Psychose
Psychose ist ein Grundbegriff in der Psychiatrie, der früher für alle Arten von psychischen Erkrankungen stand.<ref>Duden: Geisteskrankheit.</ref> Heute bezeichnet der Begriff einen unscharf definierten Symptomenkomplex, gekennzeichnet durch:<ref name="PMID25987859">W. Gaebel, J. Zielasek: Focus on psychosis. In: Dialogues in clinical neuroscience. Band 17, Nummer 1, März 2015, S. 9–18. PMID 25987859, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Auch affektive Symptome sind bei einigen Erkrankungen mit Psychosen vergesellschaftet. Diese unterschiedlichen Symptomtypen können einzeln oder in Kombination auftreten.
Psychosen können bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten. Eine Zuordnung zu einer Erkrankung lässt sich nur durch sorgfältige Diagnostik ermöglichen.
Menschen mit Psychosen haben ein erhöhtes Risiko, weitere Krankheiten zu entwickeln oder durch ihr Verhalten Schaden zu nehmen. Auch ihre Suizidrate ist erhöht. Diese allgemeinen Risiken sind nicht in jedem Einzelfall relevant.
Die Therapie erfolgt abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung und der jeweiligen Symptomatik. Sofern es nicht zu einer Spontanheilung kommt, erfolgt die Behandlung noch häufig mit Neuroleptika. Daneben gibt es bei Vorliegen einer entsprechenden Indikation psychotherapeutische und soziotherapeutische Behandlungsoptionen.<ref name="DOI10.1007/s00115-017-0474-0"/><ref name="PMID25261211">H. Müller, S. Laier, A. Bechdolf: Evidence-based psychotherapy for the prevention and treatment of first-episode psychosis. In: European archives of psychiatry and clinical neuroscience. Band 264, Supplement 1, November 2014, S. S17–S25. doi:10.1007/s00406-014-0538-0. PMID 25261211 (Review), PDF.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
Etymologie
[Bearbeiten]Der Begriff Psychose wurde erstmals 1841 von Carl Friedrich Canstatt und dann erneut 1845 von Ernst von Feuchtersleben eingeführt.<ref name="PMID18174608">M. Bürgy: The concept of psychosis: historical and phenomenological aspects. In: Schizophrenia bulletin. Band 34, Nummer 6, November 2008, S. 1200–1210, doi:10.1093/schbul/sbm136. PMID 18174608, Vorlage:PMC.</ref> 1846 schrieb Carl Friedrich Flemming, eine körperliche Entstehung (Somatogenese) einbeziehend, dazu: „Die Seelenkrankheit oder Psychose wurzelt in der Seele, insofern diese durch das sinnliche Organ vermittelt wird. […] Die nächste Ursache der Seelenkrankheit ist Krankheit des körperlichen Organs“.<ref>Klemens Dieckhöfer: Psychose. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1196, hier: S. 1196.</ref>
Das Wort „Psychose“ war bereits um 1875 neben den Begriffen Seelenstörung, psychische Krankheit, Geisteskrankheit und Irresein allgemein in der Psychiatrie etabliert. Es war nach Art französischer Fachwörter mit französischer Endung ins Deutsche gekommen, und zwar von altgriechisch Vorlage:Lang (Vorlage:Lang), „Seele“, „Geist“, und Vorlage:Lang (Vorlage:Lang), „Zustand“.<ref name="PMID21486257">R. Sommer: The etymology of psychosis. In: The American journal of orthopsychiatry. Band 81, Nummer 2, April 2011, S. 162–166, doi:10.1111/j.1939-0025.2011.01084.x. PMID 21486257, (Vorschau erste Seite, abgerufen am 6. März 2018).</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Der an einer Psychose erkrankte Mensch wurde als Psychotiker bezeichnet.
Klassifikation psychotischer Erkrankungen
[Bearbeiten]Zur Klassifikation psychiatrischer Erkrankungen insgesamt dominierte historisch das Triadische System, dessen Entwicklung auf den Psychiater Emil Kraepelin zurückgeht. Das Triadische System teilt die Psychosen in organische (körperlich begründbare) und endogene („nicht körperlich begründbare“) Psychosen ein. Eine weitere Unterteilung der endogenen Psychosen erfolgte 1899 in der 6. Auflage von Kraepelins psychiatrischen Lehrbuchs, worin er die Dementia praecox (durch Eugen Bleuler später Schizophrenie genannt) dem manisch-depressiven Irresein (Bipolare Störung) gegenüberstellte. Das Triadische System dominierte die Psychiatrie bis in die 1980er-Jahre hinein, als mit der Veröffentlichung von DSM-III bzw. ICD-10 ein Paradigmenwechsel erfolgte: Eine ätiologisch (ursächliche) Einteilung der Erkrankungen wurde aufgegeben, der Fokus verschob sich auf eine beschreibende Einteilung mit Einbeziehung des Verlaufs einer Erkrankung (Zeitkriterium).
Eine Definition des Begriffs Psychose gibt jedoch keines der aktuell verwendeten Diagnosemanuale an. Psychose wird auch heute noch als unscharfer Begriff für alle psychischen Erkrankungen und Zustände verwendet, die mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Ich-Störungen, Katatonie oder ggf. schweren Erregungszuständen einhergehen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Aufgrund der operationalisierten Diagnostik und den Unterschieden zwischen ICD-10 und DSM-5 gibt es heute eine Vielzahl von Erkrankungen und damit Kodierungen, die eine Psychose als mögliches Symptom aufweisen. Die moderne Psychiatrie unterscheidet die Psychosen dabei primär nach deskriptiven und zeitlichen Verlaufskriterien und nicht mehr nach Ätiologie.<ref name="DR Psychiatrie">Vorlage:Literatur</ref> Statt nicht-organische (oder „endogene“) und organische (oder „exogene“) Psychose werden insbesondere im englischsprachigen Raum auch die Begriffe primäre Psychose für die Entwicklung einer Psychose aus einer psychiatrischen Erkrankung heraus und sekundäre Psychose für die Entwicklung aus einer somatischen Erkrankung heraus verwendet. Dies geschieht vor allem in der Annahme, dass psychiatrische Erkrankungen in jedem Fall mit neurobiologischen Abweichungen korrelieren, somit alle psychiatrischen Erkrankungen letztlich „organischen“ Ursprungs sind.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Ursachen
[Bearbeiten]Die heutige Forschung geht von einer multifaktoriellen Entstehung der meisten psychiatrischen Erkrankungen, und damit auch Psychosen, aus. Die aktuell (Stand 2018) gebräuchlichste Arbeitshypothese ist das Vulnerabilitäts-Stress-Modell: Demnach interagiert eine ggf. vorhandene Veranlagung (Disposition; genetisch oder vorgeburtlich entstanden) mit darauffolgendem Stress, der als Auslöser angenommen wird.<ref>Paolo Fusar-Poli, Stefan J. Borgwardt, Philip McGuire (Hrsg.): Vulnerability to Psychosis: From Neurosciences to Psychopathology. Psychology Press, New York 2012, ISBN 978-1-136-59639-1, S. 60–61.</ref> Stressoren können sein:
- prä- und perinatale Faktoren wie mütterlicher Stress in der Schwangerschaft<ref name="PMID18250252">A. S. Khashan, K. M. Abel, R. McNamee, M. G. Pedersen, R. T. Webb, P. N. Baker, L. C. Kenny, P. B. Mortensen: Higher risk of offspring schizophrenia following antenatal maternal exposure to severe adverse life events. In: Archives of general psychiatry. Band 65, Nummer 2, Februar 2008, S. 146–152, doi:10.1001/archgenpsychiatry.2007.20. PMID 18250252.</ref><ref name="PMID26777917">M. J. Owen, A. Sawa, P. B. Mortensen: Schizophrenia. In: Lancet. Band 388, Nummer 10039, Juli 2016, S. 86–97, doi:10.1016/S0140-6736(15)01121-6. PMID 26777917, Vorlage:PMC (Review).</ref> oder der Geburtsort,
- Einflüsse auf das Immunsystem (kindliche Infektionen),
- Sozialisation und die psychische Entwicklung des Kindes,
- anatomische und funktionelle Abweichungen in der Struktur des Gehirns,<ref name="PMID26412063">P. De Rossi, C. Chiapponi, G. Spalletta: Brain Functional Effects of Psychopharmacological Treatments in Schizophrenia: A Network-based Functional Perspective Beyond Neurotransmitter Systems. In: Current neuropharmacology. Band 13, Nummer 4, 2015, S. 435–444. PMID 26412063, Vorlage:PMC (Review).</ref><ref name="PMID18395805">J. E. Lisman, J. T. Coyle, R. W. Green, D. C. Javitt, F. M. Benes, S. Heckers, A. A. Grace: Circuit-based framework for understanding neurotransmitter and risk gene interactions in schizophrenia. In: Trends in neurosciences. Band 31, Nummer 5, Mai 2008, S. 234–242. doi:10.1016/j.tins.2008.02.005. PMID 18395805, Vorlage:PMC (Review).</ref>
- mechanische Einwirkung auf das Gehirn (z. B. durch Schädel-Hirn-Traumen oder Tumoren),
- hormonelle Einflüsse,
- psychotrope Substanzen (darunter Alkohol, Cannabis und Medikamente),<ref name="pmid34979380">Vorlage:Cite journal</ref><ref>Vorlage:Cite journal</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
- sowie diverse somatische Erkrankungen (autoimmun/rheumatisch, endokrin).
Bei schizophrenen Psychosen wurde historisch das Modell der Dopaminhypothese entwickelt, welches eine Dysregulation dopaminerger Neurone beschreibt. So kommt es innerhalb unterschiedlicher Regionen des Gehirns zu Unter-/Überfunktion der Transmission. Bildgebende Nachweise (verstärkte Dopaminausschüttung im Striatum bei schizophrenen Patienten mit akuter Psychose) sowie die Wirkung von Dopamin-Rezeptor-Agonisten bzw. -Antagonisten auf den Krankheitsverlauf stützen diese These.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die Dopamindysregulation wird jedoch nicht mehr als eigentliche Ursache von Psychosen angesehen, sondern lediglich als gemeinsame Endstrecke aller pathologischen Veränderungen verstanden.<ref>C. I. Lau, H. C. Wang, J. L. Hsu, Liu Me: Does the dopamine hypothesis explain schizophrenia? In: Rev Neurosci. Band 24, 2013, S. 389–400.</ref>
Die Dopaminhypothese wurde später zusätzlich durch die Glutamathypothese erweitert, die eine Unterfunktion des glutamatergen Systems annimmt.<ref name=":2">Vorlage:Literatur</ref>
Arten von Psychosen
[Bearbeiten]Da Psychosen lediglich einen Symptomkomplex darstellen und daher nicht als eigenständige Erkrankung kodifiziert werden können, muss bei einer Psychose eine zugrundeliegende Erkrankung diagnostiziert werden. Diese Erkrankungen lassen sich grob einteilen in organische (somatische) und nichtorganische (psychiatrische) Erkrankungen.
Organische Psychosen
[Bearbeiten]Organische Psychosen treten bei nachweisbaren organischen Erkrankungen auf. Hierfür kommen eine Vielzahl an Erkrankungen in Betracht:<ref>Vorlage:Literatur</ref>
- degenerative Hirnerkrankungen (Demenzen vom Alzheimer- oder Lewy-Body-Typ, vaskuläre Demenz),
- Hirnverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma),
- fokale Prozesse (Epilepsie [v. a. Temporallappenepilepsie], Schlaganfall),
- maligne Neubildungen (Tumoren sowohl primär im Gehirn als auch als Metastasen),
- Infektionen (Meningitis, Neurolues),
- Autoimmunerkrankungen (Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis, Hashimoto-Thyreoiditis, Lupus erythematodes, Multiple Sklerose, Vaskulitiden),
- endokrine Erkrankungen (Hypo- und Hyperthyreose, Hypo- und Hyperparathyreoidismus),
- angeborene oder erworbene Stoffwechselstörungen (Leukodystrophie, Lysosomale Speicherkrankheiten, Mucopolysaccharidosen, Porphyrie),
- andere metabolische Störungen (Hypo- und Hypernatriämie, Hypoglykämie),
- Vergiftungen mit Medikamenten oder Drogen, Drogenentzug,
- Parasiten (Neurozystizerkose),
- Sonderformen wie die Postpartale Psychose.
Nichtorganische Psychosen
[Bearbeiten]Erkrankungen mit nichtorganischen (ähnliche Bezeichnungen auch endogene oder funktionelle) Psychosen umfassen:
- Schizophrenie bzw. Erkrankungen des schizophrenen Formenkreises,
- Anhaltende wahnhafte Störung,
- Akute oder vorübergehende psychotische Störungen,
- Induzierte wahnhafte Störung,
- Schizoaffektive Störung,
- affektive Psychosen (hierunter fallen manche Formen von bipolarer Störung oder schwerer Depression).<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>
Organische Psychosen
[Bearbeiten]Bei organischen Psychosen sind im Gegensatz zu anderen Psychosen organische Ursachen sicher auszumachen. Diese Psychosen bilden sich aus
- auf der Grundlage einer Erkrankung des zentralen Nervensystems (z. B. bei degenerativen Prozessen wie Demenzen, bösartigen Neubildungen oder durch anderweitige körperliche Erkrankungen wie Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen)
- infolge von außen einwirkender Schädigungen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma)
- durch manche Medikamente, Drogen oder andere die Hirnfunktion beeinträchtigende Substanzen
- im Zusammenhang mit chirurgischen Eingriffen als zeitlich begrenztes Durchgangssyndrom
Symptome
Wahnvorstellungen, Halluzinationen (häufig optisch von einzelnen Lichtblitzen bis hin zur Trugwahrnehmung von Gegenständen und filmartigen Szenen).
Behandlung
Soweit möglich erfolgt die Therapie organischer Psychosen durch die Behandlung der Grunderkrankung, etwa durch das Weglassen von psychoseauslösenden Medikamenten oder Drogen, ansonsten insbesondere durch Neuroleptika.
Substanzinduzierte Psychose
[Bearbeiten]Vorlage:Hauptartikel Eine substanzinduzierte Psychose (auch medikamenteninduzierte, toxische oder drogeninduzierte Psychose) ist eine psychotische Störung, die von einer oder mehreren psychotropen Substanzen ausgelöst wurde. Substanzinduzierte Psychosen können sowohl vorübergehend, als auch dauerhaft bleibend sein. Substanzen, die Psychosen auslösen können, sind einer Vielzahl an Kategorien zuzuordnen: So existieren unter anderem Genussmittel, Lösungsmittel, Medikamente, Pflanzengifte und Rauschmittel, deren Einnahme ein entsprechendes Risiko darstellen. Exemplarisch lassen sich nennen: Alkohol,<ref>ICD-10-GM Version 2014: Vorlage:Webarchiv</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Amphetamine,<ref name="Diaz">Jaime Diaz: How Drugs Influence Behavior. Englewood Cliffs, Prentice Hall 1996.</ref><ref name="DOI10.1055/s-2004-818531">R. Thomasius, E. Gouzoulis-Mayfrank u. a.: AWMF-Behandlungsleitlinie: Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain, Amphetamine, Ecstasy und Halluzinogene. In: Fortschritte der Neurologie – Psychiatrie. 72, 2004, S. 679, doi:10.1055/s-2004-818531.</ref> Benzodiazepine,<ref name="White_et_al_1982">Vorlage:Literatur</ref><ref name="Jaffe_et_al_1986">Vorlage:Literatur</ref><ref name="Hallberg_et_al_1964">Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Coffein,<ref name="caffeine_psychosis">Vorlage:Literatur</ref><ref name="energy_psychosis">Vorlage:Literatur</ref> Kokain, LSD,<ref>Rudolf N. Cardinal, Edward T. Bullmore: The Diagnosis of Psychosis. Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-0-521-16484-9, S. 125–128.</ref><ref name="PMID25373627">S. Glasner-Edwards, L. J. Mooney: Methamphetamine psychosis: epidemiology and management. In: CNS drugs. Band 28, Nummer 12, Dezember 2014, S. 1115–1126, doi:10.1007/s40263-014-0209-8. PMID 25373627, Vorlage:PMC (Review).</ref> MDMA,<ref name="PMID22851941">F. Rugani, S. Bacciardi, L. Rovai, M. Pacini, A. G. Maremmani, J. Deltito, L. Dell'osso, I. Maremmani: Symptomatological features of patients with and without Ecstasy use during their first psychotic episode. In: International journal of environmental research and public health. Band 9, Nummer 7, 07 2012, S. 2283–2292, doi:10.3390/ijerph9072283. PMID 22851941, Vorlage:PMC.</ref> bestimmte Antibiotika<ref name="PMID21585220">A. M. Tomé, A. Filipe: Quinolones: review of psychiatric and neurological adverse reactions. In: Drug safety. Band 34, Nummer 6, Juni 2011, S. 465–488, doi:10.2165/11587280-000000000-00000, PMID 21585220 (Review), PDF.</ref><ref name="PMID29147464">K. Michalak, A. Sobolewska-Włodarczyk, M. Włodarczyk, J. Sobolewska, P. Woźniak, B. Sobolewski: Treatment of the Fluoroquinolone-Associated Disability: The Pathobiochemical Implications. In: Oxidative medicine and cellular longevity. Band 2017, S. 8023935, doi:10.1155/2017/8023935. PMID 29147464, Vorlage:PMC (Review).</ref> und neue psychoaktive Substanzen.<ref name="PMID24951715">M. E. John, C. Thomas-Rozea, D. Hahn: Bath Salts Abuse Leading to New-Onset Psychosis and Potential for Violence. In: Clinical schizophrenia & related psychoses. Band 11, Nummer 2, Sommer 2017, S. 120–124, doi:10.3371/CSRP.JORO.061314. PMID 24951715 (Review).</ref> Hinweise auf eine mögliche psychoseauslösende Wirkung von THC-haltigem Cannabis begründen eine entsprechende öffentliche Gesundheitsinformation.<ref>National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine, Health and Medicine Division, Board on Population Health and Public Health Practice, Committee on the Health Effects of Marijuana: An Evidence Review and Research Agenda: The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids. The Current State of Evidence and Recommendations for Research National Academies Press, 2017, ISBN 978-0-309-45304-2, S. 291–295.</ref><ref name="PMID26386480">S. H. Gage, M. Hickman, S. Zammit: Association Between Cannabis and Psychosis: Epidemiologic Evidence. In: Biological psychiatry. Band 79, Nummer 7, April 2016, S. 549–556, doi:10.1016/j.biopsych.2015.08.001, PMID 26386480 (Review) (freier Volltext).</ref> Der Suchtforscher Falk Kiefer (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim) verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass erhöhter bzw. regelmäßiger Cannabiskonsum „zu einer Ausdünnung der Hirnrinde im präfrontalen Kortex, der wichtig etwa für Impulskontrolle, Planen und Konzentration ist“ führt. Dadurch bestehe die Gefahr, dass Jugendliche an einer Psychose erkranken.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="DOI10.1001/jamapsychiatry.2021.1258">Matthew D. Albaugh, Jonatan Ottino-Gonzalez u. a.: Association of Cannabis Use During Adolescence With Neurodevelopment. In: JAMA Psychiatry. 78, 2021, S. 1031, doi:10.1001/jamapsychiatry.2021.1258.</ref><ref name="PMID34839363">S. D. Lichenstein, N. Manco u. a.: Systematic review of structural and functional neuroimaging studies of cannabis use in adolescence and emerging adulthood: evidence from 90 studies and 9441 participants. In: Neuropsychopharmacology. Band 47, Nummer 5, 04 2022, S. 1000–1028, doi:10.1038/s41386-021-01226-9, PMID 34839363, Vorlage:PMC.</ref><ref name="PMID35326345">L. Prieto-Arenas, I. Díaz, M. C. Arenas: Gender Differences in Dual Diagnoses Associated with Cannabis Use: A Review. In: Brain sciences. Band 12, Nummer 3, März 2022, S. , doi:10.3390/brainsci12030388, PMID 35326345, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Nichtorganische Psychosen
[Bearbeiten]Im ICD-10 werden nichtorganische Psychosen als psychotische Störungsbilder der Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F20-F29) zusammengefasst. Dazu gehören:
- F20. Schizophrenie
- F21. Schizotype Störung
- F22. Anhaltende wahnhafte Störungen
- F23. Akute vorübergehende psychotische Störungen
- F24. Induzierte wahnhafte Störung
- F25. Schizoaffektive Störungen
- F28. Sonstige nichtorganische psychotische Störungen
- F29. Nicht näher bezeichnete nichtorganische Psychose<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Häufigkeit
[Bearbeiten]Die Lebenszeitprävalenz nichtorganischer Psychosen variiert. Etwa ein Prozent der Bevölkerung weltweit erfüllt die Diagnosekriterien der Schizophrenie. Bei schizoaffektiven Störungen liegt die Lebenszeitprävalenz bei 0,3 % und bei anhaltenden wahnhaften Störungen bei 0,2 %.<ref name=":2" /><ref name=":3">Vorlage:Literatur</ref>
Verlauf
[Bearbeiten]Der Verlauf einer psychotischen Episode beginnt häufig mit der Prodromalphase. Diese kann mehrere Jahre oder nur kurz andauern. Im Durchschnitt beträgt sie 5 Jahre. Häufig beginnt sie mit unspezifischen Prodromalsymptomen, wie z. B. Angst, depressiver Stimmung, sozialem Rückzug oder einer Verminderung des psychosozialen Funktionsniveaus. Später im Verlauf kommen zusätzlich psychosenahe Symptome auf (z. B. ein verändertes Erleben des Selbst und der Umwelt). Diese gelten als Hinweis für ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Psychose.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref name=":3" /><ref name=":2" />
Schizophrene Psychosen
[Bearbeiten]Vorlage:Hauptartikel Der Begriff Psychose ist nicht mit Schizophrenie gleichzusetzen. Denn als Überbegriff umfasst er auch die organischen und die affektiven Psychosen sowie einzelne psychotische Episoden, die nicht Teil einer lang andauernden Störung (Chronifizierung) sind. Schizophrene Erkrankungen stellen damit nur eine Untergruppe an Erkrankungen dar, bei denen Psychosen auftreten können.
Symptome
Hierzu gehören in erster Linie Wahnvorstellungen und verschiedene Arten von Halluzinationen (Sinnesstörungen).
Die heutigen Diagnosemanuale (DSM-5 oder ICD-10 der WHO) gehen von einer Unterscheidung zwischen positiven Symptomen und negativen Symptomen aus. Letztere äußern sich in Antriebs- und Kommunikationsarmut und teilweise kognitiven Defiziten. Negativsymptome schließen sich häufig an eine akute psychotische Phase an und sind schlechter behandelbar als positive Symptome.<ref name="PMID27376016">G. Remington, G. Foussias, G. Fervaha, O. Agid, H. Takeuchi, J. Lee, M. Hahn: Treating Negative Symptoms in Schizophrenia: an Update. In: Current treatment options in psychiatry. Band 3, 2016, S. 133–150, doi:10.1007/s40501-016-0075-8. PMID 27376016, Vorlage:PMC (Review).</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
Häufigkeit
Weltweit erkranken etwa ein Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens (Lebenszeitprävalenz) an einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis. Dabei scheint es zwischen verschiedenen Kulturen keine oder nur geringe Unterschiede in der Häufigkeit zu geben. Allerdings ist das Risiko verdoppelt, wenn Personen oder deren Eltern Einwanderer sind.<ref name="PMID20663257">F. Bourque, E. van der Ven, A. Malla: A meta-analysis of the risk for psychotic disorders among first- and second-generation immigrants. In: Psychological medicine. Band 41, Nummer 5, Mai 2011, S. 897–910, doi:10.1017/S0033291710001406. PMID 20663257 (Review), PDF.</ref> Die Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten nicht zugenommen. Wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt das Risiko auch zu erkranken bei etwa 10 %, im Falle von Onkeln und Tanten bei etwa 2 %, und bei eineiigen Zwillingen bei etwa 50 %. Das Risiko der Ersterkrankung hat bei Männern einen Gipfel zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr und bei Frauen zwischen dem 23. und 28. Lebensjahr. Bei der Häufigkeit dagegen ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen.<ref>Josef Bäuml: Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis: Ratgeber für Patienten und Angehörige, Leitfaden für professionelle Helfer, Einführung für interessierte Laien. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-43646-1, S. 39 f. (GoogleBooks) und S. 9.</ref>
Verlauf Vorlage:Hauptartikel
In etwa 10–20 % der Fälle bleibt es bei einer einmaligen psychotischen Episode. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es zu wiederkehrenden Schüben und störungsfreien Phasen dazwischen. Bei etwa 20–30 % der Patienten bestehen wiederkehrende Schübe und zusätzlich anhaltende Schwächezustände.<ref>Josef Bäuml: Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis: Ratgeber für Patienten und Angehörige, Leitfaden für professionelle Helfer, Einführung für interessierte Laien. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-43646-1, S. 8.</ref><ref name="PMID26954596">U. Heilbronner, M. Samara, S. Leucht, P. Falkai, T. G. Schulze: The Longitudinal Course of Schizophrenia Across the Lifespan: Clinical, Cognitive, and Neurobiological Aspects. In: Harvard review of psychiatry. Band 24, Nummer 2, 2016 Mar-Apr, S. 118–128, doi:10.1097/HRP.0000000000000092. PMID 26954596, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Behandlung Vorlage:Hauptartikel
Zur Behandlung mit Medikamenten steht eine Auswahl von verschiedenen Neuroleptika zur Verfügung. Außerhalb akuter Phasen können dauerhaft gegebene Neuroleptika – sofern sie regelmäßig eingenommen werden – erneute Phasen verhindern.
Die Ansprache eines Patienten auf verschiedene Typen von Neuroleptika ist sehr unterschiedlich und wird mit der möglichen Existenz verschiedener Typen von Schizophrenie in Verbindung gebracht.<ref name="PMID28086761">A. L. Gillespie, R. Samanaite, J. Mill, A. Egerton, J. H. MacCabe: Is treatment-resistant schizophrenia categorically distinct from treatment-responsive schizophrenia? a systematic review. In: BMC psychiatry. Band 17, Nummer 1, 01 2017, S. 12, doi:10.1186/s12888-016-1177-y. PMID 28086761, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Neben der medikamentösen Behandlung werden auch – je nach Einzelfall – soziotherapeutische Maßnahmen angewandt. Solche beziehen sich auf die Erhaltung des Arbeitsplatzes, einen beschützten Arbeitsplatz, betreutes Wohnen, ergotherapeutische Maßnahmen zur Wiederherstellung von im Rahmen der Erkrankung verlorengegangenen Arbeitsfähigkeiten, Aufbau von Tagesstruktur, Durchführung einer Belastungserprobung oder Psychotherapie. Bei nicht mehr akuten Krankheitsbildern besteht die Möglichkeit der Psychosenrehabilitation.
Affektive Psychosen
[Bearbeiten]Die Bezeichnung Affektive Psychose als Unterkategorie ist veraltet. Nach ICD-10 gibt es Affektive Störungen, von denen manche zusammen mit psychotischen Symptomen auftreten können.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Hierzu gehören:
- F30.2 – Manie mit psychotischen Symptomen (z. B. Wahnvorstellungen wie Größenwahn, oder Halluzinationen wie Stimmen hören)
- F31.2 – Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen
- F31.5 – Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
- F31.6 – Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode
- F32.3 – Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
Behandlung Vorlage:Hauptartikel
Akute Manien können medikamentös mit Neuroleptika behandelt werden. Für eine Phasenprophylaxe stehen Lithiumtherapie und manche Antiepileptika zur Verfügung. Gegen Depressionen können im Rahmen einer Pharmakotherapie Antidepressiva eingesetzt werden. Bei schwerer Depression wird eine Kombination von medikamentöser Therapie und Psychotherapie empfohlen. Gegebenenfalls sind bei Manien und schweren Depressionen die gleichen soziotherapeutischen Maßnahmen angebracht wie bei schizophrenen Psychosen. Bei anders nicht behandelbarer schwerer Depression kommt auch die Elektrokonvulsionstherapie in Betracht, die teilweise mit einem Rückgang der Neigung zum Suizid und verminderten Selbsttötungen in Zusammenhang gebracht wird.
Therapie
[Bearbeiten]Allgemeines
[Bearbeiten]Die Behandlung einer Psychose richtet sich nach der Grunderkrankung. Ein gängiges Modell bei primären Psychosen bildet die multimodale Behandlung mit Antipsychotika, Psychotherapie<ref name="DOI10.1007/s00115-017-0474-0"/><ref name="PMID25261211" /><ref name=":1">Vorlage:Literatur</ref> und Soziotherapie, je nach Erkrankung in unterschiedlichem Ausmaß und Gewichtung. Bei sekundären Psychosen steht die Behandlung der ursächlichen Erkrankung im Vordergrund.
Medikamentöse Therapie
[Bearbeiten]Im Jahr 1918 publizierte Julius Wagner-Jauregg erste erfolgreiche Psychosebehandlungen durch Aufimpfung von Malaria.<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 61.</ref> Zur Standardtherapie einer akuten Psychose gehört seit den 1960er Jahren die Gabe von Antipsychotika.<ref>Bangen, Hans: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4.</ref> Diese lassen sich in die älteren, sog. typischen, und die modernen, atypischen Antipsychotika einteilen. Während bei typischen Antipsychotika extrapyramidale Bewegungsstörungen häufig schon bei therapeutischen Dosen auftreten, treten diese bei atypischen Antipsychotika in der Regel erst bei deutlich höheren Dosierungen auf, sodass für die Erstlinientherapie bevorzugt atypische Antipsychotika verwendet werden. Aufgrund der unterschiedlichen Wirkung von Antipsychotika (z. B. auf Negativsymptomatik, antidepressive Wirkung) ist eine sorgfältige Anpassung an das aktuelle Krankheitsbild nötig. Antipsychotika lindern grundsätzlich nur die Symptome und stellen keine Heilung dar. Eine frühzeitige Gabe kann jedoch aufgrund der Unterbrechung des Fortschreitens der psychischen Erkrankung (aufgrund neurotoxischer Wirkung veränderter neuronaler Netzwerke) eine Chronifizierung der Symptome vermeiden.
Die Wirkung von Antipsychotika bei der Behandlung von Psychosen wurde vielfach untersucht und besitzt hohe Evidenz. Sie sind einem Placebo deutlich überlegen.<ref name="DR Psychiatrie" /> Allerdings sprechen Patienten unterschiedlich auf Antipsychotika an, sodass ggf. mehrere Therapieversuche mit unterschiedlichen Medikamenten erfolgen müssen.<ref name="PMID28086761">A. L. Gillespie, R. Samanaite, J. Mill, A. Egerton, J. H. MacCabe: Is treatment-resistant schizophrenia categorically distinct from treatment-responsive schizophrenia? a systematic review. In: BMC psychiatry. Band 17, Nummer 1, 01 2017, S. 12, doi:10.1186/s12888-016-1177-y. PMID 28086761, Vorlage:PMC (Review).</ref>
Ein Versuch, ohne oder mit wenig Medikamenten auszukommen, ist die Soteria-Behandlung.
Soziotherapie
[Bearbeiten]Neben der medikamentösen Behandlung werden auch – je nach Einzelfall – soziotherapeutische Maßnahmen angewandt. Solche beziehen sich auf die Erhaltung des Arbeitsplatzes, einen beschützten Arbeitsplatz, betreutes Wohnen, ergotherapeutische Maßnahmen zur Wiederherstellung von im Rahmen der Erkrankung verlorengegangenen Arbeitsfähigkeiten, Aufbau von Tagesstruktur, Durchführung einer Belastungserprobung oder Psychotherapie. Bei nicht mehr akuten Krankheitsbildern besteht die Möglichkeit der Psychosenrehabilitation.
Psychotherapie
[Bearbeiten]Psychotherapeutische Verfahren werden sowohl zur Symptombehandlung als auch zur Verhinderung von Akutphasen (Phasenprophylaxe) sowie zur Bewältigung der Krankheitsfolgen eingesetzt.<ref name="DOI10.1007/s00115-017-0474-0" /><ref name="PMID25261211" /><ref name=":1" /> Die S3-Behandlungsleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) empfehlen neben kognitiver Verhaltenstherapie auch metakognitives Training für die Behandlung schizophrener Psychosen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
Diagnostik
[Bearbeiten]Neu aufgetretene Psychosen bedürfen einer sorgfältigen Erstuntersuchung, um einfach zu behandelnde Grunderkrankungen nicht zu übersehen sowie in der Vielzahl möglicher Diagnosen die richtige zu stellen. Die Standarddiagnostik umfasst daher in aller Regel:
- ausführliche Anamnese (inkl. Eigen-, Familienanamnese, biografische Anamnese, ggf. Fremd- und Suchtanamnese),
- medizinische und neurologische Untersuchung,
- Blutentnahme und laborchemische Analyse,
- kranielle Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), ggf. erweitert um eine Angiographie (CTA, MRA),
- Liquorpunktion und laborchemische Untersuchung des gewonnenen Liquors,
- Elektroenzephalogramm (EEG),
- neuropsychologische Testung,
- Persönlichkeitstestung.
Bei entsprechendem Verdacht kann die Diagnostik durch weitere Verfahren wie Elektrokardiografie, Drogenscreening oder Röntgen erweitert werden. Auch Untersuchungen von spezifischen Biomarkern können bei Verdacht (z. B. seltene Stoffwechselerkrankungen) durchgeführt werden.
Schwierigkeiten der Diagnostik
[Bearbeiten]Fehldiagnosen von Psychosen sind möglich. Persönlichkeitsstörungen wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung können psychotisch gedeutet werden, zumal Psychosen auch als Komorbidität bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung auftreten können.<ref name="PMID21770785">B. Adams, T. Sanders: Experiences of psychosis in borderline personality disorder: a qualitative analysis. In: Journal of mental health. Band 20, Nummer 4, August 2011, S. 381–391, doi:10.3109/09638237.2011.577846. PMID 21770785 (Review).</ref><ref name="PMID20425279">S. Barnow, E. A. Arens, S. Sieswerda, R. Dinu-Biringer, C. Spitzer, S. Lang: Borderline personality disorder and psychosis: a review. In: Current psychiatry reports. Band 12, Nummer 3, Juni 2010, S. 186–195, doi:10.1007/s11920-010-0107-9. PMID 20425279 (Review), PDF.</ref><ref name="PMID23168909">K. Schroeder, H. L. Fisher, I. Schäfer: Psychotic symptoms in patients with borderline personality disorder: prevalence and clinical management. In: Current opinion in psychiatry. Band 26, Nummer 1, Januar 2013, S. 113–119, doi:10.1097/YCO.0b013e32835a2ae7. PMID 23168909 (Review).</ref> Auch epileptische Aktivitäten im Temporallappen wie etwa ein nicht-konvulsiver Status epilepticus können eine Psychose auslösen. Vorerkrankungen und zusätzliche Symptome müssen bei der Diagnosestellung berücksichtigt werden, da eine primäre (nicht-organische) Psychose eine Ausschlussdiagnose ist. Eine antipsychotische Therapie kann durch Sedierung das klinische Bild (Symptome) verzerren oder Symptome maskieren.
Insofern sind Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus, Epilepsie oder Stoffwechselerkrankungen wie eine Porphyrie besonders zu berücksichtigen. Insbesondere Stoffwechselerkrankungen stellen eine Herausforderung dar, da diese sehr variable Symptome verursachen können und bei manchen Erkrankungen Antipsychotika kontraindiziert sind.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Folgen von Psychosen
[Bearbeiten]Menschen mit Psychosen haben ein erhöhtes Risiko, weitere Krankheiten zu entwickeln oder durch ihr Verhalten Schaden zu nehmen.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Ihre Suizidrate ist erhöht (Lebenszeitrisiko bis zu 34,5 %).<ref>Vorlage:Literatur</ref> Sie neigen oft zu Suchtverhalten (Lebenszeitrisiko von 74 %) und werden häufiger obdachlos (pro Jahr 5 %).<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref> Psychose-Betroffene werden auch häufiger Opfer von Verbrechen (38 % innerhalb von drei Jahren) und stehen selber häufiger als die Normalbevölkerung wegen Gewalttaten vor Gericht.<ref>Vorlage:Literatur</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>
Psychose und Kunst
[Bearbeiten]Der Psychoanalytiker Stavros Mentzos befasste sich 2012 mit den „schöpferischen Aspekten“ der Symptomatik von Psychosen.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Mit Verweis auf seine vorausgehende Publikation aus dem Jahr 2009,<ref>Vorlage:Literatur</ref> in der er die Funktion von Symptomen ausführlich vorgestellt hatte, maß er „psychotischer Symptomatik“ auch eine „Schutzfunktion“ bei und verglich die Symptombildung mit dem „kreativen“ Vorgang des Träumens.<ref>Mentzos (2012), S. 13. Peter Hartwich vom Frankfurter Psychose-Projekt spezifizierte, „dass manche Symptome einen Schutzcharakter vor weiterer Fragmentierung der Psyche haben“ (Mentzos und Münch, 2012, S. 9).</ref> Einigen Künstlern der Moderne sei sie „Quelle der Inspiration“, als solche aber „überschätzt“.<ref>Mentzos, Münch (2012), S. 7–8.</ref> <ref group="Anmerkung">Die Psychoanalytiker Peter Hartwich und Michael Grube bezeichneten das „Konzept“, nach dem psychotische Symptome auch eine „Schutzfunktion“ haben könnten, als „Modell“ und „Interpretation“. Auch legten sie keine empirischen Erkenntnisse zur Stützung des „Konzepts“ vor.1 Außerhalb der Psychoanalyse, von Seiten der naturwissenschaftlich orientierten Medizin, haben die Spezialisten für Psychosen Karl Leonhard und Heinz Häfner in ihren Hauptpublikationen zum Thema Psychose das „Konzept“ der „Schutzfunktion“ nicht erwähnt.2 3
- 1 Peter Hartwich, Michael Grube: Psychotherapie bei Psychosen: Neuropsychodynamisches Handeln in Klinik und Praxis. 3., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Springer-Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-662-44246-3, S. 81f.
- 2 Heinz Häfner u. a. (Hrsg.): Psychosen – Früherkennung und Frühintervention: der Praxisleitfaden, mit 23 Tabellen, Schattauer Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7945-2704-5.
- 3 Karl Leonhard: Aufteilung der endogenen Psychosen und ihre differenzierte Ätiologie (Hrsg.): Hellmut Beckmann, 8. Aufl., 54 Tabellen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-13-128508-9.</ref>
Bildende Kunst
[Bearbeiten]Auf dem 10. Hamburger Colloquium von 2002<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> der Patriotischen Gesellschaft von 1765 gab Susanne Hilken ihrem Vortrag den Titel Psychose und Kunst – zwischen Stigma und Emanzipation.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref> Hilken bezeichnete die Zahl von Veröffentlichungen über Psychose und Kunst bzw. angrenzende Themen als „kaum noch überschaubar“.<ref name=":0" /> Sich auf die bildende und darstellende Kunst beschränkend, empfahl sie, folgende Unterscheidung vorzunehmen: Menschen mit einer Psychose als Gegenstand (Sujet) der Kunst und Patienten, die während ihrer Psychose beginnen, sich künstlerisch zu betätigen, sowie Künstler, die vorübergehend oder chronisch an einer Psychose erkranken.<ref name=":0" />
Die vorgeschlagene Unterscheidung hilft, sich zurechtzufinden, denn nicht immer wird entsprechend differenziert, weder zwischen diesen drei Gruppen noch im Hinblick auf ihre Krankheitsbilder. Zur erstgenannten Gruppe von Künstlern, die, selbst nicht erkrankt, einen Teil ihrer Kunst ausdrücklich dem Thema Psychose widmen, ist als zeitgenössischer Künstler beispielsweise Peeter Allik zu rechnen – ein Maler und Grafiker aus Estland,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> der einer seiner Ausstellungen im Kunstmuseum in Tartu den Titel Cultivated Schizophrenia gab.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Hilken erinnerte an Théodore Géricault, der Bildnisse von Patienten des seinerzeit berühmten Hôpital de la Salpêtrière in Paris schuf, aber auch an Goya oder Frans Hals.
Für die zweite Gruppe wird oft weder zwischen einer Psychose und anderen psychischen Erkrankungen noch zwischen den teilweise erheblich voneinander abweichenden Verläufen einer Psychose differenziert. In dieser Gruppe finden sich so unterschiedliche Künstler wie Adolf Wölfli und August Natterer. Doch hat die Kunst dieser Patienten nicht selten mit Unterstützung ihrer Ärzte einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Neue Begriffe – wie z. B. Art brut – etablierten sich und ganze Sammlungen entstanden, beispielsweise die Sammlung Prinzhorn. Leo Navratil, ein österreichischer Psychiater, prägte den Begriff der „zustandsgebundenen Kunst“, publizierte darüber und wurde wegen seines Engagements für die Kunst seiner stationär behandelten psychiatrischen Patienten geehrt.<ref>1970 mit der Hans Prinzhorn Medaille und 1990 mit dem Justinus-Kerner-Preis</ref> Zugleich zog er harsche Kritik auf sich – 1976 durch den österreichischen Schriftsteller Gerhard Roth und 1979 durch den Journalisten Ernst Klee.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Für die dritte Gruppe, also Künstler, die im Laufe ihres Lebens an einer Psychose erkrankten, finden sich zahlreiche Beispiele, wie Wolfgang Hallmann oder Louis Wain. Hilken unterschied konkret Künstler, die eine gesteigerte künstlerische Aktivität entwickeln oder, ganz im Gegenteil, deren kreatives Schaffen in der Psychose zum Erliegen kommt. Andere vollziehen markante Stilwechsel, und bei wieder anderen scheint ihr Werk von der Erkrankung nicht beeinflusst. Neben Messerschmidt und van Gogh widmete sie sich der französischen Bildhauerin Camille Claudel (1864–1943), für die sie verschiedene Schaffensperioden beschrieb; diese zerstörte schließlich ihr eigenes Werk, soweit ihr zugänglich, stellte ihre schöpferische Arbeit ein und verbrachte gegen ihren Willen die letzten 30 Jahre ihres Lebens in einer psychiatrischen Klinik.<ref>Hilken 2002, S. 106–108.</ref> Claudels Lebenswerk wurde im Mai 2017 mit der Eröffnung eines eigenen Museums in Nogent-sur-Seine gewürdigt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Es beherbergt die „größte Camille Claudel-Sammlung der Welt“.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:YouTube</ref>
Claudels Vita, um die sich zahlreiche Legenden rankten, ist von B. Cooper, einem Professor am Department of Old Age Psychiatry des King’s College London, im Jahr 2008 auf der Basis moderner interaktionistischer Modelle neu bewertet worden.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Dafür wertete Cooper inzwischen veröffentlichtes Material aus Klinik und Biografie aus. Er kam zu dem Schluss, bei Claudel würden sich zwei miteinander verschränkte Syndrome abbilden. Für ihn unzweifelhaft entwickelte Claudel im Alter von 41 Jahren eine paranoide Psychose mit fortgesetzten Wahnvorstellungen und Ängsten, vergiftet zu werden. Daneben sei eine Kombination von ernsthafter Selbstvernachlässigung, sozialer Isolation und Verweigerung des vorausgehenden Lebensstandards wirksam geworden, heute bekannt als Diogenes-Syndrom. Ihre Psychose würde Cooper als wahnhafte Störung klassifizieren, aber genau genommen müsse sie in dem unscharf umrissenen Bereich zwischen Paranoia (wahnhafte Verarbeitung von Wahrnehmungen), Paraphrenie (Spätschizophrenie mit gesonderter Symptomatik) und Schizophrenie angesiedelt werden.<ref>Cooper 2008, S. 28.</ref> Für die Ursache ihrer Erkrankung machte Cooper eine abnorme Anlage-Umwelt-Interaktion verantwortlich. In Claudels Fall sei eine psychotische Prädisposition assoziiert mit einem ausgeprägt kreativ-schöpferischen Talent. Ihre Kunst dürfe, obwohl sie ihre emotionalen Konflikte symbolisiere, nicht als „morbid“ zurückgewiesen werden.<ref>Cooper 2008, S. 29.</ref> Stattdessen hätten – unabhängig von einer möglicherweise gemeinsamen Ursache von Claudels innerem Drang zur Kreativität und ihrer mentalen Instabilität – zwei verschiedene „Linien“ ihres Lebensweges zusammengewirkt, so dass unter fortgesetzter sozialer Not die mentale Instabilität schließlich die Oberhand gewonnen habe.<ref>Cooper 2008, S. 29.</ref>
Literatur und Theater
[Bearbeiten]Innenansichten erlebter und durchlittener Schübe einer bipolaren Psychose beschreibt Thomas Melle in seinem mehrfach ausgezeichneten Buch Die Welt im Rücken. David Hugendick befand in der Zeit: „Es passiert selten, dass man ein Buch mit komplexen Schamgefühlen liest. Man schämt sich für den Zwiespalt, der sich in einem selbst auftut, weil man sich überrannt fühlt oder niedergetrampelt, erstarrt und immer wieder unterhalten. […] Und man schämt sich, weil man sich sicher ist, dass dieses Buch große Literatur ist, aber es vielleicht gar nicht sein will, sondern möglicherweise eine Selbsterkundung, auf jeden Fall eine tragische, wahre Geschichte, die nur dem Autor gehört und nicht dem Leser und nicht dem Jubel der Rezensenten.“<ref>David Hugendick: Thomas Melle. Explodierende Neuronen. In: Die Zeit. 8. September 2016; abgerufen am 30. August 2018. Sandra Kegel sieht in Melles Schilderung seiner Krankheit ebenfalls ein „eindringliches Dokument“ (Rezension für die Frankfurter Allgemeine Zeitung): „Denn aus der Binnenperspektive heraus gewährt es seltene Einblicke in die subjektive Wahrnehmung einer bipolaren Identität.“</ref>
2017 wurde Melles Krankheitsdarstellung in Wien erstmals als Theaterstück aufgeführt, im Akademietheater unter der Regie von Jan Bosse mit Joachim Meyerhoff als Hauptdarsteller. Wolfgang Kralicek resümierte seine Eindrücke von der Aufführung in der Süddeutschen Zeitung: „Man muss nicht bipolar sein, um zu begreifen, dass etwas nicht stimmt. Mit jedem von uns, aber schon auch mit der Welt. Dass ein Buch die Rettung sein kann, ist der tröstliche Gedanke, mit dem man diesen Theaterabend verlässt.“<ref>„Je tiefer sich die Erzählung in die Manie steigert“, referiert Kralicek, „desto mehr kommt Meyerhoff ins Spielen, desto lauter und exaltierter wird er. Er verwandelt sich aber auch dann nicht in einen Maniker, sondern nur in einen Schauspieler, wenn man das überhaupt voneinander trennen kann. Das Theater wird von Theaterleuten im Scherz gern mit einer geschlossenen Anstalt verglichen. An diesem Abend kann man ganz unironisch sehen, dass da was dran ist: Theater spielen hat etwas Manisches.“ (Wolfgang Kralicek: Burgtheater Wien. Wenn das Hirn davon stürzt. In: Süddeutschen Zeitung, 13. März 2017.)</ref>
Kritik an der Diagnose
[Bearbeiten]Vorlage:Hauptartikel Die Psychiater Thomas Szasz (1920–2012) und Ronald D. Laing vertreten wie der Soziologe Michel Foucault die Ansicht, dass Begriffe wie Verrücktheit (Psychose) und psychische Normalität keine objektiven Diagnosen, sondern subjektive Urteile mit gesellschaftlichen und politischen Wirkungen seien.<ref>Thomas S. Szasz: Geisteskrankheit – ein moderner Mythos? Grundzüge einer Theorie des persönlichen Verhaltens. Olten/Freiburg i. Br. 1972, S. 11 ff. (Orig.: The Myth of Mental Illness. Foundations of a Theory of Personal Conduct. New York 1961.)</ref> Nach Foucault wird die Abgrenzung zwischen Normalität und Verrücktheit zur gesellschaftlichen Kontrolle benutzt. Die klinische Psychiatrie sei damit nicht mehr nur medizinische Einrichtung, sondern diene als normstiftende Machtinstanz.<ref>Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Frankfurt am Main 1993, S. 15–21. (Orig.: Histoire de la folie à l'âge classique – Folie et déraison. 1961)</ref>
Der Kopf der Antipsychiatrie-Bewegung David Cooper war der Überzeugung, dass Wahnsinn und Psychose gesellschaftliche Erzeugnisse seien und es zu deren Lösung einer Revolution bedürfe. Er sah in Psychosebetroffenen verhinderte Revolutionäre, deren revolutionäres Potential durch den Gesellschaftszwang verhindert würde.
Dokumentarfilme
[Bearbeiten]- Soteria Bern. Akut. Schweiz 2013, Regie: Leila Kühni – Dokumentarfilm über die Soteria Bern (Teil 1), Schweizer Mundart mit hochdeutschen Untertiteln<ref>youtube.com</ref>
- Soteria Bern. Integration. Schweiz 2013, Regie: Leila Kühni – Dokumentarfilm über die Soteria Bern (Teil 2), Schweizer Mundart mit hochdeutschen Untertiteln<ref>youtube.com</ref>
- Soteria Bern. Gespräch. Schweiz 2013, Regie: Leila Kühni – Dokumentarfilm über die Soteria Bern (Teil 3), Schweizer Mundart mit hochdeutschen Untertiteln<ref>youtube.com</ref>
- Schnupfen im Kopf. Deutschland 2010, Regie: Gamma Bak – Dokumentarfilm und Selbstporträt von der Schauspielerin und Regisseurin Gamma Bak.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
- Nicht alles schlucken, Deutschland 2015, Regie: Sebastian Winkels, Jana Kalms, Piet Stolz – Dokumentarfilm über die Einnahme von Psychopharmaka.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Podcast
[Bearbeiten]Im „Danke, gut!“-Podcast spricht die freie Journalistin und Moderatorin Miriam Davoudvandi mit berühmten Menschen aus der deutschen Popkultur über deren Erfahrungen zum Thema Mental Health bzw. psychischer Gesundheit. Regelmäßig lädt sie sich dafür Experten ein, wie zum Beispiel in der Februar-Folge (10.02.22) mit dem Titel „Dr. Kerem Böge über Schizophrenie und Psychosen“, in der der Psychologe Dr. Kerem Böge über Auslöser und Klischees zum Thema Psychosen informiert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Der Podcast „50 Minuten“ mit Daniel Jakubowski und Samuel Bayer behandelt in der Podcast-Folge „Psychosen“ (veröffentlicht am 15. Februar 2019) ebenfalls das Krankheitsbild Psychose.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Literatur
[Bearbeiten]Leitlinien
[Bearbeiten]- Vorlage:AWMF
- Vorlage:Literatur
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Psychosis and schizophrenia in adults: prevention and management, 2014 (Last reviewed: 19 September 2024).
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE): Psychosis and schizophrenia in children and young people: recognition and management, 2013 (Last reviewed: 19 September 2024).
- National Collaborating Centre for Mental Health: Psychosis with Coexisting Substance Misuse: The NICE Guideline on Assessment and Management in Adults and Young People. RCPsych Publications, London 2011, ISBN 978-1-908020-30-7.
Einführungen
[Bearbeiten]- James B. McCarthy (Hrsg.): Psychosis in childhood and adolescence. Routledge, New York 2015, ISBN 978-1-136-73896-8.
- Paolo Fusar-Poli, Stefan J. Borgwardt, Philip McGuire (Hrsg.): Vulnerability to Psychosis: From Neurosciences to Psychopathology. Psychology Press, New York 2012, ISBN 978-1-136-59639-1.
- Heinz Häfner u. a. (Hrsg.): Psychosen – Früherkennung und Frühintervention: der Praxisleitfaden, mit 23 Tabellen, Schattauer Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7945-2704-5.
- Rudolf N. Cardinal, Edward T. Bullmore: The Diagnosis of Psychosis. Cambridge University Press, 2011, ISBN 978-0-521-16484-9.
- Johan Cullberg: Therapie der Psychosen: Ein interdisziplinärer Ansatz. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2008, ISBN 978-3-88414-435-0.
- Dieter Bürgin, Heiner Meng (HRSG): Childhood and Adolescent Psychosis. Karger Medical and Scientific Publishers, Basel 2004, ISBN 978-3-8055-7706-9.
- Karl Leonhard: Aufteilung der endogenen Psychosen und ihre differenzierte Ätiologie (Hrsg.): Hellmut Beckmann, 8. Aufl., 54 Tabellen, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-13-128508-9.
Psychotherapeutische Behandlungsoptionen
[Bearbeiten]- Vorlage:Literatur
- Vorlage:Literatur
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Psychoanalytische Schriften
[Bearbeiten]Ratgeber
[Bearbeiten]- Paul French, Jo Smith, David Shiers, Mandy Reed, Mark Rayne (Hrsg.): Promoting Recovery in Early Psychosis: A Practice Manual. John Wiley & Sons 2010, ISBN 978-1-4443-1882-1.
- Michael T Compton, Beth Broussard: The First Episode of Psychosis: A Guide for Patients and Their Families. Oxford University Press 2009, ISBN 978-0-19-970700-3.
- Thomas Bock: Umgang mit psychotischen Patienten, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2003, 6. Aufl. 2009, ISBN 978-3-88414-332-2.
- Josef Bäuml: Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis: Ratgeber für Patienten und Angehörige, Leitfaden für professionelle Helfer, Einführung für interessierte Laien. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-43646-1.
Psychose und Kunst
[Bearbeiten]- B. Cooper: Camille Claudel: trajectory of a psychosis. In: Medical humanities. Band 34, Nummer 1, Juni 2008, S. 25–29, doi:10.1136/jmh.2008.000268. PMID 23674536, PDF.
- Dietrich von Engelhardt: Psychische Krankheit in der Literatur der Neuzeit. In: Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung. Band 4, 1985, S. 23–40.
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- Vorlage:Literatur
Literarisches
[Bearbeiten]- Anna Sperk: Neben der Wirklichkeit. Roman. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2018, ISBN 978-3-96311-014-6.<ref>Verlagsinformation und Pressestimmen zu: Anna Sperk: Neben der Wirklichkeit. In: mitteldeutscherverlag.de, 2018, abgerufen am 9. Juli 2020.</ref>
- Jens Jüttner: Als ich aus der Zeit fiel: Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie. Pinguletta Verlag, 2020, ISBN 978-3-948063-11-5.
- Klaus Gauger: Meine Schizophrenie. Verlag Herder, 2018, ISBN 978-3-451-60049-4.
- Janine Berg-Peer: Schizophrenie ist scheiße, Mama! Vom Leben mit meiner psychisch erkrankten Tochter. Fischer Taschenbuch, 2013, ISBN 978-3-596-18914-4.
Weblinks
[Bearbeiten]- Früherkennung von Psychosen – Früherkennungs- und Therapiezentrum (FETZ) der Uni Köln
- Robin Wester: Früherkennungszentrum in Bonn – Wie sich eine Psychose ankündigt, in: General-Anzeiger (Bonn), 18. November 2017.
- Martin Hubert: Fortschritte in der Früherkennung von Psychosen werfen Fragen auf, in: Deutschlandfunk – Forschung aktuell, 1. Juni 2017.
- Dorothea von Haebler (IPU Berlin): Psychosen Wissenschaftspodcast der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin (IPU), 15. Februar 2019
- Cécile Loetz, Jakob Müller: Psychose und Schizophrenie. In: Rätsel des Unbewußten. Podcast zur Psychoanalyse und Psychotherapie (Folge 12).
Anmerkungen
[Bearbeiten]<references group="Anmerkung"> </references>
Einzelnachweise
[Bearbeiten]<references > <ref name="DOI10.1007/s00115-017-0474-0">S. Klingberg, K. Hesse: Differenzialindikation für die Psychotherapie bei Psychosen. In: Der Nervenarzt. Band 89, 2018, S. 276–282, doi:10.1007/s00115-017-0474-0 (Review).</ref> </references>