Russischer Film

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Der Russische Film war und ist ein wichtiger Teil der russischen Kunst und Kultur. Berücksichtigt ist auch die Entwicklung in der Sowjetunion.

Geschichte

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1896 bis 1917

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Vorlage:Siehe auch Seit 1896 gab es die ersten Dokumentarfilme in Russland, vor allem über Aktivitäten der Zarenfamilie.<ref>Jay Leyda, Kino. A History of the Russian and Soviet Film, Third Edition. 1983, 17ff., mit detaillierten Angaben zur Entwicklung des Films in Russland </ref> Seit 1907 wurden dann viele Spielfilme und einige Dokumentarfilme gedreht. Die wichtigsten Filmstudios waren die russische Niederlassung der Pathé frères und die Produktionsgesellschaft von Alexander Chanschonkow. Die wichtigsten Regisseure waren Jewgeni Bauer und Protasanow. Daneben entstanden auch einige Filme anderer Nationalitäten, von ukrainischen, polnischen, jiddischen, georgischen, aserbaidschanischen und estnischen Filmschaffenden.

1918 bis 1991

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Seit 1921 wurden unter der neuen Sowjetherrschaft neue Filme produziert. Es entstanden die zentrale Filmgesellschaft Goskino sowie einige regionale Studios wie die Allukrainische Filmverwaltung. Die bedeutendsten Regisseure waren in dieser Zeit Sergej Eisenstein, Dsiga Wertow und Alexander Dowschenko, die auch internationale Beachtung fanden.

Seit 1931 wurden Tonfilme in der Sowjetunion produziert. In den folgenden Jahren gab es eine Zentralisierung der Filmproduktionen und zunehmende inhaltliche und formale Beschränkungen für die Filmschaffenden. 1941 wurde die Filmproduktion nach Alma-Ata in Kasachstan verlegt, die Filme thematisierten nun vor allem die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, einige Regisseure und Kamerleute filmten auch an der Front.

Nach dem Tod Stalins im Jahre 1953 entwickelten sich mehr künstlerische Freiheiten für sowjetische Filmemacher, besonders in der Tauwetterperiode in den 1960er Jahren. Seit 1971 entstanden einige bedeutende Filme, vor allem durch Andrej Tarkowski und Eldar Rjasanow. In den 1980er Jahren wurden zunehmend gesselschaftliche Probleme in einigen Filmen offener dargestellt, wie durch Tengis Abuladse (Die Reue), seit 1985 gab es neue Möglichkeiten in der Zeit von Glasnost und Perestroika.

Seit 1992

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Russische Kinospielfilme<ref>Vorlage:Webarchiv, Screen Digest, Juni 2006, S. 205–207, abgerufen am 3. Oktober 2015.</ref>
Jahr Anzahl
1995 65
2005 160

Nach dem Zerfall der Sowjetunion musste sich die russische Filmproduktion auf die neuen politischen und ökonomischen Verhältnisse umstellen, auch fast alle Lichtspielhäuser mussten schließen. In dieser Zeit entstanden nur wenige künstlerisch anspruchsvolle Filme.

Seit etwa 2003 stieg die Anzahl der neu eröffneten Kinos stark an und fanden immer mehr Filme junger russischer Regisseure den Weg auf internationale Festivals. Die Filmemacher der neuen Generation (oft Akademiker wie Biologen, Physiker, Psychologen) ließen sich stärker von bedeutenden Regisseuren beeinflussen, wie von Stanley Kubrick und Andrej Tarkowski. Daraus entwickelte sich ein neuer russischer Filmstil. Anfang und Ende einer Geschichte scheinen ebenso wenig wichtig zu sein wie ein zielgerichteter Handlungsverlauf oder der „typische“ Held oder Antiheld des westlichen Filmes.

Marktanteil russischer Filme
an Kinobesuchen in Russland<ref name="russi">Österreichisches Filminstitut: Vorlage:Webarchiv der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (OBS), Europarat Straßburg, 9. Februar 2009 (abgerufen am 17. Februar 2009); Angaben für Russland laut Russian Film Business Today</ref>
Jahr Kinobesuche
gesamt, in Mio.
Marktanteil
Russische Filme
2004 67,4 12,1 %
2005 83,6 29,7 %
2006 91,8 25,7 %
2007 106,6 26,3 %
2008 123,9 25,5 %

Einschränkungen

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Vorlage:Siehe auch In Russland gab es fast immer eine Zensur für Filme. So konnten bis 1918 keine gesellschaftlichen Themen dargestellt werden, die Inhalte waren daher meist Bearbeitungen nach literarischen Vorlagen. Auch in den Jahren der Sowjetunion waren die inhaltlichen Themenmöglichkeiten beschränkt, swlbst formal ungewöhnliche Filme wie von Nikolai Spikowski und Abram Room durften nicht gezeigt werden. Während der Zeit der Perestroika gab es nur wenige Beschränkungen, gesellschaftskritische Filme konnten gezeigt werden, auch einige bis dahin verbotene waren erstmals zu sehen.

Etwa seit 2010 überprüfte die staatliche Aufsichtsbehörde immer wieder Filme und der Propagandist Dmitri Kisseljow forderte schon 2018 gar eine Einschränkung der Meinungsfreiheit<ref>„Seien wir ehrlich: Es gibt Zensur im Land“, Nowaja Gaseta, 25. Oktober 2018</ref> aufgrund kritischer Filme, zudem wurden einzelne ausländische Produktionen überhaupt nicht gezeigt, bei anderen wurden Startdaten so gelegt, dass sie keine patriotischen russischen Filme konkurrieren.<ref>Kulturministerium gegen Gerard Butler - Wie russische Behörden Filme verbieten - wegen Zensur, Politik oder wegen anderer Filme. Eine Auswahl der "Nowaja Gaseta", Nowaja Gaseta, 2. November 2018</ref> Anfang März 2019 boykottierten private Kinos den Zeichentrickfilm „Hurwynek. The Magic Game“, zu dessen Förderung das Kulturministerium die Premiere des Films „Royal Corgi“ in Übereinstimmung mit einem Regierungsdekret verschoben hatte.<ref>Russischer Zeichentrickfilm "Hurvinek" aufgrund des Boykotts der Kinos 1,5 Mal weniger verkauft als vorhergesagt, Nowaja Gaseta, 11. März 2019</ref><ref>Warum hat Gurvinek versagt? , Nowaja Gaseta, 12. März 2019</ref>

Ab 2013 übernahm die Militärhistorische Gesellschaft 500 wissenschaftliche Untersuchungen für Dokumentar- und Spielfilme und arbeitete an 35 Filmen mit, um die „korrekte Geschichtsabbildung“ sicherzustellen.<ref>Von der Wichtigkeit, Historiker zu sein, Nowaja Gaseta, 17. Februar 2022</ref>

Wichtige russische Filme

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Vorlage:Siehe auch

Wichtige russische und sowjetische Regisseure (alphabetisch)

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Sonstiges

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Große russische Filmstudios: Goskino, Sowkino, Mosfilm, Lenfilm, Gorki Filmstudio (vormals Meschrabpom)

Preis der Russischen Filmkunst-Akademie: Nika

Filmpolitiker: Boris Schumjazki (1886–1938)

Literatur

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  • Christine Engel (Hrsg.): Geschichte des sowjetischen und russischen Films. Stuttgart: Metzler, 1999
  • Michael Hanisch: »Es ging überraschter Beifall an die Leinewand« Die ersten Russenfilme nach dem Krieg in Berlin und ihre Resonanz in den Zeitungen. In: apropos: Film 2004 – Das Jahrbuch der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2004, S. 250–264, ISBN 3-929470-29-2.
  • Hans-Joachim Schlegel: Die Wohltaten des Lebens. Sowjetfilmer über ihre Eindrücke vom Berlin der zwanziger Jahre – eine Auswahl unbekannter Textzeugnisse. In: apropos: Film 2004 – Das Jahrbuch der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2004, S. 224–249, ISBN 3-929470-29-2.
  • Barbara Schweizerhof: Russisches Kino heute – Zwischen Kommerz- und Autorenfilm. In: apropos: Film 2004 – Das Jahrbuch der DEFA-Stiftung, Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2004, S. 265–275, ISBN 3-929470-29-2.
  • Poetika Kino: Theorie und Praxis des Films im russischen Formalismus (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) hrsg. von Wolfgang Beilenhoff, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 2005, ISBN 3-518-29333-8
  • Peter Rollberg: Historical Dictionary of Russian and Soviet Cinema (Historical Dictionaries of Literature and the Arts), 838 S., Scarecrow Press, 2008, ISBN 0-8108-6072-4
  • Jamie Miller: Soviet Cinema: Politics and Persuasion Under Stalin (KINO: The Russian Cinema) [Taschenbuch], Tauris 2009, ISBN 1-84885-009-3
  • Klassiker des russischen und sowjetischen Films
    • Band 1, hrsg. von Peter Klimczak, Christian Ostwald, Barbara Wurm, Marburg: Schüren, 2020
    • Band 2, hrsg. von Matthias Schwartz, Barbara Wurm, Marburg: Schüren, 2020
  • In der Datenbank RussGUS werden weit über 3000 Publikationen nachgewiesen (dort Suche - Formularsuche - Sachnotation: 9.8.*)
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Einzelnachweise

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<references/>

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