Microsoft Windows NT

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Windows NT (ursprünglich von N-Ten, dem Codenamen des Intel i860, für welchen (mangels Verfügbarkeit via Emulator) das System ursprünglich entwickelt wurde und später für New Technology<ref name="Thurrott 2003" />) ist ein Kernel, der bei Betriebssystemen der Windows-Reihe des US-amerikanischen Unternehmens Microsoft zum Einsatz kommt. Seit seiner Version 5.0 wird Windows NT nicht mehr als Teil des Produktnamens, sondern nur noch als internes Versionskürzel verwendet.

Geschichte

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Vorlage:Hauptartikel Die Entwicklung an Windows NT begann Ende der 1980er Jahre, als die Allianz zwischen dem US-amerikanischen Unternehmen IBM und Microsoft zur Entwicklung des Betriebssystems OS/2 zerbrach.

Verantwortlicher Leiter

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Leiter des NT-Projekts wurde David N. Cutler. Er galt als einer der renommiertesten Entwickler von Betriebssystemen überhaupt und war maßgeblich an der Entwicklung des Betriebssystems VMS beteiligt gewesen, weshalb der Windows NT-Kernel viele Ähnlichkeiten mit VMS aufweist.<ref name="VMS">Vorlage:Internetquelle</ref> Microsoft warb ihn und Mitglieder seines Teams von DEC ab und setzte sie auf die Entwicklung eines neuen Betriebssystems an. Diese Abwerbung beantwortete DEC mit einer Klage, die Microsoft durch die Zahlung von 150 Millionen US-Dollar und die Zusage, mit Windows NT auch Alpha-Prozessoren zu unterstützen, beilegen konnte.

Ziele

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Cutler setzte sich zwei wesentliche Ziele für Windows NT. Ihm ging es darum, Zuverlässigkeit zu erreichen – eine abstürzende Anwendung sollte nicht mehr das gesamte System zum Absturz bringen können. Diese Stabilität war unter Betriebssystemen wie VMS oder unixoiden Systemen längst üblich. Auch wichtig war Portabilität – Windows NT sollte auf allen modernen Computerarchitekturen lauffähig sein. Außerdem sollte Windows NT, ähnlich wie es der Mach-Kernel konnte, als Basis für verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig dienen und so z. B. Windows-, MS-DOS-, OS/2- und POSIX-Programme gleichzeitig ablaufen lassen können. Der Arbeitstitel während der Entwicklung hieß demnach auch Portasys.

Namensgebung

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Nach Aussage des früheren Microsoft-Mitarbeiters Mark Lucovsky stand NT ursprünglich für N-Ten. Dies war der Codename für den in Entwicklung befindlichen Prozessor Intel i860. Er war als Plattform für NT gedacht, lag jedoch nicht bei Microsoft vor. Deshalb wurde auf einem Emulator entwickelt. Zu Vermarktungszwecken wurde das Kürzel später in New Technology umgedeutet.<ref name="Thurrott 2003" />

Die erste ausgelieferte Version hatte die Versionsnummer 3.1. So sollte ein Bezug zu Windows 3.1 hergestellt werden, das die gleiche grafische Benutzeroberfläche besaß und beim Erscheinen von Windows NT die aktuell auf dem Markt erhältliche DOS-basierte Windows-Version darstellte.

Nach Windows NT 4.0 wurden das Kürzel NT und die Versionsnummer im Produktnamen fallen gelassen. Die Nachfolgeversionen werden Windows 2000, Windows XP, Windows Server 2003, Windows Vista, Windows Server 2008 (sowie R2), Windows 7, Windows 8, Windows Server 2012 (sowie R2), Windows 8.1, Windows 10, Windows Server 2016 und Windows Server 2019, Windows Server 2022, Windows 11 genannt. Alle geben in der Umgebungsvariablen OS als Betriebssystem Windows_NT an. Windows 2000 weist noch im Startbildschirm mit dem Text „Auf NT-Technologie basierend“ auf die Verwandtschaft hin.

Architektur und Subsysteme

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Cutler hatte seine zwei Primärziele erreicht: Das neue Betriebssystem war stabil, lief aufgrund seiner modularen Entwicklung auf mehreren Plattformen (MIPS und x86, später auch PowerPC und Alpha) und bot verschiedenen Programmarten Unterstützung. Es liefen sowohl 16-Bit-Windows-3.x-Programme als auch Programme für das neue 32-Bit-Windows-NT-API sowie textbasierte OS/2-Software und POSIX-1.0-kompatible Programme. Über die Jahre fand hier allerdings wieder eine Rück- bzw. Weiterentwicklung statt. Die OS/2- und POSIX-Versionen wurden zunächst nicht weiter gepflegt und später entfernt. Die Versionen für PowerPC,<ref name="heise 1997" /> MIPS und Alpha wurden eingestellt, dafür kamen später IA-64- und x64-Versionen und mit Windows RT auch eine ARM-Version hinzu, wobei letztere die Ausführung von Win32-Anwendungen, die nicht durch Microsoft signiert worden sind, nicht mehr unterstützt.

In den ersten NT-Versionen läuft das GDI zusammen mit den anderen Subsystemen auf Ring 3 der Intel-Privilegstufe außerhalb des Kernel-Bereichs. Dadurch ist der Kernel selbst vor Abstürzen in den Programmen geschützt. Ab NT 4.0 läuft das Grafiksubsystem aus Geschwindigkeitsgründen teilweise direkt im Kernel, womit Fehler in Grafiktreibern moderne Windows-NT-Versionen zum Absturz bringen können. Windows Vista verwendet mit dem neuen Grafiktreiber-Modell allerdings wieder Userspace-Treiber.

Windows NT besitzt einen modularen Aufbau. Die unterste Ebene bildet die Hardwareabstraktionsschicht (engl. Hardware Abstraction Layer, abgekürzt HAL). Darauf bauen der eigentliche Kernel (ein Hybridkernel) und die Subsysteme auf. Der Kernel kümmert sich um die Vergabe von Arbeitsspeicher und Rechenzeit. Auf den Kernel setzen die Subsysteme auf. Dem Win32-Subsystem kommt dabei die größte Bedeutung zu, da es sich auch um den Aufbau der grafischen Benutzeroberfläche kümmert und die Signale der Eingabegeräte verarbeitet. In den Enterprise- und Ultimate-Editionen von Windows Vista sind die Microsoft Windows Services for UNIX in Form eines POSIX-kompatiblen Subsystems für UNIX-basierte Applikationen enthalten.

Aus Kompatibilitäts- und Geschwindigkeitsgründen, vor allem für Spiele, entwickelte Microsoft die DOS-basierte Betriebssystemlinie Windows 3.x/9x neben NT zunächst weiter. Erst mit dem Erscheinen von Windows XP wurde die DOS-basierte Linie aufgegeben, wobei Windows XP (wie der Vorläufer Windows 2000) einen reinen NT-Kernel hat.

Unterstützung neuer Techniken

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Bereits die erste Windows-NT-Version war vollständig von MS-DOS losgelöst. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität konnten allerdings ältere 16-Bit-DOS-Programme wie beispielsweise der MS-DOS-Kommandozeileninterpreter COMMAND.COM in einer Virtual DOS Machine ausgeführt werden. Programme, die direkt (also ohne das Subsystem von Windows) auf die Hardware zugreifen, werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt. Zusätzlich stand dem Anwender ein weiterentwickelter, vollständig 32-Bit-fähiger Kommandozeileninterpreter namens cmd.exe zur Verfügung. Außerdem unterstützte Windows NT bereits in der Version 3.1 das Dateisystem NTFS (New Technology File System) und verfügt seit jeher über einen 32-Bit-Kernel.

Versionsgeschichte

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Version Betriebssystem Editionen Veröffentlichungsdatum RTM-Build
Vorlage:0 3.1 Windows NT 3.1 Workstation, Advanced Server 26. Juli 1993 511
Vorlage:0 3.5 Windows NT 3.5 Workstation, Server 13. September 1994 807
Vorlage:0 3.51 Windows NT 3.51 Workstation, Server 30. Mai 1995 1057
Vorlage:0 4.0 Windows NT 4.0 Workstation, Server, Server Enterprise Edition, Terminal Server, Embedded, Small Business 29. Juli 1996 1381
Vorlage:0 5.0 Windows 2000 Professional, Server, Advanced Server, Datacenter Server 17. Februar 2000 2195
Vorlage:0 5.1 Windows XP Home Edition (N)1, Professional (N)1, Media Center Edition, Tablet PC Edition, Embedded, Starter Edition 24. August 2001 2600
Vorlage:0 5.2 Windows Server 2003 Web, Standard, Enterprise, Datacenter, Itanium 24. April 2003 3790
Vorlage:0 5.2 Windows XP Professional x64 Edition Windows XP Professional x64 Edition 25. April 2005 3790
Vorlage:0 5.2 Windows Server 2003 R2 Web, Standard, Enterprise, Datacenter, Itanium, Compute Cluster 6. Dezember 2005 3790.2075
Vorlage:0 6.0 Windows Vista Starter, Home Basic (N)1, Home Premium, Business (N)1, Enterprise, Ultimate 8. November 2006 (Business)
30. Januar 2007 (Home)
6000
Vorlage:0 6.0 Windows Server 2008 Foundation, Standard, Enterprise, Datacenter, Web Server, Itanium 4. Februar 2008 6001
Vorlage:0 6.1 Windows Server 2008 R2 Foundation, Standard, Enterprise, Datacenter, Web Server, Storage Server, Itanium 22. Juli 2009 7600.16385
Vorlage:0 6.1 Windows 7 Starter, Home Basic, Home Premium (N)1, Professional (N)1, Enterprise, Ultimate (N)1 22. Oktober 2009 7600.16385
Vorlage:0 6.2 Windows Server 2012 Foundation, Essentials, Standard, Datacenter 4. September 2012 92002
Vorlage:0 6.2 Windows 8 Windows 8 (N)1, Windows 8 Pro (N)1, Windows 8 Enterprise (N)1, Windows RT 26. Oktober 2012 92002
Vorlage:0 6.2 Windows Phone 8<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Windows Phone 8 29. Oktober 2012 9900
Vorlage:0 6.3 Windows 8.1 Windows 8.1 (N)1, Windows 8.1 Pro (N)1, Windows 8.1 Enterprise (N)1, Windows 8.1 RT 18. Oktober 2013
(Update 1: 8. April 2014)
96002
Vorlage:0 6.3 Windows Server 2012 R2 Foundation, Essentials, Standard, Datacenter 18. Oktober 2013 96002
Vorlage:0 (6.4)
Vorlage:0 10.03
Windows 10 Windows 10 Home (N)1, Windows 10 Pro (N)1, Windows 10 Enterprise (N)1,
Windows 10 Education, Windows 10 Pro Education, Windows 10 IoT Core, Windows 10 Mobile,
Windows 10 Mobile Enterprise, Windows 10 S
29. Juli 2015 10240
Vorlage:0 10.0 Windows Server 2016 Standard, Essentials, Datacenter<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 12. Oktober 2016 14393.0
Vorlage:0 10.0 Windows Server 2019 Standard, Essentials, Datacenter<ref>https://blogs.windows.com/windowsexperience/2018/04/10/announcing-windows-server-2019-insider-preview-build-17639/</ref> 2. Oktober 2018 17763
Vorlage:0 10.0 Windows Server 2022 Standard, Datacenter, Datacenter: Azure Edition 18. August 2021 20348.169
Vorlage:0 10.04 Windows 11 Windows 11 Home (N), Windows 11 Home, Windows 11 Pro, Windows 11 Pro Education, Windows 11 Pro for Workstations, Windows 11 Education, Windows 11 Enterprise, Windows 11 IoT Enterprise 5. Oktober 2021 22000
Vorlage:0 10.0 Windows Server 2025 Standard, Datacenter, Datacenter: Azure Edition 1. November 2024

1 In den N-Editionen von Windows-Versionen wurde der Windows Media Player nach der Vorgabe der Europäischen Kommission entfernt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
2 RTM Build Final
3 Der Betriebssystemkern von Windows 10 basiert weiter auf NT 6; frühe Builds meldeten sich dementsprechend als NT 6.4, zum Beispiel in der Kommandozeile; die Bezeichnung der NT-Version wurde später dem Vermarktungsnamen angepasst.<ref name="golem" />
4 Windows 11 meldet als Betriebssystem-Version 10.0.

Siehe auch

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Literatur

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  • G. Pascal Zachary (1996): Der Krieg der Codes. Hoffmann und Campe Verlag (engl. Original: Showstopper!, 1994) ISBN 3-455-11038-X
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Einzelnachweise

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<references> <ref name="golem"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="heise 1997"> Vorlage:Internetquelle </ref> <ref name="Thurrott 2003"> Vorlage:Internetquelle </ref> </references>

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