Divisionsalgebra

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Divisionsalgebra

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Divisionsalgebra ist ein Begriff aus dem mathematischen Teilgebiet der abstrakten Algebra. Grob gesprochen handelt es sich bei einer Divisionsalgebra um einen Vektorraum, in dem man Elemente multiplizieren und dividieren kann.

Definition und Beispiel

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Eine Divisionsalgebra ist eine nicht notwendigerweise assoziative Algebra <math>D \neq \{0\}</math>, in der zu je zwei Elementen <math>a, b \in D, a \neq 0,</math> die Gleichungen <math>a \times x = b</math> und <math>y \times a = b</math> stets eindeutige Lösungen <math>x, y \in D</math> besitzen. Dabei bezeichnet <math>\times </math> die Vektormultiplikation in der Algebra. Das ist im endlich-dimensionalen Fall gleichbedeutend damit, dass die Algebra frei von Nullteilern ist.<ref>z. B. Shafarevich, Grundzüge der algebraischen Geometrie, Vieweg 1972, S. 201. Die lineare Abbildung <math>\phi (x)= a \times x</math> (analog für Rechtsmultiplikation) bildet D auf sich ab und ist injektiv, der Kern besteht danach nur aus der Null.</ref>

Enthält die Divisionsalgebra ein Einselement, so dass für alle <math>a \in D</math> gilt, dass <math>a \times 1 = 1 \times a = a</math>, so spricht man von einer Divisionsalgebra mit Eins.

Beispiel einer Divisionsalgebra ohne Einselement mit den beiden Einheiten <math>e_1</math> und <math>e_2</math>, die mit beliebigen reellen Zahlen multipliziert werden können:

<math> \begin{matrix} e_1 \times e_1 &=& +e_1\\ e_1 \times e_2 &=& -e_2\\ e_2 \times e_1 &=& -e_2\\ e_2 \times e_2 &=& -e_1 \end{matrix} </math>

Sätze über reelle Divisionsalgebren

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Eine endlichdimensionale Divisionsalgebra über den reellen Zahlen hat stets die Dimension 1, 2, 4 oder 8. Das wurde 1958 mit topologischen Methoden von John Milnor und Michel Kervaire bewiesen.

Die vier reellen, normierten, Divisionsalgebren mit Eins sind (bis auf Isomorphie):

Dieses Resultat ist als Satz von Hurwitz (1898) bekannt. Alle außer den Oktaven erfüllen das Assoziativgesetz der Multiplikation.

Jede reelle, endlichdimensionale und assoziative Divisionsalgebra ist isomorph zu den reellen Zahlen, den komplexen Zahlen oder zu den Quaternionen; dies ist der Satz von Frobenius (1877).

Jede reelle, endlichdimensionale kommutative Divisionsalgebra hat maximal die Dimension 2 als Vektorraum über den reellen Zahlen (Satz von Hopf, Heinz Hopf 1940). Dabei wird Assoziativität nicht vorausgesetzt.

Topologische Beweise der Existenz von Divisionsalgebren über den reellen Zahlen

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Heinz Hopf zeigte 1940, dass die Dimension einer Divisionsalgebra eine Potenz von 2 sein muss.<ref>Hopf, Ein topologischer Beitrag zur reellen Algebra, Comm. Math. Helvetici, Band 13, 1940/41, S. 223–226</ref> 1958 zeigten dann Michel Kervaire und John Milnor<ref>Milnor, Some consequences of a theorem of Bott, Annals of Mathematics, Band 68, 1958, S. 444–449</ref> unabhängig voneinander unter Benutzung des Periodizitätssatzes von Raoul Bott über Homotopiegruppen der unitären und orthogonalen Gruppen, dass die Dimensionen <math>1</math>, <math>2</math>, <math>4</math> oder <math>8</math> sein müssen (entsprechend den reellen Zahlen, den komplexen Zahlen, den Quaternionen und Oktonionen). Letztere Aussage konnte bisher nicht rein algebraisch bewiesen werden. Der Beweis wurde von Michael Atiyah und Friedrich Hirzebruch auch mit Hilfe der K-Theorie formuliert.<ref>Atiyah, Hirzebruch, Bott periodicity and the parallelisability of the spheres, Proc. Cambridge Phil. Soc., Band 57, 1961, S. 223–226</ref><ref>Die Darstellung zu den topologischen Beweisen folgt Friedrich Hirzebruch, Divisionsalgebren und Topologie (Kapitel 10), in Ebbinghaus u. a. Zahlen, Springer, 1983</ref>

Dazu betrachtet man nach Hopf die Multiplikation einer Divisionsalgebra der Dimension <math>n</math> über den reellen Zahlen als stetige Abbildung <math>\mathbb R^n \times \mathbb R^n \to \mathbb R^n</math> oder eingeschränkt auf Elemente der Länge <math>1</math> (man teile durch die Norm der Elemente, diese ist ungleich null für Elemente ungleich null da eine Divisionsalgebra nullteilerfrei ist) als Abbildung <math>S^{n-1} \times S^{n-1} \to S^{n-1}</math>. Hopf bewies, dass es eine solche ungerade Abbildung (das heißt <math>f (-x, y) =-f(x,y) =f (x, -y)</math>) nur gibt, wenn <math>n</math> eine Potenz von <math>2</math> ist. Dazu benutzte er die Homologiegruppen des projektiven Raums. Es gibt weitere äquivalente Formulierungen zur Existenz von Divisionsalgebren der Dimension <math>n</math>:

  • Die Sphäre <math>S^{n-1}</math> (oder der projektive Raum <math>\mathbb P^{n-1}</math>) ist parallelisierbar (das heißt, es gibt zu jedem Punkt <math>x</math> von <math>S^{n-1}</math> (n-1) linear unabhängige Vektoren, die stetig von <math>x</math> abhängen und senkrecht auf <math>x</math> stehen).
  • Es gibt Vektorraumbündel <math>E</math> über <math>S^{n-1}</math> mit Stiefel-Whitney Kohomologieklasse <math>w_n (E)</math> ungleich null.
  • Es gibt eine Abbildung <math>f\colon S^{2n-1} \to S^n</math> mit ungerader Hopf-Invariante (siehe Hopf-Verschlingung). Frank Adams zeigte, dass solche Abbildungen nur für <math>n\in \{2,4, 8\}</math> existieren.<ref>Adams, On the non-existence of elements of Hopf invariant one, Annals of Mathematics, Band 72, 1960, S. 20–104</ref><ref>Ein Beweis mit K-Theorie ist in Atiyah, K-Theory, Benjamin 1967</ref>

Anwendung

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Siehe auch

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Literatur

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  • Ebbinghaus et al.: Zahlen. Berlin: Springer, 1992, ISBN 3-540-55654-0
  • Stefaan Caenepeel, A. Verschoren Rings, Hopf Algebras, and Brauer Groups, CRC Press, 1998, ISBN 0-82470-153-4

Einzelnachweise

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<references />