Hindukusch

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Vorlage:Infobox Gebirgsgruppe

Der Hindukusch (Vorlage:FaS) ist ein Gebirge in Zentralasien. Bei den Geographen der Antike wurde er auch als Parapanisos bzw. Paropamisos bezeichnet.<ref>http://www.zeno.org/Georges-1913/A/Paropamisus</ref> Er liegt größtenteils in Afghanistan, der östliche Teil mit den höchsten Gipfeln liegt in Pakistan. Im äußersten Osten verläuft er entlang der pakistanisch-chinesischen Grenze. Der höchste Berg ist der Tirich Mir (Vorlage:Höhe).

Die Herkunft des Namens Hindukusch wird, übersetzt als „Hindu-Mörder“, von dem Forschungsreisenden Ibn Battūta (1304–1377) auf die zahlreichen Hindu-Sklaven zurückgeführt, die bei ihrem Weg von Indien nach Turkestan in diesen Bergen ums Leben kamen. Ursprünglich bezog sich der Name wohl nur auf die Bergkette nördlich von Kabul.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Alternativ lässt er sich als „indische Berge“ interpretieren, vgl. Kuhestan als „Bergland“. Der Wortbestandteil „-kusch“ wäre dann ein Kognat zum persischen „kuh“ (Berg). Vergleiche auch das Gebirge Kuschi in Belutschistan und das Imperium Kuschana, welches sich unter anderem über den Hindukusch erstreckte. Älter und zumindest artverwandt wäre auch die Bezeichnung als „Kaukasus Indicus“ zur Indo-Griechischen Zeit.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Geografie

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Datei:Hindu-Kush-Range.png
Physische Karte

Der größte Teil des Hindukusch liegt in Afghanistan und besteht aus trockenen, ca. 4000 bis 5000 m hohen Bergen. Die Hauptkette des Hindukusch in der Grenzregion zu Pakistan ist dagegen ein mit dem Himalaya vergleichbares Hochgebirge mit bis zu 20 km langen Gletschern. Gelegentlich wird der Hindukusch als Teil des Himalaya betrachtet oder die beiden Gebirge werden zusammen mit dem Karakorum zur geologischen Gebirgseinheit Hindukusch-Karakorum-Himalaya-Kette (HKH) vereint. Ebenfalls mit HKH abgekürzt wird die Hindukusch-Himalaya-Region, eine länderübergreifende Entwicklungsregion in Südasien.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Zudem ist der Hindukusch (Östlicher und zentraler Teil immer, westlicher Teil je nach Autor) Teil des kontinentalen Gebirgssystems Hochasien.

Die Ausdehnung des Hindukusch beträgt in Ost-West-Richtung rund 800 km, in der Breite variiert sie zwischen 50 und 350 km.<ref name="gse">Vorlage:GSE</ref> Obwohl die Encyclopædia Britannica ebenfalls eine Ausdehnung von 800 km nennt, erklärt sie in ihrem Artikel weiter unten, dass eine Festlegung der östlichen und westlichen Grenze des Hindukusch schwierig und nicht eindeutig ist. Anschließend führt sie folgende Unterteilung mit Grenzen auf:<ref>Hindu-Kush, Encyclopædia Britannica Online, freier Zugang pro IP beschränkt.</ref>

  1. Östlicher Hindukusch: vom Karambar-Pass im äußersten Osten bis zum Dorah-Pass
  2. Mittlerer Hindukusch: vom Dorah-Pass bis zum Shibar-Pass nordwestlich von Kabul
  3. Westlicher Hindukusch: vom Shibar-Pass bis zur Stadt Herat an der Grenze zu Iran und darüber hinaus.
    Dies würde die gesamten fächerförmigen Gebirgszüge in Zentral-Afghanistan wie beispielsweise den Koh-e Baba mit einschließen. Dann wäre der Hindukusch 1.100 bis 1.200 km lang.

Grenze

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Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Im Nordosten ist das Gebirge zum Pamir durch den Pjandsch und dessen Quellfluss Wachandarja begrenzt. Über den Wakhjir-Pass zwischen Afghanistan und China schließt sich das Tal des Taschkorgan an. Diesem folgt die Grenze flussabwärts Richtung Osten bis zum Zufluss eines unbekannten Flusses aus Richtung Süden, was den nordöstlichsten Punkt des Hindukusch darstellt (Vorlage:Coordinate). In diesem Tal flussaufwärts Richtung Süden verläuft auch der Karakorum Highway – hier als die chinesische Nationalstraße G314, die den äußersten Osten des Hindukusch darstellt. Die Grenze verläuft der Straße folgend bis zum Kunjirap-Pass (Vorlage:Coordinate), der den Übergang zum Karakorum darstellt. Die Grenze Hindukusch-Karakorum geht nun weiter Richtung Westen dem Highway folgend das gesamte Kunjirap-Tal flussabwärts bis zu dessen Vereinigung mit dem Kilik (Vorlage:Coordinate). Hier verlässt die Grenze die Straße und geht das Kilik-Tal hinauf. Über den Kermin-Pass (Vorlage:Coordinate) wechselt die Grenze in das südliche Nachbartal des Chapursan. Dort weiter flussaufwärts bis zum Chillinji-Pass (Vorlage:Coordinate). Danach kurz hinunter ins Karambar-Tal. Ab hier beginnt die südliche Grenze zum Hinduraj. Diese verläuft zunächst das Tal hinauf bis zum Karambar-Pass (Vorlage:Coordinate). Westlich davon folgt die Grenze dem Yarkhun flussabwärts, bis dieser in den Mastuj (Vorlage:Coordinate) und dieser wiederum in den Kunar (auch „Chitral“) (Vorlage:Coordinate) mündet. Dieser passiert die Grenze von Pakistan nach Afghanistan, bis er schließlich bei Dschalalabad in den Fluss Kabul (Vorlage:Coordinate) fließt. Dschalalabad liegt an den südlichsten Ausläufern des Hindukusch. Die Grenze verläuft weiter den Fluss Kabul flussaufwärts.

Im Südwesten grenzt der Hindukusch an die Gebirgsketten Zentral-Afghanistans, unter anderem den Koh-e Baba.

Auswirkungen des Klimawandels

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Die globale Erwärmung hat Einfluss auf das Klima des Hindukusch. Eine Studie von Philippus Wester et al. aus dem Jahr 2019, an der mehr als 350 Forscher beteiligt waren, kommt zu dem Ergebnis, dass selbst beim Erreichen des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Übereinkommen etwa ein Drittel der Eisflächen des Himalaya und Hindukusch verloren gehen wird. Da sich die Wasserversorgung von beinahe zwei Milliarden Menschen aus den Gletschersystemen speist, könnte es bei Bewahrheitung des Klimamodells zu schwerwiegenden Folgen für die Bevölkerung kommen.<ref>Philippus Wester, Arabinda Mishra, Aditi Mukherji, Arun Bhakta Shrestha (2019). The Hindu Kush Himalaya Assessment: Mountains, Climate Change, Sustainability and People, ISBN 978-3-319-92288-1 https://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-319-92288-1</ref> Der Klimatologe Philippus Wester kommentiert seine Erkenntnisse wie folgt: „Die globale Erderwärmung ist dabei, die eisigen, mit Gletschern bedeckten Gipfel des [Hindukusch-Himalaya], die sich über acht Länder erstrecken, innerhalb von etwas weniger als einem Jahrhundert in kahle Felsen zu verwandeln.“<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Berge

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Datei:Tirch mir.jpg
Tirich Mir, der höchste Berg des Gebirges

Höchste Berge

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Der höchste Berg ist über Vorlage:Höhe hoch.<ref name="peaklist">Afghanistan ultra-prominent peaks. peaklist.org</ref> Eine Auswahl:

Name Höhe
in [m]
Land
Tirich Mir 7708 PK
Noshak 7492 AF, PK
Istor-o-Nal 7403 PK
Saraghrar I 7338 PK
Udren Zom 7140 PK
Lunkho e Dosare 6901 AF, PK
Kuh-e Bandaka 6843 AF
Koh-e Keshni Khan 6743 AF
Sakar Sar 6272 AF, PK
Kohe Mondi 6234 AF
Mīr Samīr 5809 AF

Weitere Berge in Afghanistan

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Folgende Berge sind vergleichsweise niedrig, haben aber eine Bedeutung für die Menschen des Landes mit hinduistischen Glaubensrichtungen.

Politischer Kontext

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Die südöstlichen Ausläufer des Hindukusch (wie etwa die Spīn-Ghar-Kette oder das Sulaimangebirge) waren das Hauptrückzugsgebiet der Taliban-Milizen. Deutschland war ab 2001 in Afghanistan mit der Bundeswehr im Einsatz. Im Hinblick darauf äußerte der damalige Bundesminister für Verteidigung Peter Struck am 4. Dezember 2002: „Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Pässe

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Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten Die Hindukusch-Pässe (Vorlage:FaS oder Vorlage:FaS) heißen:

Name pers. Name
(Kotal e …)
Höhe
in [m]
Koord. Land
Bazak 5000
Naksan 5050
Kan Chin 4900
Marastrak 5760
Salangpass Salang 3878 (Vorlage:Coordinate) AF
Aqrabat-Pass Aq Rabat 3600 (Vorlage:Coordinate) AF
Kushan-Pass Kushan 4300
Tschar Dar 4236
Khawak-Pass Khawak 3848 (Vorlage:Coordinate) AF
Pilo 3600
Dandan Shekan 2700
Dalan Sank Shatal 3560
Shibar-Pass Shibar 3000 (Vorlage:Coordinate) AF
Broghol-Pass Broghol 3798 (Vorlage:Coordinate) AF, PK
Dorah-Pass Dorah 4300 (Vorlage:Coordinate) AF, PK
Irshad-Pass Irshad 4977 (Vorlage:Coordinate) AF, PK
Unai-Pass Unai 3300 (Vorlage:Coordinate) AF
Wakhjir-Pass Wakhjir 4923 (Vorlage:Coordinate) AF, CN

Geologie

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Der Hindukusch gehört zu den Faltengebirgen, die mit dem Eindringen der Indischen Platte in das zentralasiatische Festland aufgeworfen werden, und ist geologisch noch relativ jung. Sein Wachstum hält an.

Ökologische Höhenstufen

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Bei den ökologischen Höhenstufen sind zwei Gebiete zu unterscheiden: Die nordwestliche Abdachung des Hindukusch (z. B. Ghorbandtal, Pandschschir-Tal) ist trocken. Die südöstliche Seite (z. B. Nuristan, Laghman) ist feucht und wird vom Monsun beeinflusst.

Schematische Übersicht<ref name="Breckle 2004" />
Stufe Westlicher Hindukusch Südöstlicher Hindukusch
Schneegrenze 4800–5200 5200–5400
Subnivalstufe 4200–4800 offene Schuttfluren 4300–5200 Schuttfluren
Alpine Stufe 3600–4200 Schuttfluren (Leucopoa) 3500–4300 Alpine Rasen, Matten und Schuttfluren, Quellfluren
Subalpinstufe 2800–3600 Dornpolster, Gebirgshalbwüste 3000–3500 Krummholz-/Dornpolster-Mosaik; Hochstauden, Quellfluren
Waldgrenze nicht erkennbar 3000–3150 Nadelhölzer, Juniperus, Betula
Nadelwaldstufen 2000–2800 kaum vorhanden (meist Gebirgshalbwüste, selten offene Juniperusfluren) 2200–3000 Abies, Picea, Cedrus, Pinus (in einzelnen Talschaften sehr unterschiedlich)
Laubwaldstufen 1400–2000 kaum vorhanden, Pistacia vera im Norden, andere Pistacia-Arten und Amygdalus in Zentral- und Südwestafghanistan (offene Baumfluren) 1000–2300 Quercus balout-Hartlaubwälder (z. T. noch andere immergrüne Quercus-Arten bis 2800 m)
Talbereiche < 1400 Halbwüste, Wüste, Flussoasen (im Norden: z. T. Steppen) 700–1100 subtropischer Trockenbusch mit Vorland~ Dorngehölzen (Reptonia, Stocksia)
< 700 subtropischer Trockenbusch und Halbwüsten (Aerva, Rhazia, Flussoasen)

Literatur

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  • Burchard Brentjes: Der Knoten Asiens – Afghanistan und die Völker am Hindukusch. Tusch, Wien 1984, ISBN 3-85063-143-5.
  • Eric Newby: Ein Spaziergang im Hindukusch. Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-4510-4.
  • Karl Jettmar u. a.: Die Religionen des Hindukusch. Kohlhammer, Stuttgart 1975, ISBN 3-17-002092-7.
  • Karl Jettmar: Cultures of the Hindukush. Steiner, Wiesbaden 1974, ISBN 3-515-01217-6.
  • Heinrich F. J. Junker; Bozorg Alavi: Wörterbuch persisch-deutsch. Langenscheidt, Leipzig / Berlin / München / Wien / Zürich / New York 1992.
  • Ali Akbar Dehkhoda, Mohammad Moin, Jafar Shahidi u. a.: Loghat Nāmeh Dehkhodā. Dāneshgāh Tehrān (Universität Teheran), 1991.
  • Al Qanun al Masudi. 3 Bände, Hyderabad 1954, Bd. 1 S. 4–5
  • E. Sachau (Hrsg.): Ta’ rih al-Hind. London 1887.
    • Eng. Übersetzung von E. Sachau: Alberuni’s Indi. London 1888 (Bd. 1) und 1910 (Bd. 2)
  • M. Krause: Albiruni, ein iranischer Forscher. In: Der Islam. 26, no. 1 (1942), Vorlage:OCLC, S. 1–15.
  • E. Wiedemann: Geographisches von al-Biruni. In: SBPMS. Erlangen, Beiträge 44/1912
  • Habibo Brechna: Die Geschichte Afghanistans. Die Zitadelle von Kabul und das historische Umfeld Afghanistans über 1500 Jahre. vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, Zürich 2005, ISBN 3-7281-2963-1.
  • Friedrich Rückert: Firdosi’s Königsbuch (Schahname) Sage I-XIII. 1890. (Nachdruck: epubli, Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-356-6, S. 136–239)
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Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise und Anmerkungen

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<references> <ref name="Breckle 2004"> Vorlage:Literatur </ref> </references>

Vorlage:Normdaten