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	<title>Volksgruppe - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Demo Wiki</subtitle>
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		<id>https://demowiki.knowlus.com/index.php?title=Volksgruppe&amp;diff=8438&amp;oldid=prev</id>
		<title>171.4.116.124: Teilrevert, das Wort war richtig</title>
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		<updated>2024-12-04T20:22:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Teilrevert, das Wort war richtig&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Wort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Volksgruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet allgemein eine [[Ethnie|ethnische Gruppe]], im engeren Sinne eine [[Minderheit]] innerhalb eines [[Staat]]es, speziell eine einzelne ethnische Gruppe innerhalb eines polyethnischen Staates ([[Vielvölkerstaat]]). Eine &amp;#039;&amp;#039;autochthone&amp;#039;&amp;#039; (aus dem [[Griechische Sprache|Griechischen]] für „aus dem Lande selbst“, [alt-]eingesessene&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Glossar in Georg Hansen, Norbert Wenning: &amp;#039;&amp;#039;Schulpolitik für andere Ethnien in Deutschland. Zwischen Autonomie und Unterdrückung&amp;#039;&amp;#039;, Waxmann, Münster 2003, ISBN 3-8309-1122-X, S.&amp;amp;nbsp;214; Dieter Kolonovits: &amp;#039;&amp;#039;Rechte der Minderheiten&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Detlef Merten]], [[Hans-Jürgen Papier]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Grundrechte in Deutschland und Europa.&amp;#039;&amp;#039; Band VII/1: &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte in Österreich&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl., C.F. Müller, Heidelberg 2014, §&amp;amp;nbsp;21 Rn.&amp;amp;nbsp;23.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder ursprüngliche) &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppe&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Bevölkerungsgruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag [https://www.dwds.de/wb/Bev%C3%B6lkerungsgruppe &amp;#039;&amp;#039;Bevölkerungsgruppe&amp;#039;&amp;#039;], bereitgestellt durch das [[Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache|Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache]], abgerufen am 11. Dezember 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt, ist eine ethnische, in Europa [[Gesetzgebung|rechtlich]] geschützte [[nationale Minderheit]]. [[Umgangssprache|Umgangssprachlich]] wird „Volksgruppe“ oft bedeutungsgleich zu &amp;#039;&amp;#039;[[ethnische Minderheit]]&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es um den Schutz von Volksgruppen innerhalb eines Staates geht, spricht man von &amp;#039;&amp;#039;[[Minderheitenschutz]]&amp;#039;&amp;#039;, in [[Österreich]] auch von &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppenförderung&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung darf nicht mit &amp;#039;&amp;#039;[[Völkergruppe]]&amp;#039;&amp;#039; (abstrakte Zusammenfassung verschiedener [[Volk#Stamm|Völker]] oder Ethnien wie etwa [[Indianer]] oder [[Papua (Völkergruppe)|Papua]]) verwechselt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begrifflichkeiten ==&lt;br /&gt;
Anders als bei den Begriffen &amp;#039;&amp;#039;[[Minderheit]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[indigene Völker]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] „eingeborene“, siehe [[Indigene Völker#Wortherkunft „indigen, autochthon“|Wortherkunft]]) existiert&amp;amp;nbsp;– abgesehen von der rechtlichen Definition des [[Legislative|Gesetzgebers]] in [[Österreich]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundeskanzleramt (Österreich)|Bundeskanzleramt Österreich]]: [https://www.bundeskanzleramt.gv.at/volksgruppen &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppen.&amp;#039;&amp;#039;] Informationsseite, ohne Datum, abgerufen am 26. Januar 2019; Zitat: {{&amp;quot;|In Österreich bestehen folgende 6 autochthone Volksgruppen […]}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;amp;nbsp;– keine allgemein anerkannte spezifische Definition einer &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppe&amp;#039;&amp;#039;, was sich auch in der wechselnden Anwendung der Bezeichnung auf Minder- und Mehrheiten niederschlägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden etwa die afrikanischen [[Hutu]] und [[Tutsi]] oftmals gleichermaßen als „Volksgruppen“ bezeichnet, obwohl die erstere in [[Ruanda]] und [[Burundi]] die zahlenmäßige Mehrheit bildet, wohingegen die letztere die parlamentarische Mehrheit in Ruanda stellt. Außer der Zeit seit der [[Staatliche Unabhängigkeit|Unabhängigkeit]] 1962 bis zum [[Völkermord in Ruanda]] beherrscht das [[Hirtenvolk]] der Tutsi als Minderheit traditionell die [[Ackerbau|bäuerliche]] Hutu-Mehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Fällen, wo mehrere Gruppen in etwa gleich stark vertreten sind, werden diese zu Volksgruppen, beispielsweise [[Flamen]] und [[Wallonen]] in [[Belgien]]. Gleichzeitig werden oft ethnische Minderheiten mit diesem Begriff benannt, so etwa [[deutschsprachige Minderheiten]] in [[Ostmitteleuropa]] (vgl. [[Nationalität]]). In der [[Slowenien|slowenischen]] Minderheitenterminologie wird neben &amp;#039;&amp;#039;narodna skupina&amp;#039;&amp;#039; (Volksgruppe) und &amp;#039;&amp;#039;narodna skupnost&amp;#039;&amp;#039; auch der Begriff &amp;#039;&amp;#039;avtohtona narodna skupnost&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;„autochthone Volksgruppe / autochthone nationale Gemeinschaft“) verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stefan Karner]]: &amp;#039;&amp;#039;Slowenien und seine „Deutschen“. Die deutschsprachige Volksgruppe als Subjekt und Objekt der Politik 1939 bis 1998&amp;#039;&amp;#039;, [[Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen]], Bonn 2000, S.&amp;amp;nbsp;7; Klaus-Jürgen Hermanik: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche und Ungarn im südöstlichen Europa. Identitäts- und Ethnomanagement&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2017, ISBN 978-3-205-20264-6, S.&amp;amp;nbsp;192, 229 Anm.&amp;amp;nbsp;451.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppe&amp;#039;&amp;#039; kennt keine genaue Entsprechung in anderen Sprachen. Im [[Ungarische Sprache|Ungarischen]] existiert das Wort &amp;#039;&amp;#039;népcsoport&amp;#039;&amp;#039; mit derselben Bedeutung. Im [[Englische Sprache|Englischen]], [[Spanische Sprache|Spanischen]] und [[Französische Sprache|Französischen]] wird der Begriff zumeist als ethnische Gruppe verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das britische Innenministerium hat die freiwillige [[selbst definierte ethnische Zugehörigkeit]] (engl. &amp;#039;&amp;#039;self-defined ethnicity&amp;#039;&amp;#039;) als Konzept entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historisches Volksgruppenkonzept ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Volksgruppe&amp;#039;&amp;#039; wurde durch die deutsche Kulturpropaganda und die politische [[Grenzland#Politisch bedingtes Grenzland in Deutschland|„Grenzlandarbeit“]] im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] bekannt. [[Max Hildebert Boehm]] von der „Arbeitsstelle für Nationalitäten- und Stammesprobleme“ prägte diesen Begriff in der [[Völkische Bewegung|völkischen Bewegung]] und versuchte ihn zu verwissenschaftlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff der Volksgruppe ist durch das starke [[Bevölkerungswachstum]] insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert zu einem besonderen Thema geworden. Radikalisiert wurde das ohnehin problematische Volksgruppenkonzept im Rahmen der verbrecherischen [[Ethnische Minderheit|Volksgruppenpolitik]] des [[NS-Regime]]s. Dieses benutzte die deutsche Minderheiten in Nachbarländern (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Münchner Abkommen|1938]] die [[Sudetendeutsche]]n) nicht allein, um Gebietsansprüche geltend zu machen, sondern förderte insbesondere in [[Südosteuropa]] eine Politik des &amp;#039;&amp;#039;[[divide et impera]]&amp;#039;&amp;#039; („Teile und herrsche!“), deren Kern es war, verschiedene Volksgruppen gegeneinander auszuspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Volksgruppenkonzept organisieren sich die Menschen oft unter der Leitung von „[[Volksgruppenführer]]n“ nicht nur nach ihren sozialen Bedürfnissen, sondern ordnen diese auch abstammungsorientierten ([[Volk]]) und daher nationalen Idealen unter. Das Konzept wurde noch in den 1970er Jahren im Kontext der [[Geschichte Südtirols|Südtirolfrage]] und der [[Sudetendeutsche Landsmannschaft|Sudetendeutschen Landsmannschaft]] reaktiviert.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Pan: &amp;#039;&amp;#039;Grundelemente zur Theorie der Ethno-Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Theodor Veiter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;System eines Internationalen Volksgruppenrechts.&amp;#039;&amp;#039; Teil 2: &amp;#039;&amp;#039;Innerstaatliche, regionale und universelle Struktur eines Volksgruppenrechts&amp;#039;&amp;#039;, Wien/Stuttgart 1972.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rezeption ===&lt;br /&gt;
Der Sozialwissenschaftler [[Samuel Salzborn]] kritisierte 2003, dass sich das Volksgruppenkonzept auf einen [[Romantik|romantischen]] [[Volk]]sbegriff beziehe und diesen insofern [[Politisierung|politisiere]], als damit eine raumordnerische Konsequenz aus der kulturellen Teilung der Menschheit in Völker und Volksgruppen gezogen werde. Soziale und politische Konflikte würden „damit naturalisiert und in einen ethnischen Entstehungszusammenhang gerückt“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Salzborn 2003-1214&amp;quot;&amp;gt;[[Samuel Salzborn]], [[Heribert Schiedel]]: &amp;#039;&amp;#039;„Nation Europa“. Ethnoföderale Konzepte und kontinentale Vernetzung der extremen Rechten.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Blätter für deutsche und internationale Politik]], Heft 10, 2003, S. 1209–1217, hier S. 1214 ([http://www.salzborn.de/txt/blae1003.pdf PDF; 60&amp;amp;nbsp;kB]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Indem [[Ethnizität]] als grundlegende Kategorie gedacht werde und zum höchsten Gut des „menschlichen Wesens“ avanciere, bestehe „das politische Ziel in einer kompletten sozialen und politischen [[Segregation (Soziologie)|Segregation]] von Menschen entlang ethnischer Kriterien sowie in der Schaffung separierter Ethnoregionen für die einzelnen Volksgruppen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Salzborn 2003-1214&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Konzept betont „die ethnisch-kulturelle Homogenität der Bevölkerung, oder zumindest ihre kulturell-mentalitätsmäßige Ähnlichkeit bis hin zur gemeinsamen Betroffenheit durch negative Einwirkungen von außen. Davon ausgehend wird die Gleichartigkeit der Interessen der Betroffenen gegenüber anderen Regionen oder dem übergeordneten System behauptet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei [[Günther Pallaver]]: &amp;#039;&amp;#039;Kopfgeburt Europaregion Tirol. Genesis und Entwicklung eines politischen Projekts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte und Region/Storia e regione]].&amp;#039;&amp;#039; Jahrbuch der Arbeitsgruppe Regionalgeschichte, Bozen 2000, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Stamm (Gesellschaftswissenschaften)]]&lt;br /&gt;
* [[Volkszugehörigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Michael Krugmann: &amp;#039;&amp;#039;Das Recht der Minderheiten. Legitimation und Grenzen des Minderheitenschutzes&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Schriften zum öffentlichen Recht.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 955). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2004.&lt;br /&gt;
* Ulrich Prehn: &amp;#039;&amp;#039;Die wechselnden Gesichter eines „Europa der Völker“ im 20. Jahrhundert. Ethnopolitische Vorstellungen bei Max Hildebert Boehm, [[Eugen Lemberg]] und [[Guy Héraud]].&amp;#039;&amp;#039; In: Heiko Kauffmann, [[Helmut Kellershohn]], Jobst Paul (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie.&amp;#039;&amp;#039; Unrast, Münster 2005, ISBN 3-89771-737-9, S. 123–157.&lt;br /&gt;
* Jürgen Schlögel: &amp;#039;&amp;#039;Der Schutz ethnischer Minderheiten als allgemeiner Rechtsgrundsatz des Gemeinschaftsrechts&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Studien zum Völker- und Europarecht.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 5,21). Kovac, Hamburg 2004.&lt;br /&gt;
* [[Felix Ermacora]], [[Christoph Pan]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte der europäischen Volksgruppen.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1993. &lt;br /&gt;
* Felix Ermacora: &amp;#039;&amp;#039;Nationalitätenkonflikt und Volksgruppenrecht.&amp;#039;&amp;#039; München 1978.&lt;br /&gt;
* Ulrich Prehn: &amp;#039;&amp;#039;Max Hildebert Boehm: Radikales Ordnungsdenken vom Ersten Weltkrieg bis in die Bundesrepublik&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 2013.&lt;br /&gt;
* Sarah Pritchard: &amp;#039;&amp;#039;Der völkerrechtliche Minderheitenschutz: Historische und neuere Entwicklungen&amp;#039;&amp;#039;. Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2001.&lt;br /&gt;
* [[Theodor Veiter]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neueste Entwicklungen auf dem Gebiet des internationalen Volksgruppenrechts und des Schutzes ethnischer Minderheiten.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände, Wien 1970–1978.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerrecht]]&amp;lt;!--Österreich--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnische Minderheit als Thema|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>171.4.116.124</name></author>
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