Provinz Flevoland

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Vorlage:Infobox Provinz der Niederlande

Flevoland ist die zwölfte und jüngste Provinz der Niederlande. Sie wurde am 1. Januar 1986 gebildet. Sie besteht aus zwei großen Teilen, dem Noordoostpolder und dem Flevopolder. Ein Polder ist Land, das die Menschen durch Entwässerung gewonnen haben. Zuvor befanden sich dort Teile des IJsselmeers und noch früher Teile der Zuiderzee.

Der Noordoostpolder wurde zuerst trockengelegt. Er liegt direkt am alten Land und umfasst die früheren Inseln Urk und Schokland. Größter Ort dieses Polders ist Emmeloord. Vor der Einrichtung der neuen Provinz gehörte der Noordoostpolder zur Provinz Overijssel.

Der Flevopolder ist die größte künstliche Insel der Welt. Entstanden ist er durch das Anlegen zweier Polder, die direkt aneinander liegen. Vom alten Land ist der Flevopolder durch die sogenannten randmeeren getrennt. Diese Seen wurden angelegt, um den Grundwasserspiegel im alten Land nicht zu gefährden. Vor der Entstehung der neuen Provinz machte der Flevopolder die Öffentliche Körperschaft Südliche IJsselmeerpolder aus. Diese Körperschaft unterstand dem niederländischen Innenministerium.

Hauptstadt Flevolands ist Lelystad. Die Stadt liegt im östlichen Teil des Flevopolders. Dieser Teil sowie der Noordoostpolder sind eher landwirtschaftlich geprägt. Diese Nutzung war das wichtigste Motiv, um die Polder überhaupt anzulegen.

Der westliche Teil des Flevopolders ist eher städtisch geprägt. Dort liegt Almere, die größte Stadt der Provinz Flevoland. Es handelt sich mittlerweile um die sechstgrößte Stadt der Niederlande. Viele Einwohner pendeln täglich über eine Brücke nach Amsterdam zur Arbeit.

Im Jahr 1943 zogen die ersten Einwohner in den Noordoostpolder ein. Die Städte und Orte der Provinz wurden vor allem in den 1950er bis 1980er Jahren gebaut. Dementsprechend gelten sie als wenig pittoresk. Eine Ausnahme ist das bei Touristen beliebte Fischerdorf Urk.

Geographie

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Die Provinz liegt im Durchschnitt fünf Meter unter dem Meeresspiegel und besteht aus

Das östliche und das südliche Flevoland bilden eine künstliche Insel. Im Gegensatz zum Noordoostpolder beließ man hier einen schmalen Wasserstreifen zwischen Polder und Festland. Er verhindert ein Absinken des Grundwasserspiegels und erhält den bisherigen Küstenorten den Zugang zum Wasser. Flevoland wird von übriggebliebenen Gewässern umgeben, die heute langgestreckte Binnenseen bilden. Diese Reste der Zuiderzee sind an einigen Stellen nur wenige Meter breit und haben dort den Charakter von Kanälen. Zu diesen Randmeeren zählen das Veluwemeer, das Drontermeer, das Gooimeer und das Ketelmeer.

Geschichte

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Den Namen hat Flevoland von dem Binnensee lacus flevo im östlichen Deltabereich des Rheins, aus dem durch Meereseinbrüche bei Sturmfluten Ende des 13. Jahrhunderts die Meeresbucht Zuiderzee wurde. Fast die gesamte heutige Landfläche der Provinz entstand nach Errichtung des Abschlussdeichs, der 1932 aus der Zuiderzee den Binnensee IJsselmeer gemacht hatte, durch Trockenlegung (Neulandgewinnung) von Teilen der vormaligen Zuiderzee im Rahmen der Zuiderzeewerke – ein Projekt, dessen Grundkonzept auf das Jahr 1891 zurückgeht.

Ausnahmen sind die ehemaligen Inseln Urk und Schokland, die seit den „Einpolderungen“ vom heutigen Noordoostpolder umgeben werden. Die Provinz ist gekennzeichnet durch weite offene Räume und eine planmäßige Entwicklung.

Datei:Urk 2021 1.jpg
Ehemaliges Rathaus auf Urk, jetzt Museum
Datei:20150316 Almere 148.JPG
Blick auf Almere vom Südufer des Weerwater

Die Gemeinde Urk gehörte zunächst der Provinz Nordholland an. 1950 wechselte sie in die Provinz Overijssel, nachdem der Nordostpolder fertiggestellt war. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Bildung einer neuen, zwölften Provinz der Niederlande, unter dem Namen Flevoland geplant, die 300.000 Bewohnern Lebensraum bieten sollte. Die geplante Provinzhauptstadt sollte Flevostad heißen.<ref name="Knaur">Günther Pahl (Hrsg.): Knaurs Welt-Atlas. Droemersche Verlagsanstalt, München 1950/51, S. 121f.</ref> Die Gemeinde Noordoostpolder wurde 1962 auf dem Gebiet des Nordostpolders gebildet. Sie wurde zunächst der Provinz Overijssel zugewiesen. Die 1967 entstandene zukünftige Provinzhauptstadt erhielt jedoch den Namen Lelystad.

Die Gebiete auf dem südlichen IJsselmeerpolder gehörten zunächst der Öffentlichen Körperschaft Südliche IJsselmeerpolder an. Durch die Gemeindebildungen wurde das Gebiet der Körperschaft stets kleiner.

Die folgenden Gemeinden lösten sich aus der Körperschaft:

  • Dronten im Jahr 1972
  • Lelystad im Jahr 1980
  • Almere im Jahr 1984
  • Zeewolde im Jahr 1984

Schließlich wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1986 die Provinz Flevoland gebildet. Ihr gehören seitdem diese vier Gemeinden auf dem Flevopolder und die Gemeine Emmeloord im Noordoostpolder an.

Bevölkerung

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Flevoland ist in sechs Gemeinden eingeteilt: Lelystad, Almere, Dronten, Noordoostpolder, Urk und Zeewolde. Die Einwohnerzahl beträgt Vorlage:EWZ (Vorlage:EWD)<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt unter dem niederländischen Durchschnitt. Im Jahr 2008 war Flevoland – nicht zuletzt wegen des damals starken Zuzugs junger Familien – die Region mit der höchsten Geburtenrate Europas.<ref>Deutschlandfunk vom 21. August 2008.</ref> Vorlage:Bevölkerungsentwicklung

Landschaftsstruktur

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Der Hauptteil des Gebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Im östlichen Flevoland befinden sich 25 % nicht-landwirtschaftlich genutzte Fläche, darunter das überregional bedeutende Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen, im südlichen Flevoland beträgt der Anteil 50 %.

Das südliche Flevoland ist als Ausweichfläche für die dichtbevölkerte Randstad vorgesehen. Viele Einwohner von Almere, der achtgrößten Stadt der Niederlande, pendeln täglich über die Hollandse Brug nach Amsterdam.

Politik

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Vorlage:Wahldiagramm Vorlage:Sitzverteilung Das Provinzialparlament (Vorlage:NlS) hat seinen Sitz im Provinciehuis in der Provinzhauptstadt Lelystad. Entsprechend der Bevölkerungszahl in der Provinz besteht das Parlament aus 41 Sitzen.

Bei der Provinzialwahl am 20. März 2019 erlangten die Parteien folgende Stimmanteile: BBB 20,83 % (10 Sitze), VVD 10,00 % (4 Sitze), PVV 7,64 % (3 Sitze), PvdA 7,59 % (3 Sitze), GroenLinks 6,89 % (3 Sitze), ChristenUnie 5,89 % (2 Sitze), D66 5,67 % (2 Sitze), CDA 5,07 % (2 Sitze), JA21 4,64 % (2 Sitze), PvdD 4,55 % (2 Sitze), FvD 4,50 % (2 Sitze), SP 4,24 % (2 Sitze), SGP 4,19 % (2 Sitze), SterkLokaalFlevoland 2,77 % (1 Sitz), 50PLUS 2,48 % (1 Sitz), übrige 3,02 %.

Die nächste Provinzialwahl findet am 17. März 2027 statt.

An der Spitze der Provinz steht der Kommissar des Königs. Das ist seit dem 1. November 2023 der Rechtsliberale Arjen Gerritsen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Das College van Gedeputeerde Staten, also die Regierung, wird seit 2023 von einer Koalition aus BBB, VVD, PVV, ChristenUnie und SGP gebildet.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Gemeinden

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<imagemap> Image:Provincie Flevoland.gif|280px|left poly 371 222 379 216 399 215 406 231 400 235 404 249 386 249 371 237 Urk poly 370 220 372 134 412 70 452 66 450 59 483 79 486 94 491 94 503 112 554 136 566 146 579 181 586 185 587 194 593 204 575 226 594 229 607 243 603 252 594 258 513 286 467 283 468 289 461 282 411 284 384 245 407 248 402 236 410 230 402 220 401 212 372 215 Noordoostpolder poly 384 525 387 486 368 483 357 459 366 448 355 424 376 412 368 389 367 334 357 300 395 293 398 288 405 299 476 317 498 315 528 347 526 398 510 425 500 440 494 456 461 481 447 478 Dronten poly 204 588 212 578 224 585 244 579 195 511 278 455 336 510 364 481 386 486 383 520 383 530 368 531 354 524 338 543 346 573 333 618 263 639 253 636 Zeewolde poly 102 563 92 553 93 550 94 527 87 516 109 501 109 494 166 462 181 473 221 495 193 509 238 577 224 582 205 574 195 579 149 559 146 562 134 554 Almere poly 170 458 283 379 277 368 285 361 288 344 314 344 322 348 329 340 348 307 358 302 366 331 368 378 368 394 379 410 355 423 353 426 365 447 354 457 363 481 335 509 278 452 221 492 199 480 182 474 Lelystad desc bottom-left </imagemap> Flevoland umfasst seit der Gründung der Provinz sechs Gemeinden. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge:

Gemeinde Einwohner
Almere Vorlage:EWZ
Dronten Vorlage:EWZ
Lelystad Vorlage:EWZ
Noordoostpolder Vorlage:EWZ
Urk Vorlage:EWZ
Zeewolde Vorlage:EWZ

Vorlage:Siehe auch (Einwohner am Vorlage:EWD)<ref name="CBS">Vorlage:EWQ</ref>

Wirtschaft und Verkehr

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Datei:LelystadAeroportApr2017.jpg
Flughafen Lelystad

Im Jahr 2011 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 94,31 % des Durchschnitts der EU-28.<ref>Eurostat Jahrbuch der Regionen 2014: (Kapitel 5: Economy; PDF, 18 Seiten, ca. 2,0 MB) und (Eurostat-Quellendaten zu Kapitel 5: Economy; XLS-Format, ca. 536 kB), ISBN 978-92-79-11695-7, Vorlage:ISSN (englisch) </ref> Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 5,7 %.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Die Provinz ist durch die niederländische Autobahn A 6 von Amsterdam über Almere und Lelystad nach Emmeloord, durch den N 302 (Lelystad–Harderwijk) und die Provinciale wegen N 307 (von ZwaagEnkhuizen) und N 309 über Dronten und Kampen nach Zwolle an das Fernstraßennetz angeschlossen.

Die Bahnstrecke Weesp–Lelystad verbindet Lelystad via Almere und Weesp mit Amsterdam. Von 2007 bis 2012 wurde an der Verbindung Lelystad–Kampen–Zwolle (Hanzelijn) gebaut. Seit deren Inbetriebnahme am 9. Dezember 2012 ist der Lelystad Centrum nicht mehr Endbahnhof.

Einzelnachweise

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<references />

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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

Vorlage:Navigationsleiste Provinzen der Niederlande

Vorlage:Normdaten