Boulevard (Medien)

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Der Begriff Boulevard (Vorlage:Audio) im Bereich der Medien leitet sich vom Straßenverkauf sogenannter Boulevardzeitungen ab,<ref>Walburga Hülk-Althoff, Gregor Schuhen (Hrsg.): Haussmann und die Folgen. Vom Boulevard zur Boulevardisierung (= Edition lendemains. Bd. 25). Narr, Tübingen 2012, ISBN 978-3-8233-6661-4.</ref> die Begriffe Boulevardjournalismus und Boulevardmedien stehen für ein eigenes Genre im Bereich des Journalismus.

Definition Boulevardpresse

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Vorlage:Zitat

Boulevardformate

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Themen werden eher oberflächlich und meist aus einer individuell-konkreten Perspektive behandelt (Blum et al., 2011). Die Aufmachung dient als Blickfang und stellt den größten Kaufanreiz dar. Zur Boulevardpresse oder umgangssprachlich Klatschpresse (englisch: tabloids) gehören die überwiegend täglich erscheinenden Zeitungen, die vorwiegend auf der Straße – dem Boulevard – verkauft, mithin meist nicht im Abonnement vertrieben werden, sowie Zeitschriften, die meist auch im Abonnement erhältlich sind und in der Regel wöchentlich oder 14-täglich erscheinen. Die Zeitschriften werden umgangssprachlich auch als Regenbogenpresse bezeichnet. Im Unterschied zu vorwiegend auf Sachlichkeit und auf Fakten orientierte Nachrichtenmedien ist eine emotionalisierte Berichterstattung, in der Informationen vorenthalten oder pauschalisiert und Sachverhalte verkürzt oder verzerrt dargestellt werden, mitunter stellenweise auch frei erfunden sind, in Boulevardmedien ein übliches Mittel.

In Hörfunk und Fernsehen werden Boulevardthemen häufig in Magazinformaten veröffentlicht, in denen Katastrophen, Unfälle, Verbrechen, Mode, Prominenz und Konsumthemen im Vordergrund stehen. Magazine, die sich hauptsächlich mit Prominenten beschäftigen, werden auch „People-Magazin“ oder „Prominentenmagazin“ genannt (z. B. Leute heute).<ref>Nina Ruge: Zwischen Big Brother und Buckingham Palast: die Herausforderung, das beste Prominentenmagazin zu gestalten. In: ZDF-Jahrbuch 2005.</ref> Die Mischung aus Information und Unterhaltung, die im US-amerikanischen Fernsehen seit Anfang der 1990er Jahre entstand, wird als Infotainment bezeichnet. Eine besondere Form ist das sogenannte Reality-TV, das zum Beispiel aus Polizeireportagen oder ähnlichen Dokumentationen besteht und zum anderen aus Langzeitshows wie Big Brother aber auch Pop Idol. Populäre TV-Formate werden auch von den Boulevardzeitungen umfangreich begleitet.

Boulevardisierung

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Unter Boulevardisierung versteht man Vorlage:".<ref name="33f" /> Diese bedient sich der Mittel der Intimisierung, Personalisierung und Skandalisierung.

Eine Studie der Universität Jena bestätigte eine zunehmende Boulevardisierung von Fernsehnachrichten. Der Kommunikationswissenschaftler Georg Ruhrmann nannte in seiner Studie im Auftrag der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche: Vorlage:" Nachrichtenthemen vor allem der Privatsender werden seiner Meinung nach unpolitischer und verstärkt durch Themen von menschlichen Schicksalen, wie Katastrophen und Kriminalität verdrängt. Vorlage:".<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>

Siegfried Weischenberg<ref>Siegfried Weischenberg, Maja Malik, Armin Scholl: Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalisten in Deutschland. Konstanz 2006, UVK, S. 204.</ref> geht davon aus, dass in der Zukunft eine Vorlage:" stattfinden wird. Dies würde bedeuten, dass der Qualitätsjournalismus sich der Boulevardpresse über kurz oder lang annähert und Qualitätsaspekte eine untergeordnete Rolle spielen. Zudem folgt die Aufhebung der klassischen, bisher geltenden Unterscheidung zwischen beiden Qualitäten.

Beispiele für Boulevardformate

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Fernsehen

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Online

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Vorlage:Hauptartikel

Deutscher Sprachraum (ursprünglich, i. d. R. heute mehrsprachig)

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Englischer Sprachraum (ursprünglich, i. d. R. heute mehrsprachig)

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Zeitungen und Zeitschriften

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Vorlage:Hauptartikel

Deutscher Sprachraum

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Deutschland:

Österreich:

Luxemburg:

Schweiz:

Englischer Sprachraum

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USA:

Großbritannien:

Australien:

Andere Sprachräume

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Literatur

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  • Jürgen Alberts: Massenpresse als Ideologiefabrik. Am Beispiel „BILD“ (= Fischer-Athenäum-Taschenbücher 4059 Sozialwissenschaften). Athenäum-Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-8072-4059-4 (zugleich: Bremen, Universität, Dissertation, 1973).
  • Hermann Meyn: Massenmedien in Deutschland. Neuauflage. UVK Verlags-Gesellschaft, Konstanz 2001, ISBN 3-8966-9299-2.
  • Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie. S. Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-10-062407-6.
  • Siegfried Weischenberg, Maja Malik, Armin Scholl: Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalisten in Deutschland. UVK, Konstanz 2006, ISBN 978-3-89669-586-4.
  • Jacob Leidenberger: Boulevardisierung von Fernsehnachrichten. Eine Inhaltsanalyse deutscher und französischer Hauptnachrichtensendungen. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08094-5.
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Einzelnachweise

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