David Cronenberg

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David Cronenberg (2025)

David Paul Cronenberg (* 15. März 1943 in Toronto, Ontario) ist ein kanadischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent, Filmeditor und Schauspieler.

Während sein Frühwerk vor allem dem Body Horror, Experimental-, Horror- und Science-Fiction-Film zuzuordnen ist, liegt das Augenmerk in seinen späteren Arbeiten vornehmlich auf dem Filmdrama und der Literaturverfilmung. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Scanners – Ihre Gedanken können töten, Videodrome, Die Fliege, Naked Lunch und A History of Violence.

Leben und Werk

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Privatleben

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David Cronenberg wurde als Sohn einer Musikerin und eines Schriftstellers in Toronto geboren. Seine jüdischen Großeltern stammten alle aus Litauen. Er besuchte das North Toronto Collegiate Institute und schrieb sich 1963 zuerst im Bereich Naturwissenschaften an der University of Toronto ein. Später wechselte er in die Fachbereiche englische Sprache und Literatur und erwarb 1967 seinen Abschluss als „Bachelor of Arts“.<ref>Chris Rodley (Hrsg.): Cronenberg on Cronenberg. Faber and Faber, London 1997, ISBN 0-571-19137-1, S. 1–2.</ref> Beeinflusst von William S. Burroughs und Vladimir Nabokov, versuchte er sich zunächst erfolglos als Autor.<ref>Chris Rodley (Hrsg.): Cronenberg on Cronenberg. Faber and Faber, London 1997, ISBN 0-571-19137-1, S. 23.</ref> Erst die Sichtung eines von Kommilitonen gedrehten Films weckte in ihm den Wunsch, selbst Filmemacher zu werden.<ref name="coc10-11">Chris Rodley (Hrsg.): Cronenberg on Cronenberg. Faber and Faber, London 1997, ISBN 0-571-19137-1, S. 10–11.</ref>

Seine Schwester Denise Cronenberg war als Kostümdesignerin an einem Dutzend seiner Filme beteiligt.

Cronenbergs Sohn Brandon (* 1980) ist als Regisseur und Drehbuchautor tätig. Die Tochter Caitlin Cronenberg (* 1984) ist Fotografin und Artdirector.

Karriere

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Ab den späten 1960er Jahren begann Cronenberg seine ersten, experimentellen Kurz- und Langfilme zu drehen. Obwohl beeindruckt von Regisseuren wie Federico Fellini und Ingmar Bergman,<ref name="coc10-11" /> verneinte er filmgeschichtliche Einflüsse auf sein Werk und verwies stattdessen wiederholt auf Burroughs, Nabokov sowie den Existentialismus.<ref name="suchs">Rüdiger Suchsland: David Cronenberg im Gespräch: Uneingeschränkt denken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. November 2011, abgerufen am 12. November 2012.</ref><ref>„I consider myself an existentialist and an atheist, and I think that body is what we are. That’s not diminishing it to me, it’s just accepting the reality of it. So, if the human body is the first fact of human existence, then immediately you see why I focus on the body.“ – Marlow Stern: David Cronenberg on ‘A Dangerous Method,’ Robert Pattinson’s Acting, and S&M With Keira Knightley. In: The Daily Beast. 20. November 2011, abgerufen am 12. November 2012.</ref> In den expliziten, Elemente des Horror- und Science-Fiction-Films einbindenden, Arbeiten Parasiten-Mörder (1975) und Rabid – Der brüllende Tod (1977) stand der physische Horror im Vordergrund. Mit Die Brut (1979), seinem „autobiografischsten“ Film,<ref>Chris Rodley (Hrsg.): Cronenberg on Cronenberg. Faber and Faber, London 1997, ISBN 0-571-19137-1, S. 75–76.</ref> begann Cronenberg, psychologischen mit physischem Horror zu verbinden. Die Brut markierte auch die erste Zusammenarbeit mit dem Komponisten Howard Shore, der seitdem zu Cronenbergs festem Stamm von Mitarbeitern zählt, die der Regisseur im Laufe der Jahre um sich scharte, darunter Filmeditor Ronald Sanders, Produktionsdesignerin Carol Spier und Kameramann Mark Irwin<ref>Einblendung szenenbezogener Fakten „Trivia Track“ als Special Feature, enthalten im Bonusmaterial der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company Germany, München</ref>, der 1988 durch Peter Suschitzky ersetzt wurde.

Seinen ersten größeren kommerziellen Erfolg verzeichnete Cronenberg mit Scanners – Ihre Gedanken können töten (1981), einen weiteren mit Die Fliege (1986), einem Remake des gleichnamigen Films von 1958. Mit Die Unzertrennlichen (1988), den er neben Die Brut und Die Fliege zu seinen persönlicheren Werken zählte,<ref>Chris Rodley (Hrsg.): Cronenberg on Cronenberg. Faber and Faber, London 1997, ISBN 0-571-19137-1, S. 78.</ref> trat die extreme Darstellung körperlicher Deformationen in seinen Filmen zusehends in den Hintergrund. Inhaltlich verschob sich die Gewichtung vom Horror- und Science-Fiction-Genre hin zum Filmdrama, auch entstanden die nachfolgenden Arbeiten mehrheitlich nicht mehr nach seinen Originaldrehbüchern, sondern nach literarischen Vorlagen. Naked Lunch (1991) basierte auf einem Buch von Cronenbergs favorisiertem Literaten Burroughs und war die erste Zusammenarbeit mit dem namhaften Produzenten Jeremy Thomas.

Datei:Cosmopolis Cannes 2012 2.jpg
Cronenberg mit seinen Cosmopolis-Darstellern Robert Pattinson und Juliette Binoche beim 65. Filmfestival von Cannes (2012)

2012 stellte er das Drama Cosmopolis vor, das auf dem gleichnamigen Roman von Don DeLillo basiert. Der Film brachte ihm seine vierte Einladung in den Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes ein.<ref>Robert Pattinson Worships the New Flesh bei dreadcentral.com, abgerufen am 11. Mai 2012.</ref> 2014 veröffentlichte er seinen Roman Verzehrt. 2018 war er Jurypräsident des Neuchâtel International Fantastic Film Festival.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Seine Spielfilme Crimes of the Future (2022) und The Shrouds (2024) wurden erneut für den Hauptwettbewerb des Filmfestivals von Cannes berücksichtigt.

Cronenberg drehte neben Kinofilmen auch Fernseh- und Werbefilme. Zusätzlich zu seiner Regiearbeit trat er schauspielerisch in kleinen Rollen und Cameos in Erscheinung, so 1990 in Clive Barkers Cabal – Die Brut der Nacht.

Themen

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Cronenberg gilt als Mitbegründer des Body Horror (dt. Körperhorror), einer Stilrichtung des Horrorfilms, „dessen Hauptmotiv die deutlich gezeigte Zerstörung oder der Verfall eines menschlichen Körpers oder menschlicher Körper ist bzw. sind“.<ref>„A horror film genre in which the main feature is the graphically depicted destruction or degeneration of a human body or bodies.“ – Definition in der Online-Ausgabe des Collins English Dictionary, abgerufen am 12. November 2012.</ref> Der Regisseur selbst lehnt diese Zuordnung ab.<ref name="suchs" />

Rüdiger Suchsland vom film-dienst sieht Cronenberg nach eher klassischen Horrorfilmen 2004 als „Meister des subtilen Horrors“ zwischen den Polen Angst, Gesellschaftskritik und Deformation des Körpers. Cronenberg auf Suchslands Frage nach seiner Weltsicht: „Die Basis ist eine existentialistische Sicht der Realität. Das bedeutet: Es gibt keine absolute Realität. Es gibt nur ein oder zwei Tatsachen über das Leben – die eine ist der Tod, eine weitere das Leben. Dazwischen müssen wir alles selbst erfinden und hervorbringen. Die Verantwortung dafür ist ganz und gar unsere eigene – niemand nimmt uns das ab. Es gibt keine Regeln, außer denen, die wir selbst erfinden. […] Das ist erschreckend und aufregend zugleich.“<ref name="fn1">film-dienst 11/04, S. 13.</ref>

David Cronenberg ist leidenschaftlicher Fan von Motorsport und Boxen. Sein Faible für den Motorsport ließ er in seine beiden Filme The Italian Machine von 1976 und 10.000 PS – Vollgasrausch im Grenzbereich von 1979 einfließen.<ref>Einblendung szenenbezogener Fakten „Trivia Track“ als Special Feature, enthalten im Bonusmaterial der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company Germany, München</ref><ref>Audiokommentar von Regisseur David Cronenberg, enthalten im Bonusmaterial der blu-Ray Disc Die Fliege, 2008, Twentieth Century Fox Home Entertainment, im Vertrieb von The Walt Disney Company, München</ref> Ferner ist in diesem Zusammenhang der Teleporter als Kulisse in seinem Film Die Fliege optisch dem Zylinder eines Motorrads des Modells Ducati 450 Desmo aus dem Besitz von Cronenberg nachempfunden.

Filmografie (Auswahl)

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Als Regisseur

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Als Darsteller:

Auszeichnungen (Auswahl)

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Zu den prämierten Cronenberg-Filmen zählen Crash (Cannes 1996)<ref>Crash. im Archiv der Filmfestspiele Cannes.</ref> und eXistenZ (Berlinale 1999).<ref>Preisträger der Berlinale 1999.</ref> Am 28. September 2007 erhielt Cronenberg im Rahmen des Filmfests Hamburg bei der Aufführung seines Werkes Tödliche Versprechen – Eastern Promises den Douglas Sirk Preis 2007 als Regisseur, „der konsequent grenzüberschreitende, irrationale, verstörende Filme dreht. Vom Publikum und von der Kritik teils bejubelt und teils verrissen, provoziert er eine gesunde Polemik, die dem Kino – wie allen Künsten – immer zugute kommt.“ (Leiter Albert Wiederspiel)<ref>Vorlage:Webarchiv Pressemitteilung des Filmfests Hamburg vom 7. September 2007.</ref>

Bibliografie

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  • Verzehrt. S. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-10-010233-1.

Weiterführende Literatur

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  • Drehli Robnik / Andreas Rauscher: David Cronenberg * 1943.In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010662-4, S. 156–161.
  • Vorlage:Literatur
  • Thomas Weber: Medialität als Grenzerfahrung. Futurische Medien im Kino der 80er und 90er Jahre. Transcript Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-823-0.
  • Arno Meteling: Monster. Zu Körperlichkeit und Medialität im modernen Horrorfilm. Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-552-9.
  • Mertxe Lasierra: Cronenberg: A Modern Canadian Myth. In: Wolfram R. Keller, Gene Walz (Hrsg.): Screening Canadians: Cross-Cultural Perspectives on Canadian Film. Im Part Three: Canadian Nations. Marburger Zentrum für Kanada-Studien, Universitätsbibliothek Marburg 2008, ISBN 978-3-8185-0461-8.
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Einzelnachweise

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<references responsive />

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Vorlage:Personendaten