Friedrich Glauser

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Datei:Glauser 1.jpg
Friedrich Glauser in der Psychiatrischen Klinik Münsingen.
«Es ist mir, auch wenn es mir ganz schlecht gegangen ist, immer gewesen, als hätte ich etwas zu sagen, etwas, was außer mir keiner imstande wäre, auf diese Art zu sagen.»<ref>Friedrich Glauser im Lebenslauf Waldau (1934): Das erzählerische Werk. Band 3: König Zucker. Limmat Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-85791-205-7, S. 347.</ref>

Friedrich Charles Glauser (* 4. Februar 1896 in Wien, Österreich-Ungarn; † 8. Dezember 1938 in Nervi bei Genua; heimatberechtigt in Muri bei Bern) war ein Schweizer Schriftsteller, dessen Leben geprägt war von Entmündigung, Drogenabhängigkeit und Internierungen in psychiatrischen Anstalten. Trotzdem erlangte er mit seinen Erzählungen und Feuilletons, vor allem jedoch mit seinen fünf Wachtmeister-Studer-Romanen, literarischen Ruhm. Glauser gilt als einer der ersten und zugleich bedeutendsten deutschsprachigen Krimiautoren.

Glauser über Glauser

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Am 15. Juni 1937 schrieb Glauser in einem Brief im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Fremdenlegions-Romans Gourrama an den Journalisten und Freund Josef Halperin:

Vorlage:Zitat

Mo. steht für die Droge Morphin, von der Glauser während langer Phasen seines Lebens stark abhängig war.

Leben

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Friedrich Glausers Leben war ein Teufelskreis aus Morphiumsucht, Geldnot, Beschaffungskriminalität und endete immer wieder in Kliniken; bis zur nächsten Entlassung, bis zum nächsten Suizidversuch, bis zum nächsten Fluchtversuch. Insgesamt verbrachte er so acht Jahre seines Lebens in Kliniken; dazu erwähnt er 1932 in seiner autobiographischen Erzählung Morphium: «Zufrieden war ich eigentlich immer erst, wenn ich im Gefängnis oder im Irrenhaus war.»<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 2: Der alte Zauberer. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 184.</ref> Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete Glauser zwischenzeitlich als Knecht, Milchausträger, Arbeiter in einer Munitionsfabrik, Buchhändler, Privatlehrer, Heizer, Übersetzer, Kaufmann, Journalist, Fremdenlegionär, Tellerwäscher, Grubenarbeiter, Krankenpfleger, Bibliothekar, Buchbinder, Raumpfleger, Organist, Gärtner und als Selbsternährer auf einem Bauerngut. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Zürcher Friedhof Manegg.

«Ein unbequemer Sohn»: Kindheit und Jugend (1896–1916)

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Datei:Plaque Friedrich Glauser, Schelleingasse 23.jpg
Gedenktafel in der Wiener Schelleingasse

Friedrich Charles Glauser wurde am 4. Februar 1896 in Wien geboren als Sohn des Schweizer Lehrers Charles Pierre Glauser und seiner Ehefrau Theresia Glauser, geborene Scubitz, aus Graz. Im Jahre 1900 starb seine Mutter an einer Blinddarmentzündung; der Vater schien überfordert, seinem Sohn die fehlende mütterliche Geborgenheit zu geben, und forderte stattdessen Leistung, auf die der Junge mit zunehmender Rebellion reagierte. 1902 heiratete Charles Pierre Glauser Klara Apizsch. Im selben Jahr trat Friedrich Glauser in die Evangelische Volksschule am Karlsplatz ein und vier Jahre danach ins Elisabeth-Gymnasium, wo er die dritte Klasse wiederholen musste. 1909 trennten sich Vater und Stiefmutter, und Glausers Grossmutter übernahm die Rolle der Erzieherin, da der Vater an die Handelshochschule nach Mannheim berufen wurde. Im Sommer dieses Jahres brannte der 13-Jährige alleine über die slowakische Grenze nach Pressburg durch, wo er von der Polizei aufgegriffen und nach Wien zurückgeführt wurde. Die Beziehung zwischen Glauser und seinem Vater wurde zusehends schwieriger und blieb ein zentrales und zugleich konfliktbeladenes Thema. Nach dieser Flucht aus dem Elternhaus nahm der Vater den Jungen von der Schule und schickte ihn mit Beginn des Schuljahres 1910 ins Landerziehungsheim Glarisegg im schweizerischen Steckborn. 1911 heiratete Charles Pierre Glauser ein drittes Mal, diesmal Louise Golaz aus Genf, welche als Gouvernante im Hause Glauser lebte, und zog endgültig nach Mannheim, wo er fortan als Rektor der Handelshochschule tätig war.

Im Landerziehungsheim Glarisegg kam es in der Folge zu neuen Problemen: Glauser machte Schulden in den umliegenden Dörfern und versetzte dem Lateinlehrer Charly Clerc einen Schlag, weil dieser ihn vor die Tür gestellt hatte. Als er 1913 einen Suizidversuch mit Chloroform unternahm, wurde er gezwungen, die Schule zu verlassen. Er absolvierte daraufhin ein halbes Jahr Landdienst bei einem Bauern in der Nähe von Genf und trat schliesslich im September in das Collège Calvin (bis 1969 «Collège de Genève») ein. Im ersten Jahr wohnte er bei seiner (Stief-)Tante Amélie (die Schwester von Vater Glausers dritter Gattin); in der Diplomatenhauptstadt begann auch Glausers Drogenabhängigkeit: «Der Apotheker, bei dem ich Äther holte, ein kleines buckliges Männchen, gab mir auf mein Verlangen Morphium, ohne Rezept. […] Und so begann das Unglück. […] Essen war Nebensache, was ich verdiente, bekam der Apotheker.»<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 2: Der alte Zauberer. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 177/178.</ref> 1915 absolvierte Glauser die Rekrutenschule in der Schweizer Armee als Gebirgsartillerist in Thun und Interlaken. Er wurde zum Unteroffizier vorgeschlagen, erwies sich in der Ausbildung aber als «schlapp, energielos, absolut unfähig, seinen Grad zu bekleiden».<ref>Frank Göhre: Zeitgenosse Glauser – Ein Portrait. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2077-X, S. 30.</ref> Daraufhin wurde er als dienstuntauglich aus der Armee entlassen. Wieder in Genf am «Collège», entdeckte er seine schriftstellerische Begabung und veröffentlichte als junger Gymnasiast unter dem Namen Frédéric Glosère oder dem Pseudonym «Pointe-Sèche» (deutsch: Radiernadel) seine ersten Texte auf Französisch in L’Indépendence Hélvetique; bis 1916 verfasste Glauser neun Kritiken und Aufsätze in vorherrschend provokantem Stil. 1916 kam es aus diesem Grund zum Eklat, in dessen Folge Glauser ein Schulverweis drohte. Grund dafür war seine vernichtende Kritik Un poète philosophe – M. Frank Grandjean (1916)<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 1: Mattos Puppentheater. Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 415.</ref> am Gedichtband des Collège-Lehrers Frank Grandjean. Wegen des möglichen Schulausschlusses verliess Glauser, nachdem er seine Volljährigkeit erreicht hatte, das «Collège», brach seine Beziehung zum Elternhaus ab und wechselte nach Zürich, um dort die Matura abzulegen.

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

  • Morphium. (1932)
  • Im Landerziehungsheim. (1933)
  • Schreiben… (1937)
  • Gesprungenes Glas. (1937/38)
  • Damals in Wien. (1938)
  • Der Kleine. (1938)

«Flucht aus der Zeit»: Dadaismus, Tessin und Baden (1916–1921)

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Die autobiografische Erzählung Dada in der Ausgabe des Limmat Verlages, Illustrationen von Hannes Binder

Nachdem Glauser das Collège in Genf wegen des möglichen Schulausschlusses verlassen hatte, legte er im April 1916 am «Minerva-Institut» in Zürich die Matura ab und schrieb sich als Chemiestudent an der Universität ein. Gleichzeitig gründete er mit Georges Haldenwang die literarische Zeitschrift Le Gong – Revue d’art mensuelle, die allerdings nur dreimal erschien. Im Herbst brach Glauser das Chemiestudium ab, trat in Kontakt mit der Dada-Bewegung und führte fortan ein Künstlerleben. Dabei lernte er diverse Persönlichkeiten wie Max Oppenheimer, Tristan Tzara, Hans Arp, Hugo Ball vom Cabaret Voltaire, der Geburtsstätte des Dadaismus, und dessen spätere Ehefrau Emmy Hennings kennen. Am 29. März und 14. April 1917 wirkte Glauser aktiv an Dada-Soireen mit, letztlich blieb ihm die Kunstbewegung jedoch fern. Getrieben von der Morphiumsucht wurde Glauser immer wieder straffällig, hinterging Freunde und Bekannte, beging Diebstähle und fälschte Rezepte. Glausers Vater weigerte sich zum ersten Mal, die Schulden seines Sohnes weiter zu bezahlen. Er stellte einen Antrag auf psychiatrische Untersuchung und schaltete die Amtsvormundschaft Zürich ein, woraufhin Glauser sich in die Südschweiz absetzte. Dort verbrachte er von Juni bis Mitte Juli mit Hugo Ball und Emmy Hennings die Zeit in Magadino und später auf der Alp Brusada im Maggia-Tal (im Valle del Salto, rund 7 Kilometer nordöstlich der Ortschaft Maggia). Im Juli 1917 reiste Glauser nach Genf und arbeitete kurzzeitig als Milchausträger in einer Joghurtfabrik und kehrte danach wieder nach Zürich zurück.

Im Januar 1918 wurde Friedrich Glauser entmündigt. Er flüchtete erneut nach Genf und wurde im Juni nach weiteren Diebstählen verhaftet und als Morphiumsüchtiger für zwei Monate in die Psychiatrische Klinik Bel-Air eingewiesen. Dort bekam er die Diagnose «Dementia praecox». Daraufhin kam er zum ersten Mal in das Psychiatriezentrum Münsingen, in dem er insgesamt beinahe sechs Jahre seines Lebens verbringen sollte. Im Juli 1919 flüchtete Glauser aus Münsingen, diesmal wieder ins Tessin und fand Unterkunft bei Robert Binswanger in Ascona. Das Dorf am Lago Maggiore unterhalb des Monte Verità war zu dieser Zeit ein Magnet für Künstlerkolonien, Bohemiens, politische Flüchtlinge, Anarchisten, Pazifisten sowie Anhänger unterschiedlicher alternativer Bewegungen. Glauser machte Bekanntschaft mit etlichen Persönlichkeiten wie Bruno Goetz, Mary Wigman, Amadeus Barth, Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Paula Kupka, Werner von der Schulenburg oder Johannes Nohl. Er arbeitete an mehreren Texten, fand allerdings nicht die nötige Ruhe: «Ein Freundeskreis hatte mich aufgenommen, wie ich ihn mir herzlicher nicht hätte wünschen können. Und doch dauerte es kaum zwei Monate, da sehnte ich mich wieder nach Einsamkeit.»<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 2: Der alte Zauberer. Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 89.</ref> Glauser hatte sich in die zehn Jahre ältere Elisabeth von Ruckteschell verliebt, welche zu dieser Zeit ebenfalls bei Binswanger weilte, und zog mit ihr im November 1919 in eine leerstehende Mühle bei Ronco. Dort lebten die beiden bis Anfang Juli 1920. Dann endete die Romanze abrupt: Glauser verfiel erneut der Morphiumsucht und wurde in Bellinzona verhaftet. Dort versuchte er zum zweiten Mal, sich das Leben zu nehmen, indem er sich in einer Arrestzelle erhängen wollte. Daraufhin wurde er in die Irrenanstalt Steigerhubel in Bern überführt. Am 29. Juli gelang ihm mit Hilfe von Elisabeth von Ruckteschell von dort die Flucht mit einem Taxi.

Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik «Burghölzli» fand er ab Oktober 1920 in Baden Unterkunft beim Stadtschreiber Hans Raschle und seiner Frau «Maugg», die dem Gestrauchelten eine neue Chance geben wollten. Raschle versuchte für Glauser eine Anstellung bei Brown, Boveri & Cie. zu arrangieren, was jedoch nicht zustande kam. Stattdessen absolvierte dieser ein Volontariat bei der Badener Neuen Freien Presse und verfasste Artikel für das Badener Tagblatt und die Neue Zürcher Zeitung. Nachdem die Beziehung mit Elisabeth von Ruckteschell gegen Ende des Jahres endgültig auseinandergebrochen war, begann Glauser hinter dem Rücken von Hans Raschle eine Affäre mit dessen Ehefrau. Zudem fing er an, seine Zigaretten mit Opium zu tränken, fälschte erneut Morphiumrezepte, trank Äther und verkaufte Raschles Bücher bei einem Buchhändler. Im April 1921 stürzte sich Glauser im Delirium auf «Maugg», in deren Folge sie die Ordonnanzpistole ihres Mannes gegen den Angreifer richtete. Am Abend desselben Tages war Glauser ohne Abschied verschwunden und flüchtete über die deutsche Grenze zu seinem Vater nach Mannheim. Dort angekommen riet dieser seinem Sohn, in die französische Fremdenlegion einzutreten.

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

  • Ein Dieb. (1920)
  • Lebenslauf Burghölzli.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 1: Mattos Puppentheater. Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 358.</ref> (1920)
  • Tagebuch Burghölzli.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 1: Mattos Puppentheater. Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 359–366.</ref> (1920)
  • Anamnese, vom Patienten selbst geschrieben.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 1: Mattos Puppentheater. Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 355–357.</ref> (1920)
  • Dada. (1931)
  • Ascona. Jahrmarkt des Geistes. (1931)
  • Beichte in der Nacht. (1934)
  • Ascona-Roman-Fragment. (1937/1938)

«Auf verlorenem Posten»: Fremdenlegion (1921–1923)

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Friedrich Glausers Stationen in Nordafrika während seiner Zeit in der Fremdenlegion von 1921 bis 1923
(die Daten beziehen sich auf die Ankunft)

Als Glauser 25 Jahre alt war, hatte er bereits etliche Katastrophen hinter sich. Sein Biograph Gerhard Saner schreibt dazu: «Der Vater wollte endlich, endlich Ruhe haben, die Gewähr der allersichersten Verwahrung.»<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 148.</ref> Glausers Vater sah in der französischen Fremdenlegion eine Möglichkeit, all den Problemen ein Ende zu setzen und eine leidige Verantwortung abzugeben. So wurde Friedrich Glauser am 29. April 1921 in Strassburg in die Fremdenlegion aufgenommen und unterschrieb ein Engagement für fünf Jahre. Im Mai holten zwei Korporäle und ein Adjutant aus Sidi bel Abbès die frisch eingekleideten Rekruten ab und reisten mit ihnen nach Marseille. Acht Tage später schifften sie morgens um 5.00 Uhr auf dem Dampfer «Sidi Brahim» zur Überfahrt nach Oran ein. Mitte Mai 1921 traf Glauser in Algerien ein und reiste von Oran aus zur Garnisonsstadt Sidi bel Abbès. Er kam in die Unteroffiziersschule zur Abteilung der Maschinengewehre, wo er vier Monate später zum Korporal ernannt wurde. Am 21. Juni stiess Glauser zu seiner Truppe, wurde Sekretär des Hauptmanns und war im Fourierdienst tätig. Im Sommer wurde das ganze Bataillon nach Sebdou, rund 150 Kilometer südwestlich von Sidi bel Abbès, verlegt und dort einquartiert. Es herrschte Langeweile, und eine Desertionswelle ergriff Teile der Truppe; Glauser selbst beteiligte sich nicht dabei. Es folgte eine Strafversetzung des Bataillons nach Géryville (nach der französischen Kolonialzeit El Bayadh), einer Garnison mitten auf einem Hochplateau in 1'500 Metern Höhe. Die Verschiebung dauerte vom 17. bis zum 26. Dezember. Auch hier herrschte, wie schon in Sebdou, die Langeweile des Garnisonslebens. Glauser meldete sich beim Truppenarzt wegen auftretender Herzprobleme, wurde ins Büro versetzt und war oft krankgeschrieben. Ende März 1922 wurden zwölf Freiwillige für Marokko gesucht. Glauser meldete sich, wurde ausgewählt, und im Mai begann die Verschiebung des Detachements bis zum Aussenposten Gourrama.

Datei:Bundesarchiv Bild 102-00721, Marokko, Fremdenlegion.jpg
Fremdenlegion in Marokko, 1920

Der Aussenposten der Legion im Süden Marokkos zwischen Bou-Denib und Midelt lag neben zwei Berberdörfern und hatte beinahe 300 Mann einquartiert. Die Aufgaben der Legionäre beschränkten sich auf das Exerzieren, Schiessübungen, Ausmärsche und bei Bedarf auf das Beschützen eines Zugs mit Lebensmitteln, da Räuberbanden (Dschischs) die Gegend unsicher machten. Bei der ersten ärztlichen Untersuchung wurde Glauser für marschuntauglich erklärt und kam daraufhin erneut zur Administration, wo er die Verantwortung für die Lebensmittel und etwa 200 Schafe und 10 Rinder übernahm. Allerdings mogelte er bei Gewichten, gab unerlaubt Essensrationen ab und manipulierte die Buchhaltung mit Einwilligung von Vorgesetzten. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen begann Glauser Alkohol im Übermass zu trinken. Als er eines Tages leichten Arrest bekam, unternahm er seinen dritten Suizidversuch, indem er sich mit einem Blechdeckel das Ellbogengelenk aufschnitt. Daraufhin kam er ins Lazarett nach Rich. Als sein Arm geheilt war, kehrte er wieder zurück nach Gourrama. Im März 1923 musste Glauser mit einem Camion nach Colomb-Béchar und von dort nach Oran ins «Fort Sainte-Thérèse», um sich einer Untersuchung zu unterziehen. Am Ende des Monats wurde er wegen Herzstörungen endgültig für dienstuntauglich erklärt, in Zivil eingekleidet und trat die Rückfahrt nach Europa mit fünf Franken Reisegeld und einem Billett bis an die belgische Grenze an.

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

«Ganz unten»: Paris, Belgien (1923–1925)

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-13175-0004, Bergarbeiter, Lore.jpg
Nach der heissen Sonne Nordafrikas arbeitete Glauser im Dunkeln: Kohlebergbau untertags

Nach der Ausmusterung aus der Fremdenlegion reiste Glauser im April 1923 zuerst nach Paris. Von dort schrieb er am 11. April 1923 an seinen Vater und erklärte ihm die neue Situation: «Mein lieber Papa, du wirst sicher erstaunt sein, plötzlich Nachricht aus Paris zu erhalten. […] Am 31. März wurde ich endgültig für dienstuntauglich Stufe 1 (ohne Rente, jedoch mit Recht auf ärztliche Behandlung) erklärt, wegen funktioneller Herzstörungen (Asystolie). […] In Oran hab ich angeben müssen, an welchen Ort ich mich begeben wollte, und da es den ehemaligen Fremdenlegionären untersagt ist, auf französischem Boden zu verweilen, hab ich Brüssel als neuen Aufenthaltsort angegeben. Und dies, weil Belgien mehrsprachige Angestellte für Belgisch-Kongo braucht. Denn ich will nicht in Europa bleiben, wo es mir keineswegs gefällt. Schon die wenigen Tage, die ich hier verbracht habe, ist es mir verleidet.»<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 80.</ref> Tatsächlich arbeitete Glauser aber vorerst als Tellerwäscher im «Grand Hôtel Suisse». Im September wurde ihm gekündigt, da er bei einem Diebstahl erwischt wurde. Daraufhin reiste er nach Belgien und erreichte Ende September Charleroi, wo er, unterbrochen durch einen Spitalaufenthalt infolge eines Malariarückfalles, bis zum September 1924 in einer Kohlengrube als Bergmann 822 Meter unter dem Erdboden von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens arbeitete. Glauser verfiel wiederum dem Morphium, und es folgte sein vierter Suizidversuch, indem er sich die Pulsadern aufschnitt. Er wurde ins städtische Krankenhaus von Charleroi eingeliefert, wo er nach seiner Genesung als Pfleger arbeitete. Am 5. September entfachte er in einem Morphiumdelirium einen Zimmerbrand und wurde in die Irrenanstalt Tournai eingeliefert. Im Mai 1925 folgte dann die Rückschaffung in die Schweiz ins Psychiatriezentrum Münsingen.

→ Detailliertes Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

  • Unten. (1930)
  • Zwischen den Klassen. (1932)
  • Ich bin ein Dieb. (1935)
  • Im Dunkel. (1936)
  • Charleroi-Roman-Fragment. (1936–1938)
  • Nachtasyl. (1938)

«Versuche der Stabilisierung»: Psychoanalyse und Gärtnerberuf (1925–1935)

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Datei:HaupteingangPZM.JPG
Haupthaus Psychiatriezentrum Münsingen mit Eingang. Max Müller wohnte zu Zeiten Glausers im dritten Stock, rechts

Nach der Rückschaffung aus Belgien im Mai 1925 wurde Glauser zum zweiten Mal im Psychiatriezentrum Münsingen interniert. Dort lernte er auch den Psychiater Max Müller kennen, der später mit Glauser die Psychoanalyse durchführte. Im Juni wurde Glauser in die Haft- und Arbeitsanstalt Witzwil, die vom Direktor Otto Kellerhals geleitet wurde, eingewiesen. Dort nahm er seine literarische Tätigkeit wieder auf und verfasste hauptsächlich Kurzgeschichten. Am 16. Dezember unternahm er in einer Zelle seinen fünften Suizidversuch, diesmal durch Erhängen. Wieder zu Kräften gekommen, gelangte Glauser im neuen Jahr zur Überzeugung, dass er nicht vom Schreiben leben könne, und es stellte sich bei ihm erneut der Wunsch nach Selbstständigkeit durch einen Beruf ein. Einen Berufszweig, den er daraufhin während Jahren verfolgte und schliesslich in einem Jahreskurs abschloss, war derjenige des Gärtners. Im Juni 1926 wurde er aus Witzwil entlassen und er arbeitete zum ersten Mal als Gärtnergehilfe vom Juni 1926 bis zum März 1927 in Liestal bei Jakob Heinis.<ref>Friedrich Glauser in Liestal, abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref> In dieser Zeit lernte er auch die Tänzerin Beatrix Gutekunst kennen und ging mit ihr eine Beziehung ein, die fünf Jahre Bestand hatte. Erneut verfiel er dem Morphium und begann Rezepte zu fälschen, was 1927 zu einer Verhaftung wegen Opiumdiebstahls in einer Apotheke führte. Daraufhin ging er für eine Entziehungskur wieder nach Münsingen zurück und begann im April eine rund einjährige Psychoanalyse bei Max Müller. Während dieser Zeit arbeitete er in der Gärtnerei Jäcky in Münsingen.

Am 1. April 1928 trat Glauser eine Stelle als Hilfsgärtner in Riehen bei Rudolf Wackernagel an, einem Sohn des bekannten gleichnamigen Historikers. Mittlerweile lebte er mit seiner Freundin Beatrix Gutekunst zusammen an der Güterstrasse 219 in Basel und begann mit der Arbeit an seinem ersten Roman Gourrama, in welchem er die prägende Zeit in der Fremdenlegion verarbeitete.<ref>Luzia Knobel: Friedrich Glauser. In: Gemeinde Lexikon Riehen.</ref> Ende Jahr erhielt er zudem die Zusage eines Kredits von 1’500 Schweizer Franken für die Legionsgeschichte durch die Werkbeleihungskasse des Schweizerischen Schriftsteller-Vereins. Parallel zum Schreiben arbeitete Glauser weiterhin als Gärtner und wechselte im September zur Handelsgärtnerei E. Müller in Basel, wo er bis Dezember tätig war. Danach folgte der Umzug nach Winterthur zu Beatrix Gutekunst, die dort eine Tanzschule eröffnet hatte. Zu Beginn des Jahres 1929 versuchte Glauser vergeblich, seine Vormundschaft aufzuheben. Im April begann er als Gärtnergehilfe bei Kurt Ninck in Wülflingen, verfiel allerdings erneut dem Morphium. Ende des Monats erwischte man ihn beim Einlösen eines gefälschten Rezepts, und es wurde ein Strafantrag vom Winterthurer Bezirksanwalt gegen ihn eingereicht. Dank eines Gutachtens von Max Müller, in dem er Glauser Unzurechnungsfähigkeit attestierte, wurde das Verfahren eingestellt.

Datei:Glauser 2.jpg
Friedrich Glauser in der Gartenbauschule Oeschberg, 1930

Anfang 1930 war Glauser wieder in Münsingen, wo er im März das Manuskript von Gourrama abschloss. Im selben Monat trat er dann in die Kantonale Gartenbauschule Oeschberg bei Koppigen ein. Vermittelt hatte dies Max Müller, der dabei auch vereinbart hatte, dass Glauser kontrolliert Opium beziehen durfte, ohne dabei straffällig zu werden. Im Februar 1931 schloss er den Kurs schliesslich mit einem Diplom ab. Er versuchte weiterhin seinen Legionsroman zu veröffentlichen, erhielt allerdings von allen Verlagen Absagen und so hielt er sich mit Feuilletons über Wasser und absolvierte eine Nachanalyse bei Max Müller. In diesem Jahr stattete Glauser seiner Tante Amélie in Genf einen zweitägigen Besuch ab, hatte dabei wahrscheinlich den Plan gefasst, einen Genfer Krimi (Der Tee der drei alten Damen) zu schreiben und begann damit bereits im Oktober. Im Januar 1932 verwarf Glauser seine Gärtnerpläne, versuchte als Journalist und Schriftsteller in Paris Fuss zu fassen und zog mit Gutekunst in die französische Hauptstadt. In dieser Zeit lernte er auch Georges Simenons Bücher und dessen Kommissar Maigret kennen und erlag dem Charme der Serie, was bei der Schaffung des Wachtmeister Studers von entscheidender Bedeutung sein sollte.<ref>Julian Schütt: Nachwort. In: Friedrich Glauser: Die Fieberkurve. Limmat Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-85791-240-5, S. 228.</ref> Im Frühling zeigten sich die ersten finanziellen Schwierigkeiten und Glauser griff wieder zum Opium. Ende Mai brach er das «Pariser Experiment» ab und besuchte seinen Vater in Mannheim. Dort fälschte Glauser erneut Rezepte, wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Charles Pierre Glauser stellte schliesslich den Antrag auf lebenslange Internierung. Es folgte die erneute Einweisung nach Münsingen und die Trennung von Beatrix Gutekunst.

Im September 1933 lernte Glauser Berthe Bendel kennen, die als Pflegerin in der Psychiatrischen Anstalt Münsingen arbeitete. Zu dieser Zeit bot sich für die beiden eine völlig neue Perspektive, da Glauser die Zusage für eine Stelle als Verwalter eines kleinen Gutes in Angles bei Chartres angeboten bekommen hatte. Sowohl der Vormund als auch die Anstaltsleitung stimmten dem Schritt in die gemeinsame Selbstständigkeit zu. Allerdings zerschlug sich dieser Traum, weil sich Glauser einen Tag vor der Abreise nach Frankreich im Dorf betrank. In der Folge weigerten sich der Vormund und die Anstalt Glauser mit Berthe Bendel nach Frankreich gehen zu lassen. Auch zeichnete sich eine zunehmende Distanz zwischen Glauser und Max Müller ab, was sich unter anderem darin zeigte, dass Glauser das Vertrauen seines Arztes, Analytikers und Brieffreundes aufs Spiel setzte, indem er Anfang August 1933 ein Rezept auf Müllers Namen fälschte. In der Folge schlug Müller nach Glausers vertaner Frankreich-Chance und neuerlichen Rezeptfälschungen im März 1934 eine Verlegung in die Psychiatrische Klinik Waldau vor. Das Protokoll der Eintrittsuntersuchung von Jakob Klaesi, dem damaligen Direktor der Anstalt (und Autor diverser Dramen und Lyrik), hielt unter anderem zu Glauser fest: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich/Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 273.</ref> Ende September 1934 wurde Glauser in die (zur Klinik gehörende) offene Kolonie «Anna Müller» bei Münchenbuchsee versetzt. Dort begann sich die Idee zu einem zweiten Kriminalroman zu konkretisieren, nachdem er Der Tee der drei alten Damen beendet hatte. Beflügelt wurde er dabei durch den Umstand, dass er den ersten Preis beim Kurzgeschichtenwettbewerb des Schweizer Spiegels mit der Erzählung «Sie geht um» (1934) gewonnen hatte. Die Jury wählte Glausers Text aus 188 Einsendern und erhöhte die Preissumme in Anerkennung der literarischen Qualität von 300 auf 500 Franken; nach beinahe 20 Jahren Schreiben war dies die erste Auszeichnung für Glauser.

Zu seinem neuen Roman schrieb er am 8. Februar 1935 an seine Freundin Berthe: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2076-1, S. 7.</ref> Und am 12. März: Vorlage:" Im Mai begann Glauser dann mit der Schreibmaschinen-Niederschrift von Schlumpf Erwin Mord. Da er in der Kolonie täglich Feldarbeit zu verrichten hatte, konnte er daran lediglich an drei Nachmittagen pro Woche arbeiten. Bis zum August 1935 hatte er die 21 Kapitel in einem 198-Seitigen Typoskript niedergeschrieben, das Glausers Leben ungeahnt beeinflussen und die literarische Welt der Ermittler um eine unnachahmliche Detektivfigur bereichern sollte.

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

  • Lebenslauf Münsingen.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 1: Mattos Puppentheater. Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 367–370.</ref> (1925)
  • Die Begegnung. (1927/29)
  • Ohne Titel.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 2: Der alte Zauberer. Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 356–374.</ref> (1932)
  • Baumschulen. (1934)
  • Totenklage. (1934)
  • Lebenslauf Waldau.<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 3: König Zucker. Limmat Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-85791-205-7, S. 347/348.</ref> (1934)
  • Die Kolonie Anna Müller. (1935)
  • 1. Juni 1932. (1938)

«Studer ermittelt»: Endlich Erfolg (1935–1937)

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Obwohl Glauser seit 19 Jahren Texte schrieb und auch immer wieder publizieren konnte (frühester deutscher Text: Ein Denker, 1916), war er Ende 1935 nach wie vor unbekannt. Er hatte noch drei Jahre zu leben und in dieser kurzen Zeit stellte sich durch seine Wachtmeister-Studer-Romane ein derartiger Erfolg ein, dass er plötzlich ein gefragter Autor wurde. Diesbezüglich schrieb er 1937 an Gotthard Schuh: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 603.</ref> Endlich schien der Erfolg da zu sein. Man kam auf Glauser zu, wollte ihn «machen». Allerdings hatte dies seinen Preis. Glauser überforderte sich mit neuen Arbeiten. Unter dem zunehmenden Druck schrieb er im Sommer 1937, von Zweifeln geplagt, an den Journalisten Josef Halperin: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 624.</ref> «Studer» schien für Glauser zunehmend zur Belastung zu werden, davon zeugt auch ein Brief aus demselben Jahr, den er an eine Leserin seiner Romane schrieb: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2076-1, S. 803.</ref>

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Erste Seite des Typoskripts von Schlumpf Erwin Mord, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern

Der literarische Erfolg mit der Ermittler-Figur «Studer» begann Ende 1935. Nachdem Glauser das Manuskript seines ersten «Studer»-Romanes Schlumpf Erwin Mord im August beendet und an den Morgarten-Verlag eingesandt hatte, geschah vorerst nichts. Am 8. Oktober flüchtete er aus der Kolonie nach einer erneuten Rezeptfälschung nach Basel und fand Unterschlupf beim Schauspieler und Drehbuchautor Charles Ferdinand Vaucher. Dieser vermittelte Glauser an einen Leseabend im «Rabenhaus» bei Rudolf Jakob Humm in Zürich. So trat der unbekannte Autor am 6. November vor versammelten Literaturfreunden auf und las Auszüge aus seinem unveröffentlichten Kriminalroman vor. Josef Halperin erinnerte sich: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2076-1, S. 979.</ref> Die Zuhörer waren sich einig, hier fand ein denkwürdiges Ereignis statt. Und der ebenfalls anwesende Albin Zollinger bemerkte: «Man hatte ein Talent gefunden, ein meisterliches Talent, da war gar kein Zweifel.»<ref>Friedrich Glauser: Schlumpf Erwin Mord. Zürich 1992, ISBN 3-293-20336-1, S. 193, 194 (Nachwort von Walter Obschlager).</ref> Die Wirkung von Glausers Lesung im «Rabenhaus» war enorm: Endlich erhielt er die Bestätigung von Schriftstellerkollegen, nach der er sich so lange gesehnt hatte. Nach immer wiederkehrender Internierung war er plötzlich aufgenommen in einer Gesellschaft Gleichdenkender und Verstehender. Und er konnte wichtige Kontakte knüpfen. Was an diesem Abend ebenfalls auffiel, war Glausers Stimme. Dazu noch einmal Halperin: Vorlage:"<ref>Heiner Spiess, Peter Edwin Erismann (Hrsg.): Erinnerungen. Limmat Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-85791-274-X, S. 27/28.</ref>

Vorlage:Audio

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Friedrich Glauser auf der Titelseite der Zürcher Illustrierten vom 3. De­zember 1937 (Foto: Gotthard Schuh)

Nach diesem Abend kehrte Glauser nach Verhandlungen mit seinem Vater und dem Vormund in die Psychiatrische Klinik Waldau zurück. In Anbetracht eines möglichen literarischen Durchbruchs versprach man ihm die Entlassung auf das kommende Frühjahr. Glauser begann noch im Dezember mit dem zweiten «Studer»-Roman Die Fieberkurve, dessen Handlung er im Milieu der Fremdenlegion ansiedelte. Bereits Ende Januar 1936 wurde Schlumpf Erwin Mord durch die Zürcher Illustrierte (als Fortsetzungsgeschichte in acht Folgen) angenommen. Im Februar begann Glauser mit der Arbeit an Matto regiert, in dem er Studer in der Psychiatrischen Klinik Münsingen ermitteln liess. Am 18. Mai erfolgte die Entlassung aus der Waldau und es schien, dass Glauser mit 40 Jahren endlich die lang ersehnte Freiheit erhalten sollte. Mit seiner Lebensgefährtin Berthe Bendel wollte er nun im Weiler Angles bei Chartres einen kleinen Hof bewirtschaften und gleichzeitig schreiben. Als Bedingung dafür musste er am 21. April der Vormundschaftsbehörde seine schriftliche Erklärung zur Eheunfähigkeit abgeben, inklusive der Verpflichtung einer freiwilligen Rückkehr in die Heilanstalt bei einem eventuellen Rückfall in die Rauschgiftabhängigkeit. Am 1. Juni 1936 erreichte das Paar Chartres. Von dort aus gelangten sie in den rund 15 Kilometer östlich gelegenen Weiler Angles. Der Traum von Freiheit und Selbstständigkeit wich im Laufe der kommenden Monate diversen widrigen Umständen. Das baufällige Häuschen und das umliegende Stück Land waren in einem desolaten Zustand; an Wohnen war kaum zu denken. In den nächsten Monaten versuchte das Paar, sich seinen Lebensunterhalt durch eine Kombination aus Selbstversorgung und literarischer Arbeit zu ermöglichen. Glauser schrieb dazu diverse Feuilletonsbeiträge für Schweizer Zeitungen und Zeitschriften. Im Juli schrieb der Schweizerische Schriftstellerverein zusammen mit dem Schweizerischen Zeitungsverlegerverein einen Wettbewerb aus. Glauser begann mit dem vierten «Studer»-Roman Der Chinese. Ende September erhielt er den Bescheid, dass der Morgarten-Verlag Die Fieberkurve als Buch drucken würde, wenn er den Roman nochmals überarbeitete, was zusätzliche Arbeit bedeutete. Anfang Dezember erschien Schlumpf Erwin Mord als Glausers erstes gedrucktes Buch im Morgarten-Verlag. Mit dieser Veröffentlichung wird Glauser oft als «erster deutschsprachiger Krimiautor» genannt. Allerdings erschien bereits 1932 der Kriminalroman Die Schattmattbauern von Carl Albert Loosli im Selbstverlag (1943 von der Büchergilde Gutenberg publiziert).

Anfang Januar 1937 erschien das nächste Buch: Matto regiert. In der Zwischenzeit wurde das Leben in Angles für Glauser und Bendel allerdings zunehmend zur Belastungsprobe: Das Wohnen im maroden Häuschen, Geldsorgen und das Klima zehrten an den Kräften der beiden. Zudem kam Glauser aus dem Kranksein nicht mehr heraus. Es starben zu dieser Zeit auch etliche Tiere, welche Bendel und Glauser seit dem Juni 1936 aufgezogen hatten. Glauser kündigte die Pacht und fuhr Anfang März 1937 mit Berthe ans Meer nach La Bernerie-en-Retz in der Bretagne. Die beiden mieteten einen Ferienbungalow und im Mai erhielt Glauser seinen ersten Roman-Auftrag: Für den Schweizerischen Beobachter sollte er einen weiteren «Studer»-Roman schreiben (Die Speiche). Allerdings war der Abgabetermin auf Mitte Juni terminiert. Dies bedeutete einmal mehr den Druck, in nur wenigen Wochen einen druckreifen Text zu schreiben. Daneben wartete Die Fieberkurve auf ihre mittlerweile siebte Überarbeitung. Zudem wollte Josef Halperin Glausers Legionsroman Gourrama nach einer Überarbeitung veröffentlichen. Und nicht zuletzt sollte Der Chinese für den Schriftstellerwettbewerb auf Ende Jahr fertig sein. Glauser griff erneut nach Opium, was zur Folge hatte, dass er sich nach Beendigung der Speiche vom 17. bis zum 25. Juli einer Entziehungskur in der Privatklinik «Les Rives de Prangins» am Genfersee unterziehen musste. Im Dezember war Der Chinese praktisch beendet; es fehlte nur noch der Schluss. Allerdings stand ein weiterer Umzug bevor: Nachdem Glauser und Bendel die Wohnung gekündigt hatten, wollten sie nach Marseille reisen, um von dort nach Tunis überzusetzen. Als die beiden Marseille erreichten, zeigte es sich, dass der Plan mit Tunis infolge Passschwierigkeiten nicht zu realisieren war. Sie bezogen ein Zimmer im «Hôtel de la Poste», wo Glauser abwechselnd die kranke Bendel pflegte und wahrscheinlich den Schluss des Chinesen schrieb. Nach Weihnachten entschlossen sich die beiden kurzerhand zur Weiterreise nach Collioure. Im Zug schliefen die beiden nach Glausers Angaben in ihrem Zugabteil ein. Als sie an Station Sète aufwachten, war die Mappe mit dem Typoskript des Wettbewerb-Romans, den Plänen und allen Notizen gestohlen. Nach dem Abgabetermin-Aufschub der Wettbewerbs-Jury, begann Glauser unter enormem Druck und unter Mithilfe von Opium, den Chinesen in Collioure neu zu schreiben. Allerdings bekam er es mit der Angst zu tun, dass die Rezepte, welche er bei verschiedenen Ärzten holte, den französischen Behörden auffallen würden, und so ergriffen er und Bendel die Flucht zurück in die Schweiz.

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte aus diesem Lebensabschnitt:

«Tod in Nervi»: Das letzte Jahr (1938)

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Die letzten unvollendeten Szenen mit Studer entstehen. Glauser beim Schreiben in Nervi, Sommer 1938

Als Glauser zu Beginn des Jahres 1938 unter dem Druck stand, seinen Wachtmeister Studer-Roman Der Chinese zu beenden, griff er erneut zu Rauschgift. Es kam zum Zusammenbruch und er wurde vom 4. Februar bis zum 17. März in die Psychiatrische Klinik «Friedmatt» in Basel eingewiesen. Am 15. Februar erlitt er während einer Insulinschocktherapie eine Ohnmacht und stürzte im Baderaum mit dem Hinterkopf auf die nackten Fliesen. Die Folgen waren ein Schädelbasisbruch und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Die Nachwirkungen dieses Unfalls sollten Glauser bis zu seinem Tod zehn Monate später beeinträchtigen. Am 23. Februar wurden Glausers literarische Bemühungen und Opfer belohnt: Er erzielte mit seinem vierten Wachtmeister Studer-Roman den 1. Preis im Wettbewerb des Schweizerischen Schriftstellervereins und gewann das Preisgeld von 1’000 Schweizer Franken. Allerdings knüpfte die Jury eine Bedingung an den Sieg: Glauser sollte den Chinesen überarbeiten.

Im Juni zog Glauser mit Berthe Bendel nach Nervi bei Genua. In seinem letzten halben Jahr arbeitete er an verschiedenen Projekten und schrieb dabei mehrere Seiten pro Tag nieder. In ihm herrschte eine grosse Unrast und Unschlüssigkeit, so dass er diverse Texte immer wieder neu zu schreiben begann. Auch ein «grosser Schweizer Roman» schwebte ihm vor (mit dessen Niederschrift er allerdings nicht mehr begann); so meldete er am 28. August an seinen Vormund: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 865.</ref> Inmitten all dieser zahlreichen Arbeiten und der Rekonvaleszenz seines Unfalls vom Februar nahm er vier neue «Studer-Romane» in Angriff, die allerdings nur Fragment blieben. Als Glauser gegen Ende des Jahres immer mehr in wirtschaftliche Not geriet, versuchte er mit verzweifelten Bittbriefen seine unvollendeten «Studer»-Geschichten an verschiedene Publizisten und Verleger zu verkaufen und bat dabei gleichzeitig um Geld: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 874/875.</ref> Am 1. Dezember schrieb Glauser auch an den Redaktor Friedrich Witz: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 925–927.</ref> Ab Herbst 1938 häuften sich die Probleme in Nervi: Die geplante Heirat mit Berthe Bendel verzögerte sich wegen fehlender Dokumente und wurde zur Belastungsprobe; es fehlten Schreibaufträge und die Geldsorgen wurden immer grösser. Die Lebenssituation schien zunehmend aussichtslos. Als hätte Glauser sein Ende geahnt, schrieb er am 29. November an seine Stiefmutter Louise Glauser: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 874, 895.</ref>

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Friedrich Glausers Grab auf dem Friedhof Manegg in Zürich

Das letzte schriftliche Zeugnis von Glauser ist ein Brief an Karl Naef, Präsident des Schweizerischen Schriftstellervereins, in dem er noch einmal versucht, eines seiner Studer-Roman-Fragmente zu bewerben: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 931, 932.</ref> Am Vorabend der geplanten Hochzeit brach Glauser zusammen und starb 42-jährig in den ersten Stunden des 8. Dezember 1938. Berthe Bendel beschrieb die letzten Momente wie folgt: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 355/356.</ref> Glausers Förderer Friedrich Witz schrieb nach dessen Tod: Vorlage:"<ref>Friedrich Witz: Vorwort. In: Friedrich Glauser: Beichte in der Nacht und andere Erzählungen. Gute Schriften, Basel 1967, S. 5.</ref> Seine letzte Ruhestätte fand Glauser auf dem Friedhof Manegg in Zürich. 1988 schrieb Peter Bichsel dazu: Vorlage:"<ref>Peter Bichsel: Nachwort. In: Friedrich Glauser: Mensch im Zwielicht. Luchterhand, Darmstadt 1988, ISBN 3-630-61814-6, S. 267.</ref>

→ Detaillierte Kapitel:

→ Autobiografische Texte:

  • Juni in Nervi. (1938)

Glauser und die Frauen

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In der Textsammlung «Herzgeschichten» schreibt die Literaturwissenschaftlerin Christa Baumberger: «Glausers Beziehungen zu Frauen lassen sich an einer Hand abzählen.» Tatsächlich waren es, abgesehen von seiner Mutter und der platonischen Freundschaft zur Redakteurin Martha Ringier, fünf Frauen, mit denen Glauser eine längere Verbindung eingegangen war. Diese relativ geringe Zahl hing auch mit seinem unsteten Lebenslauf zusammen, der einer möglichen Partnerin keine Sicherheit bieten konnte. Die Drogenabhängigkeit und ständigen Fluchten waren für eine Partnerschaft auf Dauer kaum erträglich. Dazu noch einmal Baumberger: «Glausers Umgang mit Frauen spiegelt für ihn typische Verhaltensmuster: der Widerstreit von Flucht und Sehnsucht, Nähe und Distanz. Sein Umgang ist zwar respektvoll, zeugt aber auch von Kalkül.»<ref>Herzgeschichten. In: Christa Baumberger, Rémi Jaccard (Hrsg.): Friedrich Glauser: Ce n’est pas très beau – Eine abgründige Sammlung zur Ausstellung im Strauhof. Zürich, 2016, S. 82.</ref> Auf diesen Umstand weist auch der Publizist und Glauser-Kenner Bernhard Echte hin: «Als heutiger Leser von Glausers Briefen weiss man, dass in ihnen Bekenntnis und Berechnung, tief empfundene Gefühlsechtheit und abgebrühte Manipulation eine unentwirrbare Verbindung eingehen können.»<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 181.</ref> Das Erotische oder Sexuelle taucht in Glausers umfangreichen Schaffen praktisch nicht auf; allenfalls in seinen anfänglichen Briefwechseln zwischen ihm und Elisabeth von Ruckteschell oder Berthe Bendel.<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5.</ref> Zu Frauen und Sexualität schreibt Glauser in einem autobiografischen Textfragment aus dem Jahre 1932: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 2: Der alte Zauberer. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 365.</ref> Oder in seiner Beichte «Morphium» (ebenfalls 1932): «Und noch eine andere Wirkung haben das Opium und die ihm verwandten Gifte: Sie unterdrücken die Sexualität.»<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 2: Der alte Zauberer. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 184.</ref><ref>Erika Keil: Studer und die Frauen. In: Die Horen Nr. 148, 1987, S. 69–73.</ref>

Theresia Glauser

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Am 16. September 1900 starb Glausers Mutter Theresia an einer Blinddarmentzündung. Jahrzehnte später schilderte er die frühkindlichen Erinnerungen an seine Mutter in der Erzählung Damals in Wien (1938) unter anderem mit folgenden Worten: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 4: Gesprungenes Glas. Limmat Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-85791-206-5, S. 153.</ref> Noch ausführlicher wurde Glauser Im Dunkel (1936), wo er unter anderem einen Sommertag mit ihr beschreibt: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 3: König Zucker. Limmat Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-85791-205-7, S. 227.</ref> Zum Verlust seiner Mutter bemerkt Glauser-Biograph Gerhard Saner: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 370.</ref> Als Glauser 1920 nach seinem zweiten Suizidversuch in die Psychiatrischen Klinik «Burghölzli» eingeliefert wurde, assoziierte er im Jung-Test während der Untersuchung: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 368.</ref> Und in einem seiner ersten Briefe im Jahr 1933 an seine spätere Lebensgefährtin Berthe Bendel gesteht er: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 440.</ref> Dazu noch einmal Saner: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 368/369.</ref>

Elisabeth von Ruckteschell

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Nachdem Glauser 1919 bei Robert Binswanger in Ascona Unterschlupf gefunden hatte, lernte er die zehn Jahre ältere Elisabeth von Ruckteschell (1886–1963) kennen, welche zu diesem Zeitpunkt noch in Bruno Goetz verliebt war, der ebenfalls in Ascona weilte und mit Glauser freundschaftlich verbunden war. Glauser, der davon nichts ahnte, konnte Ruckteschell mit leidenschaftlichen Briefen allerdings für sich gewinnen. Die Liaison zwischen den beiden dauerte vom Sommer 1919 bis zum November 1920. Dass Elisabeth Glausers erste grosse Liebe war, davon zeugt auch ihr romantischer Briefwechsel. Am 25. September 1919 schrieb er ihr zum Beispiel: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 30.</ref> Oder: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 56.</ref> Und als Glauser 1920 bereits in Bern inhaftiert war: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 58.</ref>

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Eine Mühle in der Nähe von Ronco

Glauser und Ruckteschell zogen im November 1919 in eine leerstehende Mühle bei Ronco und lebten dort bis Anfang Juli 1920. In der Erzählung Ascona. Jahrmarkt des Geistes (1932) erinnert sich Glauser an diese Zeit zurück: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk, Band 2: Der alte Zauberer. Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 90.</ref> Auch im Ascona-Roman-Fragment tauchen die Mühle und Elisabeth wiederholt auf. Anfang Juli 1920 endete die Romanze in der Mühle abrupt: Glauser verfiel erneut der Morphiumsucht, wurde in Bellinzona verhaftet und in die Irrenanstalt Steigerhubel in Bern eingeliefert. Am 29. Juli gelang ihm von dort jedoch mit der Hilfe von Ruckteschell die Flucht in einem Taxi. Im Polizeirapport vom 30. Juli 1920 heisst es unter anderem: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 64.</ref> Gegen Ende des Jahres zerbrach die Beziehung zwischen Glauser und Ruckteschell und im Frühjahr 1921 heiratete sie Bruno Goetz.

Als Glauser nach der Fremdenlegion im September 1923 in Charleroi angekommen war und als Handlanger in einer Kohlengrube arbeitete, schrieb er an seine ehemalige Freundin: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 143.</ref>

Emilie Raschle

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Baden, kurzzeitiges Domizil von Glauser

Der Auslöser dafür, dass Glauser letztendlich in die französische Fremdenlegion eintrat, war möglicherweise eine Affäre in Baden. Gerhard Saner erwähnt in seiner Glauser-Biographie ein Gespräch mit dem Verleger Friedrich Witz: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 143.</ref> Angefangen hatte alles am 2. Oktober 1920, als Glauser aus der Psychiatrischen Klinik Burghölzli entlassen wurde und beim Stadtschreiber Hans Raschle und seiner Frau Emilie (1889–1936), genannt «Maugg», in Baden Unterkunft fand. Nachdem die Beziehung mit Elisabeth von Ruckteschell gegen Ende des Jahres auseinandergebrochen war, begann Glauser hinter dem Rücken von Hans Raschle eine Affäre mit dessen Ehefrau. Am 28. November schrieb Glauser an Bruno Goetz: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 115.</ref> Und am 8. Dezember: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 122.</ref> Nach dem Jahreswechsel allerdings wandte sich Glauser kurzfristig der 25-jährigen Lehrerin Anna Friz, der späteren Gattin des Politikers Karl Killer, zu.<ref>Urs Tremp: Glausers Schatten in «Klatschstadt bei Zürich». In: Aargauer Volksblatt. 8. Dezember 1988.</ref> Hans Raschles Schwester erzählte diesbezüglich: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 143.</ref> Mit «Maugg» führte Glauser allerdings weiterhin eine Beziehung. Am 18. März 1921 bemerkt er diesbezüglich an Elisabeth von Ruckteschell: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 137.</ref> Möglicherweise kam Hans Raschle hinter den Seitensprung seiner Frau und nahm gegenüber Glauser keine Rücksichten mehr. In einem Brief an das Psychiatriezentrum Münsingen beschrieb er das Ende der missbrauchten Gastfreundschaft und listete dabei sämtliche Verfehlungen wie Diebstahl oder Drogenmissbrauch auf; den Ehebetrug erwähnte er allerdings mit keiner Silbe. Das Schreiben endete mit den Worten: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 140.</ref> Die Erzählung Beichte in der Nacht (1934) schildert relativ unverblümt die Dreiecksbeziehung «Glauser – Emilie Raschle – Hans Raschle».

Als Glauser Mitte Mai bereits in der Fremdenlegion diente, schrieb er am 1. Juni aus Sidi bel Abbès einen letzten Brief an Emilie Raschle: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 71/73.</ref>

Beatrix Gutekunst

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Eingang zur ehem. Tanzschule von Beatrix Gutekunst, Tanzschule im 1. Stock an der Gerechtigkeitsgasse 44 in Bern

Nach seiner Entlassung aus der Haft- und Arbeitsanstalt Witzwil im Juni 1926 arbeitete Glauser als Gärtnergehilfe in Liestal bei Jakob Heinis. Kurz nach seiner Ankunft lernte er die Tänzerin Beatrix Gutekunst (1901–2000) kennen. Sie war die Tochter einer deutschen Kunsthändlerfamilie, welche 1920 von London nach Bern zog, wo sie ihre Ausbildung zur Tänzerin begann. Glauser nannte sie in seinen Briefen liebevoll «Wolkenreh» und ab April 1928 hatten die beiden eine gemeinsame Wohnung an der Güterstrasse 219 in Basel. Dort besassen sie auch einen Airedalehund mit Namen «Nono», welcher im Der Tee der drei alten Damen unter dem Namen «Ronny» mehrfach auftritt und detailliert beschrieben wird. Im Dezember folgte der Umzug nach Winterthur, da Gutekunst dort eine Tanzschule eröffnet hatte. Im April 1929 wurde Glauser wegen einer Rezeptfälschung kurzfristig verhaftet und gegen das Paar wurde ein Strafverfahren eingeleitet, das Ende des Jahres allerdings wieder eingestellt wurde. Glauser trat im Januar 1930 erneut in Münsingen ein und besuchte daraufhin bis Februar 1931 die Gartenbaumschule in Oeschberg. Im Januar 1932 fasste er den Plan, als freier Journalist und Schriftsteller in Paris Fuss zu fassen; nach der Ankunft schrieb Glauser an Gertrud Müller, die Gattin seines ehemaligen Therapeuten Max Müller: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2076-1, S. 366/367.</ref> Kurz darauf zogen die beiden in die Rue Daguerre No.19 in eine Wohnung mit einem grossen Atelierraum und Küche. Glauser versuchte unter anderem Zugang zum Justizpalast zu bekommen, wo er als Pariser Korrespondent Gerichtsreportagen verfassen wollte. Obwohl er dabei den Publizisten Jean Rudolf von Salis kennenlernte, blieb dies Glauser trotz intensiver Bemühung verwehrt, weil er die nötige Presselegitimation nicht beschaffen konnte. Nach einem neuerlichen Drogenfiasko endete der Aufenthalt in der französischen Hauptstadt Anfang Juni. Mittlerweile sah Beatrix Gutekunst keine Zukunft mehr mit Glauser und seinen sich wiederholenden Drogenrückfällen, Internierungen und der wiederkehrenden Geldnot und trennte sich von ihm. Wenige Wochen später heiratete sie den Maler Otto Tschumi und eröffnete 1934 an der Gerechtigkeitsgasse 44 in Bern eine eigene Tanzschule. Im Sommer und Herbst desselben Jahres besuchte Gutekunst Glauser noch einige Male in der Psychiatrischen Klinik Waldau; nach einem erneuten intensiven Briefverkehr wollte Glauser den Jahreswechsel 1934/35 bei ihr in Bern verbringen, was zum endgültigen Bruch ihrer Freundschaft führte. Glauser hatte seine ehemalige Freundin nach der Trennung in verschiedenen Texten eingebaut. In der Erzählung Licht und Dunkelheit (1932) ist sie als die Freundin des Erzählers erkennbar und in Totenklage (1934) erscheint die Erzählerin eindeutig als Abbild von Gutekunst. Im Kriminalroman Der Tee der drei alten Damen (1931–1934) besitzt die Figur der Dr. Madge Lemoyne mehrere Eigenschaften der ehemaligen Partnerin. Ihren bekanntesten Auftritt hat sie allerdings im Wachtmeister-Studer-Roman Die Fieberkurve (1935); im fünften Kapitel skizziert Glauser ein ungeschminktes Porträt von Beatrix Gutekunst: Als Studer an den Tatort des zweiten Mordes an die Gerechtigkeitsgasse 44 in Bern kommt, bemerkt er neben der Haustüre ein Schild mit dem Hinweis auf eine Tanzschule im ersten Stock. Kurz darauf lässt er seine ehemalige Freundin auftreten: Vorlage:" Als Studer sie später nach ihrem Namen fragt, antwortet sie mit: «Frau Tschumi.» Glausers weitere Beschreibungen von Gutekunst fallen weniger schmeichelhaft aus: Vorlage:" Und zwei Seiten weiter legt Glauser dem Mieter des Parterre folgende Worte über die Tanzlehrerin in den Mund: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Die Fieberkurve. Limmat Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-85791-240-5, S. 54, 55, 59, 61.</ref>

Miggi Senn

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Mit der 1904 geborenen Miggi Senn war Glauser von 1933 bis 1935 verbunden. Kennengelernt hatte er die Klavierlehrerin schon in der Winterthurer Zeit 1929. Bezüglich ihrer ersten Begegnung erinnerte sich Senn, Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 263.</ref> Dieser innere Widerstand hielt auch an, als Glauser 1932 nach der Trennung von Gutekunst Miggi Senn Avancen machte. Senn zögerte und alles blieb in der Schwebe. Am 4. August 1933 schickte Glauser ihr ein Gedicht aus Münsingen und schrieb weiter: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 425/426.</ref> Der Plan, nach Spanien zu gehen, war nicht neu: Glauser hatte diesen bereits im August 1932 in einem Brief an seine vorherige Freundin Beatrix Gutekunst vorgeschlagen: Vorlage:".<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 412.</ref> Miggi Senn zögerte weiter; wahrscheinlich auch, da sie Kenntnis vom «Pariser-Debakel» mit Gutekunst hatte. Was sie allerdings nicht wusste, war, dass Glauser zwei Eisen im Feuer schürte: Briefe aus der Zeit zwischen 1933 und 1935 beweisen, dass er gleichzeitig Freundschaften zu Miggi Senn und der Pflegerin Berthe Bendel, die er vor kurzem in der Psychiatrischen Anstalt Münsingen kennengelernt hatte, über zwei Jahre parallel unterhielt. Beide Frauen sollten meinen, sie wären allein auserkoren.<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 267.</ref> So schrieb er beispielsweise zwei Monate nach dem Spanien-Plan mit Miggi Senn an Berthe Bendel: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 453.</ref> Am 4. Oktober 1935 fand die letzte Begegnung zwischen Glauser und Miggi Senn statt, in der sie sich endgültig von ihm zurückzog, worauf er ihr unter anderem schrieb: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 267.</ref>

Berthe Bendel

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Friedrich Glauser und Berthe Bendel vor ihrem Ferienbungalow in La Bernerie, Sommer 1937

Nachdem Miggi Senn sich nicht auf Glauser und seinen Spanien-Plan eingelassen hatte, konzentrierte er sich auf Berthe Bendel (1908–1986). Dazu schreiben Bernhard Echte und Manfred Papst: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 2: Der alte Zauberer. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-204-9, S. 388.</ref> Berthe Bendel kannte Glauser seit September 1933. Den beiden war bewusst, dass eine Mesalliance zwischen einem Patienten und einer Pflegerin geheim gehalten werden musste, und sie begannen heimlich, sich gegenseitig Nachrichten in bestimmten Büchern der Anstaltsbibliothek zu verstecken. In einem dieser ersten Briefe an Bendel schrieb Glauser: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 442.</ref> Die Beziehung blieb jedoch nicht lange unbemerkt, es kam zu Anstaltsklatsch und Glauser schrieb ihr am 20. Oktober: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 443.</ref> In einem weiteren Brief beschwor er Bendel: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte, Manfred Papst (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 1. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2075-3, S. 463.</ref> Oder: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 390.</ref> Die Romanze hatte schliesslich eine Aussprache mit Direktor Brauchli zur Folge. Das Paar hielt allerdings an der Beziehung fest, und so kündigte die Pflegerin auf Ende 1933 ihre Stelle in Münsingen.

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«Manchmal ist sie auch ans Fenster gekommen und hat gewinkt, die Frau dort drüben». Blick über den Innenhof des PMZ

Zu Berthe Bendel und Friedrich Glauser schreibt Gerhard Saner: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 390.</ref> Und so gesellte sich für Glauser neben der Romantik schon bald auch ein pragmatischer Anteil in die Beziehung. Am 10. Dezember 1935 schrieb er an Berthe Bendel: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 90.</ref> In einem Brief an Martha Ringier vom 4. Januar 1936 versah Glauser seine Partnerin uncharmant mit den Attributen Vorlage:" und «tüchtiger Kerl»: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 115.</ref> Und Ende Februar erbat er sich von Berthe: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 174.</ref> Neben der Liebe schien Berthe Bendel vor allem die nötige Stabilität in Glausers Leben zu bringen, half ihm immer wieder über Schaffenskrisen und Drogenrückfälle hinweg. In der Zeit, in der sie Glausers Kameradin war, entstanden alle fünf Wachtmeister-Studer-Romane. Robert Schneider erwähnte diesbezüglich: Vorlage:"<ref>Heiner Spiess, Peter Edwin Erismann (Hrsg.): Erinnerungen. Limmat Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-85791-274-X, S. 64.</ref> 1934 verfasste Glauser mit der Kurzgeschichte Sanierung eine romantische Variation über die Beziehung Glauser-Bendel, welche 1979 unter dem Titel «Der Handkuss – Ein Märchen aus der Schweiz» verfilmt wurde. Und mit der Figur der Pflegerin Irma Wasem in Matto regiert (1936) erwies Glauser seiner langjährigen Lebensgefährtin eine Reverenz. Dort wird unter anderem ihr Kennenlernen so beschrieben, dass der Patient Pieterlen (Glauser) in die Malergruppe versetzt wird und auf der Abteilung des Frauen-B die Wände streichen muss. Er trifft Irma Wasem, und die beiden verlieben sich. Der Patient Schül erklärt Studer: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Matto regiert. Limmat Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-85791-242-1, S. 131.</ref>

Im Juni 1936 bekam das Paar endlich die lang ersehnte Freiheit und es folgte der Umzug nach Angles bei Chartres. Die Idee, einen kleinen Hof zu bewirtschaften und gleichzeitig zu schreiben, zerschlug sich jedoch, und im März 1937 reisten sie weiter über La Bernerie-en-Retz nach Nervi in Italien, wo sie heiraten wollten und Glauser noch die Studer-Roman-Fragmente verfasste. Am Vorabend der Hochzeit brach Glauser unerwartet zusammen und starb 42-jährig in den ersten Stunden des 8. Dezember 1938. Berthe Bendel heiratete 1947 und setzte sich bis zu ihrem Tod zusammen mit Freunden Glausers für dessen Werk ein.

Martha Ringier

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Titelseite von Glausers Erzählung Im Dunkel in der von Martha Ringier betreuten Reihe Gute Schriften, 1937

Zu Martha Ringier schreibt Manfred Papst: Vorlage:"<ref>Herzgeschichten. In: Christa Baumberger, Rémi Jaccard (Hrsg.): Friedrich Glauser: Ce n’est pas très beau – Eine abgründige Sammlung zur Ausstellung im Strauhof. Zürich, 2016, S. 93.</ref> Martha Ringier (1874–1967) wohnte in der St. Alban-Anlage 65 in Basel, war wohlhabend, alleinstehend und verstand ihr Leben im Dienst der Literatur. 1924 vermietete sie gar eine Wohnung an Hermann Hesse, wo dieser seine Arbeit am Steppenwolf begann. Sie verfasste selbst Gedichte und Erzählungen und arbeitete als Redaktorin für die Familienzeitschrift Die Garbe, den Schweizerischen Tierschutzkalender und betreute die Reihe Gute Schriften. In diesem Zusammenhang wurde sie eine mütterliche Freundin und Förderin für Glauser, vermittelte durch ihre Beziehungen zum Verlagswesen auch wiederholt seine Texte an diverse Zeitungen und Zeitschriften und unterstützte ihn finanziell wie auch mit Geschenken. Die Briefe (in denen er sie ‹Maman Marthe› nennt und meist mit «Mulet» signiert), die er ihr schrieb, waren oft sehr ausführlich. Dazu Bernhard Echte: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 985.</ref>

Trotzdem kam es zwischen den beiden zu den bereits erwähnten Differenzen, da Glauser ihr seit längerer Zeit eine Erzählung versprochen hatte und vor allem Geld schuldete. Noch einmal Bernhard Echte: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 991.</ref> Am 20. August 1937 schrieb er einen geharnischten Brief an Ringier, in der er ihr unter anderem vorwarf: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 705.</ref> Neben diesem Schreiben hat sich ein Entwurf erhalten, den Glauser nie abschickte und worin er wesentlich deutlicher und vor allem verletzender wird: Vorlage:" Und Bezug nehmend auf das Honorar von Redakteur Max Ras (für Die Speiche) führt Glauser weiter aus: Vorlage:".<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 936–940.</ref> Auch Glausers Vater waren die Differenzen zwischen seinem Sohn und Martha Ringier bekannt. Am 27. August 1937 schrieb er ihm: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 706.</ref> Dies war ein wohlweislicher Rat, da Glauser rund vier Monate später Ringiers Hilfe dringender denn je brauchte: Nach dem Verlust des Chinesen-Manuskriptes fanden Glauser und Bendel am 8. Januar bei Martha Ringier in Basel eine Unterkunft und die nötige Hilfe, um die komplette Neufassung des Chinesen in Angriff zu nehmen. Die ganze Arbeit fand in einem eigens gemieteten Zimmer neben Ringiers Wohnung statt. In den folgenden zehn Tagen diktierte Glauser vom Bett aus den ganzen Roman aus dem Kopf an Bendel und Ringier. Handschriftliche Korrekturen auf dem Typoskript finden sich von Glauser und beiden Frauen. In einem Brief an Georg Gross beschrieb Glauser einen Monat später die Arbeit an der Neufassung folgendermassen: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 833.</ref> Und Martha Ringier erinnerte sich: Vorlage:"<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Werkgeschichte. Suhrkamp Verlag, Zürich 1981, S. 158.</ref>

Schaffen

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Umfang

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Der erste Band von Glausers Erzählungen in der Werkausgabe des Limmat Verlages, 1992

Zu Glausers Werk schreiben Bernhard Echte und Manfred Papst: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 1: Mattos Puppentheater. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 7.</ref> Am 13. November 1915 veröffentlichte Glauser seinen ersten Text, eine Rezension auf Französisch, in der Genfer Zeitung L’Indépendence Hélvetique. Mit dem Feuilleton Wenn Fremde reisen verfasste er 23 Jahre später seine letzte Arbeit. Sechs der sieben Romane, und rund drei Viertel seiner Erzählungen, Lebensberichte und Feuilletons entstanden in den letzten acht Lebensjahren seines etwas über zwei Jahrzehnte langen Schaffens. Zu Glausers bevorzugter Literaturgattung der Erzählung bemerken Echte und Papst: Vorlage:"<ref>Friedrich Glauser: Das erzählerische Werk. Band 1: Mattos Puppentheater. Limmat Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-85791-203-0, S. 380.</ref> Neben Glausers Gedichten, zu welchen sich zu Lebzeiten kein Verleger fand, nimmt der umfangreiche Briefwechsel eine Sonderstellung ein. Da Glauser vom 21. Lebensjahr bis zu seinem Tod entmündigt war, ist kaum ein anderer Schriftsteller so sorgfältig dokumentiert: Neben seinen Briefen an den Vater, die Geliebten und Freunde, sammelten sich etliche Schreiben in Verwaltungen, Vormundschaftsbehörden, in Kliniken und bei Psychoanalytikern, welche Glauser mit der gleichen Intensität, mit der er seine berühmten Studer-Krimis schrieb, verfasste. Die Briefe sind so auch ein Lebens- und Zeitdokument, das seinen Romanen durchaus ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann. Dazu noch einmal Bernhard Echte: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 985.</ref> Die folgende Werk-Einteilung bezieht sich hauptsächlich auf die elfbändige Werkausgabe des Limmat Verlags:

Literarische Gattung Anzahl
Autobiographische Dokumente aus Kliniken (Lebenslauf, Tagebuch) 6
Briefwechsel 730
Dramen<ref>Mattos Puppentheater (1919/20) und Die Bekehrung (1919/21).</ref> 2
Essays und Rezensionen 11
Erzählungen, Kurzgeschichten, Feuilletons 99
Französische Texte 19
Fragmente 20
Gedichte 56
Romane 7

Am 1. Januar 2009 verfiel die Regelschutzfrist von Glausers Werken. Daraufhin veröffentlichte das Projekt Gutenberg-DE mehrere seiner Kriminalfälle online. Sein Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv<ref>Onlineinventar im Schweizerischen Literaturarchiv.</ref> und in den Amtsvormundschaftsakten des Stadtarchivs Zürich.<ref>Amtsvormundschaftsakten der Stadt Zürich</ref>

Schreibprozess

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Glausers widrige Lebensumstände verhinderten in der Regel einen kontinuierlichen und geregelten Schreibprozess. Zwischen Morphiumabhängigkeit, Delikten, Selbstmordversuchen, Fluchten, Internierungen, Entziehungskuren und den Versuchen einer regulären Beschäftigung schrieb Glauser unaufhörlich an seinen Texten bis sich ein erneuter Absturz anbahnte.<ref>Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon, Band 6, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, S. 288/289.</ref> Zwischen dieser Aneinanderreihung von kleinen und grossen Katastrophen konnte er lediglich während seiner Klinikaufenthalte zur Ruhe kommen und die nötige Kontinuität im Schreiben finden. Für Erzählungen oder Feuilletons war diese Arbeitsweise unproblematisch, Kriminalromane allerdings stellten andere literarische Ansprüche. Glauser verwandte zu wenig Zeit darauf, die Handlungen genau durchzudenken, gegebenenfalls umzustrukturieren oder neu zu schreiben. Die Folge davon waren fehlende Logik und Unstimmigkeiten. Zu seinem ersten Kriminalroman Der Tee der drei alten Damen (1931) schreibt Mario Haldemann diesbezüglich: Vorlage:"<ref>Mario Haldemann: Nachwort. In: Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen, Zürich 1996, ISBN 3-293-20334-5, S. 266.</ref> Noch kurz vor seinem Tod notierte Glauser an seinen Vormund Robert Schneider: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): Friedrich Glauser – Briefe 2. Arche, Zürich 1995, ISBN 3-7160-2076-1, S. 865.</ref>

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Der zweite Band von Glausers Erzählungen in der Werkausgabe des Limmat Verlages, 1992

Inhaltlich sind die Texte von Glauser meist autobiografisch, indem er beinahe ausnahmslos Schauplätze, Personen und Erlebnisse aus seiner eigenen Vergangenheit verarbeitete. Das Kindler Literatur Lexikon schreibt dazu: Vorlage:"<ref>Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. Band 6, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, S. 289.</ref> Der Autor Frank Göhre ergänzt: Vorlage:"<ref>Frank Göhre: Zeitgenosse Glauser. Ein Porträt. Arche Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2077-X, S. 5.</ref> Im Februar 1932 schrieb Glauser diesbezüglich an seinen Freund Bruno Goetz aus den Asconeser Tagen: Vorlage:"<ref>Bernhard Echte (Hrsg.): «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5, S. 160.</ref>

Formal entwickelte Glauser einen Stil, der sich vor allem durch atmosphärisch dichte Milieustudien auszeichnet. Die besondere Fähigkeit, exakte Beobachtungen in einzelne Szenen einfliessen zu lassen, konnte sich in der einfachen Beschreibung einer Stube oder eines wolkenverhangenen Himmels äussern. 1939 schrieb Friedrich Witz dazu: Vorlage:"<ref>Friedrich Witz: Vorwort. In: Friedrich Glauser: Mensch im Zwielicht. Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich 1939, S. 14.</ref> Und weiter: Vorlage:"<ref>Friedrich Witz: Vorwort. In: Friedrich Glauser: Beichte in der Nacht und andere Erzählungen. Gute Schriften, Basel 1967, S. 5.</ref> Der Autor Erhard Jöst bemerkt zu Glausers Schreibstil: Vorlage:"<ref>Erhard Jöst: Seelen sind zerbrechlich – Friedrich Glausers Kriminalromane beleuchten Schweizer Schattenseiten. In Die Horen – Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik. Wirtschaftsverlag, Bremerhaven 1987, S. 75.</ref> Und der Literaturkritiker Hardy Ruoss erkennt in Glauser «den Sozialkritiker, den Fabulierer und Menschenzeichner, aber auch den Schilderer dichtester Atmosphären.»<ref>Hardy Ruoss: Spotten Sie nicht über Kriminalromane – Gründe und Hintergründe von Friedrich Glausers Erzählen. In Die Horen – Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik. Wirtschaftsverlag, Bremerhaven 1987, S. 61.</ref> Zum Atmosphärischen tragen auch die verbal vermittelten Sinneseindrücke bei, die sich nicht wie bei anderen Autoren auf das Visuelle und das Akustische beschränken, sondern alle fünf Sinne einbeziehen.

Glauser erlaubte es sich, auch ein Stilmittel einzusetzen, das im 19. Jahrhundert verbreitet war, in seiner Generation aber nicht mehr üblich war: Er flocht schweizerdeutsche Ausdrücke in seine Texte ein; da heisst es dann unerwartet «Chabis» (Blödsinn), «hocken» (sitzen), «Chrachen» (Weiler), «G’schtürm» (Hetzerei), «Grind» (Kopf) oder Vorlage:"? In dieser Art des Schreibens fanden seine Leser (insbesondere Schweizer) sofort etwas sehr Vertrautes und Heimatliches.<ref>Frank Göhre: Zeitgenosse Glauser. Ein Portrait, Zürich 1988.</ref><ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser, Frankfurt am Main 1981.</ref> Und Jean Rudolf von Salis bemerkte dazu: Vorlage:"<ref>Peter Erismann, Heiner Spiess (Hrsg.): Friedrich Glauser. Erinnerungen. Limmat, Zürich 1996, ISBN 3-85791-274-X, S. 132.</ref>

Wirkung, Rezeption

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Glausers nachhaltigste Schöpfung: «Wachtmeister Studer», gespielt von Heinrich Gretler im gleichnamigen Praesens-Film aus dem Jahre 1939, Foto: Emil Berna

Literarischer Erfolg stellte sich für Glauser erst in den letzten zwei Lebensjahren ein, als er mit Schlumpf Erwin Mord die Figur des Wachtmeisters Studer schuf, auch wenn er deswegen von Kollegen kritisiert wurde; so monierte der Autor Wolfgang Hartmann noch 1947: Vorlage:"<ref>Wolfgang Hartmann: Erinnerungen an Friedrich Glauser. In: Die Nation, 28. Mai 1947.</ref> Glauser hielt allerdings am Vorlage:" Genre fest und schrieb bis zu seinem Tod im Dezember 1938 fünf Studer-Romane, fünf Studer-Kurzgeschichten und drei Studer-Roman-Fragmente. Mit dem eigensinnigen Kriminalpolizisten, der stets Verständnis für die Gestrauchelten hat, verschaffte er sich postum eine gesicherte Stellung in der Kriminalliteratur. Die Figur des Wachtmeister Studers etablierte sich über die Jahre im Literaturgenre des Krimis wie Doyles «Sherlock Holmes», Agatha Christies «Miss Marple» und «Hercule Poirot» oder Georges Simenons «Jules Maigret». Nach Auffassung von Erhard Jöst ist Glauser «einer der wichtigsten Wegbereiter des modernen Kriminalromans», und bei einer Umfrage nach dem besten Kriminalroman aller Zeiten im Jahr 1990 landete Schlumpf Erwin Mord als bester deutschsprachiger Krimi auf Platz 4, gefolgt von Matto regiert auf Platz 10 und Der Chinese auf Platz 16. Kein anderer deutschsprachiger Autor ist auf der 119 Werke umfassenden Liste mit drei Werken vertreten.<ref>Die 119 besten Kriminalromane aller Zeiten.</ref>

Nachdem Glauser in den 1950er- und 60er-Jahren als «Enfant terrible» der Schweizer Literatur verschrien gewesen war, brachte 1969 der Journalist und Verleger Hugo Leber mit der ersten Gesamtausgabe durch den Arche Verlag Glausers Schaffen wieder in das Bewusstsein des Literaturbetriebs. Zu dieser vierbändigen Publikation bemerkte Leber: Vorlage:"<ref>Dokumentarfilm Betrifft Friedrich Glauser – Eine Ermittlung von Felice Antonio Vitali, 1975.</ref> 1988 erschien zum 50. Todestag Glausers Briefwechsel und von 1992 bis 1997 die erste vollständige Ausgabe seines Prosawerks im Limmat Verlag in einer neu edierten 11-bändigen Gesamtausgabe, welche das erzählerische Werk und alle Romane umfasste.

Auch andere Künstler wie das Glauser-Quintett oder der Illustrator Hannes Binder wurden von Glauser inspiriert. Letzterer beschäftigt sich seit 1988 wiederholt mit dem Schweizer Schriftsteller: Mit Der Chinese adaptierter er seinen ersten schweizerischen Krimi-Comic. Daraufhin folgten die beiden Glauser-Krimis Krock & Co. (1990) und Knarrende Schuhe (1992). In Wachtmeister Studer im Tessin (1996) übernahm er die Figur des Wachtmeister Studer, kreierte aber darauf basierend eine neue Erzählung. In Glausers Fieber (1999) liess er den Schriftsteller Glauser seinen eigenen Roman Die Fieberkurve schreiben. Auf die Frage, was Glauser für Binder so interessant mache, antwortete dieser: Vorlage:"<ref>Der Schwarzmaler mit der Schabkartontechnik. Hannes Binder im Gespräch mit Ute Wegmann, Deutschlandfunk 2016.</ref>

Glauser wurde bisher in 17 Sprachen übersetzt, darunter auch Russisch, Lettisch und Japanisch.<ref>Christa Baumberger (Hrsg.): Friedrich Glauser, in: Quarto, Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA) / Bundesamt für Kultur, Nr. 32, Genf 2011, Vorlage:ISSN, ISBN 978-2-05-102169-2, S. 71–74.</ref> Das Historische Lexikon der Schweiz schreibt: Vorlage:"<ref>Vorlage:HLS</ref> 1988 ehrte der Autor Peter Bichsel in seinem Nachwort zu Mensch im Zwielicht Glauser mit den Worten: Vorlage:"<ref>Peter Bichsel: Nachwort. In: Friedrich Glauser: Mensch im Zwielicht. Luchterhand, Darmstadt 1988, ISBN 3-630-61814-6, S. 269.</ref> Und 2014 sagte Altbundesrat Christoph Blocher über Glauser: Vorlage:"<ref>Ich will nicht etwas sein sondern etwas bewirken – Über Friedrich Glauser und Politik. In: Berner Zeitung. 10. Oktober 2014.</ref> Am prägnantesten nahm allerdings bereits 1920 Bruno Goetz Glausers spätere Wirkung vorweg: «Die Schweiz wird einmal stolz auf ihn sein.»<ref>Gerhard Saner: Friedrich Glauser – Eine Biographie. Suhrkamp, Zürich 1981, ISBN 3-518-40277-3, S. 128.</ref>

Varia

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Friedrich-Glauser-Preis

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Der Glauser-Ehrenpreis, 2014

Das Netzwerk der deutschsprachigen Kriminalschriftsteller hat seine wichtigsten Autorenpreise nach Glauser benannt: Alljährlich verleiht das Syndikat den Friedrich-Glauser-Preis in den Sparten «bester Kriminalroman», «bestes Kriminalroman-Debüt», «beste Kriminalkurzgeschichte» sowie den «Ehrenglauser» für besondere Verdienste um das Genre.

Peter Bichsel

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In seinem Erzählband Kindergeschichten aus dem Jahre 1969 erweist Peter Bichsel Glauser eine Reverenz, indem er dem Grossvater der Kurzgeschichte Jodok lässt grüßen den Namen Friedrich Glauser gibt. Am Ende sagt der Erzähler: Vorlage:".<ref>Peter Bichsel: Kindergeschichten. Luchterhand, Zürich 1970, S. 79.</ref>

Datei:Winterthur Bahnhof ICN-019 P6A1402.JPG
Der ICN 500 019 Friedrich Glauser

Im Rahmen der Bahn 2000 schafften die SBB neue Neigezüge für den Personenfernverkehr an. 1999 begann die Auslieferung der Triebzüge der Zuggattung ICN. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Lokomotiven des Typs Re 460, welche nach Täler, Bergen und Sehenswürdigkeiten benannt wurden, trugen die neuen Triebzüge Namen von bekannten Schweizern; im Inneren der Wagen wurden Zitate der entsprechenden Persönlichkeit oberhalb der Fenster angebracht. Der ICN mit der Nummer 500 019 kam am 17. April 2001 in den Verkehr und bekam den Namen von Friedrich Glauser. Auf einer Widmungstafel innerhalb der Zugskomposition ist zu lesen:

Vorlage:Zitat

Die Zugstaufe fand am 11. Mai 2002 im Bahnhof Rheinfelden statt. Zum Namensgeber bemerkte Peter Kellner, Leiter der SBB-Kundenbeziehung, dass in allen Schriften Glausers der dunkle Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte durchdringe; seine Figuren seien Menschen am Rande des bürgerlichen Lebens, die ums blanke Überleben kämpften, denen aber auch autoritäre Ungerechtigkeiten das Leben schwer gemacht hätten.<ref>Nachrichten. In: Basler Zeitung, 8. Mai 2002.</ref><ref>Neigezug erfährt eine Biertaufe. In: Aargauer Zeitung, 13. Mai 2002.</ref>

Friedrich-Glauser-Gasse

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Die Friedrich-Glauser-Gasse in der Altstadt von Zürich

Im Mai 2001 hatte der Zürcher Stadtrat auf Antrag der Strassenbenennungskommission zwei bislang namenlose Gassen in der Altstadt nach den Schriftstellern Robert Walser und Friedrich Glauser benannt. Die Wahl des Niederdorfes wurde damit begründet, dass man sich den Ort auch als Schauplatz eines Wachtmeister-Studer-Falles vorstellen könne. Zudem bewohnte Glauser während seiner Zürcher Zeit (1916 bis 1918) unter anderem ein Zimmer in der Zähringerstrasse 40. Wegen seiner für damalige Verhältnisse unangepassten Lebensart wurde er 1918 von der Zürcher Amtsvormundschaft entmündigt.<ref>Walser und Glauser geehrt. In: Tages-Anzeiger, 3. Mai 2001.</ref>

Pünktlich zum 63. Todestag von Glauser ehrte die Stadt Zürich dann ihren ehemaligen Einwohner. Am 8. Dezember wurde die «Friedrich-Glauser-Gasse», die Quergasse zwischen Niederdorf- und Zähringerstrasse, eingeweiht. Die damalige Stadträtin Esther Maurer enthüllte das Strassenschild und führte unter anderem aus: Vorlage:"<ref>Späte Ehrung. In: Neue Zürcher Zeitung, 4. Dezember 2001.</ref><ref>Randexistenz in Seitengasse. In: Tages-Anzeiger, 4. Dezember 2001.</ref>

Glauser Quintett

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Das Glauser Quintett wurde 2010 von Daniel R. Schneider und Markus Keller gegründet und interpretiert Glausers Texte musikalisch und literarisch. Das Programm der musikalischen Lesungen beinhaltet vor allem die «Glauser-Trilogie», bestehend aus den Kurzgeschichten Schluep, Knarrende Schuhe und Elsi – Oder sie geht um. Im Jahre 2016 nahm sich das Ensemble auch des Legionsromans Gourrama an, indem es ausgewählte Episoden unter dem Titel Gourrama – Wie ein nasser Wolllappen steht er da vertonte.<ref>Glauser-Quintett.</ref>

Krimitag

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Seit 2011 veranstaltet das Syndikat, der Verband der deutschsprachigen Krimiautoren, jeweils an Glausers Todestag den Krimitag.

Werke

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Einzelausgaben

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Der dritte Band von Glausers Erzählungen in der Werkausgabe des Limmat Verlages, 1993
  • Wachtmeister Studer. Morgarten, Zürich 1936
  • Matto regiert. Jean Christophe, Zürich 1936
  • Im Dunkel. Gute Schriften (GS 195), Basel 1937
  • Die Fieberkurve. Morgarten, Zürich 1938
  • Der Chinese. Wachtmeister Studers dritter Fall. Morgarten, Zürich 1939
  • Mensch im Zwielicht. Prosatexte und Briefauszüge, red. v. Alfred Graber, hrsg. v. Friedrich Witz. Schweizer Druck- und Verlagshaus (NSB 39), Zürich 1939
  • Gourrama. Ein Roman aus der Fremdenlegion. Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich 1940
  • Der Tee der drei alten Damen. Morgarten, Zürich 1941
  • Krock & Co. Wachtmeister Studers vierter Fall. Morgarten, Zürich 1941
  • Beichte in der Nacht. Gesammelte Prosastücke. Artemis, Zürich 1945
  • Dada, Ascona und andere Erinnerungen. Arche, Zürich 1976, ISBN 3-7160-1571-7
  • Morphium und autobiographische Texte. Hrsg. v. Charles Linsmayer. Arche, Zürich 1980, ISBN 3-7160-1662-4
  • Ali und die Legionäre und andere Geschichten aus Nordafrika. Sabe, Zürich 1987, ISBN 3-252-01200-6
  • Mensch im Zwielicht. Lesebuch, hrsg. v. Frank Göhre. Nachwort von Peter Bichsel. Luchterhand, Darmstadt 1988, ISBN 3-630-61814-6
  • Knarrende Schuhe. Bilder-Krimi, ill. v. Hannes Binder. Arche, Zürich 1992, ISBN 3-7160-2155-5
  • «Nüüd appartigs…». Sechs gezeichnete Geschichten. Limmat, Zürich 2005, ISBN 3-85791-481-5
  • Beichte in der Nacht und andere Geschichten von der Liebe. Limmat, Zürich 2008, ISBN 978-3-85791-557-4
  • Ich bin ein Dieb und andere Kriminalgeschichten. Limmat, Zürich 2008, ISBN 978-3-85791-558-1
  • Pfützen schreien so laut ihr Licht. Gesammelte Gedichte. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-33-2
  • Schaumkronen. Gedichte und Aphorismen. Elster, Zürich 2012, ISBN 978-3-906065-03-8
  • Friedrich Glauser. Versensporn – Heft für lyrische Reize Nr. 40. Hrsg. von Tom Riebe. Edition POESIE SCHMECKT GUT, Jena 2020, 100 Exemplare.

Werkausgaben

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Der vierte Band von Glausers Erzählungen in der Werkausgabe des Limmat Verlages, 1993
  • Gesammelte Werke. 4 Bände, hrsg. v. Hugo Leber. Arche, Zürich 1969–1974
  • Das erzählerische Werk. 4 Bände, hrsg. v. Bernhard Echte. Limmat Verlag, Zürich 1992/1993; Taschenbuchausgabe im Unionsverlag, Zürich 2000/01:
    • Band 1: Mattos Puppentheater, ISBN 3-293-20176-8
    • Band 2: Der alte Zauberer, ISBN 3-293-20186-5
    • Band 3: König Zucker, ISBN 3-293-20194-6
    • Band 4: Gesprungenes Glas, ISBN 3-293-20201-2
  • Die Romane. 7 Bände, hrsg. v. Bernhard Echte. Limmat, Zürich 1995–1997; Taschenbuchausgabe im Unionsverlag, Zürich 1999ff:

Briefwechsel

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  • Briefe. 2 Bände, hrsg. v. Bernhard Echte. Arche, Zürich 1988/91:
    • Band 1: 1911–1935, ISBN 3-7160-2075-3
    • Band 2: 1935–1938, ISBN 3-7160-2076-1
  • «Man kann sehr schön mit dir schweigen» – Briefe an Elisabeth von Ruckteschell und die Asconeser Freunde 1919–1932. Nimbus, Wädenswil 2008, ISBN 978-3-907142-32-5
  • «Du wirst heillos Geduld haben müssen mit mir» - Liebesbriefe. Unionsverlag, Zürich 2021, ISBN 978-3-293-00570-9.

Hörbücher

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  • Friedrich Glauser: Chabis! Lieder und Texte von und zu Friedrich Glauser. RecRec, Zürich 1996.
  • Friedrich Glauser: Wachtmeister Studer. Der Audio Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89813-586-1.
  • Friedrich Glauser: Matto regiert sowie Kif, gelesen von Friedrich Glauser. Christoph Merian Verlag, Basel 2006, ISBN 978-3-85616-275-7.
  • Friedrich Glauser: Gesprungenes Glas oder: «Ich habe eine grosse Sache im Gring». Hörcollage über Friedrich Glauser. Christoph Merian Verlag, Basel 2006, ISBN 978-3-85616-292-4.
  • Friedrich Glauser: Der Chinese. Christoph Merian Verlag, Basel 2007, ISBN 978-3-85616-308-2.
  • Friedrich Glauser: Die Fieberkurve. Christoph Merian Verlag, Basel 2007, ISBN 978-3-85616-335-8.
  • Friedrich Glauser: Krock & Co. Wachtmeister Studer ermittelt. Christoph Merian Verlag, Basel 2010, ISBN 978-3-85616-432-4.
  • Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen. Christoph Merian Verlag, Basel 2011, ISBN 978-3-85616-553-6.

Verfilmungen

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  • 1939: Wachtmeister Studer (Schweiz, Regie: Leopold Lindtberg; mit Heinrich Gretler als Studer)
  • 1943: Kriminalassistent Bloch (Dänemark, Regie: Poul Band und Grete Frische)
  • 1947: Matto regiert (Schweiz, Regie: Leopold Lindtberg; mit Heinrich Gretler als Studer)
  • 1976: Krock & Co (Deutschland/Schweiz, Fernsehfilm, Regie: Rainer Wolffhardt; mit Hans Heinz Moser als Studer)
  • 1978: Der Chinese (Deutschland/Schweiz, Fernsehfilm, Regie: Kurt Gloor; mit Hans Heinz Moser als Studer)
  • 1979: Der Handkuss – Ein Märchen aus der Schweiz (Schweiz, Fernsehfilm, Regie: Alexander J. Seiler)
  • 1980: Matto regiert (Deutschland/Schweiz, Fernsehfilm, Regie: Wolfgang Panzer; mit Hans Heinz Moser als Studer)
  • 2001: Studers erster Fall (Schweiz, Fernsehfilm, Regie: Sabine Boss; mit Judith Hofmann als Claudia (!) Studer) – nach Matto regiert

Dokumentarfilme

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Sekundärliteratur

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Datei:MattoSDV1.jpg
Wachtmeister Studer auf dem Buchcover von Matto regiert (Buchausgabe des Schweizer Druck- und Verlagshauses, Zürich 1943)
Datei:GlauserstatuePetraBusch1.jpg
Friedrich-Glauser-Preis 2011 für Petra Busch: Bester Erstlingsroman Schweig still, mein Kind (2010)
  • Dieter Fringeli: Dichter im Abseits. Schweizer Autoren von Glauser bis Hohl. Artemis, Zürich 1974, ISBN 3-7608-0339-3, S. 33–48
  • Erhard Ruoss: Wirklichkeit und Wahrheit: Friedrich Glausers Erzählen als Selbstbegegnung und Wahrheitssuche, Zürich 1976, Vorlage:OCLC (Dissertation Universität Zürich, Philosophische Fakultät I, 1976, 120 Seiten).
  • Erhard Ruoss: Friedrich Glauser: Erzählen als Selbstbegegnung und Wahrheitssuche (= Europäische Hochschulschriften. Reihe I, Deutsche Sprache und Literatur, Band 290). Lang, Bern 1979, ISBN 3-261-04650-3.
  • Gerhard Saner: Friedrich Glauser. Eine Biographie. 2 Bände. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-04130-4.
  • Erhard Jöst: Seelen sind zerbrechlich. Friedrich Glausers Kriminalromane beleuchten Schweizer Schattenseiten. In: Die Horen Nr. 148, 1987, S. 75–80, Vorlage:ISSN
  • Frank Göhre: Zeitgenosse Glauser. Ein Porträt. Arche, Zürich 1988, ISBN 3-7160-2077-X.
  • Rainer Redies: Über Wachtmeister Studer. Biographische Skizzen. Erpf, Bern 1993, ISBN 3-905517-60-4.
  • Heiner Dübi: Internierung, Bevormundung – eine Folge gesellschaftlicher Ordnung. Cardun, Winterthur 1995, ISBN 3-907803-07-8.
  • Peter Erismann, Heiner Spiess (Hrsg.): Friedrich Glauser. Erinnerungen. Limmat, Zürich 1996, ISBN 3-85791-274-X.
  • Angelika Jockers, Anastasia Simopoulos, Hannes Binder: Friedrich Glauser zum 100. Geburtstag. Festschrift, Friedrich Glauser-Gesellschaft, München 1996, Vorlage:OCLC.
  • Birgit Kawohl: Friedrich Glauser. Personalbibliographie. Kletsmeier, Giessen 1997, ISBN 3-930494-24-8.
  • Joseph Quack: Die Grenzen des Menschlichen. Über Georges Simenon, Rex Stout, Friedrich Glauser, Graham Greene. Königshausen & Neumann, Würzburg 2000, ISBN 3-8260-2014-6.
  • Karl F. Stock et al.: Personalbibliographien österreichischer Dichterinnen und Dichter. München 2002, Bd. 1, S. 463–464.
  • Christa Baumberger: Resonanzraum Literatur. Polyphonie bei Friedrich Glauser. Fink, Paderborn 2006, ISBN 3-7705-4265-7 (Dissertation, Universität Zürich 2005).
  • Frank Göhre: Mo. Der Lebensroman des Friedrich Glauser. Pendragon, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-86532-085-8.
  • Hubert Thüring: Friedrich Glausers Schreiben im Kreuzungspunkt von Philologie und Kulturwissenschaft. Bern 2008 (Text online).
  • Christa Baumberger (Hrsg.): Friedrich Glauser, in: Quarto, Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA) / Bundesamt für Kultur, Nr. 32, Genf 2011, Vorlage:ISSN, ISBN 978-2-05-102169-2.
  • Martina Wehrli: Schreiben am Rand. Die «Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau» und ihre Narrative (1895–1936). Transcript, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2878-4, S. 326 ff. (= Überarbeitete Dissertation ETH Zürich 2012.)
  • Hannes Binder: Dada. Limmat Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-85791-789-9
  • Christa Baumberger, Rémi Jaccard (Hrsg.): Friedrich Glauser: Ce n’est pas très beau – Eine abgründige Sammlung zur Ausstellung im Strauhof. Zürich, 2016
  • Ursula Kohler: Literarisches Reisefieber. AS-Verlag, Zürich 2017, ISBN 978-3-906055-63-3, S. 110–119 (Gartenbauschule Oeschberg: Auf der Suche nach einer der Lebensstationen Glausers)
  • Christa Baumberger (Hrsg.), Illustrationen von Hannes Binder: «Jeder sucht sein Paradies…» – Briefe, Berichte, Gespräche. Limmat-Verlag, Zürich 2021, ISBN 978-3-03926-005-8.<ref>„Lauter Lebenszeichen“, Rezension auf literaturkritik.de vom 13. April 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.</ref>
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Einzelnachweise

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