Commodus

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Datei:Sculpted head of the emperor Commodus 185-190 AD (51233584668).jpg
Porträtkopf des Commodus (London, British Museum)

Commodus (* 31. August 161 in Lanuvium als Lucius Aurelius Commodus; † 31. Dezember 192 in Rom) war von 180 bis 192 römischer Kaiser.

Als Fünfzehnjähriger seit dem Sommer des Jahres 177 bereits formal gleichberechtigter Kaiser (Augustus) neben seinem Vater Mark Aurel, wurde Commodus nach dessen Tod am 17. März 180 zum alleinherrschenden Princeps. Commodus setzte zunächst die Politik seines Vaters fort und brachte den von Mark Aurel begonnenen zweiten Markomannenkrieg zu einem Ende, bevor er im Oktober des Jahres nach Rom zurückkehrte. Kontinuität betonte er auch durch die Änderung seines Namens im Winter 180: Als Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus stellte er sich in die Tradition seines Großvaters Antoninus Pius und seines Vaters. Als er den Einfluss der Prätorianerpräfekten massiv ausbaute, brachte er den römischen Senat gegen sich auf.

Bereits im Jahr 182 kam es zu einem ersten Attentatsversuch, der zwar fehlschlug, aber die Spannungen zwischen ihm und dem Senat erhöhte. Gegen Ende seiner knapp zwölfjährigen Herrschaft überwarf sich Commodus endgültig mit dem Senat. Nachdem es ein weiteres Attentat auf ihn gegeben hatte, kam es am letzten Tag des Jahres 192 zu einer neuen Verschwörung, in deren Verlauf Commodus erdrosselt wurde. Mit seiner Ermordung endete die Antoninische Dynastie, ein zweites Vierkaiserjahr war die Folge. Der Senat sprach eine damnatio memoriae („Verdammung des Andenkens“) über Commodus aus, die jedoch später durch Septimius Severus aufgehoben wurde.

Commodus wurde von den meist senatorischen Historiographen sehr negativ charakterisiert. Sie schmückten ihre Darstellungen, wie bei Caligula und Nero, mit zahlreichen Skandalgeschichten aus. Die relativ geringe Anzahl antiker, teils – wie die Historia Augusta – unzuverlässiger Quellen erschwert eine angemessene historische Beurteilung des Commodus.<ref>Zur Beurteilung der Überlieferung siehe Olivier Joram Hekster: Commodus. An emperor at the crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 4–8, und Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus (= Historische Studien der Universität Würzburg. Band 1). Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2003, S. 4–6.</ref>

Commodus’ vollständiger Name wechselte mehrmals; geboren wurde er als Lucius Aurelius Commodus, seit der Erhebung zum Mitkaiser 177 hieß er Imperator Caesar Lucius Aelius Aurelius Commodus Augustus, bei der Übernahme der Alleinherrschaft im März 180 nahm er den Namen Antoninus und im Oktober desselben Jahres auch das Pränomen seines verstorbenen Vaters Mark Aurel an. Er hieß nun Imperator Caesar Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus. Im Laufe seiner Herrschaft nahm er eine Reihe von Sieges- und Beinamen an. Schon 172 erhielt er den Siegesnamen Germanicus, 175 nahm er gemeinsam mit seinem Vater den Siegestitel Sarmaticus an, 177 wurde er Pater Patriae, 182 Germanicus Maximus und schließlich 184 Britannicus. 183 erscheint in der Titulatur erstmals der Beiname Pius und 185 Felix. 191 legte er die Namensbestandteile seines Vaters wieder ab, übernahm dafür aber den Gentilnamen Hadrians. Nun lautete sein Name Imperator Caesar Lucius Aelius Aurelius Commodus Pius Felix Augustus.

Leben

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Kindheit, Jugend und Aufstieg

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Datei:Arte romana, busto imperiale.JPG
Büste des Commodus im 1. Bildnistypus als princeps iuventutis (Rom, Kapitolinische Museen)

Commodus wurde zusammen mit einem früh gestorbenen Zwillingsbruder Titus Aurelius Fulvus Antoninus als elftes Kind Faustinas der Jüngeren und ihres Cousins und Ehemannes, des Kaisers Mark Aurel, geboren. Als er auf die Welt kam, war sein Vater seit einigen Monaten Kaiser, es handelte sich also um eine Purpurgeburt<ref>Michael Stahl: Commodus. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. München 1997, S. 160–161; Oliver Schipp: Die Adoptivkaiser. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 76.</ref> – in Rom war das bisher nur bei Britannicus vorgekommen, der jedoch nicht zur Herrschaft gelangte.

Nachdem sein älterer Zwillingsbruder Titus im Jahr 165 gestorben war, ließ Mark Aurel seinem Sohn Commodus eine angemessene Erziehung zukommen. Er beauftragte die verschiedensten Lehrer und Erzieher, für griechische Literatur Onesikrates, für Latein Antistius Capella (beide ansonsten unbekannt) und für Rhetorik Titus Aius Sanctus.<ref>Historia Augusta, Commodus 1,6, die den Namen des Rhetoriklehrers mit Ateius Sanctus überliefert; siehe aber Vorlage:RE</ref> Im Krankheitsfall kümmerte sich der Arzt Galen,<ref>Zu den Behandlungen des jungen Commodus durch Galen siehe: Galen, De praecognitione XIV 650 K. 657 K. 661 K; De libris propriis XIX 18–19 K</ref> der ihn bis zum Ende begleitete, um Commodus.<ref>Zum Verhältnis von Galen zu Commodus: Matthew Nicholls: Galen and the Last Days of Commodus: A Tale of Resilience. In: Caroline Petit (Hrsg.): Galen's Treatise Περὶ Ἀλυπίας (De indolentia) in Context. A Tale of Resilience (= Studies in Ancient Medicine. Band 52). Brill, Leiden 2018, S. 245–262 (online).</ref>

Im Alter von fünf Jahren wurde ihm zusammen mit seinem 162 geborenen Bruder Annius Verus am 12. Oktober 166 der Titel Caesar verliehen,<ref>Historia Augusta, Commodus 1,10; 11,13; Historia Augusta, Marcus Aurelius 16,1; 21,3.</ref> womit er wie sein Bruder als Thronerbe und formal als Unterkaiser seines Vaters ausgezeichnet war.<ref>Michael Stahl: Commodus. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. München 1997, S. 161.</ref> Die Zeit des ersten Markomannenkrieges (166–175) verbrachte Commodus in Rom und Umgebung<ref>Herodian 1,7,1–3.</ref> und erhielt 172 den von seinem Vater erkämpften Beinamen Germanicus.<ref>Cassius Dio 73,3,5.</ref> Am 20. Januar 175 wurde Commodus in alle Priesterkollegien aufgenommen.<ref>Historia Augusta, Commodus 1,10; 12,1; Historia Augusta, Marcus Aurelius 16,1.</ref> Er wurde nun zunehmend an die Regierungsaufgaben herangeführt und als designierter Nachfolger aufgebaut. Im selben Jahr wurde er zum princeps iuventutis ernannt.<ref>Historia Augusta, Commodus 2,1.</ref>

Im Mai 175 reiste Commodus zu seinem Vater nach Germanien, von dem er an der Reichsgrenze für mündig erklärt wurde.<ref>Historia Augusta, Commodus 2,2; 12,2–3; Historia Augusta, Marcus Aurelius 22,12.</ref> Im Anschluss begleitete er seinen Vater nach Syria und Aegyptus, wo sich der Präfekt von Ägypten, Avidius Cassius, zum Usurpator aufgeschwungen hatte, aber scheiterte.<ref>Historia Augusta, Commodus 2,3.</ref> Während der Rückreise starb Anfang 176 die mitreisende Augusta, die Mutter des Commodus, im kappadokischen Halala.<ref>Historia Augusta, Marcus Aurelius 26,4; Cassius Dio 72,29,1.</ref> Nach der Rückkehr nach Rom erfolgte im November erstmals eine Akklamation des Commodus zum Imperator.<ref>Historia Augusta, Commodus 2,4; 12,4; Historia Augusta, Marcus Aurelius 16,1.</ref> Am 23. Dezember 176 triumphierte Commodus de Germanis und de Sarmatis.<ref>Historia Augusta, Commodus 2,4; Historia Augusta, Marcus Aurelius 16,1; 17,3; Eutropius, Breviarium ab urbe condita8,13; Eusebius, Chronikon zum Jahr 2193 nach Abraham.</ref> Wenige Tage später, am 1. Januar 177, trat er seinen ersten Konsulat an, den er mit Marcus Peducaeus Plautius Quintillus bekleidete.<ref>Vorlage:CIL; 6,745; 6,2382; 10,285; 14,328; Historia Augusta, Commodus 2,4; Historia Augusta, Marcus Aurelius 16,1.</ref> Im Verlauf des Jahres 177 wurde Commodus zum Augustus als Mitherrscher seines Vaters erhoben. Im Juni/Juli 178 heiratete er Bruttia Crispina und zog mit seinem Vater im August desselben Jahres an die Donau, um in den Kämpfen gegen die Germanen militärische Erfahrung und Prestige zu sammeln.

Herrschaftsantritt

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Am 17. März 180 starb sein Vater in einem Militärlager an der Donau. Commodus war damit Alleinherrscher. Er bereitete das Begräbnis seines Vaters vor und setzte den Krieg an der Donau gegen Markomannen, Quaden und weitere Völker fort. Nachweislich erst im Herbst kam es zu einem Friedensschluss,<ref>Géza Alföldy: Der Friedensschluss des Kaisers Commodus mit den Germanen. In: Historia. Band 20, 1971, S. 84–109 (Nachdruck mit Nachträgen in: derselbe: Die Krise des Römischen Reiches. Geschichte, Geschichtsschreibung und Geschichtsbetrachtung. Ausgewählte Beiträge (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Band 5). Steiner, Stuttgart 1989, S. 25–68); Marco Vitale: Das Imperium in Wort und Bild. Römische Darstellungsformen beherrschter Gebiete in Inschriftenmonumenten, Münzprägungen und Literatur (= Historia. Einzelschriften. Band 246). Franz Steiner, Stuttgart 2018, S. 127–132.</ref> gleichwohl die senatorisch geprägte Historiographie Commodus vorwarf, er hätte sofort und ohne Not Frieden mit den Germanen geschlossen.<ref>Cassius Dio 73,1; Historia Augusta, Commodus 3,5</ref> Commodus verzichtete auf die vollständige Besiegung (debellatio) der Markomannen und Quaden, setzte die Rückgabe von Kriegsgefangenen und -beute, das Stellen von Auxiliartruppen und die Etablierung einer Sicherheitszone durch.<ref>Cassius Dio 73,2,2–3.</ref> Im Gegenzug war er bereit, Subsidienzahlungen zuzustimmen,<ref>Herodian 1,6,8–9.</ref> was zu seiner Zeit gängige Praxis römischer Außenpolitik war.<ref>Hartwin Brandt: Subsidienzahlung in der Historia Augusta. In: Klaus Rosen (Hrsg.): Bonner Historia-Augusta-Colloquium 1986/89 (= Antiquitas. Reihe 4: Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Band 21). Habelt, Bonn 1991, S. 3–11, hier S. 6.</ref> Ob er damit von Plänen seines Vaters abwich, der einigen Quellen zufolge geplant hatte, eine neue Provinz zu errichten, ist unklar und wohl eher unwahrscheinlich.<ref>Zur Beurteilung des Friedens siehe Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 42–49; Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus. Leidorf, Rahden 2003, S. 33–44; Stefan Priwitzer: Faustina minor – Ehefrau eines Idealkaisers und Mutter eines Tyrannen. Quellenkritische Untersuchungen zum dynastischen Potential, zur Darstellung und zu Handlungsspielräumen von Kaiserfrauen im Prinzipat (= Tübinger althistorische Studien. Band 6). Habelt, Bonn 2009, S. 147–150.</ref> Es ist kein Fall nachzuweisen, in dem ein noch von Mark Aurel eingesetzter Kommandeur oder Statthalter nach Abschluss des Friedens seines Postens enthoben wurde.<ref>Géza Alföldy: Die Krise des Römischen Reiches. Geschichte, Geschichtsschreibung und Geschichtsbetrachtung. Ausgewählte Beiträge (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Band 5). Steiner, Stuttgart 1989, S. 48; Hartwin Brandt: Die Kaiserzeit. Römische Geschichte von Octavian bis Diocletian. 31 v. Chr.–284 n. Chr. Beck, München 2021, S. 406.</ref> Am 22. Oktober 180 zog er erneut im Triumph in Rom ein.

Nach seinem Amtsantritt widmete sich Commodus den innen- und finanzpolitischen Problemen des Reichs. Er bestätigte viele Berater und Funktionsträger seines Vaters in ihren Positionen oder verhalf Vertrauten Mark Aurels zu Ämtern. Hierzu zählten der Präfekt der Stadt Rom, Aufidius Victorinus, der seit 177 amtierende Prätorianerpräfekt Publius Taruttienus Paternus, dem seit 179 oder 180 Tigidius Perennis als zweiter Prätorianerpräfekt zur Seite gestellt war. Hinzu kamen seine Schwäger Lucius Antistius Burrus, mit dem er 181 den Konsulat bekleidete, und Marcus Petronius Sura Mamertinus, Konsul des Jahres 182, außerdem Tiberius Claudius Pompeianus – zweiter Ehemann von Commodus’ ältester Schwester Lucilla –, sein Schwiegervater Gaius Bruttius Praesens sowie Titus Fundanius Vitrasius Pollio. Militärisch und im Umgang mit dem Senat scheint Commodus das Bild von Kontinuität vermittelt haben zu wollen, was sich an der Änderung seines Namens im Winter 180 ausdrückte, als er sich als Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus in die Tradition seines Großvaters Antoninus Pius und seines Vaters stellte.<ref>Hartwin Brandt: Die Kaiserzeit. Römische Geschichte von Octavian bis Diocletian. 31 v. Chr.–284 n. Chr. Beck, München 2021, S. 406; Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus. Leidorf, Rahden 2003, S. 45 f.</ref>

Anhaltende Kriege, die demographischen Folgen der Antoninischen Pest hatten die Steuereinnahmen des Reiches zunehmend sinken lassen. Wie sein Vater zuvor wertete Commodus die römische Währung ab, indem er das Gewicht des Denars von 96 pro römischem Pfund auf 105 pro römischem Pfund (3,85 Gramm auf 3,35 Gramm) reduzierte. Außerdem verringerte er den Reinheitsgrad des Silbers von 79 Prozent auf 76 Prozent – das Gewicht des Silbers sank von 2,57 Gramm auf 2,34 Gramm. Im Jahr 186 verringerte er den Feingehalt und das Gewicht des Silbers weiter auf 74 Prozent bzw. 2,22 Gramm, d. h. 108 pro römisches Pfund.<ref>John S. McHugh: The Emperor Commodus. God and Gladiator. Pen & Sword Military, Barnsley 2015, S. 121–123; Vorlage:Internetquelle</ref> Diese Herabsetzung war die größte Abwertung seit der Herrschaft des Nero.

Gesetze gegen Hochverrat wurden ausgeweitet, um durch Vermögenseinzug die Einnahmen des Staates zu erhöhen; der Ämterhandel wurde ausgeweitet. Zugleich wurden wichtige Posten immer häufiger mit Personen besetzt, die nicht senatorischen Ranges waren, sondern in den Augen des Commodus als fähig galten und sein Vertrauen genossen. Unter ihnen nahm sein Kammerherr Saoterus eine herausragende Stellung ein. All dies führte zu einer Entfremdung zwischen Senat und Kaiser. So wenig er seine Macht auf die Unterstützung senatorischer Eliten stützte, so sehr war er darauf bedacht, Armee und stadtrömisches Volk für sich zu gewinnen. Dies erreichte er durch großzügige Geschenke an das römische Volk in Form von Getreidespenden, Zirkusspielen und Arbeitsplätze schaffende Bauvorhaben in der Stadt Rom.<ref>Zur Baupolitik des Commodus siehe Olivier Joram Hekster: Commodus. An emperor at the crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 203–206; John S. McHugh: The Emperor Commodus. God and Gladiator. Pen & Sword Military, Barnsley 2015, S. 123–124.</ref>

Attentate und Rebellionen

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Datei:Testa di lucilla, II secolo, dal tempio tetrastilo.JPG
Büste der Lucilla

Folge der geänderten Macht- und Einflussverhältnisse war ein erstes Attentat auf Commodus um das Jahr 182. Als treibende Kraft agierte Lucilla, die über zehn Jahre ältere Schwester des Commodus. Als Witwe ihres ersten Mannes, Lucius Verus, trug sie den Titel einer Augusta und verfügte über alle – nun durch Crispina gefährdete – Privilegien einer kaiserlichen Gemahlin. Aus ihrem direkten Umfeld waren ihr Ehemann Claudius Pompeianus, Publius Taruttienus Paternus und Ummidius Quadratus beteiligt, von weiteren Mitwissern ist auszugehen. Das Attentat verlief nicht nach Plan. Als Commodus auf dem Weg zum Amphitheater war, tauchte Pompeianus auf, zog sein Schwert und rief: „Siehe! Das hat dir der Senat geschickt.“ Durch diesen Ausruf wurden die Wachen aufmerksam und überwältigten ihn, bevor er Commodus überhaupt verletzen konnte. Nach dem vereitelten Attentat wurden Pompeianus und sein Mitverschwörer Quadratus hingerichtet, Lucilla wurde nach Capri verbannt und wohl noch im selben Jahr ermordet – ein Schicksal, das später Crispina teilte, allerdings nicht wegen einer Beteiligung an dem Attentat, sondern wegen eines Ehebruchs.<ref>Cassius Dio 73,4; Historia Augusta, Commodus 4,1-4; Oliver Schipp: Die Adoptivkaiser. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 78.</ref>

Der Prätorianerpräfekt Publius Taruttienus Paternus, offiziell mit der Aufklärung des Attentats beauftragt, war ebenfalls an der Verschwörung beteiligt, was allerdings erst später durch eine Intrige des Tigidius Perennis entdeckt wurde. In dieser Zeit gelang es Paternus, Saoterus’ Ermordung zu veranlassen. Die Tat soll laut der Historia Augusta Commodus noch mehr erzürnt haben als der Attentatsversuch auf ihn.<ref>Historia Augusta, Commodus 4,5-6.</ref>

Als Commodus im Jahr 183 zusammen mit Aufidius Victorinus zum Konsul wurde und den Titel des „Pius“ annahm, brach wenig später ein Krieg in Dakien aus. Es liegen zwar nur Einzelheiten vor, aber es scheint, dass die Feldherren Clodius Albinus und Pescennius Niger es auf den Kaiserthron abgesehen hatten. In Britannien schaffte es im Jahr 184 der Statthalter Ulpius Marcellus, die Grenzen Roms bis zum Antoninuswall im Norden auszudehnen. Jedoch rebellierten die Legionäre gegen seine strenge Disziplin und riefen Caerellius Priscus zum Kaiser aus.<ref>Cassius Dio 73,9</ref>

Allerdings verweigerte dieser die Ausrufung zum Kaiser und ließ daraufhin alle Legionäre in Britannien ausbezahlen. Während der Kapitolinische Spiele am 15. Oktober 184 prangerte ein kynischer Philosoph Perennis vor Commodus öffentlich an. Seine Anschuldigungen wurden als unbegründet verworfen und er wurde getötet. Cassius Dio beschrieb Perennis als einen unbestechlichen Menschen, der privat nie nach Ruhm oder Reichtum strebte.<ref>Zum Charakter des Perennis: Cassius Dio 73,10,</ref>

Im Jahr 185 kam es im südlichen Gallien zum sogenannten bellum desertorum, einem Krieg der Deserteure, die von einem Soldaten namens Maternus organisiert und angeführt wurden. Die Legio VIII Augusta schlug den Aufstand, der sich nicht gegen Commodus selbst richtete, nieder und erhielt dafür den Ehrentitel Pia Fidelis Constans Commoda.<ref>Herodian 1,10,1–4; Historia Augusta, Commodus 16,2; Historia Augusta, Pescennius Niger 3,3–5; Olivier Joram Hekster: Commodus. An emperor at the crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 65–67; Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus. Leidorf, Rahden 2003, S. 129–135; zuletzt Ireneusz Łuć: Emperor Commodus’ ‚Bellum desertorum‘. In: Res Historica. Band 49, 2020, S. 61–95 (online).</ref> Im selben Jahr denunzierte eine Truppe von Soldaten, die aus Britannien nach Italien abkommandiert worden waren, Perennis. Sie behaupteten, dass er seinen Sohn zum Kaiser machen wolle. Der Freigelassene Marcus Aurelius Cleander, der laut Cassius Dio bereits für die Ermordung des Saoterus verantwortlich war, riet dem Kaiser, Perennis fallen zu lassen.<ref>Die Geschehnisse in das Jahr 185 datiert etwa Géza Alföldy: Cleanders Sturz und die antike Überlieferung. In: derselbe: Die Krise des Römischen Reiches. Geschichte, Geschichtsschreibung und Geschichtsbetrachtung. Ausgewählte Beiträge (= Heidelberger Althistorische Beiträge und Epigraphische Studien. Band 5). Steiner, Stuttgart 1989, S. 81–127, hier S. 104; Vorlage:DNP: um 185/186 n. Chr. Cristina de Ranieri: La gestione politica di età Commodiana e la parabola di Tigidio Perenne. In: Athenaeum. Band 86, 1998, S. 397–417, hier S. 417, sieht Cleander nicht am Sturz des Perennis beteiligt.</ref> Commodus ließ Perennis samt seiner Familie töten.<ref>Cassius Dio 73,9-10</ref> Nun stieg Cleander zum a cubiculo et a pugione („Kämmerer und Dolchträger“) des Kaisers und somit zur einflussreichsten Person um Commodus auf.<ref>Zum Einfluss auf Commodus siehe: Cassius Dio 73.12,1; Herodian 1,9,2–7, der die Verwicklung britannischer Einheiten nicht kennt, stellt die Geschehnisse anders dar. Demnach hätten Armeeteile in Pannonien und Illyricum eine Verschwörung, in die der Sohn des Perennis involviert gewesen sein soll, angezettelt. Dies habe zum Ende des Perennis geführt.</ref>

Einfluss des Cleander

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Nachdem Cleander es geschafft hatte, die Regierungsgeschäfte an sich zu bringen, fing er an, sich zu bereichern. Er verkaufte „alle Privilegien“, wie Cassius Dio schilderte.<ref>Cassius Dio 73,10,2</ref> Er verkaufte die Mitgliedschaft im Senatorenstand, Militärkommandos, Prokuratorenämter und Gouverneursämter. Aber er verkaufte auch Senatssitze an diejenigen, die viel boten. In einem Jahr soll er fünfundzwanzig Konsuln ernannt haben, darunter auch den späteren Kaiser Septimius Severus. Da er in seiner Position alles finanziell ausschöpfte, wurde er bald sehr reich, ließ aber den Kaiser an erheblichen Teilen dieses Reichtums teilhaben oder kaufte Häuser und Bäder, die er Einzelpersonen oder Städten zukommen ließ.<ref>Cassius Dio73,12,3-5</ref> Zugleich versuchte Commodus unter dem Einfluss des Cleander, das Verhältnis zum Senat zu entspannen. Zahlreichen Senatoren, die zuvor in Ungnade gefallen waren und als Folge der Lucilla-Affäre ihre Ämter verloren hatten, wurde die Rückkehr in einflussreiche Ämter ermöglicht, darunter neben Septimius Severus auch Helvius Pertinax und Didius Julianus. Auf Münzen des Jahres 187 bezeichnete Commodus sich als pater senatus („Vater des Senats“),<ref>RIC 156, 157A und 302.</ref> auf Münzbildnissen des Jahres 189 ließ er die pietas des Senats abbilden,<ref>RIC 194, 538 und 549.</ref> wodurch er Respekt und Achtung, sein „pflichtgemäßes Verhalten“ gegenüber dieser Institution zum Ausdruck brachte. Eigentlicher Grund für pietas-Emission war aber vermutlich die von Cleander veranlasste Hinrichtung des Proconsuls der Provinz Asia, Gaius Arrius Antoninus, und des Lucius Antistius Burrus.<ref>Zu Arrius Antoninus: Historia Augusta, Commodus 7,1; zu Antistius Burrus: Historia Augusta, Pertinax 3,7; siehe Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 202.</ref>

Trotz seiner Machtposition wurde Cleander im Jahr 189 oder 190 getötet. Als in Rom aufgrund eines Aufstandes in der Provinz Africa – der Kornkammer des Reiches – eine Hungersnot ausbrach, wurde diese von Papirius Dionysius, dem für die Getreideversorgung zuständigen praefectus annonae, absichtlich verschärft. Ziel war es, den Hass der Bürger auf Cleander zu ziehen. Es wurden gezielt Gerüchte gestreut, denen zufolge Cleander durch seine Diebstähle für die Hungersnot verantwortlich war. Es kam zu Aufständen, von denen Commodus anfangs nichts wusste. Als die Aufstände immer größer wurden und Commodus von ihnen erfuhr,<ref>Laut Herodian 1,13,1 wurde er von seiner Schwester Fadilla gewarnt, Cassius Dio 73,13,5 lässt ihn durch Marcia gewarnt sein.</ref> ließ er Cleander und seinen Sohn aus Angst um sein eigenes Leben töten. Die Bürger schändeten den Leichnam und töteten auch Leute, die unter Cleander große Macht genossen.<ref>Cassius Dio 73,13,1-3,5-6</ref>

„Goldenes Zeitalter“

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Im Frühjahr des Jahres 190, wahrscheinlich zu seiner Dezennalienfeier als Alleinherrscher am 17. März, verkündete der Kaiser den Beginn eines saeculum aureum Commodianum, eines „goldenen commodianischen Zeitalters“.<ref>Cassius Dio 73,15,6; Historia Augusta, Commodus 14,3; siehe Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S. 331–335; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 195 f.</ref> Begleitet wurde der Beginn des neuen Zeitalters von zahlreichen Münzemissionen, die der Bevölkerung Felicitas, Glückseligkeit und Fruchtbarkeit goldener Zeiten (temporum felicitas und saeculi felicitas), versprachen.<ref>Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S. 332–334.</ref>

Anlässlich seines 30. Geburtstages am 31. August 190 wurde Commodus’ Geburtsstadt, das municipium Lanuvium, zur Colonia Lanuvina Antoniniana Commodiana erhoben.<ref>Die genaue Datierung ist unsicher, doch sprechen Münzen des Jahres für eine Datierung in das Jahr 190; siehe Maria Regina Kaiser-Raiß: Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus. Untersuchungen zur Selbstdarstellung eines römischen Kaisers. Numismatischer Verlag P. N. Schulten, Frankfurt am Main 1980, S. 49; Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 339</ref> Durch die Verleihung des Titels colonia erhielt der Ort eine höhere Rechtsstellung. Vermutlich im Rahmen der Feierlichkeiten dieser Umbenennung veranstaltete Commodus öffentliche Spiele. Er selbst nahm an den Tierkämpfen im Amphitheater Lanuviums, das ein bedeutendes Herculesheiligtum besaß, teil und wurde vom Publikum als Hercules Romanus gefeiert.<ref>Historia Augusta, Commodus 8,5.</ref> Unklar ist, ob diese Spiele bereits 190 oder erst zum 31. Geburtstag 191 stattfanden<ref>Für den 31. August 190 spricht sich etwa aus: Maria Regina Kaiser-Raiß: Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus. Untersuchungen zur Selbstdarstellung eines römischen Kaisers. Numismatischer Verlag P. N. Schulten, Frankfurt am Main 1980, S. 48–50; Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 107 f.; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 194 f.; für den 31. August 191: Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 340.</ref> und ob die Akklamation des Publikums spontan stattfand oder vorbereitet war.<ref>Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 108 mit Anm. 106.</ref>

Anfang des Jahres 191 änderte Commodus seinen Namen zu Lucius Aelius Aurelius Commodus Pius Felix Augustus,<ref>Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S. 336–339.</ref> erstmals bezeugt auf einem Papyrus aus Tebtynis zum 2. Mai 191<ref>Zum Papyrus Cesare Letta: ILAfr, 265 e il proconsolato d'Africa di C. Cingio Severo. In: Latomus. Band 54, 1995, S. 864–874.</ref> und auf Münzen nachweisbar vor dem 29. August 191.<ref>Maria Regina Kaiser-Raiß: Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus. Untersuchungen zur Selbstdarstellung eines römischen Kaisers. Numismatischer Verlag P. N. Schulten, Frankfurt am Main 1980, S. 58; Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 342.</ref> Möglicherweise war Commodus’ Geburtstag 191 der Anlass,<ref>So Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 195; Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 342.</ref> die nicht mehr benötigte Bindung an seinen vergöttlichten Vater, den divus Marcus, stattdessen die Göttlichkeit aus eigener Kraft propagandistisch zum Ausdruck zu bringen.<ref>So Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S. 338, und Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 195.</ref> Göttliche Verbindung wird nun zu Hercules hergestellt, an die Stelle des genius Augusti, der noch im Jahr zuvor auf Münzen abgebildet wurde, tritt als Münzdarstellung der Hercules Commodianus.<ref>Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 195; Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 342.</ref>

Dessen ungeachtet kam es 191 zu einer „Verschwörung“ – die Historia Augusta spricht von Rebellion –,<ref>Historia Augusta, Commodus 8,2.</ref> deren Hintergründe verborgen bleiben. Ein gewisser Iulius Alexander hatte sich im syrischen Emesa eines Vergehens gegen den Kaiser schuldig gemacht und wurde auf Befehl des Commodus verfolgt, entzog sich aber durch Suizid.<ref>Cassius Dio 73,14; John S. McHugh: The Emperor Commodus. God and Gladiator. Pen & Sword Military, Barnsley 2015, 158 f.</ref> Eine in der Historia Augusta überlieferte Liste hingerichteter Angehöriger der vornehmsten römischen Familien<ref>Historia Augusta, Commodus 7,4–8.</ref> wird auf dieses Ereignis bezogen und als Proskriptionsliste gedeutet.<ref>Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus. Leidorf, Rahden 2003, S. 207–212.</ref> Zahlreiche Konsuln und Familienmitglieder des Commodus selbst, möglicherweise auch seine Gattin Crispina wurden Opfer der Verfolgungen.<ref>Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 340.</ref>

„Commodianismus“

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Datei:Commodo vestito da Ercole ai Musei Capitolini.jpg
Commodus als Hercules (Rom, Kapitolinische Museen)

Ein Rückschlag für die Propagierung seiner zunehmend in den Vordergrund tretenden Inszenierung als Hercules wurde durch einen Großbrand verursacht, der im Winter 191/192,<ref>Eusebius, Chronikon 15,12 (= Hieronymus, Chronikon zum Jahr 191 bzw. 192 in der armenischen Fassung); zur Datierung des Brandes siehe Fulvio Grosso: La lotta politica al tempo di Commodo (= Memorie dell’ Accademia delle Scienze di Torino, Classe di Scienze Morali, Storiche e Filologiche. Serie 4, Nr. 7). Accademia delle Scienze, Turin 1964, S. 361–364, der zum Ergebnis kommt, der Brand hätte sich 192 ereignet; ein kleinerer Brand hatte bereits irgendwann zwischen 185 und 188 in Rom gewütet (Anne Daguet-Gagey: Les ‚opera publica‘ à Rome [180-305 ap. J.-C.] [= Collection des Études Augustiniennes. Série Antiquité. Band 156]. Institut d’Études Augustiniennes, Paris 1997, S. 51–57. 251–254).</ref> nach manchen auch erst im Sommer 192<ref>So Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott – Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 259 (online).</ref> in Rom wütete.<ref>In dem Zusammenhang in der Regel übersehen wird das Zeugnis Galens, der das Ereignis als Zeitgenosse – wohl im Jahr 193 – detailliert überliefert und damit die dem Brand am nächsten stehende Quelle ist; demnach fand der Brand am Ende des Winters 192 bzw. zwei Monate vor Sommeranfang an; siehe Galenos, De Indolentia 20. 23a; Matthew Nicholls: Galen and the Last Days of Commodus: A Tale of Resilience. In: Caroline Petit (Hrsg.): Galen's Treatise Περὶ Ἀλυπίας (De indolentia) in Context. A Tale of Resilience (= Studies in Ancient Medicine. Band 52). Brill, Leiden 2018, S. 245–262 (online)</ref> Der Brand zerstörte große Teile des Zentrums, unter anderem das Forum Romanum mit dem wichtigen Tempel der Vesta, Teile des Palatin samt der staatlichen Archive, den Tempel der Pax, Getreidespeicher und Wohngebiete der Subura.<ref>Cassius Dio 73,24; Herodian 1,14,2–6; Eusebius, Chronikon 15,12; siehe Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 78 f.</ref> Der Brand, der viele in den Ruin trieb, war ein schwerer Imageschaden für den neuen „Gott“ und Beschützer der Stadt und wurde – zumindest in der Rückschau – als böses Omen gedeutet.<ref>Feuer als böses Omen bei Cassius Dio 73,24; Herodian 1,24,2.</ref> Das Volk gab die Schuld dem Kaiser und sah die pax deorum, den Frieden zwischen römischen Volk und den Göttern, in Gefahr.<ref>Herodian 1,14,6 f.; Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 78 f.; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 206; Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 340.</ref> Commodus nutzte die Folgen des Brandes hingegen für die Vollendung seiner Selbstinszenierung.

Im Zuge der Wiederherstellung der Stadt, die er im Rahmen eines groß angelegten Bauprogramms und zum Teil finanziert durch Sonderabgaben der vornehmen Familien und Senatoren<ref>Cassius Dio 73,16,3.</ref> in Angriff nahm, propagierte er ab Herbst 192 auf Münzen den Hercules Romanus conditor, das heißt sich selbst als Neugründer der Stadt. Der Senat setzte dem nichts entgegen und stimmte gar der Umbenennung Roms in colonia aeterna felix Commodiana Roma zu.<ref>Cassius Dio 73,15,2; Historia Augusta, Commodus 8,6; 8,9; Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368; Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott — Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 258–260; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 192. 197</ref> Zugleich mussten weitere Institutionen und Einrichtungen den Ehrentitel Commodianus führen, so die Legionen und Auxiliartruppen,<ref>Cassius Dio 73,15,2.</ref> der Senat,<ref>Cassius Dio 73,15,6.</ref> der populus Romanus<ref>Historia Augusta, Commodus 15,5.</ref> und der kaiserliche Palast auf dem Palatin.<ref>Historia Augusta, Commodus 12,7.</ref> Überall wurden ihm nun Statuen errichtet, die ihn als Hercules darstellten.<ref>Historia Augusta, Commodus 9,2; Cassius Dio 73,15,3; 73,15,6.</ref> Die kolossale Sol-Statue, die vor dem Kolosseum stand und diesem den volkstümlichen Namen gab, wurde zu einem Hercules-Commodus umgearbeitet.<ref>Cassius Dio 73,2,3; Historia Augusta, Commodus 17,3; Marianne Bergmann: Der Koloß Neros, die Domus Aurea und der Mentalitätswandel im Rom der frühen Kaiserzeit. Philipp von Zabern, Mainz 1994, S. l f.; Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 122–125.</ref> All dies dokumentiert eine neue Ausrichtung in der Präsentation des Commodus.<ref>Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott – Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 260</ref> Einher ging dieser Wandel mit der Schaffung eines neuen Bildnistyps, der Commodus mit der Kurzhaarfrisur der Gladiatoren zeigte.<ref>Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 128 f.</ref>

In die letzten Lebensmonate des Commodus ist auch die Umbenennung aller Monate zu datieren.<ref>Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S, 341–344; Falko von Saldern: Einige Bemerkungen zur Kalenderreform des Commodus. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Band 146, 2004, S. 189–192.</ref> Sie wurden nach seinen Namen und Ehrennamen benannt: Amazonius (Januar), Invictus (Februar), Pius (März), Felix (April), Lucius (Mai), Aelius (Juni), Aurelius (Juli), Commodus (August), Augustus (September), Herculeus (Oktober), Romanus (November), Exsuperatorius (Dezember).<ref>Cassius Dio 73,15,3; Historia Augusta, Commodus 11,8; 11,13–12,9; die Reihenfolge der Monate März/April ist unsicher; siehe auch Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 193 f.</ref> Die Bedeutung des Namens Amazonius ist in dem Zusammenhang unklar.<ref>Jean Gagé: L’Hercule impérial et l’amazonisme de Rome, à propos des extravagances religieuses de Commode. In: Revue d’Histoire et de Philosophie religieuses. Band 34, 1954, S. 342–372 (online); Marianne Bergmann: Die Strahlen der Herrscher. Theomorphes Herrscherbild und politische Symbolik im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit. Zabern, Mainz 1998, S. 252–255; Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 124 f.</ref> Wie der Name Exsuperatorius („der alles Überragende“) ist er nur literarisch, nicht inschriftlich überliefert. Eine Inschrift der cohors II Ulpia equitata Commodiana von den XVI Kalendas Pias aus Dura Europos belegt mit ihrer Nennung des Monats Pius noch drei Monate nach dem Tod des Kaisers, dass Kalenderreform und Legionentitel weiterhin in Gebrauch waren.<ref>Vorlage:AE; zur Inschrift Michael P. Speidel: Commodus the God-Emperor and the Army. In: Journal of Roman Studies. Band 83, 1993, S. 109–114, hier S. 110; Falko von Saldern: Einige Bemerkungen zur Kalenderreform des Commodus. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Band 146, 2004, S. 189–192, hier S. 189 f.; Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott – Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 248.</ref> Die Durchdringung fast aller öffentlicher Lebensbereiche mit dem Namen des Kaisers wird oft unter dem Begriff „Commodianismus“ zusammengefasst.<ref>Der Begriff wurde wohl geprägt von Jean Beaujeu: La religion romaine à l’apogee de l’Empire I: La politique religieuse des Antonins (96–192). Les Belles-Leetres, Paris 1955, S. 395; siehe auch Cristina de Ranieri: Renovatio temporum e rifondazione di Roma. In: Studi Classici e Orientali. Band 45, 1995, S. 329–368, hier S. 335 f.; Falko von Saldern: Einige Bemerkungen zur Kalenderreform des Commodus. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Band 146, 2004, S. 189–192, hier S. 190; zu den bereits ab den späten 170er-Jahren einsetzenden Anzeichen des „Commodianismus“ siehe Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott — Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 264 f.</ref>

Hercules Romanus

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Datei:COMMODUS-RIC III 251-807538 HERCUL.jpg
Denar aus dem Jahr 192, Porträt des Commodus mit Löwenkopf, Rückseite: HERCVL ROMANO AVGV S C mit Keule

In zeitlichem Zusammenhang mit der Umbenennung der Monatsnamen nahm Commodus auch eine neue kaiserliche Titulatur an. Sie lautete nun: Lucius Aelius Aurelius Commodus Augustus Pius Felix Sarmaticus Germanicus maximus Britannicus Pacator orbis Invictus Hercules Romanus. Sie ist literarisch bei Cassius Dio, aber auch in Inschriften und in Teilen auf Papyri nachweisbar.<ref>Cassius Dio 73,15,5: Vorlage:Lang; zu den Papyri siehe Pieter J. Sijpesteijn: Commodus’ Titulature in Cassius Dio LXXII. 15.5. In: Mnemomsyne. Band 41, 1988, S. 123–124; Inschrift aus Treba: Vorlage:CIL: L(ucio) Aelio Aurelio Commodo Aug(usto) / Sa[rmatico] Germanico maximo Brit{t}annico / [p]aca[t]or[i] orbis Felici Invicto Romano Herculi, die ihn zudem omnium virtutum exsuperant(issimo), „der alle an virtus Überragende“ nennt.</ref> Ein auf den 11. (?) Oktober 192 datierter Papyrus aus Oxyrhynchus gibt erstmals die vollständige Titulatur, die folglich vorher, vermutlich zum 32. Geburtstag des Commodus am 31. August 192<ref>Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott – Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272, hier S. 259; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 194.</ref> eingeführt wurde.<ref>Papyrus: Papiri della Società Italiana (PSI) 9 1036, Zeilen 26–29: Vorlage:Lang.</ref>

Mit den Titeln invictus („der Unbezwingbare“) und pacator orbis („Befrieder des Erdkreises“) nahm er zwei Aspekte des Hercules auf, der er nun als Hercules Romanus („römischer Hercules“) offiziell war.<ref>Zu Commodus als Hercules siehe Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 87–136.</ref> Der Hercules Invictus wurde von altersher in Rom an der Ara Maxima verehrt, gewann bereits unter Trajan an Bedeutung,<ref>Harry Erkell: L'imperatore Commodo ed Ercole-Melcart. In: Opuscula Romana. Band 19, 1993, S. 39–43.</ref> galt als einer der Gründer Roms<ref>Zu Herakles als Stadtgründer: Andrea Schmölder-Veit: Von Heraklea bis Herkulaneum - Herakles als Städtegründer. In: Raimund Wünsche (Hrsg.): Herakles – Herkules. Staatliche Antikensammlungen München, München 2003, S. 335–343.</ref> und war vor allem beim einfachen Volk und den Truppen beliebt;<ref>Maria Jaczynowska: Le culte de l’Hercule romain au temps du Haut-Empire. In: Wolfgang Haase (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. II. Principat. Teil 17, 2: Religion (Heidentum: Römische Götterkulte, Orientalische Kulte in der Römischen Welt). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1981, S. 631–661.</ref> der pacator orbis sprach vor allem die Truppen an. Im philosophischen Diskurs galt Hercules, der Anführer der Musen, als Kulturbringer und als Vorbild eines guten Herrschers.<ref>Harald Schulze: Vorbild der Herrschenden. Herakles und die Politik. In: Raimund Wünsche (Hrsg.): Herakles – Herkules. Staatliche Antikensammlungen München, München 2003, S. 344–365; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 196 f.</ref> Seit Alexander dem Großen war die Herrscherangleichung im hellenistischen Osten verbreitete Praxis, weshalb Athenaios – ebenfalls Zeitgenosse des Commodus – lapidar feststellt, dass es doch kein Wunder sei, wenn der Kaiser sich mit den Insignien des Hercules schmücke und als Hercules angesprochen werden wolle.<ref>Athenaios, Gastmahl der Gelehrten 12,537F; siehe auch Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 208.</ref>

Hercules war aber auch der Gott der Gladiatoren und eng mit den Tierhetzen im Römischen Reich verbunden.<ref>Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 152–154.</ref> Die Begeisterung für Gladiatorenkämpfe und Tierhatz, aber auch Wagenrennen war in der senatorischen Oberschicht und unter den römischen Kaisern nicht selten anzutreffen. Im nichtöffentlichen Raum gingen manche diesen Betätigungen nach.<ref>Thomas Wiedemann: Emperors and gladiators. Routledge, London / New York 1992, S. 106–112.</ref> Commodus nahm von Jugend Unterricht als Gladiator, Wagenlenker und bestiarius („Tierkämpfer“).<ref>Historia Augusta, Commodus 2,9; Herodian 1,13,8.</ref> und übte die Beschäftigungen auch als Kaiser aus, viele Jahre allerdings darauf bedacht, dem Blick der Öffentlichkeit beim Kampf mit scharfen Waffen und bei Wagenrennen, zu denen er die Uniform der „Grünen“ trug,<ref>Cassius Dio 73,17,1.</ref> entzogen zu bleiben.<ref>Laut Historia Augusta, Commodus 12,10 soll Commodus noch während der Regierungszeit des Mark Aurel allein 365 Gladiatorenkämpfe absolviert haben; siehe auch Historia Augusta, Commodus 5,5; 8,5; aus Cassius Dio 73,17,1–2 geht hervor, dass Commodus Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen zunächst nur in privatem Umfeld ausübte; in der Öffentlichkeit gab er höchstens das Startsignal für die Rennen (Historia Augusta, Commodus 8,7–8); siehe auch Cassius Dio 73,9,1; 73,10,2.</ref> Erst für die Feierlichkeiten zur Umbenennung seines Geburtsortes im Jahr 190 gab er sich in aller Öffentlichkeit als bestiarius.

Im Herbst 192<ref>Zu den verschiedenen vorgeschlagenen Daten zwischen September und Dezember 192 siehe Maria Regina Kaiser-Raiß: Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus. Untersuchungen zur Selbstdarstellung eines römischen Kaisers. Numismatischer Verlag P. N. Schulten, Frankfurt am Main 1980, S. 52.</ref> richtete Commodus prachtvolle, vierzehn Tage dauernde Spiele aus, mit denen er die „Neugründung“ Roms feiern ließ.<ref>Cassius Dio 73,20,1; Herodian 1,15,1–9.</ref> Hier nun trat er im Kolosseum mehrfach als Tierhetzer und als Gladiator auf. Während das Volk seine Auftritte als bestiarius für den bewiesenen Mut und seine Treffsicherheit noch goutierte,<ref>Herodian 1,15,7.</ref> empörte es sich über den kaiserlichen Gladiator.<ref>Herodian 1,15,8.</ref> Die als Gladiator im „echten“ Kampf – Commodus focht nur mit Holzschwert –<ref>Cassius Dio 73,19,2; Historia Augusta, Commodus 5,5; bei Aurelius Victor, Liber de Caesaribus 17,4 ist es ein Bleischwert.</ref> gezeigte Todesverachtung sollte ihn zum „alle an virtus Überragenden“ machen, wie es eine Inschrift aus Treba formulierte<ref>Vorlage:CIL.</ref> und im neuen Namen des letzten Monats, Exsuperatorius, anklingt.<ref>Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 197.</ref> In den inszenierten Scheinkämpfen<ref>Herodian 1,15,8.</ref> der Arena war Commodus der Invictus, der Unbesiegbare. Doch die plebs urbana blieb zunehmend der Arena fern,<ref>Historia Augusta, Commodus 15,5</ref> zumal das Gerücht die Runde machte, Commodus wolle wie Hercules auf die Stymphalischen Vögel Jagd auf die Besucher der Kämpfe machen.<ref>Cassius Dio 73,20,2–3.</ref> Mit dem Verlassen des Amphitheaters kündigte das Volk die Kommunikation mit einem Kaiser auf,<ref>Egon Flaig: Den Kaiser herausfordern. Die Usurpation im Römischen Reich. Campus-Verlag, Frankfurt/New York 1992, S. 87–88.</ref> der sich auf eine Stufe mit den Verfemten des Reichs stellte. Mit ihnen hatte die plebs nichts zu tun, die gesellschaftliche und institutionelle Grenze war undurchlässig, aber Commodus hatte sie überschritten.<ref>Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 206–207; anders Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 343, der gegen Meyer-Zwiffelhoffer argumentiert und keine Abkehr der plebs Romana von Commodus erkennt.</ref>

Ermordung

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Datei:Römermuseum Osterburken (DerHexer) 2012-09-30 008.jpg
Damnatio memoriae des Kaisers Commodus auf einer Inschrift im Römermuseum Osterburken

Im Dezember 192 formierte sich aus unklaren Gründen im engsten Umfeld des Kaisers eine Verschwörung gegen ihn. Commodus, der hin und wieder in der Gladiatorenschule, der domus Vectiliana, auf dem Caelius wohnte, übernachtete dort auch in der Nacht des 31. Dezember 192.<ref>Historia Augusta, Pertinax 5,7.</ref> Am nächsten Tag wollte er als secutor, als schwerbewaffneter Gladiator, in Begleitung seiner Gladiatorenkollegen seinen achten Konsulat antreten.<ref>Herodian 1,16,3; Cassius Dio 73,22,2.</ref> In dieser Nacht aber wurde er unter Führung des cubicularius Eclectus und unter Beteiligung seiner Konkubine Marcia sowie der Mitwisserschaft des Prätorianerpräfekten Quintus Aemilius Laetus und des Stadtpräfekten Helvius Pertinax in seinem Bad von einem Athleten namens Narcissus erdrosselt.<ref>Cassius Dio 73,22,5; Historia Augusta, Commodus 17,2</ref> Die Gründe für das Attentat liegen letztlich im Dunkeln, Herodian gibt vor allem die Angst der Marcia und des Eclectus vor dem eigenen Ende als Grund an.<ref>Herodian 1,17; ähnlich Cassius Dio 73,22,1–6.</ref> Die Angst, im Umfeld eines unfehlbaren Gottes verantwortlich für Probleme jeder Art gemacht und geopfert werden zu können, machte die Nähe zur Macht für den Einzelnen möglicherweise zu gefährlich.<ref>Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, S. 335–354, hier S. 343</ref>

Mit ihm endete die von Antoninus Pius begründete Antoninische Dynastie. Commodus verfiel der damnatio memoriae, die Vergöttlichung wurde ihm verweigert und die von ihm veranlassten Umbenennungen wurden zurückgenommen. Zunächst jedoch wurde der Tod des Kaisers vor Soldaten und Prätorianern geheim gehalten.<ref>Herodian 2,1,1.</ref> Hatte Commodus den Senat gegen sich aufgebracht und das Vertrauen des Volks verloren, so war<ref>Michael P. Speidel: Commodus the God-Emperor and the Army. In: Journal of Roman Studies. Band 83, 1993, S. 109–114, hier S. 113.</ref> und blieb die Armee loyal gegenüber dem Hercules Romanus. Bereits Helvius Pertinax und Didius Julianus mussten während der sich anschließenden Auseinandersetzungen um die Nachfolge im zweiten Vierkaiserjahr die memoria an Commodus vorübergehend wiederherstellen und von Commodus erlassene Privilegien bestätigen, um sich die Loyalität der Prätorianer und Soldaten zu sichern.<ref>Zu Pertinax siehe Historia Augusta, Pertinax 4,7; 6,3; 6,6; 6,10; zu Didius Iulianus siehe Historia Augusta, Didius Iulianus 2,6; Herodian 2,6,10.</ref> Septimius Severus, der schließlich als Sieger hervorging, rehabilitierte Commodus, verteidigte vor dem Senat gar dessen Auftritte als Gladiator<ref>Cassius Dio 76,8,1–3.</ref> und ließ ihn im Jahr 195 divinisieren. Für dessen Kaiserkult ließ er einen flamen Herculaneus Commodianus einsetzen.<ref>Historia Augusta, Commodus 17,11; Cassius Dio 76,7,4.</ref> Aus demselben Jahr stammt die Grabinschrift des Commodus, der im Mausoleum des Hadrian beigesetzt war.<ref>Vorlage:CIL: Imperatori Caesari divi Marci Antonini Pii Germanici / Sarmatici filio divi Pii nepoti divi Hadriani pronepoti / divi Traiani Parthici abnepoti divi Nervae adnepoti / L(ucio) Aelio Aurelio Commodo Augusto Sarmatico / Germanico maximo Britannico pontifici maximo tribuniciae / potestat(is) XVIII imperat(ori) VIII consuli VII patri patriae.</ref> Zum Zwecke der eigenen Legitimation machte er sich durch eine fiktive Adoption spätestens im Jahr 196 selbst zum Sohn Mark Aurels und „Bruder“ des Commodus.<ref>Vorlage:CIL: Imp(erator) Caesar d(ivi) M(arci) Antonini Pii Germanici Sarmatici filius / divi Commodi frater; siehe Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 194 mit Anm. 27–29.</ref>

Elemente der kaiserlichen Präsentation des Commodus fanden mit den Severern Eingang in die allgemeine Selbstdarstellung der römischen Kaiser. So wurden Pius, Felix und Invictus zunehmend beständige Teile kaiserlicher Titulaturen, Darstellungen als Hercules machten sich zahlreiche Kaiser zu eigen, ohne sich selbst mit dem Gott gleichzusetzen.<ref>Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 191–195; Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio. Band 88, 2006, S. 189–215, hier S. 209; selbst Titel wie dominus noster, pacator orbis und exsuperantissimus wurden von Caracalla oder Gallienus übernommen, vgl. z. B. Vorlage:CIL; 13, 9072; 14, 2073; 14, 5334 .</ref> So blieb Commodus der einzige Hercules Romanus auf dem römischen Kaiserthron.

Beurteilung

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Antike

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Datei:Paris Porte Saint-Martin 208.JPG
Ludwig XIV. als Hercules, Porte Saint-Martin in Paris

Schon kurz nach seiner Ermordung galt Commodus der senatorischen Elite als drittes Monster nach Domitian und Nero auf dem römischen Kaiserthron.<ref>Nach dem Tod riefen die Senatoren aus: saevior Domitiano, impurior Nerone – „wilder als Domitian, übler als Nero“ (Historia Augusta, Commodus 19,2).</ref> Dabei war Commodus laut Cassius Dio nicht von Natur aus schlecht, sondern im Gegenteil ein äußerst gutmütiger Mensch, dem erst unter schlechtem Einfluss Schwelgerei und Mordlust zur zweiten Natur wurden.<ref>Cassius Dio 73,1,1.</ref> Das Bild vom Monster der senatorisch geprägten Historiographie setzte sich bis in die Neuzeit fort, obwohl der Senat natürlich auch Mitglieder umfasste, die nicht nur ihre Karriere Commodus verdankten, sondern bereitwillig dessen Andenken wiederherstellten, wenn es nützlich schien. Ein positives Bild von Commodus zeichneten christliche Autoren. Eusebius von Caesarea nennt in seiner Kirchengeschichte die Regierung des Commodus eine friedliche Zeit ruhiger Verhältnisse.<ref>Eusebius, Kirchengeschichte 5,21,1.</ref> Laut christlicher Tradition hatte Commodus den späteren Bischof von Rom, Calixtus I., der zur Zwangsarbeit in den Minen Sardiniens verurteilt worden war, auf Bitten Marcias freigesprochen.<ref>Hippolyt von Rom, Widerlegung aller Häresien 9,12; siehe auch Cassius Dio 73,4,6–7.</ref> Im späten 5. Jahrhundert verfasste der spätantike Dichter Blossius Aemilius Dracontius ein Werk Satisfactio – ein Bußgedicht an Gunthamund –, in dem er zunächst Caesar, Augustus und Titus lobte, um dann Commodus als „Dichter und guten Mann mit Pflichtbewusstsein und Hingabe“ zu preisen.<ref>Dracontius, Satisfactio 187–190; siehe Barry Baldwin: Commodus the Good Poet and Good Emperor: Explaining the Inexplicable. In: Gymnasium. Band 97, 1990, S. 224–231, bes. S. 227.</ref> Auch der im 6. Jahrhundert schreibende Jordanes setzt Commodus in ein positives Licht, wenn er seine Regierung mit der seines Vaters und Onkels zusammenfasst,<ref>Jordanes, Historia Romana https://www.dmgh.de/mgh_auct_ant_5_1/index.htm#page/35/mode/1up[ 272–273].</ref> und wohlwollend, aus Sicht der östlichen Provinzen beschreibt im selben Jahrhundert auch Johannes Malalas die Regierungszeit des Commodus.<ref>Johannes Malalas, Chronographia 12,1–13.</ref> Eine positive Grundhaltung gegenüber Commodus war also kein Einzelfall und über die Jahrhunderte nach seinem Tod präsent.<ref>Siehe auch Olivier Joram Hekster: Commodus. An Emperor at the Crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, S. 184–186; umfassend zum antiken Commodus-Bild siehe Urbano Espinosa Ruiz: El reinado de Cómmodo. Subjetividad y objetividad en la antigua historiografía. In: Gerión. Band 2, 1984, S. 113–149.</ref>

Neuzeit

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In der Neuzeit erst kehrte man zum negativen Bild vom Monster zurück, freilich abhängig von den Vorlieben der je herrschenden Persönlichkeiten. Als Ludwig XIV. um das Jahr 1675 auf der Porte Saint-Martin in Paris als Hercules dargestellt wurde, stellten Zeitgenossen unmittelbar einen Bezug zu Commodus her und konstatierten, dass der Titel Hercule François Ludwig XIV. viel eher zustehe, als der Titel Hercule Romain dem Commodus zugestanden habe.<ref>Brice Bauderon de Senecys: Apollon français. Robert Piget, Mâcon 1684, S. 162 nach Friedrich Polleroß: From the “exemplum virtutis” to the Apotheosis. Hercules as an Identification Figure in Portraiture. An Example of the Adoption of Classical Forms of Representation. In: Allan Ellenius (Hrsg.): Iconography, Propaganda, and Legitmation. Oxford University Press, Oxford 1998, S. 35–62, hier S. 51 f. (PDF)</ref> Die oft gescholtene Identifikation des Commodus mit Hercules wurde hier problemlos akzeptiert.<ref>Olivier Joram Hekster: Emperors and Empire: Marcus Aurelius and Commodus. In: Aloys Winterling (Hrsg.): Zwischen Strukturgeschichte und Biographie. Probleme und Perspektiven einer neuen Römischen Kaisergeschichte (= Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien 75). Oldenbourg, München 2011, S. 317–328, bes. S. 320–328.</ref> Das in der Forschung seit dem 19. Jahrhundert meist negative Bild wurde erst in der neueren Forschung vorsichtig revidiert, indem Commodus trotz persönlicher Defizite durchaus als fähiger Staatsmann wahrgenommen wird. Nach neuerer Sicht war es Commodus, der letztlich erkannt hatte, dass die alte Ordnung, in der der römische Senat in der Theorie das höchste Staatsgremium war, was in der Praxis schon lange nicht mehr der Realität entsprach, nicht mehr stimmig war.

Mit der Art und Weise, wie er die Grenzen des Prinzipats erweitert hatte, war er seiner Zeit voraus und musste auch aufgrund seiner Persönlichkeitsfehler scheitern. Der römische Senatsadel konnte sich nach der Regierungszeit des Commodus nicht mehr von den Wunden erholen, die dieser geschlagen hatte. Spätestens Diokletian konnte die Früchte ernten, die Commodus gesät hatte.<ref>Michael Stahl: Commodus. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 2. aktualisierte Auflage. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47288-5, S. 159–169.</ref>

Rezeption

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Film

Commodus wurde als Figur bzw. Gegenstand in einigen Spielfilmen aufgegriffen und verarbeitet.

Belletristik

Commodus ist einer der Antagonisten in der Buchreihe Die Abenteuer des Apollo von Rick Riordan.

Quellen

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Die literarischen Quellen zum Leben und Wirken des Commodus sind recht spärlich. Die Hauptquellen sind die Vita des Commodus in der Historia Augusta sowie die Römische Geschichte von Cassius Dio. Jedoch ist die Historia Augusta sehr umstritten, da sie als unzuverlässig gilt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Bei Cassius Dio handelt es sich um einen Zeitzeugen, da er während der Herrschaft des Commodus zum Senator wurde und somit die Chance hatte, Commodus aus nächster Nähe zu erleben. Allerdings ist das maßgebliche Buch 72 (je nach Zählung auch Buch 73) des Cassius Dio nur in byzantinischen Exzerpten erhalten. Vollständig überliefert ist hingegen das Commodus gewidmete erste Buch der Geschichte des Kaisertums nach Mark Aurel von Herodian aus der Mitte des 3. Jahrhunderts. Daneben behandeln einige Breviarien Commodus, etwa die der Geschichtsschreiber Eutropius<ref>Eutropius, Breviarium ab urbe condita 8,15.</ref> und Aurelius Victor<ref>Aurelius Victor, Liber de Caesaribus 17.</ref> sowie die Epitome de Caesaribus.<ref>Epitome de Caesaribus 17.</ref>

Von den Constitutiones („kaiserliche Verfügungen“) des Commodus, die laut Modestin einst in einer eigenen Sammlung zusammengefasst waren,<ref>Modestin, Excusationes 2 (= Digesten 27,1,6,8)</ref> sind noch drei inschriftlich sowie sieben in juristischen Werken und Sammlungen erhalten.<ref>Detlef Liebs: Opilius Macrinus 13, 1 – Das Reskriptwesen in der Historia Augusta. In: Jean Béranger, Johannes Straub (Hrsg.): Bonner Historia-Augusta-Colloquium 1982/83 (= Antiquitas. Reihe 4: Beiträge zur Historia-Augusta-Forschung. Band 17). Habelt, Bonn 1985, S. 221–237 (überarbeitete Online-Fassung, Universität Freiburg 2022).</ref> Sie verteilen sich auf insgesamt sieben Reskripte,<ref>Davon drei inschriftlich überlieferte: Vorlage:CIL; 8,14428; 8,23956; hinzu kommen vier schriftlich überlieferte: Callistrat, De cognitionibus 4 (= Digesten 35,3,6); Quaestiones 1 (= Digesten 12,3,19); Marcian, Institutiones 4 (= Digesten 35,3,6); Quaestiones 1 (= Digesten 49,14,31); Modestin, Manumissiones (= Digesten 35,3,6); Quaestiones 1 (= Digesten 25,3,26,1).</ref> ein Dekret,<ref>Papinian, Quaestiones 20 (= Digesten 22,3,26).</ref> ein (mutmaßliches) Edikt<ref>Marcian, Institutiones 1 (= Digesten 40,10,3).</ref> und ein Senatus consultum.<ref>Ulpian, Fideicommissa 4 (= Digesten 40,5,28,4).</ref>

Trotz der damnatio memoriae sind noch zahlreiche Inschriften des Commodus erhalten.<ref>Diese können über die Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby erschlossen werden: Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby, Suche mit den Begriffen „Imperator Caesar Marcus Aurelius Commodus“ und „Imperator Caesar Lucius Aelius Aurelius Commodus“ ausführen.</ref> Eine 2017 veröffentlichte Abhandlung zu den Münzen des Commodus mit weiterführender Literatur bietet Wilhelm Müseler.<ref>Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, ISBN 978-3-922840-36-7, S. 335–354.</ref>

Antike Quellen

  • Cassius Dio Römische Geschichte. Übersetzung von Otto Veh, Artemis & Winkler, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-538-03123-4. In Bezug auf Commodus ist das Buch 73 (bzw. 72) relevant.
  • Alessandro Galimberti: Erodiano e Commodo. Traduzione e commento storico al primo libro della Storia dell’Impero dopo Marco (= Hypomnemata. Band 195). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-25303-8.
  • Historia Augusta, Commodus
  • S. Aurelius Victor: Die römischen Kaiser. Liber de Caesaribus. Lateinisch – deutsch Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Kirsten Groß-Albenhausen und Manfred Fuhrmann. 3. Auflage. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-538-03523-2; relevant ist das 17. Kapitel.

Kommentierte Quellen

Literatur

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Biographien und Einführungen

  • Karl Christ: Die römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian. 4., aktualisierte Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-47052-1.
  • Maria Gherardini: Studien zur Geschichte des Kaisers Commodus. Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974 (zugleich Dissertation Universität Graz 1965).
  • Olivier Joram Hekster: Commodus. An emperor at the crossroads. Gieben, Amsterdam 2002, ISBN 90-5063-238-6 (online, PDF, 135 MB).<ref>Zu Heksters Buch siehe den ausführlichen Kommentar von Christian Witschel: Kaiser, Gladiator, Gott. Zur Selbstdarstellung des Commodus. In: Scripta Classica Israelica. Band 23, 2004, S. 255–272 (online).</ref>
  • John S. McHugh: The Emperor Commodus. God and Gladiator. Pen & Sword Military, Barnsley 2015, ISBN 978-1-4738-2755-4.
  • Oliver Schipp: Die Adoptivkaiser, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-21724-3. (Einführung)
  • Michael Stahl: Commodus. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 2., aktualisierte Auflage. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47288-5, S. 159–169. (Kurzbiographie).

Herrschaft

  • Falko von Saldern: Studien zur Politik des Commodus (= Historische Studien der Universität Würzburg. Band 1). Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2003, ISBN 3-89646-833-2 (Rezension von Thomas Gerhardt).
  • Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer: Ein Visionär auf dem Thron? Kaiser Commodus, Hercules Romanus. In: Klio 88, 2006, S. 189–215.

Münzprägung

  • Maria Regina Kaiser-Raiß: Die stadtrömische Münzprägung während der Alleinherrschaft des Commodus. Untersuchungen zur Selbstdarstellung eines römischen Kaisers. Numismatischer Verlag P. N. Schulten, Frankfurt am Main 1980
  • Wolfgang Szaivert: Die Münzprägung der Kaiser Marcus Aurelius, Lucius Verus und Commodus (161–192) (= Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Denkschriften. Band 187 = Veröffentlichungen der Numismatischen Kommission. Band 17 = Moneta Imperii Romani. Band 18). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1986, ISBN 3-7001-0778-1.
  • Wilhelm Müseler: Commodus – Die Konstruktion einer Ikone. Werdegang eines Gottes. In: Andreas Pangerl (Hrsg.): Portraits: 500 years of Roman Coin Portraits – 500 Jahre römische Münzbildnisse. Staatliche Münzsammlung München, München 2017, ISBN 978-3-922840-36-7, S. 335–354.

Portraits

  • Max Wegner: Die Herrscherbildnisse in antoninischer Zeit (= Das römische Herrscherbild Abteilung 2, Band 4). Gebr. Mann, Berlin 1939, S. 66–73 (Digitalisat).
  • Max Wegner, Reingart Unger: Verzeichnis der Kaiserbildnisse von Antoninus Pius bis Commodus, 2. In: Boreas. Band 3, 1980, S. 12–116.
  • Ralf von den Hoff: Commodus als Hercules. In: Luca Giuliani (Hrsg.): Meisterwerke der antiken Kunst. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53094-4, S. 114–135 (online)
  • Marianne Bergmann: Die Strahlen der Herrscher. Theomorphes Herrscherbild und politische Symbolik im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit. Philipp von Zabern, Mainz 1998, ISBN 3-8053-1916-9.
  • Klaus Fittschen: Prinzenbildnisse antoninischer Zeit (= Beiträge zur Erschließung hellenistischer und kaiserzeitlicher Skulptur und Architektur. Band 18). Philipp von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2363-8.
  • Robert R. R. Smith, Christian Niederhuber: Commodus. The Public Image of a Roman Emperor. Reichert, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-7520-0764-0.
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Vorlage:Commonscat

Anmerkungen

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<references />

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