Triticale

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Triticale (der oder die<ref>Eintrag im Duden, abgerufen am 7. August 2014.</ref>, auch: ×Triticosecale oder Triticosecale Vorlage:Person oder Tritikale) ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Weizen (Triticum aestivum Vorlage:Person) als weiblichem und Roggen (Secale cereale Vorlage:Person) als männlichem Partner. Der Name ist aus Triticum und Secale, jeweils Neutrum, zusammengesetzt. Die umgekehrte Kreuzung ergibt Secalotricum. Geschmack und Inhaltsstoffe der Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen.

Beschreibung

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Datei:Triticale-aehren.jpg
Triticale-Ähren
Datei:Triticale (4e).jpg
Ährchen von Triticale blühend

Erscheinungsbild

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Vorlage:Belege fehlen Das Erscheinungsbild von Triticale ist je nach Sorte sehr unterschiedlich. So gibt es Typen, die eher Weizen ähnlich sind, und andere, die dem Roggen ähneln. Sorten mit langem oder kurzem Stroh oder überlangen Ähren kommen ebenfalls vor. Auch das Korn ist in Form, Aussehen und Inhaltsstoffen je nach Sorte verschieden.

Vegetative Merkmale

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Die Halme sind 70 bis 140 Zentimeter hoch. Die Blattoberseite ist schwach gerieft, dunkelgrün, manchmal bläulich bereift und beide Blattseiten sind dicht sowie fein behaart.<ref name="Conert1997" /> Am Grund der Blattspreite befinden sich zwei Öhrchen, die sichelförmig den Halm umfassen und die am Rand abstehend bewimpert sind.<ref name="Conert1997" />

Generative Merkmale

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Der ährige Blütenstand ist 8 bis 16 Zentimeter lang und dicht.<ref name="Conert1997" /> Die Ährchen enthalten meist drei oder vier (zwei bis sechs) Blütchen. Die Hüllspelzen sind einnervig, behaart und bei einer Länge von etwa 10 Millimetern linealisch-lanzettlich mit spitzem oberen Ende bis kurz begrannt.<ref name="Conert1997" /> Die Deckspelzen sind siebennervig, etwa 15 Millimeter lang und im oberen Teil dicht behaart.<ref name="Conert1997" /> Die beiden unteren Deckspelzen sind lang begrannt, die oberen sind kurz begrannt oder unbegrannt.<ref name="Conert1997" /> Die Vorspelzen sind zweinervig, etwa so lang wie die Deckspelzen und auf den Kielen kurz und steif bewimpert.

Die Frucht ist frei, 6 bis 9 Millimeter lang und am oberen Ende behaart.<ref name="Conert1997" /> Vorlage:Belege fehlen Seine Grannen sind 3 bis 5 Zentimeter lang und vierkantig.

Ursprung

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Vorlage:Belege fehlen

Datei:Wheat, rye, triticale montage.jpg
Körner von Weizen (links), Roggen (Mitte) und Triticale (rechts)

Bei der Kreuzung entsteht eine Hybride. Die Kreuzungsnachkommen sind hochgradig steril. Deshalb müssen die Chromosomensätze durch Behandlung der Keimlinge mit Colchicin, dem Alkaloid der Herbstzeitlosen, künstlich verdoppelt werden, um fertile Pflanzen zu erhalten („primäre“ Triticale). Zugelassene marktübliche Sorten gehen heutzutage immer auf Kreuzungen Triticale × Triticale („sekundäre“ Triticale) zurück. Die allotetraploide Hybride aus weiblichem Triticum turgidum subsp. durum oder weiblichem Triticum aestivum mit männlichem Secale cereale ist der Blaringhem-Tritikale ×Triticosecale blaringhemii Vorlage:Person.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Weitere Hybriden bei Tritikale sind ×Triticosecale neoblaringhemii Vorlage:Person, ×Triticosecale schlanstedtensis Vorlage:Person und ×Triticosecale semisecale Vorlage:Person<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Triticale wurde gezüchtet, um die Anspruchslosigkeit des Roggens mit der Qualität des Weizens zu verbinden. Erste fertile Triticale wurden im 19. Jahrhundert gefunden. Erstmals wurde im Jahr 1875 über eine gelungene Bestäubung von Weizen mit Roggenpollen durch den schottischen Botaniker A. Stephen Wilson berichtet. Im Jahr 1883 konnte der amerikanische Pflanzenzüchter Elbert S. Carman eine echte Hybridpflanze aus der Kreuzung aus Weizen und Roggen erzeugen. Dem deutschen Pflanzenzüchter Wilhelm Rimpau gelang im Jahr 1888 ebenfalls eine fertile Kreuzung. Er produzierte eine F1-Hybride, die 12 fertile Nachkommen hatte. Diese Sorte wird auch heute noch in der Genbank in Gatersleben als "Triticale Rimpau" mit der Akzessionsnummer TCA 26 instand gehalten. Triticale erhielt den wissenschaftlichen Namen „Triticosecale rimpaui“ von Ludewig Wittmack im Jahr 1899. Ab 1935 wurde daraus der heute gebräuchliche Name Triticale (×Triticosecale Wittmack).<ref>Phänotypische und molekulare Analyse von Kreuzungsnachkommen auf Resistenz gegen Ährenfusariosen bei Triticale (×Triticosecale Wittmack). Dissertation Maren Swentje Großmann, 2010.</ref> Die gezielte Züchtung wurde erst nach der Entdeckung des Colchicins in den 1930er Jahren möglich, z. B. in Schweden, Schottland und der Sowjetunion. Die ersten Triticalesorten mit weiter Verbreitung wurden in Polen gezüchtet.

Vom Weizen stammen die Vorteile der guten Backfähigkeit, der hohen Erträge und das kurze Stroh, vom Roggen stammen die Vorteile der geringen Ansprüche an das Klima und an die Bodenqualität.

Man unterscheidet zwischen Sommertriticale, die keine Winterruhe benötigt und im Frühjahr ausgesät wird, und Wintertriticale, die im Herbst ausgesät wird. Sommertriticale ist in Europa fast ohne Bedeutung und wird meist in den Tropen und Subtropen angebaut.

Seit dem Jahr 2009 stehen die ersten Triticale-Hybriden in den offiziellen Sortenprüfungen. In Frankreich befindet sich die erste Hybridtriticale-Sorte vor der Markteinführung.

Anbau in Deutschland

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Anbauen kann man Triticale auf allen Böden innerhalb Deutschlands. Allerdings ist auf guten Standorten der Weizen im Ertrag überlegen und auf nährstoffarmen Sandböden bringt Roggen höhere Erträge. Der Anbau konzentriert sich auf klimatisch weniger günstige Lagen beispielsweise in den Mittelgebirgen. Die Aussaat erfolgt Anfang September bis Ende Oktober mit 120–140 kg pro ha (rund 300 Körner pro m² bei einem durchschnittlichen Tausendkorngewicht von 45 g).<ref>Anbauinformationen zu Triticale. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 24. März 2019.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Auch eine sehr späte Aussaat ist aufgrund der guten Winterhärte von Triticale möglich. Des Weiteren vermindert eine späte Saat erheblich den Unkrautbesatz. Bei Beginn des Anbaus von Triticale war die Art wenig anfällig für Pilzkrankheiten und die Beratung empfahl es als extensiv anzubauendes Getreide mit wenig Pflanzenschutzbedarf. Mit dem verstärkten Anbau ab den 1980er Jahren relativierte sich dieser Vorteil und spätestens seit den 2010er Jahren wird von der offiziellen Beratung ein ähnlich hoher Fungizideinsatz wie im Roggen- oder sogar Weizenanbau empfohlen. Ein Beispiel für eine Pilzkrankheit ist Mutterkorn, das hoch toxisch ist und daher besonders beachtet werden sollte. Der Einsatz von Wachstumsregulatoren gehört in der konventionellen Landwirtschaft zu den Standardanwendungen. Der optimale Zeitpunkt der Ernte liegt bei Vollreife sortenabhängig meist zwischen der Roggen- und Weizenernte. Unter optimalen Bedingungen sind Erträge bis zu 120 dt pro ha möglich. Unter weniger günstigen Bedingungen auf typischen Anbaustandorten liegen die Erträge bis zu 25 Prozent über den Weizenerträgen.

Wirtschaftliche Bedeutung

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Im Jahr 2022 wurden laut FAO weltweit 14.157.881 t Triticale geerntet. Die zehn größten Produzenten brachten dabei 87,1 % der Welternte ein.<ref name="faostat" />

Größte Triticaleproduzenten (2022)<ref name="faostat">Vorlage:Internetquelle</ref>
Rang Land Menge
(in t)
1 Vorlage:POL 5.440.270
2 Vorlage:DEU 1.929.700
3 Vorlage:FRA 1.613.730
4 Vorlage:BLR 1.192.880
5 Vorlage:ESP 634.890
6 Vorlage:CHN 386.071
7 Vorlage:TUR 320.000
8 Vorlage:RUS 306.875
9 Vorlage:AUT 292.870
10 Vorlage:CZE 207.620
Summe Top Ten 12.324.906

Nutzung

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Neben der überwiegenden Anwendung als Futtergetreide (über 50 Prozent) kann es auch für die menschliche Ernährung (Backwaren, Bier etc.) genutzt werden. Brot wird allerdings wegen der teilweise ungünstigen Backeigenschaften (zu hohe Amylaseaktivität und damit verbunden schlechte Verkleisterungseigenschaften der Stärke) in der Regel aus Gemischen mit Weizen bzw. Roggen erzeugt. Die einzelnen Triticale-Sorten sind unterschiedlich geeignet.

Eine Nutzung als Energiegetreide ist derzeit noch relativ selten und wird erforscht. Für die Bioethanolproduktion ist Triticalekorn geeignet, aufgrund der hohen Stärkegehalte von Triticale zahlen Produzenten von Bioethanol beim Ankauf höhere Preise als für Roggen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zudem wurden von den Universitäten Gießen und Kassel Triticalesorten identifiziert, die hohe Biomasseerträge pro Fläche liefern und somit auch für die Gewinnung anderer Kraftstoffe und Biogas nutzbar sind.<ref>Vorlage:Webarchiv Pressemitteilung des Hessischen Landwirtschaftsministeriums vom 24. April 2008.</ref>

Trivia

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In der Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise spielt in einer der populärsten Folgen „The Trouble with Tribbles“ („Kennen Sie Tribbles?“) ein fiktives „Quadrotriticale“ eine größere Rolle, dessen Ursprung auf Triticale zurückgeführt wird.<ref>Vorlage:Memory Alpha</ref>

Literatur

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Einzelnachweise

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<references> <ref name="Conert1997"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 843. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: x Triticosecale. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 324.</ref> </references>

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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary