Missionar

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Ein Missionar (aus dem Lateinischen für „Gesandter“) ist eine Person, die einer Religion angehört und für den religiösen Übertritt von Menschen anderer Religionen zu dieser Religion oder Glaubensgemeinschaft arbeitet, oft verbunden mit religiös motivierter sozialer Arbeit. Mit dem Begriff ist im europäisch geprägten Kulturraum meist die christliche Missionierung gemeint, während die anderen missionierenden Religionen eigene Bezeichnungen für diese Personengruppe haben. Manche Missionare bringen ihre Mission im Alltag durch Vorleben eines bestimmten Verhaltens zum Ausdruck. Der Begriff „Missionar“ geht deshalb über speziell ausgebildetes Personal hinaus.<ref>Henning Wrogemann: Missionstheologien der Gegenwart. Globale Entwicklungen, kontextuelle Profile und ökumenische Herausforderungen (= Lehrbuch Interkulturelle Theologie / Missionswissenschaft, Band 2). Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2013, ISBN 978-3-579-08142-7.</ref> Viele christliche Missionare gehören einer Missionsgesellschaft an.

Voraussetzungen

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Um als Missionar in ein anderes Land zu gehen, bedarf es je nach Einsatzort und -bereich der Erfüllung gewisser Voraussetzungen:

  • Berufung
  • Bekehrung und Erfahrungen im Glaubens- und Gemeindeleben
  • Stabile Gesundheit und körperliche Fitness
  • Bereitschaft, in einer anderen Kultur zu leben und sich entsprechend anzupassen
  • Sprachkenntnisse oder die Bereitschaft, sie zu erwerben
  • Fachkenntnisse
  • Bereitschaft zur geduldigen Wiedereingliederung in das Heimatland nach längerem Auslandsaufenthalt

Ausbildung

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Je nach Arbeitsauftrag durch die sendende Organisation haben Missionare unterschiedliche Ausbildungen. Der theologische und sprachliche Teil ist im Regelfall ein beträchtlicher Teil davon. Außerdem haben wohl alle Missionare interkulturelle Zusatzqualifikationen, um ihr Missionieren im Einsatzland effektiver zu gestalten.<ref>Klaus W. Müller: Von der Notwendigkeit einer missionarischen Ausbildung zum Einsatz in der Mission. In: Thomas Schirrmacher, Christof Sauer (Hrsg.): Mission verändert – Mission verändert sich. Festschrift für Klaus Fiedler. = Mission Transforms – Mission is Transformed (= Edition Afem. Mission academics 16). VTR, Nürnberg 2005, ISBN 3-933372-77-1, S. 468–477.</ref>

Christentum

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Vorlage:Hauptartikel

Im Christentum haben Missionare eine wichtige Bedeutung. Die ersten christlichen Apostel waren Missionare und verkündigten das Evangelium von Jesus Christus. Das Christentum ist bis heute eine missionierende Religion. Grundlage ist der sogenannte Missionsbefehl Jesu Christi nach dem Evangelium nach Matthäus (vgl. Vorlage:B). Eine Missionsgrundlage besteht in einem religiösen Sendungsbewusstsein, das die Missionare dazu motiviert, ihren Glauben auch anderen Personen und Völkern nahezubringen (Evangelisation). Als erster Missionar des christlichen Griechischen Alten Testaments gilt in der christlichen Theologie der Prediger Jona.

Das Judentum hat zur Frage der kulturellen Aneignung durch das Christentum eine andere Auffassung. Das Judentum missioniert bis heute nicht. Laut der Jüdischen Bibel enthält das Zwölfprophetenbuch lediglich eine bibelhebräische Erzählung über den Propheten Jona, seine Sendung nach Ninive und seine Belehrung durch JHWH, den Gott Israels. Besonders das Judentum leidet bis heute unter der christlichen Judenmission, weil der christliche, so genannte „Missionsbefehl“ zuerst den Juden und dann erst den anderen Völkern gilt. Es hatte geschichtlich zu oft christliche Nächstenliebe und Zwangsmissionierung zu erleiden, die viel zu oft menschenverachtend, grausam, quälerisch, tödlich oder im besten Fall finanziell höchst unvorteilhaft ausging. Die Judenmission ist Bestandteil des christlichen Antijudaismus.<ref>Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 3-7887-3055-2, S. 109.</ref><ref>Robert Raphael Geis: Judenmission. Eine Purimbetrachtung zur ›Woche der Brüderlichkeit‹. Allgemeine Wochenzeitung der Juden in Deutschland XVIII/49, 1964, S. 19f. Nachdruck in: Dietrich Goldschmidt, Ingrid Ueberschär (Hrsg.): Leiden an der Unerlöstheit der Welt. Robert Raphael Geis 1906–1972. Briefe, Reden, Aufsätze. Christian Kaiser Verlag, München 1984, S. 242–247.</ref>

Eine andere Motivation können die missionierende Nächstenliebe und das Fehlen bestimmter Infrastruktur in finanziell armen Ländern sein. So senden manche Missionsgesellschaften beispielsweise Ärzte (Missionsärzte), Krankenpflegepersonal, Handwerker, Lehrer und Hochschullehrer (Agrarwirtschaft, Medizin, Theologie u. a. m.) aus. Oft arbeiten Partnerkirchen oder andere Partnerorganisationen aus reicheren und ärmeren Ländern zusammen. Die Missionswerke, die im Dachverband evangelischer Missionswerke „Evangelisches Missionswerk in Deutschland e. V.“ Mitglied sind, entsenden Personal nur auf ausdrückliche Anforderung ihrer Partnerkirchen in Übersee.

Christliche Missionare spielten seit der Kolonialgeschichte eine Rolle als Lieferanten ethnographischer Aufzeichnungen, die von der wissenschaftlichen Völkerkunde heute kritisch betrachtet werden. Allerdings führten sie zu diversen Missverständnissen der religiösen Vorstellungen dieser Völker, da die Missionare ihre Beobachtungen zwangsläufig aus einer christlichen Perspektive interpretierten. Dabei wurde etwa mit numinosen Kräften der nordamerikanischen Indianer wie Manitu oder Wakan der christliche Gott identifiziert oder die Bedeutung verschiedener Details wurde überschätzt, so etwa des in vielen indianischen Mythen gefundenen Dualismus von „Gut und Böse“<ref>Åke Hultkrantz: Amerikanische Religionen. In: Horst Balz et al. (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie, Band 2: Agende – Anselm von Canterbury. Walter de Gruyter, Berlin / New York 1978, ISBN 978-3-11-019098-4, S. 402.</ref> oder des Traumes als Quelle transzendenter Erkenntnis.<ref name="Feest">Christian F. Feest: Beseelte Welten – Die Religionen der Indianer Nordamerikas. In: Kleine Bibliothek der Religionen, Bd. 9, Herder, Freiburg / Basel / Wien 1998, ISBN 3-451-23849-7, S. 111, 185–186.</ref>

Wahrnehmung der christlichen Missionare

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Der Globetrotter und Schriftsteller Colin Ross schreibt 1928 in seinem Buch Mit Kind und Kegel in die Arktis: Vorlage:Zitat

Der Ethnologe Christian Feest berichtet in seinem 1998 veröffentlichten Buch Beseelte Welten – Die Religionen der Indianer Nordamerikas davon, dass bis zum Anfang der 1970er Jahre Missionare „entweder [von den Kirchen als] heroische Vorboten [und oft genug Märtyrer] des wahren Glaubens“ gepriesen oder von Menschenrechtlern „als des Ethnozids verdächtige Agenten des kapitalistischen Weltsystems“ verdammt wurden. Vorlage:Zitat

Die Deutsche Catherina Rust, die unter Indianern am Amazonas aufwuchs und die Kontakte zu Missionaren sowohl aus der Sicht der Einheimischen als auch der Europäer erleben konnte, äußert sich an verschiedenen Stellen ihres Buches Das Mädchen vom Amazonas: Meine Kindheit bei den Aparai-Wajana-Indianern kritisch zu den Missionaren. Sie schreibt unter anderem: Vorlage:Zitat

Der deutsche Burenkommandant Adolf Schiel, mit einer Missionarstochter verheiratet, zitiert in seiner Autobiographie einen eingeborenen Häuptling aus der südafrikanischen Republik Transvaal: Vorlage:Zitat

Einige Beispiele

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Hier eine Auswahl von Missionaren, die erst ab dem 19. Jahrhundert auftraten, nach Religionsgemeinschaft unterteilt.
Siehe auch: Kategorie Missionar.

Missionare des Frühmittelalters bei den Germanen und Kelten

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Katholische Missionare

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Vorlage:Mehrspaltige Liste Siehe auch: Missionarinnen Christi

Evangelische Missionare

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Zeugen Jehovas

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Vorlage:Hauptartikel

Organisationen, Institutionen, Missionsgesellschaften

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Vorlage:Hauptartikel

Islam

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Vorlage:Hauptartikel

Siehe auch

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Einzelnachweise

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<references />

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Siehe auch

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