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	<title>Warlord - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Warlord&amp;diff=5878&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Benowar: /* Warlords in der Gegenwart */</title>
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		<updated>2025-03-05T20:57:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Warlords in der Gegenwart&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, deutsch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kriegsfürst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet einen [[militär]]ischen Anführer, der unabhängig von der [[Staatsgewalt|Staatsmacht]] den [[Sicherheitskräfte|Sicherheitssektor]] eines Landesteils kontrolliert oder ein begrenztes Gebiet beherrscht, das der Staatsgewalt entglitten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begrifflichkeit und Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Das Phänomen der Warlords bzw. Kriegsfürsten&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schetter&amp;quot;&amp;gt;Conrad Schetter: [https://www.jaeger.uni-koeln.de/fileadmin/templates/publikationen/aipa/aipa0304.pdf &amp;#039;&amp;#039;Kriegsfürstentum und Bürgerkriegsökonomien in Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 720&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;Arbeitspapiere zur Internationalen Politik und Außenpolitik&amp;#039;&amp;#039; (AIPA) 3/2004. S. 3&amp;amp;nbsp;f. Abgerufen am 8. November 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; tritt in moderner Zeit insbesondere in durch [[Bürgerkrieg]]e geschwächten oder [[Gescheiterter Staat|gescheiterten Staaten]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[http://www.duden.de/rechtschreibung/Warlord Warlord]&amp;#039;&amp;#039; wird im [[Duden]] definiert als &amp;#039;&amp;#039;Anführer eines Stammes, einer Volksgruppe, der (meist bei bürgerkriegsähnlichen Konflikten) in einem begrenzten Gebiet die militärische und politische Macht übernommen hat&amp;#039;&amp;#039; (Abruf vom 8. September 2017). Schetter spricht von &amp;#039;&amp;#039;Eliten, die unter Bedingungen eines fortschreitenden Staatsverfalls die Kontrolle über den Sicherheitssektor gewinnen und das Land zur eigenen Bereicherung ausbeuten&amp;#039;&amp;#039; (Abruf vom 8. November 2010).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der aus dem [[Englisch]]en [[Lehnwort|entlehnte]] Begriff wurde zunächst zur Beschreibung militärischer Akteure im [[Xinhai-Revolution|chinesischen Bürgerkrieg ab 1911]] verwendet (als [[Lehnübertragung]] von {{zh|t=軍閥|v=军阀|p=jūnfá}}&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oxford&amp;quot;&amp;gt;[[Oxford English Dictionary]], Band 2, zweite Auflage, 1989, s. v. &amp;#039;&amp;#039;warlord&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;junfa&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.zdic.net/c/b/152/337064.htm |titel=&amp;#039;&amp;#039;jūnfá&amp;#039;&amp;#039; (軍閥 / 军阀) - &amp;#039;&amp;#039;warlord&amp;#039;&amp;#039; |werk=zdic.net |abruf=2018-03-18 |sprache=zh en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Englischen wird auch der aus der jüngeren deutschen [[Verfassungsgeschichte]] stammende deutschsprachige Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; mit dem englischen Wort &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039; [[Lehnübersetzung|übersetzt]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Oxford&amp;quot; /&amp;gt; Im Deutschen sind die beiden Begriffe &amp;#039;&amp;#039;Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039; jedoch nicht gleichbedeutend, sondern in der Regel streng zu unterscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stig&amp;quot;&amp;gt;[[Stig Förster]], [[Markus Pöhlmann]], Dierk Walter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Portraits.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 2006, ISBN 3-406-54983-7, S.&amp;amp;nbsp;7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kriegsherr bezeichnet in diesem Zusammenhang im Krieg den Oberbefehlshaber. Ein Ausnahmefall, in dem die Benennungen &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039; auch im Deutschen weitgehend austauschbar verwendet werden, ist die Geschichtsschreibung zum alten [[Kaiserreich China]], in der die besonders seit der Zeit der [[Han-Dynastie]] auftretenden konkurrierenden lokalen Machthaber, Provinzfürsten und [[Kleinkönig]]e oft unterschiedslos als „Kriegsherren“, „Kriegsfürsten“ oder (wohl beeinflusst durch die englischsprachige Historiographie) als „Warlords“ bezeichnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helwig Schmidt-Glintzer]]: &amp;#039;&amp;#039;China.&amp;#039;&amp;#039; C.H.&amp;amp;nbsp;Beck, München 1997, S.&amp;amp;nbsp;311 ([[Sachregister]]: „Warlords s. Kriegsherren“); Heinz Wagner: &amp;#039;&amp;#039;China. Das alte und das neue Reich der Mitte.&amp;#039;&amp;#039; [[Komplett-Media]], München/Grünwald 2008 (nennt die &amp;#039;&amp;#039;jūnfá&amp;#039;&amp;#039; der Zeit nach 1912 „Warlords“ und die lokalen Machthaber der älteren Epoche „Kriegsfürsten“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Begriff &amp;#039;&amp;#039;Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039; kam in der [[Neuzeit]] in Gebrauch und etablierte sich in der jüngeren deutschen Verfassungsgeschichte als Bezeichnung für den legitimen Führer einer [[Kriegspartei]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stig&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm&amp;quot;&amp;gt;{{Deutsches Wörterbuch |Lemma=Kriegsherr |Band=11 |Sp=2276}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Regel wurde damit ein [[Landesherr]] in seiner Funktion als oberster Befehlshaber des Militärs bezeichnet. Meist fungierte als Kriegsherr ein [[Monarchie|Monarch]], in manchen [[Freie und Reichsstädte|Reichsstädten]] wurden auch die Mitglieder des städtischen Kriegsamts als „Kriegsherren“ tituliert, so etwa im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] in [[Reichsstadt Nürnberg|Nürnberg]]. Bisweilen bezeichnete das Wort auch einen Heerführer, dem die Kriegführung als Untertan oder Beauftragten des Herrschers eigenverantwortlich übertragen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{DtRechtswörterbuch |Kriegsherr |SpalteAb=1549 |SpalteBis=1550}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kriegsherr unterscheidet sich von einem [[Feldherr]]n oder Heerführer insbesondere durch die Befugnis oder Ermächtigung, den [[Kriegserklärung|Krieg zu erklären]] und gegebenenfalls durch [[Waffenstillstand]] oder [[Friedensschluss]] [[völkerrecht]]lich bindend wieder zu beenden. Ein &amp;#039;&amp;#039;Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039; ist demnach gerade kein &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039;, dessen völkerrechtlich als illegitim betrachtete Stellung nur auf der Macht des Faktischen beruht. In der [[Bismarcksche Reichsverfassung|Bismarckschen Reichsverfassung]] wurde die staatsrechtliche Stellung des Kriegsherrn dem [[Deutscher Kaiser|Deutschen Kaiser]] vorbehalten, der als Inhaber der höchsten [[Befehls- und Kommandogewalt]] ([[Oberbefehl]]) über die gesamten Streitkräfte des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Reiches]] als alleiniger [[Souveränität#Souveränität und Föderalismus|souveräner]] Kriegsherr fungierte, während die [[Liste der Fürsten im Deutschen Kaiserreich|deutschen Bundesfürsten]] mit der Reichsgründung auf die Befugnis, eigenständig Krieg führen zu können, verzichteten. Daher wurde der Kaiser bis zum Ende des Kaiserreichs als „Oberster Kriegsherr“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Deist: &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Wilhelm II. als Oberster Kriegsherr&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wilhelm Deist (Historiker)|Wilhelm Deist]]: &amp;#039;&amp;#039;Militär, Staat und Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 1991, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039; wurde in dieser Bedeutung ursprünglich im Kontext der ersten [[Republik China (1912–1949)|chinesischen Republik (1912–1949)]] geprägt, in der weite Teile Chinas von konkurrierenden lokalen Machthabern kontrolliert wurden, die die Autorität der formell existierenden Zentralregierung in Nanjing nicht oder nur bedingt anerkannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. einführend David Bonavia: &amp;#039;&amp;#039;China&amp;#039;s Warlords.&amp;#039;&amp;#039; Hong Kong 1995.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gegen Ende der 1990er Jahre wurde der Begriff wiederbelebt und wird heute vor allem im Zusammenhang mit Krisenherden in [[Afrika]] und der Großregion [[Naher Osten|Nahost]]-[[Mittlerer Osten|Mittelost]] (insbesondere [[Afghanistan]]) gebraucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schetter&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung eines Warlords beruht in der Regel nicht auf formellen Befugnissen, sondern auf der faktischen Möglichkeit, aufgrund der ihm geltenden Loyalität bewaffneter Verbände Macht bzw. Herrschaft auszuüben. Charakteristisch für die Herrschaft von Warlords ist eine hohe Instabilität, da es ihnen an [[Legitimität]] mangelt und sie aus diesem Grund in hohem Maße von temporären Machtkonstellationen und militärischen Erfolgen abhängig sind. Warlords sind daher oft in erster Linie auf die Kontrolle und Sicherung ihres lokalen Machtbereiches bedacht. Sie sind nicht mit „Feldherren“ oder Oberbefehlshabern eines regulären Heeres oder einer Armee gleichzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Warlord kann seine Position nur erreichen, wenn das [[Gewaltmonopol des Staates]] zumindest lokal zusammenbricht. Diese Situation tritt oft im Zusammenhang mit Bürgerkriegen auf. Auch ein Machtvakuum, etwa nach einem [[Putsch]], einer Kriegsniederlage oder dem Abzug von Besatzungstruppen, kann Bedingungen schaffen, unter denen Warlords möglich werden. Bei Erfolg entwickeln sie sich unter Vernachlässigung der ursprünglich möglicherweise verfolgten politischen Ziele regelmäßig zu „Gewaltunternehmern“ ([[Georg Elwert]]). Elwert hat demgemäß das Aufkommen von Warlords unter dem Gesichtspunkt der Entstehung von „[[Gewaltmarkt|Gewaltmärkten]]“ in „zerfallenden Staaten“ untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Georg Elwert: &amp;#039;&amp;#039;Markets of Violence.&amp;#039;&amp;#039; In: Georg Elwert, Stephan Feuchtwang, Dieter Neubert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dynamics of Violence. Processes of Escalation and De-Escalation in Violent Group Conflicts.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1999, S. 85–102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste chinesische Republik ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Nördliche Militaristen|Warlord-Ära}}&lt;br /&gt;
Im [[Republik China (1912–1949)|China der Ersten Republik]] waren Warlords in der Regel im Beamtenapparat aufgestiegene Angehörige des niederen Landadels, die unter der Herrschaft der Nationalpartei (chin. &amp;#039;&amp;#039;[[Guomindang]]&amp;#039;&amp;#039;) als Gouverneure mehr oder weniger selbständig und mit eigener Hausmacht über Provinzen oder Teilgebiete Chinas herrschten.&amp;lt;ref&amp;gt;Edward A. McCord: &amp;#039;&amp;#039;The Power of the Gun. The Emergence of Modern Chinese Warlordism.&amp;#039;&amp;#039; Berkeley 1993 ([https://publishing.cdlib.org/ucpressebooks/view?docId=ft167nb0p4;brand=ucpress online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; So herrschten z.&amp;amp;nbsp;B. [[Liu Wenhui]] über [[Sichuan]], die Provinz, die sich östlich an [[Tibet]] anschließt, und der muslim-chinesische Hui-Gouverneur [[Ma Bufang]] über [[Amdo]]/[[Qinghai]]. Als eigentliche [[Warlord-Ära|Periode der Warlords]] gelten die Jahre 1916–1927. Nach dem Tod des chinesischen Diktators [[Yuan Shikai]] zerfiel die Autorität der Zentralregierung dermaßen, dass sie faktisch auf die Kontrolle der [[Hauptstadt]] [[Peking]] beschränkt war. Derjenige Warlord, der Peking dominierte, stellte somit auch die Zentralregierung. Mit dem [[Nordfeldzug]] der Guomindang 1927 einigte [[Chiang Kai-shek]] das Land zwar formell unter der neuen nationalchinesischen Regierung in [[Nanjing]]. Faktisch wechselten aber viele Warlords einfach die Seiten, anstatt wirklich militärisch besiegt zu werden. Bis zu Beginn des [[Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg|Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges]] 1937 gelang es der Nationalregierung nur begrenzt, die lokalen Machthaber unter Kontrolle zu bringen. Diese reagierten auf derartige Versuche immer wieder mit Aufständen. Dem Warlord [[Zhang Xueliang]], auch als „Junger Marschall“ bekannt, gelang es am 12. Dezember 1936 gar, den Staatspräsidenten Chiang Kai-shek zu [[Zwischenfall von Xi’an|entführen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätantike ===&lt;br /&gt;
In der neueren historischen Forschung werden von Autoren wie zum Beispiel Penny MacGeorge und Stuart Laycock im Rahmen der Betrachtung des zusammenbrechenden [[Weströmisches Reich|weströmischen Reichs]] in der ausgehenden [[Spätantike]] mehrere römische und nichtrömische Machthaber als &amp;#039;&amp;#039;Warlords&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu etwa Jeroen W. P. Wijnendaele: &amp;#039;&amp;#039;Generalissimos and Warlords in the Late Roman West.&amp;#039;&amp;#039; In: Nãco del Hoyo, López Sánchez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;War, Warlords and Interstate Relations in the Ancient Mediterranean.&amp;#039;&amp;#039; Leiden 2018, S. 429–451.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit diesem an sich [[Anachronismus|anachronistischen]] Begriff soll vor allem zum Ausdruck gebracht werden, dass es sich nicht um rechtlich legitimierte, sondern rein auf faktische militärische Gewalthabung gestützte Herrschaftsausübung handelte. Diese Personen traten zudem nicht etwa als [[Gegenkaiser]] auf, sondern versuchten zumindest anfangs durchaus, sich in die Matrix der römischen Staatlichkeit einzuordnen, etwa indem sie den Rang eines [[Heermeister]]s beanspruchten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 5. Jahrhundert kam es in Westrom aufgrund der zunehmenden Schwäche der kaiserlichen Zentralgewalt zur Etablierung von lokalen Machthabern,&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu [[Henning Börm]]: &amp;#039;&amp;#039;Westrom.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Stuttgart 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; die auf militärische Macht gestützt in einzelnen Territorien des zusammenbrechenden Reiches Herrschaft ausübten. Darunter sind Römer wie [[Aegidius (Feldherr)|Aegidius]] (gest. 464), [[Marcellinus (Feldherr)|Marcellinus]] (gest. 468) und [[Syagrius]] (~464 bis ~486) zu nennen,&amp;lt;ref&amp;gt;Penny MacGeorge: &amp;#039;&amp;#039;Late Roman Warlords.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch Nichtrömer wie [[Geiserich]] und [[Chlodwig I.|Chlodwig]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Jussen]]: &amp;#039;&amp;#039;Chlodwig und die Eigentümlichkeiten Galliens. Ein Warlord im rechten Augenblick&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Mischa Meier]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen&amp;#039;&amp;#039;. München 2007, S. 141–155.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei letztere teils auch gleichzeitig als [[Heerkönig]]e angesehen werden; hinzu kamen regionale [[Kleinkönig]]e, die besonders in [[Britannien in römischer Zeit#„Dunkles Zeitalter“|Britannien]] beträchtliche Bedeutung erlangten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Stuart Laycock: &amp;#039;&amp;#039;Warlords. The Struggle for Power in Post-Roman Britain&amp;#039;&amp;#039;. Stroud 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einigen von ihnen gelang es, nach dem Zusammenbruch Westroms stabile Reiche zu bilden: Aus diesen spätantiken „Warlords“ wurden schrittweise mittelalterliche [[König]]e.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neueren althistorischen Forschung wird der Begriff teilweise auch für andere antike Militärbefehlshaber in der Zeit vor der Spätantike benutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Toni Ñaco del Hoyo, Fernando López Sánchez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;War, Warlords, and Interstate Relations in the Ancient Mediterranean.&amp;#039;&amp;#039; Leiden 2018 (zu den theoretischen Vorüberlegungen diesbezüglich vgl. ebd., S. 1–12).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Warlords in der Gegenwart ===&lt;br /&gt;
In der gegenwärtigen Diskussion bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Warlord&amp;#039;&amp;#039; eine Person, die militärische wie zivile Kontrolle über ein Territorium besitzt. Diese Kontrolle ist nicht politisch legitimiert, sondern gestützt auf bewaffnete Einheiten, die nur dem Warlord gegenüber loyal sind. Das Auftreten von Warlords ist besonders in [[Gescheiterter Staat|gescheiterten Staaten]] häufig zu beobachten. Beispiele für von Warlords dominierte Länder in der jüngsten Geschichte sind [[Somalia]] ([[Mohammed Farah Aidid]], [[Ali Mahdi Mohammed]]) seit 1991, [[Afghanistan]], die [[Demokratische Republik Kongo]], der [[Sudan]] ([[Mohammed Hamdan Daglo]]), [[Syrien]] und [[Libyen]]. Aber auch andere Länder der [[Dritte Welt|Dritten Welt]] kennen Warlords, wenn auch in geringerem Ausmaße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Warlord&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bundeszentrale für politische Bildung |url=https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/504349/warlords/ |titel=Glossar {{!}} Warlords |abruf=2022-05-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; beherrscht als „Gewaltunternehmer“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bundeszentrale für politische Bildung |url=https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/504267/gewaltunternehmer/ |titel=Glossar {{!}} Gewaltunternehmer |abruf=2022-05-17 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und alleiniger Machtinhaber ein mehr oder weniger regional abgegrenztes Gebiet, das sich innerhalb eines Staatsgebietes befindet. Dies ist nur möglich, wenn der Zentralstaat einem Warlord Autonomie zugesteht oder vielmehr nicht in der Lage ist, das staatliche Gewaltmonopol&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bundeszentrale für politische Bildung |url=https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/504265/gewaltmonopol-des-staates/ |titel=Glossar {{!}} Gewaltmonopol des Staates |abruf=2022-05-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; gegenüber dem Warlord durchzusetzen. Darum findet man Warlords oft in Krisen- beziehungsweise Bürgerkriegsregionen. Die [[Soziale Rolle|Rolle]] des Warlords ist stark [[Mann|männlich]] geprägt, in sehr seltenen Fällen sind aber auch weibliche Warlords belegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Kimberly Marten: &amp;#039;&amp;#039;Warlords. Strong-arm Brokers in Weak States.&amp;#039;&amp;#039; Ithaca/London 2012, S. 4, mit Hinweis auf Bibi Ayesha in Baghlan, Afghanistan.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einnahmen gewinnt ein Warlord beispielsweise durch Zölle für Waren, die sein Gebiet durchlaufen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wolfgang Bauer |url=https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/14/afghanistan-dorf-abdul-khel-krieg-bewohner/komplettansicht |titel=Afghanistan: Hass und Hoffnung |werk=[[Die Zeit]] |datum=2018-03-29 |abruf=2023-04-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder durch andere Besteuerungen, die er (illegitim) verlangt. Manche Warlords werden auch von konventionellem Militär, wie der US-Army, unterstützt und geduldet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* David Bonavia: &amp;#039;&amp;#039;China&amp;#039;s Warlords.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, Hong Kong 1995.&lt;br /&gt;
* Tom Burgis: &amp;#039;&amp;#039;Der Fluch des Reichtums. Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas.&amp;#039;&amp;#039; Westend, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-86489-148-9.&lt;br /&gt;
* Antonio Giustuzzi: &amp;#039;&amp;#039;Empires of Mud. War and warlords in Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; Hurst, London 2012, ISBN 978-1-84904-225-3.&lt;br /&gt;
* Kimberly Marten: &amp;#039;&amp;#039;Warlordism in Comparative Perspective.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;International Security.&amp;#039;&amp;#039; 31/3, 2006/2007, S. 41–73.&lt;br /&gt;
* [[Herfried Münkler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die neuen Kriege.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-7632-5366-1.&lt;br /&gt;
* Toni Ñaco del Hoyo, Fernando López Sánchez (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;War, Warlords, and Interstate Relations in the Ancient Mediterranean.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden/Boston 2018, ISBN 978-90-04-35405-0.&lt;br /&gt;
* [[Michael Riekenberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Warlords. Eine Problemskizze.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Comparativ.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 5/6, 1999, S. 187–205.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeine Truppenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warlord| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Benowar</name></author>
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