Syntonisches Komma
Vorlage:Musikalische Intervalle
Das syntonische Komma, auch didymisches Komma (nach Didymos dem Musiker), ist in der Musiktheorie ein kleines musikalisches Intervall, welches einem Frequenzverhältnis von 81:80 entspricht (ca. 21,51 Cent). Das Intervall spielt im Zusammenhang mit Stimmungssystemen eine Rolle und kann durch unterschiedliche Aneinanderreihung von reinen Intervallen gewonnen werden.
Größe und Frequenzverhältnis
[Bearbeiten]Das syntonische Komma ist die Differenz zwischen der pythagoreischen Terz (Frequenzverhältnis 81/64) und der reinen Terz (5/4). Eine Pythagoreische Terz entspricht dabei als Ditonus zwei pythagoreischen Ganztönen (9/8):
- syntonisches Komma = pythagoreische Terz − reine Terz = 2 pythagoreische Ganztöne − reine Terz <math>\approx</math> 21,51 Cent.
Da bei der Addition bzw. Subtraktion von Intervallen die Frequenzverhältnisse multipliziert bzw. dividiert werden, errechnet sich somit das Frequenzverhältnis des syntonischen Kommas zu:
- <math>\textstyle{\left(\frac{9}{8}\right)^2} / \frac{5}{4} = \frac{81}{64} / \frac{5}{4} = \frac{81}{80} </math>
Das syntonische Komma tritt auch als Differenz zwischen großem Ganzton (9/8) und kleinem Ganzton (10/9) auf:
- syntonisches Komma = großer Ganzton − kleiner Ganzton
Sein Frequenzverhältnis errechnet sich hierbei zu:
- <math>\textstyle{\frac{9}{8} / \frac{10}{9} = \frac{81}{80}}</math>
Eine weitere Konstruktionsmöglichkeit ist der Unterschied von 4 reinen Quinten (3/2) zu 2 Oktaven (2/1) und einer reinen großen Terz (5/4):
- syntonisches Komma = 4 reine Quinten − 2 Oktaven − reine große Terz
- <math>\textstyle{\left(\frac{3}{2}\right)^4 / \left(2^2\cdot \frac{5}{4}\right) = \frac{81}{80}}</math>
Diese Beziehung ist Basis der 1/4-Komma-mitteltönigen Stimmung, bei der die Quinten um Vorlage:Bruch des syntonischen Kommas verringert werden, mit dem Ziel, dass sich aus 4 temperierten Quinten jeweils eine reine Terz ergibt.
Beispiel
[Bearbeiten]Das syntonische Komma tritt bei Modulationen auf, wenn rein intoniert wird. Zum Beispiel erhöht sich bei einer Modulation von C-Dur nach G-Dur nicht nur f in fis (Vorzeichenwechsel), sondern auch a mit der Frequenz 440 Hz um ein syntonisches Komma in ein a mit 445,5 Hz (Frequenzverhältnis Vorlage:Bruch = Vorlage:Bruch).
Modulation C-Dur nach G-Dur
| Modulation C-Dur nach G-Dur Datei:Mod c g dur rein.ogg | Nur Sopran |
Weil diese Änderung bei Tasteninstrumenten nicht verwirklicht werden kann, sind diese mitteltönig, wohltemperiert oder – heutzutage fast durchgängig – gleichstufig gestimmt (siehe pythagoreisches Komma).
Siehe auch
[Bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten]- Joachim Mohr: Das pythagoreische und syntonische Komma