Kapitälchen). Die gleichen Zeichen werden auch gemäß DIN 31636 zur Umschrift des hebräischen Ajin bzw. Aleph verwendet. Speziell hier geht bei einer fehlerhaften Ersetzung durch einen Apostroph die Unterscheidung zwischen diesen beiden Buchstaben verloren.
- Apostrophe und ähnliche Zeichen in Namen
-
Tatsächlicher Apostroph (Hochkomma) in europäischen Namen
-
Umschrift-Aufwärtsstrich (Unicode U+02B9) in wissenschaftlicher Transliteration des Russischen für das ь
-
Öffnender Hochhalbkreis (Unicode U+02BF) in Transliteration des Arabischen für ʿAin
Typografische Form
[Bearbeiten]Die Form des Apostrophs stammt aus seiner Verwendung in Manuskripten, wo er durch einen Punkt mit einem nach unten weisenden Abstrich, der im Uhrzeigersinn gekrümmt ist, gezeichnet wurde, ähnlich einem hochgestellten Komma. Der in der Typografie verwendete Apostroph gibt diese Form wieder. In späteren Grotesk-Schriften ist die Form des Apostrophs, analog zur Form des Kommas, stärker geometrisch oder stilisiert.
Digitale Typografie
[Bearbeiten]Typografisch korrekt
[Bearbeiten]- Der typografisch korrekte Apostroph: ’ (Unicode:
U+2019,RIGHT SINGLE QUOTATION MARK) ist ein kleiner, leicht von rechts oben nach links unten geneigter Bogen, der einem hochgestellten Komma oder einer Ziffer 9 ähnelt und sich auf der Höhe der Oberlängen der Schrift befindet.<ref>Friedrich Forssman, Ralf de Jong: Detailtypografie. 2. Auflage. Mainz 2004, ISBN 3-87439-642-8, S. 182: Form: kleine hochstehende 9</ref> Das genaue Aussehen ist abhängig vom verwendeten Schriftschnitt. Per Tastatureingabe kann der typografisch korrekte Apostroph wie folgt eingegeben werden:- Deutsche Tastatur: Bei Verwendung der Tastaturbelegung E1 gemäß der deutschen Norm DIN 2137 (wie schon mit der Tastaturbelegung T2 gemäß der älteren Normfassung DIN 2137:2012-06) durch Vorlage:Taste+Vorlage:Taste
- unter Windows durch Vorlage:Taste+Vorlage:TasteVorlage:TasteVorlage:TasteVorlage:Taste auf dem Ziffernblock, oder alternativ über die Tastenfolge Vorlage:TasteVorlage:TasteVorlage:TasteVorlage:Taste, Vorlage:Taste+Vorlage:Taste
- unter macOS bei deutscher Tastaturbelegung mittels Vorlage:Taste+Vorlage:Taste+Vorlage:Taste, bei deutsch-schweizerischer Tastaturbelegung mittels Vorlage:Taste+Vorlage:Taste+Vorlage:Taste
- unter Linux/X mittels Vorlage:Taste+Vorlage:Taste+Vorlage:Taste (bzw. Vorlage:Taste+Vorlage:Taste+Vorlage:Taste oder Vorlage:Taste+Vorlage:Taste bei neueren deutschen Layouts)
- beim Neo-Tastaturlayout über Vorlage:Taste+Vorlage:Taste
- bei einer Tastaturbelegung mit aktivierter Compose-Taste auch durch Drücken von Vorlage:Taste+Vorlage:Taste+Vorlage:Taste erzeugt werden.
- Das Ersatzzeichen ' ist ein gerader, senkrechter Strich (Unicode
U+0027,APOSTROPHE), welcher nur bei entsprechenden technischen Beschränkungen anstelle des korrekten Apostrophs eingesetzt wird. Erzeugt wird es- beim deutschen Tastaturlayout über die Tastenkombination Vorlage:Taste+Vorlage:Taste
- bei Schweizer Tastaturen ist rechts neben der Vorlage:Taste eine Taste Vorlage:Taste, welche das Ersatzzeichen direkt ausgibt.
Das Ersatzzeichen ' (U+0027) wird außerdem bei anderen Gelegenheiten verwendet:
- In Programmiersprachen dient es als Symbol mit unterschiedlichen Bedeutungen, zum Beispiel in bestimmten BASIC-Dialekten als Kommentarzeichen oder in an C angelehnten Programmiersprachen zur Kennzeichnung eines Literals des Datentyps char (Beispiel:
'A'). - Weiterhin dient (U+0027) als Ersatzzeichen für nicht eingebbare ähnliche Zeichen, insbesondere stellvertretend für die Prime als Einheitenzeichen für Fuß (Einheit) und Winkelminute (Beispiel: 60' statt 60′). (Die Prime ist auf der Tastaturbelegung E1 gemäß DIN 2137 nunmehr eingebbar.)
Typografisch falsch
[Bearbeiten]In frühen Computer-Zeichensätzen wie 7-Bit-ASCII war ebenso wie auf vielen Schreibmaschinen kein typografisch korrekter Apostroph vorgesehen, stattdessen wurde der gerade Apostroph Vorlage:Taste (Vorlage:EnS) als Ersatzzeichen angeboten. Auch der meist für westeuropäische Sprachen verwendete Zeichensatz Latin-9/ISO 8859-15 verzichtet auf ein entsprechendes Zeichen. Weiterhin wird das Zeichen in den meisten modernen Tastaturbelegungen nicht berücksichtigt und muss bei Bedarf durch Tastenkombinationen erzeugt werden. Viele Computerprogramme (etwa für Textverarbeitung) können auch automatisch die gewünschte Zeichensetzung erkennen und typografisch falsche Apostrophe in korrekte umwandeln.
Eine Nebenentwicklung der Apostrophsetzung ist, dass heute bisweilen eines der diakritischen Zeichen Akut (´) und Gravis (`) – beide eingebbar über die Taste Vorlage:Taste – oder das rechte einfache typografische Anführungszeichen (‘) anstelle des eigentlichen Apostrophs (’) gesetzt wird, da die automatische Korrektur beim Eingeben eines Vorlage:Taste direkt nach einem Buchstaben ein ‘ erzeugt, sich diese Zeichen optisch ähneln und den Schreibenden der Unterschied nicht bekannt oder bewusst ist.
Textverarbeitungsprogramme in den Anfang der 2020er Jahre verbreiteten Versionen ersetzen bei aktivierter Autokorrektur häufig einen eingegebenen Hochstrich ('), ohne dabei immer korrekt festzustellen, ob das Eingabezeichen für einen Apostroph oder ein einfaches Anführungszeichen steht. Speziell führt bei solchen Zeichen innerhalb eines Wortes – wo tatsächlich in erster Linie ein Apostroph anzunehmen ist – die Ersetzung durch ein schließendes Anführungszeichen bei englischen Anführungszeichen zum korrekten Ergebnis, bei deutschen jedoch zu einem kopfstehenden Hochkomma. Daher sieht man diesen typografischen Fehler seit dieser Zeit häufiger. Stand November 2021: Aktuelle Versionen von Microsoft Word und LibreOffice weisen das Problem nicht auf und setzen die Eingabe eines Hochstrichs innerhalb eines Wortes korrekt in ein aufrechtes Hochkomma um.
Ab der Windows-11-Version 24H2 gibt es eine erweiterte Tastaturbelegung, mit der man den typografischen Apostroph direkt mit der Tastenkombination Vorlage:Taste+Vorlage:Taste eingeben kann.
Aufstellung ähnlicher Zeichen
[Bearbeiten]Zur erleichterten Unterscheidung sind die Zeichen vergrößert dargestellt. Das typografisch korrekte Zeichen ist grün hinterlegt, das in der Schweiz akzeptierte Ersatzzeichen gelb und falsche Zeichen mit semantisch anderer Bedeutung rot.
| Zeichen | Name | Unicode-Zeichenwert |
|---|---|---|
| ’ | Apostroph (typografisch korrekt) | U+2019 |
| ' | Ersatzzeichen für den Apostroph | U+0027 |
| ʼ | Ejektiv-Zeichen (IPA) | U+02BC |
| ˈ | Betonungszeichen (IPA) | U+02C8 |
| ´ | Akut | U+00B4 |
| ` | Gravis | U+0060 |
| ‘ | Einfaches schließendes Anführungszeichen | U+2018 |
| ′ | Prime, Fuß, Bogenminute | U+2032 |
| ʻ | gedrehter Apostroph (z. B. für ʻOkina) | U+02BB |
Darstellung in HTML/XML
[Bearbeiten]Für eine korrekte Darstellung in HTML-Dokumenten kann entweder der Apostroph direkt eingegeben oder eine Entität (Vorlage:EnS) benutzt werden. Zwei Entitäten stehen zur Verfügung:
| Art | Zeichen-Entität | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Name | hexadezimal | dezimal | |||
| ’ | Apostroph (typographisch korrekt) | ’ | ’<ref>Character entity references in HTML 4. Abgerufen am 2. Juli 2012.</ref>
|
’
|
’
|
| ' | Ersatzzeichen für den Apostroph | ' | '<ref>Predefined Entities in XML 1.0. Abgerufen am 2. Juli 2012.</ref><ref>HTML 5 – The HTML Syntax – Named character references. w3.org. Abgerufen am 26. Mai 2015.</ref> (ab HTML 5)
|
'
|
'
|
Trivia
[Bearbeiten]Die Form war namengebend für das antarktische Apostrophe Island.
Literatur
[Bearbeiten]- Christina Bankhardt: Tütel, Tüpflein, Oberbeistrichlein. Der Apostroph im Deutschen. Institut für Deutsche Sprache (IDS), Mannheim 2010, ISBN 978-3-937241-31-9 (= Arbeitspapiere und Materialien zur deutschen Sprache, Band 39).
- Petra Ewald: Aus der Geschichte eines Zankapfels: Zur Entwicklung der Apostrophschreibung im Deutschen. In: Ursula Götz, Stefanie Stricke (Hrsg.): Neue Perspektiven der Sprachgeschichte. Internationales Kolloquium des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 11. und 12. Februar 2005. (= Germanistische Bibliothek. Band 26). Zentrum für Mittelalterstudien (Bamberg). Winter, Heidelberg 2006, ISBN 3-8253-5153-X, S. 139–161.
Weblinks
[Bearbeiten]Vorlage:Commons Vorlage:Wiktionary
- Vorlage:Internetquelle
- Vorlage:Literatur
- Wolf Peter Klein: Kalb’s Leber ist eben frühneuhochdeutsch. In: FAZ. 8. Januar 2014, S. N5.
- Vorlage:Internetquelle
- Samuel Camenzind: Der Apostroph. (PDF; 455 kB). Seminararbeit. C. Dürscheid, Zürich 2005.
- Michael Mann: Der Apostroph in der Diskussion: Ein Beitrag zur Debatte um ein umstrittenes Zeichen. (Zur Verwendung des Apostrophs vom 17. Jahrhundert bis heute).
- Chapter 6.2, General Punctuation (PDF; 14 MB) The Unicode Standard 14.0, insbesondere ab S. 274 (englisch)
- Vorlage:Internetquelle
- Vorlage:Internetquelle
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references responsive> <ref name="grammis6212"> http://grammis.ids-mannheim.de/rechtschreibung/6212</ref> <ref name="dwds-CD"> https://www.dwds.de/wb/CD#1</ref> <ref name="dwds-LKW"> https://www.dwds.de/wb/LKW</ref> </references>