Loriot

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Loriot (2011)
Autogramm Loriot (Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow) deutscher Humorist
Autogramm Loriot (Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow) deutscher Humorist

Loriot [[[:Vorlage:IPA]]], bürgerlich Bernhard-Viktor „Vicco“ Christoph-Carl von Bülow Vorlage:Audio [[[:Vorlage:IPA]]] (* 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel; † 22. August 2011 in Münsing-Ammerland), war einer der bekanntesten deutschen Humoristen, der von den 1950er Jahren an bis zu seinem Tod in Literatur, Fernsehen, Theater und Film tätig war. Loriot etablierte sich zunächst als Cartoonist, später arbeitete er auch als Schauspieler, Drehbuchautor, Trickfilmer, Moderator, Regisseur sowie Bühnen- und Kostümbildner. 2003 wurde er zum Honorarprofessor für Theaterkunst an der Berliner Universität der Künste ernannt.

Der Künstlername Loriot ist das französische Wort für den Pirol, im mecklenburgischen Volksmund früher auch Vogel Bülow genannt. Der Vogel ist das Wappentier der Familie von Bülow.

Familie

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Datei:Buelow-Wappen.png
Das Familienwappen mit dem Pirol (frz. loriot) als Zier auf dem Helm

Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow wurde als Sohn des preußischen Polizeioffiziers Johann-Albrecht Wilhelm von Bülow (1899–1972) und dessen erster Ehefrau Charlotte Mathilde Luise, geborene von Roeder (1899–1929), Tochter des Majors Otto von Roeder (1876–1943) und seiner Frau Luise, geb. Schemann, in Brandenburg/Havel geboren.<ref name=":1">GHdA, Bd. 132 (2003), S. 118f.</ref> Sein Vater stammte aus Spandau und gehörte dem Adelsgeschlecht Bülow an; seine Mutter wurde in Neubreisach im Elsass (heute: Neuf-Brisach, Frankreich) geboren.<ref name=":1" /> 1928 ließen sich die Eltern in Gleiwitz scheiden.<ref name=":1" /> Ein entfernter Verwandter von ihm war der Dirigent und Pianist Hans von Bülow.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Von Bülow war ab 1951 mit der damaligen Modeschülerin Rose-Marie (Romi) Johanna Elly Schlumbom (1929–2024),<ref>Die Zeit vom 16. Mai 2024, S. 48.</ref> einer Tochter des Hamburger Kaufmanns Peter Schlumbom, verheiratet und wurde Vater zweier Töchter: Bettina Charlotte (* 1954) und Susanne Margarete (1958–2025).<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Er hatte zwei Enkelkinder.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Von Bülow lebte von 1963 an bis zu seinem Tod 2011 im Ortsteil Ammerland der Gemeinde Münsing am Starnberger See.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Leben

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Kindheit, Krieg, Ausbildung

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Vicco von Bülow wuchs mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Johann-Albrecht ab 1927 bei seiner verwitweten Großmutter Margarete von Bülow (1875–1945) und deren Mutter Adele in Berlin auf. 1933 zogen die Geschwister wieder zu ihrem Vater, der im Jahr 1932 erneut geheiratet hatte, nach Berlin-Zehlendorf. Von Bülow besuchte von 1934 bis 1938 das Schadow-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf.<ref>Leo Morsch: Vorlage:Webarchiv</ref> Mit dem Vater zog die Familie 1938 nach Stuttgart. Von Bülow besuchte dort das humanistische Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, das er 1941 siebzehnjährig mit dem Notabitur verließ. In Stuttgart sammelte er auch erste Erfahrungen als Statist in der Oper und im Schauspiel. 1940 spielte er als Statist in dem Film Friedrich Schiller – Der Triumph eines Genies mit.<ref>Vorlage:IMDb</ref>

Er begann entsprechend der Familientradition eine Offizierslaufbahn, war drei Jahre mit der 3. Panzer-Division an der Ostfront im Einsatz. Er wurde als Zugführer, Ordonnanzoffizier, Führer des Bataillons-Stabes und zuletzt wieder als Zugführer eingesetzt und erreichte den Dienstgrad Oberleutnant. Er wurde mit dem Panzerkampfabzeichen in Bronze, dem Eisernen Kreuz zweiter und erster Klasse ausgezeichnet. Sein jüngerer Bruder, der am 27. November 1924 ebenfalls in Brandenburg geborene Johann-Albrecht Sigismund von Bülow, fiel am 21. März 1945 als Leutnant bei Gorgast im Oderbruch.<ref>Genealogisches Handbuch des Adels. v. Bülow, Band 92 der Gesamtreihe. C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1987, S. 175.</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> In Vicco von Bülows erhalten gebliebener militärischer Personalakte enthalten die Beurteilungen seiner Vorgesetzten keine der sonst üblichen Floskeln zu nationalsozialistischer Gesinnung.<ref>Vorlage:Webarchiv In: Bundesarchiv.de, Digitalisat und Kommentar.</ref><ref>Vorlage:Literatur</ref>

Auf die Frage, ob er im Zweiten Weltkrieg ein guter Soldat gewesen sei, antwortete er in einem Interview: „Nicht gut genug, sonst hätte ich am 20. Juli 1944 zum Widerstand gehört. Aber für den schauerlichen deutschen Beitrag zur Weltgeschichte werde ich mich schämen bis an mein Lebensende.“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Nach dem Krieg arbeitete er nach eigener Schilderung für etwa ein Jahr bei Markoldendorf als Holzfäller im Solling, um sich Lebensmittelkarten zu verdienen. 1946 machte er in Northeim am Gymnasium Corvinianum in einem sechsmonatigen Übergangskurs aus seinem Notabitur ein reguläres Abitur, das zum Hochschulstudium berechtigte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Auf Anraten seines Vaters studierte er von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie (Landeskunstschule) in Hamburg. Zu seinen Lehrern gehörte Alfred Mahlau, prägend war vor allem der Einfluss des Malers Willem Grimm.<ref>Dieter Lobenbrett: Loriot: Biographie. riva, München 2011, ISBN 978-3-86883-143-6, S. 62–66</ref>

Frühe Arbeiten

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Nach dem Abschluss legte Bülow erste Arbeiten als Werbegrafiker vor und entwarf das charakteristische Knollennasenmännchen. Von 1950 an war Bülow als Cartoonist zunächst für das Hamburger Magazin Die Straße, danach für die Zeitschriften Stern und Quick tätig.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Seit dieser Zeit verwendete er den Künstlernamen Loriot.

Seine erste regelmäßige Serie im Stern sollte 1953 Auf den Hund gekommen werden. Einige dieser ersten Cartoons lösten bei den Lesern große Proteste aus:

  • In einem Strandkorb sitzt eine Hundedame – aufrecht, im Bikini und mit Badekappe. Vor ihr im Sand spielt ein kleiner Mensch, daneben steht ein Hund auf seinen Hinterbeinen. „Kurverwaltung“ steht auf seiner Armbinde, streng schaut er unter seiner Schirmmütze hervor. „Wenn nun jeder seinen Menschen an den Strand mitbrächte!“ blafft der Hund.
  • Zwei Hunde lehnen am Fenster und schauen hinaus; es regnet stark. Auf dem Fußboden liegt ein Mensch, zusammengerollt und schlafend. Sagt der eine Hund zum anderen: „Bei dem Wetter möchte man keinen Menschen vor die Tür jagen!“ Viele Leser drohten damit, den Stern nicht mehr zu kaufen bzw. ihre Abonnements zu kündigen.

Henri Nannen, der damalige Chefredakteur, stellte die Serie nach sieben Folgen ein und beendete die Zusammenarbeit: „Ich will den Kerl nie wieder im Stern sehen!“<ref name=":0">Vorlage:Internetquelle</ref> Schon 1954 nahm Nannen das zurück und Loriot begann mit Reinhold das Nashorn.<ref name=":0" />

Nach der Einstellung im Stern zeigte sich kein einziger Verleger in Deutschland interessiert, die Serie als kleines Buch zu drucken. Unter anderem lehnte Ernst Rowohlt ab. Loriot sandte auf Anraten einer Bekannten dem Schweizer Daniel Keel die Zeichnungen. Der hatte 1952 den Diogenes Verlag gegründet und war auf der Suche nach einem deutschen Zeichner. 1954 präsentierten die beiden auf der Frankfurter Buchmesse das Buch Auf den Hund gekommen. 44 lieblose Zeichnungen. So begann eine lebenslange Zusammenarbeit; Loriot publizierte fortan fast ausschließlich bei Keel.

Ebenfalls 1954 erschien das Buch Reinhold das Nashorn. Es enthielt Folgen des gleichnamigen Comicstrips, der seit 1953 im Sternchen, der neu geschaffenen Kinderbeilage des Stern, erschien. Loriot trug dazu die meisten Ideen sowie die Zeichnungen bei, die Verse stammten von Wolf Uecker. Die Serie lief 17 Jahre.<ref>Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 32.</ref>

Im Dezember 1953 wurden auf der Rückseite von Weltbild vier Zeichnungen von Loriot veröffentlicht. Im Mai 1954 schloss Loriot dann einen Vertrag mit dem Verlag Th. Martens & Co. Zunächst konzentrierte sich Loriots Schaffen auf die 14-täglich erscheinende Zeitschrift Weltbild, in der unter anderem die Serie Wahre Geschichten mit über 100 Folgen erschien. Ab 1956 verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Arbeit jedoch auf die Quick, eine Illustrierte desselben Verlages, die wöchentlich erschien und deutlich verbreiteter war.<ref>Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 137.</ref> Seine erste Serie in dieser Illustrierten war Adam und Evchen, die zwischen Januar und Juli 1956 in 29 Folgen erschien und das Eheleben eines jungen Paares porträtierte. Das Aussehen der Protagonisten wich von den üblichen Knollennasenmännchen Loriots ab, die er zu diesem Zeitpunkt bereits zeichnete. Die Quick-Redaktion hatte ihn gebeten, liebenswürdigere Gesichter zu zeichnen. Loriot war mit dem Ergebnis unzufrieden, griff den Stil später nicht mehr auf und verzichtete anders als bei vielen anderen Zeichnungen auf eine Publikation der Serie in Buchform.<ref>Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 156–163.</ref> Zwischen Oktober 1956 und Dezember 1957 erschien in der Quick die Ratgeberserie Der gute Ton, von der im Herbst 1957 Teile in Buchform als Der gute Ton. Das Handbuch feiner Lebensart in Wort und Bild veröffentlicht wurden. Die Serie und das Buch wurden ein großer Erfolg und waren der Auftakt für weitere Ratgeberserien.<ref>Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 170–171.</ref>

Ab September 1957 veröffentlichte Loriot abwechselnd mit seinem Vorbild und Freund Manfred Schmidt die Kolumne Der ganz offene Brief. Darin setzten sie sich satirisch mit aktuellen Ereignissen, kuriosen Meldungen und persönlichen Erlebnissen auseinander. Die Schreiben waren dabei immer von einer Zeichnung begleitet.<ref name="Ganz offener Brief6">Der ganz offene Brief. Herausgeber: Susanne von Bülow, Peter Greyer, OA Krimmel. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-40514-9, S. 6–8.</ref> Die Kolumne endete 1961 auf Wunsch von Loriot, nachdem sein hundertster Brief zu Protesten von Winzern geführt hatte.<ref>Der ganz offene Brief. Herausgeber: Susanne von Bülow, Peter Greyer, OA Krimmel. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-40514-9, S. 211–229.</ref>

Außerdem nahm Loriot ab Mitte der 1950er Jahre verstärkt Werbeaufträge an, unter anderem für Paderborner Bier, Agfa, den Weinbrand Scharlachberg („Nimm’s leicht!“) und den Pfeifen- und Rauchtabakhersteller Stanwell („Drei Dinge braucht der Mann.“). In Anzeigen und Trickfilmspots kamen auch hier die Knollennasenmännchen zum Einsatz und gewannen immer mehr an Popularität.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Kleinere Rollen als Schauspieler hatte Loriot in Haie und kleine Fische (1957), in Bernhard Wickis Filmen Die Brücke (1959) und Das Wunder des Malachias (1961). Auch in Andrew Martons Kriegsfilm Der längste Tag (1962), bei dem Bernhard Wicki Co-Regisseur war, konnte er in einer kleinen Rolle mitwirken. Im selben Jahr gestaltete er das Titelblatt der ersten Ausgabe der Satirezeitschrift pardon.

Vicco von Bülow zog 1963 mit seiner Familie nach Münsing-Ammerland in die Nähe des Starnberger Sees. Dort wurde er als angesehenes Mitglied der Dorfgemeinschaft 1993 zum Ehrenbürger ernannt.

Fernsehmoderationen, Serien, „Wum“

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Loriot (1971)
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Für Cartoon erdachte Loriot den sogenannten Waldmops, an den mehrere Bronzeskulpturen in Brandenburg an der Havel erinnern
Datei:Muensing Badende (cropped).jpg
Badende in Münsing

Loriot moderierte von 1967 bis 1972 die Fernsehsendung Cartoon für den Süddeutschen Rundfunk der ARD, die er auch als Autor und Co-Regisseur verantwortete. Es handelte sich ursprünglich um eine Sendereihe internationaler Zeichentrickfilme, in die er auch eigene Arbeiten einbrachte und damit künstlerisch die engen Rahmenbedingungen verließ, die das Medium Zeitschrift seinen Zeichnungen auferlegt hatte. Loriots anfänglich reine Moderation von einem roten Sofa aus wurde zunehmend zu einem eigenständigen humoristischen Element der Sendung. Später baute Loriot auch Sketche, in denen er selbst die Hauptrolle übernahm, in die Folgen ein.

1971 schuf Loriot mit dem Zeichentrick-Hund Wum ein Maskottchen für die Aktion Sorgenkind in der ZDF-Quizshow Drei mal Neun, dem er selbst auch die Stimme lieh. Zu Anfang war Wum noch der treue Freund eines Männchens, des eigentlichen Maskottchens, dem er jedoch mehr und mehr die Show stahl und das er schließlich völlig verdrängte. Zu Weihnachten 1972 wurde Wum dann zum Gesangsstar: Mit dem Titel Ich wünsch’ mir ’ne kleine Miezekatze war er so erfolgreich, dass er für neun Wochen die Spitze der deutschen Hitparade belegte. Dabei handelte es sich bei Wums Gesang um von Bülows Sprechgesang. Wum blieb auch in der Nachfolgesendung Der Große Preis bis in die 1990er Jahre hinein als Pausenfüller erhalten, bald schon als Duo zusammen mit dem Elefanten Wendelin und später mit dem Blauen Klaus, einem Außerirdischen, der mit seiner fliegenden Untertasse einschwebte. Loriot schrieb und zeichnete die Trickfilmgeschichten, die jedes Mal mit einer Aufforderung an die Zuschauer schlossen, sich an der Fernseh-Lotterie zu beteiligen, und lieh allen Figuren seine Stimme. In den letzten sieben Jahren übernahm der Parodist Jörg Knör die Synchronisation der Zeichentrickfiguren.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Mit der letzten Folge von Der große Preis endeten auch die Abenteuer von Wum und Wendelin. Heute ist das Paar auf der letzten Seite der Fernsehzeitschrift Gong zu sehen.

Datei:Loriots Sofa (Hommage in Bonn)-2.jpg
Das grüne Sofa aus der Fernsehserie Loriot; Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn (2009). Seit 2011 steht es im Foyer von Radio Bremen.
Datei:Loriot sofa replik bronze.jpg
Bronzereplik des Loriot-Sofas mit Mops vor dem Funkhaus von Radio Bremen (2013)

1972 endete die Serie Cartoon. 1974 produzierte der Süddeutsche Rundfunk unter dem Titel Loriots Telecabinet eine Einzelsendung, die bereits einiges von dem vorwegnahm, was im Laufe des Jahrzehnts noch kommen sollte. 1976 entstand mit Loriots sauberer Bildschirm die erste Folge der sechsteiligen Fernsehserie Loriot bei Radio Bremen, in der er sowohl Zeichentrickfilme als auch gespielte Sketche (letztere oft zusammen mit Evelyn Hamann) präsentierte. Die Serie gilt als Höhepunkt seines Fernsehschaffens und machte Loriot zu einem festen Bestandteil deutscher Fernseh-, Literatur-, Kultur- und Sozialgeschichte.<ref>Stefan Neumann: Loriot und die Hochkomik. 2011, S. 50–51, 350–351.</ref> Die Sketche und Trickfilme wurden in Deutschland sehr populär und werden teilweise noch immer regelmäßig im Fernsehen wiederholt. Die Anmoderationen und humoristischen Einlagen von Loriot und (später auch) Evelyn Hamann zwischen den Filmbeiträgen fanden auf einem grünen Sofa statt.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

1983 produzierte Radio Bremen zu seinem 60. Geburtstag für die ARD die Sendung Loriots 60. Geburtstag, in der alte Sketche mit einer neuen Rahmenmoderation verknüpft wurden. Auf ähnliche Weise wurden im Laufe der Jahre weitere Sondersendungen anlässlich Loriots 65., 70. und 80. Geburtstag produziert. 1997 wurde die Serie Loriot als vierzehnteilige Neufassung wiederveröffentlicht, für die nicht nur auf die Sketche und Trickfilme der Originalserie, sondern auch auf Beiträge für die Serie Cartoon, Beiträge für das Fernsehmagazin Report sowie jene Sondersendungen zu Loriots runden Geburtstagen zurückgegriffen wurde.

Klassische Musik und Oper

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Eine besondere Liebe entwickelte Loriot zur klassischen Musik und zur Oper. Das Interesse hatten die Großmutter, die ihm als Kind Mozart, Puccini und Bach auf dem Klavier vorspielte, und die Plattensammlung seines Vaters mit Aufnahmen von Opernarien geweckt. In seiner Stuttgarter Zeit wohnte Loriot in Laufweite zur Oper Stuttgart und wirkte als Komparse auf der Opernbühne mit.<ref>Lachen ohne Anlass ist pure Dämlichkeit. Interview mit Gero von Boehm im Südwestrundfunk, 17. Januar 1986. In: Loriot: Bitte sagen Sie jetzt nichts. Gespräche. Ausgewählt von Daniel Keel und Daniel Kampa. Diogenes, Zürich 2011, S. 25–54, hier: S. 39–41.</ref>

1982 dirigierte er das „humoristische Festkonzert“ zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker, mit deren Geschichte er durch familiäre Beziehungen verbunden war (Hans von Bülow, der erste Chefdirigent der Philharmoniker, war ein entfernter Verwandter von Loriot). Seine Erzählfassung des Karnevals der Tiere führte Loriot wiederholt mit dem Scharoun Ensemble auf, einem Kammermusikensemble von Musikern der Berliner Philharmoniker.

Als Regisseur inszenierte Loriot die Opern Martha (Stuttgart, 1986) und Der Freischütz (Ludwigsburg, 1988). Seit 1992 wird seine Erzählfassung von Wagners Ring des Nibelungen aufgeführt: Der Ring an einem Abend, uraufgeführt mit dem Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Loriots Ring bildete auch den einzigen Programmpunkt der 1995 erstmals in Berlin veranstalteten Operngala zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung.<ref>Stefan Lukschy: Der Glückliche schlägt keine Hunde. Ein Loriot-Porträt. Aufbau-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-351-03540-2, S. 210.</ref> Loriot war bis 2006 Moderator dieser jährlich in der Deutschen Oper Berlin ausgerichteten Veranstaltung. Seine Moderationstexte bildeten später den Grundstock für Loriots kleinen Opernführer. Sein Nachfolger als Moderator der AIDS-Gala war ab 2007 Max Raabe.

Für Leonard Bernsteins Operette Candide verfasste Loriot neue Texte für eine konzertante Aufführung, welche die Handlung besser verständlich machten und dem Stück in Deutschland zu neuer Popularität verhalfen.<ref>Stefan Lukschy: Der Glückliche schlägt keine Hunde. Ein Loriot-Porträt. Aufbau-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-351-03540-2, S. 212 f.</ref> Die Neufassung des konzertanten Candide wurde 1997 im Prinzregententheater München uraufgeführt.<ref name="Pressemappe_2008">Vorlage:Webarchiv (PDF; 268 kB; 20 S.) Sonderausstellung der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen Berlin, 2008/09, Pressemappe.</ref> Loriot sprach die Texte in Aufführungen selbst.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Kinofilme

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1988 drehte Loriot als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller den Film Ödipussi, 1991 folgte dann Pappa ante portas. Dabei spielte Evelyn Hamann jeweils die weibliche Hauptrolle. Produziert wurden beide Filme von Horst Wendlandt, der auch die meisten Filme von Otto Waalkes und Hape Kerkeling produzierte. Im Film Otto – Der Außerfriesische, von 1989, hat Loriot einen Cameo-Auftritt.

Späte Aktivitäten, Ehrungen

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  • Loriot gründete in Brandenburg an der Havel die Vicco-von-Bülow-Stiftung. Sie fördert den Erhalt von Denkmälern und Kunstschätzen; des Weiteren werden bedürftige Einwohner der Stadt unterstützt.<ref>Vorlage:Webarchiv Stadt Brandenburg, Pressemitteilung, 21. September 2009.</ref>
  • Loriot gehörte dem im August 2004 in München aus Protest gegen die Rechtschreibreform gegründeten Rat für deutsche Rechtschreibung e. V. als Ehrenmitglied an.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Im April 2006 gab Loriot bekannt, sich als Fernsehschaffender zurückzuziehen, da seiner Meinung nach in diesem Medium wegen der entstandenen Schnelllebigkeit keine humoristische Qualität mehr zu erzielen sei.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
  • Anlässlich seines 85. Geburtstages fand von November 2008 bis März 2009 im Filmmuseum Berlin die bislang größte Ausstellung zu seinem Werk statt.<ref>Vorlage:Literatur</ref>
  • Als Loriot am 26. August 2009 der Bremer Stadtmusikantenpreis verliehen wurde und er diesen aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich annehmen konnte, schenkte er Radio Bremen zum Dank eine Zeichnung der Bremer Stadtmusikanten aus seiner Feder. Die Darstellung der Märchenfiguren trägt typische Merkmale seiner künstlerischen Handschrift, einschließlich Knollennasenmännchen und Mops. Seitdem erhielten alle Preisträger einen Abdruck dieser Zeichnung.<ref>Vorlage:Webarchiv Loriot, Armin Mueller-Stahl, der Kirchentag und Werder Bremen. Bremer Stadtmusikantenpreis. Radio Bremen, 18. August 2011.</ref>
  • Am 19. September 2009 fand in Brandenburg an der Havel, Loriots Geburtsort, in seinem Beisein die feierliche Übergabe der restaurierten Nordkapelle (seiner Taufkapelle) in der St.-Gotthardt-Kirche statt. Die Stadt Brandenburg hatte zu einer Spendenaktion aufgerufen, um ihm dieses Geschenk zu seinem 85. Geburtstag machen zu können.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
  • Im November 2010 erschien der DVD-Schuber Loriot und die Musik, der neben den aufgezeichneten Inszenierungen von Martha und Freischütz auch Leonard Bernsteins Candide enthält, eine Live-Aufnahme mit dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters am 12. November 2003, seinem 80. Geburtstag, im Münchner Prinzregententheater, Moderationen der AIDS-Galas in der Deutschen Oper Berlin sowie andere musikbezogene Aufnahmen.
  • Am 3. Januar 2011 erschienen vier Wohlfahrtsmarken mit Motiven aus bekannten Zeichentrickfilmen von Loriot: Das Frühstücksei, Herren im Bad, Auf der Rennbahn und Der sprechende Hund.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Zeichnungen hat Vicco von Bülow alias Loriot selbst ausgewählt und als Motive für die Wohlfahrtsmarken zur Verfügung gestellt.<ref>Vorlage:Webarchiv Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und Hans Günter Schmitz: Vorlage:Webarchiv. In: hgschmitz.de.</ref>
  • Die Stadtverordnetenversammlung von Brandenburg an der Havel beschloss am 27. Juni 2012, der städtischen Musikschule den Namen „Vicco von Bülow“ zu verleihen.<ref>Vorlage:Webarchiv Stadt Brandenburg, 2012; zur Namensverleihung an der städtischen Musikschule.</ref>
Datei:Traueranzeige Loriot Lieber Gott viel Spass.jpg
Trauer­anzeige des Art Directors Club Deutsch­land. Loriot war dessen Ehren­mitglied.
Datei:Loriot-Erinnerungsstätte Stuttgart.jpg
Gedenksäule mit Loriots Mops in Stuttgart, im Hintergrund sein ehemaliges Wohnhaus
Datei:Grabstätte Trakehner Allee 1 (Westend) Bernhard-Viktor Christoph Carl von Bülow2.jpg
Ehrengrab von Vicco von Bülow auf dem Berliner Waldfriedhof Heerstraße
Datei:Loriots Grab - Gummienten - panorama.jpg
Gummienten als Devotionalien auf Loriots Grabstein (Hommage an den SketchHerren im Bad“)
Datei:Vicco von Bülow Gymnasium.jpg
Vicco-von-Bülow-Gymnasium in Stahnsdorf

Vicco von Bülow starb am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See.<ref name="Diogenes-Todesmeldung">Vorlage:Webarchiv In: Diogenes Verlag, August 2011.</ref> Er wurde am 30. August 2011<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> im engsten Familienkreis auf dem Waldfriedhof Heerstraße im Berliner Ortsteil Westend beigesetzt.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die Grablage: Erb. 2d-3a/b/c ist seit 2020 als Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet.<ref>Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: Ehrengrabstätten des Landes Berlin (Stand: Juni 2020) (PDF; 439 kB), S. 13. Abgerufen am 12. August 2020. Anerkennung von Grabstätten als Ehrengrabstätten des Landes Berlin (PDF; 163 kB). Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 18/2864 vom 7. August 2020, S. 1 und 4. Abgerufen am 12. August 2020.</ref> In der evangelisch-lutherischen St.-Gotthardt-Kirche in Brandenburg/Havel, wo von Bülow am 30. Dezember 1923 getauft worden war, wurde ebenfalls ein Trauergottesdienst für ihn gehalten. Loriot hatte 1986 öffentlich zu Spenden für die Sanierung der Kirche aufgerufen.

Der Art Directors Club trauerte um sein Ehrenmitglied in einer Zeitungsanzeige mit den Worten: „Lieber Gott, viel Spaß!“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Erinnerungsstätten

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Neben dem Grab auf dem Berliner Waldfriedhof an der Heerstraße erinnern in seinem Geburtsort Brandenburg „Loriots Weg“ mit mehreren Stationen, darunter einige seiner Lebens- und Wirkungsstätten, ein sitzendes Knollennasenmännchen und die Figur Müller-Lüdenscheidt an ihn.

In seinem langjährigen Wohnort in Münsing am Starnberger See erinnert ein Brunnen auf dem Dorfplatz an Loriot als einen Ehrenbürger der Gemeinde. Es ist eine Steinbadewanne mit den zwei sitzenden Herren aus Bronze, die sich gegenseitig mit einem Strahl aus dem Mund anspritzen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Auf dem Eugensplatz in Stuttgart weist seit November 2013 eine Säule darauf hin, dass Loriot dort in Jugendjahren wohnte. Nachdem eine bei einer humoristischen Aktion auf das Denkmal gestellte Mopsfigur für Aufsehen gesorgt hatte und wenig später auf ungeklärte Weise wieder verschwunden war, ziert seit Mai 2014 die Bronzestatue eines Mopses ganz offiziell die Säule. Sie spielt an auf Loriots Ausspruch: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“<ref name="bekennervideo">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="mops gemopst">Rebecca Müller: Loriot-Denkmal in Stuttgart: Der Mops ist weg! In: Stuttgarter Zeitung, 10. Dezember 2013 und
SIR/dpa: Mops-Madame wacht über Eugensplatz. In: Stuttgarter Nachrichten, 6. Mai 2014.</ref> Seit dem 8. Juni 2015 erinnert auch eine Tafel an der Fassade des Hauses Haußmannstraße 1 daran, dass Loriot „im dritten Stock dieses Hauses von 1938 bis 1941“ wohnte.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> In Bremen wurde 2013 eine Bronzereplik des Loriot-Sofas – ebenfalls mit Mopsskulptur – vor dem Funkhaus von Radio Bremen postiert. Im selben Jahr fand am Hillmannplatz in der Innenstadt die Einweihung des Loriotplatzes<ref name="Loriotplatz">Vorlage:Internetquelle</ref> statt. Im Oktober 2012 wurde das staatliche Gymnasium Falkensee (Brandenburg) in Vicco-von-Bülow-Gymnasium umbenannt;<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 2013 wurde im brandenburgischen Stahnsdorf das Vicco-von-Bülow-Gymnasium eingeweiht.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Künstlerische Handschrift

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Loriots Werke beschäftigen sich hauptsächlich mit zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen. Vorlage:Zitat

Seine Cartoons leben vom Kontrast zwischen der dargestellten Situation, der dabei zur Schau getragenen Würde seiner Knollennasenmännchen und den Legendentexten. Eines dieser Elemente fällt immer aus dem Rahmen, etwa der Legendentext „Wir fordern die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, auch wenn der Säugling dabei vorübergehend an Gewicht verlieren sollte“ unter der Darstellung eines sich distinguiert ein Kleinkind an die Brust legenden knollennasigen Herrn. Ein anderer Cartoon zeigt, wie einem Anstreicher, der am oberen Rand eines hohen Schornsteins arbeitet, der Pinsel herunterfällt, wozu der Legendentext trocken anmerkt: Vorlage:"

Datei:Bremen, Loriotplatz, Parkbank mit Sitzfigur nach Loriot (2).jpg
Skulptur im Stil typischer Loriot-Zeichnungen: Roman Strobl, Bronze mit Bemalung von Patrick Przewloka,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> 2016 (nach dem Titelbild von „Loriots großer Ratgeber“ 1983),<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Loriotplatz, Bremen

Themen der Cartoons sind insbesondere das Alltagsleben, Szenen aus der Familie und der bürgerlichen Gesellschaft und oft die sprichwörtliche „Tücke des Objekts“. Loriot machte das Absurde sichtbar, das in normalen Alltagssituationen steckt, und karikierte etwa in seinen „Ratgebern“ die insbesondere in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft verbreitete Sehnsucht nach festen, erlernbaren Regeln im gesellschaftlichen Umgang, deren Beachtung vor Peinlichkeiten bewahren sollte, und die dabei zu beobachtende Unbeholfenheit. Die Komik entsteht oft dadurch, dass die Figuren sich auch in unpassenden und grotesken Situationen (etwa wenn zwei einander unbekannte Herren versehentlich in derselben Badewanne gelandet sind) darum bemühen, sich an Gepflogenheiten zu halten, wodurch ein oft absurder Humor erzeugt wird. In seinen Filmen und Sketchen zeigte Loriot gewissermaßen die Contenance von Menschen, die in den verschiedensten Situationen durch ihre bürgerlichen Umgangsformen und Rituale eine Katastrophe (oder zumindest den destruktiven Ausbruch von Aggressionen) zu verhindern und so ihre Würde und die gesellschaftliche Ordnung zu wahren versuchen, aber oft tragikomisch ins Absurde und Chaotische abgleiten. Auffallend sind daneben gekonnt eingesetzte schlüpfrige Akzente.

Einige Erfindungen und Formulierungen Loriots wurden im deutschen Sprachraum Allgemeingut. Dazu gehören das Jodeldiplom, die Steinlaus (die sogar mit einem Eintrag im Pschyrembel vertreten ist) und der Kosakenzipfel mit den den Konflikthöhepunkt des zugehörigen Sketches markierenden Beschimpfungen „Jodelschnepfe“ und „Winselstute“, aber auch Sätze wie „Da hab’ ich was Eigenes, [da] hab’ ich mein Jodeldiplom“,<ref>Loriot: Die Jodelschule. In: Loriot VI, 1978.</ref> „Und Reiter werden ja immer gebraucht!“,<ref>Loriot: Kosakenzipfel. In: Loriot VI, 1978.</ref> „Bitte sagen Sie jetzt nichts…“,<ref>Loriot: Die Nudel. In: Loriot III, 1977.</ref> „Das ist fein beobachtet“,<ref>Loriot: Literaturkritik. In: Cartoon 21, 1972.</ref> „Früher war mehr Lametta!“,<ref>Loriot: Weihnachten bei Hoppenstedts: In: Loriot VI, 1978.</ref> „Ein Klavier, ein Klavier!“,<ref>Loriot: Mutters Klavier (Heim-TV). In: Loriot V, 1978.</ref> „Das Bild hängt schief!“,<ref>Loriot: Zimmerverwüstung. In: Loriot II, 1976.</ref> „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“ (sowie die Variante „wo Mutti sonst nur blasen kann“),<ref>Loriot: Vertreterbesuch. In: Loriot VI, 1978.</ref> „Männer und Frauen passen (einfach) nicht zusammen!“, „Frauen haben auch ihr Gutes“<ref>Loriot: Pappa ante portas, 1991.</ref> oder das lakonische „Ach (was)!

Urheberrechtsstreitigkeiten

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Im März 2012 entschied das Landgericht Berlin<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> zu Gunsten der Erben von Vicco von Bülow, dass Wikipedia Wohlfahrtsmarken mit den Motiven von Loriot nicht zeigen darf. Die Abbildungen waren bereits im Herbst 2011 nach einer einstweiligen Verfügung entfernt worden.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Die im Münchner riva Verlag kurz nach Loriots Tod erschienene Biografie musste Mitte Januar 2013 aufgrund von Urheberrechtsverstößen vom Markt genommen werden. Loriots Tochter Susanne von Bülow hatte vor dem Landgericht Braunschweig dagegen geklagt, dass das Buch zu viele Zitate Loriots enthalte. Die Klägerin erzielte einen Teilerfolg.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das Buch wurde später in veränderter Form neu aufgelegt.

2019 mussten sich zwei Münchener Gerichte mit dem Satz „Früher war mehr Lametta!“ beschäftigen. Loriots Erben wollten einem Hersteller verbieten, diesen Satz auf T-Shirts zu drucken. Beide Gerichte entschieden jedoch, dem Satz allein fehle die „hinreichende Schöpfungshöhe“. „Seine Besonderheit und Originalität erfahre dieser Satz durch die Einbettung in den Loriot-Sketch Weihnachten bei Hoppenstedts und die Situationskomik.“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Werke

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Bücher

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Datei:Loriot gibt Autogramme in der Buchhandlung Hugo Dawartz in der Holtenauer Straße 114 (Kiel 46.289).jpg
Loriot während einer Autogrammstunde (1969)
Datei:Loriot and Evelyn Hamann reading 1.jpg
Loriot und Evelyn Hamann bei einer Lesung aus Loriots dramatische Werke (frühe 1980er)

Die ISBN und der Verlag beziehen sich auf die aktuelle Ausgabe.

  • Reinhold das Nashorn. Wolf Uecker und Günther Dahl schrieben alles auf, was sie über Reinhold und seine Familie erfahren konnten. Blüchert, Stuttgart 1954, Vorlage:DNB; NA: Mit Versen von Basil, Diogenes, Zürich 1968, Vorlage:DNB; rororo Rotfuchs 122, Reinbek bei Hamburg 1976, ISBN 3-499-20122-4.
  • Auf den Hund gekommen. Diogenes, Zürich 1954, ISBN 3-257-51001-2.
  • Unentbehrlicher Ratgeber für das Benehmen in feiner Gesellschaft. Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1955 Vorlage:DNB.
  • Glücklich auf den Leim gegangen, 2 Fachleute verraten 20 bewährte Liebestricks, mit Egon Jameson. Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1956, Vorlage:DNB.
  • Wie wird man reich, schlank und prominent? Ein reich bebildertes Lehrbuch, mit Egon Jameson, Corey Ford, Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1956, Vorlage:DNB, (NA herausgegeben von Heinrich Mehrman: Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-30330-3).
  • Wie gewinnt man eine Wahl? Ein erschöpfender Leitfaden f. Wähler u. Politiker aller Parteien, herausgegeben von Egon Jameson u. Loriot, durch zahlreiche treffliche Kapitel ergänzt von Kurt Halbritter. Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1957, Vorlage:DNB.
  • Der gute Ton – Das Handbuch feiner Lebensart in Wort und Bild. Diogenes, Zürich 1957, ISBN 3-257-51009-8.
  • Der Weg zum Erfolg. Diogenes, Zürich 1958, ISBN 3-257-51012-8.
  • Wahre Geschichten erlogen von Loriot. Diogenes, Zürich 1959, ISBN 3-257-51011-X.
  • Für den Fall …. Diogenes, Zürich 1960, ISBN 3-257-51002-0.
  • Umgang mit Tieren. Diogenes, Zürich 1962, ISBN 3-257-51010-1.
  • Nimm’s leicht. Diogenes, Zürich 1962, ISBN 3-257-51007-1.
  • Loriots Wegweiser zum Erfolg. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1963, Vorlage:DNB (= Ullstein Bücher, Band 427).
  • Der gute Geschmack. Diogenes, Zürich 1964, ISBN 3-257-51003-9.
  • Neue Lebenskunst in Wort und Bild. Diogenes, Zürich 1966, ISBN 3-257-51005-5.
  • Loriots großer Ratgeber. Diogenes, Zürich 1968, ISBN 3-257-01648-4.
  • Loriots Tagebuch. Diogenes, Zürich 1970, ISBN 3-257-20114-1.
  • Loriots kleine Prosa. Diogenes, Zürich 1971, ISBN 3-257-20013-7.
  • Loriots kleiner Ratgeber. Diogenes, Zürich 1971, ISBN 3-257-20161-3.
  • Loriots heile Welt. Diogenes, Zürich 1973, ISBN 3-257-00927-5.
  • Menschen, die man nicht vergisst. Diogenes, Zürich 1974, ISBN 3-257-00780-9.
  • Loriots Wum und Wendelin. Diogenes, Zürich 1977, ISBN 3-257-00963-1.
  • Loriots Mini-Ratgeber. Diogenes, Zürich 1980, ISBN 3-257-79024-4.
  • Die Ehe für Anfängerinnen. Diogenes, Zürich 1981, ISBN 3-257-00676-4.
  • Loriots dramatische Werke. Diogenes, Zürich 1981, ISBN 3-257-01650-6.
  • Möpse & Menschen. Eine Art Biographie. Diogenes, Zürich 1983, ISBN 3-257-01653-0.
  • Peter und der Wolf. Ein musikalisches Märchen von Serge Prokofieff. Mit Bildern von Jörg Müller. Aarau, Frankfurt/M., Salzburg: Sauerländer 1985, ISBN 3-7941-2724-2.
  • Szenen einer Ehe. Diogenes, Zürich 1986, ISBN 3-257-51008-X.
  • Loriots kleines Tierleben von B bis Z. Diogenes, Zürich 1986, ISBN 3-257-79025-2.
  • Loriots kleines Buch der Katastrophen. Diogenes, Zürich 1987, ISBN 3-257-79023-6.
  • Loriot. Diogenes, Zürich 1988, ISBN 3-257-02045-7.
  • Loriots Ödipussi. Diogenes, Zürich 1988, ISBN 3-257-01762-6.
  • Pappa ante portas. Diogenes, Zürich 1991, ISBN 3-257-01886-X.
  • Herren im Bad. Diogenes, Zürich 1997, ISBN 3-257-02060-0.
  • Enkel für Anfänger. Diogenes, Zürich 1998, ISBN 3-257-00794-9.
  • Große Deutsche. Diogenes, Zürich 1998, ISBN 3-257-02067-8.
  • Das Frühstücksei. Diogenes, Zürich 2003, ISBN 3-257-02081-3.
  • Herzliche Glückwünsche. Ein umweltfreundliches Erzeugnis. Diogenes, Zürich 2005, ISBN 3-257-51004-7.
  • Gesammelte Prosa. Diogenes, Zürich 2006, ISBN 3-257-06481-0.
  • Bitte sagen Sie jetzt nichts. Gespräche. Ausgewählt von Daniel Keel und Daniel Kampa, herausgegeben von Daniel Keel. Diogenes, Zürich 2011, ISBN 978-3-257-06787-3.
  • Spätlese. Herausgeber: Susanne von Bülow, Peter Greyer, OA Krimmel. Diogenes, Zürich 2013, ISBN 978-3-257-02121-9.
  • Der ganz offene Brief. Herausgeber: Susanne von Bülow, Peter Greyer, OA Krimmel. Hoffmann und Campe, Hamburg 2014, ISBN 978-3-455-40514-9.

Filmografie

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Spielfilme

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Fernsehserien

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  • 1967–1972: Cartoon (Magazinsendung, 21 Folgen)
  • 1970: Journal 1870/71 (Fernsehserie, 1 Folge)
  • 1974: Loriots Telecabinet (einteilige Fernsehsendung)
  • 1976–1978: Loriot I–VI (Fernsehsendung, 6 Folgen)
  • 1979: Berliner Philharmoniker I (Konzertfilm; als Dirigent)
  • 1980–1981: Report Baden-Baden (Sketche für die Sendung)
  • 1982: Berliner Philharmoniker II (Konzertfilm; als Dirigent)
  • 1982: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (Fernsehserie, 1 Folge)
  • 1983: Loriots 60. Geburtstag (Sondersendung)
  • 1987: Evelyn und die Männer (Fernsehfilm)
  • 1988: Loriots 65. Geburtstag (Sondersendung)
  • 1993: Loriots 70. Geburtstag (Sondersendung)
  • 1997: Loriot 1–14 – Zusammenschnitt von Sketchen aus Loriot I–VI, Loriots Telecabinet, Cartoon und anderen Produktionen mit zum Teil neuen Zwischenmoderationen von Loriot
  • 2003: Loriots 80. Geburtstag (Sondersendung)
  • 2023: Loriots große Trickfilmrevue – Zusammenschnitt von 31 Cartoons in einer Filmrolle
  • Loriot – Sein großes Sketch-Archiv. 4 DVDs. Warner Home Entertainment, 2001.
  • Loriot – Vollständige Fernseh-Edition. 6 DVDs. Warner Home Video, 2007.
  • Loriot – Loriot und die Musik. 5 DVDs. Warner Home Entertainment, 2010.

Theater / Oper / Musik

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Klassische Sketche und Zeichentrickfilme

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Eine Auswahl der klassischen Sketche und Zeichentrickfilme:<ref>Titel der Sketche und Zeichentrickfilme entsprechend Inhaltsverzeichnis zu: Loriot [Drehbuch, Regie]: Loriot. Die vollständige Fernseh-Edition. Hamburg: Warner Home Video 2007, 6 DVDs. – Unterteilte Werke werden dabei jeweils unter ihrem übergeordneten, zusammenfassenden Titel ohne die Nummerierung (also Teil 1, 2 usw.) gelistet. Die Sketche und Zeichentrickfilme werden teilweise auch unter abweichenden Namen geführt, siehe z. B. Vorlage:Internetquelle</ref>

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

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Staatliche Orden

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Preise und Ehrungen

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Ausstellungen

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Weitere Ausstellungen hatte es in Brandenburg bereits 1985 und 1996 gegeben. Im Panoptikum Mannheim befand sich eine ihm zu Ehren geschaffene Wachsfigur.

Literatur

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Selbstzeugnisse

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  • Selbst-Porträt der Kindheit und Jugend in: Florian Langenscheidt (Hrsg.): Bei uns zu Hause. Prominente erzählen von ihrer Kindheit. Düsseldorf 1995, ISBN 3-430-15945-8.
  • Möpse & Menschen. Eine Art Biographie. Diogenes, Zürich 1983, ISBN 3-257-01653-0.

Zum Leben und Werk

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Interviews und Gespräche

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  • Loriot: Bitte sagen Sie jetzt nichts. Gespräche. Auswahl: Daniel Keel und Daniel Kampa; Hrsg.: Daniel Keel. Diogenes, Zürich 2011, ISBN 978-3-257-06787-3.

Würdigungen

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Filme über Loriot

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Über Loriot

Einzelnachweise

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<references responsive />

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