Neuruppin

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland

Neuruppin (Vorlage:IPA, plattdeutsch: Reppin) ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin im Norden des Landes Brandenburg. Sie ist der traditionelle Hauptort des Ruppiner Landes. Zum Gedenken an den hier geborenen Dichter Theodor Fontane trägt sie den Beinamen Fontanestadt. Neuruppin gilt bisweilen als Vorlage:"<ref>Vorlage:Literatur</ref>.

Geographie

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Vorlage:PanoViewer

Geographische Lage

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Neuruppin ist eine der flächengrößten Städte Deutschlands. Die Stadt Neuruppin liegt etwa 60 km nordwestlich von Berlin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Im Süden erstreckt sie sich entlang des Ruppiner Sees, der vom Rhin durchflossen wird, und umfasst Ortsteile wie die Kernstadt Neuruppin und Alt Ruppin. Im Norden erstreckt sie sich über die Ruppiner Schweiz bis in die übrige Wittstock-Ruppiner Heide, die teilweise als Truppenübungsplatz Wittstock militärisch genutzt wurde.

Stadtgliederung

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Zur Stadt Neuruppin gehören seit den Eingemeindungen 1993 die in der Tabelle aufgeführten Ortsteile und Wohnplätze.<ref>Vorlage:Webarchiv Gebietsstand: 1. Januar 2009, Ministerium des Innern des Landes Brandenburg (Dienstleistungsportal der Landesverwaltung); abgerufen am 30. Dezember 2009.</ref>

Ortsteile Gemeindeteile Wohnplätze
Alt Ruppin, Buskow, Gnewikow, Gühlen-Glienicke, Karwe, Lichtenberg, Krangen, Molchow, Neuruppin (Kernstadt, kein offizieller Ortsteil), Nietwerder, Radensleben, Stöffin, Wulkow, Wuthenow Binenwalde, Boltenmühle, Kunsterspring, Neuglienicke, Pabstthum, Radehorst, Rheinsberg-Glienicke, Seehof, Steinberge, Stendenitz, Zermützel, Zippelsförde Alte Schäferei, Ausbau Nietwerder, Ausbau Wulkow, Bechlin, Birkenhof, Bürgerwendemark, Bütow, Dietershof, Ferienpark Klausheide, Fristow, Gentzrode, Gildenhall, Heidehaus, Hermannshof, Lietze, Musikersiedlung, Neumühle, Quäste, Rägelsdorf, Roofwinkel, Rottstiel, Stöffiner Berg, Tornow, Treskow

Hinzu kommt die Wüstung Krangensbrück.

Klima

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Geschichte

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Vor dem Stadtbrand (bis 1787)

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Datei:Prospectus Ruppinensis ac Wuthenowiensis (1694), Ausschnitt.jpg
Neuruppin um 1694

Die vorgeschichtliche Besiedelung des Landes reicht von der mittleren Steinzeit über die jüngere Bronzezeit mit erst germanischen, später dann slawischen Siedlungen (im Altstadtbereich – u. a. „Neuer Markt“ – und im Umland) an den Ufern des Ruppiner Sees. In spätslawischer Zeit wurde dieses Gebiet vom Stamm der Zamzizi besiedelt, dessen Zentrum vermutlich die Slawenburg Ruppin auf der Insel Poggenwerder bei Alt Ruppin war. Nach dem Wendenkreuzzug 1147 und der Eroberung des Landes durch deutsche Adlige wurde um 1200 auf dem Amtswerder, einer Halbinsel neben der Insel Poggenwerder, die Burg Ruppin (auch Planenburg) als große Niederungsburg und politisches Zentrum der Herrschaft Ruppin errichtet. Im nördlichen Vorgelände entstand eine Marktsiedlung mit Nikolaikirche, östlich daran und jenseits des Rhins der „Kietz“: die Stadt (Olden Ruppyn) Alt Ruppin war entstanden.

Südwestlich des Burgortes entstand seit Anfang des 13. Jahrhunderts unter Beibehaltung des Namens Ruppin die Siedlung des heutigen Neuruppin mit Nikolaikirche und angerartigem Straßenmarkt.

Das damalige (Neu-)Ruppin war eine planmäßige Stadtgründung der Grafen von Lindow-Ruppin, einer Nebenlinie der Arnsteiner, die in Alt Ruppin residierten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1238. Eine Erweiterung der ursprünglichen Marktsiedlung Alt Ruppin, hin zur heutigen Stadt Neuruppin, erfolgte wahrscheinlich bereits vor der Gründung des Dominikanerklosters 1246 als erste Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder durch den ersten Prior Wichmann von Arnstein. Die Verleihung des Stendaler Stadtrechtes erfolgte am 9. März 1256 durch Günther von Arnstein. Die Befestigung der Stadt erfolgte im 13. Jahrhundert durch Palisaden und ein Wall-Grabensystem, später wurde sie durch Mauern und Wall-Grabenanlagen befestigt; 24 Wiekhäuser und zwei hohe Türme verstärkten die Stadtmauern. Dazu kamen drei Tore, das Altruppiner/Rheinsberger Tor im Norden, das Berliner/Bechliner Tor im Süden und das Seetor im Osten. Die vollständige Ummauerung erfolgte spätestens gegen Ende des 15. Jahrhunderts.

Neuruppins ältester Teil war ein langgestreckter Anger, begleitet von zwei parallelen Straßen zwischen dem südlichen und nördlichen Stadttor, im Süden darauf die älteste Kirche Neuruppins (St. Nikolai). Die Hauptstraße Neuruppins war seit Mitte des 16. Jahrhunderts gepflastert. Quer durch Neuruppin, von Nordwesten zum See hin, verlief der aus der Ruppiner Mesche kommende Klappgraben zur Versorgung der Stadt mit Brauchwasser und zur Entwässerung, der 1537 zum Teil zugeschüttet und nach dem Stadtbrand 1787 als offener Kanal in der Schinkelstraße erneuert wurde.

Neuruppin gehörte im Mittelalter zu den größeren nordostdeutschen Städten. Erhalten sind aus dieser Zeit unter anderem Teile der Stadtmauer, Teile der Klosterkirche St. Trinitatis (1246), die St. Georgs-Kapelle (1362), das Siechenhospital (1490)<ref>Das Siechenhospital diente unter anderem der Behandlung von Leprakranken. Siehe dazu auch die Daten der Gesellschaft für Leprakunde mit einer Übersicht über alle mittelalterlichen Leprosorien in Berlin und Brandenburg unter muenster.org</ref> mit der 1491 geweihten St.-Lazarus-Kapelle sowie Reste des Seeviertels. Die mittelalterliche Stadt hatte einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 700 m × 700 m, der an der Ostecke auffällig abstumpft. Die Ost-Südost-Seite grenzt an den Ruppiner See.

Zur Feier eines Friedensvertrages veranstaltete Kurfürst Joachim I. 1512 in Neuruppin ein dreitägiges Ritterturnier, Vorlage:".<ref>Vorlage:FontaneWanderungen</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Nach dem Aussterben der Grafen von Lindow-Ruppin 1524 kam Neuruppin als erledigtes Lehen an den Kurfürsten Joachim I. Der Dreißigjährige Krieg verwüstete auch Neuruppin und ließ seine Bewohner verarmen. Besonders in der Zeit um 1638 war die Stadt mehrfach der Einquartierung und Ernährung der durchziehenden wechselnden Kriegsparteien ausgesetzt.

Im Zuge der Reformation fiel der Klosterbesitz um 1540 an den Kurfürsten. 1564 schenkte Kurfürst Joachim II. von Brandenburg das durch die Einführung der Reformation in Brandenburg 1541 aufgelassene Kloster der Stadt.<ref name="meier" /> In diese Zeit fällt eine in der Klosterkirche abgebildete Legende über eine Maus, die eine Ratte verfolgt. Damit wurde der Legende ein Bild gegeben, dass die Einführung der Reformation unter den im Neuruppiner Kloster lebenden Mönchen sehr ängstlich gesehen wurde: „Eher jagt eine Maus eine Ratte, als das Kloster evangelisch wird.“<ref>Vorlage:FontaneWanderungen</ref>

1365 wurde die Neuruppiner Lateinschule zum ersten Mal urkundlich erwähnt, die zeitweilig überregionale Bedeutung besaß. Ihre Geschichte ist seit 1477 gut dokumentiert.<ref>Heinrich Begemann: Die Lehrer der Lateinischen Schule zu Neuruppin 1477–1817. Beilage zum Jahresbericht Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Neuruppin, Neuruppin, 1914</ref> 1777 übernahmen Philipp Julius Lieberkühn und Johann Stuve die Schulleitung und reformierten die Schule im Basedowschen Sinne, was allgemeine Beachtung fand.<ref name="meier" />

Mit dem Edikt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm v. Brandenburg 1685 siedelten sich in ihrer französischen Heimat verfolgte Hugenotten an, die in die Städte der Mark über 50 unbekannte, neue Gewerke mitbrachten und somit entscheidend am Wiederaufbau des vom Dreißigjährigen Krieg (1618–1649) schwer gezeichneten Landes mitwirkten.

1688 wurde Neuruppin eine der ersten Garnisonsstädte Brandenburgs. Hier war Kronprinz Friedrich 1732–1740 nach seinem erfolglosen Fluchtversuch und anschließender Haft in Küstrin Inhaber des Regiments zu Fuß Kronprinz. In dieser Zeit wurde Bernhard Feldmann auf Wunsch des Kronprinzen sein Leibarzt und später auch Stadtphysikus. Seine Abschriften historisch interessanter Ratsakten gelten als wichtigste Sammlung von Quellen zur frühen Stadtgeschichte, da die Originalakten beim Stadtbrand 1787 vernichtet wurden. Zeitweilig lag der Anteil der Soldaten und zivilen Truppenangehörigen bei 1500 von 3500 Einwohnern.<ref name="schultze">Vorlage:Literatur</ref> Erst mit dem Abzug der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland 1994 verlor Neuruppin diesen Status.

Ab 1740 hatte der Orgelbauer Gottlieb Scholtze seine Werkstatt in Neuruppin, der u. a. die Orgel in Rheinsberg baute.

Stadtbrand und Wiederaufbau (1787–1803)

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Datei:Neuruppin Friedrich Wilhelm II.jpg
Denkmal für Friedrich Wilhelm II.

Ein Einschnitt in die Entwicklung der Stadt war der Flächenbrand vom Sonntag, dem 26. August 1787. Das Feuer brach in einer mit Getreide gefüllten Scheune am Bechliner Tor am Nachmittag aus und breitete sich rasch aus. Nur zwei schmale Bereiche am Ost- und Westrand der Stadt blieben erhalten. Insgesamt 401 bürgerliche Häuser, 159 Neben- und Hintergebäude, 228 Ställe und 38 Scheunen, die Pfarrkirche St. Marien, das Rathaus, die reformierte Kirche und das Prinzliche Palais wurden zerstört.<ref name="zadow">Vorlage:Literatur</ref> Menschenleben waren nicht zu beklagen. Der Sachschaden wurde mit fast 600.000 Talern beziffert. Die Feuerkasse ersetzte ca. 220.000 Taler, eine spezielle Kirchenkollekte erbrachte 60.000 Taler, die preußische Regierung stellte 130.000 Taler Retablissementsgelder für den Wiederaufbau der Stadt bereit. Insgesamt wandte der Staat in den folgenden Jahren über eine Million Taler auf.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Datei:Neuruppin 1789.jpg
Plan der Stadt Neuruppin, 1789, Bernhard Mattias Brasch

Der seit 1783 in der Stadt tätige Stadtbaudirektor Bernhard Matthias Brasch (1741–1821) setzte die Vorgaben der Wiederaufbaukommission um und beaufsichtigte die entsprechenden Arbeiten. Diese erfolgten 1788–1803 und zwar nach einem einheitlich geplanten Grundriss.<ref>Ulrich Reinisch: Der Wiederaufbau der Stadt Neuruppin nach dem großen Brand von 1787 oder: wie die preußische Bürokratie eine Stadt baute. Nach den Akten rekonstruiert und erläutert = Forschungen und Beiträge zur Denkmalpflege im Land Brandenburg 3. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2001, ISBN 978-3-88462-173-8</ref> Braschs Plan sah die Erweiterung der Stadt von 46 auf knapp 61 Hektar bei Beseitigung der Wälle zwischen Tempelgarten und See vor. Die beiden eng zusammenliegenden Nord-Süd-Straßen wurden zu einer Achse, der späteren Karl-Marx-Straße, vereinigt. Es entstand ein rechtwinkliges Netz von Straßen mit durchgängig zweigeschossigen Traufenhäusern. Lange breite Straßen, unterbrochen durch stattliche Plätze, und Häuser in einer Transformationsarchitektur, die barocke, manieristische und gotische Gestaltungsmittel mit klassizistischen Strömungen vermischt,<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> prägen seit jener Zeit das Stadtbild. Diese städtebaulichen Reformprinzipien sind gut erkennbar. So entstand mit dem Wiederaufbau eine in dieser Originalität einzigartige klassizistische Stadtanlage. Abgeschlossen war der Wiederaufbau bereits im Jahr 1803. Lediglich die Fertigstellung der Pfarrkirche St. Marien (erbaut 1801–1806 von Philipp Bernard François Berson unter der Mitwirkung von Carl Ludwig Engel) zog sich aufgrund von statischen Problemen bis zum Jahr 1806 hin.

Wiederaufbau im 19. Jahrhundert (1804–1900)

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Datei:Neuruppin1850.jpg
Handkolorierter Neuruppiner Bilderbogen, um 1850

Johann Bernhard Kühn (1750–1826) begann in Neuruppin mit der Produktion der Bilderbogen, thematisch gestalteten und über lange Zeit handkolorierten Einblattdrucken. Sein Sohn Gustav Kühn (1794–1868), der die väterliche Firma 1819 übernahm, erreichte mit diesen Auflagen von zum Teil über drei Millionen Stück pro Jahr (z. B. zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71). Die Drucke wurden mit der Aufschrift Neu-Ruppin, zu haben bei Gustav Kühn weltweit bekannt. Zwei weitere Unternehmen produzierten die preiswerten, wegen der anfänglichen Leseunkundigkeit seiner Käufer beliebten Bilderbogen: Philipp Oehmigke und Hermann Riemschneider sowie Friedrich Wilhelm Bergemann. Alle drei Bilderbogen-Produzenten schafften es, sich in der deutschen Bilderbogenhersteller-Konkurrenz (über 60 Firmen in ganz Deutschland) zu behaupten und über lange Zeit die führenden Plätze einzunehmen.

Im September 1820 kam das Infanterie-Regiment 24 mit Stab und zwei Bataillonen nach Neuruppin, während das Füsilier-Bataillon in Prenzlau Garnison bezog.<ref>Franz von Zychlinski: Geschichte des 24. Infanterie-Regiments, Band 2 (1816–1838, Vorlage:URN). Mittler, Berlin 1908, S. 36.</ref> Das Regiment war 1813 andernorts aufgestellt worden, und hatte an den Befreiungskriegen und der Okkupation Frankreichs teilgenommen. Zunächst wurde das Regiment in Neuruppiner Bürgerquartieren untergebracht.

1877 richtete der Orgelbauer Albert Hollenbach seine Werkstatt in Neuruppin ein. Von ihm stammen u. a. Orgeln in den Kirchen der Ortsteile Bechlin, Buskow, Karwe, Nietwerder und Storbeck sowie der Siechenhauskapelle in der Altstadt Neuruppins.

Nach 1880 wurde Neuruppin Mittelpunkt eines Nebenbahnnetzes, das bis 1945 von der Ruppiner Eisenbahn AG betrieben wurde. Dieses strahlte nach Fehrbellin–Paulinenaue (1880), Kremmen–Berlin und Wittstock–Meyenburg (1899) und Neustadt beziehungsweise Herzberg (1905) aus. Hierfür wurde über den Ruppiner See ein Bahndamm aufgeschüttet, der den See 2,5 Kilometer vom Nordufer entfernt in Ost-West-Richtung quer durchschneidet.

Im Jahr 1893 wurde am Südrand der Kernstadt die Landesirrenanstalt Neuruppin errichtet.

Die Stadt im 20. Jahrhundert

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Seit 1905 werden Feuerlöscher in Neuruppin hergestellt. Insbesondere die Minimax-Feuerlöscher waren aufgrund leichter Handhabung schnell weit verbreitet.

Im Ersten Weltkrieg wurde eine Fliegerstaffel in Neuruppin stationiert und ein Flugplatz angelegt.<ref name="schultze" />

1921 wurde im Ortsteil Gildenhall eine Freilandsiedlung vom Baumeister und Siedlungstechniker Georg Heyer (1880–1944) begründet, deren Ziel es war, Künstler und Kunsthandwerker zum gemeinsamen Wohnen und Arbeiten zu versammeln, um gemeinsam Produkte des Alltags bezahlbar für alle und in kunsthandwerklicher Form zu kreieren und herzustellen. Sie versammelte namhafte Künstler und Kunsthandwerker und bestand bis 1929.

Datei:Notgeld Neuruppin 1Mio r.jpg
Neuruppiner Notgeld von 1923 mit Stadtmotiven

1926 wurde die neben dem Bahndamm über den Ruppiner See gelegene Straße fertiggestellt. Die Siedlungen Gildenhall und Kolonie Wuthenow erhielten so einen direkten Anschluss an Neuruppin. 1929 wurden diese Siedlungen eingemeindet, nachdem bereits 1928 der Gutsbezirk Treskow eingemeindet worden war.<ref name="schultze" />

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden im Juni 1933 mehr als 80 politische Gegner des Regimes, vor allem Sozialdemokraten, Juden und Kommunisten, in ein von der SA betriebenes provisorisches Gefängnis innerhalb der Gebäude einer zu diesem Zeitpunkt stillgelegten Brauerei an der Altruppiner Allee verschleppt. SA-Angehörige folterten und misshandelten hier viele der Gefangenen. An sie erinnert ein während der sowjetischen Besatzungszeit 1947 geschaffener Gedenkstein sowie das 1981 auf Veranlassung der SED-Bezirksleitung erstellte Figurenensemble, welches das ursprüngliche Mahnmal am Schulplatz ersetzte.

1934 wurde der Militärflugplatz Neuruppin als Fliegerschule Neuruppin neu belebt.

Die etwa 90 jüdischen Bürger der Stadt wurden während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet. Ihr 1824 eingerichteter Alter Friedhof wurde glimpflich behandelt, erhaltene jüdische Grabsteine wurden auf Anordnung des damaligen Regimentskommandeurs der Wehrmacht, Paul von Hase, auf den Neuen Friedhof (Evangelischer Friedhof) umgesetzt. Seit dem 17. November 2003 erinnern Stolpersteine in der Kernstadt und in Alt Ruppin an die ermordeten jüdischen Einwohner.<ref name="stolperstein" />

Für die „Aktion T4“ im Rahmen der Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus diente die Landesirrenanstalt Neuruppin als Zwischenanstalt für die NS-Tötungsanstalt Brandenburg und die NS-Tötungsanstalt Bernburg. Deshalb war die Zahl der Patienten von 1.971 am 1. Januar 1937 auf 4.197 am 1. April 1940 gestiegen. 1941 waren von den 1.797 Planbetten nur noch 1.147 belegt. 1943 wurde der größere Teil der Patienten in der Aktion Brandt in andere Anstalten verlegt.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Das Krankenhaus wurde während des Zweiten Weltkriegs teilweise auch als Reservelazarett genutzt. Nach 1945 dienten Teile der Einrichtung als Bezirkskrankenhaus. Am 20. September 2004 wurden auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken sechs Stolpersteine symbolisch für die Euthanasieopfer der ehemaligen Landesirrenanstalt gelegt.<ref name="stolperstein">Vorlage:Internetquelle</ref>

Am 1. Mai 1945 erreichten die sowjetischen Streitkräfte Neuruppin und bereiteten den Beschuss der Stadt vom gegenüberliegenden Seeufer aus vor. Jedoch gelang es einem Unbekannten, am Turm der Klosterkirche eine weiße Fahne zu hissen, ebenso geschah es an der Pfarrkirche. So konnte eine Zerstörung verhindert werden.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Nördlich vom Bahnhof Rheinsberger Tor wurde ein sowjetischer Ehrenfriedhof eingerichtet, auf dem über 220 sowjetische Soldaten bestattet wurden.<ref name="taiga">Vorlage:Internetquelle</ref>

Neuruppin wurde zu einer der größten Garnisonen der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD).<ref name="taiga" /> Die sowjetischen Streitkräfte nutzten den unmittelbar nördlich der Kernstadt gelegenen Militärflugplatz, dessen Betrieb zu erheblicher Lärmbelästigung in der Stadt führte. 1989 führten massive Demonstrationen der Neuruppiner im Zusammenhang mit den Plänen zur Weiternutzung des Truppenübungs- und Luft-Boden-Schießplatzes Wittstock zur Schließung des Flugplatzes.

Bis ca. 1950 befand sich in der Innenstadt das Theater Die neue Bühne. Betrieben wurde es im Rahmen des Landesverbands der Deutschen Volksbühne und hatte bis zu 95 Mitarbeiter.<ref>Markus Kluge: Altes Neuruppiner Theater wird erforscht und Eine Theatergeschichte ohne Happy End, in: Ruppiner Anzeiger vom 26. April 2013</ref>

1951 wurden in Neuruppin die Elektro-Physikalischen Werkstätten gegründet als Produzent elektronischer Bauelemente. Ab 1970 wurden sie als Elektro-Physikalische Werke (EPW) zum größten Leiterplattenhersteller der DDR mit bis zu 3500 Werktätigen ausgebaut.<ref name="meier" /> Später war der Betrieb ein wesentlicher Bestandteil des Kombinat Mikroelektronik. Zu DDR-Zeiten befand sich in Gühlen-Glienicke das Kinderferienlager Frohe Zukunft DDR.

1952 wurde Neuruppin infolge der Kreisgebietsreform der DDR Kreisstadt des gleichnamigen Kreises im Bezirk Potsdam.

Infolge der Wende und friedlichen Revolution in der DDR wurde im Jahr 1990 das Land Brandenburg neu gegründet, der Kreis Neuruppin blieb vorerst bestehen.

Neuruppin als sozialistische Kreisstadt 1970–1989

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Planungen für die Entwicklung einer modernen Kreisstadt mit bis zu 100.000 Einwohnern wurden ab Mitte der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre vorgenommen. Grundlage dafür waren die vorgesehene industrielle und verwaltungstechnische Entwicklung der Kreisstadt Neuruppin. Seit den 1970er Jahren wurde der VEB Elektrophysikalische Werke Neuruppin aufgebaut, der die gesamte Leiterplatten-Produktion für die Mikroelektronik- und Unterhaltungstechnik-Industrie der DDR übernehmen sollte. Der VEB Feuerlöschgerätewerke Neuruppin als Hauptproduzent von Handfeuerlöschern der im RGW zusammengeschlossenen Ostblockstaaten und das Volkseigene Backwarenkombinat als Hauptproduzent von Backwaren aller Art für die Kreisstadt und den Kreis Neuruppin wurden erheblich erweitert. Dies alles erforderte den Zuzug von hochqualifizierten Leitungs-, Forschungs- und Entwicklungskräften sowie vielen tausend Arbeitskräften. Die bis Ende der 1960er Jahre ansässige Stammbevölkerung von Neuruppin reichte dafür nicht aus. Bei den Planungen wurde auch die verkehrsgünstige Lage am Kreuzungspunkt von vier wichtigen Nebenbahnstrecken der Deutschen Reichsbahn mit günstiger Nord-/Südanbindung für den Güter- und Personenverkehr und die in Planung und später im Bau befindliche Autobahn Berlin-Rostock/Hamburg (heute A24 und A19) einbezogen. Die Planungen zu einer sozialistischen Kreisstadt sahen unter anderem den Bau mehrerer Wohnkomplexe außerhalb der bis 1968 existierenden Siedlungsfläche der Stadt und die Umgestaltung der außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer gelegenen Altstadt vor. Ab den 1970er Jahren folgende städtebauliche Projekte umgesetzt:

  • Aufbau des „VEB Elektrophysikalische Werke Neuruppin“
  • Aufbau des „Volkseigenen Kombinats Backwaren Neuruppin“
  • Ausbau des „VEB Feuerlöschgerätewerk Neuruppin“
  • 1961: Bau der Poliklinik (Neustädter Straße) zur ärztlichen Versorgung
  • 1970–1974: Bau des Wohnkomplexes (WK) I Junckerstraße / Thomas-Mann-Straße / Franz-Maecker-Straße (DDR-Wohnungsbauserie IW 64 Typ Brandenburg)
  • 1970–1972: Bau der Straßenachsen E-Straße (zu Anfang ohne Namen E-Straße = Entlastungsstraße um das Stadtzentrum, seit 1973 Heinrich-Rau-Straße) und der Zubringer Nord und Süd zur Autobahn (heute A 24)
  • 1972: Einrichtung eines bis heute nach Taktfahrplan funktionierenden ÖPNV durch Stadtbuslinie Neuruppin
  • 1972–1974: Bau des Wohnkomplexes (WK) II Hermann-Matern-Straße / Erich-Schulz-Straße / August-Fischer-Straße / Anna-Hausen-Straße (DDR Wohnungsbauserie IW 64 Typ Brandenburg)
  • 1970–1974: Bau und Eröffnung von Kinderkombinationen (Kinderkrippe und Kindergarten) in den Wohnkomplexen I und II, Bau und Eröffnung der POS Theodor Fontane / Karl-Liebknecht und der EOS Karl-Friedrich Schinkel, Eröffnung von Kaufhallen in den Wohnkomplexen I und II
  • 1978–1980: Erweiterung des Wohnkomplexes I durch Lückenbebauung (DDR-Wohnungsbauserie WBS 70) zwischen WK I (Junckerstraße) und WK II (Hermann-Matern-Straße), ab 1982 Ergänzung durch Delikatladen, Obst- und Gemüsehandel und Wohngebietsgaststätte in Kombination mit FDJ-Jugendclub 019 (heute Clubdisco und Nachtbar „Club 019“), Bau des Bürgerhauses im Wohnkomplex II als Wohngebietsgaststätte, Veranstaltungssaal und Schülerspeisung der POS Theodor Fontane / Karl Liebknecht
  • 1980–1991: Bau des Wohnkomplexes III (DDR-Wohnungsbauserie WBS 70) Heinrich-Rau-Straße / Bruno-Salvat-Straße / Otto-Grotewohl-Straße / Otto-Winzer-Straße / Rudolf-Wendt-Straße, zum Teil mit seniorengerechten Wohnungen

Die historische Altstadt Neuruppins blieb aus Kostengründen, aber auch durch den Denkmalpflege-Status von weiteren Umgestaltungen zu DDR-Zeiten verschont. Der dem Leitbild der autogerechten Stadt folgende Bau einer vierspurigen Schnellstraße – von der Fehrbelliner Straße entlang der jetzigen Regattastraße über Bollwerk, Seedamm / Steinstraße kreuzend, in Richtung Wittstocker Allee führend<ref>Generalbebauungsplan-Neuruppin, Präzisierung 1980, Leitlinienplanung Wohnkomplex III, Plan der Einordnung in die Gesamtstadt, Plannummer 218/255. Büro für Städtebau beim Rat des Bezirkes Potsdam. rot gestrichelte Linie; digipeer.de</ref> – standen finanzielle Engpässe der DDR entgegen. Die Umsiedelung des VEB Feuerlöschgerätewerks Neuruppin und ein Immobilienausgleich der durch die Sowjetarmee in Anspruch genommenen Flächen und Gebäude zwischen Bollwerk und dem VEB Feuerlöschgerätewerk ließ die Wirtschaftskraft der DDR schon Mitte der 1970er Jahre nicht mehr zu.

Die 1970er Jahre

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Neuruppin wuchs durch die Ansiedlung und den Ausbau von Technologie und Industrie, die wirtschaftlich für die DDR und die RGW-Staaten und als Export in das NSW (nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet) gegen Devisen bedeutend war, 1970 bis 1989 von einer Kleinstadt mit rund 18.000 Einwohnern auf 33.000 Einwohner durch Zuzug unterschiedlich vorgebildeter Menschen aus allen Teilen der DDR. Hinzu kamen die Vertragsarbeiter und Lehrlinge aus den sozialistischen Bruderstaaten Vietnam, Angola, Kuba sowie die mit rund 12.000 Mann stationierten sowjetischen Streitkräfte (inklusive ihrer Familien). So entwickelte sich in den neuen Wohnkomplexen I bis III eine vielschichtige Bevölkerung.

Die Altstadt Neuruppin 1980–1990

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Aus Kosten- und Denkmalschutzgründen blieb die Altstadt Neuruppin von den geplanten modernen Umgestaltungen verschont, verfiel aber bis Ende der 1970er Jahre merklich. Seit Beginn der 1980er Jahre besann sich die SED der DDR auf die historische Geschichte der Städte. So wurde die Altstadt Neuruppins unter Mitwirkung des damaligen Bürgermeisters Harald Lemke von 1980 bis 1986 nach klassizistischem Vorbild saniert.

Zukunft Wohnkomplex I bis III

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Entgegen dem Trend nach der Wende 1989 im Bundesland Brandenburg wurden in den Wohnkomplexen I bis III keine Wohngebäude abgerissen. Alle Wohnungen der Wohnkomplexe I bis III Neuruppin befinden sich zu 100 % in kommunaler oder genossenschaftlicher Verwaltung (Statistik Stand: 2015) und sind zu 99 % vermietet.

Neuruppin nach den Eingemeindungen 1993

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Vorlage:Kasten

Datei:Rathaus in Neuruppin 3.jpg
Rathaus von Neuruppin
Datei:OPR Neuruppin Klinik 03.jpg
Haus I der Ruppiner Kliniken

Bei der Neubildung der Landkreise, die am 6. Dezember 1993 in Kraft trat, ging der Landkreis Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf. Am selben Tag wurde Neuruppin durch Eingemeindung der Stadt Alt Ruppin sowie der Gemeinden Buskow, Gnewikow, Gühlen-Glienicke, Karwe, Krangen, Lichtenberg, Molchow, Nietwerder, Radensleben, Stöffin, Wulkow und Wuthenow deutlich vergrößert.

Bis 1991 war Neuruppin noch Standort der 12. sowjetischen Panzerdivision. Die Kasernen wurden später im Rahmen der Expo 2000 als Außenprojekt zu Wohnhäusern umgebaut. Teile des Flugplatzes dienen nun noch dem Segelflug.

1996 gingen die damalige Landesklinik Neuruppin und das Bezirkskrankenhaus als Ruppiner Krankenhaus als Teile der Ruppiner Kliniken GmbH in die Trägerschaft des Landkreises Ostprignitz-Ruppin über. Die Ruppiner Kliniken sind damit einer der größten regionalen Arbeitgeber.<ref>Geschichte. Ruppiner Kliniken GmbH; abgerufen am 30. Dezember 2009.</ref>

Die Evangelischen Kirchenkreise Ruppin und Wittstock/Dosse fusionierten 1998 zum Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. Neuruppin verlor dadurch den Sitz des Superintendenten an Wittstock.

Am 11. März 1998 wurde der Stadt die Zusatzbezeichnung Fontanestadt verliehen.<ref>Verleihung der Zusatzbezeichnung Fontanestadt. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 11. März 1998. In: Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 13, 9. April 1998, S. 407</ref>

Am 1. Januar 2001 wurde in Neuruppin die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption als Nachfolge der Abteilung für DDR-Unrecht und Bezirkskriminalität gegründet. Sie ist zuständig für Korruptionsdelikte im ganzen Land Brandenburg.<ref>Vorlage:Webarchiv abgerufen am 25. Januar 2011.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Am 7. September 2002 fand in Neuruppin der 7. Brandenburgtag mit circa 230.000 Besuchern statt. Unter dem Eindruck des Elbhochwassers im Juli 2002 in Sachsen spendeten zahlreiche Künstler wie Udo Lindenberg und Gerhard Schöne ihre Gage für die Flutopfer.<ref>Vorlage:Webarchiv brandenburg-tag.de; abgerufen am 28. Februar 2010.</ref>

Im Mai 2009 wurde erstmals öffentlich bekannt, dass das Grundwasser unter einem Neubaugebiet am Ruppiner See mit Halogenkohlenwasserstoffen kontaminiert ist. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin als zuständige Umweltbehörde gab zu, von der Umweltbelastung seit 1999 durch Messungen bei früheren Bauvorhaben gewusst zu haben.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Am 12. Mai 2011 erhielt die jodhaltige Thermalsole Neuruppin die erste staatliche Anerkennung einer Heilquelle im Land Brandenburg.<ref>Vorlage:Webarchiv Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg.</ref> Die Thermalsole wird durch die Fontane-Therme am Rande der Altstadt im Wellness-Betrieb und zu Heizzwecken genutzt.

Am 21. Mai 2024 wurden von der Staatsanwaltschaft in Neuruppin fünf Klimaaktivisten angeklagt. Es ist die erste Anklage, die eine deutsche Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen Mitglieder der „Letzten Generation“ erhebt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr Einwohner
1875 12 706
1890 14 712
1910 18 920
1925 19 014
1933 21 291
1939 24 559
Jahr Einwohner
1946 26 040
1950 25 556
1964 22 424
1971 22 369
1981 25 650
1985 26 844
Jahr Einwohner
1990 27 002
1995 32 795
2000 32 598
2005 32 145
2010 31 599
2015 30 715
Jahr Einwohner
2020 30 764
2021 31 002
2022 31 555
2023 31 951
2024 31 962

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)<ref>Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. (PDF) statistik-berlin-brandenburg.de, S. 18–21</ref><ref>Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7</ref><ref>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)</ref>, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

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Stadtverordnetenversammlung

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Die Stadtverordnetenversammlung von Neuruppin besteht aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,0 % zu folgendem Ergebnis:<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024</ref>

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019<ref>Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019</ref>
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
AfD 10,9 % 4 20,9 % 7
CDU 18,6 % 6 18,4 % 6
SPD 18,1 % 6 15,8 % 5
Pro Ruppin 12,8 % 4 13,6 % 4
Bündnis 90/Die Grünen 13,1 % 4 10,4 % 3
Die Linke 15,9 % 5 Vorlage:08,4 % 3
Wir in Neuruppin Vorlage:06,7 % 2
Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin Vorlage:03,8 % 1 Vorlage:02,6 % 1
Einzelbewerberin Marion Liefke Vorlage:01,8 % 1
FDP Vorlage:02,3 % 1 Vorlage:01,3 %
Freie Wähler Neuruppin Vorlage:04,5 % 1
Insgesamt 100 % 32 100 % 32

Bürgermeister

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Vor der Städtereform

  • um 1786: Goering<ref name="zadow" />
Nach der Städtereform 1808
  • 1810–1816: Braun<ref name="schultze" />
  • 1816–1822: Balthasar Friedrich Knoevenvogel
  • 1822–1851: Ernst Adolph Bienengräber
  • 1852–1888: Ch. L. G. von Schulz
  • 1889–1899: Adolf Trenckmann
  • 1899–1923: Max Warzecha
  • 1923–1933: Kurt Blümel
  • 1934–1945: Kurt Krüger
  • 1945: Reinhold Meyer<ref name="meier">Brigitte Meier: Fontanestadt Neuruppin – Eine Stadtgeschichte in Daten. Karwe 2003</ref>
  • 1945: Karl Hochstädt
  • 1945: Hermann Huch
  • 1945–1946: Richard Schulz
  • 1946–1948: Trude Marx<ref>Petra Torjus (Hrsg.): Elf Frauen die Neuruppin bewegten. Neuruppin 2011</ref>
  • 1948–1949: H. Schulz<ref name="meier" />
  • 1949–1951: Joseph Robiné
  • 1951–1953: Otto Herms
  • 1954–?: Max Hartmann
  • 1957–1965: Bruno Salvat
  • 1965–1970: Günter Weigt
  • 1970–1978: Gerd Hohlfeld
  • 1978–1988: Harald Lemke
  • 1988–1990: Rainer Frank
  • 1990–1991: Silke Bringmann
  • 1991–1994: Joachim Zindler
Nach den Eingemeindungen 1993

Ruhle wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 29. November 2020 mit 56,7 % der gültigen Stimmen gewählt.<ref>Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 29. November 2020</ref> Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.<ref>Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74</ref>

Umgang mit Korruption

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Im Jahr 2004 machte Neuruppin Schlagzeilen durch Korruption und Vetternwirtschaft. Angesichts der Häufung dieser Skandale in der Kommunalpolitik bekam die Stadt im Laufe von deren Aufarbeitung Spitznamen wie „Märkisches Palermo“ oder „Klein Palermo“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> und „Korruppin“.<ref name="Korruption">Alexander Fröhlich: Stadt unter Filz, Tagesspiegel vom 17. September 2008, abgerufen am 21. September 2008</ref><ref name="TS2010">Vorlage:Literatur</ref>

Der ehemalige CDU-Stadtverordnete Olaf Kamrath wurde 2006 als „Kopf“ der XY-Bande rechtskräftig unter anderem wegen bandenmäßigen Rauschgiftdelikten zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.<ref name="Korruption" />

2007 erfolgte mit dem Urteil gegen den ehemaligen Stadtverordneten Reinhard Sommerfeld (Neuruppiner Initiative) die bislang einzige rechtskräftige Verurteilung eines Mandatsträgers in Deutschland wegen Abgeordnetenbestechung.<ref>Andreas Vogel: Vorlage:Webarchiv In: Märkische Allgemeine, Dosse Kurier, 20. Oktober 2007.</ref>

Der frühere Landtagsabgeordnete Otto Theel (Die Linke) wurde am 15. Mai 2008 wegen Vorteilsnahme im Amt während seiner Amtszeit als Neuruppiner Bürgermeister zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er legte sein Landtagsmandat anschließend nieder.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Im September 2008 trennte sich die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin von ihrem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Josef Marckhoff, der von seinem Arbeitgeber anlässlich seines eigenen 60. Geburtstages eine circa 55.000 Euro teure Feier ausrichten ließ. Das Datum fiel zusammen mit dem 160. Firmenjubiläum.<ref name="Korruption" />

Der ehemalige Geschäftsführer der kommunalen Stadtwerke Neuruppin Dietmar Lenz wurde mit dem Vorwurf, mehr als 500.000 Euro am Aufsichtsrat vorbei zur Unterstützung des Sportvereins MSV Neuruppin ausgegeben zu haben, am 19. März 2009 wegen schwerer Untreue und Vorteilsannahme zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Ende 2009 starb er durch Suizid.<ref>Vorlage:Webarchiv, MAZ vom 30. Dezember 2009.</ref> Eine Bürgerinitiative initiierte mit Hilfe der beiden einschlägig vorbestraften Otto Theel und Reinhard Sommerfeld ein Abwahlbegehren gegen Bürgermeister Jens-Peter Golde. Golde wurden vom Bürgerbegehren „Kein weiter so!“ mangelnde Führungsqualität, Nichterfüllung seines Wahlprogramms und Gefährdung von Neuruppiner Arbeitsplätzen vorgeworfen. Es scheiterte nach eigenen Angaben im Februar 2010 mit 5079 der erforderlichen 5300 Unterschriften.<ref name="TS2010" /><ref>Bürgerbegehren „Kein weiter so!“, Presseerklärung vom 8. Februar 2010.</ref>

Seit dem 1. Januar 2016 ist Neuruppin neben Bonn, Hamm (Westfalen), Potsdam, Leipzig und Halle (Saale) sechstes korporatives kommunales Mitglied bei Transparency International.<ref>Beitritt als kommunales Mitglied bei Transparency International zum 1. Januar 2016 (PDF; 93 kB) Neuruppin.de</ref>

„Neuruppin bleibt bunt“

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Im Vorfeld einer geplanten Demonstration rechtsradikaler Gruppierungen in der Kernstadt Neuruppins am 1. September 2007 bildete sich das überparteiliche Aktionsbündnis Neuruppin bleibt bunt und organisierte eine Gegenveranstaltung mit circa 1000 Teilnehmern.<ref>Neuruppin bleibt bunt</ref><ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Am 5. September 2009 organisierte das Aktionsbündnis angesichts einer weiteren geplanten Demonstration rechtsradikaler Gruppierungen eine Reihe von Aktionen zu Zivilcourage entlang der Demonstrationsstrecke.<ref>Vorlage:Webarchiv MAZ, 28. August 2009; abgerufen am 23. September 2015.</ref> Am 27. März 2010 organisierte Neuruppin bleibt bunt angesichts eines Demonstrationszugs der rechtsradikalen Freien Kräfte Neuruppin mit 350 Teilnehmern das Demokratiefest Demokratie im Quadrat mit 2000 Teilnehmern.<ref>Tausendfach Protest gegen Rechtsextreme, Schweriner Volkszeitung vom 28. März 2010</ref> Am 6. Juni 2011 erhielt das Aktionsbündnis für seine Arbeit die Auszeichnung Band für Mut und Verständigung. Im November 2011 fand unter Protest von Neuruppin bleibt bunt gegen den Willen der Stadt ein Parteitag der NPD in Neuruppin statt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Aktionsbündnis konnte, durch breites zivilgesellschaftliches Engagement, mit kulturellem Bühnenprogramm auf dem Schulplatz und einer Blockade zum ersten Mal den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ stoppen. Die rechtsextremen Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland hatten die Demonstration für den 6. Juni 2015 organisiert.<ref>Kein Durchkommen für Neonazis – Tag der deutschen Zukunft dieses Jahr in Neuruppin erstmals blockiert. neues-deutschland.de, 8. Juni 2016.</ref> Unter dem Motto „Nie wieder heißt nie wieder“ hat das Bündnis zu mehreren Demonstrationen unter dem Motto „Solidarität wieder entdecken, Demokratie erhalten – gegen rechte Hetzte“ aufgerufen. Bei diesen wurde dazu aufgerufen, bei einer Fotoaktion Gesicht zu zeigen für Demokratie und Menschenrechte. Die Fotos wurden auf Plakaten und auf der Internetseite in-neuruppin.de veröffentlicht.

Wappen

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Vorlage:Wappenbeschreibung

Flagge

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„Die Flagge ist Rot - Weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.“

Dienstsiegel

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Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Stadt mit der Umschrift Vorlage:Inschrift.

Städtepartnerschaften

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Neuruppin ist Partnerstadt von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz seit 1990, Nymburk in Tschechien seit 1994, Babimost in Polen seit 2005, Certaldo in Italien seit 1968, Niiza in Japan seit 2003.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Sehenswürdigkeiten und Kultur

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Vorlage:Hauptartikel

Sakrale Bauten

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Datei:Radensleben Campo Santo 2007.jpg
Campo Santo derer von Quast, restauriert (2007)

Weltliche Bauten

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Datei:Neuruppin Tempelgarten Villa.jpg
Villa im Tempelgarten
  • fast vollständig erhaltene Stadtmauer: teilweise mittelalterliche Stadtbefestigung, teilweise Akzisemauer aus späterer Zeit
  • Fontane-Geburtshaus mit Löwen-Apotheke
  • UpHus, das zweitälteste erhaltene Fachwerkhaus der Stadt, erbaut 1694
  • Predigerwitwenhaus: In diesem Gebäude lebte Karl Friedrich Schinkel mit seiner Mutter von 1787 bis 1794.
  • Altes Gymnasium: Es wurde im Jahr 1790 gebaut. Schinkel, Fontane und Wilhelm Gentz gingen dort zur Schule. Nach der Sanierung 2012 ist es wieder zentrales Kultur- und Bildungshaus mit Sitz der städtischen Jugendkunstschule, der Stadtbibliothek, der Musikschule des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, der Geschäftsstelle der Theodor Fontane Gesellschaft e. V. und einer Abteilung der Medizinischen Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane.
  • Logenhaus der Johannisloge „Ferdinand zum roten Adler“: 1788 in der ehem. Heinrichstraße (jetzt Rudolf-Breitscheid-Str.) Nr. 16 als Wohnhaus erbaut. 1815 Ankauf durch die Freimaurer. Seit 2001 Sitz der wiedereröffneten Johannisloge Ferdinand zum roten Adler, Tochterloge der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“<ref>Das Logenhaus. ferdinand-zum-roten-adler.de</ref>
  • Anwesen mit Herrenhaus und Kornspeicher in Gentzrode, eine denkmalgeschützte Gutsanlage im maurischen Baustil im nördlichen Stadtgebiet von Neuruppin.
  • Tempelgarten mit Apollo-Tempel: Im ehemaligen Obst- und Gemüsegarten des Kronprinzen Friedrich erbaute der Berliner Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff 1735 auf dessen Geheiß ein offenes „Lusthäuschen“. Als dieses Gebäude 1791 baufällig war, ordnete Minister Otto von Voß die Erhaltung an. Oberst von Tschammer, der inzwischen seinen privaten Garten um den Tempelgarten erweitert hatte, umschloss den Tempel mit Wänden und unterkellerte ihn mit einer Küche. Nach mehreren anderen Besitzern erwarb 1853 der Kaufmann und Torfstichbesitzer Johann Christian Gentz den Tempelgarten. Carl von Diebitsch entwarf im orientalisierenden Stil die in den 1850er Jahren erbaute Türkische Villa Gentz, das Gärtnerhaus (mit Minarett) und die Umfassungsmauer mit Toren. Den eklektizistischen Garten gestaltete Gustav Meyer. 1880 konnte der Landkreis Neuruppin den Tempelgarten erwerben, der daraufhin für die Allgemeinheit erschlossen wurde.<ref>Johannes Schultze: Geschichte der Stadt Neuruppin. Berlin 1963, S. 133</ref> Im Tempelgarten sind vier Skulpturen der Werkstatt Thomae aus der Zeit um 1719 aufgestellt, von denen drei den folgenden Personen zugeordnet werden konnten: Süleyman I., Karl V., Philipp II.<ref>Infoblatt des Tempelgartenverein (www.tempelgarten.de)</ref>

Denkmale

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Datei:Neuruppin Schinkel.jpg
Schinkel-Denkmal von Max Wiese auf dem Kirchplatz
  • Denkmal für König Friedrich Wilhelm II., 1829 auf Initiative der Neuruppiner Bürgerschaft nach einem Gesamtentwurf von Schinkel aus Dankbarkeit errichtet. Das Bronzestandbild fertigte der Bildhauer Christian Friedrich Tieck. Mit der Gründung der DDR kam eine Skulptur für Karl Marx auf den Sockel. Wenig später, als die Sowjettruppen die Neuruppiner Kasernen bezogen, wurde der Sockel auf ein Kasernengelände als Lenindenkmal verlegt, Karl Marx „zog um die Ecke“. Der Sockel wurde nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte wiedergefunden und auf den Schulplatz zurückgebracht. Im Jahr 1998 ließen Bürger der Stadt Neuruppin unter Federführung der damaligen AG Innenstadt eine Kopie der Standfigur des Königs anfertigen und wieder auf den Original-Sockel setzen.<ref>Denkmal Friedrich Wilhelm II. neuruppin.de</ref><ref>Weitere Informationen zum Fr.-Wilhelm-Denkmal gemäß einer offiziellen Stadtführung vom 12. November 2014.</ref>
  • Karl-Friedrich-Schinkel-Denkmal, geschaffen von Max Wiese<ref name="Dallmann">Sabine Dallmann: Max Wiese – Ein Neuruppiner Kind, zufällig in Danzig geboren. In: Mitteilungsblatt, Nr. 16, des Historischen Verein der Grafschaft Ruppin, Neuruppin 2006, S. 16 ff.</ref>
  • Theodor-Fontane-Denkmal, geschaffen von Max Wiese<ref name="Dallmann" />
  • Ferdinand-Möhring-Denkmal, geschaffen von Max Wiese<ref>Festschrift zur Enthüllung des Denkmals für Ferdinand Moehring zu Alt-Ruppin am 29. Aug. 1897</ref>
  • Jahn-Loose-Denkmal, geschaffen von Max Wiese<ref name="Dallmann" />
  • Gedenktafeln für die Opfer des KZ-Todesmarsches vom April 1945 am Rande der Kernstadt Neuruppin sowie in Wuthenow und weiteren Ortsteilen
  • Gedenkstein bzw. Figurenensemble von 1981 für die Opfer des Faschismus
  • Gedenktafel für den kommunistischen Widerstandskämpfer Franz Maecker, der 1943 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet wurde
  • Stolpersteine für die ermordeten jüdischen Mitbürger Neuruppins (in der Neuruppiner Altstadt und Alt Ruppin) sowie für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 aus der Landesirrenanstalt Neuruppin (auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken)<ref name="stolperstein" />
  • Steine, Stelen und Skulpturen vom Bildhauer Wieland Schmiedel auf dem Evangelischen Friedhof an der Wittstocker Allee. Dort sind über 100 Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und abgestürzte italienische Flieger begraben worden.
  • Jerusalem-Hain nahe dem ehemaligen Jüdischen Friedhof
  • Gustav-Kühn-Denkmal „Der Lithograph“, 2008 zum 140. Geburtstag errichtet.
  • Karl-Marx-Denkmal, geschaffen von Fritz Cremer<ref>Vorlage:Webarchiv In: Berliner Zeitung.</ref>
  • Bernhard-Feldmann-Stein für den Stadtphysikus und Verfasser der Neuruppiner Ortschronik „Miscellanea Historica“<ref>Mitteilungsblatt Nr. 15 des Historischen Verein der Grafschaft Ruppin, Neuruppin 2004, S. 49 f.</ref>
  • Erich-Arendt-Gedenkstele, geschaffen 1968 von Wieland Förster<ref>Aus Liebe zur Lyrik – Rathaus zahlt die Erich-Arendt-Stele in Raten ab. In: Märkische Allgemeine Zeitung, 24. Mai 2006.</ref>
  • Bronzetafel für Eva Strittmatter anlässlich ihres 76. Geburtstags,<ref>09. 02. 2006 – Ehrung für Eva Strittmatter. Vorlage:Toter Link auf Fontanestadt Neuruppin</ref> sowie seit 2012 Gedenktafel an ihrem Geburtshaus, dem Schlossgarten, am Eva-Strittmatter-Platz

Verschwundene Denkmale

Auf dem heutigen Schulplatz vor dem alten Gymnasium stand das große Kriegerdenkmal zu Ehren der Neuruppiner Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871). Es wurde 1874 eingeweiht und 1913 durch ein neues von Max Wiese ersetzt, welches dann 1944 zur Einschmelzung verladen wurde.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Skulpturen im Stadtbild

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Datei:Mahnmal Kunsterspring.JPG
Mahnmal in Kunsterspring Hans-Hermann Degener
  • Parzival am See (Edelstahlskulptur von Matthias Zágon Hohl-Stein am Neuruppiner Bollwerk, 1998)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Bedrohung (Edelstahlskulptur zum Thema Bombodrom vor der Pfarrkirche)
  • Signatur Th. Fontane (Edelstahlschriftzug von Rupprecht Matthies vor der Pfarrkirche, 2019)
  • Skulpturenpfad (Kommunizierende Formen von Aleksander Posin, Der hockende Löwe)
  • Sabinendenkmal in Binenwalde
  • Das unmögliche Dreieck (Edelstahlskulptur auf dem Certaldo-Ring von Carlo Vani, 2014)

Museen

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Datei:Museum Neuruppin.jpg
Erweiterungsbau des Neuruppiner Museums, 2015

Kulturorte

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Datei:Pfarrkirche Neuruppin.jpg
Kulturkirche Pfarrkirche St. Marien
  • Heimattierpark Neuruppin in Kunsterspring, unter anderem mit den selten gehaltenen Marderhunden
  • Kulturkirche: überregionales Veranstaltungszentrum in der ehemaligen Pfarrkirche St. Marien in Neuruppin mit ca. 600 Sitzplätzen
  • Kulturhaus Stadtgarten Neuruppin (überregionales Veranstaltungshaus mit ca. 550 Sitzplätzen)
  • Siechenhauskapelle (Veranstaltung von Konzerten und der Aequinox Musiktage)
  • Galerie am Bollwerk (Galerieverein zur Förderung zeitgenössischer regionaler Kunst)
  • Kunstraum Neuruppin (private Galerie)
  • galerie louversum (private Galerie im Ortsteil Lichtenberg)
  • Stadtbibliothek Neuruppin
  • Jugendkunstschule Neuruppin (Kunst- und Kultureinrichtung für Kinder und Jugendliche)
  • Musikschule des Landkreises Ostprignitz-Ruppin
  • Jugendfreizeitzentrum JFZ (Veranstaltungshaus für junge Erwachsene)
  • Kornspeicher Neumühle (Konzertveranstaltungen)
  • Union Kino Neuruppin

Regelmäßige Veranstaltungen

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  • Aequinox-Musiktage (jährlich im März zur Tagundnachtgleiche)
  • Fontane-Festspiele Neuruppin (alle zwei Jahre)
  • Fontane-Rallye (jährlich im Frühjahr)
  • Korsofahrt (Bootsumzug am ersten Samstag im August auf dem Rhin bei Alt Ruppin)
  • Mai- und Hafenfest (jährlich am ersten Maiwochenende, Höhepunkt ist das Drachenbootrennen)
  • Martinimarkt mit Pferdemarkt (jährlich Anfang November um den Martinstag)
  • Oldie-Basar (jährlich im November)
  • Ruppiner Segeltage (jährlich im Juli)
  • Weihnachtsmarkt (jährlich zum ersten Advent)
  • Weinfest (jährlich Mitte August)

Wirtschaft und Infrastruktur

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Neuruppin ist vom Land Brandenburg als Mittelzentrum eingestuft worden.<ref>Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) vom 31. März 2009. bravors.brandenburg.de</ref> Der Wirtschaftsstandort ist einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg.

Ansässige Unternehmen

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Datei:Neuruppin An der Seepromenade 24 Minimax-Feuerlöschgerätewerk 01.JPG
Ehemaliges Minimax-Feuerlöschgerätewerk in Neuruppin
Datei:Jetcar-proto.jpg
Jetcar 2.5

1905 wurde die Firma Minimax in Neuruppin ansässig und produzierte hier Feuerlöscher. 1945 wurde das Werk in Neuruppin enteignet, die Firma Minimax übersiedelte daher nach Westdeutschland. Die Feuerlöscherproduktion wurde in Neuruppin aber dennoch kontinuierlich durch den VEB Feuerlöschgerätewerk Neuruppin, der späteren FLN Feuerlöschgeräte Neuruppin Vertriebs-GmbH fortgesetzt, heute im Besitz von Johnson Controls.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Im Ortsteil Nietwerder produzierte das Unternehmen Jetcar die gleichnamigen Fahrzeuge.

Verkehr

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Straßenverkehr
Durch das Stadtgebiet verlaufen die Bundesstraßen B 167 zwischen Wusterhausen/Dosse und Eberswalde und B 122 nach Rheinsberg sowie die Landesstraße L 16 zwischen Dorf Zechlin und Fehrbellin.
An der Autobahn A 24 Berlin–Hamburg befinden sich die Anschlussstellen Neuruppin und Neuruppin Süd.
In und um Neuruppin existiert ein Netz aus touristisch interessanten Radtouren.
Motorisierung
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Zugelassene PKW (zum 1.1.)<ref>Statistik Fz3. Kraftfahrt-Bundesamt</ref> 15.333 15.425 15.532 15.597 15.590 15.734 16.003 16.111 16.337 16.594
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 482 487 492 494 516 522 527
Bahnverkehr
Datei:Neuruppin Bahnhof Rheinsberger Tor 01.jpg
Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor
Neuruppin liegt an der Bahnstrecke Kremmen–Meyenburg, im Stadtgebiet befinden sich die Bahnhöfe Neuruppin West und Neuruppin Rheinsberger Tor sowie der Haltepunkt Wustrau-Radensleben. Die Linie RE 6 (Prignitz-Express) verkehrt im Stunden-Takt von Berlin-Charlottenburg über Hennigsdorf und Neuruppin nach Wittenberge.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Im Aufbau ist das Projekt HUB 53/12°, ein Logistikzentrum für den Eisenbahngüterverkehr als kommunale Initiative der Städte Güstrow, Pritzwalk und Neuruppin sowie des Kleeblatt-Verbunds mit Gumtow, Kyritz, Neustadt (Dosse) und Wusterhausen/Dosse.<ref>Kathrin Gottwald: Vorlage:Webarchiv In: Märkische Allgemeine Zeitung. 13. Januar 2011</ref><ref>Das Logistiknetz Güstrow • Prignitz • Ruppin. Homepage HUB 53/12.</ref> Eine erste Maßnahme war der Kauf der Bahnstrecke Neuruppin–Neustadt (Dosse) am 29. Dezember 2010.
Busverkehr
Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erbracht. Folgende Verbindungen führen ab Neuruppin:
Der Stadtverkehr verkehrt Wochentags halbstündlich, am Wochenende stündlich. Stadtbus- und Regionalbuslinien werden von der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft betrieben.
Luftverkehr
Die Stadt Neuruppin ist beteiligt am Verkehrslandeplatz Fehrbellin (Flugplatz Ruppiner Land). Weiterhin befindet sich im Stadtgebiet, nordwestlich des Zentrums, das Segelfluggelände Neuruppin.

Öffentliche Einrichtungen und Medien

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Datei:Neuruppin Landratsamt asv2024-04 img1.jpg
Kreisverwaltung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin
Datei:Landgericht Neuruppin.jpg
Landgericht Neuruppin

Neuruppin ist Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Ostprignitz-Ruppin. Darüber hinaus haben das Landgericht Neuruppin, das Amtsgericht Neuruppin, das Sozialgericht Neuruppin und das Arbeitsgericht Neuruppin dort ihren Sitz.

Neben der Agentur für Arbeit gibt es das Amt für Arbeitsmarkt für Arbeitslosengeld II, da der Landkreis eine Optionskommune ist. Weiter hat hier der Regionalbereich West des Landesamtes für Arbeitsschutz seinen Sitz. Anstelle des Kreiswehrersatzamtes Neuruppin trat ein Karriereberatungsbüro der Bundeswehr.

Im Landesbehördenzentrum Neuruppin befinden sich die Sonderbauleitung Neuruppin, eine Regionalstelle des Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, das Amt für Flurneuordnung und ländliche Entwicklung, das Sozialgericht Neuruppin, das Landesamt für Arbeitsschutz, Regionalbereich West, und die Regionalabteilung West TR 2 des Landesumweltamtes Brandenburg. Zu letzterem gehört das Amt für Forstwirtschaft Alt Ruppin mit der Waldarbeitsschule Kunsterspring.

In der Feldmannstraße 1 befinden sich die Staatsanwaltschaften des Landes Brandenburg.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte Bundesforst unterhält die Hauptstelle Ruppiner Heide.

In Neuruppin erscheinen als Tageszeitungen der Ruppiner Anzeiger und eine Lokalausgabe der Märkischen Allgemeinen.

Bildung

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Datei:Altes Gymnasium Neuruppin 2009.jpg
Altes Gymnasium Neuruppin

In Neuruppin finden sich folgende Bildungseinrichtungen:

Hochschulen

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Am 28. Oktober 2014 wurde die private Medizinische Hochschule Brandenburg mit den beiden Hochschulstandorten Neuruppin und Brandenburg an der Havel gegründet. Zum Sommersemester 2015 wurde in den Fächern Psychologie und Humanmedizin am Studienort Neuruppin der Lehrbetrieb aufgenommen.<ref>Studium, mhb-fontane.de, abgerufen am 12. November 2014.</ref>

Die private Fachhochschule BSP Business School Berlin Potsdam unterhielt bis 2013 mit dem Campus Neuruppin eine Außenstelle.

Schulen

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In Neuruppin gibt es zwei Sonderpädagogische Schulen, sieben Grundschulen, vier Ober- und Gesamtschulen und zwei Gymnasien. Sonderpädagogische Schulen sind die „Schule am Kastaniensteg“ und die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule.<ref>Liste aller Schulen im Schulporträt Brandenburg, bildung-brandenburg.de</ref> Die „Schule am Kastaniensteg“ ist eine Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt der geistigen Entwicklung, während der Förderschwerpunkt bei der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule auf dem Lernen liegt. Träger ist bei beiden Schulen der Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

Die Grundschulen der Stadt sind die Grundschule Gildenhall, Karl-Liebknecht-Grundschule, Rosa-Luxemburg-Grundschule und die Grundschule „Am Weinberg“ in Alt Ruppin in kommunaler Trägerschaft. Neben den kommunalen Einrichtungen gibt es die Montessori-Grundschule in Trägerschaft der IBiS Bildungsstätten GmbH und die Evangelische Schule Neuruppin in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung in Berlin-Brandenburg, Schlesische Oberlausitz.

Die Evangelische Schule Neuruppin gliedert sich neben der Grundschule in ein Gymnasium und eine Oberschule. Die Montessori-Schule hat 2015 ebenfalls einen Oberschulteil eröffnet. Weiterführende Schulen in kommunaler Trägerschaft sind das Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium, die Fontane-Oberschule und die Oberschule „Alexander Puschkin“. Das Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin befindet sich in Trägerschaft des Landkreises.

Private berufliche Schulen sind die Berufliche Schule der AGUS/GADAT-Bildungsgruppe. Unter ihrem Dach ist eine Fachschule für Sozialwesen, eine Berufsfachschule und eine Fachoberschule angesiedelt. Die Berufsschule des Internationalen Bundes in Neuruppin stellt eine anerkannte Ersatzschule dar. Das Amt für Forstwirtschaft Alt Ruppin unterhält die Waldarbeitsschule Kunsterspring in Alt Ruppin.

Die Abendschule ist der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin angegliedert. Weiterhin existieren die Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin und die Jugendkunstschule Neuruppin.

Sport

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Auf Grund der großen Wasserflächen im Stadtgebiet gibt es viele Wassersportmöglichkeiten, darunter Drachenbootrennen (im Rahmen des jährlichen Mai- und Hafenfestes am ersten Maiwochenende) und Rudern gegen Krebs (jährlich am ersten Samstag im September). Überregional bekannt wurde der Fußballverein MSV Neuruppin, der in der Saison 2021/22 in der Oberliga Nordost spielte. Seine Heimspiele trägt der Verein im Volksparkstadion aus.

Persönlichkeiten

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Ehrung und Gedenken Theodor Fontanes

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1994 stiftete die Stadt Neuruppin anlässlich des 175. Geburtstages Theodor Fontane einen Fontane-Literaturpreis und einen Fontane-Kulturpreis. Heute werden der mit 40.000 Euro dotierte Fontane-Literaturpreis der Fontanestadt Neuruppin und des Landes Brandenburg und der mit 2000 Euro dotierte Fontane-Kulturpreis der Fontanestadt Neuruppin im Zweijahresrhythmus im Rahmen der Fontane-Festspiele verliehen.

Jährlich zum Geburtstag Theodor Fontanes am 30. Dezember findet eine feierliche Ehrung am Fontane-Denkmal statt.

1998 beging die Stadt Neuruppin aus Anlass des 100. Todestages Theodor Fontanes das landesweite Fontanejahr mit circa 200 Veranstaltungen zu Ehren des Dichters. Die Stadt eröffnete das Fontanejahr und erhielt den Namenszusatz Fontanestadt.<ref>Brennpunkt – Fontane: Viel Ehre zum 100. Todestag, Focus Nr. 18 (1998), abgerufen am 28. Februar 2010.</ref>

Seit 2010 veranstaltet die Stadt alle zwei Jahre während der Pfingsttage ihre Fontane-Festspiele Neuruppin.<ref>Fontane-Festspiele Neuruppin</ref>

Zum 200. Geburtstagsjubiläum im Jahr 2019 hat sich das Land Brandenburg per Koalitionsvertrag dazu bekannt, sich für das herausragende Ereignis mit nationaler und internationaler Bedeutung zu engagieren. Der Geburtsstadt Neuruppin soll dabei die zentrale Rolle zukommen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Landesregierung in Neuruppin – Fontane-Jahr 2019 im Blick – Brandenburg erwartet bundesweites Interesse, Land Brandenburg, 8. April 2014, abgerufen am 8. April 2014.</ref>

Ehrenbürger

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Neuruppin verleiht die Ehrenbürgerschaft Vorlage:".<ref name="ehrenordnung">Ehrenordnung der Fontanestadt Neuruppin (PDF; 62 kB) neuruppin.de</ref> Bisher wurden damit ausgezeichnet:

  • Johann Georg Gottlieb Schroener (1760–1841), Superintendent<ref>Schinkelkirche zu Wuthenow. kirche-wuthenow.de</ref>
  • Alexander von Wulffen (1784–1861), General, Garnisonskommandeur, Gründer des Verschönerungsvereines, verliehen 1852<ref name="schultze" />
  • Ernst Adolph Bienengräber (1790–1865), Bürgermeister 1822–1851
  • Friedrich Heinrich Kämpf (1810–1888)
  • Heinrich Michaelis (1835–1922), Stadtverordnetenvorsteher 1880–1893<ref name="schultze" />
  • Albert Graf von Zieten-Schwerin (1835–1922), Politiker
  • Max Wiese (1846–1925), Bildhauer und Professor an der Kunstakademie in Hanau
  • Hermann Schultze (1848–1938), Stadtverordnetenvorsteher (1899–1920)<ref name="schultze" />
  • Otto Rubel (1902–1994)
  • Lisa Riedel (1925–2019), Direktorin des Heimatmuseums
  • Heinz-Joachim Karau (1928–2021), Pfarrer, Mitinitiator der Friedensgebete in der Klosterkirche ab 10. Oktober 1989, Pfarrkirchenverein zur Rettung der Pfarrkirche, verliehen 2006<ref name="karau">Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Heinz-Joachim Karau gestorben, 2021.</ref>
  • Burkhard Dülfer (1937–2013), Fleischermeister, Engagement in der Handwerkskammer, langjähriges Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und des Kreistags, verliehen 2006<ref name="karau" />

Postum aberkannte Ehrenbürgerschaften

Stadtälteste

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Neuruppin hat den Titel Stadtältester verliehen an:

  • Christian Ebell (1770–1835)
  • Carl Tourneau (1837–1914)
  • Ernst Bölke (1848–1920)
  • Hugo Duske (1860–1928)

Ehrenmedaillen

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Die Stadt Neuruppin verleiht seit 2005 die Ehrenmedaille der Fontanestadt Neuruppin Vorlage:". Bisher wurden damit ausgezeichnet:

Söhne und Töchter Neuruppins

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Datei:Fontane denkmal.jpg
Fontane-Denkmal auf dem Fontaneplatz; ebenfalls von Max Wiese
Datei:Gustav Kuehn.jpg
Kühn-Denkmal auf dem Schulplatz

Neuruppin ist die Geburtsstadt von: Vorlage:Mehrspaltige Liste


Persönlichkeiten mit Bezug zum Ort

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Datei:Prior Wichmann von Arnstein.jpg
Erster Prior des Dominikanerklosters Wichmann von Arnstein
  • Wichmann von Arnstein (um 1185–1270), Mystiker, Gründer des Dominikanerklosters in Neuruppin
  • Friedrich II. (1712–1786), als Kronprinz Friedrich Kommandeur der Neuruppiner Garnison 1732–1740
  • Johann Stuve (1752–1793), Schulreformer, Schriftsteller der philanthropischen Erziehungsbewegung, Leiter der Neuruppiner Lateinschule
  • Philipp Julius Lieberkühn (1754–1788), Pädagoge und Schriftsteller, Leiter der Neuruppiner Lateinschule
  • Friedrich Wilke (1769–1848), Lehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium und Kantor an beiden Hauptkirchen der Stadt
  • Friedrich von Uslar-Gleichen (1882–1945), Landrat im Kreis Ruppin
  • Georg Heym (1887–1912) besuchte das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium und legte dort das Abitur ab, verfasste in Neuruppin einige seiner frühen Gedichte<ref>Hans Peter Buohler: Georg Heym. In: Walther Killy (Hrsg.): Literaturlexikon. Band 5: Har – Hug. 2. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN 978-3-11-021391-1, S. 396–399 (zur Schulzeit in Neuruppin S. 396).</ref>
  • Renée Sintenis (1888–1965), Bildhauerin, Medailleurin und Grafikerin, u. a. Schöpferin des Berlinale-Bären, wuchs von 1888 bis 1903 in Neuruppin auf
  • Fritz Lettow (1904–1989), von 1953 bis 1974 Chefarzt der Orthopädischen Klinik in Neuruppin, Widerstandskämpfer
  • Robert Werner Wagner (1936–2021), Maler, Grafiker und Buchillustrator
  • Günter Rieger (* 1948), Verleger, Historiker, Maler und Fotograf, lebt und arbeitet im Neuruppiner Ortsteil Karwe
  • Katharina Franck (* 1963), Sängerin der Rainbirds, lebt in Neuruppin
  • Sebastian Steineke (* 1973), Politiker (CDU), lebt in Neuruppin

Neuruppin als Schauplatz literarischer Werke

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Erwähnung Neuruppins in der Musik

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Neuruppin wird von der Hip-Hop-Band K.I.Z in verschiedenen Liedern erwähnt, in denen es allesamt um Mord geht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Literatur

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  • Gerd Heinrich, Peter Pusch, Günter Rieger: Fontanestadt Neuruppin 1256–2006: Festschrift 750 Jahre Verleihung des Stadtrechts. Fontane-Buchhandlung, Neuruppin 2006.
  • Gerd Heinrich: Die preußische Muster-Stadt. Eine Einführung in die Geschichte Neuruppins im 19. und 20. Jahrhundert. In: Festschrift für Werner Vogel zum 60. Geburtstag, Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte 41 (1990), S. 257–278.
  • Irina Rockel. Neuruppin so wie es war. Droste Verlag, Düsseldorf 1992, ISBN 3-7700-0980-0
  • Irina Rockel. zu haben bei Gustav Kühn. Zur Geschichte der Neuruppiner Bilderbogen. Kunst und Bild GmbH, Berlin 1992
  • Brigitte Meier: Neuruppin 1700 bis 1830. Sozialgeschichte einer kurmärkischen Handwerker- und Garnisonstadt. Berlin 1993, ISBN 3-05-002167-5. (Zugleich Dissertation an der Akademie der Wissenschaften der DDR, Berlin 1988)
  • Brigitte Meier: Fontanestadt Neuruppin. Kulturgeschichte einer märkischen Mittelstadt. Edition Rieger, Karwe 2004, ISBN 978-3-935231-59-6.
  • Ulrich Reinisch: Der Wiederaufbau der Stadt Neuruppin nach dem großen Brand von 1787 oder Wie die preußische Bürokratie eine Stadt baute. Worms 2001, ISBN 3-88462-173-4.
  • Johannes Schultze: Geschichte der Stadt Neuruppin. 4. Auflage, Duncker & Humblot, Berlin 2012 (Original 1932).
  • Frank Willmann: Der Pate von Neuruppin. Vom Imbisswagen zum Drogenimperium. Tropen / Klett-Cotta, ISBN 978-3-608-50181-0.
  • Vorlage:MerianTopo
  • Vorlage:Literatur
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Vorlage:Commons Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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<references responsive />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Vorlage:Normdaten