Harburg (Schwaben)

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland

Datei:Burg.Harb.JPG
Harburg

Harburg (Schwaben) (Vorlage:IPA) (Rieser-schwäbisch Horburg oder auch Horre) ist eine Stadt im Landkreis Donau-Ries in Schwaben (Bayern). Sie liegt im Tal der Wörnitz an der Romantischen Straße zwischen Nördlingen und Donauwörth. Historisch bedeutend ist die gleichnamige Burg Harburg oberhalb der Stadt. Deshalb trägt Harburg auch den Beinamen „Burgstadt“.

Namen

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Alte Urkunden sprechen von „Harburc“, „Horeburch“ und „Horburc“. Im Althochdeutschen bedeutet horo Sumpf oder Moor, die Harburg wäre damit eine Burg über dem Sumpf. Dagegen spricht allerdings die Bodenbeschaffenheit in Harburg. Umgangssprachlich wird in Harburg bis heute das Wort Hore für Horn verwendet, das eher auf die Form des Berges hindeutet. Die Harburg wäre damit eine Burg auf einem Berghorn.

Geografie

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Datei:Harburg in Schwaben, Egelseestraße 4, Kath. Pfarrkirche-20150822-001.jpg
Partie an der Wörnitz

Die Stadt liegt südlich des südöstlichen Randes des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im UNESCO Global Geopark Ries und bildet den geografischen Mittelpunkt des Landkreises Donau-Ries. Harburg befindet sich am Übergang von Schwäbischer und Fränkischer Alb und weist einen Höhenunterschied von fast 160 Metern auf, von der Stadt bei Vorlage:Höhe bis zum Bock, der höchsten Erhebung, bei Vorlage:Höhe.<ref name=":1">Vorlage:Internetquelle</ref>

Datei:Geodätischer Referenzpunkt Harburg (Schwaben) 01.jpg
Geodätischer Referenzpunkt auf der alten Steinernen Brücke

Auf der alten steinernen Brücke befindet sich ein geodätischer Referenzpunkt, ein Kontrollpunkt zum Überprüfen von GNSS-Empfängern.

Gemeindegliederung

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Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):<ref>Vorlage:BLO Ortsdatenbank</ref><ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Vorlage:Mehrspaltige Liste

Vorlage:Anker Die Gemeinde besteht aus zehn Gemarkungen, die deckungsgleich sind mit den ehemaligen Gemeinden:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:FNZ

Flächenaufteilung

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Die Flächenaufteilung des 7.316 ha großen Stadtgebietes zeigt folgendes Schema: <timeline> ImageSize = width:600 height:150 PlotArea = width:90% height:66% bottom:25% left:5% DateFormat = x.y Period = from:0 till:100 Legend = columns:2 columnwidth:250 left:12% top:95% TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:10 start:0

  1. The formatting blanks in the Colors-section are in fact figure spaces (U+2007)

Colors =

 id:Gesa   value:white        legend: 7.316_ha Gesamtfläche
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PlotData =

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from:94.3 till:100.0 color:Verk

</timeline>Nach Daten des bayerischen Landesamtes für Statistik, Stand 2018.<ref name=":5" />

Stadtgliederung

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Die Stadt ist seit Jahrhunderten durch die Wörnitz in mehrere Viertel aufgeteilt. Den Kern bildet die Altstadt mit ihren historischen Gassen und ehemaligen Stadttoren. Östlich der Wörnitz entstand im Laufe der Zeit ein Neubaugebiet, das heute ebenfalls zum Stadtkern zählt, und an dessen Enden noch weitere Neubausiedlungen entstehen. In den 1990er Jahren waren die westlich auf dem Berg gelegenen Wohnbezirke Heide und Stadelhof sehr beliebt.

Planungsregion

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Harburg ist ein Kleinzentrum der bayerischen Planungsregion Augsburg.<ref name=":1" />

Nachbargemeinden

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Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Huisheim, Fünfstetten, Kaisheim, Donauwörth, Mönchsdeggingen, Möttingen und Alerheim. Außerdem grenzt das Gemeindegebiet noch an Bissingen im Landkreis Dillingen. Vorlage:Nachbargemeinden

Klima

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In Harburg herrscht ein warmgemäßigtes Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 9,7 °C. In der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger wird Harburg als Cfb eingestuft. Das Klima in Harburg ist kontinental beeinflusst. Harburg hat während des Jahres eine erhebliche Menge an Niederschlägen zu verzeichnen. Das gilt auch für den trockensten Monat. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 663 mm. Am wenigsten Niederschlag gibt es mit 27 mm im Monat April. Im Gegensatz dazu ist der Juni der niederschlagsreichste Monat des Jahres mit 98 mm Niederschlag. In Harburg wird eine Wetterstation des deutschen Wetterdienstes betrieben. Vorlage:Klimatabelle

Geologie

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Harburg liegt am Südostrand des Nördlinger Rieses. Zwischen 1920 und 1950 machte Joachim Schröder geologische Aufnahmen von Harburg.

Hydrologie

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Fließgewässer

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Datei:Harburg - Brücke über die Wörnitz.jpg
Wörnitz im Bereich der alten Steinernen Brücke

Das Tal in dem sich Harburg befindet, ist geprägt durch die Wörnitz, einem Fließgewässer erster Ordnung. Diese fließt vom Ries kommend in zahlreichen Mäandern und teilt sich in Harburg in zwei Arme, die für die ehemalige Bruck- und die Stadtmühle im Bereich der alten Steinernen Brücke mit mehreren Wehren versehen sind, um die Wasserkraft der Wörnitz besser nutzen zu können.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Aufgrund dieser Wehre können die Fische nicht vom unteren in den oberen Bereich der Wörnitz gelangen. Deshalb soll ab Juni 2021 bei der alten Stadtmühle auf Höhe der Geopark-Infostelle eine 45 m lange Fischtreppe mit 13 Becken gebaut werden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Hochwasser

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Datei:D-7-79-155-6 Harburg Auf-der-Bruecke-1 Hochwassermarken-Sockelgeschoss.jpg
Historische Hochwassermarken der Wörnitz

Die Pegelmessstelle in Harburg befindet sich bei der Tennisanlage neben der neuen Wörnitzbrücke auf Höhe des Flusskilometers 19,28.<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref> Die historischen extremen Hochwasserstände der Wörnitz sind in Harburg auf dem Mauerwerk der ehemalige Fleischbank auf der alten Steinerne Brücke sowie im Egelsee festgehalten. Die höchsten Pegelstände verzeichnete der Hochwassernachrichtendienst Bayern an folgenden Tagen:

Höchste Wasserstände und Abflüsse der Wörnitz bei Harburg (Schwaben)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Rang Datum Wert am Pegel Wiederkehrzeit
in cm in m³/s
1. 14.04.1994 586 444 50- bis 100-jährlich
2. 21.12.1993 585 435 50- bis 100-jährlich
3. 23.02.1970 528 367 20- bis 30-jährlich
4. 17.03.1988 526 319 20-jährlich
5. 30.10.1998 524 269 zehnjährlich

Religionen

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Konfessionsstatistik

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Laut Zensus 2011 waren 54,4 % der Einwohner evangelisch, 36,1 % römisch-katholisch und 9,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.

Christentum

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Datei:St. Barbara und Herz Jesu in Harburg (Schwaben).jpg
Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Barbara und im Hintergrund die katholisch Herz-Jesu Kirche

Evangelisch-lutherisch Kirche

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Durch die Reformation wurden Harburg und fast alle heutigen Stadtteile evangelisch, da sie zur protestantischen Grafschaft Oettingen-Oettingen gehörten. Harburg war von 1564 bis 1806 Sitz eines anfangs gräflichen, dann fürstlichen Spezialsuperintendenten. In der Zeit des Königreichs Bayern von 1806 bis 1851 nannten sich diese kgl. bayerische Dekane. Danach wurde der Sitz des Dekanats erst nach Ebermergen und in den 1970ern nach Donauwörth verlegt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Siehe auch: Geschichte des evangelisch lutherisches Dekanats Donau-Ries

Römisch-katholisch Kirche

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Erst in der bayerischen Zeit ab 1806/1848 kamen auch Katholiken nach Harburg, so dass 1903 die Herz-Jesu Kirche erbaut wurde und 1957 diese schließlich zur Pfarrei erhoben wurde. Zuvor waren von den Stadtteilen nur Hoppingen, das zur Zeit der Reformation zur katholischen Grafschaft Oettingen-Wallerstein gehörte und Mündling, das zum Fürstentum Pfalz-Neuburg gehörte, katholisch.

Die Wörnitz, welche mitten durch Harburg fließt, bildet die Bistumsgrenze. Das Gebiet rechts/westlich der Wörnitz gehört zum Bistum Augsburg und das Gebiet links/östlich der Wörnitz zum Bistum Eichstätt.

Judentum

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Vorlage:Hauptartikel

Datei:Harburg in Schwaben, Egelseestraße 8-20150822-001.jpg
Ehemalige Synagoge im Egelsee

Bereits vor 1349 sollen sich in Harburg Juden angesiedelt haben, die aber während der Pestpogrome von 1349 vertrieben bzw. ermordet wurden. In den folgenden Jahrhunderten lassen sich keine sicheren Angaben über jüdisches Leben in Harburg machen.<ref name=":6">Vorlage:Internetquelle</ref>

Erst im Jahr 1671 siedelten sich jüdische Familien, welche aus dem Raum Höchstädt an der Donau im damaligen Fürstentum Pfalz-Neuburg stammten und dort vertrieben wurden, unter dem Schutz Graf Albrecht Ernst I. zu Oettingen-Oettingen in Harburg an. Daraus entwickelte sich eine im süddeutschen Raum bedeutende jüdische Landgemeinde des 18. und 19. Jahrhunderts. Bereits 1739 lag der Anteil der jüdischen Bevölkerung bei rund 30 %.<ref name=":7" />

Die Angehörigen dieser jüdischen Kultusgemeinde standen bis 1731 unter dem Schutz der Grafen und Fürsten zu Oettingen-Oettingen bzw. bis 1806 derer zu Oettingen-Wallerstein, die das Judenregal seit „ewigen Zeiten“ besaßen. Ab 1750 wurde der gesamten hiesigen Judenschaft zeitlich befristeter Schutz (mitsamt Privilegien) gewährt. Bis dahin waren einzelnen Familien Schutzbriefe ausgestellt und Schutzgelder individuell auferlegt worden.<ref name=":6" />

Ein streng abgetrenntes Ghetto gab es nicht und so befinden sich viele Häuser mit jüdischer Tradition in der Harburger Altstadt. Hierzu zählt beispielsweise das Wohnhaus von Moses Weil, Begründer der jüdischen Gemeinde und das um 1800 erbaute klassizistische Haus mit Mansardendach am oberen Marktplatz, in dem der letzte fürstliche Hoffaktor Jakob Lippmann Hechinger residierte. Besonders das Egelsee mit der im Jahr 1754 erbauten Synagoge, der jüdischen Schule aus dem 19. Jahrhundert und die Häuser des kaiserlichen Proviantfaktors Simon Oppenheimer aus der Zeit um 1700 sowie der Familie Nebel zeugen von einer langen jüdischen Geschichte.<ref name=":7"/>

Auf Grund von Abwanderung, hauptsächlich der jüngeren Juden, in die großen Städte hatte Harburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts seine Bedeutung als jüdische Landgemeinde verloren. Um 1930 gehörten die letzten Bürger jüdischen Glaubens hauptsächlich noch zur weit verzweigten Familie Nebel.<ref name=":7" /> Von den nach 1933 noch in Harburg lebenden Juden wurden vier Opfer des Holocaust, elf weitere gebürtige Harburger Juden lebten zum Zeitpunkt ihrer Deportation in anderen Orten Deutschlands.<ref name=":6" /> Auf der Anhöhe des Hühnerberges am Waldrand befindet sich seit 1671 der jüdische Friedhof. Dieser enthält ca. 250 Grabdenkmäler und ein Taharahaus. Neben dem jüdischen Friedhof in Wallerstein ist er wohl einer der ältesten im Landkreis Donau-Ries.<ref name=":7">Vorlage:Internetquelle</ref>

Datei:Harburg (Schwaben) Jüdischer Friedhof 50503.JPG
Jüdischer Friedhof am Hühnerberg

Geschichte

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Vorlage:Panorama

Mittelalter

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Im Jahr 1093 erschien der Name Harburg erstmals bei Mathilde de Horeburc, der Gemahlin des Grafen Kuno von Lechsgünd. Es ist aber nicht belegt, ob es sich hierbei um Harburg (Schwaben) handelt. In alten Dokumenten wird auch ein „Dienstmannengeschlecht von Gosheim und Horibuch“ sowie ein „Dominus Otto de Gosheim sive Horburch“ genannt.<ref name=":4" /> Die Burg Harburg gehörte in staufischer Zeit ab dem Jahr 1150 zusammen mit der Siedlung zum Reichsgut. In ihrem Schutz entwickelte sich der Ort durch die ausgezeichnete Lage als Eingangspforte für die von Italien, über die Schweiz und Augsburg kommende und weiter zum Ries und nach Nürnberg führende wichtige Heer- und Handelstraße Via Imperii.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Bereits 1250 erhielt der Ort Marktrechte, wurde aber im Jahr darauf (noch ohne die Burg) von König Konrad IV. an Graf Ludwig III. von Oettingen verpfändet. Eine weitere Verpfändung von Burg und Markt erfolgte 1299 durch König Albrecht I. an Graf Ludwig V. von Oettingen. Erstmals erschien 1290 der Reichsadler im Wappen der Gemeinde.<ref name="nietzschmann">Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 40.</ref> 1418 kamen Stadt und Burg endgültig in den Besitz der Grafen von Oettingen, die sie unter Graf Wolfgang I. (1455–1522) und dessen Sohn Karl Wolfgang (1484–1549) von 1493 bis 1549 als Residenz nutzten.

Ab 1591 ist in Harburg nach Daten der Gesellschaft für Leprakunde ein mittelalterliches Leprosorium nachweisbar, das als Leprosenhaus bezeichnet wurde und der „Siechenpflege“ diente. Das Gebäude war später ein Armen- und Krankenhaus, 1903 wurde es aufgelöst.<ref>Vorlage:Webarchiv, zuerst in der Zeitschrift „Die Klapper“, auf muenster.org, abgerufen am 18. März 2018</ref> Bis heute existiert noch die Siechenpflegestiftung. Das letzte Armenhaus in Harburg stand bis in die 1970er Jahre in der Donauwörther Straße, oberhalb der neuen Brücke. Vorlage:Siehe auch

Neuzeit

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Reformation

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Graf Karl Wolfgang zu Oettingen begeisterte sich früh für die Lehre Martin Luthers. Da er zusammen mit seinem Bruder Ludwig XV. über die Grafschaft Oettingen regierte, führte er in seinen Gebieten südlich der Eger die Reformation durch. An seine Residenz, der Burg Harburg, holte Karl Wolfgang 1524 Paul Warbeck als Hofprediger. Die Schlosskirche St. Michael war somit die erste evangelische Predigtstätte im Ries. 1539, nach dem Bauernkrieg, berief Karl Wolfgang eine Synode in Harburg ein, auf der alle Pfarrer seiner Grafschaft über den evangelischen Glauben diskutierten und schließlich wurde die Augsburger Konfession eingeführt. Sein Bruder Ludwig XV. tat das Gleiche in Alerheim.<ref name=":3">Vorlage:Internetquelle</ref>

Während des Schmalkaldischen Krieges blieb Karl Wolfgang neutral und trat dem Schmalkaldischen Bund nicht bei. Jedoch wurde die Burg Harburg im September 1546 von Truppen des Schmalkaldischen Bundes besetzt. Nach deren Kapitulation plünderten kaiserliche Truppen den damaligen Markt und besetzten die Burg. Die Folge des Schmalkaldischen Krieges war, dass Karl Wolfgang, trotz seiner Neutralität, im Dezember 1546 abgesetzt wurde. Er starb kinderlos 1549 auf Burg Harburg, wo ein Epitaph in der Schlosskirche an ihn erinnert. Mit seinem Tod fiel Harburg an die katholischen Grafen Friedrich V. und Wolfgang II., die im Jahre 1550 in der Marktkirche wieder den katholischen Gottesdienst einführten. Ludwig XV., der aktiv auf der Seite des Schmalkaldischen Bundes tätig war, wurde mit der Reichsacht versehen und verbannt. Er setzte aber das reformatorische Werk seines Bruders Karl Wolfgang nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 mit dem Grundsatz „Cuius regio, eius religio“ fort, indem alle Gebiete, somit auch Harburg, wieder evangelisch wurden.<ref name=":3" />

Unter den Söhnen Ludwigs XV. kam es zur konfessionellen Teilung des Hauses Oettingen. Die Burg und Stadt blieben bei der evangelischen Linie Oettingen-Oettingen und haben deshalb bis heute eine evangelische Bevölkerungsmehrheit. 1612 wurde unter Graf Gottfried von Oettingen-Oettingen mit dem Bau der heutigen evangelischen Stadtpfarrkirche St. Barbara am Fuße des Burgberges begonnen.

Dreißigjähriger Krieg

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Nach der Besetzung des Schellenbergs bei Donauwörth erreichten im April 1632 schwedische Truppen Harburg. Nach einem Jahr war das Umland von kleinen Gruppen auf der Suche nach Nahrung, ohne Rücksicht auf die Religionszugehörigkeit, ausgeraubt und zerstört worden.<ref name=":3" /> Der Schwedenkönig Gustav Adolf speiste 1632 in Harburg, forderte hohe Abgaben und zog mit seinem Heer durch den Markt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name=":4">Vorlage:Internetquelle</ref>

Die Folgen der Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1634 sowie der Schlacht bei Alerheim am 3. August 1645 verschärften auch die Situation in Harburg. Es gab einen großen Mangel an Nahrungsmitteln und Futter. Durch die Kriegseinwirkungen und den Ausbruch der Pest verzeichnete Harburg 1634 einen Bevölkerungsverlust um mehr als die Hälfte.<ref name=":4" /> Deshalb wurde nach Ende des Dreißigjährigen Krieges unter der Regentschaft des späteren Fürsten Albrecht Ernst I. zu Oettingen-Oettingen im Jahr 1671 mit der Ansiedelung einer jüdischen Gemeinde in Harburg begonnen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

18. Jahrhundert

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Datei:Ehemalige Richtstätte Harburg (Schwaben).jpg
Ein Hinweisschild zeigt auf den Ort der ehemaligen Richtstätte.

Nachdem die evangelische Linie Oettingen-Oettingen mit dem Tod des Fürsten Albrecht Ernst II. im Jahr 1731 erloschen war, regierten über Burg und Markt Harburg die Grafen und Fürsten zu Oettingen-Wallerstein. Diese richteten auf der Burg ein Oberamt sowie eine Fronfeste ein. Die Grafen und Fürsten zu Oettingen waren Gerichtsherren in Harburg und übten auf ihrem Herrschaftsgebiet die niedere und hohe Gerichtsbarkeit aus. Für die Vollstreckung der Todesstrafe gab es in Harburg zwei Hinrichtungsplätze: die Richtstatt, auch Rabenstein genannt, für die Hinrichtung mit dem Schwert und das Hochgericht, den Galgen, für die Hinrichtung mit dem Strang. Der Galgen befand sich neben dem heutigen Fahrradweg an der B25 in Richtung Nördlingen am Fuße des Hühnerberges. Die Richtstatt lag zuerst am Ortsrand außerhalb des Tiefen bzw. Nördlinger Tores. Im Jahr 1785 wurde sie zum Hochgericht am Galgenberg verlegt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Dort erfolgte die letzte Hinrichtung mit dem Schwert am 9. Dezember 1809.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

19. Jahrhundert

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Datei:Historischer Ansicht von Burg und Stadt Harburg.jpg
Gesamtansicht von Schloss und Stadt Harburg, Stahlstich von Joseph Maximilian Kolb nach einer Zeichnung von Eduard Gerhardt, um 1870

Mit der Mediatisierung 1806 kam Harburg zum Königreich Bayern und wurde eine königlich-bayerische Landgemeinde. Die Stadterhebung erfolgte 1848 und im gleichen Jahr wurde Harburg mit der Ludwig-Süd-Nord-Bahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1858 besuchte der Maler Carl Spitzweg während seiner Sommerreisen Harburg und ließ sich dort für das Setting seines Gemäldes Wäscherinnen am Brunnen inspirieren.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Daneben fertigte er Skizzen von Burg und Stadt an.

August Märker gründete 1889 das Stein- und Zementwerk, das in den folgenden Jahrzehnten um eine Dampfziegelei und eine Portlandzement-Fabrik erweitert wurde. Daraus entwickelte sich die heutige Märker-Gruppe, der größte Arbeitgeber der Stadt.

20. Jahrhundert

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Am 3. Mai 1903 wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche, die im neugotischen Stil von Jakob Angermair errichtet wurde, eingeweiht. Der Bauträger war der Gesellige Verein der Katholiken Harburgs, der für den Kirchenbau gegründet worden war. Seit der Reformation bis zur Fertigstellung der Kirche gehörten die katholischen Harburger zur Nachbargemeinde Hoppingen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

In den Jahren 1955 bis 1957 wurde der Straßentunnel unter der Burg Harburg erbaut. Vorher musste der gesamte Durchgangsverkehr die engen Straßen der Altstadt passieren.

1992 gründete sich die Initiative Harburg Project, die sich mit der Erforschung und Dokumentation der Geschichte der jüdischen Familien in Nordschwaben, ausgehend von den reichen Archivbeständen der Fürstlichen Archive auf der Burg Harburg, befasst.

Eingemeindungen

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Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden die Gemeinden Brünsee und Mündling am 1. Juli 1971 eingegliedert. Ronheim kam am 1. Juli 1972 hinzu.<ref>Vorlage:BibISBN</ref> Hoppingen wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Ebermergen und Großsorheim folgten am 1. Januar 1976. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Heroldingen und Mauren am 1. Mai 1978 abgeschlossen.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982">Vorlage:BibISBN</ref>

Einwohnerentwicklung

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Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 5674 auf 5535 um 139 Einwohner bzw. um 2,5 %.Vorlage:Jahresdiagramm

Bevölkerungsentwicklung<ref name=":5" />
Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Einwohner 4474 4238 4186 4532 4422 6864 5849 5857 5711 5495 5424 5439 5465 5475 5435 5463 5508 5496 5535 5561

Politik

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Stadtrat

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Der Stadtrat setzt sich aus 20 Stadträten und dem Ersten Bürgermeister zusammen. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2020 lag bei 77,8 %.<ref name="stadtratswahl_2020">Vorlage:Internetquelle</ref>

Vorlage:Sitzverteilung

Wahlergebnisse des Stadtrats seit 2008 in Prozent
Jahr CSU Grüne SPD PWG-BG-FW WG Mündling WG Mauren WG Großsorheim Möggingen Junge Bürger
2008<ref name="kommwahl_2008">Vorlage:Literatur</ref> 31,5 20,7 19,7 10,6 9,2 8,3
2014 34,0 19,0 47,0
2020<ref name="stadtratswahl_2020" /> 24,3 7,5 18,2 24,1 10,5 7,8 7,5
Sitzverteilung im Stadtrat seit 2008
2008<ref name="kommwahl_2008" /> 7 4 4 2 2 1
2014 8 4 8
2020<ref name="stadtratswahl_2020" /> 5 1 4 5 2 2 1

Vorlage:Absatz

Datei:Harburg (Schwaben) Rathaus 1859.JPG
Rathaus Harburg

Bürgermeister

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Seit 1972 ist der Bürgermeister in Harburg hauptamtlich tätig:

Adolf Härtl SPD 1972–1976
Hans Schneider CSU 1976–1984
Anton Fischer SPD 1984–2002
Wolfgang Kilian CSU 2002–2020
Christoph Schmidt parteilos seit 2020

Christoph Schmidt (Unabhängig für Harburg) wurde in der Stichwahl am 29. März 2020 zum Ersten Bürgermeister gewählt und ist seit 1. Mai 2020 im Amt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bürgerentscheide

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In Bayern gestattet Artikel 18a der Gemeindeordnung im Rahmen der direkten Einflussnahme auf kommunaler Ebene den Gemeindebürgern das Recht, Bürgerbegehren zu initiieren.<ref>Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Gemeindeordnung – GO) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 1998: Art. 18a Bürgerbegehren und Bürgerentscheid. Abgerufen am 25. Januar 2011.</ref> Über erfolgreiche Unterschriftensammlungen kommt es zur Abstimmung im Wege des Bürgerentscheids. Hierzu regelt die Satzung zu Bürgerbegehren und Bürgerentscheid vom 11. Januar 2006 der Stadt Harburg (Schwaben) die nähere Durchführung.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> In Harburg wurden die Bürger in der folgenden Angelegenheit zur Wahlurne gerufen:

  • Am 19. März 2006 stimmten die Bürger im Rahmen eines Bürgerbegehrens ab, ob das Hallenbad aufgrund der hohen Unterhaltskosten geschlossen oder weiterhin betrieben werden sollte. Eine breite Mehrheit sprach sich für den Erhalt des Bades aus.

Wappen

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Vorlage:Wappenbeschreibung

Stadtflagge

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Die Stadtfarben sind Grün und Weiß. Die Harburger Stadtflagge zeigt diese beiden Farben längsgestreift. Sie stehen für Hoffnung und Reinheit. Gelegentlich ist das Stadtwappen in der Mitte der Flagge abgebildet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Städtepartnerschaft

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Burg Harburg

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Datei:Harburg in Schwaben, Burg 20170826 001.jpg
Burg Harburg

Vorlage:Hauptartikel Oberhalb der Stadt steht die gleichnamige Burg, eine umfangreiche mittelalterliche Anlage aus dem 11./12. Jahrhundert. Der Zustand des 18. Jahrhunderts ist in wesentlichen Teilen erhalten. Die Burg gehört der Gemeinnützigen Fürst zu Oettingen-Wallerstein Kulturstiftung. Diese bietet im Sommerhalbjahr täglich Burgführungen an. Außerdem finden im Saisonverlauf auch verschiedene Sonderführungen und Veranstaltungen auf Burg Harburg statt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zu Fuß kann man die Burg von der Altstadt aus über verschiedene ausgeschilderte Weg um den Burgberg entlang erreichen.

Altstadt

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Datei:F P Guillery Harburg in Schwaben.jpg
Franz Guillery: Harburg

Vorlage:Hauptartikel Die Harburger Altstadt entstand auf einem mittelalterlichen Grundriss einer staufischen Siedlung, geprägt durch die Topografie von Wörnitz und Burgberg. Die Bebauung der Altstadt stammt hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert und unterliegt dem Ensembleschutz.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Alle historisch bedeutenden Gebäude sind mit Tafeln mit der Chronik ausgestattet.

Datei:Brucktor in Harburg (Schwaben).jpg
Das Brucktor nach einer Zeichnung von Carl Spitzweg (1858)

Ehemalige Stadttore

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Harburg hatte bereits um 1500 fünf hölzerne Stadttore: das Brucktor (an der Brücke), das Egelseetor (führt zum Egelsee), das Nördlinger Tor bzw. Tiefe Tor, das Vesttor (führt zur Veste bzw. Burg) und das Griestor bzw. Donauwörther Tor. Damit keine unerwünschten Personen wie Diebe, Räuber, Bettler und Wegelagerer in die Stadt kommen konnten, wurden die Tore jeden Abend geschlossen. Eine Stadtmauer war größtenteils unnötig, da die Stadt von Hausmauern fast ganz umschlossen war. Zwischen 1861 und 1863 wurden alle Tore – offiziell wegen Baufälligkeit, zu hoher Unterhaltskosten und gesundheitlicher Risiken für die Bewohner – abgerissen. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass sie den Menschen schlichtweg nicht mehr gefielen. An den ehemaligen Standorten der Tore sind heute Gedenktafeln angebracht.

Marktplatz

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Datei:Marktplatz in Harburg (Schwaben).jpg
Marktplatz

Von den fünf ehemaligen Stadttoren führen die Straßen sternförmig zum Marktplatz, den Mittelpunkt der Altstadt, der zur Wörnitz hin leicht abfällt. Dominiert wird der Marktplatz am östlichen Ende von einem dreigeschossigen Mansardwalmdachbau mit Vortreppe und klassizistischer Fassade.

Direkt davor befindet sich der bronzene Marktplatzbrunnen, der durch Bildhauer Fred Jansen aus Oettingen gestaltet und im Rahmen der Altstadtsanierung 1996 errichtet wurde. In der Nacht zum 26. September 2019 rammte ein Lkw den Brunnen am Marktplatz und zerstörte ihn. Seit Juni 2020 steht er nach der Wiederstellung durch Fred Jansen wieder an seinem alten Platz.

Datei:Marktplatzbrunnen Harburg (Schwaben) 02.jpg
Marktplatzbrunnen, 2020

Der ca. drei Meter hohe Brunnen besteht aus einem Ablaufbecken aus Wachenzeller Dolomit und gliedert sich in drei Bestandteile:

  • Das untere Becken symbolisiert durch die Zunftzeichen von Hufschmieden, Flachsbrechern, Fassbindern, Korbflechtern, Schlossern, Wörnitzfischern, Hafnern und Schuhmachern die Handwerksberufe, die in der Stadt früher üblich waren.
  • Das mittlere Becken steht für die Stadtgeschichte. Ein Mühlrad repräsentiert die Brückmühle und das Wasser der Wörnitz. Außerdem ist die St.-Barbara-Kirche und die 1754 erbaute Synagoge zu sehen. Eine Figur stellt den Bürgermeister dar, der mit der Urkunde an die Stadterhebung im Jahr 1849 erinnert. Für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges steht der schwedische König Gustav II. Adolf, der in Harburg speiste und Abgaben forderte. Die französische Belagerung gegen die in der Burg verschanzten Österreicher wird ebenso dargestellt wie an der Außenseite des Beckens die Figuren aus der Harburger Sagenwelt. Hierzu zählen der Schäfer vom Hüllenloch, der feurige Hund von Eisbrunn und die letzte Harburger Hinrichtung. Als vollplastische Figuren sind der Nachtwächter mit Hellebarde, eine Marktfrau, ein Polizeidiener und Graf Ludwig III. von Oettingen, welcher 1251 von König Konrad IV. die Stadt Harburg als Pfand übertragen bekam, zu sehen.
  • Das obere Becken zeigt die Silhouette der Burg und wichtige historische Daten der Burg- und Stadtgeschichte. Der Brunnen schließt mit der Blutglocke ab, die sich im Original auf dem Rathausdach befindet. Durch das Läuten der Glocke wurden Todesurteile bekanntgegeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Neben dem Marktplatz schließt sich in Richtung Westen das Rathaus an. Der dreigeschossige Satteldachbau mit der sogenannten Blutglocke besitzt ein massives Erdgeschoss. In den Jahren 1975 bis 1977 wurde der alte Bau mit wiederverwendeten Fachwerkteilen des 15. Jahrhunderts umgestaltet und um einen Anbau erweitert. Es ist eines der ältesten Gebäude im Stadtbild.

Kirchen

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Steinerne Brücke

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Datei:D-7-79-155-39 Harburg Auf-der-Bruecke Woernitzensemble-v-Sued 005.jpg
Steinerne Brücke und Wörnitzstrand

Vorlage:Hauptartikel Die Steinerne Brücke, umgangssprachlich auch „alte Bruck“ oder nur „Bruck“ genannt, bildete lange Zeit die einzige Möglichkeit, trockenen Fußes von einem Wörnitzufer zum anderen zu gelangen. Sie zählt neben der markanten Burganlage zu den Wahrzeichen der Stadt. Die Rundbogenkonstruktion wurde 1729 nach einem verheerenden Hochwasser aus Steinquadern mit sieben Jochen und gedeckten Brecherpfeilern erbaut. Als Baumaterial wurde auch Suevit verwendet. Im Jahr 1784 wurde sie in Teilen erneuert, da sie durch ein Hochwasser Schäden davontrug.

Um den Unterhalt der Brücke finanzieren zu können, hatte die Gemeinde seit jeher das Recht, Brücken- und Pflasterzoll zu erheben. Hierbei musste ein beladener Wagen, der in den Markt hineinfahren wollte, 4 Kreuzer entrichten. Für einen beladenen zweirädrigen Karren wurde nur die Hälfte verlangt. Die Gebühr war nur einmal am Tag fällig, dass galt auch, wenn man mehrmals mit dem Fuhrwerk durch den Markt fuhr. Einheimische Bürger waren von dem Zoll befreit. Bis zum Anschluss an das Eisenbahnnetz war der Brücken- und Pflasterzoll eine wichtige Einnahmequelle für Harburg, der einen Anteil von rund 20 % an den Gesamteinnahmen hatte.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 wurden Mitteljoche durch Sprengungen zerstört. Die Schäden wurden nach Kriegsende durch eine geringfügige Verbreiterung der Brücke behoben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Steintafeln, eingepasst in die Ausbuchtungen der Pfeiler, halten die geschichtlichen Daten rund um die Brücke fest.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Seit dem Jahr 1985 findet auf und um die Wörnitzbrücke das Harburger Brückenfest statt.

Märchenweg

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Der Märchenweg beginnt am Wörnitzstrand und setzt sich über die alte Steinerne Brücke bis in die Altstadt zum Marktplatz fort. Bei St. Barbara beginnt der Rundweg um die Burg Harburg, der ab 2021 durch einen Märchenwald vom oberen Burgparkplatz bis zur Schönen Aussicht auf dem Wedelbuck führt. Von Mai bis Oktober ist der Märchenweg geöffnet und wurde von Ehrenamtlichen vorbereitet, errichtet und wird von ihnen gepflegt. Infotafeln zum Märchenweg gibt es auf der Steinernen Brücke und am oberen Burgparkplatz.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Infostelle des Geopark Ries

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Datei:Geopark Infostelle in Harburg (Schwaben).jpg
Infostelle des Geopark Ries

Seit Sommer 2020 befindet sich eine Infostelle des Geoparks Ries in der Donauwörther Straße. Sie gibt Auskunft über die Entstehung des Rieskraters, die Geologie und enthält einen Überblick über die Stadtgeschichte und die Sehenswürdigkeiten von Harburg.

Wiederkehrende Veranstaltungen

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Feste

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Folgende Veranstaltungen finden regelmäßig statt:<ref name="veranstaltungen">Vorlage:Internetquelle</ref>

  • Vatertagsstadl' (jährlich an Christi Himmelfahrt)
  • 'Bockfest' (jährlich Ende Juni)
  • Brückenfest (alle zwei Jahre, Anfang August)
  • Sunfield Festival in Großsorheim (jährlich Ende August)

Märkte

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Dreimal im Jahr findet ein Markt in Harburg statt:<ref name="veranstaltungen" />

  • Kunst im Park, Kunsthandwerkermarkt (jährlich am Muttertag)
  • Herbstmarkt mit dem Selber g'macht Markt (jährlich am letzten Sonntag im September)
  • Weihnachtsmarkt

Veranstaltungen

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  • Serenade im Schlosshof der Burg Harburg, jährlich im Juli
  • Harburger Kunstsommer mit Märchenweg um die Burg
  • Rosetti-Festtage im Juni mit einem Konzert im Festsaal auf Schloss Harburg.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Harburger Kulturherbst bietet von September bis Oktober Konzerte, Kabarett, Theater und eine Kunstausstellung an.
  • Berufswegekompass, Ausbildungsmesse mit 125 Ausstellern zu 285 Berufsbildern seit 2002, jährlich im Oktober<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Landfrauentag (jährlich im Februar)

Naturschutz

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Im Stadtgebiet gibt es mit der Priel bei Brünsee ein Naturschutzgebiet. Dieses enthält die größte Jura-Karstquelle Schwabens. Hinzu kommen verschiedene FFH-Gebiete wie die Harburger Karab, der Heroldinger Burgberg und das Wörnitztal. Das bayerische Landesamt für Umwelt hat fünf Geotope im Stadtgebiet ausgewiesen: die Malmscholle Rauhe Birk bei Ebermergen die Karstquelle in Brünsee, die Felskuppe Wöllwart, der Felshang am Fischholz und der Wedelbuck bei Harburg.

Zu den Landschaftsschutzgebieten zählen der Bereich zwischen Harburg und Großsorheim mit dem Bock und das Gebiet zwischen Katzenstein und dem Sonderhof. Diverse Naturdenkmäler befinden sich im Stadtgebiet wie der Rollenberg bei Hoppingen, die Lindenallee beim oberen Burgparkplatz und der gesamte Burgberg in Harburg.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Verkehr

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Straßenverkehr

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Mit dem Auto ist Harburg über die Bundesstraße 25 zu erreichen, die bei Harburg in einem Tunnel die Burganlage unterquert. Harburg liegt zentral im Landkreis Donau-Ries und ist mit den wichtigsten anderen Städten im Landkreis durch Landesstraßen verbunden.

Schienenverkehr

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Datei:Plandampf-2018-3673-Harburg.jpg
Lokomotive während der Rieser Dampftage des bayerischen Eisenbahnmuseums Nördlingen

In Hoppingen, Harburg und Ebermergen existieren Bahnhöfe an der Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen.

In Harburg gibt es einen barrierefreien Haltepunkt. Dieser wurde im Jahr 2022 näher ins Stadtzentrum verlegt, rund 0,7 km vom bisherigen Bahnhof entfernt. Der Bahnhof wird nur noch als Betriebsbahnhof genutzt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="eba-2021-10-08">Vorlage:Internetquelle</ref> Während der Rieser Dampftage des bayerischen Eisenbahnmuseums Nördlingen ist der Bahnhof Harburg End- bzw. Startpunkt des historischen Lokomotivenzuges. Dieser verkehrt als Pendlerzug an jeweils einem Wochenende im Mai, August und Oktober auf der Teilstrecke Nördlingen – Harburg.

Mündling an der Bahnstrecke Donauwörth – Treuchtlingen wird nicht mehr im Personenverkehr bedient.

Fahrradverkehr

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Über den Fernradweg Romantische Straße ist Harburg für Radler zu erreichen. Zahlreiche weitere Radwege kreuzen sich in und bei Harburg, z. B. der Schwäbische-Alb-Radweg.

Fernwanderwege

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Harburg ist Endpunkt des Frankenweges und Etappenort des Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweges sowie des Pilgerweges Via Romea. Der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albverein endet mit der Plutodarstellung bei Harburg auf dem Bockberg.

Wirtschaft

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Arbeitsplätze

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2018 gab es im Stadtgebiet 1018 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 2382 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die Zahl der Auspendler war um 1364 größer als die der Einpendler. 44 Einwohner waren im Jahr 2018 arbeitslos.<ref name=":5">Vorlage:Internetquelle</ref>

Beschäftigungsstruktur

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Wirtschaftszweig Sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte (2018)

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 12
Produzierendes Gewerbe 544
Handel, Verkehr und Gastgewerbe 96
Erbringung von Unternehmensdienstleistungen 164
Erbringung von privaten und öffentlichen Dienstleistungen 202
Gesamt 1018

Ansässige Unternehmen

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(Auswahl)

Datei:Märker Werk Harburg (Schwaben).jpg
Märker Zementwerk

Der Hauptsitz der Märker-Gruppe prägt mit seinen hohen Kalköfen und anderen Produktionsanlagen die Ansicht von Südosten. Ein weiteres großes Unternehmen ist die HPC AG, ein international agierendes Ingenieurbüro mit Sitz in der Harburger Altstadt, welches sich auf dem Gebiet des geotechnischen Umweltschutzes und der Infrastrukturplanung spezialisiert hat. Daneben existieren vor allem kleinere Handwerksbetriebe. Ladengeschäfte verschwinden nach und nach aus dem Stadtbild.

Medien

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Auf dem Hühnerberg, oberhalb der Stadt Harburg (Schwaben), befindet sich der seit dem 3. November 2014 in Betrieb genommen 174 m hohe Sendeturm des Bayerischen Rundfunks. Dieser dient in dritter Generation dem Hörfunk und Fernsehen. Vorlage:Hauptartikel

Tourismus

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Die Burg Harburg und auch die Altstadt und die Wörnitz sind für Tagesausflügler und Familien ein beliebtes Touristenziel im Ferienland Donau-Ries. Überregional bekannt geworden ist seit 2019 der Harburger Märchenweg.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Um das touristische Angebot zu erweitern, wurde im Sommer 2021 die Audio-Tour „Harburg hören“ im Bereich der Altstadt geschaffen. Daneben gewinnt der Rieskrater bei Touristen in der gesamten Riesregion immer mehr Interesse. Hierzu wurde durch den Geopark Ries eine Info-Stelle in Harburg und das Geotop Glaubenberg bei Großsorheim geschaffen.

Harburg liegt an der Romantischen Straße, ist Endpunkt des Frankenweges und Etappenort des bayerisch-schwäbischen Jakobsweges sowie des Pilgerweges Via Romea. Der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins und der Rieskrater-Planetenweg enden mit der Plutodarstellung bei Harburg auf dem Bockberg. Daneben gibt es mit dem Bock- und dem Eisbrunnrundweg sowie dem Ries-Panoramaweg drei regionale Rundwanderwege um Harburg.

Öffentliche Sicherheit

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Bildung

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Archive und Bibliotheken

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Persönlichkeiten

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Ehrenbürger

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Die Satzung über die Verleihung von Ehrungen durch die Stadt Harburg setzt für das Ehrenbürgerrecht folgende Voraussetzungen fest:

Vorlage:Zitat

Folgende Personen wurde das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Söhne und Töchter der Stadt

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In Harburg wirkende Persönlichkeiten

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Sonstiges

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Harburg im Film

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Harburg wurde mehrmals von Filmemachern als Kulisse benutzt. So sind Harburg-Aufnahmen im Film Das Haus in Montevideo (1963) mit dem heute nicht mehr vorhandenen Hochwassersteg an der Steinernen Brücke sowie in Robert und Bertram (1961) mit einer Szene am Wörnitzstrand zu sehen. Josef Vilsmeyer zeigt in seinem Film Bavaria – Traumreise durch Bayern (2012) die Harburg von oben.

Sagen

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Datei:Teufel im Glas dargestellt am Marktplatzbrunnen.jpg
Einige Sagen sind am Marktplatzbrunnen dargestellt. Im Bild zu sehen, die Sage vom Teufel im Glas.

Im Zusammenhang mit Harburg gibt es mehrere Sagen.<ref>Sagen und Mythen in Harburg, abgerufen am 2. August 2024.</ref> Eine davon handelt von Elisabeth von Leuchtenberg, Tochter des Landgrafen von Leuchtenberg und Ehefrau von Graf Karl Wolfgang von Oettingen. Sie verirrte sich auf einem Spaziergang in einem Wald namens Karab. In ihrer Not versprach sie, den Wald an diejenigen zu verschenken, die ihr den Weg wiesen. Als sie die Abendglocken von Harburg, Donauwörth und Mertingen hörte, fand sie den Weg zurück und hielt ihr Versprechen, indem sie den Wald den drei Orten schenkte. Im Volksmund wird sie als „das Karafreile“ bezeichnet.

Eine andere Sage erzählt die Geschichte von einem Mönch aus dem Kloster Kaisheim. Er wurde vom Abt entsandt, um die vom Teufel besessene Tochter des Herzogs von Kärnten zu befreien. Dem Mönch gelang es, den Teufel in ein Glas einzusperren und er hängte dieses anschließend nach seiner Rückkehr im Kloster auf. Der Teufel wurde durch den Gotteslob der Mönche gequält und versuchte sie bei ihren Gebeten zu stören. Nach über 200 Jahren schlug ein Blitz im Kloster ein und das Glas ging zu Bruch. Der Teufel entkam und zog angeblich nach Harburg, um sich am Hang des Schlossberges niederzulassen.

Bekannt ist auch die Sage von einem Schäfer, der sich während eines Krieges mit seiner Herde in einer Höhle namens Hüllenloch versteckte. Als seine Schafe abmagerten, überlegte er, sie für einen guten Preis zu verkaufen. Ein Fremder erschien und bot ihm eine Kiste Gold für die Herde an. Nachdem der Handel abgeschlossen war und die Schafe dem Fremden folgten, versuchte die Kiste ebenfalls zu entkommen. Der Schäfer hielt sie fest, aber zur Strafe für seine Untreue blieb er für immer an die Goldkiste gebunden, gemeinsam mit seinem Hund im Hüllenloch.

Literatur

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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

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<references responsive />

Vorlage:Folgenleiste Orte am Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweg Vorlage:NaviBlock

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